Die Darlington Road Kids – 3 – Der Auftrag

Henry A. Selkirk
Die Darlington Road Kids – 3 – Der Auftrag

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

In den Händen des Fitters

Klappentext:
London, Januar 1804
Jo, Alicia, Rufus, René und der Waisenjunge Terrence sind die Darlington Road Kids – auf der Straße genannt die DaRoKi. Sie sind neugierig und mutig. Viel zu mutig finden ihre Eltern und geben ihnen nach den letzten Ermittlungen einen Denkzettel: Hausarrest.
Als eine alte Freundin von Jos Vater, dem Gastwirt Little Bill, sich mit einem Hilfebrief an die DaRoKi wendet, den spurlos verschwundenen Studenten Ernest Peregine ausfindig zu machen, sieht Jo eine Chance. Sie handelt eine Wette mit den Eltern aus: Eine Woche Zeit, um Ernest zu finden. Bei Erfolg wird der Hausarrest erlassen, bei Misserfolg verdoppelt.
Little Bill besteht darauf, dass die Detektive nicht alleine ausziehen – und der verletzte Terrence vermittelt ihnen eine Schar Leibwächter: die Straßengang der Pavee und ihre Anführerin, Mara.
Bald aber merken die DaRoKi, dass man sie getäuscht hat. Der Brief war eine Fälschung. Mit Mara an ihrer Seite ermittelt Jo weiter. Niemand, schwört sich die Anführerin der Darlington Road Kids, führt sie ungestraft derartig vor. Indessen aber hütet auch der Waisenjunge Terrence ein dunkles Geheimnis …
Die Darlington Road Kids sind eine verschworene Gemeinschaft gerechtigkeitsliebender Jugendlicher. Aus ihrem Hauptquartier, dem Gasthof Farnsworth-Inn in der Darlington Road, ermitteln sie in den gefährlichen Straßen Londons quer durch alle Schichten und führen uns an geheimnisvolle Orte des frühen 19. Jahrhunderts.

Rezension:
Jo, Alicia, Rufus und René sind zu viele Risiken eingegangen. Da sind sich die Eltern einig. 4 Wochen Hausarrest lautet das Urteil, das natürlich auf wenig Gegenliebe stößt. Noch dazu sollen sie mehrmals wöchentlich im Waisenhaus aushelfen. Als ein verspätetes Weihnachtsgeschenk Lady Kates die DaRoKi erreicht, sieht Jo jedoch eine Chance. Die Lady bittet sie nämlich, einer alten Freundin zu helfen und deren verschwundenen Neffen zu finden. Ihr gelingt es, einen Handel mit den Eltern abzuschließen, um zu beweisen, dass sie verantwortungsvoll handeln können. Schnell müssen sie und ihre Freunde allerdings feststellen, dass der Brief eine Falle war. Und schon stecken sie wieder in jeder Menge Ärger. Gut nur, dass der verletzte Terry ihnen eine Leibwache durch eine befreundete Straßengang organisiert hat.
Kaum dass seine jungen Protagonisten ihre nicht ungefährlichen Abenteuer des 1. („Verrat in London“) und 2. („Der Schatz des Gehenkten“) Bandes überstanden haben, schickt Henry A. Selkirk sie auch schon ins nächste Abenteuer. Im Gegensatz zu vielen vergleichbaren Jugend-Abenteuer-Reihen, deren Bände sich meist über längere Zeiträume hinziehen, wobei die jeweiligen Protagonisten entweder merklich altern oder gerade das Fehlen eines erkennbaren Älterwerdens auffällt, erleben seine Helden ihre Abenteuer in einem sehr überschaubaren Zeitrahmen. Die Handlung aller 3 bisherigen Bände nimmt zusammen nicht einmal 4 Wochen in Anspruch.
Diese zeitliche Nähe – zwischen dem Ende des 2. und dem Beginn des 3. Bandes sind schließlich nur wenige Tage vergangen – führt natürlich auch zu einer nahezu lückenlos weitergeführten Handlung. Aber schon innerhalb weniger Seiten schafft es der Autor, dass sich seinen Protagonisten und Lesern gleich eine ganze Reihe neuer Fragen auftun. So stellt Terrenceʼ Verstrickung ins Machtgefüge der Straßengangs nicht nur Josephine vor Rätsel. Während diese Rätsel im Laufe dieses Bandes allerdings weitgehend beantwortet werden, wird auch Jos eigene Familie und das Beziehungsgeflecht ihres Vaters langsam mysteriös. Auf die Beantwortung dieser Fragen muss der Leser allerdings auf einen der kommenden Bände warten.
Dass der Autor in die Dialoge jede Menge gälische, aber auch friesische und jiddische Begriffe einwebt, gibt der Geschichte ihre eigene Geschmacksnote, macht das Lesen aber auch nicht gerade einfacher. Auch wenn die meisten dieser Begriffe im Rahmen der Gespräche erklärt werden, sind sie dem Leser schon beim nächsten Auftauchen nicht mehr unbedingt im Gedächtnis. Gerade die zahlreichen, nach unseren Begriffen eher unhandlichen gälischen Vokabeln stellen das Gedächtnis oft auf die Probe. Ansonsten ist die aus Beobachtersicht erzählte und mit einigen Informationen zur realen Geschichte Londons beziehungsweise Großbritanniens angereicherte Story gut lesbar. Auffällig ist das Stilmittel, immer wieder die Gedanken Jos und Terrys einzuflechten.
Auch wenn dieser Band wieder einen relativen Abschluss aufweist, kann man es am Ende kaum erwarten, mit dem folgenden fortzufahren.

Fazit:
Das historische Jugend-Abenteuer im London des beginnenden 19. Jahrhunderts kann auch weiterhin Leser jeden Alters überzeugen.

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Die Glas-Trilogie – 1.5 – Lügen haben spitze Zähne

Heiko Hentschel
Die Glas-Trilogie – 1.5 – Lügen haben spitze Zähne

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Der bebende Wagen

Klappentext:
Ravenbrück, 22. Dezember 1811: Schon seit Tagen arbeitet Moritz an einem Weihnachtsgeschenk für seine 6-jährige Schwester Konstanze, dankbar für die Ablenkung von den albtraumhaften Erlebnissen auf dem schwarzen Schiff der Komtesse. Konstanze erfindet haarsträubende Geschichten, um Moritz von seinem Arbeitsplatz wegzulocken und einen Blick hinter den Vorhang werfen zu können. Das ruft allerdings ein Monster der ganz anderen Art auf den Plan, das schon bald sein Unwesen im Dampfwagen treibt …

Rezension:
Nach den abenteuerlichen Erlebnissen auf dem Schwarzen Schiff lebt Moritz zusammen mit seiner kleinen Schwester und Helene im Dampfwagen. Eigentlich will er für Konstanze ein Weihnachtsgeschenk basteln, doch plötzlich geht alles drunter und drüber. Rückt ihnen etwa schon wieder ein Monster auf die Pelle?
Nach dem Reihenauftakt „Das hungrige Glas“ schiebt Heiko Hentschel diese Kurzgeschichte als vorweihnachtlichen Pausenfüller für die Wartezeit bis zu Band 2 der Reihe ein. Nachdem sie in Band 1 eher eine Randfigur – wenn auch Moritzʼ Motivation – war, nimmt die kleine Konstanze in dieser Geschichte eine etwas aktivere Rolle ein. Nach den Gefahren des regulären Bandes hat das Monster dieser Kurzgeschichte einen etwas augenzwinkernden Charakter.
Am Stil des Autors ändert das natürlich wenig. Allerdings eignet sich diese Shortstory auch für jüngere Leser, denen die Abenteuer in Band 1 vielleicht noch etwas zu gruselig wären.

Fazit:
Die kleine Schwester des Protagonisten ist nicht das Monster – aber schuld an diesem.

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Nighthunter – 5 – Das Geheimnis von Bright Hope

Anton Serkalow
Nighthunter – 5 – Das Geheimnis von Bright Hope

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Das Ritual

Klappentext:
Auf seiner Jagd nach einer entflohenen Hexe kommt der Pinkerton-Agent Horace Whittmore mitten in den verschneiten Gegenden von Montana in die kleine Siedlung Bright Hope.
Und hier stößt er auf die Legende des Banditen Mel »Sixshot« Booker, der in Bright Hope für seine Verbrechen vor Jahren hingerichtet wurde.
Doch scheint Booker nicht tot zu sein und der Agent wird in dem kleinen Örtchen mit Ereignissen konfrontiert, die seinen Verstand an die Grenzen bringen.
Um dem Grauen dieses Ortes zu entkommen, ist er ausgerechnet auf die Hilfe seines Erzfeindes, dem Vampir Louis Royaume und dessen indianischen Gefährten Geistwolf angewiesen.

Rezension:
Ausnahmsweise ist der Pinkerton Whittmore nicht den Nighthuntern auf den Fersen, sondern verfolgt eine Frau quer durch den Wilden Westen. Wie kann es sein, dass eine Frau anscheinend weniger Probleme in der winterlichen Wildnis hat als er? Doch diese Frage muss er sich für später aufsparen, denn mittlerweile hat er andere Sorgen. Er kämpft ums blanke Überleben. Mit letzter Kraft erreicht er das Wild-West-Kaff Bright Hope, wo der Entkräftete freundlich aufgenommen wird. Kaum hat er sich etwas erholt, muss Whittmore allerdings feststellen, dass hier irgendetwas nicht mit rechten Dingen zuzugehen scheint. Das geht so weit, dass er schließlich froh ist, seine Erzfeinde Royaume und Geistwolf wiederzusehen.
Nachdem Anton Serkalow in Band 4 („Die Posaunen von Jericho“) einen Abstecher in die Vergangenheit seiner Protagonisten unternahm, bewegen wir uns in diesem Band wieder in der Zeit der Haupthandlung. Genau genommen nimmt der Verfolger der beiden Titelhelden diesmal die vorübergehende Rolle des Protagonisten ein, denn es ist Horace Whittmores Geschichte, um die es in diesem Band geht. Trotz aller Vorbehalte bleibt ihm kaum etwas anderes übrig, als die Existenz des Übernatürlichen langsam doch in Betracht zu ziehen. Ob sich mit dem erneuten Aufeinandertreffen der Reihen-Protagonisten mit ihrem bisherigen Antagonisten eine längerfristige Annäherung beider Parteien anbahnt, bleibt natürlich abzuwarten. Immerhin wird die Liste der übersinnlichen Gefahren immer umfangreicher, denn auch in diesem Band tritt den Menschen des Westens wieder eine neue Bedrohung entgegen.
Mit der zunehmenden Komplexität wird die Geschichte immer besser. Ein Grund könnte darin liegen, dass sich der Autor selbst immer besser in seine Welt des von übernatürlichen Wesen bedrohten Wilden Wesens ‚einlebt‘.

Fazit:
Der außergewöhnliche Genre-Mix aus Fantasy, Horror und Western, wie immer garniert mit etwas Humor, kann auch im 5. Band wieder überzeugen.

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Hexentöchter

Mona Vara
Hexentöchter

St,rSt,rSt,bSt,bSt,b

#Hexentöchter #NetGalleyDE

Verhexter Sex

Klappentext:
London um 1850: Charlotta, Tochter einer Hexe, ist auf der Suche nach ihrem Bruder, der zum Vampir wurde, nach London gereist. Sie hofft, ihn dort zu finden und ihm einen Weg aus der Dunkelheit weisen zu können. Während ihres Aufenthaltes lebt sie bei ihrer Tante Hagazussa, Inhaberin des Bordells „Chez Haga“, in dem die übersinnlichen Wesen der Stadt ein und aus gehen.
In den dunklen Gassen Londons begegnet Charlotta der ebenso mächtige wie geheimnisvolle Lord Cyrill Veilbrook, vor dem selbst die Vampire ehrfürchtig zittern. Veilbrook ist fasziniert von Charlotta, die er für eine Succuba hält, und bietet ihrer Tante viel Geld, wenn Charlotta ihm exklusiv zur Verfügung steht. Denn laut einer Legende soll die erste Liebesnacht mit einer Succuba die ultimative Lust erzeugen. Charlotta ist empört, doch als ihr Bruder in Gefahr gerät, hilft Veilbrook ihnen nur unter der Bedingung, dass Charlotta seine Mätresse wird.
Allerdings gibt es noch mehr Wesen, die an Charlotta interessiert sind: Dunkle Kreaturen wollen sich in London etablieren sowie die Herrschaft an sich reißen, und Charlotta ist der Schlüssel zur Macht. Der einzige, der ihnen Einhalt gebieten kann, ist Veilbrook. Doch dieser ist vollauf mit der Verführung seiner störrischen Hexe beschäftigt …

Rezension:
Nachdem ihr Bruder sich freiwillig zum Vampir machen ließ, folgt die Hexe Charlotta ihm nach London, wo sie vorübergehend bei ihrer Tante lebt, die ein dämonisches Bordell betreibt. Zufällig lernt sie den mächtigen adligen Vampir Cyrill Veilbrook kennen, der sie unbedingt besitzen will. Nach anfänglichem Sträuben ändert Charlotta jedoch schnell ihre Meinung.
Dass in Mona Varas Fantasy-Roman Erotik eine Rolle spielt, war nach dem Klappentext natürlich zu erwarten. Allerdings hatte ich doch eine Fantasy-Story als tragende Haupthandlung erwartet. Die Idee einer Hexe, die ihren zum Vampir gewordenen Bruder ‚zurückholen‘ will, klingt nämlich durchaus interessant. Leider ist diese Story jedoch nur ein Gerüst, um die beiden Protagonisten von einer Sexszene in die nächste zu treiben. Immer, wenn man beim Lesen denkt, die Fantasy-Geschichte würde jetzt doch langsam interessant, kommt stattdessen eine Wendung, die auf direktem Weg in die nächste Sexszene führt. Dabei geht die Tendenz teilweise schon in Richtung Porno. Hätte ich zuvor dem Namen des Verlages (Plaisir d’Amour Verlag) einen Blick gegönnt, wäre ich vielleicht gewarnt gewesen.
Der Schreibstil der Autorin ist durchaus angenehm zu lesen, weshalb das Buch bei an erotischer Literatur Interessierten eventuell Gefallen finden könnte. Fantasy-Fans kann ich allerdings nur davor abraten. Für sie ist Enttäuschung garantiert.

Fazit:
Eine Wanderung von Sexszene zu Sexszene. Die Fantasy-Handlung ist dabei nur ein bedeutungsloses Gerüst.

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Jim Tayler – 1 – Jim Tayler und das Geheimnis der Planeten

Alex Hill
Jim Tayler – 1 – Jim Tayler und das Geheimnis der Planeten

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Der mysteriöse Hauslehrer

Klappentext:
Ende des neunzehnten Jahrhunderts lebt der fünfzehnjährige Waisenjunge Jim Tayler auf der Straße. Als drei üble Gestalten Jim auf ein Schiff verschleppen wollen, rettet ihn Lord James Nightingale und nimmt ihn bei sich auf. Beide geraten in ein Abenteuer, das mit der Vergangenheit Lord Nightingales zusammenhängt, und in dem der mysteriöse Lord Blackwood eine undurchsichtige Rolle spielt. James und Jim ahnen nicht, dass ein dunkler Dämon im Hintergrund die Fäden zieht, dessen Ziel es ist, sieben Steine in seinen Besitz zu bringen, die die Kräfte von sieben Planeten in sich vereinen.
Ein spannendes Fantasy-Abenteuer für jedes Alter, abgeschlossener Band 1 der vierteiligen Reihe.

Rezension:
Seit er aus dem Waisenhaus geflohen ist, lebt der 15-jährige Jim auf den Straßen Londons. Als ein paar fragwürdige Typen ihn gewaltsam für ein Schiff anheuern wollen, kommt ihm unerwartet der reiche Lord Nightingale zu Hilfe, der zu später Stunde im Hafengebiet unterwegs ist, weil in letzter Zeit wiederholt in seine Lagerhäuser eingebrochen wurde. Der beschließt, Jim bei sich aufzunehmen. So gerät Jim zusammen mit seinem Gönner in ein mysteriöses Abenteuer um die magischen Planetensteine, die aus einem Kloster im Himalaya gestohlen wurden.
Im 1. Band seiner Jugend-Urban-Fantasy-Abenteuer-Reihe führt uns Alex Hill ins London des späten 19. Jahrhunderts. Das Leben für elternlose Straßenkinder ist her nicht nur hart, sondern auch gefährlich. So kann der Protagonist dieser Reihe froh sein, dass ihn ein reicher Adliger unter seine Fittiche nimmt. Soweit könnte das Buch ein ‚normales‘ historisches Jugendabenteuer sein. Die Fantasy-Elemente werden dem Leser erst etwas später bewusst. Magische Steine, ein Dämon und eine Sibylle bilden die Hintergründe der sich ergebenden Fantasy-Handlung, in die der Titelheld der Reihe und sein väterlicher Freund verstrickt werden. Trotzdem steht das historische Abenteuer zumindest in diesem Band stärker im Fokus als der phantastische Background. Der Angabe im Klappentext, dass sich Jims Abenteuer auch für erwachsene Leser eignet, kann man dabei durchaus zustimmen.
Der Autor lässt seinen Protagonisten den größten Teil der Geschichte in der Ich-Form erzählen. Lediglich in Szenen, in denen Jim nicht anwesend ist, wechselt er zu einem Beobachter, der in der 3. Person berichtet.
Die relativ kurze Geschichte bietet eine weitgehend abgeschlossene Handlung. Trotzdem darf man auf die 3 angekündigten weiteren Abenteuer Jims gespannt sein.

Fazit:
Diese jugendliche Urban Fantasy in der Kulisse des viktorianischen Londons kann auch ältere Leser unterhalten.

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OBJEKTIV!?: Die Wartburg im Spiegel der Fotografien des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts

Wartburg-Stiftung, Grit Jakobs (Hrsg.)
OBJEKTIV!?: Die Wartburg im Spiegel der Fotografien des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts

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Von fotografierenden Malern zu Fotografie-Übermalern

Klappentext:
Als der Wartburgkommandant Bernhard von Arnswald 1858 schwärmte „Die Photographie gehört zu den wenigen Erfindungen der Menschen, die dem Schaffen des Schöpfers nahekommen“, war die Burg bereits auf mehreren Fotografien zu bewundern. Im Jahr 1855 wurden die ersten bekannten Lichtbilder auf Geheiß Großherzogs Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach geschaffen, um den Stand der Wiederherstellung der Burg seiner Ahnen für die Nachwelt festzuhalten. Während einige von bemerkenswerter Qualität sind, haben beherzte Hände von Malern auf anderen frühe Formen der heute allgegenwärtigen Bildbearbeitung hinterlassen.
Diese bis zu 165 Jahre alten Aufnahmen sind Bestandteil der fotografischen Sammlung der Wartburg, aus der hier bislang kaum bekannte Schätze präsentiert werden. Mehr als 150 Zeugnisse aus den ersten 60 Jahren Wartburgfotografie berichten von der Entwicklung der Lichtbildnerei, vom Anspruch an „Wahrheit“ und Objektivität, der sich manches Mal dem idealen Eindruck des Motivs zu beugen hatte.
Stereoskopische Aufnahmen mit beeindruckenden räumlichen Effekten, Porträts in Form von Visitenkarten und die ersten Farbfotografien gewähren einen eindrucksvollen Blick auf die altehrwürdige Burg mit ihrer einstigen Architektur und Ausstattung. Die Fotografien der mit ihr verbundenen Menschen zeichnen zugleich ein sehr lebendiges Bild des früheren Burglebens, zeigen den Burgherrn Carl Alexander und seinen jährlichen Jagdgast Kaiser Wilhelm II. ebenso wie die Angestellten und Besucher und die illustren Kostümfeste, die Burghauptmann Hans Lucas von Cranach veranstaltete. Als der begabte Amateurfotograf zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Burg mit seinen Autochromen erstmals in natürlichen Farben erstrahlen ließ, sorgte das für Furore beim Publikum.
Die Wartburg im Spiegel der Fotografien des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts zu betrachten, verspricht einen besonderen Ausflug in ihre Vergangenheit. Geschichte und Geschichten, sonst in schriftlichen Quellen, Zeichnungen und Gemälden erzählt, werden um ganz eigene, oft ungewöhnliche Eindrücke bereichert.

Rezension:
Dass die Wartburg, so wie wir sie heute kennen, das Ergebnis der Restaurierungs-, Um- und Neubaumaßnahmen der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts ist, ist vielen ihrer Besucher gar nicht bewusst. Erst unter der Herrschaft des Großherzogs Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach entstand die Burganlage, die heute jedem zumindest von Bildern her vertraut ist. Speziell die 1850er und 1860er Jahre waren von einschneidenden Veränderung des Erscheinungsbildes geprägt. Gerade in diese Zeit fiel auch der Aufschwung der Fotografie von der Liebhaberei weniger Enthusiasten zum Massenmedium. Da der Großherzog selbst von der neuen Technik überzeugt war, wurden die Baumaßnahmen von Anfang an in seinem persönlichen Auftrag fotografisch dokumentiert. Von dieser Zeit bis etwas zum Beginn des 1. Weltkriegs reichen die Bilder aus dem Archiv der Wartburg-Stiftung, die in diesem Jahr (2019) erstmals öffentlich in einer Sonderausstellung auf der Wartburg präsentiert wurden. Als Begleitung dieser (mittlerweile beendeten) Ausstellung erschien dieser Bildband. In ihm ist nicht nur die Veränderung des Erscheinungsbildes der Burg zu verfolgen, sondern auch die rasante Entwicklung der Fototechnik. Wurden viele der Bilder aus den 1850ern noch deutlich erkennbar retuschiert, fertigte der damalige Wartburg-Hauptmann Hans Lucas von Cranach Anfang des 20. Jahrhunderts schon eigenhändig Farbaufnahmen an. Allerdings erschien auch zu dieser Zeit noch ein monumentaler Bildband der Wartburg, dessen Abbildungen von Retuscheuren so massiv ‚geschönt‘ worden waren, dass man im Vergleich mit dem jeweiligen Originalfoto kaum glauben kann, dass dieses der Ursprung des ‚fertigen‘ Bildes war. Selbst stereoskopische Bilder der Wartburg wurden im späten 19. Jahrhunderts bereits angefertigt und verkauft.
Dieser Bildband vereint rund 6 Jahrzehnte der Burggeschichte mit der der Fotografie dieser Zeit. Somit stellt er sowohl für Burgen-Fans (und ganz besonders solche der Wartburg) als auch für an der Entwicklung der Fotografie Interessierte ein interessantes Werk dar. Entsprechende Erläuterungen fehlen natürlich auch nicht.
Beeilen beim Kauf dürfte sich lohnen, da das Buch nach Ende der Ausstellung bestimmt nicht längerfristig im Handel bleibt.

Fazit:
Dieser Bildband sollte bei keinem an der Wartburg und/oder der Fotografiegeschichte Interessiertem im Regal fehlen.

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Gräfin Anna – 1 – Gräfin Anna und die Rache der Verdammten

Anke Dietrich
Gräfin Anna – 1 – Gräfin Anna und die Rache der Verdammten

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Das Rätsel der leeren Kanopen

Klappentext:
Der Start der neuen Buchreihe. Im ersten Teil trifft Abenteuerlust auf Archäologie und Mythen – mit einer Prise Fantasy.
Ägypten, Dezember 1912
Der Hinweis auf einem antiken Papyrusfetzen führt Anna und Karl Friedrich von Erlebach nach Mittelägypten. Zusammen mit Lord Rutherford, einem befreundeten Engländer, wollen sie ein Pharaonengrab aufspüren. Doch in Amarna graben bereits die Deutschen. Die Ägyptologen pochen auf ihre Rechte und wollen die abenteuerlustigen Aristokraten zwingen, die Schlucht zu verlassen. Dann finden sie durch Zufall das Grab und erwecken damit das Grauen in der Schlucht. Was vor Jahrtausenden prophezeit wurde, erfüllt sich nun, und niemand kann seinem Schicksalsspruch entfliehen.
Jedes Buch ist in sich abgeschlossen und stellt ein neues Abenteuer dar, das die Welt des beginnenden 20. Jahrhunderts mit Elementen aus den Bereichen des Übernatürlichen und der Mythen vergangener Epochen verwebt.

Rezension:
Wegen dessen Lungenleidens verbringt Gräfin Anna die Winter stets mit ihrem Mann in Ägypten. Eines Abends taucht ein Fellache im Nobelhotel auf und übergibt ihr einen alten Papyrus. Auf diesem ist angeblich ein antikes Grab verzeichnet. Zusammen mit dem befreundeten britischen Lord Rutherford gelingt es Anna, ihren Mann zu einer Expedition zu überreden. Am auf dem Papyrus bezeichnetem Ort angekommen, versuchen allerdings in der Nähe tätige Archäologen und ein ägyptischer Beamter die Erforschung des dort tatsächlich vorgefundenen Grabes zu verhindern. Doch dann kommt es du Todesfällen, bei denen den Opfern Organe entnommen werden.
Im 1. Band ihres historischen Fantasy-Archäologie-Abenteuers um die junge Gräfin Anna schickt Anke Dietrich diese zusammen mit den Lesern in die Welt der ägyptischen Mythologie. Dabei bettet sie die Handlung in die reale Geschichte der Ägyptologie des frühen 20. Jahrhunderts ein. Über längere Handlungsabschnitte bewegt sich die Story sogar deutlich in Richtung eines Grusel- beziehungsweise Horror-Abenteuers. Die Titelfigur Anna erweist sich dabei als für eine Frau dieser Zeit außergewöhnlich wissenschaftlich interessiert und tatkräftig. Trotzdem führt der Titel der Reihe und dieses Bandes etwas in die Irre. Gräfin Anna ist zwar in die Angelegenheit verwickelt und durchaus aktiv beteiligt, sie ist aber keineswegs ‚die‘ zentrale Person des Buches, wie es der Titel suggeriert. Genaugenommen gibt es eine solche eigentlich gar nicht. Ein größerer Personenkreis wirkt in dieser Hinsicht praktisch gleichwertig.
Am Ende dieses Bandes lässt sich kaum absehen, in welche Richtung sich die Reihe entwickeln wird. Dass Gräfin Anna dem Leser als Titelfigur weiterhin erhalten bleibt, kann natürlich vorausgesetzt werden. Wer von den anderen Charakteren einem wiederbegegnen wird, kann man allerdings kaum vorhersagen. Zumindest ihr Mann dürfte in diesem Punkt aber zu den heißen Kandidaten gehören.
Die Autorin erzählt ihre Geschichte aus Beobachterperspektive. Der Stil ist dabei gut lesbar und bleibt auch in den kritischen Situationen unaufgeregt. Die Hauptzielgruppe zumindest dieses Bandes dürften Fans von Archäologie-Abenteuern sein, wobei die Handlung natürlich auch Fantasy-Fans bedient.

Fazit:
Dieses Archäologie-Abenteuer aus dem frühen 20. Jahrhunderts stößt mit Fantasy- und Grusel-Elementen in die altägyptische Mythologie vor.

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„Lord Breakinghams Geheimnis“, der von Rezensenten gelobte Jugendroman um einen Jungen, der unerwartet auf ein Internat gehen muss und Schockierendes über seine eigene Herkunft erfährt, ist in einer überarbeiteten Neuauflage erschienen. Ein Entwicklungsroman über den Wert der Freundschaft.
Nähere Infos zum Buch findet ihr hier: https://lordbreakingham.wordpress.com/
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Eisenach und Umgebung: Ein Stadtführer aus dem Jahr 1898

Frank W. Werneburg (Hrsg.)
Eisenach und Umgebung: Ein Stadtführer aus dem Jahr 1898

Eisenach_und_Umgebung

Heute kann ich etwas ganz Besonderes präsentieren: einen historischen Stadtführer meiner Heimatstadt Eisenach aus dem Jahr 1898. Ich selbst habe ihn in Form eines Reprints neu aufgelegt, weil ich fand, dass es dieses Stück Heimatgeschichte wert ist, nicht vergessen zu werden:

Im Jahr 1898 erschien ein Stadtführer
„Eisenach und Umgebung“,
herausgegeben vom bekannten Verleger Philipp Kühner. Für die damalige Zeit war dieser außergewöhnlich gut bebildert.
Viel hat sich in den seit damals vergangenen mehr als 120 Jahren geändert. Die enthaltenen Fotos zeigen teilweise Ansichten, die heute nicht mehr zu finden oder kaum noch wiederzuerkennen sind. Aber gerade das macht den historischen Führer auch für heutige Leser – egal ob Einheimischer oder Besucher der Stadt – interessant. Und genau deshalb liegt dieser interessante Stadtführer jetzt in einem aufwändigen Reprint vor.
Lernen Sie ein Eisenach kennen, das es so nicht mehr gibt! Staunen Sie über Informationen, die für uns heute kaum noch vorstellbar sind.

 

Zusätzliche Informationen finden sich auch in diesem PDF:
Eisenach und Umgebung – Marketing

 

Um es kurz zu machen, folgt hier das Vorwort aus dem Reprint:

Manchmal führt eins zum andern, ohne dass man es zuerst auch nur erahnen wür­de. So war es auch bei diesem Buch. Am Anfang stand ein Besuch auf einem Floh­markt, auf dem mir ein Exemplar eines alten Stadtführers in die Hände viel: „Eisenach und Umgebung“ aus dem Jahr 1898. Soweit kein großes Wunder. Eisenach hatte zu dieser Zeit schon einen regen Fremdenverkehr aufzuweisen, weshalb derartige Bücher auch damals keine besondere Seltenheit darstellten und auch heute öfters antiquarisch zu finden sind. Hier treffen allerdings mehrere Besonderheiten aufeinander. Zum einen ist dieser Führer für die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert außergewöhnlich umfangreich bebildert, anderer­seits wies das Exemplar einen für sein Alter von immerhin mehr als 120 Jahren über­raschend guten Erhaltungszustand auf. Abnutzungsspuren sind fast nur am Ein­band vorhanden. Eine Freude für jeden Liebhaber alter Bücher – insbe­sondere, wenn diese auch noch die eigene Heimatstadt behandeln! Zudem zeigen die enthaltenen Fotografien nicht nur die damals wie heute immer wieder abge­bildeten ‚Pflichtmotive‘ eines Stadtführers, die in den letzten Jahrzehnten schon in diverse Sammlungen alter Stadtansichten abgedruckt wurden, sondern auch Motive, von denen wenige bis gar keine alten Bilder in Umlauf sind. Nachdem ich ein paar meiner Ansicht nach besonders bemerkenswerte Abbildungen in den sozialen Medien gezeigt hatte, führten diese zu großem Interesse und teilweise umfangreichen Diskussionen. Und das führte wiederum dazu, das ich begann, über ein Reprint nachzudenken. Die Urheberrechte des Originals sind schließ­lich längst abgelaufen.
So kam es zum vorliegenden Buch. Aus einem alten Buch ein neues zu machen, erfordert allerdings trotz des guten Erhaltungszustandes einiges an Arbeit. Viele Entscheidungen sind zu treffen. Soll versucht werden, die kleineren Schäden wie beispielsweise leichte Flecken auszubessern? Oder sollten die sichtbar bleiben? Soll die Neuauflage neu gesetzt und dabei heutigen Gepflogenheiten angepasst wer­den? Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile fiel die Entscheidung, den alten Stadtführer in Faksimile-Form zu veröffentlichen, damit alle zeit­genös­si­schen Eigenheiten erhalten bleiben. Das bedeutet natürlich, dass auch die origi­nale Rechtschreibung erhalten bleibt. Mache Schreibweise wirkt also etwas antiquiert, liegen zwischen Erscheinen dieses Buches und heute doch (je nach Sichtweise) 2 oder sogar 3 Rechtschreibreformen.
Auch wenn ich anfangs erwähnte, dass „Eisenach und Umgebung“ für seine Zeit außergewöhnlich umfangreich bebildert ist, hält es Vergleichen mit modernen Stadtführern in dieser Hinsicht natürlich nicht stand. Ist es der moderne Tourist gewohnt, praktisch auf jeder Seite farbige Fotos vorzufinden, sind es in diesem histo­rischen Führer ‚nur‘ 33 – selbstredend in schwarz/weiß. Von den auf der Titel­seite genannten 2 Karten war in dem auf dem Flohmarkt erworbenen Exem­plar leider nur die der Villenkolonie „Marienhöhe“ enthalten, die hier auf den Sei­ten 12/13 wiedergegeben wird. (Die leichte Unschärfe von Teilen der Karte ist auch im Original enthalten und wahrscheinlich dem damaligen Stand der Farb­drucktechnik geschuldet.) Was die andre Karte zeigte, ist leider nicht ersicht­lich.
Auch inhaltlich gibt es deutliche Unterschiede. Moderne Führer konzentrieren sich normalerweise auf die Geschichte des Ortes und dessen Sehenswürdigkeiten sowie Unterkunftsmöglichkeiten. Damals wurde der Bogen deutlich weiter ge­spannt. Beispielsweise enthält dieses Buch ein komplettes Verzeichnis aller Schulen inklusive der jeweiligen Schulgebühren. Die Beschaffenheit der Wasser­versorgung wird ebenfalls einschließlich der Wasserpreise erläutert. Auch das, was wir heute als Behördenwegweiser bezeichnen würden, ist integriert. Sogar Klimadaten werden aufgelistet. Ein Vergleich mit den heutigen Werten wäre sicher interessant.
Manches, was hier vom Ende des 19. Jahrhunderts berichtet wird, wirkt heute beinahe unglaublich. So wird aufgelistet, welche Speisefische in Hörsel und Nesse vorkommen. Und wenn aus dem (damals schon historischem) Jahr 1843 berichtet wird, dass es in Eisenach 68 Straßenlaternen gab, „womit wir nicht allein jeden Winkel der Stadt, sondern auch die Vorstädte bis an die letzten Häuser vollkommen erleuchten“, dürfte das – auch wenn man die damals noch deutlich geringere Ausdehnung berücksichtigt – den heutigen Vorstellungen einer be­leuch­teten Straße nicht einmal annähernd nahekommen.
Auf der letzten Seite des Originals (hier Seite 186) finden sich übrigens einige Druck­fehlerkorrekturen. Das war bei der damaligen Technik anscheinend ein­facher, als die Fehler auf den fertig gesetzten Seiten zu korrigieren.

Erhältlich ist dieser historische Stadtführer direkt beim Verlag oder bei Amazon, bei Hugendubel, anderen Online-Buchhändlern und natürlich in jeder gut sortierten Buchhandlung. Sollte er nicht vorrätig sein, kann er vom Buchhandel unter der ISBN 9783750403611 bestellt werden. (Das Buch ist im „Verzeichnis lieferbarer Bücher“ gelistet. – Jeder Buchhändler kann mit diesem Hinweis etwas anfangen.)

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Stonehenge Tür der Götter – 1 – Avalon

Petra Teske
Stonehenge Tür der Götter – 1 – Avalon

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Der Vertrag mit den Göttern

Klappentext:
Einst gab es einen magischen Ort auf der Welt, der nicht für die Menschen bestimmt war. Er war allein den Göttern vorbehalten – denn an diesem Ort lag ein Geheimnis verborgen, was für immer bewahrt werden musste .…
England zwischen 3000 und 1500 v. Chr. Eine scheinbar normale Nacht in Lydween. Die Dorfbewohner schlafen friedlich in ihren Hütten, während sich der siebzehnjährige Artis und seine Freunde aufmachen, um den „heiligen See” aufzusuchen, was strengstens verboten ist. Was hat es mit den mysteriösen Einweihungen auf sich, die dort zu den Jahreszeitenwendungen stattfinden? Durch diese Frage noch neugieriger geworden, wollen die Freunde den Ort der Götter mit eigenen Augen sehen. Doch sie ahnen nicht, dass sie damit das Gleichgewicht zwischen Himmel und Erde stören, was nicht nur ihr Schicksal dramatisch verändern wird.
Stonehenge Tür der Götter beginnt mit dem Auftakt „Avalon” eine Fantasy-Reihe, die auf ganz neue und fantastische Weise die Mythologie um Avalon, Stonehenge und dem sagenumwobenen Schwert Excalibur miteinander verbindet. Es ist eine moderne „Fantasy-Reihe“, die sich nicht an vermeintlich historischen Fakten orientiert und die Vorzeit in ein etwas anderes Licht rückt, als wir sie zu kennen glauben. Die Bücher bestechen ebenfalls durch einen leichten und flüssigen Schreibstil, der unsere heutige Zeit mit der damaligen verbindet. Es ist eine Geschichte voller Magie, Spannung, Emotionen und Liebe, in der sich dem Leser die Mystik einer vergangenen Welt offenbart.

Rezension:
Britannien lange vor unserer Zeitrechnung. Als Tochter des Clan-Chefs gehört Merlina dem Adel ihres Stammes an. Obendrein gehört sie zu den wenigen Menschen, die magische Fähigkeiten besitzen. Aber selbst sie weiß nicht, welches Geheimnis sich auf der nahegelegenen Insel Avalon verbirgt, denn das wird einem erst offenbart, wenn man 20 Winter erlebt hat. Sie bringt es erst auf 17. Zusammen mit mehreren ihrer Freunde schleicht sie sich nachts aus dem Dorf, um zur Insel überzusetzen. Doch gerade ihre Fähigkeiten führen dazu, dass ihr Betreten Avalons unaufhaltsame Ereignisse ins Rollen bringt.
Petra Teske führt ihre Leser in diesem Reihenauftakt in eine ferne Vergangenheit Britanniens. Bis ein gewisser König und seine Tafelrunde in der Umgebung der Insel Avalon aktiv werden, müssen noch viele Jahrhunderte ins Land gehen. Durch ihr unerlaubtes Betreten der Insel rufen ein paar Jugendliche den Zorn der Götter herauf. Ein interessantes Setting und eine Handlungsidee, die mit Sicherheit Potenzial hat. Nur leider nimmt all das maximal 10 Prozent der Handlung dieses Bandes ein. Aus machtpolitischen Gründen und um seine Tochter für das von ihr heraufbeschworene Unheil zu bestrafen, verheiratet Merlinas Vater sie nämlich mit dem Sohn eines anderen mächtigen Clan-Chefs. Der Großteil der Handlung beschreibt ausführlich das Leid der Protagonistin in der erzwungenen Ehe. Magie spielt da nur in sehr kurzen Szenen eine Rolle. Dass sie und ihr ehemals bester Freund (den sie eigentlich mal heiraten wollte) gegenseitig glauben, der jeweils andere hätte kein Interesse mehr an der Freundschaft, wirkt ziemlich konstruiert. Ein paar Kapitel, die in der Welt der Götter angesiedelt sind, geben Einblick in den alten ‚Vertrag‘ mit den Menschen und die Pläne der Götter nach dem unbeabsichtigten Vertragsbruch durch die Protagonistin, doch kommt es in diesem Band zu nicht mehr als wagen Vorbereitungen. Das alles führt dazu, dass Fantasy-Elemente in diesem Buch für den 1. Band einer Fantasy-Reihe einfach deutlich zu wenig Raum einnehmen. Thema des Bandes ist vielmehr Merlinas Machtlosigkeit gegen die Zwangsehe. Wieso sie dabei nicht viel aktiver und bewusster ihre magischen Fähigkeiten einsetzt, bleibt rätselhaft.
Die Autorin erzählt die Geschichte wechselweise aus den Perspektiven Merlinas, ihres Freundes Artis und des jungen Gottes Kyron, wobei sie den jeweiligen Charakter in der Ich-Form berichten lässt. Die Merlina-Kapitel sind dabei allerdings eindeutig in der Überzahl. Trotz der eigentlichen Fantasy-Thematik dürfte die Handlung eher Freunde von Frauenschicksalen oder Ehedramen ansprechen als Fantasy-Fans. Das finde ich schade, da ich die Idee interessant finde. Um als Fantasy-Abenteuer überzeugen zu können müsste die in dieser Hinsicht nebensächliche Beziehungsgeschichte der Protagonistin deutlich gestrafft werden. Auf die (bisher) 3 Fortsetzungen werde ich wahrscheinlich verzichten, obwohl es mich durchaus interessieren würde, wie sich das Fantasy-Thema weiterentwickelt.

Fazit:
Ein interessantes Setting, doch nimmt das Phantastische für eine Fantasy-Geschichte leider viel zu wenig Raum ein.

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„Lord Breakinghams Geheimnis“, der von Rezensenten gelobte Jugendroman um einen Jungen, der unerwartet auf ein Internat gehen muss und Schockierendes über seine eigene Herkunft erfährt, ist in einer überarbeiteten Neuauflage erschienen. Ein Entwicklungsroman über den Wert der Freundschaft.
Nähere Infos zum Buch findet ihr hier: https://lordbreakingham.wordpress.com/
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Die Glas-Trilogie – 1 – Das hungrige Glas

Heiko Hentschel
Die Glas-Trilogie – 1 – Das hungrige Glas

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Mit La-Ka-Weste und Boogelbie auf Monsterjagd

Klappentext:
Monsterjagd über den Dächern von Ravenbrück – düster, spannend und actionreich!
Moritz’ schlimmster Albtraum wird wahr, als seine Schwester Konstanze mitten in der Nacht von einem grausigen Monster verschleppt wird. Als das Untier weitere Mädchen raubt, heftet Moritz sich an seine Fersen. Er hat nur noch ein Ziel: seine Schwester aus den Klauen des Ungeheuers zu befreien. Doch er ahnt nicht, dass die Bestie lediglich Diener einer höheren, weitaus bedrohlicheren Macht ist …

Rezension:
Moritz ist 13 und lebt zusammen mit seiner 6-jährigen Schwester Konstanze im Waisenhaus von Fräulein Bimmel, seit die Eltern im letzten Jahr bei einer Grippeepidemie gestorben sind. Doch eines Nachts dringt ein Monster durch das Fenster ein und entführt Konstanze. Moritz ist überzeugt, einen Greif, wie er ihn aus einem Märchenbuch kennt, erkannt zu haben. Natürlich will ihm niemand glauben. Als in der Stadt noch andere Mädchen in Konstanzes Alter verschwinden, beschließt er, selbst aktiv zu werden. Dabei trifft er auf den Monster- und Dämonenjäger Edgar und dessen Schwester Helene. Obwohl beide etwas zu verheimlichen scheinen, braucht Moritz ihre Hilfe.
Mit diesem Buch bringt Heiko Hentschel seine neue historische Jugend-Urban-Fantasy-Reihe „Die Glas-Trilogie“ an den Start. In Band 1 steht eine verfluchte Glasmaske, in der eine dunkle Kraft wohnt, im Zentrum des Geschehens. Von dieser Maske beherrscht ziehen die Kindesräuber von Stadt zu Stadt, um ausschließlich etwa 6-jährige Mädchen zu entführen. Diese Tatsache erfährt der Leser bereits im Prolog. Welches Geheimnis hinter der Maske, ihrer Trägerin und deren Gehilfen steckt, wird jedoch erst nach und nach deutlich. Der junge Protagonist erkennt diese Zusammenhänge sogar erst beim Endkampf – und damit deutlich nach dem Leser.
Der Autor siedelt sein Urban-Fantasy-Abenteuer im französische besetzten Preußen des Jahres 1811 an. Diese geschichtlichen Hintergründe tangieren die Handlung – zumindest bisher – jedoch nur am Rande. Vielmehr liegt der Fokus auf Moritzʼ abenteuerlicher Suche nach seiner Schwester. Der Leser begleitet ihn dabei, wie er in Monsterkunde und Jagdtechniken unterrichtet wird. Dabei gibt es auch einige lustige Szenen zu beobachten. Die Erzählperspektive wechselt jedoch auch zu anderen Charakteren wie beispielsweise dem ‚Hauptmann‘ der Kindesräuber, wobei die Hintergründe der Entführungen erkennbar werden. Am Ende wird die Angelegenheit um die verschwundenen Mädchen aufgeklärt und gleichzeitig eine Spur zur für 2020 geplanten Fortsetzung gelegt.
Der Autor erzählt die Geschichte an allen Schauplätzen aus der Perspektive eines Beobachters, wobei die benutzte Sprache der tendenziell eher jungen Leserschaft angepasst ist. Abgerundet wird das Buch durch ein Monsterlexikon im Anhang.

Fazit:
Ein vielversprechender Start in ein jugendliches Urban-Fantasy-Abenteuer vor historischer Kulisse.

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