Die Zeit der Alchemisten: Wie die moderne Chemie erfunden wurde

Kit Chapman
Die Zeit der Alchemisten: Wie die moderne Chemie erfunden wurde


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Übersetzung: Hans-Peter Remmler

Leuchtender Urin

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Klappentext:

Am Anfang war die Magie

Was haben sri-lankische Stahlschmiede, ein giftmordender Papst, deutsche Berg­bau­arbeiter und ein urin­kochender Ham­burger Apo­theker ge­meinsam? Sie haben die Chemie er­funden, ohne es zu wissen. Denn anders als häufig dar­ge­stellt wird diese nicht in der Auf­klärung von Euro­päern in ge­pu­derten Perücken „er­funden“. Che­mische Ver­fahren kamen über Jahr­tausende hinweg in unter­schied­lichen Kulturen und Welt­regionen zum Einsatz, in hand­werk­lichen Be­trieben ebenso wie in alche­mis­tischen Gift­küchen. Euro­päische Gerber, assyrische Par­fümeurinnen, byzan­tini­sche Krieger und die Ba­umeister der Maya ar­beiteten ganz selbst­ver­ständlich mit Mitteln der Chemie. Die son­derbaren Alche­misten hin­gegen trieb meist die Suche nach Grö­ßerem um: Gold, der Stein der Weisen, ein All­heil­mittel oder gleich die Un­sterb­lichkeit.

Kit Chapman beweist eindrucksvoll, dass es dennoch verfehlt ist, Alchemie als Schar­latanerie oder ma­gisches Denken ab­zutun. Mit Witz und einer Fülle kurioser Details er­zählt er eine welt­um­spannende Wis­sen­schafts­geschichte und zeigt, wie Alchemie und Chemie, wie Magie und Wis­sen­schaft mit­ein­ander ver­schmolzen.

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Rezension:

Alchemisten waren Scharlatane, die den Fürsten früherer Jahrhunderte ver­sprachen, Gold aus bil­ligeren Zu­taten her­zu­stellen. So ähnlich haben wir es alle mal im Ge­schichts-Unter­richt gelernt. Aber kann man das wirklich so ver­ein­facht sagen? Oder steckt mehr da­hinter.

Kit Chapman geht in diesem Buch der Geschichte der Chemie auf den Grund. In diesen Ur­sprüngen spielt Alchemie na­türlich eine wichtige Rolle. In mancher Hin­sicht aller­dings ganz anders, als man zu­nächst denken könnte. Die Grund­lagen ent­standen na­türlich aber schon lange, bevor der Be­griff Alchemie über­haupt auf­tauchte. Che­mische Pro­zesse wurden von den Men­schen eigentlich schon immer ge­nutzt – na­türlich ohne sich dessen über­haupt be­wusst zu sein. Ehrlich gesagt hätte ich so einiges, was der Autor hier er­zählt, über­haupt nicht mit Chemie in Ver­bindung ge­bracht. Und Alche­misten haben durchaus auch ernst­hafte For­schung be­trieben, wobei man das Word For­schungen aller­dings nicht un­be­dingt im engeren Sinn der heutigen De­fini­tion be­trachten darf. All diese Ent­wick­lungen geht dieses Buch halb­wegs chrono­logisch nach und spannt dabei den Bogen von der Feuer­nutzung durch den Ur­menschen bis hin zu Mende­lejews Perioden­system. Keine Angst, che­mische Formeln tauchen dabei kein einziges Mal auf, nen­nens­wertes che­misches Wissen ist nicht er­for­derlich. Der Schwer­punkt liegt eher auf der Wis­sen­schafts­geschichte. Wer sich für diese interes­siert, findet hier so manche unter­haltsame In­for­mation.

Der Autor erzählt alles in einem stets unterhaltsamen Stil. Bedauerlich ist lediglich, dass der Über­setzer an vielen Stellen Gender-Auf­zählungen in den ur­sprüng­lich eng­lischen Text hinein­inter­pretiert hat.

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Fazit:

Ein unterhaltsamer Ausflug in die geschichtliche Entwicklung dessen, was wir heute Chemie nennen.

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Reprint eines Bildbands aus den 1910ern
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