Geträumte Welten – Anthologie fantastischer Autoren

Daniela Zörner, Michael Haag, Frank W. Werneburg, Yves Patak, Emilia Lynn Morgenstern, Paul M. Belt, Bjela Schwenk, C. Hennings, Veronika Bärenfänger, Anne K. Ramin

Geträumte Welten – Anthologie fantastischer Autoren


Auf diese neue Anthologie, die ich gemeinsam mit anderen Autoren veröffentlichte, wies ich euch ja schon vor ein paar Tagen hin. Aktuell läuft auf Lovelybooks eine Leserunde. Seht doch mal vorbei und erfahrt, wie dort jeder Teilnehmer ein kostenloses Exemplar der eBooks bekommen kann.

 

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INSPIRATION – Die digitalen Welten des Andreas Schwietzke

Marianne Labisch (Hrsg.)
INSPIRATION – Die digitalen Welten des Andreas Schwietzke

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Vom Bild zur Geschichte

Klappentext:
Die häufigste Frage, die Leser Autoren stellen, ist: Wo bekommen Sie Ihre Ideen her?
Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, weil Ideen sich immer wieder neue Wege suchen. In diesem Bildband ist die Antwort ganz einfach: Inspiriert wurden die Autoren durch Bilder von Andreas Schwietzke.
Diese Bilder erzählen Geschichten.
Die Frage ist: Sind die Geschichten des Malers identisch mit denen der Autoren?
Überzeugen Sie sich selbst, wie vielfältig die Antworten ausfallen. Eine Sammlung aus SF, Fantasy und Horror ist entstanden, die überaus anspruchsvoll und abwechslungsreich ist.
Lesen Sie, wie Enzo Asui, Gabriele Behrend, Frederic Brake, Mary Ann Dark, Sascha Dinse, Anna Exel, Bettina Ferbus, D. J. Franzen, Anke Höhl-Kayser, Daniel Huster, Simone Komosinski, Axel Kruse, Christian Künne, Ellen Norten, Susann Obando Amendt, Paul Sanker, Regina Schleheck, Michael Schmidt, Achim Stößer, Tetiana Trofusho, Vincent Voss, Arndt Waßmann und Felix Woitkowski die visuellen Inspirationen des Bildkünstlers in Texterlebnisse umsetzen.

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
Anke Höhl-Kayser: Der zerbrochene Mond
Daniel Huster: Der Weltraumstaubsauger
Ellen Norten: Der Kran
Gabriele Behrend: Der Smaragdwald
Tetiana Trofusha: Coming Home
Michael Schmidt: Holy Pot
Simone Komosinski: Das Gefäß
D. J. Franzen: Der Rainman
Arndt Waßmann: Planet der Träume
Axel Kruse: Die Biene
Regina Schleheck: Ein Audi
Mary Ann Dark: Bange Seelen
Christian Künne: Immernacht
Bettina Ferbus: Durch sieben Tore musst du gehen
Enzo Asui: Vom Distler und von Wiesenfliegen
Paul Sanker: Ob und wann
Frederik Brake: El Viaje
Vincent Voss: Second Life
Susann Obando Ahmendt: Das Geheimnis der verschwundenen Quellen
Achim Stößer: Vitalfunktionsangleichung oder Der Duft der Durian
Anna Exel: The Lost Island: Das verlorene Eiland
Felix Woitkowski: Anhörung in der Sache Herr Arthur Turkur
Sascha Dinse: Alioth
Diese Anthologie ist ungewöhnlich. Hier gibt es kein vorgegebenes Thema, zu dem die beteiligten Autoren Kurzgeschichten abliefern mussten. Stattdessen bilden Bilder des Künstlers Andreas Schwietzke, von denen sich die Autoren eines auswählen und eine dazu passende Geschichte verfassen konnten, die Grundlage. Das ist auch der Grund, weshalb diese Kurzgeschichtensammlung in einem eher an Bildbände erinnernden Format erscheint, denn die Bilder werden selbstverständlich der jeweiligen Story beigestellt. Auch wenn alle Beiträge in den Bereich der Phantastik gehören, fallen sie sehr unterschiedlich aus. Aber das ist man von Anthologien natürlich gewohnt.
Da es natürlich zu weit führen würde, auf alle 23 Kurzgeschichten einzeln einzugehen, sollen hier zuerst meine persönlichen Highlights (in der Reihenfolge des Abdrucks) Erwähnung finden:
Mit „Holy Pot“ präsentiert Michael Schmidt eine SciFi-Krimi-Komödie, in der eine ‚freischaffende Agentin‘ ein besonderes ‚Heiligtum‘ beschaffen soll. Diese Story konnte mich sowohl inhaltlich als auch stilistisch überzeugen.
Susann Obando Ahmendts „Das Geheimnis der verschwundenen Quellen“ führt den Leser in eine dystopische Fantasywelt, in der alle Quellen versiegt sind. Gegen den Widerstand des Anführers ihrer Gemeinschaft macht sich die junge Heldin auf den Weg, Wasser zu finden. Auch dieses Fantasy-Abenteuer finde ich sehr gelungen.
In „Anhörung in der Sache Herr Arthur Turkur“ gibt Felix Woitkowski die im Titel genannte Anhörung wieder. In Spalten werden nebeneinander die Argumente beider Seiten zur beziehungsweise gegen die Anerkennung eines durch Schrumpfung schließlich verschwundenen Mannes als Lebewesen dargestellt. Die gelungene Idee leitet leider etwas unter der doch recht unübersichtlichen Präsentation.
Auch „Das Gefäß“, „Planet der Träume“, „Der Rainman“, „Ob und wann“ und „The Lost Island: Das verlorene Eiland“ können gefallen, jedoch fehlt mir bei den 3 Letztgenannten eine richtige Aufklärung am Ende.
Allerdings gibt es auch mir negativ aufgefallene Geschichten. Bei „Immernacht“ und „Vitalfunktionsangleichung oder Der Duft der Durian“ habe ich jeweils deutlich vor dem Ende aufgegeben, weil mich diese beiden Beiträge überhaupt nicht überzeugen konnten.
Von den genannten beiden Ausnahmen abgesehen, konnten mich alle Beiträge gut unterhalten. Auch die Bilder, deren Inhalt von den meisten Autoren gut in den Geschichten umgesetzt wurde, lohnen durchaus einen intensiveren Blick.

Fazit:
Diese außergewöhnliche Phatastik-Anthologie versammelt Textadaptionen zu phantastischen Bildern.

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Scherben

Michael Schmidt (Hrsg.)
Scherben

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Phantastik querbeet

Klappentext:
Der vierte Band der Reihe Fantasyguide präsentiert bietet 16 Geschichten und zeigt die ganze Bandbreite phantastischer Literatur. Mit Achim Hildebrand, Andreas Flögel, C.M. Dyrnberg, Christel Scheja, Detlef Klewer, Diane Dirt, Forrest J. Ackerman, Matthias Ramtke, Merlin Thomas, Michael Schmidt, Nina Horvath, Peter Nathschläger, Ralf Kor, Ralf Steinberg, Ray Bradbury, Sascha Dinse, Uwe Herrmann.

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
Achim Hildebrand – Zeit ist Gold
C.M. Dyrnberg – Die Gewächskirche
Peter Nathschläger – Das Heerlager der Toten
Matthias Ramtke – Kein Mittelweg
Andreas Flögel – Katzen in U-Tortuga
Nina Horvath – Bahnfahrt in die Ewigkeit
Diane Dirt – Tod eines Wechselbalgs
Michael Schmidt – Sommer der Liebe
Ralf Steinberg – Rinnsale
Merlin Thomas – Vox Populi
Christel Scheja – Ein Schwert zu schmieden
Sascha Dinse – Scherben
Uwe Hermann – Der Geschichtenzähler
Ralf Kor – Die Messias-Maschine
Detlef Klewer – Herofluenza
Ray Bradbury & Forrest J. Ackerman – Die Schallplatte
Von Fantasy bis SciFi reicht die Bandbreite dieser vom Fantasyguide präsentierten Phantastik-Anthologie. Vom mittelalterlich geprägten Abenteuer bis zur philosophischen Utopie ist vieles vertreten. Sogar eine bereits 1939 veröffentlichte Story ist enthalten. Bei einer solchen Bandbreite differieren natürlich sowohl die Qualität der einzelnen Geschichten, die jeweiligen Stile wie auch das Treffen des persönlichen Geschmacks des Lesers. Aus diesem Grund will ich hier speziell meine persönlichen Favoriten aus den 16 Beiträgen einzeln erwähnen.
Gleich der Start stellt für mich eines der Highlights dieser Anthologie dar, Achim Hildebrands „Zeit ist Gold“. Ein Abenteurer und Meuchelsänger verdingt sich als Alchemist, obwohl er vom Goldmachen nicht die geringste Ahnung hat. Wie sich der Protagonist mit vielen Tricksereien durch die Geschichte windet, macht einfach Spaß. Ein rundum gelungenes, humorvolles Fantasy-Abenteuer.
Das nächste Highlight – um bei der Reihenfolge der Geschichten im Buch zu bleiben – ist Diane Dirts „Tod eines Wechselbalgs“. Hier kombiniert die Autorin klassische Urban Fantasy gekonnt mit SciFi und ziemlich skurrilen Charakteren.
Nächster Stopp auf meiner persönlichen Highlight-Tour ist „Ein Schwert zu schmieden“ von Christel Scheja. Hier sind wir bei einer klassischen Fantasy-Story gelandet, die mit eher ernsten Themen aufwartet.
Beim letzten meiner persönlichen Lieblingsbeiträge handelt es sich mit „Herofluenza“ von Detlef Klewer wieder um eine lustig angelegter Fantasy-Geschichte.
Auffallend ist, dass es sich bei 3 meiner Lieblingsstories (sowie mehreren der nicht einzeln hervorgehobenen) um Kurzgeschichten aus Reihen handelt, deren Protagonisten bereits in anderen Anthologien ‚umgingen‘.
Auch die meisten der nicht namentlich erwähnten Beiträge sind gelungene Geschichten, die jeder Genre-Fan gerne lesen wird. Die einzige Ausnahme stellt für mich „Das Heerlager der Toten“ dar, das das Thema „Phantastik“ in meinen Augen total verfehlt und als politische Dystopie nicht in diese Anthologie passt. Insgesamt gesehen kann man dem Herausgeber diesen einzelnen Fehlgriff angesichts des ansonsten hohen Niveaus wohl verzeihen.

Fazit:
Eine (fast) rundum gelungene phantastische Anthologie.

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Die Hilfskräfte – Die wahren Herren des Dungeons

T. S. Orgel, A. S. Bottlinger, S. A. Cernohuby (Hrsg.)
Die Hilfskräfte – Die wahren Herren des Dungeons

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Die wahren Gegner des Helden

Klappentext:
Der Dungeon: uralt, mit gewaltigen Ausmaßen und von unzähligen Kreaturen bevölkert.
Es gibt ihn in den trockensten Wüsten, in den Eishöhlen des Hochgebirges und in den schleimigen Sumpfhöhlen des Spinnendschungels.
Wer herrscht über Dungeons? Ihre Besitzer oder Besetzer? Die Monster oder Untoten in ihrem Inneren oder gar die Helden, die immer wieder in sie vordringen und dabei töten oder getötet werden?
Nein, die wahren Herren des Dungeons sind jene, die ihn am Laufen halten. Die hinter den Helden das vergossene Blut aufwischen, die Knochen der Skelette wieder sortieren, die Fallen reparieren und die Monster füttern – bis zum nächsten Besuch einer Gruppe Wagemutiger.
Dieses Buch erzählt ihre Geschichten. Von ihren Aufgaben, ihren persönlichen Abenteuern. Von ihren eigenen heldenhaften Monstern, ihren Lieblingsfallen und ihrer Personalabteilung.
Lernt sie kennen: Die Hilfskräfte – Die wahren Herrn des Dungeons!

Rezension:
enthaltene Geschichten:
Schicht im Schacht – Tom Orgel
Kerkerordnung – Christian von Aster
Die wahren Herren des Dungeons – Judith & Christian Vogt
Exkrementator – Ju Honisch
Verdammte Personalabteilung – Stephan Orgel
Goldene Zeiten – Susanne Pavlovic
Die große Stollen-Verschwörung – Carsten Stenbergen
Zweiter Durchgang – Robin Gates
Die letzte Prüfung – Stephan R. Bellem
Verbotene Pfade – Christian Günther
Ein Heldenproblem – Bernd Perplies
Portaphagus Multipunctatus – Rebekka Pax
Ein dauerhaftes Geschäftsmodell – Stefan Cernohuby
Kopfsache – Melanie Vogltanz
Dungeons – Rollenspielern sind sie wahrscheinlich vertrauter als mir, der ich sie nur aus Büchern und ein paar Filmen kenne. Dass es dabei normalerweise darum geht, dass (meist menschliche) Helden Fallen und Untiere überwinden müssen, um zu einem Schatz irgendeiner Art zu gelangen, weiß aber sogar ich. Bei den Kurzgeschichten dieser Anthologie stehen diese Helden jedoch nicht im Mittelpunkt. Im Fokus stehen hier die Wesen, die in den Dungeons leben und arbeiten, um den Helden echte Herausforderungen zu bieten. Da geht es beispielsweise um einen Exkrementator, dessen Job es ist, die Drachenscheiße zu beseitigen („Exkrementator“). Oder wer zündet rechtzeitig, bevor der Held einen Gang betritt, die Fackeln an? Dafür gibt es natürliche einen Fackelkobold. Und natürlich bekommt auch der seine eigene Story („Verdammte Personalabteilung“) spendiert. Auch Zombies brauchen Pflege, denn irgendwer muss die von den Helden verstümmelten Untoten schließlich wieder reanimieren. Der nächste Held ist schließlich schon im Anmarsch. Dieses Fachgebiet wird gleich in mehreren der enthaltenen Geschichten aufgegriffen. Missgunst und Intrigen gibt es in dieser Branche natürlich auch, was ebenfalls mehrfach thematisiert wird. Selbstverständlich braucht ein gepflegtes Dungeron auch Personal, das die ausgelösten Fallen für den nächsten Besucher wieder scharf macht. Auch diese (meist nicht-menschlichen) Mitarbeiter lernen wir kennen. Falls jetzt jemand denkt, die tödlichen Fallen und Wesen könnten einfach nach Lust und Laune auf die Helden harren, irrt er sich. Da sorgt nämlich die IDO, die Internationale Dungeron-Ordnung für letztere. Damit diese auch durchgesetzt wird, gibt es natürlich einen ganzen Beamtenapparat, dessen Unwesen sich durch beinahe alle Geschichten dieser Anthologie zieht. Und um die Überreste der Helden, die es nicht geschafft haben, muss sich schließlich auch noch jemand kümmern …
Natürlich kommt jetzt die Frage, welche der enthaltenen Kurzgeschichten ich besonders gelungen finde. Auch wenn keine wirklich schlechte dabei ist, muss ich hier speziell Tom Orgels „Schicht im Schacht“ und Robin Gatesʼ „Zweiter Durchgang“ erwähnen. In beiden sind junge Frauen, die von den ‚Helden‘ mehr oder weniger freiwillig als Hilfskräfte angestellt werden, die Protagonistinnen.
Dieser (meist augenzwinkernder) Einblick hinter die Kulissen des erfolgreichen Dungeon-Betriebs muss als absolut gelungen bezeichnet werden.

Fazit:
Allen, die mal ‚die andere Seite‘ eines Dungeons kennenlernen möchten, kann diese Fantasy-Anthologie sehr empfohlen werden.

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Europareise

Diverse
Europareise

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Mehr und weniger vergnügliche Reisen

Klappentext:
Europa vor Beginn des modernen Massentourismus: Charles Dickens rumpelt in einer Kutsche durch Frankreich. Johann Wolfgang von Goethe genießt das römische Leben, während Johann Gottfried Seume nach Syrakus „spaziert“. Kein Spaziergang hingegen ist die erste Besteigung des Matterhorns durch Edward Whymper. Theodor von Kobbe besucht Königsberg und Danzig, zu seiner Zeit deutsche Städte. Heinrich Heine beschreibt das Leben im geteilten Polen. Franz Grillparzer reist durch den Balkan nach Griechenland und findet alles schrecklich. Grandiose Sprecher schildern diese und weitere Reisen von „anno dazumal“.

Rezension:
Während es wohl nahezu unmöglich ist, in Deutschland zu leben und noch nichts von Goethes Italienreise gehört zu haben, dürften die meisten anderen hier vertretenen Reiseberichte der Allgemeinheit eher unbekannt sein. Namen wie Charles Dickens, Stefan Zweig, Fridjof Nansen oder Franz Grillparzer dürften zwar fast jedem zumindest bekannt vorkommen, aber wer hat von diesen schon Reiseberichte gelesen? Dickens schildert hier seine Anreise Richtung Italien durch Frankreich, Nansen eine Winterreise durch das schneearme – auch das gab es damals schon – Norwegen. Grillparzer macht kein Geheimnis daraus, dass ihm die Reise von Wien über Donau und Schwarzem Meer bis Griechenland überhaupt nicht gefiel, während es sich bei Zweig um eine Ansammlung mehrerer unabhängiger Reisen handelt. Bei manch anderem Autor dürfte selbst der Name nur wenigen bekannt sein.
Diese Hörbuch-Anthologie vereint Reiseberichte von 16 Autoren aus den unterschiedlichsten Regionen Europas, wobei die ‚aktuellsten‘ annähernd 100 Jahre alt sind, der älteste rund 1900 Jahre! Das Gebiet des heutigen Deutschland wird dabei ausgespart, da dazu vom selben Verlag (Audiobuch) eine eigenständige Hörbuchveröffentlichung in identischer Aufmachung unter dem Titel „Deutschlandreise“ vorliegt. In beiden Fällen beträgt die Spielzeit jeweils knapp 10 Stunden. Alle enthaltenen Reiseberichte werden in Auszügen von überwiegend bekannten Sprechern vorgetragen.
Das persönliche Gefallen an den einzelnen Berichten richtet sich natürlich einerseits nach dem Interesse am jeweiligen Thema, andererseits aber genauso natürlich auch nach dem Stil des Schriftstellers. Negativ fällt mir hier wieder der ‚gute alte‘ Johann Wolfgang von Goethe auf. Seine Texte wirken auf mich stilistisch einfach antiquiert. Zeitgenossen von ihm wie Washington Irving (in einer zeitgenössischen Übersetzung von 1832), Johann Gottfried Seume oder Johann Kaspar Riesbeck schrieben einen viel moderner wirkenden Stiel. Etwas aus der Reihe fallen auch Lou Andreas-Salomés Jugenderinnerungen, die keinen Reisebericht im eigentlichen Sinn darstellen.
Viele der beschriebenen Gegebenheiten wird man heute vor Ort kaum noch nachvollziehen können, da sich die beschriebenen Örtlichkeiten (nicht zuletzt in Folge des 2. WK) zu stark verändert haben dürften. Auch kulturelle Aspekte werden – speziell bei den älteren Berichten – oft kaum noch vergleichbar sein. Aber genau darin liegt wohl der besondere Reiz alter Reiseberichte.

Fazit:
Die „Europareise“ führt das mit der „Deutschlandreise“ begonnene außergewöhnliche und gerade deshalb interessante Projekt fort.
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Phantasma Goriana

Markus K. Korb
Phantasma Goriana

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Zwischen Versailles und Schlachthof

Klappentext:
Wenn Disneyland von Zombies überrannt wird …
Wenn im Bauch eines gestrandeten Wals das Wimmern eines Säuglings zu hören ist …
Wenn ein Milliardär im Dschungel auf Kannibalen trifft …
Wenn der Sänger einer Rockband von der Liebe der Fans überwältigt wird …
Wenn im Garten von Versailles ein Toter gefunden wird …
Wenn eine Vegetarierin gezwungen wird im Schlachthof zu arbeiten …
… dann ist die Zeit reif für die Trugbilder von »Phantasma Goriana«!
Mehr als zwanzig Erzählungen, Novellen und Gedichte aller Spielarten der Phantastik: Science Fiction, Fantasy, Horror. Mit einem Nachwort von Arthur Gordon Wolf und einem Vorwort des Autors

Rezension:
Eine Anthologie voller Trugbilder. Von einem historischen Handelsschiff auf dem Mittelmeer über den Hof des Sonnenkönigs bis in einen modernen Schlachthof führen diese den Leser. Der Schwerpunkt der Kurzgeschichten aus der Tastatur Markus K. Korbs liegt dabei eindeutig bei Horror und Grusel. Gewürzt wird dieser von etwas Fantasy und einer Prise SciFi. Wenn man bedenkt, dass alle enthaltenen Geschichten der Phantasie eines einzigen Autors entsprungen sind, muss man sich allerdings über das erstaunlich differierende Qualitätsniveau wundern. Während vor allem einige der längeren Beiträge wie „Flucht aus der Unterwasserstadt“, eine dystopische SciFi, „Der Tod in der Orangerie“, ein historischer Fantasy-Krimi, „Das Auge der finsteren Stadt“, ebenfalls SciFi, oder „Die Spur der schwimmenden Särge“, eine historische Urban Fantasy, überzeugen können, trifft dies speziell auf einige der kürzeren Geschichten leider weniger zu. Besonders bei den beiden enthaltenen Gedichten („Der Weidebaum am Fluß“ und „Mein modriges Wasserpferd“) kann sich mir die zugrundeliegende Idee nicht erschließen. Viele der anderen Kurzgeschichte können zwar mit einer durchaus interessanten Idee aufwarten, diese in ihrer Kürze aber nicht gänzlich überzeugend an den Leser bringen. So hinterlässt dieses Buch trotz der routinierten Schreibweise des Autors einen durchaus gemischten Eindruck. Speziell die oben namentlich genannten etwas ausführlicheren Geschichten, die durch ihre relative Länge einen erheblichen Teil des Buches einnehmen, lassen den Kauf für Genre-Fans aber trotzdem lohnend erscheinen.

Fazit:
Trugbilder aus allen Nischen der Phantastik sind hier versammelt, wobei speziell die etwas ausführlicheren das Lesen lohnen.

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Deutschlandreise

Diverse
Deutschlandreise

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Neuigkeiten aus alten Tagen

Klappentext:
Diese Deutschlandreise bietet Ansichten aus längst vergangenen Tagen. Manche Erkenntnis trägt zum Verstehen der heutigen Welt bei, anderes mag „bloß“ erheitern und unterhalten. Dabei sorgt der Blick von außen zuweilen für Erstaunen: Michel de Montaigne beschreibt seine Erlebnisse in Süddeutschland aus französischer Sicht und lobt – ausgerechnet – das deutsche Essen. Germaine de Staël hingegen schätzt besonders die deutschen Schriftsteller. Der Amerikaner Mark Twain begibt sich auf eine fußschonende Wanderung durch das Neckartal – und erlebt eine Kuriosität nach der anderen. Mit der Harzreise und Auszügen aus den Wanderungen durch die Mark Brandenburg sind auch zwei Innenschauen aus der Feder Heinrich Heines und Theodor Fontanes dabei. Johann Wolfgang von Goethe und Georg Forster widmen sich religiösen Bräuchen, der eine wohlwollend, der andere eher kritisch beobachtend.

Rezension:
Von Fontanes „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ hat wohl jeder zumindest schon mal gehört, von Heines „Reisebilder“ vielleicht schon weniger. Wer unseren ‚Nationalhelden‘ Goethe und seinen „Faust“ nicht kennt, wird wahrscheinlich sofort ausgebürgert. Aber wer hat schon von seinem „Sankt-Rochus-Fest in Bingen“ gehört? Im Gegensatz zu Goethe werden viele Mark Twains Bücher wahrscheinlich sogar freiwillig gelesen haben, doch wie viele davon wissen, dass er auf seiner Europareise eine Neckarwanderung unternommen und literarisch verarbeitet hat? Leute wie Michel de Montaigne, Germaine de Staël oder Otto J. Bierbaum dürften der Mehrheit wohl nicht mal dem Namen nach ein Begriff sein. Aber auch sie und noch mehrere nicht genannte haben Reisenotizen aus Deutschland zu Papier und Buch gebracht. Allen diesen Reiseberichten gemein ist, dass die beschriebenen Reisen vor mehr als 100 Jahren, teilweise deutlich über 400 Jahren stattfanden. In diesem fast 10-stündigen Hörbuch werden diese literarisch mehr oder weniger verfremdeten Berichte (meist auszugsweise) von bekannten Sprechern vorgetragen.
Während Twains Geschichte – der genau wie Heines – ganze 2 CDs gegönnt werden, durch seinen teilweise ironischen Stil begeistern kann, ist es bei Bierbaum das technische Abenteuer, das Interesse weckt. Leider sind auch schwächere Berichte dabei. Germaine de Staëls belehrender Stil weckt genauso wenig Begeisterung wie Goethes tagebuchartiger Bericht. Bei letzterem erinnert man sich sofort wieder daran, wieso man den sogenannten Dichterfürsten schon zu Schulzeiten nicht mochte. Selbst erheblich ältere Beiträge anderer Autoren wirken sprachlich moderner als sein Stil.
Interessant sind jedoch bei allen enthaltenen Reiseberichten, ob man den Stil des jeweiligen Autors nun mag oder nicht, die Beschreibungen eines längst vergangenen Deutschlands. Über manches kann man sich heute nur noch wundern, anderes erkennt man zumindest ansatzweise noch wieder. Wer sich für diesen Gesichtspunkt interessiert, wird mit dieser Hörbuch-Anthologie bestimmt zufrieden sein.

Fazit:
Reiseberichte aus längst vergangener Zeit, gelesen von bekannten Sprechern – ein außergewöhnliches und gerade deshalb interessantes Projekt.

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FanZauber ~ Autoren entführen dich in ihre Welt

Annika Bützler, Jeanette Lagall, Daniel Möller, Agnes M. Holdborg, Kathrin Schröder, R.P. Hochkogler, Sabine Hentschel, Robin Lang, Curly Glander
FanZauber ~ Autoren entführen dich in ihre Welt

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Von allem etwas

Klappentext:
Jetzt wird es zauberhaft. Gar magisch und ebenso tierisch vergnügt. Folgt der FanZauber Familie an einen zauberhaften Ort unterhalb des Meeresspiegels und erlebt einen humorvollen vierten Frühling. Entdeckt, dass Liebe keine Grenzen kennt und Freundschaft überall zu finden ist. Stellt fest, dass man sich jederzeit verlieben kann, auf so unterschiedlichen Ebenen, und dass scheinbar wehrlose Kinder bösen Mächten trotzen können. Geht mit Zauberwesen, Elfen oder Zwerg Nase auf Reisen und macht euch auf die Suche nach legendären Schätzen. Erlebt, wie auch Machos sich unsterblich verlieben können, und dass das Leben ohnehin die schönsten Liebesgeschichten schreibt. Hier treffen Genres, wie Märchen, Romantik und Fantasy, aufeinander und ergeben einen wunderbaren Geschichten-Zauber.

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
Ein zauberhafter Ort – Annika Bützler
Aller guten Dinge sind fünf! – Agnes M. Holdborg
E.V.A – Liebe auf hohem Level – Daniel Möller
Der Zauber des Lebens – Sabine Hentschel
Alle seine Farben – Robin Lang
Der Alte Zauberer und seine Kinder – Kathrin Schröder
Reisefieber – Agnes M. Holdborg
Der Schatz des Holm – R. P. Hochkogler
Ein Wettkampf für die Liebe – Sabine Hentschel
Neulich bei Hollie´s – Curly Glander
Der Zauberer Wettkampf – Kathrin Schröder
Das Herz der Stadt – Jeanette Lagall
Zwerg Nase – Kathrin Schröder
In dieser Anthologie stellen sich Autoren ihren (potenziellen) Lesern vor. Im Gegensatz zu vielen anderen Kurzgeschichtensammlungen ist diese jedoch nicht auf ein bestimmtes beziehungsweise mehrere ähnliche Genres begrenzt, sondern sehr weit gefächert. So reicht das Themenspektrum von Märchenadaptionen über Fantasy und Beiträgen, die man wohl am ehesten unter Gegenwartsliteratur einordnen könnte, bis hin zu Liebesgeschichten. Daher wird es wohl kaum einen Leser geben, der sich für alle enthaltenen Geschichten gleichermaßen interessiert. Aus diesem Grund fällt es mir auch sehr schwer, ein gerechtes Urteil über dieses Buch zu fällen. Dass speziell die Liebes- und Gegenwartsgeschichten nicht meinen Geschmack treffen, sagt natürlich wenig über deren Qualität aus, zumal der Stil einiger dieser durchaus überzeugen kann.
Regelmäßige Leser meiner Rezensionen wird es dagegen kaum wundern, dass mein Interesse besonders den Fantasy-Geschichten galt, von denen mich besonders „Ein Wettkampf für die Liebe“ sowie „Der Schatz des Holm“ überzeugen konnten. Während bei letzterer mit Bewusstseinsebenen gespielt wird und sich erst im Lauf der Handlung herausstellen muss, welche davon real ist, begibt sich erstere ins Reich der Drachen. Romantik steht dabei weit weniger im Vordergrund als der Titel vermuten (oder auch befürchten) lässt.
Alle, die mal einen Blick über den Tellerrand ihres Lieblingsgenres werfen möchten, könnten in dieser Anthologie eine Anregung finden.

Fazit:
Freunde des Quer-Beet-Lesens können hier relativ unbekannte Autoren unterschiedlichster Genres kennenlernen.

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Adventszauber

Nadine Buch, Marlies Hanelt
Adventszauber

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Ein Geschichten-Adventskalender

Klappentext:
Was tun, wenn der Weihnachtsmann streikt? Oder gar verschwunden ist? Liefern dann die Weihnachtselfen die Päckchen aus? Ach nein, das geht ja nicht, denn die Geschenkemaschine ist defekt und produziert nichts mehr. Und die wenigen, die schon fertig sind, wurden Opfer des Ungeheuers, das Geschenke frisst. Ob das Flüstern unterm Weihnachtsbaum etwas damit zu tun hat?
Chaos vor dem Fest der Feste, verpackt in 24 kurzweilige Geschichten, die Tag für Tag mit Humor und Spannung das Warten auf Heiligabend verkürzen.

Rezension:
In diesem Adventskalender findet man keine Schokolade. Nein, 24 Kurzgeschichten sind hinter den Türchen ‚versteckt‘. Dass diese überwiegend einen Weihnachtsbezug haben, muss dabei wohl kaum ausdrücklich erwähnt werden. So begegnet der (überwiegend wohl jüngere) Leser allerhand Kobolden, Wichteln, Elfen, Rentieren – und natürlich einem gewissen Herrn in rotem Mantel. Mal ist letzterer in Streiklaune, mal experimentiert er mit seiner Bartmode.
Die Stile der beiden Autorinnen, die zu diesem Adventskalender beigetragen haben, unterscheiden sich deutlich. Offensichtlichstes Merkmal ist dabei, dass Nadine Buchs Beiträge im Präteritum, Marlies Hanelts dagegen im Präsens verfasst sind.
Ein Punkt, den ich in meinen Rezensionen meist ignoriere, ist das Cover. Dies hier zu tun, wäre allerdings unverzeihlich, ist das hervorragend gestaltete Cover doch ein Alleinstellungsmerkmal dieses Buches, das damit deutlich aus dem üblichen Einheitsbrei herausragt, ein echter Hingucker.

Fazit:
Adventskalender-Geschichten, die Santa & Co. aus teilweise ungewohnten Blickwinkeln zeigen.

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Gruselmeer

Tinka Beere (Hrsg.)
Gruselmeer

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Gruslige Besucher

Klappentext:
Wenn die Abende dunkel werden und die Nächte kalt, ist die Zeit der Geister und Nachtmahre gekommen. Genau richtig, um sich mit einem guten Buch in finstere Welten entführen zu lassen. Mit unseren schaurig-schönen Geschichten taucht ihr mit uns ins Gruselmeer ein.

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
Klänge aus der Anderswelt – Anki
Die Brandruine – Myna Kaltschnee
Das Amulett von Whitby – Sabi Lianne
Das Haus in Athens – Florian Waldner
Am Salzmarkt – Katrin Scheiding
Der Ring des Raxoth – Madita Sternberg
Carnivorenexpress – Marija Kraujas
Ein Traum – Katherina Ushachov
Die steinerne Frau – Jill Noll
Wie man es bei Anthologien gewohnt ist, sind auch bei „Gruselmeer“ Geschichten unterschiedlicher Qualität und Herangehensweise ans Thema vereint. Wirklich gruslig im eigentlichen Sinn sind dabei die wenigsten. Die Bandbreite reicht von Jugendlichen, die in eine Brandruine einbrechen („Die Brandruine“), über eine beinahe klassische Geisteraustreibung mit humorvollem Unterton („Das Haus in Athens“) und einen verfluchten Gegenstand („Der Ring des Raxoth“) bis hin zu schon fast weltanschaulichen Themen („Die steinerne Frau“). Leider finden sich in dieser Sammlung auch Beiträge, bei denen sich der Leser mangels Aufklärung am Ende fragt, was der Autor eigentlich im Sinn hatte. Doch auch diesen Kritikpunkt teilt diese Anthologie mit vielen anderen.
Den qualitativen Höhepunkt bildet in meinen Augen eindeutig Florian Waldners „Das Haus in Athens“, in dem augenzwinkernd die Brücke zwischen falschem und echtem Spuk geschlagen wird. Auch „Das Amulett von Whitby“ von Sabi Lianne und „Am Salzmarkt“ von Katrin Scheiding können jedoch in ihrer jeweils eigenen Art überzeugen. Diesen herausgehobenen, gut und fesselnd geschriebenen Kurzgeschichten ist gemein, dass sie ein ‚echtes‘ Ende aufweisen.

Fazit:
Diese Anthologie vereint gruslige Kurzgeschichten, nach denen wohl jeder Leser noch gut schlafen kann.

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