Berlingtons Geisterjäger – 2 – Mördernächte

Amalia Zeichnerin
Berlingtons Geisterjäger – 2 – Mördernächte

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

‚Jack the Magier‘

Klappentext:
London, 1888. Fast ein Jahr ist vergangen, seit die Geisterjäger aus der Anderswelt zurückgekehrt sind. Ein bestialischer Mord erschüttert Whitechapel, dem bald weitere folgen. Unter den Tatverdächtigen ist auch der Politiker und Magier Sir Zane Wentworth. Die Angst geht um in der Stadt! Auch die irische Hexe Fiona fühlt sich verfolgt, während die Künstlerin Nica von unerklärlichen Albträumen geplagt wird. Der amerikanische Privatdetektiv Eliott Breeches beginnt, den Mordfall auf eigene Faust zu untersuchen. Victor Berlington kämpft zugleich mit ganz anderen Schwierigkeiten… In der Buchreihe Berlingtons Geisterjäger treffen historische Urban Fantasy zusammen mit Elementen aus Krimi, Gothic Horror und einem Hauch Steampunk, gewürzt mit etwas gleichgeschlechtlicher Romantik.

Rezension:
Im Londoner East End häufen sich bestialische Morde an Frauen. Während die Presse mehr oder weniger abstruse Theorien zum Täter aufstellt, vermuten die Hexe Fiona, Lord Berlington und andere Personen ihres überwiegend magisch begabten Freundeskreises, dass der Täter im magischen Umfeld zu finden ist. Da sie sich mit diesem Verdacht natürlich weder an die Polizei, noch an die Öffentlichkeit wenden können, ohne für verrückt erklärt zu werden, beschließen sie, selbst Ermittlungen anzustellen. Die sexuellen Vorlieben einiger der Beteiligten lassen einen zu engen Kontakt zur Polizei ohnehin nicht ratsam erscheinen. Doch der erfolgreiche Kampf gegen ein Anderswelt-Wesen im vergangenen Jahr schweißt die Kampfgefährten über soziale Schranken hinweg zusammen.
Bestialische Frauenmorde, das Londoner East End und das Jahr 1888 – natürlich geht es hier um die in der Realität bis heute nicht aufgeklärten Morde Jack the Rippers. Was spricht also dagegen, den Täter im magischen Umfeld zu suchen? Auch ohne Band 1 der „Berlingtons Geisterjäger“-Reihe zu kennen, findet man sich schnell in die Handlung und die Protagonisten hinein.
Wie bereits der Klappentext verrät, wird hier Urban Fantasy mit historischen Krimi und Steampunk vermischt. Die homoerotischen Beziehungen zwischen Fiona und Nica sowie Victor und Alec werden nach meinem Geschmack teilweise zu sehr fokussiert, zumal sie zur eigentlichen Handlung wenig beitragen. Speziell auf eine recht detailreiche Sexszene zwischen den beiden Männern hätte ich durchaus verzichten können.
Amalia Zeichnerin erzählt ihre Geschichte stilistisch geschickt aus der wechselnden Perspektive verschiedener Protagonisten, wobei diese beim Perspektivenwechsel jeweils namentlich genannt werden. Auch Ort und Zeit der Handlung werden immer ausdrücklich erwähnt.
Obwohl der Mörder am Ende dieses Bandes enttarnt ist, schließt dieser doch mit einem Cliffhanger, der zu Band 3 überleitet.

Fazit:
Dieser bunte Genre-Mix aus Urban Fantasy, historischen Roman und Steampunk sowie Homoerotik dürfte die Fans diverser Genres ansprechen.

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Nähere Infos zum Buch findet ihr hier: https://lordbreakingham.wordpress.com/
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Galway Hunters – 1 – Feuertaufe

Stefanie Foitzik
Galway Hunters – 1 – Feuertaufe

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

OʼHaras Leute

Klappentext:
Zehn Jahre ist es nun her, dass es durch die Unaufmerksamkeit eines einzelnen Leprechauns – dem die Installation der City Webcams in Galway entgangen waren – zu einer historischen Entscheidung kam. Die Völker der Anderswelt gaben sich zu erkennen. Fairies, Hochelfen Vampire, Werwölfe, Dämonen, Leprechauns, Sidhes, Fomoren, Hexen, Gespenster … Das Outing ließ zur Gewissheit werden, dass die als Märchen und Legenden abgetanen magischen Wesen, wirklich existieren und im Geheimen schon lange an unserer Seite leben. So wie es die Iren, mit ihren Zugängen zur Anderswelt, schon lange gespürt hatten. Sie sind es nun, die mit dem neuen Nachbarstaat jenseits der Schleier am engsten verknüpft sind. Und nicht allen gefällt die neue Weltordnung, es gibt Widerstand, sowohl unter Paras als auch den Menschen. So steckt Michael O’Hara – kaum, dass er seine Kopfgeldjägeragentur für Paranormale Fälle eröffnet hat – in einem riesigen Schlamassel von Problemen: Ein verschwundener Sidhe und eine bestialische Mordserie an jungen Frauen, fordern seinem gerade zusammengestellten Team alles ab. Darüber hinaus stalkt ein Vampir Michaels junge Kopfgeldjägerin Cat und seit neuestem plagen ihn prophetische Alpträume, die sich verdammt real anfühlen. Und dann ist da auch noch die Hochelfe Mairéad … Dass die Galway Hunter noch tiefer in den Strudel der Ereignisse gezogen werden, deren Ursprung in der blutrünstigen alten Ordnung der Anderswelt liegen, davon ahnt Michael zu diesem Zeitpunkt noch nichts.

Rezension:
Nach der Enttarnung der Wesen, die die meisten Menschen bisher für Sagengestalten hielten, leben diese mehr oder weniger friedlich mit den Menschen zusammen. Die Fürsten der Anderswelt-Reiche versuchen dieses Status aufrechtzuerhalten, auch wenn einzelne ihrer Bürger immer wieder für Zwischenfälle sorgen. Michael OʼHara, ein Mensch mit guten Kontakten zu verschiedenen Anderswelt-Wesen, eröffnet eine Kopfgeldjägeragentur, die sich auf kriminelle Nicht-Menschen spezialisiert. Cat, eine junge Frau, die Vampire und alle sonstigen nichtmenschlichen Wesen hasst, weil sie ihnen die Schuld am Tot ihrer Eltern gibt, wird seine Mitarbeiterin. Noch ahnt sie nicht, dass ausgerechnet ein Halbvampir ihr Kollege wird. Schon bald sorgt eine Mordserie, hinter der offenbar aufrührerische Andersweltler stecken, für Aufregung.
Stefanie Foitzik beschreitet mit ihrer neuen Urban-Fantasy-Reihe außergewöhnliche Pfade, denn anders als im Genre gewohnt ist die Existenz der Fantasy-Wesen hier allgemein bekannt. Auch die Kombination der Thematik mit einer Krimihandlung wirkt durchaus gelungen. Dass obendrein jeder einzelne Hauptcharakter sein eigenes Liebesleben bekommt, wodurch auch Romantasy-Elemente einfließen, könnte vielleicht für spätere Bände noch Bedeutung gewinnen.
Am Anfang wirken die vielen Personen, die schnell nacheinander ins Spiel kommen, etwas verwirren, zumal sich in manchen Fällen erst im weiteren Verlauf herausstellt, dass es sich beim wirklichen Namen eines Wesens und einem menschlichen Namen an einem anderen Schauplatz eigentlich um dieselbe Person handelt. Auch bei den Erinnerungen der verschiedenen Protagonisten an ihre (in manchen Fällen jahrhundertelange) Vergangenheit muss man sich teilweise sehr konzentrieren, um das Puzzle nach und nach zusammensetzen zu können. Zumindest beim Zurechtfinden in den diversen, teilweise typisch irischen Fantasy-Wesen hilft ein Glossar am Ende des Buches weiter. Schon in diesem Auftaktband der „Galway Hunters“-Reihe wird ein sehr komplexes Beziehungsgeflecht aufgebaut, dass beim Lesen einige Konzentration erfordert.
Nachdem die Grundlagen und Hintergründe weitgehend geklärt sind, ist allerdings zu vermuten, dass sich kommende Bände stärker auf die eigentliche Krimi-Handlung vor Urban-Fantasy-Hintergrund konzentrieren werden. Die von der Autorin geschaffene Welt dürfte durchaus Potenzial für einige weitere Bände bieten.

Fazit:
Dieser Krimi-Fantasy-Mix beschreitet unausgetretene Wege und bietet außer den ‚üblichen Verdächtigen‘ auch einige weniger bekannte Wesen.

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3:0 Fußballkrimis

Thomas Kowa
3:0 Fußballkrimis

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Tödlicher Fußball

Klappentext:
Unser booksnack zur WM 2018
Was wäre, wenn der eigene Verein nicht den entscheidenden Elfmeter versemmelt hätte? Woher hat ein Puma seine drei Streifen bekommen? Und wie schaffen es zwei Komissare einen Mord bei einem Fußballspiel zu lösen, wenn der eine Fußball hasst und der andere Akten? Drei unterhaltsame booksnacks für alle Fußballfans!

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
Der Puma mit den drei Streifen
Tod auf dem Betze
1954
Da ich die Kurzgeschichte „Der Puma mit den drei Streifen“ bereits im Rahmen ihrer Solo-Veröffentlichung rezensiert und 5 Sternen für würdig befunden habe, beschränke ich mich hier auf die beiden anderen Beiträge.
Bei „Tod auf dem Betze“ muss sich ein Kommissar mit einem anscheinenden Selbstmord beschäftigen, der im Zusammenhang mit dem DFB-Pokal stehen könnte. „1954“ befasst sich dagegen mit berühmten Fußballspielen in einer alternativen Historie (und passt genaugenommen nicht unter den Begriff „Fußballkrimi“).
Allen 3 Kurzgeschichten gemein ist natürlich Thomas Kowas besonderer Sinn für Humor, den er bereits in zahlreichen anderen Kurzgeschichten beweisen hat. Leider kann „1954“ das Niveau der beiden anderen Geschichten nicht halten. Insgesamt gesehen ist dieser XXL-booksnack speziell für Freunde humorvoller Krimis lesenswert.

Fazit:
Gleich 3 humorvolle Kurzgeschichten, die zumindest entfernt mit Fußball zu tun haben, werden hier vereint.

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Langsam, ganz langsam

Linda Cuir
Langsam, ganz langsam

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Der langsame Mord

Klappentext:
Eine spannende Krimi-Kurzgeschichte
Bauer Wilhelm verspricht seiner Frau Elsa den Tod ihrer Tochter zu rächen. Sie erklärt ihm genau, wie die Rache zu erfolgen hat. Langsam, ganz langsam. Obwohl Wilhelm Gewalt hasst, möchte er Elsas letzten Wunsch erfüllen.

Rezension:
Nach langem Auslandsaufenthalt kehrte Karl in seinen Heimatort zurück. Damit hat Hermann ein Problem, denn er versprach seiner verstorbenen Frau, ihn bei Gelegenheit zu ermorden. Und zwar langsam, ganz langsam. Ein Schuss aus der Ferne fällt also aus. In der Tarnung eines starken Schneesturms entschließt sich Hermann, einen Versuch zu unternehmen.
Lange bleibt es in Linda Cuirs booksnacks-Kurzgeschichte im Dunklen, wieso Hermann seiner Frau diesen Mord versprochen hat. Dieses Rätsel soll hier natürlich nicht aufgelöst werden. Wieso Hermann im Klappentext zu einem Wilhelm mutiert, kann allerdings wohl nicht mal der Verlag beantworten, genauso wenig wie die Frage danach, welche Rolle die dort erwähnte Tochter spielt, die in der Geschichte selbst mit keinem Wort erwähnt wird. Offen bleibt allerdings auch, woher Hermann weiß, dass Karl wirklich der Karl ist, an dem sich seine Elsa rächen wollte. Ist die etwa erst kürzlich gestorben, nachdem Karl schon zurückgekehrt war? Den Eindruck gewinnt man beim Lesen allerdings nicht.
Abgesehen von gewissen logischen Schwächen stellt „Langsam, ganz langsam“ jedoch eine spannende Kurzgeschichte dar, bei dem man sich beim Lesen immer wieder fragt, wie es wohl ausgehen wird. Tötet Hermann Karl wirklich? Wird er im Schutz des Schneesturms unentdeckt entkommen? Stilistisch ist der Autorin ein lesenswerter Kurz-Thriller gelungen, der mit einigen wenigen zusätzlichen Informationen absolut top wäre.

Fazit:
Eine sehr spannende Kurzgeschichte, der lediglich einige wenige Informationen fehlen, um perfekt zu sein.

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Bloody Mary

J. Monika Walther
Bloody Mary

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Der letzte Drink

Klappentext:
Tödliche Cocktails
Maria und Robert waren kein Traumpaar, aber sie lebten gut, hatten ihre Freiheiten. Maria liebte es an den Wochenenden, ihrem Mann Mixgetränke zu servieren. Sie wusste genau wie ein Blue Boy, ein Gimlet, wie Whisky Sour und eine Bloody Mary zu mischen waren. Sie liebte ihre Bar, die sie in der kleinen Eingangshalle ihres Hauses eingerichtet hatte. Leider hatte Robert eine störende Eigenschaft: Er gab gerne den Besserwisser.

Rezension:
Maria und Robert sind seit 17 Jahren verheiratet, aber wirklich zu sagen haben sie sich schon lange nichts mehr. Die Hausbar war lange Marias Revier, in dem sie sich auskannte. Das ändert sich erst, als Robert herausfindet, wie man die Drinks noch verbessern könnte. Lange wehrt sich Maria dagegen, die Bloody Marys ihres Mannes mit Worcestersoße zu verfeinern, doch irgendwann gibt sie nach …
J. Monika Walther beweist mit diesem booksnack, dass man auch in einer so kurzen Geschichte eine komplette Handlung inclusive Vorgeschichte verpacken kann. Im Gegensatz zu manch anderer Kurzgeschichte aus dieser Reihe hat man beim Leser das Gefühl, ‚etwas Ganzes‘ vor sich zu haben. Dieses eBook ist eine wirklich gelungene Pausenlektüre.

Fazit:
Bei diesem gelungenen Kurzkrimi um Bloody-Mary-Drinks muss niemand bluten. Zumindest nicht im wörtlichen Sinn.

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Ein Fall für Wells & Wong – 3 – Mord erster Klasse

Robin Stevens
Ein Fall für Wells & Wong – 3 – Mord erster Klasse

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Übersetzung: Nadine Mannchen

Auf Agatha Christies Spuren

Klappentext:
Hazels Vater beschließt, seine Tochter und ihre Freundin Daisy unter seine Fittiche zu nehmen und mit ihnen die Ferien zu verbringen. Er lädt sie auf eine spektakuläre Fahrt quer durch Europa im Berühmten Orientexpress ein und hofft, dass sie hier vom Detektivspielen Abstand nehmen werden. Seine Rechnung hat er jedoch nicht mit den zwielichtigen Passagieren gemacht, die die Reise mit ihnen antreten.
Wie sollte es anders sein? Schon bald ertönt der erste Schrei und ein Mitreisender liegt regungslos am Boden. Ehrensache für Hazel und Daisy, dass sie sofort die Ermittlungen aufnehmen und in die ein oder andere brenzlige Situation geraten.

Rezension:
Hazels Vater ist von der erneuten Verwicklung seiner Tochter in einen Mordfall alles andere als begeistert. Deshalb kommt er in ihren Sommerferien extra nach Europa, um mit ihr den Kontinent während einer Fahrt im Orient-Express zu erkunden. Da Daisys Eltern gerade zu dieser Zeit im Prozess um den Mord während der Osterferien aussagen müssen, lädt er Hazels Freundin ein, sie zu begleiten. Im Gegensatz zu Mr Wong weiß Daisy aus dem im Vorjahr erschienenen Roman Agatha Christies allerdings schon, dass Reisen in diesem Zug nicht ganz ungefährlich sind. Tatsächlich stellt sich heraus, dass die Mitreisenden im Wagen eine eigenartige Mischung darstellen. Und natürlich lässt ein Mord nicht lange auf sich warten.
Nachdem in den vorhergehenden Bänden im Internat, das die beiden Protagonistinnen besuchen, und in Daisys Elternhaus gemordet wurde, verlegt Robin Stevens den Handlungs- und Tatort diesmal in den berühmten Orient-Express. Dass Agatha Christies berühmter Roman als Reiselektüre Daisys sogar in die Handlung eingebaut wurde, stellt natürlich eine nette Reminiszenz dar. Da auch die vergangenen Fälle vom Aufbau des Handlungsgerüsts eindeutige Anklänge an die klassischen Krimis dieser Autorin aufwiesen, kann man das wohl als offizielle Bestätigung der Vorbildfunktion interpretieren. Überraschend ist, dass fernab der Heimat gleich mehrere aus „Teestunde mit Todesfall“ bekannte Charaktere wieder in Erscheinung treten.
Robin Stevens gibt ihren beiden Heldinnen auch im Zug wieder Gelegenheit, ihre Beobachtungs- und Kombinationsgabe unter Beweis zu stellen. Erneut gibt es so viele anscheinend unwiderlegbare Beweise und Beobachtungen, dass der Mord eigentlich gar nicht möglich gewesen wäre. Die Leiche beweist natürlich das Gegenteil. Alle Verdächtigen haben felsenfeste Alibis. Viele von ihnen waren zum fraglichen Zeitpunkt sogar gemeinsam mit Daisy und Hazel im Speisewagen. Natürlich finden die beiden jungen Detektivinnen am Ende den Fehler in ihren eigenen Schlussfolgerungen und lösen den Fall.
Während Tathergang und Beweise am Ende jedoch völlig schlüssig und logisch erscheinen, gibt es in der Rahmenhandlung leider erhebliche Logiklücken. So geschieht der Mord zur Zeit des Abendessens, und der Zug fährt die ganze Nacht über weiter, bis er am Morgen durch äußere Umstände (die nichts mit dem Mord zu tun haben) zu einem unplanmäßigen Halt gezwungen wird. Der Express bleibt den ganzen Tag auf offener Strecke stehen, bis es endlich weitergeht und die Leiche nach Belgrad gebracht und der Fall dort der Polizei übergeben werden kann. Das damalige Jugoslawien war aber auch im Handlungsjahr 1935 nicht so dünn besiedelt, dass man unterwegs keine kleineren Orte passiert hätte, wo man bei einem unplanmäßigen Halt die Polizei hätte alarmieren können. Außerdem hatten selbst die größten Dampfloks nicht ansatzweise genug Vorräte an Kohle und Wasser, um solche Strecken ohne Nachfüllung bewältigen zu können.
Auch dieser Band der „Ein Fall für Wells & Wong“-Reihe stellt wieder eine sehr unterhaltsame, gelungene klassische Detektivgeschichte dar, die zu lesen einfach Freude macht. Mehrere krasse Logiklücken, die allerdings nicht den Fall an sich betreffen, verhindern diesmal allerdings die Maximal-Punktzahl.

Fazit:
Auch im 3. Mordfall müssen Daisy und Hazel wieder eine vertrackte Beweislage auf beste klassische Detektivweise entwirren.

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Sherlock Holmes, Sisi und das Erbe des Karl Marx

Klaus-Peter Walter
Sherlock Holmes, Sisi und das Erbe des Karl Marx

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Sisi und das Kapital

Klappentext:
Auf der Jagd nach den verschollenen Manuskripten des Karl Marx
Dr. Edward Aveling, der »Schwiegersohn« des soeben verstorbenen Philosophen Karl Marx, hat einen schlechten Charakter, sonst würde er Band 2 und 3 von Das Kapital nicht als Pfand für seine Verluste beim Glücksspiel hinterlegen. Als er sie auslösen will, hat sich der Gewinner damit bereits aus dem Staub gemacht.
Marx’ Freund und Genosse Friedrich Engels muss sich sehr überwinden, einen bürgerlichen Detektiv wie Sherlock Holmes mit der Wiederbeschaffung der unersetzlichen Zettelkonvolute zu beauftragen. Die Suche führt nach Meran und Bozen, wo man die Bekanntschaft von Kaiserin Sisi macht, die überraschenderweise eine heimliche Wertschätzung für den Revolutionär aus Trier hegt. Es entbrennt ein mörderischer Kampf um das Erbe von Karl Marx.

Rezension:
Während sich Watson mal wieder über die Eigenheiten seines Freundes Holmes ärgert, kündigt Mrs Hudson unerwarteten Besuch an. Ein Frederic Oswald möchte Holmes engagieren. Wie es seine Art ist, findet dieser sehr schnell heraus, dass dieser Name falsch ist. In Wirklichkeit handelt es sich bei seinem neuen Klienten um einen gewissen Friedrich Engels – ein Mann, dessen Weltanschauung Holmes nicht unbedingt sympathisch ist. Zähneknirschend gibt der Besucher zu, dass der (inoffizielle) Ehemann der Tochter seines kürzlich verstorbenen Freundes Karl Marx Schuld daran ist, dass wertvolle Manuskripte aus dem Nachlass letztens in falsche Hände geraden sind. Trotz einiger Vorbehalte stimmt Holmes – nicht zuletzt wegen einer großzügigen Bezahlung – zu, diese wiederzubeschaffen. Schnell stellt sich heraus, dass die Papiere sich bereits außer Landes befinden. So brechen Holmes und Watson nach Südtirol auf, wo sich der vermutliche Täter wahrscheinlich aufhält und sie auf die österreichische Kaiserin treffen.
Holmes, Engels und Sisi – das sind natürlich Personen, die man nicht unbedingt im gleichen Buch erwarten würde. Das führt natürlich sofort zu der Frage, ob das funktionieren kann. Die Beantwortung dieser ist nicht ganz einfach. Der Fall an sich funktioniert literarisch, auch wenn die Geschichte einige Logikfehler aufweist. Letztere betreffen allerdings nicht die unmittelbare Aufklärung des Falls.
Die nächste Frage lautet, wie bei allen ‚Neo-Holmes‘-Büchern: Fühlt es sich wie ein richtiger Sherlock Holmes an? Und hier muss die Antwort leider ein eindeutiges „nein“ sein. Während einem am Anfang die Chemie zwischen Watson und Holmes durchaus ans Original erinnert, verliert sich das im Fortgang der Handlung leider. Zum einen ist Klaus-Peter Walters Watson erheblich selbstbewusster und selbstständiger als Arthur Conan Doyles Original, zum anderen vermisst man als treuer Holmes-Fan das viktorianische Ambiente, das meiner Meinung nach untrennbar zu einem Sherlock Holmes gehört. Das liegt einerseits natürlich am Handlungsort, aber auch daran, dass manches einfach zu modern erscheint, obwohl es im Jahr 1883 angesiedelt ist. Zudem erzählt Watson zwischendurch wiederholt von einem älteren Fall, der in keinem Zusammenhang zu den Marx-Manuskripten steht. Eventuell war die Geschichte zu kurz und musste damit etwas gestreckt werden.
Betrachtet man die Geschichte losgelöst vom fiktiven Detektiv aus der Baker Street, stellt sie eine durchaus gelungene und lesbare Detektiv-Story vor historischem Ambiente mit ‚Gastauftritten‘ realer historischer Personen dar. Inwieweit diese in ihrer Persönlichkeit getroffen wurden, kann ich nicht beurteilen. Ein wirklicher ‚Sherlock Holmes‘ ist das Werk jedoch nicht.

Fazit:
Eine brauch- und lesbare historische Detektivgeschichte, bei der allerdings kein echtes ‚Sherlock Holmes-Gefühl‘ aufkommt.

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Chatroulette

Thomas Kowa
Chatroulette

St,rSt,rSt,rSt,bSt,b

Küchenmesser und Revolver

Klappentext:
Ein spannender Kurzkrimi für Zwischendurch
In einem Videochat im Internet wird Stefan Pallas Zeuge einer Entführung. Er versucht zu helfen, doch plötzlich muss er feststellen, dass vielleicht er das Opfer ist.

Rezension:
Stefan ist Stammkunde bei einem erotischen Videochat-Portal, bei dem die Gesprächspartner nach dem Zufallsprinzip zusammengeführt werden. Eines Tages erwischt er ein durchgedreht-kriminelles Gegenüber, das ihn zur Selbstverstümmelung erpresst. Stefan hat keine andere Wahl, als mitzumachen, denn sonst wird der Erpresser vor laufender Kamera eine gefesselte Frau umbringen.
Dass Thomas Kowa den Antagonisten seiner Geschichten oft etwas ‚kranke‘ Ideen unterschiebt, ist man von ihm gewohnt. Auf den vorliegenden booksnack trifft dies in besonderem Maße zu. Doch obwohl es ein durchaus überraschendes Ende gibt, kann der Funke nicht ganz überspringen. Eventuell könnte das daran liegen, dass sich die vorhandenen Thriller-Elemente in der Kürze der Geschichte nicht wirklich entwickeln können.

Fazit:
Die wenigen Seiten dieser Kurzgeschichte reichen dem Thriller-artigen Krimi nicht aus, seine Atmosphäre wirklich entfalten zu können.

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Lust auf noch mehr Gespenster? „Arthur Degenhard“, Band 2 der Jugend-Urban-Fantasy-Kurzgeschichtenreihe „Bei Geistern zu Besuch“ ist jetzt erhältlich.
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Geister auf der Metropolitan Line

Ben Aaronovitch
Geister auf der Metropolitan Line

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Übersetzung: Christine Blum

Abigails ‚Praktikum‘

Klappentext:
Geistersichtungen auf der Metropolitan Line der Londoner U-Bahn! Unflätige Bemerkungen geben die Gespenster auch noch von sich. Aufruhr und Chaos unter den Pendlern ist die Folge. Police Constable und Zauberlehrling Peter Grant nimmt, gemeinsam mit ein paar guten alten Bekannten, die Ermittlungen auf.

Rezension:
In den U-Bahn-Zügen der Metropolitan Line werden Fahrgäste von Geistern belästigt. In letzter Zeit häufen sich entsprechende Notrufe, doch wenn die Beamten der British Transport Police vor Ort eintreffen, können sich die meisten der Anrufer schon gar nicht mehr an den Vorfall und ihren eigenen Anruf erinnern. Natürlich landet der Fall im Folly. Also quetscht sich Peter Grant zusammen mit seinem Kollegen Jaget von der British Transport Police in die überfüllten Züge des Berufsverkehrs. Tatsächlich hören sie eine Frau panisch aufschreien, doch bevor sie sich durch die Menschenmassen zu ihr durchgedrängt haben, beginnt bei ihr schon das Vergessen. Langsam können sie allerdings ein Muster erkennen: Es handelt sich immer wieder um andere Geister, die eigentlich nur um Hilfe bitten wollen. Bald keimt der Verdacht auf, dass es sich hier in Wirklichkeit um einen realen Kriminalfall mit lebenden Menschen dreht.
Peter Grant is back! Das dürfte nicht wenige Fans seiner Abenteuer zu Freudenrufen verleitet haben. Immerhin ist seit „Der Galgen von Tyburn“ (zumindest gefühlt) schon viel zu viel Zeit ohne magisch-kriminalistische Neuigkeiten aus dem Folly vergangen. Eine Ernüchterung folgt allerdings schon, wenn man das Buch in Händen hält. Hatten alle bisherigen „Peter Grant“-Bände 400 und mehr Seiten, hat man jetzt plötzlich ein Büchlein von nur 176 Seiten (wovon am Ende sogar ein paar weiß bleiben) vor sich. Am Preis macht sich diese Abmagerungskur jedoch nicht bemerkbar. Kosteten die bisherigen Bände als Taschenbuch jeweils 10,95 €, „Fingerhut-Sommer“ mit seinen 416 Seiten sogar nur 9,95 €, muss man für die weniger als halb soviel Seiten der „Geister auf der Metropolitan Line“ auch 8,95 € investieren. In dem Zusammenhang soll nicht unerwähnt bleiben, dass dtv es bei diesem Buch für ‚nötig‘ hielt, einen deutschen Titel zu erfinden, statt den des Originals („The Furthest Station“) zu übersetzen.
Da fragt man sich natürlich, ob zumindest der Inhalt überzeugen kann. Diese Frage ist nicht ganz so pauschal zu beantworten. Der eigentliche Fall erreicht durchaus das gewohnte Niveau. Auf was diesmal allerdings fast gänzlich verzichtet wird, sind Nebenhandlungen. Sich bereits über mehrere Bände hinziehenden Handlungsstränge (wie beispielsweise der um Peters Ex-Kollegin Lesley) werden mit keinem einzigen Wort erwähnt. Auch praktisch zum Inventar gehörende Nebencharaktere kommen – wenn überhaupt – nur ganz am Rande in Erwähnung. Die Handlung stützt sich fast ausschließlich auf Peter, seien dem Leser schon bekannten Kollegen Jaget und Peters Cousine Abigail, die diesmal eine recht bedeutende Rolle als ‚Praktikantin‘ des Folly einnimmt. Selbst Inspector Nightingale tritt nur relativ selten persönlich in Erscheinung.
Im Internet ist die Anmerkung zu finden, der geringe Umfang und der ‚geradlinige‘ Stil hätten ihren Grund darin, dass es sich bei „Geister auf der Metropolitan Line“ um eine Novelle handeln würde, die zeitlich zwischen den bereits erschienenen Bänden 5 („Fingerhut-Sommer“) und 6 („Der Galgen von Tyburn“) einzuordnen wäre. Eine Bestätigung für diese Information konnte ich allerdings nirgends finden. Auf der Website des deutschen Verlags (dtv) wird das Buch zwar als Kurzroman, beim britischen Verlag (Gollancz) als Novelle bezeichnet, für die genannte zeitliche Einordnung findet sich in beiden Fällen aber genauso wenig ein Hinweis wie im (deutschen) Buch selbst.
Was sich nicht verändert hat, ist Ben Aaronovitchs locker-ironischer Stil mit zahlreichen Anspielungen auf die Polizeiarbeit und architektonische Missgriffe realer Gebäude. Auch das typische Um-die-Ecke-denken der bisherigen Bände der Reihe ist wiederzufinden. So kann man als Leser nur hoffen, dass Peter Grant (beziehungsweise Ben Aaronovitch) in zukünftigen Bänden wieder zu alter Form zurückfindet.

Fazit:
Ein neuer, unterhaltsamer magischer Fall, der aber doch nicht an das gewohnte Niveau der Reihe heranreicht.

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Lupina – 2 – Halbling bei Mördern und Mimen

Alexander Bálly
Lupina – 2 – Halbling bei Mördern und Mimen

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Der Ring der Vollkommenheit

Klappentext:
Halblinge haben es schwer unter Menschen.
Lu ist wieder einmal in Geldnot. Die Priester haben ihren Handel mit schlüpfrigen Stempeldrucken verboten, so dass sie sich mit gelegentlichen Arbeiten für einen alten Gelehrten über Wasser halten muss. Als der Gelehrte erschlagen wird, steckt Lu wieder mitten in den Ermittlungen. Ihre einzige Spur zum Täter sind verschwundene Zauberringe. Mit Scharfsinn, Einfallsreichtum und ihrem Talent zur Hochstapelei versucht die Halblingsdame den Mörder zu fassen. Doch eine Leiche kommt selten allein … Auch die Fortsetzung von „Halbling unter Huren und Halunken“ verbindet klassische Krimi-Tradition mit epischer Fantasy, wie sie nie zuvor von einer so sympathischen und zugleich bissigen Heldin in ein spannendes Abenteuer begleitet worden ist.

Rezension:
Lu(pnia)s Leben in Garbath verläuft eigentlich recht positiv. Ihre Drucke einer erotischen Göttin verkaufen sich gut, und auch ihre gelegentlichen Arbeiten für einen etwas sonderbaren Gelehrten bringen ihr ein paar Münzen ein. Doch eines Tages findet sie den alten Mann tot, offensichtlich ermordet auf. Obendrein erlässt die Priesterschaft der Stadt ein einstweiliges Verbot, die Drucke der freizügigen Göttin, für die es in Garbath nicht mal einen Tempel gibt, zu verkaufen. Plötzlich steht Lu in einer Stadt, in der Halblinge wie sie nicht besonders geschätzt werden, ohne Einkommen da. Zum Glück bietet ihr die Inhaberin des benachbarten Theaters, die dem Gelehrten nebenbei den Haushalt geführt hatte – und wohl auch mit ihm liiert war –, an, sie für die Aufklärung des Mordes und die Wiederbeschaffung der dabei verschwundenen magischen Ringe zu bezahlen. Kurz darauf wird auch noch eine Schauspielerin des Theaters ermordet und der Sohn der Inhaberin des Mordes verdächtigt. Obwohl die Stadtwache derartige Einmischungen nicht schätzt, stürzt sich Lu in die Ermittlungen.
Mit diesem Fantasy-Krimi führt Alexander Bálly seine Leser in ein vorindustriell geprägtes Ambiente. Dort leben verschiedene humanoide Wesen zusammen, wobei Halblinge wie die Protagonistin bei der menschlichen Mehrheit – von Lu oft als Trampelfüße bezeichnet – nicht unbedingt in großer Achtung stehen. Bei ihren Ermittlungen spielt ihr das jedoch durchaus in die Hände, weil viele in ihr keine Gefahr erkennen. Wie es sich für einen ordentlichen Krimi gehört, schickt der Autor seine Heldin, aus deren Ich-Perspektive die Geschichte erzählt wird, und mit ihr die Leser natürlich auf verschiedene falsche Fährten, bevor sich am Ende eine überraschende Aufklärung ergibt. Dabei entwickelt er eine interessante Detektivgeschichte, die durchaus auch ohne den Fantasy-Part funktionieren würde. Letzterer spielt für die Handlung eigentlich eine eher untergeordnete Rolle. Den Abschluss der spannenden, humorvollen und mitreißenden Story bildet ein Glossar, der dem Leser in der Welt Garbaths bedeutungsvolle Details erläutert. Auch ein paar in der Geschichte vorkommende Gerichte werden hier mit Menschenwelt-tauglichen Rezepten vorgestellt.

Fazit:
Spannung, Humor und Fantasy: Willkommen in Lupinas Welt!

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