Der Gentleman

Forrest Leo
Der Gentleman

Übersetzung: Cornelius Reiber

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Die Freundschaft des Teufels

Klappentext:
London, Pocklington Place, um 1850: Lionel Savage, Dichter, gerade einmal 22 Jahre alt, hat beschlossen, Selbstmord zu begehen, da er des Geldes wegen geheiratet hat und danach feststellen musste, dass er seitdem keine Zeile mehr zu Papier bringen kann. Er zieht seinen Butler Simmons zurate, weil er nicht weiß, wie er den Selbstmord genau angehen soll. Der einfachste Weg scheint ihm der Tod durch Kopfschuss zu sein. Doch Simmons gibt zu bedenken, dass dabei allerlei Körperflüssigkeiten austreten würden, die jemand aufwischen müsste. Da Savage seinem treuen Butler eine solche Schweinerei nicht zumuten will, muss er eine andere Lösung für sein Problem finden. Just in dem Moment spaziert ein freundlicher Gentleman in sein Arbeitszimmer, der sich als der Teufel höchstpersönlich entpuppt. Und bevor er sich versieht, hat Savage seine Ehefrau an ihn verkauft. So glaubt er zumindest. Doch kaum ist die Ehefrau verschwunden, stellt Savage fest, dass sie die Liebe seines Lebens ist. Er muss sie wiederfinden. Nur wo zum Teufel soll die Hölle sein?
Faule Aristokraten, ein Butler, der Teufel, eine hinterlistige kleine Schwester, Duelle und Beinahe-Duelle, Arktisexpeditionen und Scotland Yard. „Der Gentleman“ ist ein rasanter Abenteuerroman und eine feine kleine Tollerei.
In seinem Debütroman gelingt es Leo, die Konventionen viktorianischer Fiktion zu parodieren. Wahnsinnig witzige Dialoge und komische Komplikationen runden die Geschichte ab.

Rezension:
Lionel Savage ist Poet, auch wenn der größte Teil seiner Mitmenschen ihn nicht annähernd für so begabt hält, wie er sich selbst einschätzt. Doch seit seiner Heirat, zu der er sich nur entschloss, um seine finanziellen Engpässe zu umgehen, bringt er nichts mehr zu Papier, was auch nur seinen eigenen Ansprüchen genügen würde. Während Lionel schon einen Selbstmord in Erwägung zieht, bekommt er den unerwarteten Besuch eines Gentleman, der sich als der Teufel persönlich herausstellt. Dieser besucht ihn, um sich – Lionel kann es selbst kaum glauben – bei ihm zu bedanken. Doch da er von den guten Manieren seines Besuchers begeistert und dieser hocherfreut darüber ist, von einem Menschen akzeptiert zu werden, schließen beide Freundschaft. Lionel schüttet dem Teufel sein Herz aus, dass er seit seiner Heirat nicht mehr er selbst ist. Und kaum ist der Gentleman-Teufel wieder gegangen, teilt der Butler Lionel mit, dass seine Frau während eines Maskenballs spurlos verschwunden ist. Als Lionel jedoch entdeckt, dass seine Frau selbst dichtete, verliebt er sich spontan in sie. Aber wie soll er sie jetzt zurückbekommen? Dass unerwartet seine jüngere Schwester, sie er fernab im Internat glaubt, und der Bruder seiner verschwundenen Frau auftauchen, vereinfacht sie Angelegenheit nicht.
Dieser Roman hält sich definitiv nicht an Schema F. Auch in keines der gängigen Genres will er so richtig passen. Trotz des persönlichen Auftretens des Teufels ist dieses Buch weitaus weniger Fantasy, als man denken könnte. Und obwohl die Handlung im viktorianischen London angesiedelt ist, kann man es wohl kaum als historischen Roman einstufen. Humor trifft das Genre auch nicht wirklich, auch wenn die Geschichte sicher alles andere als ernst ist und zahlreiche lustige Dialoge enthält. Angereichert wird das alles noch durch eine kleine Prise Steam Punk.
Auffällig ist bei der relativ dialoglastigen Handlung, dass sich die Szenen auf wenige Handlungsplätze konzentrieren und der Roman dadurch an ein Theaterstück erinnert. Bingo! Wie der Autor in seinen Danksagungen am Ende des Buches enthüllt, war es ein solches tatsächlich auch ursprünglich. Was nicht verwundert, da der Autor ursprünglich Schauspiel studierte.
Womit wir beim Autor angelangt wären. Bei „Der Gentleman“ handelt es sich um den Debütroman Forrest Leos, wobei der Name des Autors bereits ein kleines Rätsel darstellt. Auf Cover, Klappentext und bei den einschlägigen Onlinehändlern wird der Name als „Forrest Leo“ genannt, im Copyright-Vermerk des Impressums jedoch als „Leo Forrest“, was für mich eigentlich logischer klingt.
Wie bereits erwähnt, stützt sich der Roman hauptsächlich auf ausführliche Dialoge. Handlung im eigentlichen Sinne findet dagegen relativ wenig statt. Das stört beim Lesen allerdings kaum, denn gerade in diesen Dialogen liegt der Reiz des Buches. Dem Autor gelingt es, den Tonfall von Büchern, die wirklich aus dieser Zeitperiode stammen, gekonnt einzufangen und teilweise parodistisch zu überzeichnen, sodass sich der Leser in das viktorianische London, wie er es beispielsweise aus den „Sherlock Holmes“-Geschichten kenne, versetzt fühlt.
Wer sich auf das Experiment eines Buches, das alle gängigen Genres weiträumig umgeht, einzulassen bereit ist, sollte dem Teufel und seinem menschlichen Freund eine Chance geben.

Fazit:
Ein Buch abseits aller ausgetretenen Pfade. Und genau darin liegt der Reiz.

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Die Mord GmbH

Bettina Wagner
Die Mord GmbH

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Der besondere Scheidungs-Service

Klappentext:
Ehepartner sind ihre Spezialität …
Lehmann ist alles andere als glücklich in seiner Ehe mit Yvonne. Doch eine Scheidung käme ihn teuer zu stehen. Wie gut, dass die Mord GmbH für jedes Problem die passende Lösung hat

Rezension:
Lehmann, Vorname unbekannt, ist von seiner Frau schon lange nur noch genervt. Eine Scheidung steht jedoch außer Diskussion, denn seinen beruflichen Aufstieg verdankt er nur der Tatsache, dass seine Frau die Erbin der Firma ist. Wenn Yvonne jedoch zufällig sterben würde, wäre das natürlich etwas anderes. Da erwähnt ein Freund zufällig die Dienste der Mord GmbH …
Bettina Wagners Kurzgeschichten weisen sich oft durch einen besonderen Humor aus, bei dem meist auch die unfreiwillige ‚Transformation‘ (mindestens) einer Person vom Lebewesen zur Leiche eine Rolle spielt. Diesem Stil bleibt sie auch hier treu. Die Pläne ihres Protagonisten sind wohl früh offensichtlich, doch Überraschungen bleiben nicht aus. Wie von der Autorin gewohnt wird das alles in einem flüssigen Stil dargeboten.

Fazit:
Für Freunde des humorvollen Kurzkrimis ist dieser booksnack empfehlenswert.

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Story Turbo: Der Praxis-Ratgeber mit System

L.C. Frey
Story Turbo: Der Praxis-Ratgeber mit System

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

In 28 Tagen zum Buch

Klappentext:
Die StoryTurbo-Methode wird Sie in die Lage versetzen, in 4 Wochen oder weniger das Buch zu schreiben, dass Sie schon immer schreiben wollten.
Wollten Sie schon immer ein Buch schreiben, aber Sie wissen nicht, wie sie anfangen sollen?
Schieben Sie Ihr Manuskript schon viel zu lange vor sich her?
Haben Sie die Nase voll von »eisernen Schreibregeln« und »todsicheren Geheimtipps«?
Wollen Sie mehr als flüchtige Verkaufserfolge?
Wollen Sie einen echten Pageturner schreiben, der die besten Chancen hat, ein Bestseller zu werden?
Wollen Sie ein Vollblut-Autor werden?
Dann lesen Sie dieses Praxis-Buch – und beginnen Sie noch heute mit dem Schreiben!

Rezension:
Schreibratgeber gibt es wie Sand am Meer. Kann ein weiterer da noch etwas neues bringen? Schließlich kann man das Rad auch nicht neu erfinden. L.C. Frey, selbst aktiver Thriller-Autor, versucht es trotzdem. Die von ihm empfohlene Vorgehensweise ist dabei zumindest mir neu und unterscheidet sich in vielen Punkten grundlegend von meiner eigenen. Zumindest meiner bisherigen, denn einen Versuch könnte man Freys 4-Wochen-Plan ja mal geben. Logisch erscheinen die diesem zugrundeliegenden Ideen zumindest. Dabei ist es dem Autor durchaus bewusst, dass andere Ratgeberverfasser, teilweise selbst erfolgreiche und berühmte Autoren, in mancher Hinsicht anders vorgehen, als er es empfiehlt. Dies spricht er auch mehrfach ausdrücklich an.
Bei dieser an sich eher trockenen Thematik gelingt es dem Autor, seine Ratschläge in einem sehr lockeren, unterhaltsamen Tonfall darzubieten, wobei er seine Leser und Anwender seiner Ratschläge teilweise schon beinahe provoziert.

Fazit:
Ein Buch mach Taktfahrplan verfassen? Einen Versuch könnte es durchaus wert sein.

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Fritzi Klitschmüller – 1 – Fritzi Klitschmüller

Britta Sabbag
Fritzi Klitschmüller – 1 – Fritzi Klitschmüller

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Rote-Beete-Alarm!

Klappentext:
„Das ist ja gar kein Skateboard!“ – Mehr bringt Fritzi nicht heraus, als sie ihr Geburtstagsgeschenk aus dem Papier wickelt. Statt des heiß ersehnten Skateboards hat Fritis Mama ausgerechnet ein Prinzessinnenkleid für sie genäht. Schnell steht fest:
Ein geheimer Skateboard-Beschaffungs-Plan muss her!
Gemeinsam mit ihrem Freund Thies wirbelt Fritzi durch die Nachbarschaft, um sich ihren Traum zu erfüllen. Gar nicht so einfach, denn obendrein müssen die beiden ihre Freundschaft vor Fritzis Vater geheim halten. Der kann die neuen Nachbarn aus dem Ärgerhäuschen nämlich überhaupt nicht leiden … Turbulente Ferien voll geheimer Heimlichkeiten und großer Abenteuer beginnen!

Rezension:
Endlich Ferien! Und auch noch Geburtstag! Was kann sich Fritzi noch mehr wünschen? Sie weiß auch schon, was sie geschenkt bekommt: ein feuerrotes Skateboard mit Sportrollen. Denkt sie zumindest. Doch statt des erwarteten Sportgerätes kommt beim Auspacken nur ein Prinzessinnenkleid zum Vorschein. Und der Familienurlaub fällt auch noch flach, denn ihre Mutter muss dringend zur Kur. Es kommt sogar noch schlimmer: Damit Fritizi und ihr kleiner Bruder während der Abwesenheit ihrer Mutter nicht nur von Pizza und Nudeln leben müssen – was beide übrigens überhaupt nicht stören würde –, kommt Tante Bolle zu Besuch, und die bringt zur Krönung des ganzen auch noch Fritzis gehasste Cousine Shakira mit. Da kann Fritzi sich doch nur mit dem neuen Nachbarsjungen Thies verbünden, um die freie Zeit zu verbringen – und dabei vielleicht doch noch einen Weg zum eigenen Skateboard zu finden.
Britta Sabbags Buch richtet sich primär an Kinder. Jeder Zweifel an diesem Punkt wird spätestens beim Anblick der auffällig großen Schrift sowie der zahlreichen Textillustrationen beseitigt. Trotzdem muteten Wortwahl und Schreibstil überraschen erwachsen an. Da darf Fritzis Papa auch mal „Himmelarschundzwirn!“ fluchen. Wieso das Buch allerdings (beispielsweise bei Amazon) als „Lustiges Mädchenbuch ab 8“ vermarktet wird, was auch das überwiegend in Pink gehaltene Cover unterstreicht, erscheint mir unverständlich. Typische ‚Mädchenthemen‘ kommen im ganzen Buch nicht vor. Sieht man einmal vom Prinzessinnenkleid ab, würde die Story unverändert auch mit einem Jungen als Protagonisten funktionieren. Wieso sollte das Buch also nicht auch für Jungen interessant sein?

Fazit:
Dieses lustige Ferien-Abenteuer kann jungen, aber durchaus auch etwas älteren Lesern empfohlen werden.

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Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow

Rainbow Rowell
Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow

Übersetzung: Brigitte Jakobeit

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Im Schatten des Magiers

Klappentext:
Simon Snow, der größte und mächtigste Zauberer, den es je gab, ist eigentlich eine Katastrophe. Ungeschickt bewegt es sich in der Zaubererwelt, die er doch eigentlich vor ihrem Untergang retten soll. So ist es jedenfalls prophezeit. Dabei kann er nicht mal seinen Zauberstab gerade halten.
Aber ein Talent hat Simon doch, nämlich das zur Freundschaft. Und hätte er seinen Kumpel Penelope, seine Dauerfreundin Agatha und seinen in herzlicher Abneigung zugewandten Zimmergenossen Baz nicht, hätte er die magische Welt schon längst in Schutt und Asche gelegt. Aber mit den dreien könnte es klappen, nicht nur den Mörder von Bazʼ Mutter zu entlarven, sondern auch die dunklen Mächte zu besiegen und die Welt zu retten.

Rezension:
Für Simon Snow beginnt sein letztes Jahr auf der magischen Schule Watford. Endlich kann er zum letzten Mal eines der Kinderheime verlassen, in welchen er in jedem Jahr die Sommerferien verbringen musste. Ob er sein letztes Schuljahr überleben wird, ist jedoch alles andere als sicher, versucht ‚der Schatten‘ doch schon, seit er erstmals nach Watford kam, ihn zu vernichten. Simons größtes Problem dabei: Niemand weiß, wer ‚der Schatten‘ ist, nicht mal ‚der Magier‘, Schuldirektor und ungekrönter Herrscher der magischen Welt Großbritanniens. Außerdem ist Simon zwar der mächtigste Zauberer aller Zeiten, er kann seine Kräfte aber nur äußerst unzureichend kontrollieren. Und obwohl ‚der Magier‘ ihn zu seinem Erben erklärt hat, ist er nur selten mal zu sprechen. Er muss schließlich ständig gegen ‚die Alten Familien‘ kämpfen, welche die alten Zustände aus der Zeit vor dem Aufstieg ‚des Magiers‘ wieder herstellen wollen.
Gibt es hier jemanden, der bei dieser Kurzbeschreibung nicht sofort an einen gewissen Harry Potter denkt? Wahrscheinlich nicht. Also schon wieder ein einfallsloser Harry-Potter-Clon? Nein, das kann man diesem Buch wirklich nicht vorwerfen, denn die Geschichte entwickelt sich nach anfängliche stark erscheinenden Parallelen in eine völlig andere – und überraschende – Richtung.
Doch bleiben wir zunächst beim Anfang. Der Leser lernt Simon kennen, als er das Kinderheim verlässt und sich auf die Fahrt nach Watford begibt. Währenddessen erinnert er sich ständig an diverse Vorfälle der vergangenen 7 Schuljahre zurück. Als Leser ist man hier ständig versucht, das Buch zur Seite zu legen und sich erst mal die vorhergehenden Bände zu besorgen. Die gibt es aber gar nicht! Simon Snow war eigentlich nur die literarische Lieblingsfigur der Protagonistin eines anderen Werkes der Autorin, „Fangirl“. Erst nach dem Erfolg dieses Buches entschloss sich Rainbow Rowell, Simon ein eigenes Buch zu gönnen. Für den Leser bleibt jedoch ein eigenartiges Gefühl, wenn ständig eine Vorgeschichte angedeutet wird, die es nie gab. (Nach Informationen von Lesern, die „Fangirl“ kennen, werden die genannten Ereignisse auch dort nicht thematisiert.)
Dass manches (ganz) anders ist, als es aus Simons Sicht wirkt, merkt der Leser spätestens, wenn spätere Kapitel aus der Sicht anderer beteiligter Personen geschildert werden. Dies ist allerdings ein Gestaltungsmittel, das auch verwirren kann, denn die Geschehnisse werden, egal aus wessen Blickwinkel sie gerade geschildert werden, immer in der Ich-Perspektive präsentiert. Das führt dazu, dass man sich an manchen Stellen nochmals schnell am Kapitelanfang informieren muss, wer da gerade „ich“ ist.
Ganz so humorvoll, wie der Klappen- (oder korrekter gesagt Rückseiten-)Text vermuten lässt, ist das Buch übrigens nicht. Im Gegenteil: Das Ende wirkt schon beinahe sentimental. Wem das nicht stört, erhält mit „Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow“ eine solide Urban Fantasy mit durchaus neuen Ideen und unerwarteten Plottwists.

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Fazit:
Ein überraschend anderer Zauberschüler in einer Welt, die sich als ganz anders herausstellt, als er (und auch der Leser) zunächst denkt.

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Die Unbestimmten – 1 – Die Staubgeborene

Jo Schneider
Die Unbestimmten – 1 – Die Staubgeborene

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Auf dem Weg zum wahren Ich

Klappentext:
Die 19-jährige Zianth kann ihren Augen kaum trauen, als sie einen der wertvollsten Edelsteine in den Händen hält, die es gibt! Endlich scheint ein Leben außerhalb der staubigen Minen für sie in greifbarer Nähe – ein Leben in absoluter Freiheit. Doch mit dem Fund erwachen ungeahnte Fähigkeiten in ihr, die sie an einen neuen Ort binden, eine Stadt der Magie. Hier wird sie zur Schülerin des vermutlich dunkelsten Magiers des Landes. Der Winteralb gilt als hart und unbarmherzig und um seine Vergangenheit ranken sich viele düstere Geheimnisse. Immer wieder stellt er Zianth vor Aufgaben, an denen sie zu zerbrechen droht. Bis ihre wahre Gabe ans Licht kommt…

Rezension:
Seit ihrer Kindheit lebt Zianth in den Minen. Als sie eines Tages einen Drachenstein findet, scheint ihre Freiheit in greifbarer Nähe zu liegen, wird jeder Finder eines solch wertvollen Steines doch in Freiheit gesetzt – heißt es zumindest. Doch ein Neider will ihr den Stein entreißen, um sich selbst freizukaufen. Beim Kampf um den Drachenstein kommt es zu einem magischen Ausbruch. Als Zianth wieder erwacht, befindet sie sich bei einer Heilerin, die ihr offenbart, dass sie eine Magierin ist – und fortan beim unfreundlichen Winteralb Aster in die Leere gehen soll.
In dieser Fantasy-Geschichte verfolgt der Leser den Weg einer jungen Frau zur ausgebildeten Magierin. Erst im Laufe der Handlung erfährt er, wie es überhaupt dazu kam, dass die Heldin schon als Kind zur Minen-Sklavin wurde. Auch Zianth muss erkennen, dass ihr bisher vieles über sich selbst unbekannt war. Der Weg, der vor ihr liegt, ist steinig. Auch am Ende dieses Buches sind noch nicht alle Zusammenhänge offenbart. Jo Schneider schont ihre Protagonistin nicht, sondern lässt sie jeden Schritt – teilweise im wörtlichen Sinn – blutig erkämpfen. Dabei gelingt es der Autorin, den Leser in Zianths Gefühlswelt hineinzuversetzen.
„Die Staubgeborene“ stellt den Auftakt zur 5-bändigen Reihe „Die Unbestimmten“ dar, welche in den kommenden Monaten in rascher Folge erscheinen soll. (Band 2 ist bereits erscheinen.) Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine der üblichen Fortsetzungsgeschichten, deren einzelne Bände meist ‚Heftroman‘-Länge aufweisen, sondern um 5 Bücher von Romanlänge.

Fazit:
„Die Staubgeborene“ führt den Leser in eine Welt, in der Alben und Menschen eher gezwungenermaßen zusammenleben.

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Die oberen Zehntausend

Thomas Kowa
Die oberen Zehntausend

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Vom Portier zur High Society

Klappentext:
Die Nacht der lebenden Toten
Ein Concierge, der endlich einmal auf der anderen Seite stehen will. Ein schmutziger Deal und ein paar Untote, die irgendwie nicht einsehen wollen, dass sie in dieser Geschichte eigentlich nichts zu suchen haben.

Rezension:
Was macht ein Portier, der sich zu höhere berufen fühlt? Er hat ständig mit den ‚feinen Leuten‘ zu tun, aber der eigene Aufstieg in diese Gesellschaft ist natürlich nicht ganz einfach. Es sei denn, man hilft mit ein paar nicht ganz so legalen Mitteln nach. Ob eine kleine Liebelei mit der schwerreichen Edeltraud von Schwerin den ultimativen Schritt darstellen kann? Hauptsache, diesem Plan stellen sich nicht irgendwelche Zombies in den Weg.
Thomas Kowas Kurzgeschichte, die sowohl solitär in diesem booksnack als auch als Bestandteil der Kurzgeschichtensammlung „Nehmen Sie am Saturnring die dritte Ausfahrt“ erschienen ist, erzählt in kompakter Form die Geschichte eines Betrügers und Hochstaplers. Dass dann die Zombies ins Spiel kommen, erscheint allerdings doch etwas konstruiert. Der für den Autor typische, teilweise etwas eigenwillige Humor spielt natürlich auch in dieser Geschichte eine große Rolle, erreicht aber nicht ganz das Niveau, dass man von anderen seiner Geschichten gewohnt ist. Trotzdem liegt auch diese Kurzgeschichte Niveau-mäßig über vielen vergleichbaren anderer Autoren.

Fazit:
Dieses humorvolle Zombie-Abenteuer wird Freunden etwas abstrusen Humors sicher Spaß machen.

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Tierisch verflucht

Jaqueline Mercedes
Tierisch verflucht

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Teuflische Probleme

Klappentext:
»Berühmte letzte Worte. Vielleicht solltest du darüber ein Buch schreiben, Sonni«, zog Ash ihn auf.
Als Hexe hat Ash Katzor alle Hände voll damit zu tun, Dämonen zurück in die Hölle zu schicken. Das stellt eigentlich keine allzu große Herausforderung für sie dar, wäre da nicht ihr kleiner Bruder Simon, der sich in jedes erdenkliche Unglück stürzt und ihr Leben damit gehörig auf den Kopf stellt.
Als Simon versucht, den Fürsten der Hölle zu bestehlen, wird er als Strafe für seine Tat in eine schwarze Katze verwandelt.
Ash ist außer sich vor Wut, hat sie doch eine extreme Abneigung gegen Katzen!
Als dann auch noch ein Dämon ins Spiel kommt, der versucht, ihr Herz im Sturm zu erobern, droht ihre Welt aus den Fugen zu geraten.
Ash muss sich entscheiden. Soll sie auf ihr Herz hören oder abermals ihren Bruder retten?

Rezension:
Ihr Bruder Simon hat sich in einen Kater verwandeln lassen! Ash ist so was von wütend, muss sie doch ständig hinter ihm aufräumen. Uns wie soll sie jetzt den Chef der Hölle überzeugen, die Verwandlung rückgängig zu machen? Natürlich stellt der Bedingungen. Zumindest will er das von Simon gestohlene magische Diadem zurückbekommen, doch das hat Simon schon verkauft. Und dann ist da auch noch dieser eine Dämon …
Hexen, Dämonen und die Hölle – all das gibt es in der Urban Fantasy recht oft. Dazu kommen Familienverhältnisse, die man wohl als etwas gestört bezeichnen muss. Ergänzt wird das alles mit einem Schuss Humor und einer Lovestory. In dieser Kombination unterscheidet sich dieses Buch schon von der Masse. Die Idee, die Jaqueline Mercedesʼ Geschichte zu Grunde liegt, ist durchaus originell.
Zu Beginn des Buches verstören den Leser eine ganze Reihe an (anscheinenden) Logikfehlern. Überraschenderweise klären diese sich im weiteren Verlauf der Handlung jedoch auf, sodass am Ende eine durchaus lesenswerte Geschichte übrig bleibt. Lediglich Ashs Gefühlswelt erscheint zumindest mir nach einer bedeutenden Wendung nicht nachvollziehbar.

Fazit:
Diese humorvolle Urban Fantasy hat ihren eigenen Reiz. Philosophische Tiefe sollte der Leser allerdings nicht erwarten.

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Frost & Payne – 8 – Nummer 23

Luzia Pfyl
Frost & Payne – 8 – Nummer 23

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Frosts Geburtstag

Klappentext:
Nach der Sache mit Kirkland liegt Jackson Payne schwer verletzt im Krankenhaus, doch die Sache ist ausgestanden und er in Sicherheit. Lydia Frost hofft, dass nun endlich wieder etwas Normalität in die Agentur kommt. Helen plant eine Geburtstagsparty und Dr. Baxter versucht, den mechanischen Arm nachzubauen.
Die ruhigen Tage dauern allerdings nicht lange an. Eine Mutter bittet Frost, ihren verschollenen Sohn, David, zu suchen, da Scotland Yard sich nicht dafür zu interessieren scheint. Frost nimmt den Auftrag an, doch sie hat nicht viel Hoffnung, den Jungen nach all der Zeit noch zu finden. Sie ahnt nicht, dass er der Schlüssel zu den mechanischen Kindern ist.
Der Mörder erweitert derweil das Spielfeld. Er hat eine ganz spezielle Geburtstagsüberraschung geplant…

Rezension:
Lydia Frost macht sich langsam ernsthafte Sorgen um ihren Partner Payne, der spurlos verschwunden ist. Doch endlich hat sie eine Spur gefunden. Derweil wird der Erschaffer der ‚mechanischen Kinder‘ wieder aktiv. Nach all den Jahren möchte er unbedingt seine verlorene Nummer 4 wiederfinden. Außerdem muss er das von Nummer 23 bei seiner Flucht zerstörte Labor ersetzen, und Scotland Yard ist ihm auch auf den Fersen.
Im inzwischen 8. Band ihrer „Frost & Payne“-Reihe, die mittlerweile ihre ganz eigene Dynamik entwickelt hat, überrascht Luzia Pfyl ihre Leser mit einer wohl kaum vorausahnbaren Wendung. Und diese Überraschung ist gelungen, denn damit hätte zumindest ich definitiv nicht gerechnet. Worum es sich dabei genau handelt, soll hier natürlich nicht verraten werden, auch wenn man sicher behaupten kann, dass das nicht allen Lesern gefallen wird.
Alles deutet darauf hin, dass sich die Reihe in den kommenden Bänden auf die Überführung des Kindesentführers und -mörders konzentrieren wird. Doch dieser ist sich sehr wohl bewusst, von wem ihm Gefahr droht. Es verspricht also, weiterhin interessant zu bleiben.

Fazit:
Mit einer schockierenden Überraschung geht das viktorianische Detektivabenteuer in die nächste Runde.

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Die Fährtenleserin

Karl Olsberg
Die Fährtenleserin

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Der Bestie auf der Spur

Klappentext:
Als die junge Fährtenleserin Andrin von einer hohen Belohnung hört, die für das Erlegen einer mörderischen Bestie ausgesetzt ist, hat sie keine Wahl, als sich der Jagdgesellschaft anzuschließen. Denn das Leben des Menschen, den sie am meisten liebt, steht auf dem Spiel. Doch nach und nach wird ihr klar, dass nichts so ist, wie es scheint, und offenbar jeder ihrer Gefährten seine eigenen, verborgenen Gründe hat, sich an der Jagd zu beteiligen. Während sie auf der Spur der Bestie immer tiefer in die menschenleere Wildnis gelangen, werden aus den Jägern mehr und mehr Gejagte, und Andrin sieht sich einer weit größeren Gefahr ausgesetzt, als sie ahnte …

Rezension:
Schon seit sie als Kind ihre besondere Gabe entdeckte, betätigt sich Andrin als Fährtenleserin – wozu keine wirklichen Fährten im eigentlichen Sinne erforderlich sind. Da sie jedoch gerade dringend Geld benötigt, meldet sie sich, als eine große Summe für die Erlegung einer mörderischen Bestie ausgelobt wird. Natürlich ist sie nicht die einzige Interessentin, und so bricht schon bald eine bunt gemischte Jägerschar auf. Jeder hat seine eigenen Gründe und Geheimnisse. Da stellt sich schnell die Frage, wem man wirklich trauen kann.
Karl Olsberg verlegt den Handlungsort seiner Fantasy-Geschichte in eine mittelalterlich geprägte Welt, was in diesem Genre nicht gerade ungewöhnlich ist. Allerdings wird der Leser die typischen Fantasywesen wie Elfen, Drachen oder Zauberer hier vergeblich suchen. Worin das phantastische Hauptelement liegt, soll hier nicht verraten werden, denn dies offenbart sich erst recht spät in der Handlung. Auch worum es sich bei der Bestie eigentlich handelt, erfahren die Protagonisten wie auch der Leser erst im hinteren Teil des Romans.
Während diese Suche nach der Lösung des Rätsels sehr interessant und spannend ist, werden in die Handlung immer wieder ‚Lagerfeuergeschichten‘ eingestreut, in denen den handelnden Personen Gelegenheit geboten wird, ihre eigene Lebensgeschichte zu erzählen. Da die meisten dieser Berichte jedoch in keinem Zusammenhang mit dem eigentlichen Abenteuer stehen, nehmen sie leider etwas Fahrt aus der Geschichte. Erst nach erfolgter ‚Abarbeitung‘ der persönlichen Vorgeschichten erreicht die Spannung ein konstant hohes Niveau.
Und am Ende sieht manches anders als gedacht aus …

Fazit:
Eine interessante Fantasy-Geschichte, die leider mehrmals in unbedeutende Nebenhandlungen abschweift.

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