Rasmus und die Gilde der Propheten – 1 – Die Äußeren Wege

Gereon Sand
Rasmus und die Gilde der Propheten – 1 – Die Äußeren Wege

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(Hier kommt wieder mal eine etwas ältere Rezension, die entstand, als es das Eisenacher Rezi-Center noch gar nicht gab. Da ich gerade dabei bin, die Rezi zu Band 2 zu verfassen, will ich hiermit noch schnell die von Band 1 nachreichen.)

Der gebundene Wahrschreiber

Klappentext:
Die Gilde der Propheten regiert die Republik von Annstein. Wahrprediger manipulieren die Bevölkerung mit der Kraft ihrer Stimme. Wahrträumerinnen durchleben Visionen aus dem Leben Anderer und Wahrschreiber steuern und protokollieren deren Visionen.
In den brütendheißen Sommertagen des Langmondes fiebert die Hauptstadt der Republik dem Brachfest entgegen – einem Spektakel, das mit Sänger- und Dichterwettstreiten, Feuerwerk sowie erotischen Abenteuern Einheimische wie Besucher fasziniert. Während das organisierte Verbrechen einen brutalen Kampf um die Vorherrschaft in der Hauptstadt ausficht, verliert Rasmus, ein notorisch erfolgloser Dichter, durch eine Folge aberwitziger Ereignisse die Kontrolle über sein Leben.
Deutschsprachige High Fantasy im Stil von „Game of Thrones“ – das fulminante Debüt von Gereon Sand führt den Leser in einen Sumpf von Intrigen, Geld, Sex und Macht, in dem nicht nur billiger Wein und das Brachbier in Strömen fließen.

Rezension:
Annstein, weithin bekannt als Stadt der Künste, Hauptstadt der gleichnamigen, weitgehend mittelalterlich geprägten Republik, Sitz der Gilde der Propheten, deren Führungsriege das Land regiert. Doch hinter den Kulissen geht es weit weniger geordnet und gesittet zu. Mehrere Diebesgilden kämpfen um ihre Reviere in der Unterwelt, der immer noch reiche und einflussreiche Adel will seine Interessen wahren. Der Süden des Landes ist abtrünnig, zum Nachbarn im Norden mehren sich die Spannungen. Und aus all dem versucht auch noch eine Söldnertruppe zu profitieren.
Der Leser verfolgt das Geschehen aus der Perspektive wechselnder Protagonisten, die zunächst selbst keinen Durchblick durch dieses Gespinst aus Intrigen und Komplotten haben, ja es oft nicht einmal bemerken. Neben Rasmus, einen verhinderten Poeten, wären da noch eine Diebin, ein Sergeant der Stadtwache, ein Berufsmörder, ein perverser Söldner, ein Tourist aus dem Norden, der meist für humorvolle Szenen ‚zuständig‘ ist, und einige andere. Die Wege all dieser Personen, die sich zunächst größtenteils nicht kennen, stellen sich immer mehr als miteinander verwoben heraus. Wer spielt da welches Spiel, wer zieht welche Drähte? Da fällt es dem Leser vorerst nicht leicht, überhaupt erst einmal herauszufinden, wer gute und wer weniger gute Ziele verfolgt. Zwischen Weiß und Schwarz gibt es in Annstein sehr viel Grau. Wer von den Mächtigen Annsteins in diesem Durcheinander wen benutzt, um welche Ziele durchzusetzen, wird bis zum Ende des Buches nicht klar. Das verwundert allerdings nicht, wenn man bedenkt, dass „Die äußeren Wege“ den Auftaktband einer geplanten Tetralogie darstellt.
Auch wenn Wahrträumer, Wahrschreiber und Wahrprediger ein zentrales Element des Buches darstellen, steht das Phantastische nicht im Mittelpunkt der Handlung. Deren Schwerpunkt bilden vielmehr die Intrigen in Annheims Gesellschaft. Allerdings ist zu vermuten, dass sich das in den folgenden Bänden durchaus ändern könnte.
Der Autor Gereon Sand – wobei es sich, wie im Buch ausdrücklich erwähnt wird, um ein Pseudonym handelt – erzählt die Geschichte in einem sehr flüssigen Schreibstil. Dabei wählt er teilweise eine recht derbe Sprache, was dem mittelalterlichen Ambiente allerdings durchaus angemessen erscheint. Die Handlung zieht den Leser schnell in ihren Bann. An mancher Stelle wartet er ungeduldig darauf, dass beziehungsweise wie es endlich mit einem der Protagonisten weitergeht, den er gerade an einer spannenden Stelle verlassen musste. Dies erfordert teilweise einiges an Geduld, da vorher diverse Kapitel aus der Sich anderer Personen folgen. So fällt es oft schwer, das Buch zwischendurch zur Seite zu legen. Am Ende muss der Leser feststellen, dass er den nächsten Band der Reihe herbeisehnt – sind doch noch so viele Handlungsfäden, deren Auflösung er sich nicht entgehen lassen möchte, offen.

Fazit:
Ein eindrucksvolles Debütwerk eines (noch) unbekannten Autors, das die Aufmerksamkeit aller Genre-Freunde verdient.

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