Fischer, Perle, Walrosszahn – Das Meer im Mittelalter

Nikolas Jaspert
Fischer, Perle, Walrosszahn – Das Meer im Mittelalter

Kein Kaiser ohne Meerestiere

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Klappentext:

Meer und Mensch – eine andere Geschichte des Mittelalters

Bauern und Ritter prägen unser Bild vom Mittelalter, und bei der mittel­alter­lichen See­fahrt denken wir an bauchige Hanse­koggen und schnelle Wikinger­schiffe. Doch was wussten die Men­schen über das Meer selbst, über seine Lebe­wesen? Wel­chen Nutzen zogen sie aus seinen Roh­stoffen? Der His­toriker Nikolas Jaspert schreibt die erste Ge­schichte des Mittel­alters von der Warte des Meeres aus: Er er­zählt von Fischerei und Wal­fang, vom Handel mit ele­ganter Muschel­seide, duf­tendem Ambra und kaiser­lichem Purpur. Vor allem aber handelt sein Buch von den Schätzen des Meeres, von ihrer atem­beraubenden Schön­heit und Viel­falt.

Indem Jaspert zum ersten Mal eine ganze Epoche der Mensch­heits­geschichte an­hand der Lebe­wesen und Stoffe des Meeres be­schreibt, führt er uns ein­dringlich vor Augen, dass unser Über­leben als Spezies nicht zu­letzt von diesem Öko­system ab­hängt.

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Rezension:

Die mittelalterliche Geschichte Europas und des angrenzenden Mittel­meer­raums ist re­lativ gut be­kannt. Schon in der Schule lernt man einiges zu diesem Thema. Die Meere sind dabei aber meist nur so­weit von Be­lang, dass auf ihnen Ent­deckungs- und Handels­reisen statt­fanden. Die Fischerei und die sonstige Ge­winnung von Roh­stoffen aus dem Meer spielt da­gegen auch in der Ge­schichts­forschung nur eine unter­ge­ordnete Rolle.

Genau an diesem Punkt setzt Nikolas Jaspert in diesem Buch an. Anhand von archäo­logischen Be­legen sowie Handels- und Zoll­auf­zeichnungen geht er der sich ent­wickelnden wirt­schaft­lichen Nutzung der Meere in dieser Zeit nach. Di­rekte Auf­zeichnungen zu dieser The­matik exis­tieren da­gegen nur in Aus­nahme­fällen. Der Fisch­fang ist in diesem Zu­sammen­hang na­türlich das nahe­liegendste Thema, dürfte er doch bei­nahe so alt wie die Ge­schichte der mensch­lichen Zivi­lisation sein. Auch die Jagd auf Meeres­säuge­tiere dürfte vielen in den Sinn kommen. Aber wer denkt schon spon­tan daran, dass auch zu dieser Zeit für die Mächtigen prak­tisch un­ver­zichtbare Luxus­güter wie der Duft­stoff Ambra oder die für das Färben herr­schaft­licher Ge­wänder er­forderliche Purpur-Schnecke aus dem Meer stammen? Bei einer ge­naueren Unter­suchung stellt sich heraus, dass das Wissen über die Lebe­wesen der Meere in der Zeit des Mittel­alters über­ra­schend um­fangreich war. Am Rande wird auch auf mythi­sche Meeres­wesen ein­ge­gangen. Ob­wohl sich die klas­sische Ge­schichts­forschung diesem Spezial­gebiet kaum widmet, wird klar, wie be­deutend die Nutzung von Meeres­orga­nismen für die Wirt­schaft dieser Zeit war – und das bis weit ins Binnen­land hinein.

Der Autor, der gelegentlich leider auf Gender-Aufzählungen zurückgreift, bietet in seinem Buch einen über­ra­schenden Über­blick über die Be­deutung der Meere für die mittel­alter­liche Ge­sellschaft.

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Fazit:

Schon im Mittelalter war die Nutzung der Meere und ihrer Bewohner von über­ra­schend großer Be­deutung für die mensch­liche Kultur.

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