Berlingtons Geisterjäger – 3 – Die Türme von London

Amalia Zeichnerin
Berlingtons Geisterjäger – 3 – Die Türme von London

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Big Ben im Klammergriff

Klappentext:
London, im Herbst 1888 Bei einer königlichen Audienz wird den Geisterjägern und ihren Mitstreitern ein erstaunliches Geheimnis enthüllt. In den Türmen von London liegen ungeahnte Schätze verborgen … Die Anderswelthexe Carmun hat mittlerweile zahlreiche Anhänger um sich gescharrt und verfolgt einen finsteren Plan. Wird es den Geisterjägern und den magisch Begabten Londons gelingen, sie aufzuhalten? Die Buchreihe „Berlingtons Geisterjäger“ vereint viktorianische Urban Fantasy, queere und nicht-queere Charaktere, sie enthält einen Hauch Steampunk und eine leicht düstere Atmosphäre wie in der klassischen Schauerliteratur. Teil 3 schließt direkt an die Ereignisse in „Berlingtons Geisterjäger 2 – Mördernächte“ an und schließt die „Anderswelt“ Trilogie ab.

Rezension:
Die Mordserie, die die Öffentlichkeit einem ‚Jack the Ripper‘ zuschreibt, ist nach der Enttarnung des magischen Täters beendet, doch dieser ist noch auf der Flucht. Während sich Lord Berlington und seine Kampfgefährten jedoch auf diese Morde konzentrierten, konnte die im letzten Jahr aus der menschlichen Welt verbannte Anderswelthexe Carmun den Wall erfolgreich niederreißen und nach London zurückkehren. Unnatürliche Ereignisse, die auch der normalen Bevölkerung nicht verborgen bleiben, häufen sich. Viktor, Fiona und die anderen Mitkämpfer erhalten eine überraschende Einladung Queen Victorias höchstpersönlich. Wie sich herausstellt, blieb ihr Kampf nicht unbemerkt, denn die Krone unterhält von der Öffentlichkeit unbemerkt einen speziellen magischen Geheimdienst namens S.I.O.S., das Secret Investigation Office of the Supernatural. Die Queen ‚bittet‘ die Geisterjäger um ihre Mitarbeit.
Die Handlung dieses 3. Bandes der „Berlingtons Geisterjäger“-Reihe schließt unmittelbar an die des Vorgängers „Mördernächte“ an. Somit verwundert es natürlich nicht, dass auch die in dessen Rezension gemachten Anmerkungen zu Stil und Genres unverändert gelten. Auch hier treffen wieder Urban Fantasy, historischer Roman, Krimi, etwas Steampunk und Homoerotik aufeinander. Allerdings kommt der Fantasy-Part diesmal stärker zum Tragen, während das Krimi-Element dafür in den Hintergrund tritt.
Amalia Zeichnerin schildert die Handlung auch hier wieder aus der Sicht wechselnder Protagonisten und nennt den jeweiligen Charakter genau wie Ort und Zeitpunkt jeweils ausdrücklich. Das hält die Story für den Leser stets interessant und lässt ihm bei den häufigen Wechseln den Überblick behalten.
Endete Band 2 mit einem offenen Übergang zum vorliegenden Buch, gibt es hier einen echten Abschluss. Trotzdem macht die Situation am Ende eine Fortsetzung der Abenteuer der zu einem festen Team zusammengewachsenen ‚Geisterjäger‘ (deren Gegner meist keine Geister, sondern höchst lebendige Wesen sind) durchaus denkbar.

Fazit:
Auch im (vorläufigen?) Finale kann dieser Genremix wieder Fans verschiedener Stilrichtungen überzeugen.

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Berlingtons Geisterjäger – 2 – Mördernächte

Amalia Zeichnerin
Berlingtons Geisterjäger – 2 – Mördernächte

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‚Jack the Magier‘

Klappentext:
London, 1888. Fast ein Jahr ist vergangen, seit die Geisterjäger aus der Anderswelt zurückgekehrt sind. Ein bestialischer Mord erschüttert Whitechapel, dem bald weitere folgen. Unter den Tatverdächtigen ist auch der Politiker und Magier Sir Zane Wentworth. Die Angst geht um in der Stadt! Auch die irische Hexe Fiona fühlt sich verfolgt, während die Künstlerin Nica von unerklärlichen Albträumen geplagt wird. Der amerikanische Privatdetektiv Eliott Breeches beginnt, den Mordfall auf eigene Faust zu untersuchen. Victor Berlington kämpft zugleich mit ganz anderen Schwierigkeiten… In der Buchreihe Berlingtons Geisterjäger treffen historische Urban Fantasy zusammen mit Elementen aus Krimi, Gothic Horror und einem Hauch Steampunk, gewürzt mit etwas gleichgeschlechtlicher Romantik.

Rezension:
Im Londoner East End häufen sich bestialische Morde an Frauen. Während die Presse mehr oder weniger abstruse Theorien zum Täter aufstellt, vermuten die Hexe Fiona, Lord Berlington und andere Personen ihres überwiegend magisch begabten Freundeskreises, dass der Täter im magischen Umfeld zu finden ist. Da sie sich mit diesem Verdacht natürlich weder an die Polizei, noch an die Öffentlichkeit wenden können, ohne für verrückt erklärt zu werden, beschließen sie, selbst Ermittlungen anzustellen. Die sexuellen Vorlieben einiger der Beteiligten lassen einen zu engen Kontakt zur Polizei ohnehin nicht ratsam erscheinen. Doch der erfolgreiche Kampf gegen ein Anderswelt-Wesen im vergangenen Jahr schweißt die Kampfgefährten über soziale Schranken hinweg zusammen.
Bestialische Frauenmorde, das Londoner East End und das Jahr 1888 – natürlich geht es hier um die in der Realität bis heute nicht aufgeklärten Morde Jack the Rippers. Was spricht also dagegen, den Täter im magischen Umfeld zu suchen? Auch ohne Band 1 der „Berlingtons Geisterjäger“-Reihe zu kennen, findet man sich schnell in die Handlung und die Protagonisten hinein.
Wie bereits der Klappentext verrät, wird hier Urban Fantasy mit historischen Krimi und Steampunk vermischt. Die homoerotischen Beziehungen zwischen Fiona und Nica sowie Victor und Alec werden nach meinem Geschmack teilweise zu sehr fokussiert, zumal sie zur eigentlichen Handlung wenig beitragen. Speziell auf eine recht detailreiche Sexszene zwischen den beiden Männern hätte ich durchaus verzichten können.
Amalia Zeichnerin erzählt ihre Geschichte stilistisch geschickt aus der wechselnden Perspektive verschiedener Protagonisten, wobei diese beim Perspektivenwechsel jeweils namentlich genannt werden. Auch Ort und Zeit der Handlung werden immer ausdrücklich erwähnt.
Obwohl der Mörder am Ende dieses Bandes enttarnt ist, schließt dieser doch mit einem Cliffhanger, der zu Band 3 überleitet.

Fazit:
Dieser bunte Genre-Mix aus Urban Fantasy, historischen Roman und Steampunk sowie Homoerotik dürfte die Fans diverser Genres ansprechen.

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Irrlichtkinder

Julia Lange
Irrlichtkinder

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Die Macht der Splitter

Klappentext:
Julia Lange erzählt die Vorgeschichte zu „Irrlichtfeuer“ – Ein spannendes Fantasy-Prequel und ein Muss für alle Fans von Urban-Fantasy!
Gut zwanzig Jahre vor den Geschehnissen in Irrlichtfeuer werden in einem eisigen Winter Straßenkinder zur Arbeit in einer der Irrlichtmanufakturen von Ijsstedt rekrutiert. Eine plötzliche Explosion tötet viele und verändert das Leben der anderen Kinder für immer, weil sie plötzlich das Irrlicht im Körper haben….

Rezension:
Als Straßenkinder haben es Sora und seine Schwester Hisa nie leicht. Jetzt, im bitterkalten Winter, ist ihre größte Sorge jedoch nicht der ständig leere Magen, sondern wie sie die nächste Nacht ohne zu erfrieren überleben können. Ihre bisherigen Unterschlüpfe verschwinden, seit die leerstehenden Häuser abgerissen werden. Ihnen bleibt nur der Ausweg ins etwas bessere Viertel, doch das ist unter Gangs aufgeteilt, die keine Konkurrenz mögen. Dass eine dieser Gangs sie aufnimmt, ist ein Glück, auch wenn gerade diese Gang derzeit selbst kein Dach überm Kopf hat. Da taucht Herzog Keyserlingk auf und bietet den Straßenkindern Arbeit in seiner Irrlicht-Manufaktur an, verbunden mit warmen Mahlzeiten und einer trockenen Schlafstatt. Natürlich sagen alle zu. Besser als ihr jetziger Überlebenskampf ist das allemal. Bis es in der Manufaktur zum Unfall kommt, der alles verändert …
Bei anderen separat veröffentlichten Geschichten zu bereits existierenden Romanen habe ich hier schon des Öfteren bemängelt, dass sie ohne Kenntnis des zugrundeliegenden Romans nicht funktionieren. Mit „Irrlichtkinder“ beweist Julia Lange jedoch, dass das nicht so sein muss. Diese kurze Geschichte ist auch eigenständig tragfähig. Angesiedelt ist Soras und Hisas Abenteuer in einer Fantasy-Welt, deren Entwicklungsstand etwa mit der Periode der industriellen Revolution vergleichbar ist. Mit den – in dieser Story nur angedeuteten – Möglichkeiten der Irrlicht-Anwendung tentiert sie in Richtung Steampunk. Damit hebt sich „Irrlichtkinder“ deutlich von vergleichbaren Geschichten ab, die meist in mittelalterlich geprägten Welten handeln.
Der Leser begleitet die beiden Kinder von ihrem Überlebenskampf auf der Straße hinein in eine Traumwelt, die zwar auch nicht gerade als freundlich bezeichnet werden kann, den Protagonisten gerade durch den Unfall aber völlig neue Perspektiven eröffnet. Das genaue Alter der Geschwister ist mangels brauchbarer Anhaltspunkte nur schwer abzuschätzen. Selbst wer von beiden (wie viel) älter ist, geht aus dem Text nicht hervor.
Mit dem gewandten Erzählstil gelingt es der Autorin, ihre Leser trotz der Kürze ins schwere Leben der Straßenkinder Ijsstedts hineinzuziehen.

Fazit:
Freunde von Fantasy- und/oder Steampunk-Geschichten mit jungen Helden werden an dieser Story sicher Gefallen finden.

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Florence Fanning und die Steampirates – 1

Jo Romic
Florence Fanning und die Steampirates – 1

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Die Bruchpilotin

Klappentext:
Die 24-jährige Florence Fanning lebt in dem kleinen Dorf Chandler Bridge, das am Rande der alten Monarchie Heavendawn liegt.
Als ihre Heimat von den monströsen Steampirates angegriffen wird und dabei ihre Mutter ums Leben kommt, beschließt sie ihren verschollenen Vater zu suchen.
Auf dieser Reise begegnet sie der rebellischen Quinn, die Florence bei ihrem Vorhaben hilft und sich mit ihr gegen alle Widerstände stellt. Gemeinsam finden sie sich zwischen furchteinflößenden Monstern und kampflustigen Steampirates wieder.
Ob Florence ihren Vater finden kann?

Rezension:
Vor Jahren wurde in einem Bürgerkrieg die Monarchie durch die Steampirates, dampfbetriebene Roboter mit menschenähnlichem Intellekt, gestürzt. Im ruhigen Chandler Bridge merkt man von all dem aber nicht viel. Florence verbringt ihre Zeit dort meist damit, ein eigenes Flugzeug zu bauen. Doch eines Nachts wird das Dorf von Steampirates angegriffen, die eine alte Karte suchen. Dabei werden sowohl Florenceʼ Mutter als auch der Pfarrer, der sie bei ihren Basteleien stets unterstützte, ermordet. Die übrigen Bewohner beschließen, das Dorf aufzugeben, doch Florence entschließt sich, auf die Suche nach ihren Vater, den sie gar nicht kennt, zu gehen. Obwohl sie erst kürzlich mit ihrem noch nicht ganz ausgereiften Flugzeug abstürzte, vertraut sie sich diesem wieder an, um nach Pearl zu fliegen.
Schon beim Titel dieses Buches bleibt wohl kein Zweifel daran, dass es sich bei Jo Romics Geschichte um Steampunk handelt. Genauso wenig Zweifel lässt die kurze Zusammenfassung daran, dass das Setting für dieses Genre durchaus untypisch ausfällt. Zentrum der Handlung sind dabei die Abenteuer der Protagonistin, die sich auf der Suche nach ihrem Vater schließlich sogar an Bord des fliegenden Steampirates-Schiffes begibt. Dabei kommt es zu mehreren unerwarteten Wendungen, die den Leser überraschen. Vor allem das Ende kann den Leser verwundern, speziell wenn er noch nicht weiß, dass eine Fortsetzung geplant ist. Auf diese dürfte wohl jeder nach diesem Band gespannt sein.

Fazit:
Ein ungewöhnliches Steampunk-Abenteuer, bei dem der Abenteueraspekt im Vordergrund steht.

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Ætheragenten – 3 – Gregory Ferrington-Roycroft und die Kraft des Dreizacks

Tanja Schierding
Ætheragenten – 3 – Gregory Ferrington-Roycroft und die Kraft des Dreizacks

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In Neptuns Welt

Klappentext:
„Jaidon Harper ist entkommen. Ich nehme an, dass ihr ein persönliches Interesse daran habt, ihn wieder in Justitias Arme zurückzuführen und habe deshalb um diesen Auftrag gebeten.”
– Arthur Wilbanks alias Peverell Primeaux
Dem erfolgreichen Team Eagle ist keine Verschnaufpause vergönnt. Bevor sie sich jedoch auf die Suche nach dem geflüchteten Verbrecher machen können, gilt es, einen alten Kameraden zurück ins Team zu holen.
Auf der abenteuerlichen Reise ins schottische Hochland erhält das Team unerwarteten Zuwachs. Zum Kennenlernen fehlt ihnen allerdings die Zeit. Eine desaströse Abfolge von Fehlern und Zufällen zwingt sie, sofort die Verfolgung einer Flüchtigen aufzunehmen. Doch dann werden die Jäger selbst zur Beute und finden sich an einem sagenumwobenen Ort wieder, von dem es kein Entrinnen gibt.
Drohen die Agenten zum ersten Mal zu scheitern?

Rezension:
Harper ist entkommen – und seine Tochter Amanda weigert sich, bei seiner Wiederergreifung zu helfen. Dabei war sie doch selbst mal Agentin. Zusammen mit Lori und Weston begibt sich Gregory auf die Suche nach Markus, weil alle hoffen, dass dieser Amanda zum Reden bringen kann. Doch alles läuft anders als geplant; zuerst bekommt die Gruppe unerwarteten Zuwachs, und dann läuft das Verhör auch noch komplett aus dem Ruder. Bevor sie es sich versehen, befinden sich Greg und sein Team an einem Ort, der definitiv nicht auf ihrem Plan stand.
Im mittlerweile 3. Band ihrer Steam-Punk-Reihe mit Fantasy-Elementen „Ætheragenten“ richtet Tanja Schierding das Augenmerk zunächst auf die zwischenmenschlichen Probleme der jungen SIS-Agenten. Etwa zur Mitte des Buches kommt es allerdings zu einer überraschenden Wendung, die zur Folge hat, dass der aktuelle Auftrag des Teams in den Hintergrund rückt. Die Autorin beweist, dass ihr die Ideen für interessante Handlungsorte und Plots noch nicht ausgehen. Mit ihrem Stil schafft sie es, ihre Leser geistig in Gregorys vom Æther beherrschte Welt eintauchen zu lassen. Die weitere Entwicklung der Reihe sollte man im Auge behalten.

Fazit:
Auch im neuen Band der Steam- oder besser Æther-Punk-Reihe bleiben die Abenteuer des jungen Teams interessant.

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Steampunk Soldiers

McCullough Joseph, Philip Smith
Steampunk Soldiers

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Dampfende Soldaten

Klappentext:
Zwischen 1887 und 1895 reiste der britische Kunststudent Miles Vandercroft um die Welt, wobei er die Soldaten der vom ihm besuchten Länder skizzierte und malte. Es war ein Zeitalter dramatischen technologischen Fortschritts, und Vandercroft war fasziniert davon, wie der Aufstieg der Dampftechnologie zu Beginn des amerikanischen Sezessionskonflikts die Kriegsführung und die Rolle der an den Kämpfen Beteiligten verändert hatte.
Dies ist eine komplette Sammlung Vandercrofts überlieferter Zeichnungen. Begleitet werden die Bilder von den dazugehörigen Kommentaren Vandercrofts über die Militäreinheiten, die seinen Weg kreuzten. Es ist ein einzigartiger bebilderter Reiseführer in die letzte Ära der strahlenden, farbenprächtigen Uniformen und zugleich eine wichtige historische Studie über die diversen dampfbetriebenen Bewaffnungen und Ausrüstungen, die ihre Glanzzeit in den Tagen unmittelbar vor dem Großen Krieg der Welten.

Rezension:
In Romanen der Steampunk-Literatur tauchen natürlich mit schöner Regelmäßigkeit immer wieder dampfbetriebene Waffen auf. Meist sind es dort allerdings irgendwelche Abenteurer, die diese benutzen. Die Autoren dieses Bildbandes haben sich dagegen Gedanken gemacht, wie (mehr oder weniger) reguläre Armeen Genre-typische Waffen und sonstige Ausrüstungen benutzen könnten. Herausgekommen ist dieser Bildband, der Steampunk-gemäße Militärkräfte vom Ende dieses fiktiven 19. Jahrhunderts zeigt. Beschrieben werden diese vom fiktiven Erschaffer dieser Zeichnungen höchstpersönlich. Dabei werden die diversen Clichés über die dargestellten Länder und Völker gekonnt parodiert. Das einzige Manko dieses ansonsten sehr gut gelungenen und hochwertig gedruckten Bildbandes besteht darin, dass der namensgebende Steampunk-Aspekt in einer ganzen Reihe der Darstellungen doch etwas zu sehr in den Hintergrund rückt.

Fazit:
Wer sich die typischen Waffen aus Steampunk-Romanen schon immer mal im Bild ansehen wollte, sollte sich diesen Bildband gönnen.

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Der Gentleman

Forrest Leo
Der Gentleman

Übersetzung: Cornelius Reiber

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Die Freundschaft des Teufels

Klappentext:
London, Pocklington Place, um 1850: Lionel Savage, Dichter, gerade einmal 22 Jahre alt, hat beschlossen, Selbstmord zu begehen, da er des Geldes wegen geheiratet hat und danach feststellen musste, dass er seitdem keine Zeile mehr zu Papier bringen kann. Er zieht seinen Butler Simmons zurate, weil er nicht weiß, wie er den Selbstmord genau angehen soll. Der einfachste Weg scheint ihm der Tod durch Kopfschuss zu sein. Doch Simmons gibt zu bedenken, dass dabei allerlei Körperflüssigkeiten austreten würden, die jemand aufwischen müsste. Da Savage seinem treuen Butler eine solche Schweinerei nicht zumuten will, muss er eine andere Lösung für sein Problem finden. Just in dem Moment spaziert ein freundlicher Gentleman in sein Arbeitszimmer, der sich als der Teufel höchstpersönlich entpuppt. Und bevor er sich versieht, hat Savage seine Ehefrau an ihn verkauft. So glaubt er zumindest. Doch kaum ist die Ehefrau verschwunden, stellt Savage fest, dass sie die Liebe seines Lebens ist. Er muss sie wiederfinden. Nur wo zum Teufel soll die Hölle sein?
Faule Aristokraten, ein Butler, der Teufel, eine hinterlistige kleine Schwester, Duelle und Beinahe-Duelle, Arktisexpeditionen und Scotland Yard. „Der Gentleman“ ist ein rasanter Abenteuerroman und eine feine kleine Tollerei.
In seinem Debütroman gelingt es Leo, die Konventionen viktorianischer Fiktion zu parodieren. Wahnsinnig witzige Dialoge und komische Komplikationen runden die Geschichte ab.

Rezension:
Lionel Savage ist Poet, auch wenn der größte Teil seiner Mitmenschen ihn nicht annähernd für so begabt hält, wie er sich selbst einschätzt. Doch seit seiner Heirat, zu der er sich nur entschloss, um seine finanziellen Engpässe zu umgehen, bringt er nichts mehr zu Papier, was auch nur seinen eigenen Ansprüchen genügen würde. Während Lionel schon einen Selbstmord in Erwägung zieht, bekommt er den unerwarteten Besuch eines Gentleman, der sich als der Teufel persönlich herausstellt. Dieser besucht ihn, um sich – Lionel kann es selbst kaum glauben – bei ihm zu bedanken. Doch da er von den guten Manieren seines Besuchers begeistert und dieser hocherfreut darüber ist, von einem Menschen akzeptiert zu werden, schließen beide Freundschaft. Lionel schüttet dem Teufel sein Herz aus, dass er seit seiner Heirat nicht mehr er selbst ist. Und kaum ist der Gentleman-Teufel wieder gegangen, teilt der Butler Lionel mit, dass seine Frau während eines Maskenballs spurlos verschwunden ist. Als Lionel jedoch entdeckt, dass seine Frau selbst dichtete, verliebt er sich spontan in sie. Aber wie soll er sie jetzt zurückbekommen? Dass unerwartet seine jüngere Schwester, sie er fernab im Internat glaubt, und der Bruder seiner verschwundenen Frau auftauchen, vereinfacht sie Angelegenheit nicht.
Dieser Roman hält sich definitiv nicht an Schema F. Auch in keines der gängigen Genres will er so richtig passen. Trotz des persönlichen Auftretens des Teufels ist dieses Buch weitaus weniger Fantasy, als man denken könnte. Und obwohl die Handlung im viktorianischen London angesiedelt ist, kann man es wohl kaum als historischen Roman einstufen. Humor trifft das Genre auch nicht wirklich, auch wenn die Geschichte sicher alles andere als ernst ist und zahlreiche lustige Dialoge enthält. Angereichert wird das alles noch durch eine kleine Prise Steam Punk.
Auffällig ist bei der relativ dialoglastigen Handlung, dass sich die Szenen auf wenige Handlungsplätze konzentrieren und der Roman dadurch an ein Theaterstück erinnert. Bingo! Wie der Autor in seinen Danksagungen am Ende des Buches enthüllt, war es ein solches tatsächlich auch ursprünglich. Was nicht verwundert, da der Autor ursprünglich Schauspiel studierte.
Womit wir beim Autor angelangt wären. Bei „Der Gentleman“ handelt es sich um den Debütroman Forrest Leos, wobei der Name des Autors bereits ein kleines Rätsel darstellt. Auf Cover, Klappentext und bei den einschlägigen Onlinehändlern wird der Name als „Forrest Leo“ genannt, im Copyright-Vermerk des Impressums jedoch als „Leo Forrest“, was für mich eigentlich logischer klingt.
Wie bereits erwähnt, stützt sich der Roman hauptsächlich auf ausführliche Dialoge. Handlung im eigentlichen Sinne findet dagegen relativ wenig statt. Das stört beim Lesen allerdings kaum, denn gerade in diesen Dialogen liegt der Reiz des Buches. Dem Autor gelingt es, den Tonfall von Büchern, die wirklich aus dieser Zeitperiode stammen, gekonnt einzufangen und teilweise parodistisch zu überzeichnen, sodass sich der Leser in das viktorianische London, wie er es beispielsweise aus den „Sherlock Holmes“-Geschichten kenne, versetzt fühlt.
Wer sich auf das Experiment eines Buches, das alle gängigen Genres weiträumig umgeht, einzulassen bereit ist, sollte dem Teufel und seinem menschlichen Freund eine Chance geben.

Fazit:
Ein Buch abseits aller ausgetretenen Pfade. Und genau darin liegt der Reiz.

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Frost & Payne – 8 – Nummer 23

Luzia Pfyl
Frost & Payne – 8 – Nummer 23

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Frosts Geburtstag

Klappentext:
Nach der Sache mit Kirkland liegt Jackson Payne schwer verletzt im Krankenhaus, doch die Sache ist ausgestanden und er in Sicherheit. Lydia Frost hofft, dass nun endlich wieder etwas Normalität in die Agentur kommt. Helen plant eine Geburtstagsparty und Dr. Baxter versucht, den mechanischen Arm nachzubauen.
Die ruhigen Tage dauern allerdings nicht lange an. Eine Mutter bittet Frost, ihren verschollenen Sohn, David, zu suchen, da Scotland Yard sich nicht dafür zu interessieren scheint. Frost nimmt den Auftrag an, doch sie hat nicht viel Hoffnung, den Jungen nach all der Zeit noch zu finden. Sie ahnt nicht, dass er der Schlüssel zu den mechanischen Kindern ist.
Der Mörder erweitert derweil das Spielfeld. Er hat eine ganz spezielle Geburtstagsüberraschung geplant…

Rezension:
Lydia Frost macht sich langsam ernsthafte Sorgen um ihren Partner Payne, der spurlos verschwunden ist. Doch endlich hat sie eine Spur gefunden. Derweil wird der Erschaffer der ‚mechanischen Kinder‘ wieder aktiv. Nach all den Jahren möchte er unbedingt seine verlorene Nummer 4 wiederfinden. Außerdem muss er das von Nummer 23 bei seiner Flucht zerstörte Labor ersetzen, und Scotland Yard ist ihm auch auf den Fersen.
Im inzwischen 8. Band ihrer „Frost & Payne“-Reihe, die mittlerweile ihre ganz eigene Dynamik entwickelt hat, überrascht Luzia Pfyl ihre Leser mit einer wohl kaum vorausahnbaren Wendung. Und diese Überraschung ist gelungen, denn damit hätte zumindest ich definitiv nicht gerechnet. Worum es sich dabei genau handelt, soll hier natürlich nicht verraten werden, auch wenn man sicher behaupten kann, dass das nicht allen Lesern gefallen wird.
Alles deutet darauf hin, dass sich die Reihe in den kommenden Bänden auf die Überführung des Kindesentführers und -mörders konzentrieren wird. Doch dieser ist sich sehr wohl bewusst, von wem ihm Gefahr droht. Es verspricht also, weiterhin interessant zu bleiben.

Fazit:
Mit einer schockierenden Überraschung geht das viktorianische Detektivabenteuer in die nächste Runde.

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Frost & Payne – Band 6: Chop Suey

Luzia Pfyl
Frost & Payne – Band 6: Chop Suey

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Die Bombe platzt

Klappentext:
Der Maskenball des Dukes wird zum Schauplatz einer brutalen Geiselnahme. Die Terroristen verbreiten Angst und Schrecken unter den Gästen. Sie haben nur ein Ziel: Duke Alfred soll zwei Männer aus dem Gefängnis holen und ebenso begnadigen, wie er kurz zuvor Frost und Payne begnadigt hat.
David, grün und blau geprügelt nach einem Fluchtversuch, will nicht aufgeben. Entweder schafft er es, den Keller seines Peinigers zu verlassen, oder er nimmt sich das Leben. Doch er findet etwas, womit ihm die Flucht diesmal endlich gelingen könnte.
Während Frost und Payne gegen eine tickende Zeitbombe und Terroristen kämpfen, breiten sich überall in den von den Dragons kontrollierten Vierteln Unruhen aus. Alles läuft auf einen einzigen Punkt zu: überleben oder sterben.

Rezension:
Am Ende des vorhergehenden Teils hatte der Erschaffer der mechanischen Kinder auf dem Ball des Dukes Frost erkannt. Doch bevor er aktiv werden kann, wird der Ball von Unbekannten überfallen und alle Anwesenden als Geiseln genommen. Frost und Payne sind mittendrin. Werden sie dieser Situation heil entkommen können? Auch bei den Dragons spitzt sich die Situation zu. Wird Madame Yueh ihre Position behaupten können?
Luzia Pfyl folgt in ihrer „Frost & Payne“-Reihe weiter dem mittlerweile eingespielten Schema, wobei die Handlung in rascher Folge zwischen den verschiedenen Schauplätzen wechselt. Während der Leser das Überleben der beiden Hauptprotagonisten natürlich voraussetzen kann – sonst wäre die Reihe ja beendet –, kann er beim Machtkampf der Dragons nicht vorhersehen, wie dieser ausgehen wird. Wirklich erwähnenswerte Auflösungen bekommt er in dieser Staffelhalbzeit jedoch nicht geboten. Stattdessen wird in diesem Band viel Raum für die Vorbereitung des (voraussichtlichen) Hauptthemas der kommenden Staffelhälfte verwendet. Auch wenn die vielen offenen Fäden die Spannung aufrechterhalten, wären langsam mal ein paar echte Antworten erstrebenswert. Wenn diese ausbleiben, könnte das für den Leser tendenziell ermüdend wirken.

Fazit:
Die „Frost & Payne“-Reihe bleibt weiterhin spannend. Antworten lassen jedoch weiter auf sich warten.

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Die Tochter des Uhrmachers

Kirsten Weiss
Die Tochter des Uhrmachers

(Übersetzung Gabriele Westphal)

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Das Geheimnis des Journals

Klappentext:
Mit Volldampf voraus.
Kalifornisches Territorium, 1848. Gold wurde entdeckt, und ein Dorf namens San Franzisco ist wie leergefegt, weil alle Männer dem Rausch verfallen den Ort verlassen haben. Dampfbetriebene Technologie steckt noch in den Kinderschuhen.
Die neunzehnjährige Engländerin Sensibility Grey hat ihre Kindheit und Jugend damit verbracht, im Labor ihres Vaters zu spielen und dabei die feine englische Lebensart verpasst. Aber als ihr Vater völlig verarmt stirbt, wird sie nach San Franzisco in die Obhut eines Onkels geschickt, den sie noch nie im Leben gesehen hat.
Das kalifornische Territorium hält so viele Gefahren bereit, dass selbst die unbezähmbare Miss Grey an ihre Grenzen stößt. Verfolgt von Regierungsagenten, einem Geheimbund und dem rätselhaften Mr. Night muss Sensibility die seltsamen Aufzeichnungen ihres Vaters entziffern, nicht ahnend, dass sie damit die Welt für immer verändern wird.
Zauber, Zorn und Zerstörung. DIE TOCHTER DES ERFINDERS ist ein Pre-Steampunk-Roman voller Spannung, der im kalifornischen wilden Westen zur Zeit des Goldrausches spielt.

Rezension:
Nach dem Tod ihres Vaters reist Sensibility zu ihrem ihr unbekannten Onkel nach California. Ohne Mutter ist sie nie als feine Dame erzogen worden, sondern hat viel von der Arbeit ihres Vaters als Uhrmacher und Erfinder gelernt. Doch als das Schiff in San Franzisko (diese Schreibweise wird im kompletten Buch verwendet) ankommt, ist die Stadt beinahe männerlos, denn in den Bergen wurde kürzlich Gold gefunden. Fast ausschließlich Frauen, Kinder und verlassene Schiffe gibt es hier noch. Von Sensiblilitys Onkel ist keine Spur zu finden. Dafür scheinen auffallend viele andere Leute zu wissen, wer sie ist, und sie schon zu erwarten. Alle diese machen ihr mehr oder weniger offen klar, dass sie die Aufzeichnungen ihres Vaters – eine der wenigen Dinge, die sie vor seinen Gläubigern Retten konnte – wollen. Schon bald weiß Sensibility nicht mehr, wem sie vertrauen kann, gehen die verschiedenen ‚Interessenten‘ doch nicht gerade auf die ‚vornehme englische Art‘ vor. Und ihr Onkel ist deren Geisel.
Worum handelt es sich bei „Die Tochter des Uhrmachers“? Am besten könnte man dieses Buch wohl als ein Steampunk-Western-Abenteuer mit Fantasy-Elementen bezeichnen, wobei Steampunk und Western abwechselnd in den Vordergrund treten, während die Fantasy eher eine Nebenrolle spielt. Gerade dieser Genre-Mix, der in keine Schublade so richtig hineinpasst, macht den Reiz dieses Buches aus. Wird die junge Frau in dem Land, das nicht mehr spanisch/mexikanisch, aber auch noch nicht so richtig US-amerikanisch ist, die richtigen Entscheidungen treffen? Wird sie den richtigen Leuten vertrauen? Und was steckt eigentlich wirklich hinter den Aufzeichnungen ihres Vaters? All diese Fragen garantieren viel Spannung. Zusammen mit dem gelungenen Handlungsaufbau und einem gut lesbaren Schreibstil entsteht so eine gelungene Story für alle Leser, die auch mal die Grenzen ihres Lieblingsgenres überschreiten können. Hinzugefügt sei, dass die Autorin viel Wert auf historische Genauigkeit (abgesehen natürlich von den Steampunk- und Fantasy-Elementen) legt und auf bewusste Abweichungen im Nachwort ausdrücklich hinweist.
Im englischen Original, wo der Titel „Steam and Sensibility“ lautet, gibt es bereits 2 weitere Teile um Sensibility Greys Abenteuer. Somit bleibt nur zu hoffen, dass diese demnächst auch auf Deutsch erscheinen.

Fazit:
Steampunk, Western, Adventure und Fantasy – und das alles im selben Buch. Wer eine solche Mixtur mag, sollte diesem Buch einen Blick gönnen.

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