Sherlock Holmes Neue Fälle – 1 – Sherlock Holmes und die Zeitmaschine

Ralph E. Vaughan
Sherlock Holmes Neue Fälle – 1 – Sherlock Holmes und die Zeitmaschine

Übersetzung: Hans Gerwien, Andreas Schiffmann

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Verfolgung durch die Zeit

Klappentext:
In London verschwinden Menschen. Die Nächte verbreiten überall Angst und Schrecken, niemand fühlt sich mehr sicher. Man erzählt sich in den Straßen von Geistern, welche die Menschen entführen.
Als Sherlock Holmes durch H. G. Wells einen zurückkehrenden Zeitreisenden aufspürt, vermutet er einen Zusammenhang mit den Morden und ist der grausamen Wahrheit damit bereits sehr nah.
Es sind die Morlocks, die das viktorianische London terrorisieren.
Der Meisterdetektiv stellt sich ihnen entgegen.

Rezension:
In London verschwinden immer mehr Leute spurlos. Sherlock Holmes, der längere Zeit in Frankreich verbrachte, beschließt daher zurückzukehren. Die Spur führt ihn zu einem Schriftsteller namens H. G. Wells, welcher ihm von einem Erfinder erzählt, der eine Zeitmaschine konstruiert hat. Wells hat diese Erfindung sogar schon in einem Buch verarbeitet. Wie nahe dieses der Realität kommt, überrascht sogar Holmes. Um seine Heimatstadt zu retten, entschließt er sich, selbst mehrere Zeitreisen zu unternehmen.
Wer meine Rezensionen verfolgt, weiß natürlich, dass ich für phantastische Stoffe zu haben bin und auch schon einige Neo-Holmes-Bücher rezensiert habe. Da sollte Ralph E. Vaughans Geschichte doch eigentlich meinen Geschmack treffen. Leider treffen solche Theorien jedoch nicht immer ins Schwarze. Die Zeitreisethematik um die Morlocks, die man je nach Blickwinkel als SciFi oder auch als Fantasy betrachten kann, funktioniert für sich genommen ganz gut. Der Titel lässt jedoch primär an eine Sherlock-Holmes-Geschichte denken. Das ist dieses Buch jedoch überhaupt nicht. Natürlich gibt es einen Protagonisten dieses Namens, doch hat dieser mit Arthur Conan Doyles berühmten Detektiv aus № 221b, Baker Street nahezu nichts zu tun. Dr. Watson tritt so gut wie überhaupt nicht in Erscheinung. Das typische ‚Sherlock-Holmes-Gefühl‘, das nicht unwesentlich von der viktorianischen Atmosphäre lebt, kommt leider zu keinem Zeitpunkt auf. Auch dass das Geschehen aus der Sicht eines auktorialen Erzählers geschildert wird, wirkt irgendwie nicht Holmes-like. Der Autor wäre besser beraten gewesen, hätte er die auf Wellsʼ „Die Zeitmaschine“ aufbauende Handlung mit einem eigenen Helden ins Rennen geschickt und Mr Holmes aus der Angelegenheit herausgelassen. Die Idee, dass die Morlocks die Zeitmaschine ihres Besuchers kopieren und mit dieser in die (aus ihrer Sicht) weit zurückliegende Vergangenheit reisen, wäre – besser aufbereitet – nämlich durchaus tragfähig. Die schlechte Kopie eines Sherlock Holmes stört da nur.

Fazit:
Der Held dieses Zeitreisekrimis hat mit dem Sherlock Holmes, den wir alle kennen, nur sehr wenig zu tun.

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Das Labyrinth des Fauns

Cornelia Funke, Guillermo del Toro
Das Labyrinth des Fauns

Übersetzung: Tobias Schnettler

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Zwischen Feen und Rebellen

Klappentext:
Der neue Roman von Cornelia Funke – poetisch, sprachgewaltig, monumental
Spanien, 1944: Ofelia zieht mit ihrer Mutter in die Berge, wo ihr neuer Stiefvater mit seiner Truppe stationiert ist. Der dichte Wald, der ihr neues Zuhause umgibt, wird für Ofelia zur Zufluchtsstätte vor ihrem unbarmherzigen Stiefvater: ein Königreich voller verzauberter Orte und magischer Wesen.
Ein geheimnisvoller Faun stellt dem Mädchen drei Aufgaben. Besteht sie diese, ist sie die lang gesuchte Prinzessin des Reiches. Immer tiefer wird Ofelia in eine phantastische Welt hineingezogen, die wundervoll ist und grausam zugleich. Kann Unschuld über das Böse siegen?
Inspiriert von Guillermo del Toros grandiosem oscarprämierten Meisterwerk »Pans Labyrinth« schafft Bestsellerautorin Cornelia Funke eine Welt, wie nur Literatur es kann.

Rezension:
Ofelias Vater ist gestorben. Zu ihrem Leidwesen hat ihre Mutter einen neuen Mann gefunden, Capitán Vidal, Offizier der Franko-Armee. Obwohl Ofelia ihren Stiefvater nicht ausstehen kann, bleibt ihr nichts anderes übrig, als zusammen mit ihrer Mutter in die alte Mühle zu ziehen, in der Vidal mit seiner Truppe stationiert ist. Während Ofelias Mutter unter einer problematischen Schwangerschaft leidet, entdeckt das Mädchen den Zugang zu einer magischen Welt, in der es Feen und einen Faun gibt.
In ihrem neuen Roman arbeitet Cornelia Funke die Ideen des Films „Pans Labyrinth“ in Buchform auf. Da mir der Film nicht bekannt ist, wusste ich nicht, was mich erwartet. Anderenfalls hätte ich dieses Buch vielleicht gar nicht erst gelesen. Aufgrund des Klappentextes waren meine Erwartungen auf eine Urban-Fantasy-Geschichte ausgerichtet. Im Grunde ist dieses Buch auch eine solche. Der Schwerpunkt der Handlung liegt allerdings (leider) auf der Real-World-Handlung im von Franko beherrschten Spanien der 1940er Jahre. Die Fantasy-Welt, in die sich die junge Protagonistin flüchtet, spielt eher eine Nebenrolle. So bleibt mir am Ende des Buches sogar die Ungewissheit, ob die Abenteuer Ofelias im Labyrinth überhaupt (im Rahmen der Geschichte) real waren oder doch nur den Wunschvorstellungen des Mädchens entstammen.
Die Protagonistin Ofelia wird dem Leser als ein 13-jähriges Mädchen vorgestellt. Nach meiner Meinung wirkt sie für ihr Alter in ihrer ganzen Denk- und Handlungsweise allerdings viel zu kindisch. Auch auf den sehr gelungenen Innenillustrationen des Buches erscheint Ofelia wie ein deutlich jüngeres Kind. Eventuell hat sich der Illustrator (Allen Williams) hier eher vom Text selbst als von der Altersangabe inspirieren lassen.
Die Autorin erzählt die Geschichte in einer sehr poetischen, teilweise märchenhaft wirkenden Sprache. Dabei heben sich die Geschehnisse im Spanien der 1940er Jahre, die Ausflüge der Protagonistin in die Welt des Fauns und eingestreute ‚Geschichten‘ deutlich voneinander ab. Trotzdem bilden alle diese Elemente ein Ganzes, wobei sich die ‚Geschichten‘ erst relativ spät ins Gesamtbild einfügen. Allerdings kann mich die Geschichte leider nicht ganz überzeugen. Die Fantasy-Handlung bleibt in meinen Augen zu sehr im Hintergrund, während die (teilweise sehr brutale) ‚Gegenwarts‘-Handlung das Buch dominiert. Dadurch überwiegt ein Genre, das ich normalerweise nicht lese.

Fazit:
Ein historisch-distrophisches Jugendbuch, in dem der Fantasy-Part leider nur eine (zu) kleine Rolle spielt.

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Der Zeitenweg

Elena Münscher
Der Zeitenweg

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Der Weg durchs Moor

Klappentext:
Bruni lebt auf dem Dorf und besucht die Schule in der Stadt. Das wäre nichts Besonderes – würde das Dorf nicht 1671 existieren, und die Stadt 1971.
Und ihr Schulbesuch ist nicht nur etwas Besonderes, er ist lebensgefährlich. Der Dorfpfarrer, Vater Johannes, verdächtigt jeden, der Kontakt zur modernen Zeit hat, der Hexerei. Wird Bruni beim Schulgang erwischt, droht ihr der Scheiterhaufen.
Dann kommt der Tag, an dem das Dorf von einer Katastrophe heimgesucht wird. Nur in der Stadt vermag Bruni noch Hilfe zu finden. Aber diese Hilfe kann ihr den Tod bringen.
Wie wird Bruni sich entscheiden?

Rezension:
Brunis Opa ist ein Held. Vor Jahren, noch bevor sie geboren wurde, entdeckte er ein Tor in eine andere Welt. Nein, eigentlich keine andere Welt, sondern die Welt, in der auch Bruni lebt, nur 300 Jahre in der Zukunft. Doch obwohl viele im Dorf von dem Tor wissen, wagt kaum einer, es zu benutzen. Der Dorfpfarrer hält das Tor und die dahinterliegende Welt nämlich für Teufelswerk. Trotzdem benutzt die 13-jährige Bruni es täglich, denn sie hat es geschafft, ihren Vater davon zu überzeugen, im Jahr 1971 zur Schule gehen zu dürfen. Unterstützung findet sie bei ihrer Tante, der, als sie der Hexerei angeklagt wurde, die Flucht durchs Tor gelang und die jetzt in der anderen Zeit lebt. Aber eines Tages macht Bruni einen Fehler, der den Pfarrer Verdacht schöpfen lässt.
Zeitreise-Abenteuer gibt es im Fantasy-Genre reichlich. Trotzdem unterscheidet sich Elena Münschers Variante deutlich von der Masse. Die junge Protagonistin benutzt das Zeitentor regelmäßig, und das schon seit einiger Zeit. Für das Mädchen ist die Passage längst kein Abenteuer mehr. Die Gefahren lauern eher in ihrer heimatlichen Zeit. Auch geht die Autorin in stärkerem Maß als in derartigen Büchern üblich auf die veränderte Sprache und Umgangsform ein. Schließlich kann die Schülerin am Gymnasium des Jahres 1971 nicht so sprechen, wie sie es aus dem 17. Jahrhundert gewohnt ist. Ein Kleidungswechsel auf dem Schulweg ist natürlich auch unverzichtbar. Was würden die Leute in ihrem Dorf wohl zu einem Mädchen in Jeans sagen? Dass die ‚Jetztzeithandlung‘ im mittlerweile auch schon fast historischen Jahr 1971 angesiedelt ist, hat seinen alleinigen Grund wohl darin, dass ihr Opa handlungsbedingt beim Entdecken des Tors in die Wirren am Ende des 2. Weltkriegs geraden musste. Auch die Themen Hexenverfolgung und Folter werden thematisiert.
Die Autorin erzählt die Geschichte aus der Perspektive eines auktorialen Erzählers, wobei der Fokus allerdings stets bei der Protagonistin bleibt. Das einzige, was man an dieser gelungenen Zeitreise-Fantasy bemängeln muss, ist das recht abrupte Ende. Hier könnte man sich wünschen, dass der Weg der Protagonistin zumindest noch für einige Tage oder Wochen weiterverfolgt würde.

Fazit:
Dieses ungewöhnliche Zeitreise-Abenteuer einer jungen Protagonistin kann das Interesse genremäßig Interessierter wecken.

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Mittelmeer-Passagen

Winrich C.-W. Clasen (Hrsg.), W. Peter Schneemelcher (Hrsg.)
Mittelmeer-Passagen

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Immer am Rand lang

Klappentext:
Bei der Wanderung um das große Meer der Antike begegnen uns erdachte und tatsächliche Personen, seltsame Geschichten und ungewöhnliche Bilder. So treffen wir Hannibal und Heidegger, durchstreifen die Wüste bei der Oasenstadt Merw, erleben den Brand der Bibliothek von Alexandria und betrachten Gemälde des Orientalismus. Wir lesen aber auch von Flüchtlingen im Jahr 1940 und lauschen einem syrischen Lehrer des 4. Jahrhunderts. Das Faszinosum Mittelmeer – hier finden wir farbige Splitter vom Gesamtbild.
Mit Beiträgen von Gisbert Haefs, Manfred Geier, Jens-Martin Kruse, Rudyard Kipling, Hans Pesch, Matthias Westerhoff, Ute Pietruschka, J.J. Tubach, Wernrt H. Schmidt, Rüdiger Strempel, Andreas Blasius, W. Peter Schneemelcher und Winrich C.-W. Clasen.

Rezension:
Rund um das Mittelmeer konzentrieren sich zahlreiche Städte und Gebiete, die bedeutende Rollen in der Geschichte gespielt haben. Zahlreiche Beispiele dürften jedem mühelos einfallen. Dieses Buch – man könnte es fast als Anthologie bezeichnen – fasst eine Reihe von Beiträgen zu geschichtlichen Aspekten der Region reich bebildert zusammen. Die Bandbreite reicht dabei von fiktiven Geschichten über Berichte historischer Ereignisse bis hin zu einem Schriftsteller-Interview.
Auch wenn es sich bei den „Mittelmeer-Passagen“ ‚nur‘ um ein Taschenbuch handelt, fällt die sehr gute Ausstattung ins Auge. Reinweißes Papier, optisch überzeugender, grafisch sehr gut gelungener Satz und hochwertige, gut gedruckte Bilder machen das Lesen zu einem Vergnügen.
Wo Licht ist, gibt es aber meist auch Schatten. Da macht dieses Buch leider keine Ausnahme. Und dieser Schatten liegt in diesem Fall in der Themenauswahl. Aus der überreichen Auswahl geschichtlicher Geschehnisse der Region wurden leider (zu) viele christlich geprägte ausgewählt. Andere beim Thema „Mittelmeer“ naheliegende Themen wie beispielsweise das (vorchristliche) Römische Reich oder das alte Ägypten in vorgriechischer Zeit werden dagegen genauso völlig ignoriert wie die interessante Zeit der italienischen Stadtrepubliken. Neben sehr interessanten Beiträgen wie den über die Bibliothek von Alexandria oder den über Karthago finden sich so auch mehrere, die für mich als Atheisten entweder uninteressant oder sogar unverständlich (wie der Beitrag zu Jerusalem) sind. Eine etwas ausgewogenere Gewichtung wäre hier sehr wünschenswert gewesen.

Fazit:
Einer hervorragenden optischen Gestaltung steht leider eine etwas einseitige, zu sehr christlich bezogene Themenwahl gegenüber.

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Magie der Natur – 1 – Die unwissende Magierin

Marlene Beer
Magie der Natur – 1 – Die unwissende Magierin

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Das Dorf im Wald

Klappentext:
Der Start einer packenden Serie für Mädchen und Jungen ab 14 Jahre und junggebliebene Erwachsene: In einem kleinen, mittelalterlichen Dorf lebt die 13 jährige Arah, die als Findelkind beim gutherzigen Pater aufwächst. Das Mädchen liebt Bücher über alles und zieht sich häufig in ihre eigene Traumwelt zurück. Eines bedeutungsschweren Tages kommt geheimnisvoller Besuch in das kleine Dorf: Ein herumreisender Exorzist, der im Namen der Kirche nach versteckten Hexen und Zauberern sucht. Obwohl Arah zwar sehr gerne übers Zaubern fantasiert und sich tief in ihrem Herzen magische Kräfte wünscht, kann sie den Worten des Exorzisten nur misstrauisch lauschen. Es konnte unmöglich Magie in der richtigen Welt geben. Oder? Als sie selbst plötzlich angeklagt wird eine Hexe zu sein, heißt es Hals über Kopf zu fliehen. Dabei weiß das Mädchen noch nicht, dass an den Anschuldigungen des Exorzisten etwas Wahres dran ist. Erst als Arah der echten Magie in Form wirklicher Magier und Magierinnen, sowie magischen Tierwesen begegnet, wird ihr immer mehr bewusst, wer sie in Wahrheit ist und woher sie kommt. Alles was sie bisher über Zauberei, Magie, Drachen und mystische Kräfte zu wissen glaubte, stellt sich plötzlich als völlig falsch heraus… Eine Reise voller Spannung und Gefahren wartet auf das junge Mädchen in dessen Verlauf sie nicht nur endlich erfährt, wer ihre Eltern sind, sondern auch zum ersten Mal der Liebe begegnet. Ein spannendes Fantasie – und Jugendbuch für Mädchen, Jungen und junggebliebene Erwachsene. Jetzt kaufen.

Rezension:
Solange sie denken kann, lebt die mittlerweile 13-jährige Arah bei Pater Jophius in Gelderland. Das hat den Vorteil, dass sie im Gegensatz zu den Gleichaltrigen im Dorf nicht schon mitarbeiten muss, und dass sie – auch im Gegensatz zu den meisten Dorfbewohnern – lesen kann. Und das ist ihre Lieblingsbeschäftigung, hat der Pater doch eine gut bestückte Bibliothek, die nicht nur berufstypische Bücher enthält. Als jedoch ein Inquisitor ins Dorf kommt, verdächtigt der Arah eine Hexe zu sein. Sie muss in den Wald fliehen, wo sie auf ein Dorf trifft, dessen Bewohner wirklich zaubern können.
Der Klappentext verrät es schon: Bei Marlene Beers Reihenauftakt handelt es sich um eine historische Fantasy mit einer jungen Protagonistin. Die Idee, eine nichts ahnende junge Heldin sowohl auf die Inquisition als auch auf echte Magie treffen zu lassen, ist sicher interessant. Leider kann die Umsetzung nicht ganz überzeugen. Schon im Klappentext sind sprachliche Mängel erkennbar, die sich in dieser Form leider durch das Buch ziehen. Auch inhaltlich ist dieses leider nicht fehlerfrei. So werden beispielsweise die Begriffe „Inquisitor“ und „Exorzist“ gleichgesetzt und abwechselnd gebraucht. Die Protagonistin, die seit dem Säuglingsalter beim Pater aufwächst, weiß bemerkenswerterweise nicht mal vom Hören, dass es eine Inquisition überhaupt gibt. In einer mittelalterlichen Welt ist das wohl kaum vorstellbar. Das Ende des Buches wirkt dann etwas abgehackt und nicht nachvollziehbar. Hier wäre ein zusätzliches Kapitel wünschenswert.
Auf der Habenseite des Buches ist der sehr gelungene, teilweise fast märchenhaft klingende Erzählstil der Autorin zu verbuchen. Auch hat die Geschichte durchaus Potenzial. Es bleibt nur zu hoffen, dass dieses sich in der Fortsetzung durch gründlichere Arbeit wirklich entfalten kann.

Fazit:
Die gute Idee, die diesem Buch zugrunde liegt, wird durch die überhastete Umsetzung leider teilweise zunichtegemacht.

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Nighthunter – 2 – Die Zombies von Pine Hill

Anton Serkalow
Nighthunter – 2 – Die Zombies von Pine Hill

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Der alte Indanerfriedhof

Klappentext:
Es war einmal im Wilden Westen …
Hier draußen gibt es nicht nur Indianer und Cowboys. Ghule, Zombies, Wendigos, Hexer und andere Diener des Bösen schwärmen über die Grenzlande aus und es mehren sich die Anzeichen für die bevorstehende Apokalypse. Nur der adlige Vampir Louis Royaume und sein indianischer Gefährte der Gestaltwandler Geistwolf stellen sich gegen das drohende Unheil. Die »Nighthunter«. Selbst zwischen der Tag- und der Nachtwelt wandelnd, sind sie die letzte Hoffnung der Menschheit.
Die Toten erheben sich und fallen über die Einwohner des beschaulichen Städtchens Pine Hill her. Normalerweise Fremden nicht besonders gastfreundlich gesonnen, kommt ihnen die Ankunft der Nachtjäger Louis Royaume und Geistwolf in dieser Situation gelegen. Nach anfänglichem Zögern bitten sie die beiden um Schutz. Doch bald stellt sich heraus, dass der Preis für den Beistand schrecklicher sein könnte als die Bedrohung durch die Zombies. Denn in dieser Stadt ist niemand frei von Schuld.

Rezension:
Zuerst erwischt es eine auf einer abgelegenen Farm lebende Familie, doch schon bald wird ganz Pine Hill von Zombies bedroht. Und obwohl hier viele Bürgerkriegsveteranen leben, sind sie dieser Bedrohung gegenüber machtlos. Da trifft es sich gut, dass die beiden Nighthunter in die Stadt kommen. Trotzdem die beiden der Bevölkerung nicht besonders sympathisch erscheinen, werden sie engagiert, um das Problem zu lösen. Wie sich herausstellt, sind manche Bewohner des Städtchens nicht ganz unschuldig am Zombieproblem.
Nachdem Anton Serkalow die beiden Protagonisten seinen Lesern im 1. Band der Reihe („Die Nacht der Ghule“) vorgestellt hat, lässt er sie hier etwas in den Hintergrund treten. Der Fokus liegt diesmal eher auf den Bewohnern des von Zombies bedrohten Städtchens. Die eigentlichen Helden der Reihe treten dagegen erst relativ spät in Erscheinung. Deren ‚Ermittlungsarbeiten‘ offenbaren dann jedoch überraschenderweise, dass zumindest einige der Bedrohten alles andere als unschuldig am Problem sind.
Lebende Menschen, die eine (wenn hier auch lokale) Zombie-Apokalypse verschulden, trifft man im Horror-Genre nicht ganz so oft. Allerdings kann man die „Nighthunter“-Reihe auch kaum als reinrassigen Horror einstufen. In vielerlei Hinsicht stehen auch Western-Elemente im Vordergrund, nicht zu vergessen eine Prise Humor, die das ganze würzt. Im 2. Band gesellen sich auch noch ein paar ernstere Gedanken dazu. Die Kombination macht diese Reihe, verbunden mit einem gut lesbaren Stil, zu einer unterhaltsamen Lektüre für Fans derartigen Genre-übergreifenden Lesestoffs, wobei dieser Band sogar noch etwas mehr überzeugen kann als der Vorgänger.

Fazit:
Mit Band 2 läuft sich die „Nighthunter“-Reihe warm. Das Bild dieser Welt rundet sich zunehmend ab.

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Das Gespenst von Canterville / Hörbuch

Oscar Wilde
Das Gespenst von Canterville

Sprecher: Oliver Rohrbeck

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Vertauschte Rollen

Klappentext:
Im Schloss von Canterville spukt es, wie jeder weiß. Trotz eindringlicher Warnungen kauft der amerikanische Botschafter Hiram B. Ortis das Anwesen und zieht mitsamt seiner Familie ein. Die aufgeklärten Neuankömmlinge glaube nicht an Gespenster – welch ein Irrtum. Denn bald schon macht sich Sir Simon bemerkbar, der seit 300 Jahren alle Schlossbewohner in Angst und Schrecken versetzt. Die Bekanntschaft verläuft allerdings anders als gedacht …
Mit viel Witz nimmt Oscar Wilde britische Traditionen aufs Korn. Aber auch die Amerikaner mit ihrer Modernität kommen nicht ungeschoren davon. Dank Oliver Rohrbeck ein pures (Hör)vergnügen!

Rezension:
Was macht ein altgedientes Schlossgespenst, wenn sich seine neuen menschlichen Mitbewohner als völlig immun gegen seine Schrecken erweisen? Sir Simon ist ratlos. In seinen 300 Jahren als Hausgeist ist ihm das noch nicht untergekommen. Diese Amerikaner, denen sein Nachfahr das Heim seiner Ahnen verkauft hat, bringen stattdessen ihn zur Verzweiflung. Was soll er denn mit Öl für seine rasselnden Ketten anfangen?
Oscar Wildes Erzählung ist bereits des Öfteren verfilmt worden. Mehrere dieser Verfilmungen kenne ich auch, doch die literarische Vorlage war mit bisher nur vom Hören und Sagen bekannt. Um so mehr Grund, mir das Original mal anzusehen oder – genauer gesagt – in Form dieses Hörbuchs anzuhören. Meine Überraschung war nicht gerade klein, musste ich doch feststellen, dass sich alle diese Filme meilenweit von der Vorlage unterscheiden. Während zumindest alle mir bekannten Verfilmungen die Story aus der Sicht der amerikanischen Familie erzählen, folgt Wildes Erzählung dem Geschehen überwiegend aus der Perspektive des Gespenstes. Der Schwerpunkt liegt inhaltlich auf dem Karikieren der britischen beziehungsweise amerikanischen Eigenheiten. Leider konnte mich der für moderne Verhältnisse etwas schwülstige, theatralische Stil des Autors nicht ganz überzeugen. Ehrlich gesagt sind mir die Filme da doch fast lieber.
Ganz anders sieht es allerdings mit der Umsetzung als Hörbuch aus. Oliver Rohrbeck ist als Sprecher solcher ja recht bekannt. Auch hier gelingt es ihm wieder, die Geschichte überzeugend vorzutragen und den einzelnen Charakteren jeweils einen individuellen Stil zu verleihen. Diese Vertonung dürfte dem vom Autor beabsichtigten Stil wohl ziemlich nahekommen.

Fazit:
Eine hervorragende Hörbuch-Umsetzung der klassischen Gruselparodie Oscar Wildes.

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Meisterdetektive – 8 – Sherlock Holmes und das Geheimnis der Mrs Hudson

J. J. Preyer
Meisterdetektive – 8 – Sherlock Holmes und das Geheimnis der Mrs Hudson

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Das Gasthaus an der Themse

Klappentext:
Etwas stimmt nicht mit Mrs Hudson, der Hauswirtin von Sherlock Holmes und Dr. Watson. Sie verbrennt den Frühstücksspeck, versalzt das Essen und – ja, so peinlich es ist, es zu erwähnen – sie trinkt heimlich. Holmes muss das Geheimnis um Mrs Hudson lösen, das mit einem Giftmord, einem pornographischen Buch und einem mysteriösen Gasthaus an der Themse zu tun hat, unterstützt von seinem treuen Freund Watson.

Rezension:
Seit Dr. Watson verheiratet ist und eine eigene Praxis betreibt, besucht er seinen alten Freund nur noch selten. Bei einem dieser Besuche fällt ihm allerdings sofort ins Auge (und die Nase), dass die Hauswirtin Mrs Hudson anscheinend nachlässig geworden ist. Holmes kann das nur bestätigen. Er denkt sogar darüber nach, sich eine neue Wohnung zu suchen. Schließlich kann sich die Frau aber dazu durchringen, die beiden Männer in ihre Probleme einzuweihen. Ihre Schwester ist kürzlich gestorben. Dabei erwies sich jedoch, dass deren Lebenswandel nicht ganz ‚gesellschaftsfähig‘ war. Das zeigt sich auch an Mrs Hudsons Erbe – das allerdings nicht gerade klein ausfällt. Holmes vermutet sofort, dass der Tod kein natürlicher war, und nimmt die Spur auf.
J. J. Preyers Buch aus der „Meisterdetektive“-Reihe des Fabylon Verlags reiht sich zweifellos – das macht schon der Titel deutlich – in die zahlreichen Neo-Holmes der vergangenen Jahre ein. Dass hier die stets präsente, gewöhnlich aber nur ein Statisten-Dasein führende Hauswirtin in den Fokus gerät, ist genauso zweifellos ein Alleinstellungsmerkmal dieses Romans. Untypisch ist auch, dass Dr. Watson hier nicht als Erzähler auftritt. Stattdessen überlässt der Autor diese Rolle einem auktorialen Erzähler. Ganz dem Schema vieler moderner Sherlock-Holmes-Autoren folgend ist es allerdings, dass der Doktor deutlich selbstbewusster auftritt und Holmes auch sehr viel kritischer hinterfragt, als dies in Arthur Conan Doyles Originalen der Fall ist. Trotzdem wirken beide Protagonisten authentisch, wobei die atypische Erzählperspektive allerdings einen Teil des gewohnten Sherlock-Holmes-Feelings vermissen lässt.
Die Geschichte stellt einen gut durchdachten Kriminalfall dar, in dem allerdings das damals als moralisch verwerflich Geltende für das puristische viktorianische Zeitalter von den meisten Beteiligten fast zu leicht akzeptiert wird. Auch wenn dem Leser relativ früh ein Verdacht kommt, sind die Hintergründe und Zusammenhänge doch nicht vorherzusehen. Holmes-Freunde, die sich an der ungewohnten Erzählperspektive nicht stören, dürften durchaus Gefallen an diesem Buch finden.

Fazit:
Ein Neo-Holmes unter vielen, der allerdings durch den gut durchdachten Kriminalfall aus der Masse hervorsticht.

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Ein Fall für Wells & Wong – 6 – Tödliches Spiel in Hongkong

Robin Stevens
Ein Fall für Wells & Wong – 6 – Tödliches Spiel in Hongkong

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Das Rätsel der Jadenadel

Klappentext:
Als Hazels geliebter Großvater stirbt und sie nach Hause reisen muss, begleitet Daisy sie gern ins ferne Hongkong. Doch als sie bei Hazels Familie eintreffen, entdecken sie zu ihrer Überraschung ein neues Familienmitglied: Baby Teddy. Als wäre das noch nicht genug der Aufregung, ereignen sich gleich zwei Tragödien in der Wong-Familie: Ein Mord und eine Entführung halten alle in Atem und niemand ist vor Verdächtigungen sicher … nicht einmal Hazel.
Die Mädchen müssen besser denn je zusammenarbeiten, sich geheimnisvollen Verdächtigen und fadenscheinigen Detektiven stellen, um den Fall aufzuklären – bevor es zu spät ist …

Rezension:
Kaum sind die Weihnachtsferien mit den Mordfällen in Cambridge zu Ende, erhält Hazel einen Anruf ihres Vaters aus Hongkong. Ihr Opa ist gestorben, und auch wenn sie es natürlich nicht bis zur Beerdigung schaffen kann, soll sie die Trauerzeit bei ihrer Familie verbringen, um den Opa traditionell zu ehren. Als Hazel darauf besteht, Daisy mitzubringen, stimmt ihr Vater nach kurzem Zögern zu. Daisy ist natürlich begeistert. Zusätzlich zur Trauer um ihren geliebten Opa warten auf Hazel jedoch weitere unangenehme Überraschungen. Sie hat einen Halbbruder bekommen, der als Erbe der neue Liebling ihres Vaters ist. Seine Töchter sind diesem anscheinend nicht mehr ganz so wichtig. Kurz darauf wird auch noch Hazels ehemalige persönliche Dienerin ermordet. Und durch die Umstände könnte Hazel sogar auf die Liste der Verdächtigen geraten …
Nach dem Intermezzo des Fan-Bandes „Mordfälle und Sahnetörtchen“ schließt Robin Stevens in diesem 6. regulären Band ihrer „Ein Fall für Wells & Wong“-Reihe beinahe direkt an die Ereignisse in Band 5 „Mord unterm Mistelzweig“ an. Mit der Verlagerung der Handlung nach Hongkong ändert sich für die beiden jungen Hobbydetektivinnen manches. War in England Daisy stets die unbestrittene Anführerin des Duos, muss sie die Kontrolle hier zunehmend an Hazel abtreten, die die hiesige Kultur im Gegensatz zu ihr kennt und versteht. Der Autorin gelingt es, Daisys innere Zerrissenheit zwischen ihrem Willen, stets die Kontrolle zu behalten, und ihrer Erkenntnis, in vielen Situationen ohne Hazels Kenntnisse hilflos zu sein, glaubhaft darzustellen. Das zeigt sich schon, wenn sich die Dienerschaft der Wongs mit Hazel natürlich auf Kantonesische unterhält – und Daisy kein Wort versteht. Auch muss die auf ihre Herkunft bedachte ‚ehrenhafte Daisy Wells‘ erkennen, dass die Verhältnisse ihrer Familie im Vergleich zu den Wongs schon fast als ärmlich erscheinen. Hier hat jedes Familienmitglied seine eigene private Dienerin und seinen eigenen Chauffeur – auch Hazel. Genau hier tritt übrigens auch ein kleiner Logikfehler zutage, der für die eigentliche Handlung allerdings unbedeutend ist. Dass Hazels Chauffeur, Wo On, diese und Daysi fährt, ist natürlich logisch. Aber wieso fährt Wo On auch, wenn Hazel mit ihren Eltern unterwegs ist? Da wäre der Chauffeur ihres Vaters doch logischer.
Der Autorin gelingt es auch in diesem Band wieder, eine überzeugende Detektivgeschichte klassischer Machart ganz im Stil der Miss-Marple-Romane, nur mit erheblich jüngeren Protagonistinnen, abzuliefern.
Was allerdings auch hier wieder ins Auge fällt, sind die erheblich unterschiedlichen Altersempfehlungen des deutschen Verlags (Knesebeck) und des Verlags des englischen Originals (Puffin). Der deutschen Empfehlung für Leser von 12 bis 15 kann ich zustimmen und ergänzen, dass sich dieses wie auch die anderen Bücher der Reihe auch sehr gut für erwachsene Fans solcher Detektivgeschichten eignet. Die englische Altersempfehlung für Leser zwischen 9 und 11 Jahren kann ich dagegen nicht annähernd nachvollziehen. Für so junge Leser dürfte diese Reihe definitiv ungeeignet sein.

Fazit:
Auch Hazels und Daisys 6. Abenteuer kann Leser jeden Alters wieder rundum überzeugen.

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Rowan – Tochter des Robin Hood

Nancy Springer
Rowan – Tochter des Robin Hood

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Elbenzauber

Klappentext:
Ein kurzes, heißes Feuer und plötzlich ist alles vorbei. Als Rosemary ihre Mutter an die Flammen verliert, weiß sie, dass sich ihr Leben völlig verändern wird. Denn jetzt ist sie allein auf der Welt. Nur einen Menschen gibt es, zu dem sie vielleicht gehören könnte. Und obwohl sie nicht sicher ist, was sie erwartet, beschließt sie ihn zu suchen. Also wird aus Rosemary Rowan, ein Junge, der sich auf die gefahrvolle Reise zum Sherwood Forest macht, um dort einen Mann aufzuspüren, von dem Geschichten und Lieder Großes erzählen: Robin Hood, Beschützer der Armen, Geächteter, Held – und ihr Vater.

Rezension:
Während die 13-jährige Rosemary beim Kräutersammeln ist, spürt sie überrascht, dass ihre Mutter einen Schutzzauber auf sie legt. Als der Zauber kurz darauf schlagartig wieder erlöscht, ist dem Mädchen klar, dass das nur eins bedeuten kann: Ihre Mutter ist gerade gestorben! Auf der heimischen Waldlichtung findet Rosemary die noch glimmenden Reste des Hauses und die verkohlte Laiche ihrer Mutter. Abdrücke von Hufeisen verraten ihr, dass Männer des Lords die Kräuterfrau, Hexe und Halbelbe ermordet haben. Was soll sie jetzt alleine machen? Das Mädchen beschließt, sich zu ihrem Vater durchzuschlagen, den sie noch nie getroffen hat: den allseits berühmten Robin Hood. Da eine solche Reise für ein Mädchen undenkbar ist, verkleidet dich Rosemary als Junge – und nennt sich fortan Rowan.
Historisches Abenteuer, Jugend- oder sogar Kinderbuch und Fantasy – Nancy Springers Buch passt in mehrere Kategorien. Die Magie der Elben trifft auf den sagenhaften Geächteten, und das alles mit einer jungen Protagonistin. Der Autorin gelingt es, daraus ein Ganzes zu machen, wenn auch der Anteil an Fantasy-Elementen relativ gering und für die eigentliche Handlung nahezu bedeutungslos bleibt. Mit anderen Worten: Die Geschichte hätte mit minimalen Änderungen auch ganz ohne Elben und Magie funktioniert. Dafür passt sich Rowans Abenteuer gut in die traditionelle Legende um Robin Hood ein. Schließlich wurde in keiner mir bekannten Interpretation behauptet, der hätte wie ein Mönch gelebt. Dass die Umgangsformen unter den Geächteten dem Mädchen, das bisher allein mit seiner Mutter gelebt hat, ziemlich grob vorkommen, ist wohl kaum verwunderlich.
Nancy Springer erzählt ihre Geschichte in einer sehr geradlinigen Erzählart, die vermuten lässt, dass das Buch für recht junge Leser konzipiert ist. Die Empfehlung von 12 bis 15 Jahren finde ich da fast etwas zu hoch gegriffen. Im Original stellt dieses Buch den 1. Band der „Tales of Rowan Hood“-Reihe dar, deren weitere Bände es anscheinend nie ins Deutsche geschafft haben. Über die Gründe kann ich nur spekulieren. Allerdings denke ich, dass dieses Buch (wie auch die weiteren der Reihe) durchaus geeignet gewesen wäre, ausreichend Leser zu finden.

Fazit:
Dieses mittelalterliche Jugendabenteuer mit Fantasy-Elementen hätte durchaus mehr Bekanntheit verdient.

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