Der neue Richter Di Kanon – 3 – Der Fächer aus roter Seide

Adrian Vogler
Der neue Richter Di Kanon – 3 – Der Fächer aus roter Seide

Der fehlende Kopf

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Klappentext:

Ein Krimi aus dem alten China der Tang-Dynastie

Richter Di reist im Herbst des Jahres 669 in die vom Regen geplagte Kanal­stadt Liu-tschou, um dort für dreißig Tage als kai­ser­licher Ver­weser das Amt des un­er­wartet ver­storbenen Ma­gistrats Pan zu über­nehmen. Die Stadt droht im Chaos zu ver­sinken: Sie wird von den Gilden, ins­be­sondere der mächtigen Sei­dengilde unter Meister Choo, kont­rolliert, dessen be­waffnete „Rote Schärpen“ die Straßen be­herr­schen und un­recht­mäßig Zölle er­heben.

Getreu der klassischen Tradition chinesischer Kriminalromane von Robert van Gulik wird Richter Di mit drei raf­finiert ver­floch­tenen Fällen kon­frontiert.

Ein Fischer zieht eine kopflose Leiche in kostbarer Seidenrobe aus dem Kaiser­kanal – ist es der ver­misste Gilde­meister Wang? Zur gleichen Zeit stirbt ein stadt­be­kannter Wucherer unter mys­teriösen Um­ständen in den Armen seiner jungen Kon­kubine, und ein le­gen­däres Puzzle-Kästchen gibt Rätsel auf. Als wäre das nicht genug, ver­setzt ein ver­meint­licher Dämon den ört­lichen Tempel in Angst und Schrecken, indem er stiehlt und auf un­er­klärliche Weise Gold zu­rücklässt.

Während Di und seine getreuen Gefährten Ma Joong, Chiao Tai und Tao Gan ver­suchen, Licht in das Dunkel zu bringen, stoßen sie auf eine Spur, die alle Fälle ver­bindet: Ein Fächer aus roter Seide, der den Weg in einen Sumpf aus Gier, ver­botener Liebe und töd­lichen In­trigen weist. Ein klas­sischer Kri­minal­roman im Gong’an-Stil, der den Leser mit Atmos­phäre, Span­nung und his­torischer De­tailtreue in das China der Tang-Dynastie ent­führt.

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Rezension:

Als der Magistrat von Liu-tschou stirbt, steht auf die Schnelle kein Nach­folger bereit. Des­halb be­kommt Richter Di das Amt kom­mis­sarisch für 30 Tage über­tragen. Kaum ein­ge­troffen be­kommt der es mit mehreren Kri­minal­fällen zu tun. Morde und eine Ein­bruch­serie sind auf­zu­klären, um dem neuen Ma­gistrat ge­ordnete Ver­hältnisse zu über­geben.

Was Adrian Vogler hier präsentiert, könnte man zunächst als historischen Krimi be­zeichnen, der im alten China des Jahres 669 an­ge­siedelt ist. Die Hin­ter­gründe dieses Kri­minal­romans sind je­doch er­heblich um­fang­reicher. Zum einen gab es einen Richter dieses Namens wirklich. Er taucht in alten Chro­niken auf. Ein nie­der­län­discher Dip­lomat des frühen bis mittleren 20. Jahr­hun­derts hat auf dieser Grund­lage eine Reihe von Richter-Di-Ro­manen ver­öffentlicht, und genau auf diesen bauen die Ge­schichten Adrian Voglers auf. Von eben diesen haben wir hier den 3. Band vor uns, wobei ich die beiden Vor­gänger nicht kenne.

Der Leser wird zunächst (zumindest wenn er die Bände 1 und 2 nicht kennt) recht abrupt in die Welt dieser Zeit hinein­gestoßen. Einige Be­griffe dürften den meisten euro­päischen Lesern fremd sein. Die er­zählten Kri­minal­fälle er­weisen sich als recht komplex und zu­mindest teil­weise auch mit­ein­ander ver­woben. Die Auf­merk­samkeit des Lesers wird also ge­fordert. Dass der Prota­gonist am Ende alle Fälle auf­klärt, ver­steht sich bei der­artigen Ge­schichten na­türlich fast von selbst. Die unter­schied­liche Härte der ver­hängten Strafen wirkt aus heutiger Sicht etwas ver­wun­derlich, könnte aber in den zu­grunde­liegenden his­torischen Ver­hältnissen be­gründet sein. Mit diesem Buch (und wahr­scheinlich auch den anderen der Reihe) be­kommt man einen sicher un­ge­wöhn­lichen his­torischen Krimi, wie ihn viele be­stimmt noch nicht ge­lesen haben. Gerade das macht ihn aber zu einem un­ge­wöhn­lichen Lese­erlebnis.

Der Autor erzählt wechselweise aus der Sicht einer ganzen Reihe von Cha­rakteren.

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Fazit:

Kriminalfälle im China des 7. Jahrhunderts sind selbst für Gewohnheits­leser his­torischer Krimis ein sicher außer­ge­wöhn­licher Lesestoff.

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