Der Fluch der Goldenen Stadt

Sascha Rimpl
Der Fluch der Goldenen Stadt

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Die Liste der Opfer

Klappentext:
Yrrkand – die wimmelnde Megalopole, gigantisch wie ein Kontinent, Schmelztiegel der exotischsten Rassen …
Der draufgängerische Jandarm Simon da Laxo wird von einer Fremden angeheuert, fünf in Lebensgefahr schwebende Personen ausfindig zu machen. Seine Auftraggeberin verschwindet kurz darauf unter mysteriösen Umständen, und bereits am nächsten Tag findet man die erste Leiche.
Schnell wird Simon klar, dass er es nicht nur mit einem brutalen Mörder zu tun hat, denn die rätselhaften Hekaten tauchen aus der Versenkung auf. Zudem bekundet der Geheimdienst des Despoten Yrrkands Interesse an den laufenden Ermittlungen.
Simon gerät zwischen die Fronten und hat alle Hände voll zu tun, seine eigene Haut zu retten, als sich Stück für Stück etwas Uraltes und Dunkles offenbart.

Rezension:
Yrrkand ist ein Moloch. Die Stadt ist gigantisch, aber auch dystopisch. Nur der Herrscher und wenige Ratsmitglieder haben etwas zu sagen. In den Armutsvierteln herrscht vollkommene Anarchie, in die sich auch die Jandarmen nur ungern einmischen. Selbst sie haben kaum Durchblick, was wirklich in diesem Chaos vor sich geht. Einer von ihnen ist Simon, dem sein regelmäßiges Glas Gin wichtiger als eine Festnahme ist. Die sind ohnehin selten, denn im Zweifelsfall schießt er lieber, bevor er fragt. Sein Leben ändert sich allerdings, als ihn eine Unbekannte in einer Bar anspricht. Sie drückt ihm eine Liste mit 5 Namen in die Hand. Alle sollen angeblich ermordet werden, und Simon soll sie auffinden und beschützen. Als kleine Motivation steckt ihm die Frau noch ein Säckchen mit Geld zu – einen Betrag, der Simon schwindeln lässt. Kurz darauf wird die Fremde in seiner Gegenwart erschossen.
Bei Sascha Rimpls Buch ist es nicht einfach, es einem Genre zuzuordnen. Steampunk-Elemente paaren sich mit solchen, die eindeutig der Fantasy zuzuordnen sind. Menschen sind in dieser Welt nämlich bei weitem nicht die einzigen humanoiden Wesen. Dass das ganze Setting dystopisch wirkt, wurde ja schon erwähnt. Dazu kommt noch der Krimi-Aspekt, denn der Protagonist ist schließlich ein Jandarm – und nein, das ist kein Tippfehler. Wie dieser sich im Laufe der Handlung bei immer mehr Interessengruppen unbeliebt macht und auf deren Abschussliste gerät, lässt stellenweise schon fast Thriller-Gefühle aufkommen. Das alles ist in einer extrem komplexen Welt angesiedelt. So braucht man schon fast die Hälfte des mit fast 450 Seiten nicht gerade dünnen Buches, bis man die Strukturen der Stadt halbwegs verstanden hat. Wer eigentlich was erreichen will, wird erst ganz am Ende klar.
Der Autor überlässt es seinem Protagonisten, die Geschehnisse in der 1. Person zu erzählen. Trotz der mit dieser Erzählperspektive erzeugten Verbundenheit des Lesers mit dem Erzähler fällt es schwer, sonderlich viel Sympathie für diesen zu entwickeln. Der Stil ist durchaus gut lesbar, wenn auch diverse Wortschöpfungen (wie der bereits erwähnte Beruf des Jandarms) zu Beginn einige Aufmerksamkeit des Lesers erfordern. Dieses Buch passt in keine Schublade und wehrt sich erfolgreich gegen den Trend, immer wieder ähnliche Grundideen und Clichés in der 1000. Variante neu zu erzählen.

Fazit:
Ein dystopischer Steampunk-Fantasy-Krimi, der sich der Einordnung in starre Genre-Strukturen erfolgreich widersetzt.

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„Lord Breakinghams Geheimnis“, der von Rezensenten gelobte Jugendroman um einen Jungen, der unerwartet auf ein Internat gehen muss und Schockierendes über seine eigene Herkunft erfährt, ist in einer überarbeiteten Neuauflage erschienen. Ein Entwicklungsroman über den Wert der Freundschaft.
Nähere Infos zum Buch findet ihr hier: https://lordbreakingham.wordpress.com/
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Der Jahrbuchcode – 2 – SOS EMILIA O.

Petra Mattfeldt, Uli Mattfeldt
Der Jahrbuchcode – 2 – SOS EMILIA O.

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Rätselhafte Briefe

Klappentext:
Das Jahrbuch der Schule zusammenstellen? Wie langweilig!, dachten Niklas, Lilly und Philipp – bis sie den rätselhaften Unbekannten, der auf den alten Klassenfotos auftaucht und scheinbar nie älter wird, entdeckten. Gemeinsam mit Niklas‘ Freund Jonas gelang es ihnen, das Geheimnis zu lösen.
Doch nun findet Niklas im neuen Jahrbuch einen versteckten Code: SOS EMILIA OTTERBACH. Was ist mit dem Mädchen, das vor sechs Jahren plötzlich verschwand, wirklich passiert? Die Freunde forschen nach …
Geschrieben von Petra Mattfeldt und ihrem Sohn Uli: der Nachfolger des spannenden Jugendkrimis „Der Jahrbuchcode“!

Rezension:
Kaum hat die Jahrbuch-AG das Rätsel um den mysteriösen Schüler gelöst und die von ihr zusammengestellten Jahrbücher in der Hand, tut sich ein neues Rätsel auf. Niklas entdeckt, dass ein von ihm selbst geschriebener Beitrag manipuliert wurde. Die Worte wurden so umgestellt, dass die jeweils letzten Buchstaben der Zeilen senkrecht gelesen die Nachricht „SOS EMILIA OTTERBACH“ ergeben. Wer diese Emilia Otterbach ist beziehungsweise war, ist schnell herausgefunden. Das Mädchen besuchte auch das Gymnasium, bevor es vor 6 Jahren spurlos verschwand. Die Freunde beschließen, auch der neuen Spur nachzugehen.
Genau wie der Vorgänger, der nur den Titel „Der Jahrbuchcode“ trug, ist auch dieser 2. Band, den Petra Mattfeldt diesmal zusammen mit Uli Mattfeldt verfasste, ein schon fast als typisch zu bezeichnender Jugendkrimi: Die Freunde stoßen auf ein Rätsel und beschließen, dieses selbst aufzuklären. Dass sie sich teilweise nicht ganz legaler Mittel bedienen, um an Informationen zu gelangen, wird dabei auch thematisiert. Natürlich gibt es auch Irrwege, die sich als falsch herausstellen. Nicht jeder, der verdächtig reagiert, muss wirklich der Täter sein.
Auch bei diesem Band müssen wieder der in sich logische Handlungsaufbau genau wie die glaubhaften Charaktere gelobt werden. Das einzige, was ich an diesem gut geschriebenen Jugendbuch bemängeln möchte, ist die etwas zu sehr in den Fokus gestellte Thematik des Mobbings, zumal diese mit dem Fall an sich wenig zu tun hat.

Fazit:
Auch der 2. Fall der Freunde aus der Jahrbuch-AG kann wieder überzeugen.

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Meine Mutter, meine Schwester und ich

Christina Unger
Meine Mutter, meine Schwester und ich

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Besuch im Modestudio

Klappentext:
Wie du mir, so ich dir
Wie ein ungeliebtes Haustier wurde Olivia als Sechsjährige von ihrer Mutter bei der Oma abgegeben, um dann auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden. Vierzig Jahre später, als Olivia ihre schöne und reiche Schwester in einer Talkshow wiedererkennt, beginnt sie ihre perfide Rache an Mutter und Schwester vorzubereiten. Um ihr Ziel zu erreichen, ist sie sogar bereit, ihre beste Freundin zu opfern …

Rezension:
Als Olivia 6 war, wurde sie von ihrer Mutter zur Oma abgeschoben, weil sie ihrem Vater zu ähnlich war. Seitdem hat sie ihre Mutter und die jüngere Schwester nie wiedergesehen. Eigentlich kennt sie beide nur von Fotos. Als sie längst erwachsen ist, sieht sie ihre Schwester überraschend in einer Talkshow. Und was erzählt die dort? Sie beklagt sich über das schwarze Schaf der Familie: Olivia! Das hätte sie besser nicht tun sollen …
Christina Ungers Kurzgeschichte aus der booksnacks-Reihe kann man wohl als schwarzhumorig beschreiben. Die unterhaltsame Geschichte begibt sich dabei sogar in gewisser Weise in philosophische Gedanken. Auch wenn ich die Gründe der Protagonistin nicht ganz nachvollziehen kann, sorgt dieser Snack doch für gute Unterhaltung. Mit ein paar zusätzlichen Sätzen, die ein wirkliches Ende bieten, hätten er mir allerdings noch besser gefallen.

Fazit:
Eine schwarzhumorige Kurzgeschichte mit offenem Ende.

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Ein MORDs-Team – 24 – Inferno

Andreas Suchanek
Ein MORDs-Team – 24 – Inferno

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Showdown im Studio

Klappentext:
Barrington Cove vergeht in Flammen und Rauch.
In ihrer Rachsucht betätigt Wendy Parker den Auslöser und bringt das Inferno über die Stadt. Inmitten von Feuer und Chaos treffen die Mächtigen aufeinander und ein Mörder tritt auf den Plan. Nach über dreißig Jahren wiederholt sich die Geschichte. Doch das Ende ist ungewiss.

Rezension:
Die Katastrophe lässt sich nicht verhindern. Der Zünder wird betätigt und Barrington Cove zur Flammenhölle. Während die Attentäterin versucht, ihren Racheplan noch zu vervollständigen, versuchen Mason, Olivia, Randy und Danielle immer noch herauszufinden, wer damals Corey erschoss. Dabei gelingt es ihnen, den Chronisten zu enttarnen, dessen Identität eine echte Überraschung darstellt. Und obwohl selbst der Chronist nicht weiß, wer Corey ermordete, finden die Freunde es heraus und können den Täter inmitten der Flammen stellen.
Dass es Andreas Suchanek auch im Finale der 2. Staffel wieder ganz groß knallen lässt, war natürlich vorherzusehen. Genau wie in seinen anderen Reihen konnte man das auch bei „Ein MORDs-Team“ schon als ‚normal‘ voraussetzen. Viele bisher offene Fragen werden dem Leser endlich beantwortet, sodass man den Fall Corey Parker jetzt wirklich als aufgeklärt betrachten kann. Einige Überraschungen sind dabei garantiert. Während man sich beim Lesen fragt, ob beziehungsweise wie die Reihe nach diesem Finale überhaupt noch weitergehen könnte, kommt ganz am Schluss noch ein Cliffhanger, der zweifellos den Einstieg in den 3. Fall der Freunde darstellt.
Einem Fan dieser Reihe (wie auch der anderen des Autors) muss man wohl nicht mehr verraten, dass dieser ein Meister des Spannungsaufbaus ist. Das hat er auch in dieser Staffel wieder bewiesen. Allerdings wurde in dieser Staffel – speziell zu ihrem Ende hin – die Glaubwürdigkeit teilweise schon etwas herausgefordert. Dass man beispielsweise Flüssiggas mit Wasser mischen kann und es in dieser Form noch explosiv ist, halte ich zumindest für unwahrscheinlich. Auch dass die Frau des Sheriffs (wie sie in Band 23 zugibt) Jahrzehnte lang so viele Einwohner erpressen kann, um die jeweilige Wiederwahl ihres Mannes sicherzustellen, klingt kaum glaubwürdig. Wie viele Wahlberechtigte müsste sie denn erpresst haben, um ihrem Mann eine Mehrheit zu sichern? Eine solche Massenerpressung könnte wohl kaum auf Dauer unbemerkt bleiben. Das ‚Problem‘ besteht aber darin, dass solche Schwachstellen in der spannenden Story einfach als fast bedeutungslos untergehen, weil das Lesen einfach Spaß macht.
Nach diesem Band kann man einfach nur sehnsüchtig auf den nächsten Fall, die nächste Staffel, den nächsten Band warten.

Fazit:
Das Finale der 2. Staffel wird den hohen Erwartungen vollständig gerecht.

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Sherlock Holmes Neue Fälle – 1 – Sherlock Holmes und die Zeitmaschine

Ralph E. Vaughan
Sherlock Holmes Neue Fälle – 1 – Sherlock Holmes und die Zeitmaschine

Übersetzung: Hans Gerwien, Andreas Schiffmann

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Verfolgung durch die Zeit

Klappentext:
In London verschwinden Menschen. Die Nächte verbreiten überall Angst und Schrecken, niemand fühlt sich mehr sicher. Man erzählt sich in den Straßen von Geistern, welche die Menschen entführen.
Als Sherlock Holmes durch H. G. Wells einen zurückkehrenden Zeitreisenden aufspürt, vermutet er einen Zusammenhang mit den Morden und ist der grausamen Wahrheit damit bereits sehr nah.
Es sind die Morlocks, die das viktorianische London terrorisieren.
Der Meisterdetektiv stellt sich ihnen entgegen.

Rezension:
In London verschwinden immer mehr Leute spurlos. Sherlock Holmes, der längere Zeit in Frankreich verbrachte, beschließt daher zurückzukehren. Die Spur führt ihn zu einem Schriftsteller namens H. G. Wells, welcher ihm von einem Erfinder erzählt, der eine Zeitmaschine konstruiert hat. Wells hat diese Erfindung sogar schon in einem Buch verarbeitet. Wie nahe dieses der Realität kommt, überrascht sogar Holmes. Um seine Heimatstadt zu retten, entschließt er sich, selbst mehrere Zeitreisen zu unternehmen.
Wer meine Rezensionen verfolgt, weiß natürlich, dass ich für phantastische Stoffe zu haben bin und auch schon einige Neo-Holmes-Bücher rezensiert habe. Da sollte Ralph E. Vaughans Geschichte doch eigentlich meinen Geschmack treffen. Leider treffen solche Theorien jedoch nicht immer ins Schwarze. Die Zeitreisethematik um die Morlocks, die man je nach Blickwinkel als SciFi oder auch als Fantasy betrachten kann, funktioniert für sich genommen ganz gut. Der Titel lässt jedoch primär an eine Sherlock-Holmes-Geschichte denken. Das ist dieses Buch jedoch überhaupt nicht. Natürlich gibt es einen Protagonisten dieses Namens, doch hat dieser mit Arthur Conan Doyles berühmten Detektiv aus № 221b, Baker Street nahezu nichts zu tun. Dr. Watson tritt so gut wie überhaupt nicht in Erscheinung. Das typische ‚Sherlock-Holmes-Gefühl‘, das nicht unwesentlich von der viktorianischen Atmosphäre lebt, kommt leider zu keinem Zeitpunkt auf. Auch dass das Geschehen aus der Sicht eines auktorialen Erzählers geschildert wird, wirkt irgendwie nicht Holmes-like. Der Autor wäre besser beraten gewesen, hätte er die auf Wellsʼ „Die Zeitmaschine“ aufbauende Handlung mit einem eigenen Helden ins Rennen geschickt und Mr Holmes aus der Angelegenheit herausgelassen. Die Idee, dass die Morlocks die Zeitmaschine ihres Besuchers kopieren und mit dieser in die (aus ihrer Sicht) weit zurückliegende Vergangenheit reisen, wäre – besser aufbereitet – nämlich durchaus tragfähig. Die schlechte Kopie eines Sherlock Holmes stört da nur.

Fazit:
Der Held dieses Zeitreisekrimis hat mit dem Sherlock Holmes, den wir alle kennen, nur sehr wenig zu tun.

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Donaumädchen – 1 – Im Netz der Lügen

Johanna Stöckl
Donaumädchen – 1 – Im Netz der Lügen

St,rSt,rSt,rSt,bSt,b

Halluzinationen?

Klappentext:
Lena träumt davon, eines Tages Hackerin und Geheimagentin zu werden, aber eigentlich ist sie ein ganz normales Mädchen. Bis zu ihrem 15. Geburtstag. Denn plötzlich passieren immer mehr seltsame Dinge, die sie an allem zweifeln lassen, was ihr Leben bisher ausgemacht hat. Mit dem Spezialisten für den seltenen Gendefekt, unter dem sie von Geburt an leidet, ist etwas faul, und auch das Medikament, das sie täglich einnimmt, kommt ihr immer verdächtiger vor. Ist sie überhaupt krank, oder hat man mit ihr womöglich gentechnische Experimente angestellt? Zu allem Überfluss hat Lena mysteriöse Träume, bildet sich ein, Krähen sprechen zu hören, und ist sich irgendwann nicht mehr sicher, ob nicht auch ihre Eltern mehr wissen, als sie ihr sagen.
Urban Fantasy, gemischt mit Elementen aus Mystery und Thriller, angesiedelt im Wien der Jetztzeit, für Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene. Jetzt mit neuem Cover als handliche Einzelbände erhältlich. Eine ungewöhnliche Mischung aus Urban Fantasy, Thriller, Coming-of-Age und Mystery, wo moderne Elemente auf Motive aus der österreichischen Sagenwelt treffen. Spannend, rasant und voller unerwarteter Wendungen.
Wie alle Geschichten von Johanna Stöckl: Fantasy abseits des Mainstreams mit Wiener Schmäh. Alles, außer gewöhnlich.

Rezension:
Als Tochter eines Geheimpolizisten träumt Lena davon, einmal Agentin zu werden – oder Hackerin. Zumindest in letzterem versucht sie sich schon hin und wieder. Dass sie durch eine angeborene Krankheit oft zur Blutprobe muss und wahrscheinlich auch keine sehr hohe Lebenserwartung hat, versucht sie dabei zu ignorieren. Aber an ihrem 15. Geburtstag hört sie plötzlich, wie sich Krähen in menschlicher Sprache unterhalten. Sinnestäuschungen könnten ein Anzeichen für den Ausbruch ihrer Krankheit sein. Doch dann entdecken sie und ihre Freundinnen immer mehr Merkwürdigkeiten: Der ‚Spezialist‘, der Lena seit ihrer frühesten Kindheit behandelt, ist in Wirklichkeit ein HNO-Arzt. Das Medikament, dass sie täglich einnimmt, existiert in keiner offiziellen Arzeneimittelliste. Und ihr Vater scheint an seiner Arbeitsstätte unbekannt zu sein.
Von der Autorin Johanna Stöckl habe ich schon verschiedenes gelesen und rezensiert. Ihre Reihen „Tinas Tagebuch“, „Feuerlilly“ und „Blausilbermond“ konnten mich – zumindest soweit ich sie bisher gelesen habe – überzeugen. Deshalb nutzte ich die Gelegenheit, auch ihr „Donaumädchen“ kennenzulernen. Um es vorwegzunehmen: Zumindest dieser 1. Band hat mich enttäuscht. Natürlich verrät der Klappentext schon, dass sich hier eine ganze Reihe an Genres treffen. Dass sich die Urban-Fantasy-Elemente in diesem Band auf die sprechenden Krähen begrenzen, kann man dem Buch natürlich kaum zum Vorwurf machen. Das kann sich im weiteren Verlauf der Geschichte noch ändern. Ein (wahrscheinlicher) Arzeneimittelskandal, das Rätsel um die wahre Tätigkeit des Vaters, die Unsicherheit um das Wissen der Eltern, ein pädophiler Arzt, eventuelle behördliche Vertuschung und dann auch noch der Verdacht auf Außerirdische – das ist einfach zu viel des Guten. Die Geschichte kommt mir thematisch vollkommen überladen vor.
Ein anderer Punkt, der mir auffält, könnte allerdings auf den Unterschieden zwischen Deutschland und Österreich beruhen. Der Vater der Protagonistin wird als (angeblicher) im Verborgenen tätiger Verfassungsschützer, aber auch als Polizist bezeichnet. Auch geht Lena davon aus, dass das Innenministerium der Arbeitgeber ihres Vaters ist. Ist der Geheimdienst in Österreich wirklich Bestandteil der Polizei?
Sprachlich kann man an der aus der Ich-Perspektive der Protagonistin erzählten Story dagegen nichts aussetzen. Hier entspricht das Niveau dem von der Autorin gewohnten. Trotzdem verspüre ich hier – ganz im Gegensatz zu den oben genannten Reihen – kaum das Bedürfnis, Lenas Abenteuer weiter zu verfolgen. Obwohl es mich schon interessieren würde, was hinter dem großen Rätsel um Emmas Krankheit (?) steckt, schreckt mich die Themenflut doch ab.

Fazit:
Diese eigentlich recht interessante Geschichte ist leider mit zu vielen Nebenthemen überfrachtet.

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Ein MORDs-Team – 23 – 1985

Andreas Suchanek
Ein MORDs-Team – 23 – 1985

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Die Geschichte der Parkers

Klappentext:
Gefangen mit den Mächtigen der Dynastien lauschen Mason, Olivia und Danielle der unbekannten Frau. Deren Worte enthüllen die wahre Geschichte des Jahres 1985 und den schicksalhaften Weg von Corey und Wendy Parker bis zum Tag der Katastrophe auf Angel Island. Und darüber hinaus.

Rezension:
Die falsche Wendy hat Mason, Olivia und Danielle, aber auch verschiedene Mitglieder der Dynastien in ihre Gewalt gebracht. Bevor sie den letzten Schritt tut, ist es ihr ein Bedürfnis, zu erzählen, was damals wirklich geschah.
Staffel 2 der „Ein MORDs-Team“-Reihe neigt sich ihrem Ende entgegen. Wie schon bei der 1. Staffel präsentiert Andreas Suchanek seinen Lesern im letzten Band vor dem Staffelfinale einen Rückblick in die Zeit, als die Ereignisse ihren Anfang nahmen. Dass er dabei (wie in schlechten Krimis) den Weg beschreitet, der Antagonistin ihren sicher geglaubten Opfern alles detailliert erzählen zu lassen, kennen wir auch schon aus Staffel 1. Nur gut, dass das definitiv kein schlechter Krimi ist. Anders gesagt, sogar ein sehr guter. Viele Zusammenhänge werden dem Leser jetzt klar. Wer sich wirklich hinter der Maske der falschen Wendy versteckt, dürfte für jeden eine Überraschung sein. Aber natürlich lässt der Autor auch hier wieder einige Fragen unbeantwortet, die die Spannung für das kommende Staffelfinale hoch halten. Was wird geschehen, wenn die durchgedrehte Frau die Zündsätze auslöst?

Fazit:
Das vor Jahrzehnten Geschehene hat immer noch große Auswirkungen auf Marble Cove und seine Bewohner. Hat die Stadt eine Zukunft?

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Die Glocke von Whitechapel

Ben Aaronovitch
Die Glocke von Whitechapel

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Operation Jennifer

Klappentext:
Der gesichtslose Magier, verantwortlich für grauenvolle übernatürliche Verbrechen, ist endlich enttarnt. Leider aber auch entwischt. Und er arbeitet weiter zielstrebig daran, die letzte Stufe seines perfiden Plans in die Tat umzusetzen. Das bedeutet: Ganz London ist in Gefahr. Peter Grant, Zauberlehrling und Detective Constable, muss zu extremen Mitteln greifen …

Rezension:
Martin Chorley, auch bekannt als der gesichtslose Magier, entwickelt sich immer mehr zu einem ernsthaften Problem für die allgemeine Sicherheit. Das hat sich mittlerweile auch in den Chefetagen der Metropolitan Police herumgesprochen. Also wird mit großem Aufwand eine abteilungsübergreifende Fahndungsgruppe, die „Operation Jennifer“, ins Leben gerufen. Und das alles unter Führung des Folly, wo auch die Zentrale eingerichtet wird. Plötzlich wimmelt es im bisher wie ausgestorben wirkenden Gebäude von Polizisten und Fallanalytikern. Die geballte Macht kommt nicht zu früh in Bewegung, denn Chorley scheint einen großen Coup zu planen. Einen, bei dem selbst die Götter nicht mehr sicher sind.
Peter Grant ist zurück. Nach der nicht ganz so überzeugenden Novelle (beziehungsweise dem Kurzroman, wie der deutsche Verlag [dtv] das Buch bezeichnet) „Geister auf der Metropolitan Line“ kehrt die Reihe um den jungen Polizisten und die übersinnlichen Vorgänge in und um London mit ihrem 7. regulären Band wieder zu ihren Stärken zurück. Wie gewohnt streut Ben Aaronovitch wieder zahlreiche Anspielungen auf Geschichte, Architektur und Popkultur in den Text ein – was das Buch schon alleine lesenswert macht, andere Leser aber offensichtlich auch stört, wie man an diversen Rezensionen zu den Büchern der Reihe erkennen kann. Ebenfalls wie gewohnt überlässt der Autor seinem Protagonisten das Wort, dem Leser die turbulenten Ermittlungsarbeiten in der 1. Person zu schildern.
Auch bei diesem Band hielt es dtv wieder für nötig, mit „Die Glocke von Whitechapel“ einen deutlich vom Original („Lies Sleeping“) abweichenden deutschen Titel zu wählen. Nebenbei sollten die Mitarbeiter, die den Klappentext sowie andere Werbetexte verfassen, das Buch eventuell vorher auch mal lesen. In allen diesen Texten wird der Protagonist nämlich als „Constable“ bezeichnet, obwohl im Roman schon auf Seite 25 berichtet wird, dass Peter vor geraumer Zeit zum Police Detectiv befördert wurde.
Teilweise wird berichtet, dieser Band würde die somit 7½-bändige Urban-Fantasy-Krimi-Reihe abschließen. Eine offizielle Bestätigung dafür konnte ich allerdings nicht finden. Auch lässt das Ende des Buches keine eindeutige Schlussfolgerung für oder gegen eine Beendigung der Reihe zu. Beides wäre möglich, ohne im Widerspruch zum Finale zu stehen.
Auch wenn die Meinungen zu dieser Reihe (wie erwähnt) die Urban-Rantasy-Fans spalten, stellt auch dieses Buch für mich wieder ein Muss für jeden Fan des Genres dar.

Fazit:
Urban Fantasy, Krimi und eine große Portion ironischen Humor – so wünscht sich jeder Fan dieser Reihe ein Peter-Grant-Abenteuer.

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Eine kleine Überraschung zum Schluss:
Kürzlich wurde ein deutscher Ableger der Peter-Grant-Reihe angekündigt. Am 20. 09. 2019 soll unter dem Titel „Der Oktobermann“ das (1.?) Abenteuer von Tobi Winter, Mitarbeiter der BKA-Abteilung für komplexe und diffuse Angelegenheiten (ebenfalls verfasst von Ben Aaronovitch) auf deutsch erscheinen.

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Veyron Swift Shorts – 1 – Veyron Swift und die drei Dolche

Tobias Fischer
Veyron Swift Shorts – 1 – Veyron Swift und die drei Dolche

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Rache auf kleinen Füßen

Klappentext:
Veyron Swift wird von der Polizei zur Hilfe gerufen, nachdem ein mysteriöser Mord geschehen ist. Als Täter kommen eine misshandelte Ehefrau, ein eifersüchtiger Bediensteter oder eine Schar Kleinkinder in Frage. Zurückgelassen haben die Mörder einen gelochten Dolch – einen von dreien, die überall im Land gefunden wurden. Für Veyron steht fest: Mächte aus einer anderen Welt stecken hinter diesem Verbrechen. Er braucht all seine Tricks, um die wirklichen Mörder zu überführen und die Hintergründe der Tat aufzudecken…

Rezension:
Mitten in der Nacht wird Veyron Swift von einem Fremden in Begleitung seiner Frau und eines Chauffeurs aufgesucht. Dieser Mr Pureberry behauptet, von Kobolden belästigt zu werden. Veyron lehnt jedoch ab, den Fall zu übernehmen. Er ist sich sicher, dass der Mann ihm etwas verschweigt. Doch wenige Tage später taucht Detective-Constable Willkins auf. Eben jener Mr Pureberry ist unter mysteriösen Umständen ermordet worden. Verdächtig sind seine Frau, der Chauffeur – oder eine Gruppe unbekannter kleiner Kinder. Sollten da wirklich Kobolde ihre Hände im Spiel haben?
Nach „Veyron Swift und das Juwel des Feuers“ und mehreren Folgeromanen startet der Autor Tobi(as) Fischer jetzt eine Reihe von Kurzgeschichten um den ‚Sherlock Holmes fürs Übernatürliche‘ Veyron Swift und seinen Patensohn Tom, aus dessen Perspektive die kriminalistischen Urban-Fantasy-Geschichten erzählt werden. Auch hier werden Elemente der klassischen Detektivgeschichte mit solchen der Urban Fantasy verwoben, was ein überraschend stimmiges Gesamtbild ergibt. Durch die sich auf Tom konzentrierende Erzählperspektive fließen aber auch in gewissem Maße Jugendbuchelemente ein, auch wenn Tom selbst ein eher stiller Beobachter bleibt und so gewissermaßen die Rolle eines Dr Watson einnimmt.
Obwohl es – zumindest für Kenner des Helden Veyron Swift – natürlich von Anfang an klar ist, dass der Täter nicht in den Reihen der Menschen zu finden ist, überrascht es den Leser doch, was sich wirklich hinter dem mysteriösen Geschehen verbirgt. Selbst die Rollenverteilung zwischen Täter und Opfer ist erheblich komplizierter, als es zunächst scheint. Freunde derartiger Genre-Mixe werden von dieser – teilweise etwas dialoglastigen – kurzen Geschichte bestimmt nicht enttäuscht werden.

Fazit:
Eine Urban-Fantasy-Detektivgeschichte in modernen London – da werden Fans unterschiedlicher Vorlieben vereint.

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– Blick ins Buch –
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Ein prickelnder Tod

Helmut Hafner
Ein prickelnder Tod

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Tödlicher Sekt

Klappentext:
Ein rätselhafter Mord in der Idylle…
Am Fuße einer Anhöhe inmitten einer saftig grünen Wiese findet man die Leiche von Oliver Kreuzer. Nichts deutet auf ein Kapitalverbrechen hin. Unweit des Fundorts der Leiche bemerken die Kriminalbeamten aber einige Ungereimtheiten. Ein Sektkorken gibt ihnen Rätsel auf. Im Haus des Toten stößt man auf ein Notizbuch mit einer herausgerissenen Seite, auf der die Umrisse einer Telefonnummer erkennbar sind. Ist Hauptkommissarin Emma Kilian dem Täter dicht auf den Fersen?

Rezension:
Als Kommissarin Kilian zu einer in der Natur herumliegenden Leiche gerufen wird, ist noch unklar, ob da jemand nachgeholfen hat. Doch schnell finden sich Hinweise au einen Mord. Die Täterin fühlt sich jedoch sicher. Noch.
In Helmut Hafners Kurzkrimi aus der booksnacks-Reihe verzichtet er ganz auf Action. Der Leser erfährt ohnehin schnell, wer den Mord begangen hat. Die Handlung basiert stattdessen auf den Überführungsbemühungen der Kommissarin. Dass die gesamte Ermittlungsarbeit arg unrealistisch ausfällt, stört eher wenig, liegt der Schwerpunkt doch auf den menschlichen Reaktionen. Trotzdem fehlt der Geschichte irgendetwas, um wirklich rund zu wirken. Vielleicht ist es die mangelnde Tiefe der Charaktere, die trotz des Kurzgenschichtencharakters etwas komplexer aufgebaut werden könnte.

Fazit:
Ein Kurzkrimi für die kleine Pause, dem leider der letzte Kick fehlt.

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