Eine unverhoffte Zeitreise: Rachels Tagebuch

Britta Keller
Eine unverhoffte Zeitreise: Rachels Tagebuch

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Im besten Heiratsalter

Klappentext:
Die aus Schottland stammenden Freunde Andrew und Brian arbeiten in der Bibliothek an ihrer Semesterarbeit über das Mittelalter, als ihnen ein rotes Buch in die Hände fällt. Erstaunt stellen sie fest, dass sich der Titel, wann immer sie das Buch zur Hand nehmen, ändert. Was hat es damit auf sich? Bevor sie begreifen können, was geschieht, finden die beiden sich gemeinsam mit Andrews Schwester in der Vergangenheit wieder. Ihnen bleibt nichts Anderes übrig, als ihre Rolle in diesem unfreiwilligen Abenteuer zu spielen, auch wenn sie nicht wissen, was sie letztlich erwartet. Werden die Drei es meistern?

Rezension:
Als die Freunde Andrew und Brian aus Edinburgh in der Bibliothek nach Quellen für eine Geschichtshausarbeit suchen, stoßen sie auf ein passend wirkendes Buch. Doch wieso verändert sich die Schrift auch dem Cover? Das Buch ist ihnen nicht geheuer, und sie beschließen, es vorerst nicht zu öffnen. Andrews Schwester Jillian will jedoch aus Neugierde wissen, was das für ein Buch ist – und schon landen alle 3 im Schottland des Jahres 1314. Sie haben keine Ahnung, was sie machen können, um ins 21. Jahrhundert zurückzukehren.
Dass es sich bei Britta Kellers Fantasy-Abenteuer um eine Zeitreise-Story handelt, verrät natürlich schon der Titel. Die Zusammenstellung der ‚Reisegruppe‘ ist schnell zusammengefasst. Es sind die beiden 18-jährgen Freunde Andrew und Brian sowie Andrews 17-jährige Schwester Jillian. Dass sich Freund und Schwester Andrews dabei näherkommen, entspricht schon fast einem Stereotyp einer solchen literarischen Charakter-Konstellation.
Der Schwerpunkt der Handlung liegt natürlich auf den Abenteuern der Zeitreisenden im 14. Jahrhundert. Allerdings nimmt auch die ‚Nachbereitung‘ der Erlebnisse nach der Rückkehr – dass eine solche erfolgt, hat wohl ohnehin niemand ernsthaft bezweifelt – einen überraschend großen Raum ein. Was mich an der an sich interessanten Geschichte etwas störte, war die Passivität aller 3 Charaktere im mittelalterlichen Schottland. Alle lassen sich ohne größeres Aufbegehren herumstoßen, statt selbst die Initiative zu ergreifen.
Die Autorin überlässt ihren Protagonisten wechselweise das Wort, von den Erlebnissen zu berichten. Dass manche bereits geschilderten Geschehnisse dabei aus einer anderen Perspektive nochmals wiederholt werden, kann man wohl als Stilmittel akzeptieren. Trotz des Titels, der vom Aufbau her wie eine Kombination aus Reihen- und Band-Titel wirkt, handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um eine abgeschlossene Geschichte, die nicht fortgesetzt wird.

Fazit:
Diese Jugend-Zeitreise-Fantasy unterscheidet sich deutlich von mir bisher bekannten Werken dieses Genres.

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Bilder aus Altbayern: Reprint eines Bildbands von 1918

Frank W. Werneburg (Hrsg.)
Bilder aus Altbayern: Reprint eines Bildbands von 1918

Bilder aus Altbayern

Nach dem unerwarteten Erfolg, den der Reprint des historischen Stadtführers „Eisenach und Umgebung“ erzielte, entschloss ich mich, auch andere historische Heimatliteratur allen daran Interessierten in Reprint-Form wieder zugänglich zu machen. Dabei fiel mein Auge auf den kleinen Bildband „Bilder aus Altbayern“, den die Universität München kurz vor Ende des 1. Weltkrieges veröffentlichte und „ihren Kommilitonen im Felde“ widmete.

1918 veröffentlichte die Universität München einen Bildband, gewidmet
„ihren Kommilitonen im Felde“. Dieser enthielt Bilder,
die die Herausgeber als ‚typisch bairisch‘ ansahen.
Vieles hat sich in den vergangenen mehr als 100 Jahren verändert.
Aber genau darin liegt der Reiz dieser alten Bilder,
die man heute nur noch selten findet.
Dieser Reprint möchte das ändern und
Einheimischen und Touristen die Möglichkeit bieten,
einen nostalgischen Blick auf das alte Bayern zu werfen.

Das Vorwort verrät etwas mehr:

Bei der Nennung des Jahres 1918 denkt wohl jeder zuerst an den 1. Weltkrieg. Ganz falsch ist diese Assoziation auch in Zusammen­hang mit dem hier als Reprint präsentierten Bildband nicht. Wie auf der Titelseite dieses Buches vermerkt, wurde es nämlich von der Uni­versität München „ihren Kommilitonen im Felde“ gewidmet. So wech­selt das Geleitwort des damaligen Rektors der Universität auch von einem fast schon poetisch wirkenden Beginn zum Ende hin in einen (zumindest vom heutigen Standpunkt betrachtet) recht pathetisch-patriotischen Ton.
Hans Karlinger bleibt in seiner Einleitung dagegen sachlich und fasst die Geschichte Bayerns und der bairischen Kultur mit Schwerpunkt auf die Architektur kurz zusammen. Wie dort erwähnt, entstammen die Bilder dieses kleinen Büchleins sogar Karlingers Werk „Altbayern und Bayrisch-Schwaben“ aus dem Jahr 1914, sind also in diesem Jahr oder noch früher entstanden. Natürlich verwundert es nicht, dass sich in den mindestens 106 Jahren bis zum Erscheinen dieses Re­prints vieles verändert hat. Da die meisten der Abbildungen recht ge­nau zu lokalisieren sind, ist es auch ohne einen Besuch vor Ort ohne großen Aufwand möglich, unter Zuhilfenahme des Internets die hier gezeig­ten historischen Bilder mit dem heutigen Zustand zu verglei­chen. Selbst da, wo die Gebäude dem 1. Eindruck nach, unverändert erhal­ten blieben, zeigen sich oft diverse Veränderungen im Detail. Ande­res ist kaum noch wiederzuerkennen. Und genau in dieser Ver­gleichs­möglichkeit liegt in meinen Augen einer der Hauptreize dieser alten Bilder.
Ich wünsche allen Bayern-Fans – egal ob Einheimische oder Tou­ris­ten – viel Vergnügen mit diesem Reprint und seinen alten Bildern.

 

Zusätzliche Informationen finden sich auch in diesem PDF:
Bilder aus Altbayern – Marketing

 

 

Erhältlich ist dieser historische Bildband direkt beim Verlag oder bei Amazon, bei Hugendubel, anderen Online-Buchhändlern und natürlich in jeder gut sortierten Buchhandlung. Sollte er nicht vorrätig sein, kann er vom Buchhandel unter der ISBN 9783750418967 bestellt werden. (Das Buch ist im „Verzeichnis lieferbarer Bücher“ gelistet. – Jeder Buchhändler kann mit diesem Hinweis etwas anfangen.)

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The A-Files

Sascha Eichelberg (Hrsg.)
The A-Files

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Frauen unter sich

Klappentext:
Amazonen. Sie sind stolz, sie sind stark, sie sind unerschrocken. Legenden ranken sich um ihren Mut und ihre Schlachten, ihre Siege und ihre Niederlagen. Aber woher kommen sie eigentlich? Wo wollen sie hin? Und wo machen sie Urlaub?
Lange mussten wir auf die Antworten warten, nun sind sie endlich da: Die Amazonen-Akten enthüllen in 32 Geschichten völlig ungeahnte Wahrheiten über die kriegerischsten Wesen der Mythenwelt. Hier werdet ihr alles finden: Roboter, Räuber und Raumschiffe. Abenteuer und Ungeheuer. Zauber und Zorn. Magie und Märchen.

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
Der Gürtel Dder Hippolyta – Christina Hiemer

Elseterschatten – Tanja Hammer
Das Blut der Amazonen – Matthias Teut
Willkommen im Paradies – Peter R. Krüger
Die erste Nacht – Agga Kastell
Amazone wider Willen – Verena Jung
Hildegunde und der Stein der Lustlosigkeit – Yansa Brünnling
Scheiß Abend! – Klara Hell
Die erhobene Kriegerin – Pascal Wokan
Die Flucht der Amazone – Velisha Winter
Der Amazonenprinz – Adrian Schwarzenberger
Cool down and reboot – Marina Raisch
Die Demut zu teilen – Dennis Puplicks
Der Club der eisernen Ladys – Laurence Horn
Treibjagd – Dorothee Stern
Die Amorzone – Kira Borchers
Der Wolf – Nadine Y. Kunz
Der Feigling – Tobias Frey
Nachtjagd – Stefanie Kullick
Ständig muss Parthena die Welt retten – Dirk Ryll
Der Amazonenkönig – Nele Sickel
Silea und Partro – Stefan Lammers
Anaia Montgomery und der Sirnen-Stalker – Sophie Grossalber
Der Seher von Nyr – Mario Hammer
Glasaugenreise – Jörg Fuch Alameda
Süße Unschuld – Kathrin Fuhrmann
Das Ritual – Sarah Natusch
Gauklerblut – Janika Hoffmann
Die wahre Geschichte der SMS Amazone – Jessie Weber
Der Amazonen-Fall – Emely Werkmeister
Eine kleine Reise – Valerie Loe
Myrina und der Angriff der gelben Drachen – Lyakon
Amazonen? Waren das nicht diese Kriegerinnen, die nicht viel von Männern hielten? Und waren es nicht die alten Griechen, die dieses Frauenvolk ‚erforscht‘ haben? „Ja“ und „ja“ müssten die Antworten auf diese beiden Fragen lauten. Eigentlich. Denn zu diesem klassischen Amazonenbild passen nur wenige der 32 in dieser Anthologie versammelten Kurzgeschichten. Die Mehrheit der Stories entfernt sich deutlich vom antiken Cliché. Von typischer Urban Fantasy in aktueller oder auch historischer Zeit bis hin zu SciFi reicht die Bandbreite. Dabei sind einige der hier vorkommenden Amazonen nicht mal menschlich. In Ausnahmefällen begegnet der Leser hier sogar männlichen Amazonen. Und in gleich 2 der Geschichten leben Amazonen sogar mitten im kaiserlichen Deutschland.
Wie man es bei Anthologien gewohnt ist, können auch hier nicht alle der enthaltenen Kurzgeschichten gleichermaßen überzeugen. Manches ist dabei natürlich auch Geschmackssache. Wie üblich bei meinen Rezensionen zu Anthologien möchte ich deshalb auch hier ein paar der Geschichten herausgreifen, die mich besonders überzeugen konnten:
In „Glasaugenreise“ von Jörg Fuch Alameda bekommen es ein Jugendlicher und seine kleine Schwester mit Wesen zu tun, die wohl niemand spontan mit Amazonen assoziieren würde. Fern ab von Amazonen-Clichés kann diese Urban Fantasy mit leichtem SciFi-Einschlag überzeugen.
Ganz andere Probleme hat die Protagonistin in Dirk Rylls „Ständig muss Parthena die Welt retten“. Wie soll es eine alleinerziehende Amazone auch schaffen, ständig die Welt zu retten und doch immer pünktlich zurück zu sein, um das Kind aus dem Kindergarten abzuholen? Eine Superhel(inn)en-Geschichte mit Augenzwinkern.
Auch eine Amazone braucht mal Hilfe. Beispielsweise von einem Wahrsager. In „Der Seher von Nyr“ verfolgt Mario Hammer eine solche Konsultation.
„Der Club der eisernen Ladys“ muss dafür sorgen, dass Kaiser Wilhelm I mit dem Bau des Nord-Ostsee-Kanals keinen Schaden anrichtet. Laurence Horn erläutert die Zusammenhänge.
Janika Hoffmann lässt in „Gauklerblut“ eigentlich ganz normale Frauen auf ein mythologisches Wesen Südamerikas treffen. Auch wenn der Zusammenhang mit Amazonen recht lose ist, weiß diese Urban-Fantasy-Story zu überzeugen.
Bei „Anaia Montgomery und der Sirnen-Stalker“ von Sophie Grossalber ist es hauptsächlich das Setting, das überzeugt. Die Geschichte selbst hätte in diesem Fall aber durchaus noch Verbesserungspotenzial.

Fazit:
Eine Anthologie voller Amazonen. Auch wenn die Qualität der Beiträge durchmischt ist, können die Highlights überzeugen.

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Gräfin Anna – 2 – Gräfin Anna und die Herren von Rabenfels

Anke Dietrich
Gräfin Anna – 2 – Gräfin Anna und die Herren von Rabenfels

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Ritterliche Träume

Klappentext:
England, Juni 1913
Als Anna und Karl Friedrich von Erlebach die Einladung der Rutherfords annehmen, ahnen sie nicht, dass ihnen in England erneut ein aufregendes Abenteuer bevorstehen wird. Greenhills Kirche birgt eine Krypta, deren Geheimnis kaum jemand kennt. Die Inschrift verändert sich wie durch Geisterhand, Schwerter wechseln die Lage. Als wäre das nicht genug, wird Karl von einem Fremden attackiert, der sich ihm und Anna als einer der dort bestatteten Ritter vorstellt.
Welches Geheimnis umgibt die Gruft, und was hat Karl damit zu tun? Wie viel Wahrheit steckt in den Mythen? Ist jener Fremde ein Verrückter, der Spaziergänger bedroht, oder tatsächlich einer der Toten?
Ein packendes Abenteuer beginnt, in dem nicht alles so zu sein scheint, wie es die Legende besagt.

Rezension:
Der Ägyptenaufenthalt scheint Karls Gesundheit gut bekommen zu sein. Da steht einem Sommerurlaub bei den Rutherfords in England nichts im Wege. Schon kurz nach ihrer Ankunft erfahren die von Erlebachs, dass in der Dorfkirche seit Jahrhunderten deutsche Ritter begraben liegen, die Brüder von Rabenfels. Das überrascht besonders Karl, denn das sind entfernte Verwandte von ihm, die ein Rätsel umgibt. Als er allerdings von einem Fremden im Rittergewand bedroht wird, der behauptet, einer dieser alten Ritter zu sein, wird die Sache mysteriös. Doch es wird noch viel rätselhafter …
Mit dem 2. Band entfernt sich Anke Dietrichs historisches Fantasy-Abenteuer vom Thema Archäologie, das in Band 1 („Gräfin Anna und die Rache der Verdammten“) zentraler Aufhängepunkt der Story war. Dafür steht diesmal die europäische Geschichte des Zeitalters des Rittertums im Fokus. Wieso ruhen deutsche Ritter, die der Familiensage nach einst spurlos verschwanden, in der englischen Provinz? Das ist die Frage, der das Protagonisten-Ehepaar diesmal auf den Grund gehen muss. Zumindest für Annas Mann könnte die Antwort überlebenswichtig werden. Allerdings steht auch die Gräfin selbst in diesem Band stärker im Fokus der Handlung und nimmt somit eine Position ein, die ihrer Rolle als Titelheldin besser gerecht wird, als es im Vorgänger-Band der Fall war. Die zentrale Figur ist allerdings eindeutig ihr Mann.
Nachdem das Thema Archäologie zumindest vorläufig ad acta gelegt wurde, könnte man natürlich spekulieren, in welche Richtung sich die Reihe im kommenden Band (und eventuellen weiteren) bewegen könnte. Hinweise darauf sind bisher nicht auszumachen. Feststehen dürfte allerdings, dass es sich wohl wieder um ein mysteriöses Rätsel aus der Vergangenheit handeln dürfte.
Stilistisch bleibt sich die Autorin treu, sodass alles in der Rezension zu Band 1 in dieser Hinsicht gesagte auch hier zutrifft. Auch diesmal wird die gut lesbare Geschichte wieder aus Beobachtersicht wiedergegeben.

Fazit:
Der Fantasy-Mystery-Mix der Reihe kann auch in 2. Versuch überzeugen.

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Der Kristallpalast

Oliver Plaschka, Matthias Mösch, Alexander Flory
Der Kristallpalast

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Das Geheimnis der Kristalle

Klappentext:
London, Frühjahr 1851: Als am Vorabend der ersten Weltausstellung ein Mitglied der königlichen Kommission auf rätselhafte Weise ermordet wird, ahnt Miss Niobe noch nicht, dass dieser Fall ihre Welt für immer verändern soll.
Im Besitz des Toten befand sich ein Artefakt, das ein Geheimnis birgt, das bis weit in die Vergangenheit des fernen Indiens reicht. Feindliche Agenten und eine mysteriöse Loge streben danach, es in ihren Besitz zu bringen und seine fantastischen Kräfte zu entfesseln.
In einem Wettlauf gegen die Zeit trifft Niobe auf zwei ebenbürtige Gegner: den niederländischen Spezialisten Frans, der im Dienste finsterer Mächte steht, und Captain Royle, der für eine ultrageheime Sektion der britischen Armee arbeitet. Jeder von ihnen verfügt über besondere Gaben und Waffen; bald aber müssen sie erkennen, dass sie aufeinander angewiesen sind, wenn sie in diesem tödlichen Spiel bestehen und die Wahrheit über das Artefakt und sich selbst herausfinden wollen.
Alle Spuren führen zum Kristallpalast, jenem prunkvollen Bauwerk aus Eisen und Glas, in dem in wenigen Tagen die Königin, ihr Hofstaat und Besucher aus aller Herren Länder zusammenkommen wollen …

Rezension:
Eine junge Inderin, ein niederländischer Agent und ein königlicher Offizier haben etwas gemeinsam. Anders als die meisten anderen Menschen kennen sie das Geheimnis eigenartiger Kristalle. Trotzdem gehen ihre Kenntnisse kaum darüber hinaus, dass diese existieren. Von deren wahrer Macht haben sie allenfalls eine diffuse Ahnung. Kurz vor der Eröffnung des Kristallpalastes in London führen sie die Wege der Kristalle jedoch hier zusammen. Aus anfänglichen Gegnern müssen Verbündete werden.
Verlag und federführender Autor Oliver Plaschka bezeichnen diesen abgeschlossenen Roman zwar als Steampunk, doch fehlen die für dieses Genre typischen Elemente fast gänzlich. Mit historischer Urban Fantasy kann man das Buch wohl treffender beschreiben. Als Leser wird man in die wechselweise aus der Sicht der 3 Protagonisten erzählte Geschichte direkt hineinkatapultiert, ohne zunächst die Zusammenhänge erfassen zu können. Den Protagonisten ergeht es allerdings auch nicht grundlegend anders, sodass der Leser zusammen mit diesen das Knäuel entwirren kann und muss. Rückblicke in die Vorgeschichte der Protagonisten sowie in die Aufzeichnungen einer lange vergangenen Expedition helfen, das Mosaik langsam zusammenzusetzen. Vollständig verstehen wird man alles allerdings erst nach dem Lesen einer am Ende des Buches enthaltenen Kurzgeschichte, die Jahrzehnte später spielt und den Platz eines Epilogs einnimmt.
Die Autoren benützen einen Stil, der dabei hilft, das Zeitkolorit des viktorianischen England einzufangen. Dass alle 3 Protagonisten ihre Abschnitte in der 1. Person erzählen, kann allerdings zumindest am Anfang etwas verwirren.
Dieses unterhaltsame viktorianische Abenteuer kann Fans dieses Zeitalters mit einer Ader fürs Phantastische überzeugen.

Fazit:
Ein im London des 19. Jahrhunderts angesiedeltes Urban-Fantasy-Abenteuer mit außergewöhnlichen Charakteren und einigen zu lösenden Rätseln.

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Ost Places

Andreas Metz
Ost Places

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Die Reste der DDR

Klappentext:
Drei Jahrzehnte nach der Wende ist Andreas Metz im Osten Deutschlands auf Motivsuche gegangen: Was ist noch zu finden aus den vierzig Jahren Lebens- und Alltagskultur? Was an DDR-Architektur wurde erhalten, was dem endgültigen Verfall preisgegeben? Wo gab es Denkmalstürmerei, wo gibt es Denkmalpflege? Was fand selbstverständlichen Eingang in die gelebte Gegenwart? Die Bilder fangen Geschichte eines verschwundenen Landes ein und erzählen Geschichten von heute.

Rezension:
40 Jahre existierte ein Land namens DDR. Auf dem Papier waren es sogar beinahe 41 Jahre, doch das letzte Jahr hatte mit der DDR im eigentlichen Sinn nicht mehr viel gemein. Und all das ist jetzt auch schon wieder 30 Jahre her. Man kann sich manchmal kaum vorstellen, dass alle, die heute 35 und jünger sind – also längst erwachsene Leute –, keine bewussten Erinnerungen an die DDR haben können. Immer mehr, was früher typisch DDR war, ist nach und nach aus der Umgebung verschwunden. Selbst wenn man im Osten lebt, ist einem das langsame Verschwinden der DDR-Relikte kaum bewusst aufgefallen. Und genau deshalb ging Andreas Metz, der ursprünglich aus dem Westen stammt, mit der Kamera auf Spurensuche. Überraschend viel konnte er noch finden und für diesen Bildband abbilden. Der Bogen spannt sich dabei von auffälliger Architektur, die auch heute noch ganze Städte prägt, und typischer DDR-Kunst über die damals allgegenwärtigen Parolen und Propaganda-Manifestationen bis hin zu Objekten, die auch damals der Allgemeinheit eher unbekannt waren. Manches war damals auch schlichtweg so normal, dass es einem überhaupt nicht bewusst aufgefallen ist. Die bilingual deutschen und englischen Bildtexte beschränken sich dabei auf ein Minimum, bergen aber doch manch aufschlussreiche Information.
Darüber, was man für abbildens- und erhaltenswert einstuft, kann man sicher in manchen Fällen diskutieren. So hat es mich beim Betrachten dieses Buches bei manchen Bildern schon gewundert, dass sie als zeigenswert eingestuft wurden. Das kann aber natürlich auch mit persönlichen (Des-)Interessen im Zusammenhang stehen. Bei anderem ist es überraschend, dass es überhaupt noch erhalten ist.
Für alle, die DDR-Erinnerungen auffrischen wollen oder in Ermangelung solcher einen Einblick in die damalige Ästhetik (wahlweise mit oder ohne Anführungszeichen) gewinnen wollen, kann dieses für einen Bildband dieses Formats überraschend preiswerte Buch empfohlen werden.

Fazit:
Eine optische Reise in ein untergegangenes Land.

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Eisenach und Umgebung – Leseprobe

Frank W. Werneburg (Hrsg.)
Eisenach und Umgebung: Ein Stadtführer aus dem Jahr 1898

Eisenach und Umgebung - Leseprobe_Page_1

Dass es wegen der Feiertage Lieferschwierigkeiten des historischen Stadtführers gibt, ist natürlich bedauerlich. Ich gehe aber davon aus, dass sich das Problem nach dem Jahreswechsel in Luft auflöst. Gegenwärtig ist das Buch leider nur über den Onlineshop des Verlags erhältlich. Bei Amazon ist es aber zumindest bestellbar und wird dann nach Wareneingang geliefert.

Um euch die Wartezeit zu verkürzen, habe ich als Weihnachtsgeschenk eine kleine kostenlose Leseprobe zusammengestellt. Diese findet ihr hier zum Download: Eisenach und Umgebung – Leseprobe. Die meisten der beschriebenen „Spaziergänge unmittelbar an der Stadt“ dürften sich auch heute noch zumindest annähernd durchführen lassen.
Details zum Buch findet ihr hier.

Frohe Weihnachten!

santa

Oliveros Institut für Fantastik – 1 – Melisande, die Fee

Andrea Instone
Oliveros Institut für Fantastik – 1 – Melisande, die Fee

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Schönbrunner Probleme

Klappentext:
Eine Fantasyreihe, in der Magie Alltag ist und der Alltag magisch.
Die Agenten des Instituts für Fantastik schützen die Menschheit seit Jahrtausenden vor jenen Ereignissen, die die Andere Welt erschüttern; Kriege, Verfolgungen und Ungerechtigkeiten werden in ihrer Welt bestmöglich verhindert. Doch nun scheint die Zeit des Friedens an ihr Ende zu gelangen, ausgerechnet nun, da ein junger Herr die Leitung des Instituts übernimmt: Professor Dr. Archibald Anastasius Olivero – gerade einmal 23 Jahre alt – tritt am 1. April 1899 seine Stelle an und findet sich recht bald in ungewohnten und sogar gefährlichen Situationen wieder.
Zu seinem Glück muss der noch unerfahrene Mann nicht alleine gegen die Gefahr bestehen. Vorerst zwei ebenso junge Damen sind es, die ihm beistehen: eine Zeitenspringerin und die Fee namens Melisande. An ihnen nun liegt es, die fantastische Welt voller Magie zu bewahren. Vor allem Melisande nimmt sich dieser Aufgabe mit Witz und Charme an.

Rezension:
Professor Olivero lebt in einer Welt, die unserer ähnelt, ihr aber exakt um 15 Jahre und 82 Tage hinterherhinkt. In dieser Welt existiert reale Magie. Die magisch befähigten Mitarbeiter des Instituts für Fantastik in Bonn, dessen Leitung Olivero übernimmt, haben Möglichkeiten, die „Andere Welt“, nämlich unsere, zu beobachten. So bleiben ihnen jeweils 15 Jahre Zeit, drohende Gefahren von ihrer Welt abzuwenden. Kaum hat der junge Professor seine neuen Agentinnen ins Institut geholt, wird beobachtet, wie die „Andere Welt“ auf den 1. Weltkrieg zusteuert. Um die eigene Welt zu schützen, müssen bei den Habsburgern Veränderungen herbeigeführt werden. Doch zunächst müssen sich der neue Direktor und seine Mitarbeiterinnen unmittelbaren Gefahren stellen: Auf Olivero und die Halb-Fee Melisande werden Anschläge verübt.
Andrea Instone wählt in ihrem neuen Fantasy-Mehrteiler eine interessante Ausgangslage, die mir so noch nicht begegnet ist. Sie siedelt ihre Geschichte in einer Parallelwelt an, die unsere Welt magisch beobachtet und so deren gröbste Fehler vermeidet. Allerdings ist dieses Wissen auf eine überschaubare Anzahl an Personen beschränkt, die Mitarbeiter des Instituts für Fantastik, das weltweit Außenstellen unterhält. Im Zentrum der Handlung steht der erst 23-jährige Professor Dr. Olivero, der mit seinem Amtsantritt selbst erst in viele Geheimnisse eingeweiht wird. Seine engsten Mitarbeiter sind die ebenfalls noch jungen Agentinnen Melisande, eine Halb-Fee, und Odila O’Malley, eine Zeitenspringerin, sowie das unsterbliche Fräulein Fortunati. Worum es sich hingegen bei den „Ordnenden Mächten“, denen auch der Professor untersteht, handelt, bleibt in diesem Band noch unbeantwortet. Den Zeitgeist des Handlungsjahres 1899 fängt die Autorin dabei gekonnt ein.
Obwohl die Autorin die Handlung bis auf wenige Szenen Professor Olivero folgen lässt, wird aus Erzählersicht berichtet. Stilistisch passt sie die Erzählweise der Handlungszeit an, was durchaus authentisch wirkt.
Alles in allem kann dieses phantastisch-historische Abenteuer überzeugen. Auf die (bisher 2) Fortsetzungen darf man mit Sicherheit gespannt sein.

Fazit:
Auf in ein Europa, in dem Magie normal ist! Auf in ein spätes 19. Jahrhundert, das von größeren Katastrophen verschont blieb!

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– Blick ins Buch –
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Die Darlington Road Kids – 3 – Der Auftrag

Henry A. Selkirk
Die Darlington Road Kids – 3 – Der Auftrag

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In den Händen des Fitters

Klappentext:
London, Januar 1804
Jo, Alicia, Rufus, René und der Waisenjunge Terrence sind die Darlington Road Kids – auf der Straße genannt die DaRoKi. Sie sind neugierig und mutig. Viel zu mutig finden ihre Eltern und geben ihnen nach den letzten Ermittlungen einen Denkzettel: Hausarrest.
Als eine alte Freundin von Jos Vater, dem Gastwirt Little Bill, sich mit einem Hilfebrief an die DaRoKi wendet, den spurlos verschwundenen Studenten Ernest Peregine ausfindig zu machen, sieht Jo eine Chance. Sie handelt eine Wette mit den Eltern aus: Eine Woche Zeit, um Ernest zu finden. Bei Erfolg wird der Hausarrest erlassen, bei Misserfolg verdoppelt.
Little Bill besteht darauf, dass die Detektive nicht alleine ausziehen – und der verletzte Terrence vermittelt ihnen eine Schar Leibwächter: die Straßengang der Pavee und ihre Anführerin, Mara.
Bald aber merken die DaRoKi, dass man sie getäuscht hat. Der Brief war eine Fälschung. Mit Mara an ihrer Seite ermittelt Jo weiter. Niemand, schwört sich die Anführerin der Darlington Road Kids, führt sie ungestraft derartig vor. Indessen aber hütet auch der Waisenjunge Terrence ein dunkles Geheimnis …
Die Darlington Road Kids sind eine verschworene Gemeinschaft gerechtigkeitsliebender Jugendlicher. Aus ihrem Hauptquartier, dem Gasthof Farnsworth-Inn in der Darlington Road, ermitteln sie in den gefährlichen Straßen Londons quer durch alle Schichten und führen uns an geheimnisvolle Orte des frühen 19. Jahrhunderts.

Rezension:
Jo, Alicia, Rufus und René sind zu viele Risiken eingegangen. Da sind sich die Eltern einig. 4 Wochen Hausarrest lautet das Urteil, das natürlich auf wenig Gegenliebe stößt. Noch dazu sollen sie mehrmals wöchentlich im Waisenhaus aushelfen. Als ein verspätetes Weihnachtsgeschenk Lady Kates die DaRoKi erreicht, sieht Jo jedoch eine Chance. Die Lady bittet sie nämlich, einer alten Freundin zu helfen und deren verschwundenen Neffen zu finden. Ihr gelingt es, einen Handel mit den Eltern abzuschließen, um zu beweisen, dass sie verantwortungsvoll handeln können. Schnell müssen sie und ihre Freunde allerdings feststellen, dass der Brief eine Falle war. Und schon stecken sie wieder in jeder Menge Ärger. Gut nur, dass der verletzte Terry ihnen eine Leibwache durch eine befreundete Straßengang organisiert hat.
Kaum dass seine jungen Protagonisten ihre nicht ungefährlichen Abenteuer des 1. („Verrat in London“) und 2. („Der Schatz des Gehenkten“) Bandes überstanden haben, schickt Henry A. Selkirk sie auch schon ins nächste Abenteuer. Im Gegensatz zu vielen vergleichbaren Jugend-Abenteuer-Reihen, deren Bände sich meist über längere Zeiträume hinziehen, wobei die jeweiligen Protagonisten entweder merklich altern oder gerade das Fehlen eines erkennbaren Älterwerdens auffällt, erleben seine Helden ihre Abenteuer in einem sehr überschaubaren Zeitrahmen. Die Handlung aller 3 bisherigen Bände nimmt zusammen nicht einmal 4 Wochen in Anspruch.
Diese zeitliche Nähe – zwischen dem Ende des 2. und dem Beginn des 3. Bandes sind schließlich nur wenige Tage vergangen – führt natürlich auch zu einer nahezu lückenlos weitergeführten Handlung. Aber schon innerhalb weniger Seiten schafft es der Autor, dass sich seinen Protagonisten und Lesern gleich eine ganze Reihe neuer Fragen auftun. So stellt Terrenceʼ Verstrickung ins Machtgefüge der Straßengangs nicht nur Josephine vor Rätsel. Während diese Rätsel im Laufe dieses Bandes allerdings weitgehend beantwortet werden, wird auch Jos eigene Familie und das Beziehungsgeflecht ihres Vaters langsam mysteriös. Auf die Beantwortung dieser Fragen muss der Leser allerdings auf einen der kommenden Bände warten.
Dass der Autor in die Dialoge jede Menge gälische, aber auch friesische und jiddische Begriffe einwebt, gibt der Geschichte ihre eigene Geschmacksnote, macht das Lesen aber auch nicht gerade einfacher. Auch wenn die meisten dieser Begriffe im Rahmen der Gespräche erklärt werden, sind sie dem Leser schon beim nächsten Auftauchen nicht mehr unbedingt im Gedächtnis. Gerade die zahlreichen, nach unseren Begriffen eher unhandlichen gälischen Vokabeln stellen das Gedächtnis oft auf die Probe. Ansonsten ist die aus Beobachtersicht erzählte und mit einigen Informationen zur realen Geschichte Londons beziehungsweise Großbritanniens angereicherte Story gut lesbar. Auffällig ist das Stilmittel, immer wieder die Gedanken Jos und Terrys einzuflechten.
Auch wenn dieser Band wieder einen relativen Abschluss aufweist, kann man es am Ende kaum erwarten, mit dem folgenden fortzufahren.

Fazit:
Das historische Jugend-Abenteuer im London des beginnenden 19. Jahrhunderts kann auch weiterhin Leser jeden Alters überzeugen.

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Die Glas-Trilogie – 1.5 – Lügen haben spitze Zähne

Heiko Hentschel
Die Glas-Trilogie – 1.5 – Lügen haben spitze Zähne

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Der bebende Wagen

Klappentext:
Ravenbrück, 22. Dezember 1811: Schon seit Tagen arbeitet Moritz an einem Weihnachtsgeschenk für seine 6-jährige Schwester Konstanze, dankbar für die Ablenkung von den albtraumhaften Erlebnissen auf dem schwarzen Schiff der Komtesse. Konstanze erfindet haarsträubende Geschichten, um Moritz von seinem Arbeitsplatz wegzulocken und einen Blick hinter den Vorhang werfen zu können. Das ruft allerdings ein Monster der ganz anderen Art auf den Plan, das schon bald sein Unwesen im Dampfwagen treibt …

Rezension:
Nach den abenteuerlichen Erlebnissen auf dem Schwarzen Schiff lebt Moritz zusammen mit seiner kleinen Schwester und Helene im Dampfwagen. Eigentlich will er für Konstanze ein Weihnachtsgeschenk basteln, doch plötzlich geht alles drunter und drüber. Rückt ihnen etwa schon wieder ein Monster auf die Pelle?
Nach dem Reihenauftakt „Das hungrige Glas“ schiebt Heiko Hentschel diese Kurzgeschichte als vorweihnachtlichen Pausenfüller für die Wartezeit bis zu Band 2 der Reihe ein. Nachdem sie in Band 1 eher eine Randfigur – wenn auch Moritzʼ Motivation – war, nimmt die kleine Konstanze in dieser Geschichte eine etwas aktivere Rolle ein. Nach den Gefahren des regulären Bandes hat das Monster dieser Kurzgeschichte einen etwas augenzwinkernden Charakter.
Am Stil des Autors ändert das natürlich wenig. Allerdings eignet sich diese Shortstory auch für jüngere Leser, denen die Abenteuer in Band 1 vielleicht noch etwas zu gruselig wären.

Fazit:
Die kleine Schwester des Protagonisten ist nicht das Monster – aber schuld an diesem.

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