Der Gentleman

Forrest Leo
Der Gentleman

Übersetzung: Cornelius Reiber

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Die Freundschaft des Teufels

Klappentext:
London, Pocklington Place, um 1850: Lionel Savage, Dichter, gerade einmal 22 Jahre alt, hat beschlossen, Selbstmord zu begehen, da er des Geldes wegen geheiratet hat und danach feststellen musste, dass er seitdem keine Zeile mehr zu Papier bringen kann. Er zieht seinen Butler Simmons zurate, weil er nicht weiß, wie er den Selbstmord genau angehen soll. Der einfachste Weg scheint ihm der Tod durch Kopfschuss zu sein. Doch Simmons gibt zu bedenken, dass dabei allerlei Körperflüssigkeiten austreten würden, die jemand aufwischen müsste. Da Savage seinem treuen Butler eine solche Schweinerei nicht zumuten will, muss er eine andere Lösung für sein Problem finden. Just in dem Moment spaziert ein freundlicher Gentleman in sein Arbeitszimmer, der sich als der Teufel höchstpersönlich entpuppt. Und bevor er sich versieht, hat Savage seine Ehefrau an ihn verkauft. So glaubt er zumindest. Doch kaum ist die Ehefrau verschwunden, stellt Savage fest, dass sie die Liebe seines Lebens ist. Er muss sie wiederfinden. Nur wo zum Teufel soll die Hölle sein?
Faule Aristokraten, ein Butler, der Teufel, eine hinterlistige kleine Schwester, Duelle und Beinahe-Duelle, Arktisexpeditionen und Scotland Yard. „Der Gentleman“ ist ein rasanter Abenteuerroman und eine feine kleine Tollerei.
In seinem Debütroman gelingt es Leo, die Konventionen viktorianischer Fiktion zu parodieren. Wahnsinnig witzige Dialoge und komische Komplikationen runden die Geschichte ab.

Rezension:
Lionel Savage ist Poet, auch wenn der größte Teil seiner Mitmenschen ihn nicht annähernd für so begabt hält, wie er sich selbst einschätzt. Doch seit seiner Heirat, zu der er sich nur entschloss, um seine finanziellen Engpässe zu umgehen, bringt er nichts mehr zu Papier, was auch nur seinen eigenen Ansprüchen genügen würde. Während Lionel schon einen Selbstmord in Erwägung zieht, bekommt er den unerwarteten Besuch eines Gentleman, der sich als der Teufel persönlich herausstellt. Dieser besucht ihn, um sich – Lionel kann es selbst kaum glauben – bei ihm zu bedanken. Doch da er von den guten Manieren seines Besuchers begeistert und dieser hocherfreut darüber ist, von einem Menschen akzeptiert zu werden, schließen beide Freundschaft. Lionel schüttet dem Teufel sein Herz aus, dass er seit seiner Heirat nicht mehr er selbst ist. Und kaum ist der Gentleman-Teufel wieder gegangen, teilt der Butler Lionel mit, dass seine Frau während eines Maskenballs spurlos verschwunden ist. Als Lionel jedoch entdeckt, dass seine Frau selbst dichtete, verliebt er sich spontan in sie. Aber wie soll er sie jetzt zurückbekommen? Dass unerwartet seine jüngere Schwester, sie er fernab im Internat glaubt, und der Bruder seiner verschwundenen Frau auftauchen, vereinfacht sie Angelegenheit nicht.
Dieser Roman hält sich definitiv nicht an Schema F. Auch in keines der gängigen Genres will er so richtig passen. Trotz des persönlichen Auftretens des Teufels ist dieses Buch weitaus weniger Fantasy, als man denken könnte. Und obwohl die Handlung im viktorianischen London angesiedelt ist, kann man es wohl kaum als historischen Roman einstufen. Humor trifft das Genre auch nicht wirklich, auch wenn die Geschichte sicher alles andere als ernst ist und zahlreiche lustige Dialoge enthält. Angereichert wird das alles noch durch eine kleine Prise Steam Punk.
Auffällig ist bei der relativ dialoglastigen Handlung, dass sich die Szenen auf wenige Handlungsplätze konzentrieren und der Roman dadurch an ein Theaterstück erinnert. Bingo! Wie der Autor in seinen Danksagungen am Ende des Buches enthüllt, war es ein solches tatsächlich auch ursprünglich. Was nicht verwundert, da der Autor ursprünglich Schauspiel studierte.
Womit wir beim Autor angelangt wären. Bei „Der Gentleman“ handelt es sich um den Debütroman Forrest Leos, wobei der Name des Autors bereits ein kleines Rätsel darstellt. Auf Cover, Klappentext und bei den einschlägigen Onlinehändlern wird der Name als „Forrest Leo“ genannt, im Copyright-Vermerk des Impressums jedoch als „Leo Forrest“, was für mich eigentlich logischer klingt.
Wie bereits erwähnt, stützt sich der Roman hauptsächlich auf ausführliche Dialoge. Handlung im eigentlichen Sinne findet dagegen relativ wenig statt. Das stört beim Lesen allerdings kaum, denn gerade in diesen Dialogen liegt der Reiz des Buches. Dem Autor gelingt es, den Tonfall von Büchern, die wirklich aus dieser Zeitperiode stammen, gekonnt einzufangen und teilweise parodistisch zu überzeichnen, sodass sich der Leser in das viktorianische London, wie er es beispielsweise aus den „Sherlock Holmes“-Geschichten kenne, versetzt fühlt.
Wer sich auf das Experiment eines Buches, das alle gängigen Genres weiträumig umgeht, einzulassen bereit ist, sollte dem Teufel und seinem menschlichen Freund eine Chance geben.

Fazit:
Ein Buch abseits aller ausgetretenen Pfade. Und genau darin liegt der Reiz.

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Im Zeichen des Lotus – 7 – Verlorener König

Valerie Loe
Im Zeichen des Lotus – 7 – Verlorener König

St,rSt,rSt,rSt,bSt,b

Kein wahrer Sieger

Klappentext:
Jede Nacht, ungesehen, unbemerkt von den Menschen, wird ein Krieg gefochten. Seit mehr als tausend Jahren treffen sich in den Schatten zwei Mächte, Chaos und Ruhe, Feuer und Eis, die ihre Schlachten schlagen bis zum Ende aller Zeit.
Penelope steht in Flammen, das Feuer frisst sich durch sie hindurch, bereit alles zu zerstören und alles in seinem Weg mit sich zu reißen – zu Asche und Staub. Kann sie es aufhalten oder wird sie mit ihm unter gehen?
Titus weiß, er muss handeln, muss nun beweisen, dass er noch der König ist, der in dieser Situation gebraucht wird. Aber was, wenn er nicht stark genug ist, die Seinen zu beschützen, wenn er nur noch ein Schatten ist, nicht fähig, dem Feind etwas entgegen zu halten?

Rezension:
Nach wie vor wird Penelope bei den Solani gefangengehalten, weil diese ihr nicht vertrauen. Als Titus sie zur Rede stellen will, erwacht ihre ‚innere Kampfmaschine‘, und gegen ihren bewussten Willen kämpft sie sich den Weg frei. Was zurück bleibt, ist ein vollkommen zerstörtes Quartier der Solani. Penelope weiß nicht, wie viele von denen sie ohne eigenes Wollen getötet hat. Wie soll es jetzt weitergehen?
„Im Zeichen des Lotus“ startet mit diesem Band in die 2. Staffel. Das Rätsel um Penelope wird immer komplexer, aber auch zu den Solani kommen eher neue Fragen hinzu als alte beantwortet werden. Leider lässt Valerie Loe den Spannungsbogen in diesem Band eher durchhängen. Nach einem actionreichen Kampf gleich am Anfang dümpelt die Handlung ohne nennenswerte Entwicklung etwas vor sich hin, bevor im allerletzten Abschnitt des Bandes völlig unerwartet ein aufsehenserregender Cliffhanger kommt. Für den Leser bleibt zu hoffen, dass dieser in einem etwas handlungsreicherem Band 8 aufgelöst wird.

Fazit:
Nach einem kurzem, aber actionintensiven Auftakt plätschert dieser Band leider etwas zu ruhig dahin.

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Der Seelenfänger

Sandra Engler
Der Seelenfänger

St,rSt,rSt,bSt,bSt,b

Mord auf offenem Feld

Klappentext:
In der Zeit des Bösen, der Ritter und des Christentums ereignete sich vor vielen hunderten von Jahren in Britannia eine unglaubliche Geschichte. Der zwölfjährige Jonathan begegnet eines Tages bei der Feldarbeit dem Teufel und seiner Gefolgschaft, die Tod und Verderben über das Land bringen. Gemeinsam mit seinem Freund Adam versucht er, vor dem Teufel zu fliehen. Gelingt es ihm noch rechtzeitig, seine Pflegemutter und das Dorf vor der Bedrohung zu warnen?
Diese Geschichte ist ab 12 Jahren geeignet.

Rezension:
Als Jonathan gerade zusammen mit seinem Stiefvater und anderen Dorfbewohnern auf dem Feld arbeitet, werden sie von unheimlichen Männern auf flammenden Pferden überfallen. Diese Männer, deren Anführer offenbar der Teufel höchstpersönlich ist, töten alle. Nur Jonathan und seinem Freund Adam gelingt die Flucht.
Sandra Englers Kurzgeschichte ist wirklich sehr kurz ausgefallen. Der Leser gewinnt dabei den Eindruck, dass es sich nur um den Epilog einer umfangreicheren Geschichte handelt. (Was insoweit stimmt, dass eine Fortsetzung angekündigt ist.) Leider kann die Geschichte jedoch auch sprachlich nicht überzeugen, wodurch die an sich brauchbare Grundidee verpufft.

Fazit:
Für sich genommen ist diese Kurzgeschichte nicht tragfähig. Eventuell könnte sie mit der kommenden Fortsetzung ein lesbares ganzes bilden.

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Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow

Rainbow Rowell
Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow

Übersetzung: Brigitte Jakobeit

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Im Schatten des Magiers

Klappentext:
Simon Snow, der größte und mächtigste Zauberer, den es je gab, ist eigentlich eine Katastrophe. Ungeschickt bewegt es sich in der Zaubererwelt, die er doch eigentlich vor ihrem Untergang retten soll. So ist es jedenfalls prophezeit. Dabei kann er nicht mal seinen Zauberstab gerade halten.
Aber ein Talent hat Simon doch, nämlich das zur Freundschaft. Und hätte er seinen Kumpel Penelope, seine Dauerfreundin Agatha und seinen in herzlicher Abneigung zugewandten Zimmergenossen Baz nicht, hätte er die magische Welt schon längst in Schutt und Asche gelegt. Aber mit den dreien könnte es klappen, nicht nur den Mörder von Bazʼ Mutter zu entlarven, sondern auch die dunklen Mächte zu besiegen und die Welt zu retten.

Rezension:
Für Simon Snow beginnt sein letztes Jahr auf der magischen Schule Watford. Endlich kann er zum letzten Mal eines der Kinderheime verlassen, in welchen er in jedem Jahr die Sommerferien verbringen musste. Ob er sein letztes Schuljahr überleben wird, ist jedoch alles andere als sicher, versucht ‚der Schatten‘ doch schon, seit er erstmals nach Watford kam, ihn zu vernichten. Simons größtes Problem dabei: Niemand weiß, wer ‚der Schatten‘ ist, nicht mal ‚der Magier‘, Schuldirektor und ungekrönter Herrscher der magischen Welt Großbritanniens. Außerdem ist Simon zwar der mächtigste Zauberer aller Zeiten, er kann seine Kräfte aber nur äußerst unzureichend kontrollieren. Und obwohl ‚der Magier‘ ihn zu seinem Erben erklärt hat, ist er nur selten mal zu sprechen. Er muss schließlich ständig gegen ‚die Alten Familien‘ kämpfen, welche die alten Zustände aus der Zeit vor dem Aufstieg ‚des Magiers‘ wieder herstellen wollen.
Gibt es hier jemanden, der bei dieser Kurzbeschreibung nicht sofort an einen gewissen Harry Potter denkt? Wahrscheinlich nicht. Also schon wieder ein einfallsloser Harry-Potter-Clon? Nein, das kann man diesem Buch wirklich nicht vorwerfen, denn die Geschichte entwickelt sich nach anfängliche stark erscheinenden Parallelen in eine völlig andere – und überraschende – Richtung.
Doch bleiben wir zunächst beim Anfang. Der Leser lernt Simon kennen, als er das Kinderheim verlässt und sich auf die Fahrt nach Watford begibt. Währenddessen erinnert er sich ständig an diverse Vorfälle der vergangenen 7 Schuljahre zurück. Als Leser ist man hier ständig versucht, das Buch zur Seite zu legen und sich erst mal die vorhergehenden Bände zu besorgen. Die gibt es aber gar nicht! Simon Snow war eigentlich nur die literarische Lieblingsfigur der Protagonistin eines anderen Werkes der Autorin, „Fangirl“. Erst nach dem Erfolg dieses Buches entschloss sich Rainbow Rowell, Simon ein eigenes Buch zu gönnen. Für den Leser bleibt jedoch ein eigenartiges Gefühl, wenn ständig eine Vorgeschichte angedeutet wird, die es nie gab. (Nach Informationen von Lesern, die „Fangirl“ kennen, werden die genannten Ereignisse auch dort nicht thematisiert.)
Dass manches (ganz) anders ist, als es aus Simons Sicht wirkt, merkt der Leser spätestens, wenn spätere Kapitel aus der Sicht anderer beteiligter Personen geschildert werden. Dies ist allerdings ein Gestaltungsmittel, das auch verwirren kann, denn die Geschehnisse werden, egal aus wessen Blickwinkel sie gerade geschildert werden, immer in der Ich-Perspektive präsentiert. Das führt dazu, dass man sich an manchen Stellen nochmals schnell am Kapitelanfang informieren muss, wer da gerade „ich“ ist.
Ganz so humorvoll, wie der Klappen- (oder korrekter gesagt Rückseiten-)Text vermuten lässt, ist das Buch übrigens nicht. Im Gegenteil: Das Ende wirkt schon beinahe sentimental. Wem das nicht stört, erhält mit „Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow“ eine solide Urban Fantasy mit durchaus neuen Ideen und unerwarteten Plottwists.

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Fazit:
Ein überraschend anderer Zauberschüler in einer Welt, die sich als ganz anders herausstellt, als er (und auch der Leser) zunächst denkt.

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Die Unbestimmten – 1 – Die Staubgeborene

Jo Schneider
Die Unbestimmten – 1 – Die Staubgeborene

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Auf dem Weg zum wahren Ich

Klappentext:
Die 19-jährige Zianth kann ihren Augen kaum trauen, als sie einen der wertvollsten Edelsteine in den Händen hält, die es gibt! Endlich scheint ein Leben außerhalb der staubigen Minen für sie in greifbarer Nähe – ein Leben in absoluter Freiheit. Doch mit dem Fund erwachen ungeahnte Fähigkeiten in ihr, die sie an einen neuen Ort binden, eine Stadt der Magie. Hier wird sie zur Schülerin des vermutlich dunkelsten Magiers des Landes. Der Winteralb gilt als hart und unbarmherzig und um seine Vergangenheit ranken sich viele düstere Geheimnisse. Immer wieder stellt er Zianth vor Aufgaben, an denen sie zu zerbrechen droht. Bis ihre wahre Gabe ans Licht kommt…

Rezension:
Seit ihrer Kindheit lebt Zianth in den Minen. Als sie eines Tages einen Drachenstein findet, scheint ihre Freiheit in greifbarer Nähe zu liegen, wird jeder Finder eines solch wertvollen Steines doch in Freiheit gesetzt – heißt es zumindest. Doch ein Neider will ihr den Stein entreißen, um sich selbst freizukaufen. Beim Kampf um den Drachenstein kommt es zu einem magischen Ausbruch. Als Zianth wieder erwacht, befindet sie sich bei einer Heilerin, die ihr offenbart, dass sie eine Magierin ist – und fortan beim unfreundlichen Winteralb Aster in die Leere gehen soll.
In dieser Fantasy-Geschichte verfolgt der Leser den Weg einer jungen Frau zur ausgebildeten Magierin. Erst im Laufe der Handlung erfährt er, wie es überhaupt dazu kam, dass die Heldin schon als Kind zur Minen-Sklavin wurde. Auch Zianth muss erkennen, dass ihr bisher vieles über sich selbst unbekannt war. Der Weg, der vor ihr liegt, ist steinig. Auch am Ende dieses Buches sind noch nicht alle Zusammenhänge offenbart. Jo Schneider schont ihre Protagonistin nicht, sondern lässt sie jeden Schritt – teilweise im wörtlichen Sinn – blutig erkämpfen. Dabei gelingt es der Autorin, den Leser in Zianths Gefühlswelt hineinzuversetzen.
„Die Staubgeborene“ stellt den Auftakt zur 5-bändigen Reihe „Die Unbestimmten“ dar, welche in den kommenden Monaten in rascher Folge erscheinen soll. (Band 2 ist bereits erscheinen.) Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine der üblichen Fortsetzungsgeschichten, deren einzelne Bände meist ‚Heftroman‘-Länge aufweisen, sondern um 5 Bücher von Romanlänge.

Fazit:
„Die Staubgeborene“ führt den Leser in eine Welt, in der Alben und Menschen eher gezwungenermaßen zusammenleben.

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Das Erbe der Macht – 9 – Silberknochen

Andreas Suchanek
Das Erbe der Macht – 9 – Silberknochen

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Der Überläufer

Klappentext:
Die Suche beginnt. Die Lichtkämpfer setzen alles daran, vor der Schattenfrau die legendären Silberknochen zu finden, um Zugang zum Versteck des letzten Sigilsplitters zu erhalten. Doch was hat es mit den ominösen Knochen überhaupt auf sich?
Gleichzeitig glaubt Johanna, in Max die Waffe erkannt zu haben, die die Schattenkrieger haben wollen. Sie ergreift Maßnahmen. Und setzt dabei eine Kette aus Ereignissen in Gang, die in eine Tragödie münden.
Machtvolle Zauber, gefährliche Artefakte, uralte Katakomben und geheime Archive. Die Lichtkämpfer und der Rat des Lichts – Johanna von Orleans, Leonardo da Vinci, und weitere Größen der Menschheitsgeschichte – stellen sich gegen das Böse.

Rezension:
Während die Unsterblichen das Team um Alex und Jen auf die Suche nach den Silberknochen schicken, gerät Max wegen seiner Treffen mit Marcus in den Verdacht, ein Verräter zu sein. Schneller als gedacht sitzt die Lichtkämpfergruppe schon wieder in einer tödlichen Falle. Werden sie sich befreien können, oder wird es diesmal Opfer geben? Max dagegen wird durch die ständigen Verdächtigungen immer mehr an die Wand gedrängt.
Wer „Das Erbe der Macht“ kennt, erwartet wohl nicht wirklich, dass es zur Abwechslung mal ruhig zugehen könnte. Natürlich gönnt Andreas Suchanek seinen Helden auch in diesem Band keine Ruhepause. Wie gewohnt erweist auch dieser sich wieder als Pageturner. Und viel zu schnell ist der Leser wieder am Ende angelangt: „Fortsetzung folgt.“ Die Spannung bleibt ständig auf Höchstniveau, und zudem erwartet (nicht nur) den Leser eine dicke Überraschung.

Fazit:
Diese Urban-Fantasy-Action-Reihe wird wohl nie langweilig. Kaum denkt man, ein Höhepunkt wäre erreicht, folgt auch schon der nächste.

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Drei Tage bis Vollmond

Hagen Haas
Drei Tage bis Vollmond

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Alles Gute kommt von unten

Klappentext:
Als der Kölner Student Emil eine mysteriöse schwarze Pyramide findet, ahnt er nicht, dass sein Schicksal damit unvermittelt eine dramatische Wendung nimmt. Zuerst klingelt ein bildhübscher Sukkubus namens Demmi an seiner Tür. Als Emil in die bergseeblauen Augen des Dämons blickt, ist es sofort um ihn geschehen und obwohl Demmi nicht gerade freundlich zu ihm ist, ein Loch in seine Küchentür schießt und ihm die Pyramide klaut, ist Emil nicht mehr davon abzubringen, dass er und Demmi füreinander bestimmt sind. Doch dann macht auch noch ein Unhold im Auftrag des Dämonenfürsten Asmodin Jagd auf Emil, Demmi und die Pyramide. Glücklicherweise ist der gewaltige Kampfdämon zwar eine muskelbepackte Mordmaschine, doch leider nicht sehr helle … Ein Fantasy-Roman voller Liebe und Tod, Helden und Schurken, Dämonen und Geheimagenten, Schwert- und Pistolenduellen, über- und unterirdischen Verfolgungsjagden und außerdem einigen ultrageheimen Geheimtipps für Köln-Touristen!

Rezension:
Emil und seine Freunde treffen sich an einem Freitagabend auf einer Rheinbrücke, um den Start ins Wochenende würdig zu begehen. Unerwartet zieht in Gewitter auf, und prompt schlägt der Blitz in einen der Brückenpfeiler ein. Der Stein splittert, zum Vorschein kommt eine kleine schwarze Pyramide, die ein eigenartiges blaues Leuchten von sich gibt. Bevor die Freunde sich endlich vor dem Unwetter in Sicherheit bringen, nimmt Emil diese an sich. Wenig später klingelt es an seiner Wohnungstür. Davor steht das hübscheste Mädchen, das Emil jemals gesehen hat. Dass sie Hörner und einen Schwanz hat, stört ihm da nur wenig. Doch auch sein Freund Wächter bekommt Besuch: eine zierliche Chinesin und ein um so stämmigerer Sioux, die sich als Dämonenjäger vorstellen. Während Emils Freunde zusammen mit den Dämonenjägern Jagd auf den Sukkubus machen, glaubt Emil an die Unschuld der Dämonin. Doch auch der Dämonenfürst und seine Helfer haben ein Hühnchen mit dieser zu rupfen.
Viele Urban-Fantasy-Geschichten handeln an mehr oder weniger exotischen Locations. Deutschland ist als Handlungsort selbst bei einheimischen Autoren eher unterrepräsentiert. Anders bei Hagen Haas. Der schickt seine mehr oder (meist) weniger hübschen Dämonen mitten ins rheinische Köln. Und die sorgen dort unter unfreiwilliger Mithilfe der Dämonenjäger für reichlich Chaos. Während die Polizei versucht, unerklärliche Vorgänge aufzuklären, ohne zu ahnen, wonach sie eigentlich sucht, versucht Demmi, wie der Sukkubus von Emil kurzerhand genannt wird, die Pyramide bis zur Vollmondnacht in ihrem Besitz zu behalten.
Der Humor nimmt bei all dem einen großen Stellenwert ein. Den Reiz der Handlung legt der Autor primär auf zahlreiche Missverständnisse, die die Entscheidungen der unterschiedlichen Parteien immer weiter komplizieren. Der flotte Schreibstil lässt den Leser dabei kaum zu Atem kommen, werden die Geschehnisse doch stellenweise richtig hektisch. Sehr zur Freude besagten Lesers, der wohl noch nicht allzu viele derart vergnügliche Dämonenjagden literarische miterlebt haben dürfte.

Fazit:
Für Freunde humorvoller Urban Fantasy verdient „Drei Tage bis Vollmond“ eine ausdrückliche Leseempfehlung!

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Die oberen Zehntausend

Thomas Kowa
Die oberen Zehntausend

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Vom Portier zur High Society

Klappentext:
Die Nacht der lebenden Toten
Ein Concierge, der endlich einmal auf der anderen Seite stehen will. Ein schmutziger Deal und ein paar Untote, die irgendwie nicht einsehen wollen, dass sie in dieser Geschichte eigentlich nichts zu suchen haben.

Rezension:
Was macht ein Portier, der sich zu höhere berufen fühlt? Er hat ständig mit den ‚feinen Leuten‘ zu tun, aber der eigene Aufstieg in diese Gesellschaft ist natürlich nicht ganz einfach. Es sei denn, man hilft mit ein paar nicht ganz so legalen Mitteln nach. Ob eine kleine Liebelei mit der schwerreichen Edeltraud von Schwerin den ultimativen Schritt darstellen kann? Hauptsache, diesem Plan stellen sich nicht irgendwelche Zombies in den Weg.
Thomas Kowas Kurzgeschichte, die sowohl solitär in diesem booksnack als auch als Bestandteil der Kurzgeschichtensammlung „Nehmen Sie am Saturnring die dritte Ausfahrt“ erschienen ist, erzählt in kompakter Form die Geschichte eines Betrügers und Hochstaplers. Dass dann die Zombies ins Spiel kommen, erscheint allerdings doch etwas konstruiert. Der für den Autor typische, teilweise etwas eigenwillige Humor spielt natürlich auch in dieser Geschichte eine große Rolle, erreicht aber nicht ganz das Niveau, dass man von anderen seiner Geschichten gewohnt ist. Trotzdem liegt auch diese Kurzgeschichte Niveau-mäßig über vielen vergleichbaren anderer Autoren.

Fazit:
Dieses humorvolle Zombie-Abenteuer wird Freunden etwas abstrusen Humors sicher Spaß machen.

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Tierisch verflucht

Jaqueline Mercedes
Tierisch verflucht

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Teuflische Probleme

Klappentext:
»Berühmte letzte Worte. Vielleicht solltest du darüber ein Buch schreiben, Sonni«, zog Ash ihn auf.
Als Hexe hat Ash Katzor alle Hände voll damit zu tun, Dämonen zurück in die Hölle zu schicken. Das stellt eigentlich keine allzu große Herausforderung für sie dar, wäre da nicht ihr kleiner Bruder Simon, der sich in jedes erdenkliche Unglück stürzt und ihr Leben damit gehörig auf den Kopf stellt.
Als Simon versucht, den Fürsten der Hölle zu bestehlen, wird er als Strafe für seine Tat in eine schwarze Katze verwandelt.
Ash ist außer sich vor Wut, hat sie doch eine extreme Abneigung gegen Katzen!
Als dann auch noch ein Dämon ins Spiel kommt, der versucht, ihr Herz im Sturm zu erobern, droht ihre Welt aus den Fugen zu geraten.
Ash muss sich entscheiden. Soll sie auf ihr Herz hören oder abermals ihren Bruder retten?

Rezension:
Ihr Bruder Simon hat sich in einen Kater verwandeln lassen! Ash ist so was von wütend, muss sie doch ständig hinter ihm aufräumen. Uns wie soll sie jetzt den Chef der Hölle überzeugen, die Verwandlung rückgängig zu machen? Natürlich stellt der Bedingungen. Zumindest will er das von Simon gestohlene magische Diadem zurückbekommen, doch das hat Simon schon verkauft. Und dann ist da auch noch dieser eine Dämon …
Hexen, Dämonen und die Hölle – all das gibt es in der Urban Fantasy recht oft. Dazu kommen Familienverhältnisse, die man wohl als etwas gestört bezeichnen muss. Ergänzt wird das alles mit einem Schuss Humor und einer Lovestory. In dieser Kombination unterscheidet sich dieses Buch schon von der Masse. Die Idee, die Jaqueline Mercedesʼ Geschichte zu Grunde liegt, ist durchaus originell.
Zu Beginn des Buches verstören den Leser eine ganze Reihe an (anscheinenden) Logikfehlern. Überraschenderweise klären diese sich im weiteren Verlauf der Handlung jedoch auf, sodass am Ende eine durchaus lesenswerte Geschichte übrig bleibt. Lediglich Ashs Gefühlswelt erscheint zumindest mir nach einer bedeutenden Wendung nicht nachvollziehbar.

Fazit:
Diese humorvolle Urban Fantasy hat ihren eigenen Reiz. Philosophische Tiefe sollte der Leser allerdings nicht erwarten.

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Das Maskenhandwerk

Dennis Mombauer
Das Maskenhandwerk

St,rSt,rSt,rSt,bSt,b

Im Bann der Armschienen

Klappentext:
Zwei rivalisierende Reiche, zwei junge Männer, zwei Geschichten. Huapan und Subesato stehen im Schatten ihrer Elternhäuser: Huapan ist der Sohn einer erfolgreichen Kauffrau und Senatorin Huanamthangs, Subesato der des Autarchen von Aurudate. Beide gelangen in den Besitz mysteriöser Artefakte und werden in den Mahlstrom eines losbrechenden Krieges gesogen, der sie von den Ufern des Yamowashi über das monsungetränkte Jadeland bis zu den Dämmerungsbergen führt. Dabei geht es wieder und wieder um Macht, um Rollenerwartungen und die damit verbundenen Fragen: Was bleibt von Subesato, wenn seinen Wünschen keine Grenzen gesetzt sind? Was von Huapan, wenn er mit seiner Maske jedes Gesicht aufsetzen kann? Und gibt es von einmal eingeschlagenen Pfaden noch ein Zurück?

Rezension:
Im Krieg gegen Huanamthang betreut der Autarch von Aurudate seinen jüngsten Sohn Subesato mit einem ersten kleinen Kommando. Der kleine Trupp wird von den feindlichen Verbänden jedoch komplett aufgebracht. Lediglich den jungen Kommandeur lässt der feindliche General einfach kaufen, weil er den Jungen für unwichtig hält. Der Autarch ist von seinem Jüngsten, der sich nie für das Kriegshandwerk interessierte, so enttäuscht, dass er ihn verbannt. Subesato sinnt auf Rache für diese Erniedrigung.
Huapan, Sohn einer einflussreichen Senatorin Huanamthangs, wird Zeuge, wie der berühmte Oberkommandierende vom Senat entlassen wird, weil er den Sohn des Feindes verschonte. Während seine Mutter darin eine politische Intrige wittert, wünscht sich Huapan nichts mehr, als endlich Abenteuer zu erleben. Als der neue Oberkommandierende mitten in der Monsunzeit zu einem neuen Feldzug gegen Aurudate aufbricht, schließt er sich dem Heer als Beobachter an.
Diesen Roman zu beurteilen, fällt nicht leicht. Auf dem Cover wird er als „Fantasy“ bezeichnet, und das kann man keinesfalls abstreiten, denn magische Artefakte, an die sowohl Subesato als auch Huapan kommen, spielen eine grundlegende Rolle. Allerdings besteht ein Großteil der Handlung aus – wiederholt ziemlich blutiger – Kriegs-Action, in der die jeweiligen Artefakte oft in den Hintergrund treten. So gesehen würde eine Bezeichnung als (Anti-)Kriegsroman mit phantastischen Elementen dem Buch sicher besser gerecht werden. Auch der Titel „Das Maskenhandwerk“ ist vielleicht nicht ganz optimal gewählt. Zwar spielen (insbesondere 2) Masken eine tragende Rolle, der Hersteller dieser bleibt aber bis zum Schluss eine mysteriöse Gestalt, deren Hintergründe komplett offen bleiben. Die Herstellung der Masken, deren Thematisierung durch den Titel nahegelegt wird, spielt in keinem einzigen Satz eine Rolle.
Dennis Mombauer gelingt es, dem Leser im zwischen den beiden Protagonisten wechselndem Blickwinkel deren Motivationen und Gefühle zu vermitteln. Beim Lesen kann man die tragischen Schicksale der Helden mitfühlen. Die Welt, in der diese Geschichte angesiedelt ist, basiert auf einem Gemisch von südamerikanischen und asiatischen Elementen, stellt also ein durchaus ungewöhnliches Ambiente dar. Trotzdem werden ‚typische Fantasy-Leser‘ genau wie Freunde von Happyends mit diesem Buch wohl eher weniger warm werden. Die passende Zielgruppe dürfte eher bei Liebhabern harter und blutige Kriegs-Action liegen.

Fazit:
(Anti-)Kriegsroman meets Fantasy, wobei der Schwerpunkt deutlich auf ersterem Genre liegt.

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