Stechmückensommer

Jutta Wilke
Stechmückensommer

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Das Nordkap ruft

Klappentext:
So hat Madeleine sich ihre Sommerferien nicht vorgestellt: Erst wird sie von ihren Eltern in ein Feriencamp nach Schweden geschickt, wo sie überhaupt nicht hin will und dann wird sie ganz aus Versehen auch noch von einem durchgeknallten Punk entführt. Dabei wollte Julian eigentlich nur einen VW-Bus klauen, weil er – wie er sagt – ganz dringend zum Nordkap muss. Als schließlich auch noch Vincent, der Junge mit dem Extra-Chromosom, zu ihnen stößt, ist das ungleiche Trio komplett. Und das mitten in einem Sommer voller Stechmücken, Wälder, Seen und Abenteuer…

Rezension:
Statt sie mit auf den Japan-Urlaub zu nehmen, schicken Madeleines Eltern die noch nicht ganz 14-Jährige in ein Jugendcamp nach Schweden. Doch da fühlt sie sich überhaupt nicht wohl, da sie es nicht schafft, Freundschaften zu schließen. Bei einer Bergwerksbesichtigung legt sie sich kurzerhand in der VW-Bus des Camps, um zu schlafen. Als sie aufwacht, ist der Wagen mitsamt ihr geklaut worden. Ein Junge mit Punk-Frisur, der kaum älter als sie selbst ist, will damit zum Nordkap fahren. Nach einem Zwischenhalt finden beide überrascht einen weiteren blinden Passagier vor.
Beim Klappentext von Jutta Wilkes Jugendroman denkt wohl jeder sofort an einen abenteuerlichen Road Trip Jugendlicher. Obwohl dies im Grunde auch so ist, kann das Buch leider nicht ganz überzeugen. Dies hat gleich mehrere Gründe. Zum einen ist es die Protagonistin Madeleine selbst, aus deren Ich-Perspektive wir die Handlung erzählt bekommen. Die ständig mürrische Art der Erzählerin macht es dem Leser schwer, Sympathie für das Mädchen zu empfinden. Das bessert sich erst im späteren Verlauf der Geschichte zumindest etwas. Zudem sind Madeleines Gedankengänge trotz der ganz auf sie bezogenen Perspektive in vielen Fällen nicht nachvollziehbar. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass an diversen Punkten die Logik der Darstellung einer ‚moralischen Botschaft‘ geopfert wird. Da treffen sich mitten in der skandinavischen Wildnis, fernab aller touristischen Highlights, zufällig 3 Jugendliche aus Deutschland – und alle stellen sich als ‚Problemkinder‘ heraus. Seien es Madeleines auf ihrem Übergewicht beruhende Minderwertigkeitskomplexe, Vincents Down-Syndrom oder Julies Geheimnis; alles zusammen ist dann doch zu viel des Guten, um auch nur halbwegs glaubhaft zu sein. Speziell Julies Hintergründe, auf die hier nicht näher eingegangen werden soll, um nicht zu viel zu verraten, strotzen vor Unlogik. Zudem fehlt dem Abenteuer ein richtiges Ende. Stattdessen wird direkt in einen Epilog (auch wenn er nicht ausdrücklich so genannt wird) übergegangen. Als Leser kann man am Ende nur feststellen, dass hier leider viel von dem Potenzial, das die Idee bietet, verschenkt wurde, um die Botschaft, dass auch Menschen, die irgendwie ‚anders‘ sind, liebenswert sein können, mit der Holzhammer-Methode zu vermitteln. Eigenartigerweise werden die im Verlauf der Geschichte wirklich stattfindenden Straftaten (Auto- und Bargelddiebstahl) überhaupt nicht näher thematisiert. Vincents Bemerkung „Klauen darf man nicht.“ ist da schon die umfassendste Äußerung zu diesem Thema.

Fazit:
Die interessante, tragfähige Idee dieses Road Trips wird leider durch eine schwache Ausarbeitung zu großen Teilen verschwendet.

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