With Love, Mary Sue – Das Phänomen Fanfiction

Stefanie Zurek, Bettina Petrik
With Love, Mary Sue – Das Phänomen Fanfiction

St,rSt,rSt,rSt,bSt,b

Die Kultur der FanFiction

Klappentext:
Es gibt eine Welt, da lebt Professor Snape glücklich verheiratet mit Lily Potter, Thorin Eichenschild ist nie gestorben, und Anakin Skywalker hat sich nie auf die böse Seite der Macht geschlagen. Eine Welt, wo Sherlock Holmes zusammen mit einem geheimnisvollen Timelord merkwürdige Fälle untersucht, Dean Winchester mit der Crew der Serenity fliegt und Loki und Thor mehr als nur Brüder sind.
Fanfiction, argumentieren manche, gab es schon immer. Schließlich bedienten sich nicht wenige große Autoren an populären Stoffen und verpassten ihnen ein neues Gewand. Andere hingegen sehen Fanfiction kritisch und werfen den Autoren vor, die Ideen anderer zu verfremden.
Und es soll vorkommen, dass das Schreiben von Fanfiction zum Durchbruch verhilft, wie u.a. „Shades of Grey“ zuletzt bewies.
Aber was ist Fanfiction wirklich? Aus welchem Bedürfnis entsteht sie, und wie weit zurück geht das Phänomen? Welche Genres gibt es, und was sollte man als Fanfiction-Neuling auf jeden Fall wissen, bevor man sich in die zahllosen Archive stürzt?
Bettina Petrik und Stefanie Zurek nehmen Sie mit auf eine turbulente, augenöffnende, manchmal aufwühlende, aber immer emotionale Reise durch die großartige Welt der Fanfiction.
Sie werden Ihren Augen nicht trauen.

Rezension:
Jeder, der schon einmal eine FanFiction gelesen oder vielleicht sogar selbst verfasst hat, ist den Besonderheiten dieses Literaturzweigs – wenn man es so nennen kann – begegnet. Aber nur Wenigen ist wohl die enorme Bandbreite sowohl in inhaltlicher Hinsicht als auch in den Hintergründen bewusst. Für jeden, der an (mindestens) einem der großen Fandoms interessiert ist, dürfte es demzufolge interessant sein, mehr über dieses Phänomen zu erfahren. Deshalb kann man durchaus davon ausgehen, dass der vorliegende Versuch der beiden (selbst FanFiction-erfahrenen) Autorinnen, die FanFiction-Szene allumfassend zu beleuchten, eine Marktlücke trifft.
Leider ist das Ergebnis nicht ganz so gelungen, wie man es bei diesem Thema erhoffen könnte. Während die durchaus interessante Betrachtung der geschichtlichen Entwicklung eher (zu) kurz gehalten wird, kehrt der Text alle paar Seiten zur rechtlichen Frage zurück – um immer aufs neue zum Ergebnis zu kommen, dass diese nicht wirklich geklärt ist. Verschiedene FanFiction-Archive im Internet werden sehr ausführlich vorgestellt, was teilweise so sehr ins Detail geht, dass die Menüstruktur des Archivs Punkt für Punkt abgehandelt wird. Ob das dem Leser wirklich hilft, „das Phänomen Fanfiction“ zu verstehen, sei dahingestellt. Ergänzt wird das alles durch Meinungen verschiedener Prominenter – naheliegenderweise überwiegend Autoren – zum Thema und zahlreiche Kommentare FanFiction-Begeisterter.
Eine stärkere Konzentration auf die Entwicklung der FanFiction-Kultur hätte diesem Buch zweifellos gutgetan.

Fazit:
Ein interessanter Einblick in die Weitläufigkeit der FanFiction-Kultur, der leider oft zu Randthemen abschweift.

Taschenbuch
eBook

Advertisements

Die Tagdiebin

Monika Detering
Die Tagdiebin

St,rSt,rSt,rSt,bSt,b

Abtauchen in eine Welt aus Gerüchen

Klappentext:
Ein Kurzgeschichte über Sehnsucht und Wünsche
Sofia hat nur einen Wunsch: Sich einen Tag zu stehlen, einen Tag der Vollkommenheit, Die Suche nach Gerüchen und Düften, so lange, bis die Stimmung des Tages und die Düfte verblassen.
Über booksnacks
Kennst du das auch? Die Straßenbahn kommt mal wieder nicht, du stehst gerade an oder sitzt im Wartezimmer und langweilst dich? Wie toll wäre es, da etwas Kurzweiliges lesen zu können. booksnacks liefert dir die Lösung: Knackige Kurzgeschichten für unterwegs und zuhause!

Rezension:
Sofia schwärmt für die Gerüche der Welt. Doch leider ist es gar nicht einfach, einen perfekten Tag ohne störende schlechte Gerüche zu erleben.
Das soll die gesamte Inhaltsbeschreibung eines ganzen Buches sein? Ja, denn bei einer Kurzgeschichte, deren eigentlicher Text im Reader (je nach Modell) nur etwa 4 Seiten lang ist, kann man nicht mehr schreiben, ohne gleich alles zu verraten. Titel, Impressum, Kurzbiographie der Autorin und dergleichen füllen mehr Seiten als die Geschichte selbst. Der Herausgeber „booksnacks“ hat es sich offenbar zur Aufgabe gemacht, Kurzgeschichten für die Langeweile zwischendurch zu veröffentlichen. Daran gibt es natürlich prinzipiell nichts auszusetzen. Der Preis von (derzeit) 1,49 € für eine so kurze Geschichte erscheint allerdings doch reichlich hoch.
Sofias Geschichte beginnt sehr poetisch mit der Beschreibung der Düfte des Morgens. Im weiteren Verlauf der Handlung wird ihre Suche nach dem perfekten (Duft-)Tag dann eher skurril. Im Gegensatz zum Untertitel „Urban Fantasy, Kurzgeschichte“ sind jedoch kein Fantasy-Elemente erkennbar.

Fazit:
„Die Tagdiebin“ ist eine schnelle Zwischendurch-Lektüre für unterwegs. Allerdings ist die Geschichte zum derzeitigen Preis total überteuert.

eBook

Die Prophezeiung

Yvonne Pioch
Die Prophezeiung

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Die Farbe macht den Unterschied

Klappentext:
Die dreizehnjaehrige Anne fuehrt das bescheidene Leben einer Bauerntochter – bis sie eines Tages erkennt, dass sie in einer magischen Welt lebt und selbst ein Teil davon ist. Doch hinter all dem Zauber lauern auch Gefahren und politische Raenke, denen sich Anne allein ausgesetzt sieht. Auf ihren Bruder Henri ist kein Verlass, sein Lehrer Miraj ist schwer zu durchschauen. Wird Anne sich in dieser neuen Welt behaupten koennen und herausfinden, was es mit ihren raetselhaften Traeumen auf sich hat? Und welche Rolle spielt die geheimnisvolle Prophezeiung von Altraterra?

Rezension:
Anne lebt mit ihrem Vater auf einem Bauernhof. Ihre Mutter ist schon vor Jahren gestorben, ihr Bruder studiert in einer weit entfernten Stadt, worauf ihr Vater, ein einfacher Bauer, sehr stolz ist. Doch immer wieder hat sie einen Traum, in dem sie einen ihr fremden, aber offensichtlich reichen Mann heiratet. Als Annes Bruder nach längerer Zeit mal wieder zu Besuch kommt, wird er von einem seiner Lehrer begleitet. Und dieser ist genau der Mann, den Anne in ihren Träumen schon unzählige Male geheiratet hat. Zu ihrer noch größeren Überraschung erfährt sie dann noch, was ihr Bruder eigentlich studiert: Magie!
Yvonne Piochs „Die Prophezeiung“ stellt den Auftakt zur „Altraterra“-Reihe (nicht zu verwechseln mit der „Alterra“-Reihe von Maxime Chattam) dar. Am Anfang des Buches nimmt sich die Autorin Zeit. dem Leser Anne und ihr einfaches, bäuerliches Leben vorzustellen. Erst beim Besuch ihres Bruders wird das Mädchen in eine faszinierende, aber auch nicht ungefährliche Welt der Magie hineingezogen, in der grüne, gelbe, rote und schwarze Magier jeweils ihre eigenen Prioritäten haben und durchsetzen wollen. Anders als man vielleicht befürchten könnte, steht Annes Liebesleben dabei nicht im Fokus der Handlung.
Die Autorin benutzt eine gut lesbare Sprache, die stellenweise allerdings etwas mehr schriftstellerische Raffinesse vertragen könnte. Im Gegensatz zum Klappentext werden die Umlaute im Buch selbst übrigens korrekt dargestellt.

Fazit:
Ein mittelalterlich geprägtes Fantasy-Abenteuer für junge und junggebliebene Leser.

Taschenbuch
eBook

Mord ist nichts für junge Damen

Robin Stevens
Mord ist nichts für junge Damen

Übersetzung: Nadine Mannchen

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Das Rätsel um Miss Bells Leiche

Klappentext:
Deepdean-Mädchenschule, 1934. Als Daisy Wells und Hazel Wong ihr eigenes, streng geheimes Detektivbüro gründen, gibt es zuerst gar kein wirklich aufregendes Verbrechen zum Ermitteln. Doch dann entdeckt Hazel die Lehrerin Miss Bell tot in der Turnhalle. Zuerst denkt sie, es sei ein schrecklicher Unfall gewesen. Aber als Daisy und sie fünf Minuten später zurückkommen, ist die Leiche verschwunden. Jetzt sind die Mädchen sicher: Hier ist ein Mord geschehen! Und nicht nur eine Person in Deepdean hätte ein Motiv gehabt.
Nun haben Daisy und Hazel nicht nur einen Mordfall aufzuklären zuerst müssen sie beweisen, dass es überhaupt ein Mord war. Fest entschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen, bevor der Mörder wieder zuschlagen kann (und bevor die Polizei eingeschaltet wird, natürlich), müssen Hazel und Daisy nach Beweisen suchen, Verdächtige ausspionieren und all ihre Intuition einsetzen. Doch werden sie Erfolg haben? Und wird ihre Freundschaft diese Herausforderung bestehen?
Ein spannender Mädchen-Krimi ganz im Stil Agatha Christies, mit viel Internatsflair und zwei Heldinnen, die jeder gern zur Freundin hätte!

Rezension:
Bisher haben die Freundinnen Daisy und Hazel nur verschwundenem Naschwerk und aus Rache verstecken Kleidungsstücken nachgespürt. Mit irgendetwas muss man sich im Internat schließlich die Zeit vertreiben. Als Hazel eines Abends jedoch nochmal schnell in die Turnhalle läuft, um ihre vergessene Jacke zu suchen, liegt dort Miss Bell, eine ihrer Lehrerinnen, tot auf dem Boden. Panisch läuft sie zu ihrer Freundin Daisy, um dieser von ihrem Fund zu berichten. Als Hazel und Daisy mit einer schlecht gelaunten älteren Aufsichtsschülerin im Schlepptau nur wenige Minuten später wieder in der Turnhall ankommen, ist von einer Leiche jedoch nichts mehr zu sehen. Wütend leitet die Aufsichtsschülerin Strafmaßnamen gegen die beiden Freundinnen ein, weil sie davon ausgeht, von ihnen bewusst getäuscht worden zu sein. Eigenartigerweise taucht jedoch am kommenden Tag bei der Direktorin ein Kündigungsschreiben Miss Bells auf. Doch Hazel und Daisy sind sich sicher, dass dieses nur vom Mörder gefälscht worden sein kann, um das Verschwinden der Lehrerin zu vertuschen. So bleibt den Freundinnen nichts anderes übrig, als den Fall selbst aufzuklären. Schnell stellt sich heraus, dass fast alle verbliebenen Lehrkräfte mehr oder wenige gute Motive für die Tat gehabt hätten.
Was die Autorin mit diesem Buch präsentiert, ist in gewisser Weise ein Spagat zwischen einem Jugend- und einem klassischen Detektivroman, wobei man den Agatha-Christie-Vergleich des Klappentextes durchaus ernst nehmen kann. Der grundsätzliche Aufbau der Geschichte erinnert nämlich sehr an diverse Miss-Marble-Stories, was in besonderem Maße für die schlussendliche Überführung des Täters in einer Runde aller Verdächtiger zutrifft. Allerdings sind die Hobbydetektivinnen Daisy und Hazel erheblich jünger als eine gewisse Miss Marble, wodurch der Leser nebenbei auch einen Einblick in das (fiktive) Leben eines englischen Internats in den 1930ern erhält. Von modernen pädagogischen Strukturen ist das noch weit entfernt.
Da die Schülerinnen zu Anfang (wie es auch in der Realität normal seien dürfte) kaum Einblick in das Privatleben ihrer Lehrerinnen haben, bauen sich die entsprechenden Zusammenhänge erst nach und nach vor dem Leser auf. Während dieser im Laufe der Geschichte auch viel über Hazels (aus deren Perspektive das Buch berichtet) und nicht ganz so viel über Daisys Hintergrund erfährt, bleiben die übrigen Schülerinnen eher blass. Von denen gerät während der ganzen Spurensuche auch keine auch nur Ansatzweise in Verdacht.
Das gesamte Buch ist interessant geschrieben. Die wenigen, für den eigentlichen Plot jedoch unbedeutenden, Logiklücken stören das Lesevergnügen nicht. (Zum Beispiel sind bei der oben erwähnten Runde aller Verdächtiger sämtliche Lehrkräfte anwesend, die Schüler haben zu dieser Zeit aber Unterricht. Wer unterrichtet sie da wohl?) „Mord ist nichts für junge Damen“ macht definitiv Lust auf die zu erwartenden Fortsetzungen. Im englischen Original umfasst die Reihe um Hazels und Daisys Detektivabenteuer bereits 5 Bände und 2 Kurzgeschichten.

Fazit:
Für Freunde von Internatsgeschichten und auch für ältere Fans von Detektivgeschichten à la Miss Marple ist dieses Buch beinahe ein Muss!

Hardcover

Das Talar-Universum – Welt der Begabten

CD Sanders
Das Talar-Universum – Welt der Begabten

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Diplomat, Krieger und Sklavin

Klappentext:
Wenn CD Sanders in das Talar-Universum eintaucht, dann ändern sich die uns bekannten Gesetze der Physik. Die Welt Talar ist wie viele andere auch, so wie die Erde beschaffen. Aber nur sie bietet einer großen Anzahl von paranormalen Wesen eine Zufluchtsstätte. Der Begründer ihrer Gemeinschaft ist Hork. Er rekrutiert ein ganz besonderes Team, das sich um den so gar nicht gewöhnlichen Jungen Dominic Keller von der Erde des Jahres 2016 formiert. An seine Seite stellt ihm Hork drei außergewöhnliche junge Wesen. Alle vier kommen im Alter von 12 Jahren nach Talar. Um ihre Fähigkeiten zu perfektionieren, durchlaufen sie in den nächsten vier Jahren eine harte Ausbildung. Ihre Aufgabe besteht darin, jedem notbedürftigen Wesen mit ihren telepathischen Fähigkeiten in Katastrophenzeiten zur Seite zu stehen. Außerdem stoßen noch die lebhafte Elfe Tiri und der grimmige Kobold Cass zu ihnen. So wird im ersten Teil dieser All Age Fantasy-Reihe aus dem ursprünglichen Viererteam ein fantastisches Sechsergespann. Zusammen bilden sie das stärkste Team, das Talar jemals hervorgebracht hat.

Rezension:
Talar ist eine Welt auf der die übersinnlich Begabten vieler anderer Welten eine Zuflucht vor dem Unverständnis ihrer heimischen Mitwesen oder sogar deren Verfolgung finden. Hork hat diese Welt einst gefunden und zu dem gemacht, was sie jetzt ist. Paranormale Wesen aller Welten sind jederzeit eingeladen, hier friedlich zusammenzuleben und zu lernen. Auch Dominic, ein Junge aus Berlin, und dessen Eltern, die ebenfalls über besondere Begabungen verfügen, werden eingeladen. Zusammen mit Gleichaltrigen aus anderen Welten könnte Dominic auf Talar seine besonderen Begabungen trainieren. Doch auch Talar hat Feinde …
Nach einer relativ langen Einleitung lernt der Leser dieses Fantasy-Buches Dominic kennen. Kurz darauf werden ihm auch die anderen 12-jährigen vorgestellt, mit denen Dominic ein Team bilden soll. Da wäre zunächst Tasschel, die auf ihrer Heimatwelt wegen ihrer Andersartigkeit schon mit 6 Jahren zur Sklavin gemacht wurde. Arrir dagegen war zuhause ein echter Prinz, der später der Herrscher seiner Welt geworden wäre. Als seine Eltern jedoch seine Besonderheit bemerkten, wurde er verstoßen, wie es bei seinem Volk in solchen Fällen Sitte ist. Vervollständigt wird die Gruppe durch Tessa, ein Waisenmädchen aus dem London des 18. Jahrhunderts, das von Hork sogar durch die Zeit nach Talar geholt wurde. Ab hier wird die Handlung richtig interessant und im weiteren Verlauf auch spannend.
Leider erreicht die schriftstellerische Qualität nicht ganz das Niveau der Handlung. Bei den zahlreichen Wechseln der Zeitebene und Erzählperspektive kann der Leser schon manchmal vorübergehend den Überblick verlieren. Auch die Kommasetzung könnte teilweise eine Überarbeitung gebrauchen. Allerdings handelt es sich bei „Welt der Begabten“ erst um den Auftaktband der „Das Talar-Universum“-Reihe, sodass man bei den Folgebänden in diesen Punkten auf Besserung hoffen kann. Verdient hätte es die Reihe, denn die Handlung verspricht gut zu werden.

Fazit:
Ein vielversprechender Einstieg in eine neue Welt, der aber noch Verbesserungspotential bietet.

eBook

Skizzen aus Slawonien

Damir Rajle
Skizzen aus Slawonien

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Reise in ein unbekanntes Land

Klappentext:
Im Osten Kroatiens liegt eine uralte Kulturregion, in der sich bis heute viele Spuren donauschwäbischer Kultur finden lassen: Slawonien.
Die Region ist die Kornkammer Kroatiens und hat eindrucksvolle Landschaften zu bieten von den Tiefebenen bis zum Feuchtgebiet des Naturparks Naturpark Kopački rit. Größte Städte in Slawonien sind Osijek, Slavonski Brod, Vincovcki und Vukovar.
Der Fotograf Damir Rajle aus Osijek zeichnet mit eindrucksvollen Aufnahmen ein ganz persönliches Bild seiner Heimatregion Slawonien, ergänzt durch poetische Texte in kroatischer, deutscher und englischer Sprache.

Rezension:
Slawonien – wer oder was soll das denn sein? Diese Frage wird sich hierzulande wohl so mancher stellen. Ist eventuell von Slowenien die Rede und das ganze nur ein Druckfehler? Nein, ist es nicht! Slawonien ist eine Landschaft in Kroatien. Während die Adriaküste Kroatiens Jahr für Jahr von Touristen überschwemmt wird, verirren sich in diesen Winkel des Landes wohl nur wenige deutsche Urlauber.
Dieser Bildband des kroatischen Fotografen Damir Rajle zeigt, dass diese kaum bekannte Gegend manch sehenswerte Landschaft zu bieten hat. Neben diesen werden aber auch die Dörfer und Menschen der Region nicht vergessen, auch wenn der Schwerpunkt eindeutig auf der Natur liegt. Der gute Druckqualität und das hochwertige Papier unterstützen dabei die Wirkung des guten und überwiegend interessanten Bildmaterials. Die optische Wirkung wird auch dadurch unterstützt, dass die Bilder oft eine Doppelseite für sich alleine haben. Der mehrsprachige Text erläutert auch im Bild nicht erkennbare Hintergründe. Als einzigen Negativpunkt kann man diesem gelungenen Bildband das Softcover anlasten, das die Betrachtung des durch Format und Papierqualität relativ gewichtigen Buches etwas erschwert.

Fazit:
„Skizzen aus Slawonien“ ist ein eindrucksvoller Bildband, der den Leser in eine hierzulande kaum bekannte Gegend entführt.

Softcover

Drachenreiter

Cornelia Funke
Drachenreiter

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Im Banne des Mondlichts

Klappentext:
Eine abenteuerliche Reise liegt vor Lung, dem silbernen Drachen. Zusammen mit dem Koboldmädchen Schwefelfell und dem Waisenjungen Ben ist er auf der Suche nach einem sicheren Ort für seine Artgenossen, für die es in der Menschenwelt keinen Platz mehr zu geben scheint. So folgt Lung dem Rat des weisen Schieferbart und setzt seine ganze Hoffnung auf den sagenumwobenen „Saum des Himmels“. Dort, irgendwo zwischen den Gipfeln des Himalaya versteckt, soll die ursprüngliche Heimat der Drachen liegen. Doch auch Nesselbrand, der bedrohliche Goldene, hat schon seine Raben auf die Suche geschickt…

Rezension:
Eine Gruppe Drachen lebt schon lange in einem einsamen Tal. Doch eines Tages erfahren sie zu ihrem Entsetzen, dass die Menschen ihr Tal fluten wollen. Wo sollen sie jetzt hin? Nur die Ältesten unter ihnen erinnern sich noch an ihre Urheimat, ein Tal am „Saum des Himmels“. Wo sich dieser befindet, wissen jedoch selbst die nicht mehr. Lung, einer der Jüngsten unter ihnen, entschließt sich, auf die Suche zu gehen. Nur Schwefelfell, ein Koboldmädchen, das schon lange bei den Drachen lebt, wird ihn begleiten. Zu Beginn ihrer Reise treffen beide auf den Menschenjungen Ben, der sich ihnen anschließt. Auf ihrer langen Reise treffen sie auf neue Freunde, aber auch einen gefährlichen Feind, dessen oberstes Ziel es ist, alle Drachen auszurotten.
Cornelia Funkes „Drachenreiter“ darf man wohl schon fast als Klassiker der Fantasy für junge Leser bezeichnen. Doch obwohl der Gewaltpegel mit Blick auf die ‚Hauptzielgruppe‘ niedrig bleibt, bietet das interessante Abenteuer der ungleichen Gemeinschaft auch dem älteren Leser einen interessanten Lesespaß. Dabei gelingt es der Autorin, mögliche logische Fallstricke zu umschiffen. Selbst was zuerst wie eine Logiklücke wirken könnte, wird im Laufe der Handlung noch aufgeklärt.
Neben Drachen und Kobolden begegnet der Leser dieses Buches während Lungs Reise noch zahlreichen anderen Fabelwesen aus verschiedenen Kulturkreisen. Nicht alle entsprechen dabei der etablierten Vorstellung. Und Dschinns leben nicht immer in Flaschen …

Fazit:
Eine interessante Fantasy-Weltreise auf Drachenflügeln – nicht nur für junge Leser.

Hardcover
eBook
Hörbuch

Vanishing Point – Fluchtpunkt

Jonathan Green
Vanishing Point – Fluchtpunkt

St,rSt,rSt,rSt,bSt,b

Der ‚Geist‘ des Erfinders

Klappentext:
Begleiten Sie Ulysses Quicksilver bei einem mysteriös-spannendem Abenteuer und lernen Sie die fantastische Welt von PAX BRITANNIA kennen.
VANISHING POINT ist eine Kurzgeschichte aus dem PAX-BRITANNIA-Zyklus von Jonathan Green, von welchem bisher die Titel UNNATURAL HISTORY und LEVIATHAN RISING auf deutsch erschienen sind.

Rezension:
Lady Oddfellow lädt einige Bekannte zur Séance nach Hardewick Hall, ihrem Familiensitz. Dabei beabsichtigt sie, Kontakt zum Geist ihres verstorbenen Vaters aufzunehmen, eines Erfinders, der sich bei einem seiner verrückten Experimente vor den Augen mehrere Zeugen einfach in Luft auflöste. Unter den Gästen ist auch der alte Freund der Familie Ulysses Quicksilver, der allerdings nicht an derartigen Spuk glaubt. Doch zu seiner Überraschung gelingt es dem Medium, Madame Garside, tatsächlich, Kontakt zu Alexander Oddfellow herzustellen.
Leider schafft es diese kostenlose Kurzgeschichte nicht ganz, das Niveau des 1. Bandes der „Pax Britannia“-Reihe, „Unnaturial History“ zu erreichen. Allerdings ist zu vermuten, dass sie von Autor und Verlag auch eher als Appetithäppchen für die kostenpflichtigen Bücher vorgesehen ist. Trotzdem bietet „Vanishing Point – Fluchtpunkt“ dem Leser eine spannende und interessante Zwischendurch-Lektüre. Ob der Grund, dass diese Geschichte den Leser nicht in dem Maße in ihren Bann zu ziehen vermag, wie es beim (weitaus umfangreicheren) „Unnaturial History“ der Fall ist, in der Kürze der Geschichte liegt, oder ob eventuell die ausgetauschte Übersetzerin die Steam-Punk-Atmosphäre nicht ganz so gut herüberbringen konnte, wie es dort der Fall ist, kann ich nicht beurteilen, da ich in beiden Fällen das Original nicht kenne.

Fazit:
Diese kurze Geschichte stellt primär ein Appetithäppchen für die erheblich umfassendere „Pax Britannia“-Reihe dar.

eBook

RACK (1)

Ann-Kathrin Karschnick
RACK (1)

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Der Detektiv und die Lady

Klappentext:
19. Jahrhundert
Victoria in Großbritannien.
Als Rack ein Attentat auf Lady Cunningham verhindert, beauftragt sie den erfolglosen Detektiv, dieses Attentat aufzuklären. Rack gerät durch seine Ermittlungen in den dreckigen Sumpf der Korruption von Victorias Unterwelt. Immer wieder stolpert er dabei über den Namen „The Stick“. Doch wer verbirgt sich dahinter?
Ein ehemaliger General, ein Detektiv und sein Assistent, eine Diebin und eine Lady. In den phantastischen Episoden führt die mehrfach ausgezeichnete Autorin Ann-Kathrin Karschnick ihre Leser in die düstere Unterwelt der fiktiven Steampunk-Stadt Victoria. Sie erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Gruppe von Menschen, die trotz ihrer Unterschiede zusammenarbeiten müssen, um zu überleben.

Rezension:
Rack, ein Mann, der seinen eigenen Nachnamen nicht kennt, arbeitet als Detektiv, sein 16-jähriger Pflegesohn Theo als sein Assistent. Doch obwohl in ihrer Heimatstadt das Verbrechen floriert, verirrt sich nur selten – viel zu selten – ein Klient zu ihnen. Und weil Rack schon seit Monaten mit der Miete im Rückstand ist, droht ihnen jetzt auch noch der Rausschmiss aus ihrem Wohnbüro. Da kommt es sehr gelegen, dass Rack zufällig Zeuge eines Bombenanschlags auf eine Dampfkutsche wird und die Insassin sogar eigenhändig retten kann. Natürlich lässt sich die reiche Lady überzeugen, ihn mit der Aufklärung des Anschlags zu betrauen. Da Theo in der Zwischenzeit sogar schon die Attentäterin stellen konnte, sollte das doch eigentlich kein Problem darstellen?
Mit der „RACK“-Reihe führt die Autorin ihre Leser in das Steam-Punk-Ambiente der fiktiven britischen Stadt Victoria. Damit wären wir auch schon bei einer Besonderheit dieses Werks. Wie schon erwähnt, handelt dieses eben nicht in London oder einer anderen, realexistierenden (Groß-)Stadt, wie es der Leser dieses Genres gewohnt ist. Die Steam-Punk-typischen Maschinen und Geräte stehen in dieser Geschichte auch nicht in dem Maße im Mittelpunkt wie in vielen anderen des Genres. Dafür bietet Ann-Kathrin Karschnick dem Leser interessante Charaktere, die zu erforschen ihm sicher auch in den folgenden Bänden noch Spaß machen wird. Da wäre zunächst natürlich Rack selbst, dessen Besonderheit der Leser erst im Laufe des Buches erlebt. Oder der Waisenjunge Theo, dessen Vater als Racks Assistent starb und der seitdem Racks Pflegesohn und gleichzeitig neuer Assistent ist. Nicht zu vergessen Lady C, wie Rack sie gegen ihre Proteste nennt, die nicht nur reich, sondern auch abenteuerlustig ist und darauf besteht, an den Ermittlungen persönlich teilzunehmen. Und natürlich die Attentäterin Jean, die sich an das von ihr verübte Attentat anscheinend überhaupt nicht erinnern kann. Dieser Personenkreis dürfte uns wohl auch in den Folgebänden erhalten bleiben und mit seiner Verschiedenheit für interessante Verwicklungen sorgen.
Auch schriftstellerisch kann das Buch punkten. Mit der abwechselnd aus Racks und aus Theos Perspektive erzählten Handlung zieht es den Leser schnell in seinen Bann – und entlässt ihn bis zum Ende nicht wieder aus diesem. Da der Fall bis zu diesem Ende jedoch nicht aufgeklärt ist, bleibt dem neugierigen Leser wohl kaum etwas anderes übrig, als sich demnächst auf Band 2 zu stürzen.

Fazit:
Teil 1 der „RACK“-Reihe entführt den Leser in eine Steam-Punk-Geschichte, die ihm auch für die Folgebände noch viel Vergnügen verspricht.

eBook

The Case of the Exploding Speakeasy

David E. Fessenden
The Case of the Exploding Speakeasy

St,rSt,rSt,bSt,bSt,b

Sherlocks Patensohn

Klappentext:
Seeking to get out from under the shadow of his famous father, Dr. John Watson, and his father’s even more famous friend, Sherlock Holmes, young Thomas Watson signs on as a newspaper reporter in Philadelphia — a city that rivals Al Capone’s Chicago for its crime and corruption. Now Thomas suddenly finds himself caught up in the biggest story of his career: a suspicious explosion at a speakeasy, which kills the owner and his card-playing buddies.
From the scanty clues that Thomas compiles, he and Sherlock’s older brother, Mycroft, set out to solve the case. But can the pair uncover the truth and reveal the killer before one or both become the next victim?

Rezension:
Thomas Watson, der Sohn von Sherlock Holmesʼ berühmten Gefährten John Watson, ist nach Amerika ausgewandert und arbeitet dort als Journalist. Seine Arbeit besteht überwiegend darin, Nachrufe zu verfassen. So bekommt er eines Tages auch die Todesmeldung seines eigenen Vaters auf den Schreibtisch. Später auf dem Heimweg wird er Zeuge einer Explosion in einer Bar – einer illegalen Bar, denn wir befinden uns im Amerika der Prohibitionszeit. Und als er schließlich in seiner kleinen Wohnung ankommt, erwartet ihn auch noch ein unerwarteter Gast: der alternde Mycroft Holmes.
Jeder Leser des Klappentextes dürfte in diesem Buch wohl eine Detektivgeschichte nach dem Muster von Arthur Conan Doyles Sherlock-Holmes-Abenteuern erwarten. Leider führt diese Erwartungshaltung ins Leere. Dieses Buch beschreibt beinahe ausschließlich Thomas Watsons Leben als relativ erfolgloser Reporter. Die Aufklärung der Explosion kann man dabei fast nur als Nebenhandlung bezeichnen.
Was kann man zu diesem Buch ansonsten sagen? Sicher ist es stilistisch nicht schlecht geschrieben, wirkliche Spannung kommt allerdings kaum auf. Leider wird der Leser durch die Verwendung der Namen Doyles berühmter Helden in eine völlig falsche Erwartungshaltung versetzt, die dieses Buch nicht einmal ansatzweise erfüllen kann.

Fazit:
Vorsicht Mogelpackung! Mit Abenteuern à la Sherlock Holmes hat der Inhalt dieses Buches nur sehr wenig Ähnlichkeit.

Taschenbuch
eBook
Hörbuch