E-Mails aus dem Süden

Britta Meyer
E-Mails aus dem Süden

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Urlaubsfreuden

Klappentext:
Ab in den Urlaub!
Als Leiterin eines Reisebüros ist das Reisen Britta Meyers täglich Brot. Doch jetzt heißt es für sie selbst: Koffer packen und ab in den Süden! Aber mitten im Sommer ans Mittelmeer? Geht gar nicht! Also reist Britta Meyer stattdessen in das spanische Familienhotel an der Costa de la Luz – alleine. Halb so schlimm, zumindest an den meisten Urlaubstagen …

Rezension:
Was macht eine Reiseexpertin, wenn sie endlich selbst Urlaub hat? Die verreist natürlich. Und wohin? In den Süden. Wohin sonst? Jetzt muss sich zeigen, ob das professionelle Entspannen wirklich so funktioniert, wie sie es ihren Kunden immer verkauft.
In dieser Kurzgeschichte aus der booksnacks-Reihe werden die meist heiteren Urlaubserlebnisse einer Alleinreisenden erzählt. Als Stilmittel wählt Autoren Britta Meyer dabei die Form von eMails in die Heimat. So manche der beschriebenen Begebenheiten erinnern einen dabei an den einen oder anderen eigenen Urlaub. Trotzdem will der Funke nicht so recht überspringen. Für eine runde Kurzgeschichte sind diese (fiktiven) Urlaubsnotizen wohl doch etwas zu wenig.

Fazit:
Kurze Urlaubserinnerungen, wie sie wohl jeder aus eigener Erfahrung kennt, aber leider keine wirkliche Geschichte.

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Der Gentleman

Forrest Leo
Der Gentleman

Übersetzung: Cornelius Reiber

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Die Freundschaft des Teufels

Klappentext:
London, Pocklington Place, um 1850: Lionel Savage, Dichter, gerade einmal 22 Jahre alt, hat beschlossen, Selbstmord zu begehen, da er des Geldes wegen geheiratet hat und danach feststellen musste, dass er seitdem keine Zeile mehr zu Papier bringen kann. Er zieht seinen Butler Simmons zurate, weil er nicht weiß, wie er den Selbstmord genau angehen soll. Der einfachste Weg scheint ihm der Tod durch Kopfschuss zu sein. Doch Simmons gibt zu bedenken, dass dabei allerlei Körperflüssigkeiten austreten würden, die jemand aufwischen müsste. Da Savage seinem treuen Butler eine solche Schweinerei nicht zumuten will, muss er eine andere Lösung für sein Problem finden. Just in dem Moment spaziert ein freundlicher Gentleman in sein Arbeitszimmer, der sich als der Teufel höchstpersönlich entpuppt. Und bevor er sich versieht, hat Savage seine Ehefrau an ihn verkauft. So glaubt er zumindest. Doch kaum ist die Ehefrau verschwunden, stellt Savage fest, dass sie die Liebe seines Lebens ist. Er muss sie wiederfinden. Nur wo zum Teufel soll die Hölle sein?
Faule Aristokraten, ein Butler, der Teufel, eine hinterlistige kleine Schwester, Duelle und Beinahe-Duelle, Arktisexpeditionen und Scotland Yard. „Der Gentleman“ ist ein rasanter Abenteuerroman und eine feine kleine Tollerei.
In seinem Debütroman gelingt es Leo, die Konventionen viktorianischer Fiktion zu parodieren. Wahnsinnig witzige Dialoge und komische Komplikationen runden die Geschichte ab.

Rezension:
Lionel Savage ist Poet, auch wenn der größte Teil seiner Mitmenschen ihn nicht annähernd für so begabt hält, wie er sich selbst einschätzt. Doch seit seiner Heirat, zu der er sich nur entschloss, um seine finanziellen Engpässe zu umgehen, bringt er nichts mehr zu Papier, was auch nur seinen eigenen Ansprüchen genügen würde. Während Lionel schon einen Selbstmord in Erwägung zieht, bekommt er den unerwarteten Besuch eines Gentleman, der sich als der Teufel persönlich herausstellt. Dieser besucht ihn, um sich – Lionel kann es selbst kaum glauben – bei ihm zu bedanken. Doch da er von den guten Manieren seines Besuchers begeistert und dieser hocherfreut darüber ist, von einem Menschen akzeptiert zu werden, schließen beide Freundschaft. Lionel schüttet dem Teufel sein Herz aus, dass er seit seiner Heirat nicht mehr er selbst ist. Und kaum ist der Gentleman-Teufel wieder gegangen, teilt der Butler Lionel mit, dass seine Frau während eines Maskenballs spurlos verschwunden ist. Als Lionel jedoch entdeckt, dass seine Frau selbst dichtete, verliebt er sich spontan in sie. Aber wie soll er sie jetzt zurückbekommen? Dass unerwartet seine jüngere Schwester, sie er fernab im Internat glaubt, und der Bruder seiner verschwundenen Frau auftauchen, vereinfacht sie Angelegenheit nicht.
Dieser Roman hält sich definitiv nicht an Schema F. Auch in keines der gängigen Genres will er so richtig passen. Trotz des persönlichen Auftretens des Teufels ist dieses Buch weitaus weniger Fantasy, als man denken könnte. Und obwohl die Handlung im viktorianischen London angesiedelt ist, kann man es wohl kaum als historischen Roman einstufen. Humor trifft das Genre auch nicht wirklich, auch wenn die Geschichte sicher alles andere als ernst ist und zahlreiche lustige Dialoge enthält. Angereichert wird das alles noch durch eine kleine Prise Steam Punk.
Auffällig ist bei der relativ dialoglastigen Handlung, dass sich die Szenen auf wenige Handlungsplätze konzentrieren und der Roman dadurch an ein Theaterstück erinnert. Bingo! Wie der Autor in seinen Danksagungen am Ende des Buches enthüllt, war es ein solches tatsächlich auch ursprünglich. Was nicht verwundert, da der Autor ursprünglich Schauspiel studierte.
Womit wir beim Autor angelangt wären. Bei „Der Gentleman“ handelt es sich um den Debütroman Forrest Leos, wobei der Name des Autors bereits ein kleines Rätsel darstellt. Auf Cover, Klappentext und bei den einschlägigen Onlinehändlern wird der Name als „Forrest Leo“ genannt, im Copyright-Vermerk des Impressums jedoch als „Leo Forrest“, was für mich eigentlich logischer klingt.
Wie bereits erwähnt, stützt sich der Roman hauptsächlich auf ausführliche Dialoge. Handlung im eigentlichen Sinne findet dagegen relativ wenig statt. Das stört beim Lesen allerdings kaum, denn gerade in diesen Dialogen liegt der Reiz des Buches. Dem Autor gelingt es, den Tonfall von Büchern, die wirklich aus dieser Zeitperiode stammen, gekonnt einzufangen und teilweise parodistisch zu überzeichnen, sodass sich der Leser in das viktorianische London, wie er es beispielsweise aus den „Sherlock Holmes“-Geschichten kenne, versetzt fühlt.
Wer sich auf das Experiment eines Buches, das alle gängigen Genres weiträumig umgeht, einzulassen bereit ist, sollte dem Teufel und seinem menschlichen Freund eine Chance geben.

Fazit:
Ein Buch abseits aller ausgetretenen Pfade. Und genau darin liegt der Reiz.

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Irren ist menschlich

Karin Kitsche
Irren ist menschlich

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Irrtum mit Personenschaden

Klappentext:
Ein peinlicher Irrtum
Hanna, Ehefrau von Erhard, ist eine selbstbewusste und zupackende Frau. An einem Samstagmorgen passiert ihr allerdings ein peinliches Missgeschick, an das sie noch lange zurückdenken wird.

Rezension:
Hanna ist sauer auf ihren Erhard. Wieso muss der auch immer so leicht bekleidet am Auto herumschrauben? Was da zu sehen ist, geht schließlich nur sie etwas an – ganz bestimmt nicht die Nachbarinnen und schon gar nicht die kichernden Kinder! Also beschließt Hanna, ihren Mann eigenhändig vernünftig zu ‚verhüllen‘.
Karin Kitsches bokksnack lebt ganz von der – wirklich überraschenden – Pointe. Da kann man nur bestätigen: In der Kürze liegt die Würze. Viel mehr kann man von dieser absolut gelungenen Kurzgeschichte leider nicht verraten, ohne damit zu viel vorwegzunehmen. Einfach selber lesen!

Fazit:
Humor in seiner besten Form! Was will der Leser mehr?

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Die Mord GmbH

Bettina Wagner
Die Mord GmbH

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Der besondere Scheidungs-Service

Klappentext:
Ehepartner sind ihre Spezialität …
Lehmann ist alles andere als glücklich in seiner Ehe mit Yvonne. Doch eine Scheidung käme ihn teuer zu stehen. Wie gut, dass die Mord GmbH für jedes Problem die passende Lösung hat

Rezension:
Lehmann, Vorname unbekannt, ist von seiner Frau schon lange nur noch genervt. Eine Scheidung steht jedoch außer Diskussion, denn seinen beruflichen Aufstieg verdankt er nur der Tatsache, dass seine Frau die Erbin der Firma ist. Wenn Yvonne jedoch zufällig sterben würde, wäre das natürlich etwas anderes. Da erwähnt ein Freund zufällig die Dienste der Mord GmbH …
Bettina Wagners Kurzgeschichten weisen sich oft durch einen besonderen Humor aus, bei dem meist auch die unfreiwillige ‚Transformation‘ (mindestens) einer Person vom Lebewesen zur Leiche eine Rolle spielt. Diesem Stil bleibt sie auch hier treu. Die Pläne ihres Protagonisten sind wohl früh offensichtlich, doch Überraschungen bleiben nicht aus. Wie von der Autorin gewohnt wird das alles in einem flüssigen Stil dargeboten.

Fazit:
Für Freunde des humorvollen Kurzkrimis ist dieser booksnack empfehlenswert.

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Im Zeichen des Lotus – 7 – Verlorener König

Valerie Loe
Im Zeichen des Lotus – 7 – Verlorener König

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Kein wahrer Sieger

Klappentext:
Jede Nacht, ungesehen, unbemerkt von den Menschen, wird ein Krieg gefochten. Seit mehr als tausend Jahren treffen sich in den Schatten zwei Mächte, Chaos und Ruhe, Feuer und Eis, die ihre Schlachten schlagen bis zum Ende aller Zeit.
Penelope steht in Flammen, das Feuer frisst sich durch sie hindurch, bereit alles zu zerstören und alles in seinem Weg mit sich zu reißen – zu Asche und Staub. Kann sie es aufhalten oder wird sie mit ihm unter gehen?
Titus weiß, er muss handeln, muss nun beweisen, dass er noch der König ist, der in dieser Situation gebraucht wird. Aber was, wenn er nicht stark genug ist, die Seinen zu beschützen, wenn er nur noch ein Schatten ist, nicht fähig, dem Feind etwas entgegen zu halten?

Rezension:
Nach wie vor wird Penelope bei den Solani gefangengehalten, weil diese ihr nicht vertrauen. Als Titus sie zur Rede stellen will, erwacht ihre ‚innere Kampfmaschine‘, und gegen ihren bewussten Willen kämpft sie sich den Weg frei. Was zurück bleibt, ist ein vollkommen zerstörtes Quartier der Solani. Penelope weiß nicht, wie viele von denen sie ohne eigenes Wollen getötet hat. Wie soll es jetzt weitergehen?
„Im Zeichen des Lotus“ startet mit diesem Band in die 2. Staffel. Das Rätsel um Penelope wird immer komplexer, aber auch zu den Solani kommen eher neue Fragen hinzu als alte beantwortet werden. Leider lässt Valerie Loe den Spannungsbogen in diesem Band eher durchhängen. Nach einem actionreichen Kampf gleich am Anfang dümpelt die Handlung ohne nennenswerte Entwicklung etwas vor sich hin, bevor im allerletzten Abschnitt des Bandes völlig unerwartet ein aufsehenserregender Cliffhanger kommt. Für den Leser bleibt zu hoffen, dass dieser in einem etwas handlungsreicherem Band 8 aufgelöst wird.

Fazit:
Nach einem kurzem, aber actionintensiven Auftakt plätschert dieser Band leider etwas zu ruhig dahin.

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Story Turbo: Der Praxis-Ratgeber mit System

L.C. Frey
Story Turbo: Der Praxis-Ratgeber mit System

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In 28 Tagen zum Buch

Klappentext:
Die StoryTurbo-Methode wird Sie in die Lage versetzen, in 4 Wochen oder weniger das Buch zu schreiben, dass Sie schon immer schreiben wollten.
Wollten Sie schon immer ein Buch schreiben, aber Sie wissen nicht, wie sie anfangen sollen?
Schieben Sie Ihr Manuskript schon viel zu lange vor sich her?
Haben Sie die Nase voll von »eisernen Schreibregeln« und »todsicheren Geheimtipps«?
Wollen Sie mehr als flüchtige Verkaufserfolge?
Wollen Sie einen echten Pageturner schreiben, der die besten Chancen hat, ein Bestseller zu werden?
Wollen Sie ein Vollblut-Autor werden?
Dann lesen Sie dieses Praxis-Buch – und beginnen Sie noch heute mit dem Schreiben!

Rezension:
Schreibratgeber gibt es wie Sand am Meer. Kann ein weiterer da noch etwas neues bringen? Schließlich kann man das Rad auch nicht neu erfinden. L.C. Frey, selbst aktiver Thriller-Autor, versucht es trotzdem. Die von ihm empfohlene Vorgehensweise ist dabei zumindest mir neu und unterscheidet sich in vielen Punkten grundlegend von meiner eigenen. Zumindest meiner bisherigen, denn einen Versuch könnte man Freys 4-Wochen-Plan ja mal geben. Logisch erscheinen die diesem zugrundeliegenden Ideen zumindest. Dabei ist es dem Autor durchaus bewusst, dass andere Ratgeberverfasser, teilweise selbst erfolgreiche und berühmte Autoren, in mancher Hinsicht anders vorgehen, als er es empfiehlt. Dies spricht er auch mehrfach ausdrücklich an.
Bei dieser an sich eher trockenen Thematik gelingt es dem Autor, seine Ratschläge in einem sehr lockeren, unterhaltsamen Tonfall darzubieten, wobei er seine Leser und Anwender seiner Ratschläge teilweise schon beinahe provoziert.

Fazit:
Ein Buch mach Taktfahrplan verfassen? Einen Versuch könnte es durchaus wert sein.

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Der Seelenfänger

Sandra Engler
Der Seelenfänger

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Mord auf offenem Feld

Klappentext:
In der Zeit des Bösen, der Ritter und des Christentums ereignete sich vor vielen hunderten von Jahren in Britannia eine unglaubliche Geschichte. Der zwölfjährige Jonathan begegnet eines Tages bei der Feldarbeit dem Teufel und seiner Gefolgschaft, die Tod und Verderben über das Land bringen. Gemeinsam mit seinem Freund Adam versucht er, vor dem Teufel zu fliehen. Gelingt es ihm noch rechtzeitig, seine Pflegemutter und das Dorf vor der Bedrohung zu warnen?
Diese Geschichte ist ab 12 Jahren geeignet.

Rezension:
Als Jonathan gerade zusammen mit seinem Stiefvater und anderen Dorfbewohnern auf dem Feld arbeitet, werden sie von unheimlichen Männern auf flammenden Pferden überfallen. Diese Männer, deren Anführer offenbar der Teufel höchstpersönlich ist, töten alle. Nur Jonathan und seinem Freund Adam gelingt die Flucht.
Sandra Englers Kurzgeschichte ist wirklich sehr kurz ausgefallen. Der Leser gewinnt dabei den Eindruck, dass es sich nur um den Epilog einer umfangreicheren Geschichte handelt. (Was insoweit stimmt, dass eine Fortsetzung angekündigt ist.) Leider kann die Geschichte jedoch auch sprachlich nicht überzeugen, wodurch die an sich brauchbare Grundidee verpufft.

Fazit:
Für sich genommen ist diese Kurzgeschichte nicht tragfähig. Eventuell könnte sie mit der kommenden Fortsetzung ein lesbares ganzes bilden.

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Fritzi Klitschmüller – 1 – Fritzi Klitschmüller

Britta Sabbag
Fritzi Klitschmüller – 1 – Fritzi Klitschmüller

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Rote-Beete-Alarm!

Klappentext:
„Das ist ja gar kein Skateboard!“ – Mehr bringt Fritzi nicht heraus, als sie ihr Geburtstagsgeschenk aus dem Papier wickelt. Statt des heiß ersehnten Skateboards hat Fritis Mama ausgerechnet ein Prinzessinnenkleid für sie genäht. Schnell steht fest:
Ein geheimer Skateboard-Beschaffungs-Plan muss her!
Gemeinsam mit ihrem Freund Thies wirbelt Fritzi durch die Nachbarschaft, um sich ihren Traum zu erfüllen. Gar nicht so einfach, denn obendrein müssen die beiden ihre Freundschaft vor Fritzis Vater geheim halten. Der kann die neuen Nachbarn aus dem Ärgerhäuschen nämlich überhaupt nicht leiden … Turbulente Ferien voll geheimer Heimlichkeiten und großer Abenteuer beginnen!

Rezension:
Endlich Ferien! Und auch noch Geburtstag! Was kann sich Fritzi noch mehr wünschen? Sie weiß auch schon, was sie geschenkt bekommt: ein feuerrotes Skateboard mit Sportrollen. Denkt sie zumindest. Doch statt des erwarteten Sportgerätes kommt beim Auspacken nur ein Prinzessinnenkleid zum Vorschein. Und der Familienurlaub fällt auch noch flach, denn ihre Mutter muss dringend zur Kur. Es kommt sogar noch schlimmer: Damit Fritizi und ihr kleiner Bruder während der Abwesenheit ihrer Mutter nicht nur von Pizza und Nudeln leben müssen – was beide übrigens überhaupt nicht stören würde –, kommt Tante Bolle zu Besuch, und die bringt zur Krönung des ganzen auch noch Fritzis gehasste Cousine Shakira mit. Da kann Fritzi sich doch nur mit dem neuen Nachbarsjungen Thies verbünden, um die freie Zeit zu verbringen – und dabei vielleicht doch noch einen Weg zum eigenen Skateboard zu finden.
Britta Sabbags Buch richtet sich primär an Kinder. Jeder Zweifel an diesem Punkt wird spätestens beim Anblick der auffällig großen Schrift sowie der zahlreichen Textillustrationen beseitigt. Trotzdem muteten Wortwahl und Schreibstil überraschen erwachsen an. Da darf Fritzis Papa auch mal „Himmelarschundzwirn!“ fluchen. Wieso das Buch allerdings (beispielsweise bei Amazon) als „Lustiges Mädchenbuch ab 8“ vermarktet wird, was auch das überwiegend in Pink gehaltene Cover unterstreicht, erscheint mir unverständlich. Typische ‚Mädchenthemen‘ kommen im ganzen Buch nicht vor. Sieht man einmal vom Prinzessinnenkleid ab, würde die Story unverändert auch mit einem Jungen als Protagonisten funktionieren. Wieso sollte das Buch also nicht auch für Jungen interessant sein?

Fazit:
Dieses lustige Ferien-Abenteuer kann jungen, aber durchaus auch etwas älteren Lesern empfohlen werden.

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Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow

Rainbow Rowell
Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow

Übersetzung: Brigitte Jakobeit

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Im Schatten des Magiers

Klappentext:
Simon Snow, der größte und mächtigste Zauberer, den es je gab, ist eigentlich eine Katastrophe. Ungeschickt bewegt es sich in der Zaubererwelt, die er doch eigentlich vor ihrem Untergang retten soll. So ist es jedenfalls prophezeit. Dabei kann er nicht mal seinen Zauberstab gerade halten.
Aber ein Talent hat Simon doch, nämlich das zur Freundschaft. Und hätte er seinen Kumpel Penelope, seine Dauerfreundin Agatha und seinen in herzlicher Abneigung zugewandten Zimmergenossen Baz nicht, hätte er die magische Welt schon längst in Schutt und Asche gelegt. Aber mit den dreien könnte es klappen, nicht nur den Mörder von Bazʼ Mutter zu entlarven, sondern auch die dunklen Mächte zu besiegen und die Welt zu retten.

Rezension:
Für Simon Snow beginnt sein letztes Jahr auf der magischen Schule Watford. Endlich kann er zum letzten Mal eines der Kinderheime verlassen, in welchen er in jedem Jahr die Sommerferien verbringen musste. Ob er sein letztes Schuljahr überleben wird, ist jedoch alles andere als sicher, versucht ‚der Schatten‘ doch schon, seit er erstmals nach Watford kam, ihn zu vernichten. Simons größtes Problem dabei: Niemand weiß, wer ‚der Schatten‘ ist, nicht mal ‚der Magier‘, Schuldirektor und ungekrönter Herrscher der magischen Welt Großbritanniens. Außerdem ist Simon zwar der mächtigste Zauberer aller Zeiten, er kann seine Kräfte aber nur äußerst unzureichend kontrollieren. Und obwohl ‚der Magier‘ ihn zu seinem Erben erklärt hat, ist er nur selten mal zu sprechen. Er muss schließlich ständig gegen ‚die Alten Familien‘ kämpfen, welche die alten Zustände aus der Zeit vor dem Aufstieg ‚des Magiers‘ wieder herstellen wollen.
Gibt es hier jemanden, der bei dieser Kurzbeschreibung nicht sofort an einen gewissen Harry Potter denkt? Wahrscheinlich nicht. Also schon wieder ein einfallsloser Harry-Potter-Clon? Nein, das kann man diesem Buch wirklich nicht vorwerfen, denn die Geschichte entwickelt sich nach anfängliche stark erscheinenden Parallelen in eine völlig andere – und überraschende – Richtung.
Doch bleiben wir zunächst beim Anfang. Der Leser lernt Simon kennen, als er das Kinderheim verlässt und sich auf die Fahrt nach Watford begibt. Währenddessen erinnert er sich ständig an diverse Vorfälle der vergangenen 7 Schuljahre zurück. Als Leser ist man hier ständig versucht, das Buch zur Seite zu legen und sich erst mal die vorhergehenden Bände zu besorgen. Die gibt es aber gar nicht! Simon Snow war eigentlich nur die literarische Lieblingsfigur der Protagonistin eines anderen Werkes der Autorin, „Fangirl“. Erst nach dem Erfolg dieses Buches entschloss sich Rainbow Rowell, Simon ein eigenes Buch zu gönnen. Für den Leser bleibt jedoch ein eigenartiges Gefühl, wenn ständig eine Vorgeschichte angedeutet wird, die es nie gab. (Nach Informationen von Lesern, die „Fangirl“ kennen, werden die genannten Ereignisse auch dort nicht thematisiert.)
Dass manches (ganz) anders ist, als es aus Simons Sicht wirkt, merkt der Leser spätestens, wenn spätere Kapitel aus der Sicht anderer beteiligter Personen geschildert werden. Dies ist allerdings ein Gestaltungsmittel, das auch verwirren kann, denn die Geschehnisse werden, egal aus wessen Blickwinkel sie gerade geschildert werden, immer in der Ich-Perspektive präsentiert. Das führt dazu, dass man sich an manchen Stellen nochmals schnell am Kapitelanfang informieren muss, wer da gerade „ich“ ist.
Ganz so humorvoll, wie der Klappen- (oder korrekter gesagt Rückseiten-)Text vermuten lässt, ist das Buch übrigens nicht. Im Gegenteil: Das Ende wirkt schon beinahe sentimental. Wem das nicht stört, erhält mit „Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow“ eine solide Urban Fantasy mit durchaus neuen Ideen und unerwarteten Plottwists.

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Fazit:
Ein überraschend anderer Zauberschüler in einer Welt, die sich als ganz anders herausstellt, als er (und auch der Leser) zunächst denkt.

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