Die Spiegelreisende – 1 – Die Verlobten des Winters

Christelle Dabos
Die Spiegelreisende – 1 – Die Verlobten des Winters

Übersetzung: Amelie Thoma

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Leserhände und Krallen

Klappentext:
Am liebsten versteckt sie sich hinter ihrer dicken Brille und einem Schal, der ihr bis zu den Füßen reicht. Dabei ist Ophelia eine ganz besondere junge Frau: Sie kann Gegenstände lesen und durch Spiegel reisen. Auf der Arche Anima lebt sie inmitten ihrer riesigen Familie und kümmert sich hingebungsvoll um das Erbe der Ahnen. Bis ihr eines Tages Unheilvolles verkündet wird: Ophelia soll auf die eisige Arche des Pols ziehen und einen Adligen namens Thorn heiraten. Was hat es mit der Verlobung auf sich? Wer ist der Mann, dem sie von nun an folgen soll? Und warum wurde ausgerechnet sie, das zurückhaltende Mädchen mit der leisen Stimme, auserkoren? Ophelia ahnt nicht, welche tödlichen Intrigen sie auf ihrer Reise erwarten, und macht sich auf den Weg in ihr neues, blitzgefährliches Zuhause.
Eine unvergessliche Heldin, eine atemberaubende Welt von Archen und Familienklans, eine Geschichte, wie sie noch nicht erzählt wurde – Christelle Dabos hat mit ihrer Serie der Spiegelreisenden ein sagenhaftes Universum geschaffen, in dem man ewig verweilen möchte.

Rezension:
Ophelia ist eine ‚graue Maus‘, in ihrer Familie als Leiterin des Familienmuseums jedoch durchaus geachtet. Sie kann lesen – die Geschichte aller Objekte, die sie mit bloßen Händen berührt, sowie die Gedanken aller ehemaligen Benutzer dieser Objekte lesen. Ihr geregeltes Leben endet jedoch abrupt, als die Ältesten ihrer Arche beschließen, sie mit einem Mann einer anderen Arche, der ewig kalten am Pol, zu verheiraten. Widerspruch wird nicht geduldet. Schon bald reist Ophelia zusammen mit ihrer Tante, die sie als Anstandsdame begleitet, an den Pol, wo sie nicht besonders freundlich empfangen wird. Umgebung und Umgangsformen sind ihr fremd. Wird es ihr gelingen, sich hier einzuleben?
Die Welt, in der Christelle Dabosʼ Fantasy-Geschichte angesiedelt ist, ist durch und durch magisch. Nicht nur, dass alle Bewohner unterschiedliche spezielle Fähigkeiten haben, entwickeln sogar Gebäude und Kleidungsstücke einen eigenen Willen. Während diese magischen Elemente einfallsreich und in ihrer Einzigartigkeit als Alleinstellungsmerkmal interessant sind, kann die Handlung leider nicht begeistern. Über weite Teile des Buches findet praktisch keine Handlung statt. Die kampflose Unterwürfigkeit der Protagonistin gegen ihre Behandlung bleibt völlig unverständlich. Beispielsweise wird ihr angedroht, aus der heimatlichen Arche verbannt zu werden, wenn sie sich nicht in die arrangierte Ehe fügt. Was wäre daran aber schlimmer oder auch nur prinzipiell anders als ihr erzwungener Umzug in die Arche ihres zukünftigen Mannes? Bei einer Verbannung hätte sie sich ihren zukünftigen Wohnort schließlich selbst aussuchen können. Eine interessante Handlung kommt erst auf den letzten 100 von über 530 Seiten auf. Gut 400 Seiten ‚Vorspann‘ können nicht überzeugen.
Hinzu kommen ein paar Schwächen der Übersetzung. So lässt man es mal mit „Monsieur“ beim französischen Original, mal benutzt man das deutsche „Herr“. Auch tauscht ein Charakter namens Bartholomäus auf, der im französischen Original wohl kaum so – zumindest nicht in dieser Schreibweise – heißen dürfte.
Das wirklich gelungene Welten-Setting der mit diesem Buch startenden Reihe wird leider mit einer über große Teile des Werkes andauernden Langeweile zunichtegemacht.

Fazit:
Eine durch und durch magische Welt, doch passiert über lange Strecken leider praktisch nichts Interessantes.

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„Lord Breakinghams Geheimnis“, der von Rezensenten gelobte Jugendroman um einen Jungen, der unerwartet auf ein Internat gehen muss und Schockierendes über seine eigene Herkunft erfährt, ist in einer überarbeiteten Neuauflage erschienen. Ein Entwicklungsroman über den Wert der Freundschaft.
Nähere Infos zum Buch findet ihr hier: https://lordbreakingham.wordpress.com/
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