HORA HOMINIS – 1 – Frauenwerk

Stefan S. Kassner
HORA HOMINIS – 1 – Frauenwerk

Die Frequenz des Menschen

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Klappentext:

Eve kann nicht glauben, dass ihre heimliche Liebe Howard einen Mord begangen haben soll, aber die Be­weislast ist er­drückend. Mehrere Augen­zeugen haben ge­sehen, wie er den reichen Groß­indus­triellen Gerald McOyster er­stochen hat. Eve sucht ihn in seiner Zelle im Tower auf und trifft einen Mann, der ihr fremd und anders er­scheint. Als sie am nächsten Tag, die ver­schlagene Er­finderin Irene Dor­chester aus dem Tower kommen sieht, ahnt sie, dass ihr ge­liebter Howard Opfer von deren dunklen Machen­schaften wurde, deren Aus­maß ihre schlimmsten Be­fürch­tungen bei Weitem über­steigen.

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Rezension:

Als Eve erfährt, dass Howard im Tower of London eingekerkert wurde, weil er vor Zeugen einen Mord ver­übte, kann sie das nicht glauben. So etwas passt nicht zu ihm. Als ihr ein Besuch ge­nehmigt wird, findet sie einen see­lisch völlig ver­änderten Mann vor. Bald wird ihr klar, was ge­schehen ist: Irene Dor­chester hat mit ihren tech­nischen Spie­lereien Howards Fre­quenz ver­ändert und ihn so praktisch fern­ge­steuert.

Schon in Band 0, der nicht im Handel erhältlichen Vorgeschichte „Kindes­werk“, stellte Stefan S. Kassner seinen Lesern die tech­nischen und hand­lungs­mäßigen Hin­ter­gründe seiner Steam­punk-Di­logie „HORA HOMINIS“ vor. Diese führt die Leser ins London des vikto­ria­nischen Zeit­alters, an dem na­türlich die fürs Steam­punk-Genre ty­pischen ‚Kor­rekturen‘ vor­ge­nommen wurden. Bis auf Howard, der auf­grund seiner Ge­fangen­schaft j­edoch eine größ­ten­teils eher passive Rolle ein­nimmt, sind fast alle rele­vanten Cha­raktere weiblich, was auch den Titel er­klären dürfte. Irene Dor­chester stellt die ein­deutige Anta­gonis­tin der Ge­schichte dar. Aber auch ihre Mit­läufer und Gegner sind über­wiegend Frauen. Daraus ent­wickelt sich eine er­staunlich kom­plexe Hand­lung, bei der die Loya­litäten – nicht zu­letzt wegen der charis­matischen Anta­gonis­tin – teil­weise auch im Fließen sind. Dass Anta­gonis­tin und Prota­gonis­tinnen zu­mindest teil­weise ähnliche Ziele ver­folgen, gibt der Aus­ein­ander­setzung eine spezielle Brisanz. Wie man es beim 1. Band einer Di­logie er­warten darf, endet dieser relativ offen, um in der Fort­setzung („Männer­werk“) bei­nahe nahtlos zu Ende ge­führt zu werden.

Der Autor wechselt erzählerisch zwischen einer ganzen Reihe an Charakteren und Schau­plätzen hin und her.

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Fazit:

Diese Steampunk-Story hebt sich von anderen nicht zuletzt dadurch ab, dass die Dampf­kraft an sich hier eine eher kleine Rolle spielt.

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