Finn und der Kristall der Zeit

Martina Konrad
Finn und der Kristall der Zeit

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Wer ist Finn?

Klappentext:
Im Jahre 1916 wird ein Baby auf den Stufen einer kleinen Kirche ausgesetzt. Finn, wie der kleine Junge genannt wird, wächst im Waisenhaus auf und ist dort – dank der liebevollen Fürsorge der Waisenhausleiterin – recht glücklich.
Eines Tages, als er knapp zehn Jahre als ist, kommt ein Ehepaar in das Waisenhaus und beschließt, den Jungen zu adoptieren. Natürlich freut sich Finn, weil er endlich seine eigenen Eltern bekommen soll – aber ist das Paar wirklich das, was es zu sein vorgibt?
„Finn und der Kristall der Zeit“ ist eine spannende und phantasievolle Geschichte für junge und jung gebliebene Leser.

Rezension:
1925 in einer Kleinstadt irgendwo in Deutschland. Der 9-jährige Finn lebt in einem Waisenhaus, seit er als wenige Wochen altes Baby auf den Stufen einer Kirche gefunden wurde. Weil er in der Schule sehr gut ist, will die Leiterin des Waisenhauses sogar versuchen, die finanziellen Mittel zu beschaffen, um ihn auf eine höhere Schule schicken zu können. Doch dann kommt es plötzlich anders. Ein offensichtlich sehr wohlhabendes Ehepaar taucht auf, um eines der Kinder zu adoptieren. Unter den neidischen Blicken aller Mitbewohner fällt die Wahl auf Finn. Als der jedoch kurz darauf ein Gespräch seiner neuen Eltern belauscht, stellt sich heraus, dass diese mit der Adoption offenbar ganz andere Ziele verfolgen, als einen Sohn zu bekommen.
Was als das Abenteuer eines Jungen in den 1920er Jahren beginnt, nimmt schnell dramatische Wendungen, die schließlich in eine ausgewachsene Fantasy-Story münden. Natürlich erfährt Finn im Laufe der Handlung seine wahre Herkunft – und damit eine riesengroße Überraschung, mit der er nie im Leben gerechnet hätte. Martina Konrad lässt den Leser zusammen mit der Hauptfigur immer tiefer in die Rätsel um Finn eintauchen. Dass es sich dabei um eine Fantasy-Geschichte handelt, wird erst relativ spät offensichtlich.
Die Autorin erzählt ihre Geschichte in einem sehr angenehmen Stil, der den Leser schnell gefangen nimmt und dann nicht wieder loslässt. Etwas unglücklich ist lediglich die Altersangabe für Finn und seine gleichaltrigen Freunde. Die Gespräche und Empfindungen wirken für 9-Jährige einfach zu erwachsen. In dieser Hinsicht wäre es sicher besser gewesen, Finn als 11- oder 12-Jährigen zu definieren. Die Geschichte hätte damit genauso gut funktioniert. Auch für das Ende könnte man sich eine bessere Idee wünschen. Bei einer Geschichte, die so gut durchdacht ist und jeden Logikfehler gekonnt vermeidet, hätte dieses etwas einfallsreicher ausfallen können.
Trotzdem ist „Finn und der Kristall der Zeit“ für Freunde von Fantasy im frühen 20. Jahrhundert, die sich nicht an jungen Helden stören, eine unbedingte Leseempfehlung wert.

Fazit:
Diese Zeitreise-Fantasy mit jungen Protagonisten kann auch erwachsenen Lesern empfohlen werden.

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