Das Maskenhandwerk

Dennis Mombauer
Das Maskenhandwerk

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Im Bann der Armschienen

Klappentext:
Zwei rivalisierende Reiche, zwei junge Männer, zwei Geschichten. Huapan und Subesato stehen im Schatten ihrer Elternhäuser: Huapan ist der Sohn einer erfolgreichen Kauffrau und Senatorin Huanamthangs, Subesato der des Autarchen von Aurudate. Beide gelangen in den Besitz mysteriöser Artefakte und werden in den Mahlstrom eines losbrechenden Krieges gesogen, der sie von den Ufern des Yamowashi über das monsungetränkte Jadeland bis zu den Dämmerungsbergen führt. Dabei geht es wieder und wieder um Macht, um Rollenerwartungen und die damit verbundenen Fragen: Was bleibt von Subesato, wenn seinen Wünschen keine Grenzen gesetzt sind? Was von Huapan, wenn er mit seiner Maske jedes Gesicht aufsetzen kann? Und gibt es von einmal eingeschlagenen Pfaden noch ein Zurück?

Rezension:
Im Krieg gegen Huanamthang betreut der Autarch von Aurudate seinen jüngsten Sohn Subesato mit einem ersten kleinen Kommando. Der kleine Trupp wird von den feindlichen Verbänden jedoch komplett aufgebracht. Lediglich den jungen Kommandeur lässt der feindliche General einfach kaufen, weil er den Jungen für unwichtig hält. Der Autarch ist von seinem Jüngsten, der sich nie für das Kriegshandwerk interessierte, so enttäuscht, dass er ihn verbannt. Subesato sinnt auf Rache für diese Erniedrigung.
Huapan, Sohn einer einflussreichen Senatorin Huanamthangs, wird Zeuge, wie der berühmte Oberkommandierende vom Senat entlassen wird, weil er den Sohn des Feindes verschonte. Während seine Mutter darin eine politische Intrige wittert, wünscht sich Huapan nichts mehr, als endlich Abenteuer zu erleben. Als der neue Oberkommandierende mitten in der Monsunzeit zu einem neuen Feldzug gegen Aurudate aufbricht, schließt er sich dem Heer als Beobachter an.
Diesen Roman zu beurteilen, fällt nicht leicht. Auf dem Cover wird er als „Fantasy“ bezeichnet, und das kann man keinesfalls abstreiten, denn magische Artefakte, an die sowohl Subesato als auch Huapan kommen, spielen eine grundlegende Rolle. Allerdings besteht ein Großteil der Handlung aus – wiederholt ziemlich blutiger – Kriegs-Action, in der die jeweiligen Artefakte oft in den Hintergrund treten. So gesehen würde eine Bezeichnung als (Anti-)Kriegsroman mit phantastischen Elementen dem Buch sicher besser gerecht werden. Auch der Titel „Das Maskenhandwerk“ ist vielleicht nicht ganz optimal gewählt. Zwar spielen (insbesondere 2) Masken eine tragende Rolle, der Hersteller dieser bleibt aber bis zum Schluss eine mysteriöse Gestalt, deren Hintergründe komplett offen bleiben. Die Herstellung der Masken, deren Thematisierung durch den Titel nahegelegt wird, spielt in keinem einzigen Satz eine Rolle.
Dennis Mombauer gelingt es, dem Leser im zwischen den beiden Protagonisten wechselndem Blickwinkel deren Motivationen und Gefühle zu vermitteln. Beim Lesen kann man die tragischen Schicksale der Helden mitfühlen. Die Welt, in der diese Geschichte angesiedelt ist, basiert auf einem Gemisch von südamerikanischen und asiatischen Elementen, stellt also ein durchaus ungewöhnliches Ambiente dar. Trotzdem werden ‚typische Fantasy-Leser‘ genau wie Freunde von Happyends mit diesem Buch wohl eher weniger warm werden. Die passende Zielgruppe dürfte eher bei Liebhabern harter und blutige Kriegs-Action liegen.

Fazit:
(Anti-)Kriegsroman meets Fantasy, wobei der Schwerpunkt deutlich auf ersterem Genre liegt.

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