Harry Potter and the Cursed Child

J.K. Rowling, John Tiffany, Jack Thorne
Harry Potter and the Cursed Child – Parts I & II

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Papa Voldemort

Klappentext:
Based on an original new story by J.K. Rowling, John Tiffany and Jack Thorne, a new play by Jack Thorne, Harry Potter and the Cursed Child is the eighth story in the Harry Potter series and the first official Harry Potter story to be presented on stage. The play will receive its world premiere in London’s West End on 30th July 2016.
It was always difficult being Harry Potter and it isn’t much easier now that he is an overworked employee of the Ministry of Magic, a husband, and father of three school-age children. While Harry grapples with a past that refuses to stay where it belongs, his youngest son Albus must struggle with the weight of a family legacy he never wanted. As past and present fuse ominously, both father and son learn the uncomfortable truth: sometimes, darkness comes from unexpected places. This Special Rehearsal Edition will be available to purchase until early 2017, after which a Definitive Edition of the script will go on sale.

Rezension:
Albus Severus Potter hat es nie gefallen, ständig an seinem berühmten Vater gemessen zu werden. Als er dann endlich nach Hogwarts kommt, freundet er sich gleich im Hogwarts-Express mit Scorpius Malfoy an – und landet selbst in Slytherin. Doch dort bleiben beide Außenseiter, die keine anderen Freunde finden, zumal in der magischen Welt das Gerücht umgeht, Voldemort persönlich wäre Scorpiusʼ wahrer Vater. Als Albus schließlich belauscht, wie Amos Diggery Harry Potter anfleht, seinen Sohn Cedric unter Benutzung eines kürzlich aufgefundenen Zeitumkehrers zu retten, Harry jedoch entschieden ablehnt, beschließt er, diesen Zeitumkehrer zusammen mit Scorpius zu entwenden und selbst in die Zeit des Trimagischen Turniers zu reisen. Doch damit bringen die beiden Freunde die geschichtlichen Abläufe gründlich durcheinander.
Obwohl es eigentlich nur das Script eines Theaterstücks ist, war dieses Buch für alle Harry-Potter-Fans wohl das am sehnlichsten erwartete dieses Jahres. Trotz – oder sogar wegen – der eher durchwachsenen Kritiken der Probeaufführungen des Stücks, waren die Erwartungen hoch, stellt „Harry Potter and the Cursed Child“ doch die 1. offizielle Erweiterung des Canons der HP-Reihe seit Band 7 dar. Leider liegt genau hier das Problem. Elemente wie „Albus kommt nach Slytherin“, „Albus und Scorpius werden beste Freunde“ oder „Scorpius verliebt sich in Rose“ kennt der Fan mittlerweile aus unzähligen Next-Generation-FanFictions. Diese nun als offiziellen Bestandteil der HP-Geschichte wiederzufinden, dürfte viele Fans verwirren. Erheblich schlimmer erscheinen allerdings die massiven inhaltlichen Widersprüche zu diversen in den bisherigen 7 Büchern enthaltenen Details. Um nicht übermäßig zu spoilern, sei hier als Beispiel nur genannt, dass laut diesem Script am Tag von Voldemorts Angriff auf Harrys Elternhaus kein Fidelius auf diesem liegt und Harrys Eltern nur Stunden vor dem Angriff offenbar völlig unbesorgt einen Dorfspaziergang mit Harry unternehmen. Das widerspricht allem, was der Fan bisher als gesichert voraussetzen konnte. Wenn das jetzt offiziell zum Canon gehört – sind die 7 Bücher der Reihe dann jetzt kein Canon mehr?

Fazit:
Eine lange erwartete Fortsetzung der Geschichte um Harry Potter, die leider alles, was der Fan bisher wusste, auf den Kopf stellt.

Hardcover mit Schutzumschlag
Hardcover mit Schutzumschlag in der deutschen Übersetzung
eBook in der deutschen Übersetzung

Shaiʼlanhal

Susanne Gavénis
Shaiʼlanhal

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Die Lanhal und der Yinyal

Klappentext:
Shaan wäre gern ein ganz gewöhnlicher Junge, doch das Schicksal hat ihm einen anderen Weg vorherbestimmt: Er ist der Shai’lanhal, der Beschützer der Lanhal, der Inkarnation des Guten, die alle zwanzig Generationen in Gestalt eines gewöhnlichen Mädchens wiedergeboren wird.
In einer alles entscheidenden Schlacht wird die Lanhal mit dem Yinyal, der Verkörperung des Bösen, um die Zukunft der Menschheit ringen, doch solange ihre wahre Macht noch nicht erwacht ist, ist die Lanhal allen Angriffen schutzlos ausgeliefert.
Mit seiner Fähigkeit, Wind und Wasser zu beherrschen, muss Shaan sie vor seiner schrecklichen Gegenspielerin beschützen, die ebenfalls über zwei Elemente gebietet – Feuer und Erde.
Angesichts der unvorstellbaren Grausamkeit seiner Gegnerin kommen Shaan jedoch schnell Zweifel, ob er seiner Aufgabe tatsächlich gewachsen ist. Nur eines ist sicher: Sollte er versagen, wird nicht nur die Lanhal sterben, sondern die ganze Welt für die nächsten vierhundert Jahre in Dunkelheit versinken.

Rezension:
Seit sich Shaan erinnern kann, wächst er alleine mit seinem Vater in einem einsamen Gebirgstal auf. Kontakt zu anderen Menschen hatte er diese gesamte Zeit über kaum. Sein einziger Lebenszweck besteht darin, die benötigten Fähigkeiten zu trainieren, um als Shaiʼlanhal bestehen zu können. Alle 20 Generationen muss ein Nachfahre seiner Familie die jeweilige Lanhal beschützen und auf ihren Kampf gegen den Yinyal, der selbst wiederum von einer Shaiʼyinyal beschützt wird, vorbereiten. Sollte der Yinyal siegen oder die Lanhal, bevor es zum Kampf kommt, sterben, würde für die nächsten 20 Generationen das Böse die Welt beherrschen. Pünktlich zu seinem 16. Geburtstag muss sich Shaan seiner Aufgabe stellen. Doch die Shaiʼyinyal geht nicht gerade zimperlich vor.
Shaan als Held, der sich eigentlich nichts wirklich zutraut und immer von sich selbst denkt, versagt zu haben und nicht gut genug zu sein, möchte am liebsten jedem helfen, nicht nur dem Mädchen, das er eigentlich beschützen soll. Dass das seiner eigenen Gesundheit oft nicht förderlich ist, muss er bald erfahren. Deleja dagegen ist die Tochter eines reichen Kaufmanns und ahnt nichts von der Aufgabe, die auf sie als Lanhal zukommt. Natürlich kann es bei Büchern dieser Art nicht ausbleiben, dass beide schnell mehr für sich empfinden. Bei der Brutalität, die die Shaiʼyinyal an den Tag legt, ist es jedoch sehr fraglich, ob Shaan und Deleja überhaupt überleben werden.
Susanne Gavénis entführt den Leser mit diesem Fantasy-Werk in eine interessante Welt. Auch wenn vorindustriell geprägte Fantasy-Welten oder der Kampf zwischen dem personifizierten Bösen und Guten sicher keine Neuheit sind, gelingt es der Autorin hier doch, ein ungewöhnliches und spannendes Abenteuer zu entwerfen, das den Leser schnell in seinen Bann zieht. Dabei beherrscht die Autorin die Sprache gekonnt und bringt dem Leser die Handlung abwechselnd aus Sicht der beiden Hauptcharaktere nahe.
Den Abschluss dieses gelungenen Buches bildet leider ein nicht ganz so gelungener Epilog (VORSICHT, Mini-Spoiler!). Dieser erscheint – gerade nachdem man kurz zuvor den gut geschriebenen Höhepunkt des Buches gelesen hat – recht kitschig. Und die Lösung, allen Beteiligten außer Shaan und Deleja am Ende einen Großteil der Ereignisse einfach vergessen zu lassen, wirkt nicht besonders überzeugend. Vor allem wird dabei nicht wirklich klar, wer sich danach noch an was erinnern kann.

Fazit:
„Shaiʼlanhal“ bietet dem Leser ein gelungenes Fantasy-Abenteuer, dem Genre-Fans ihre Aufmerksamkeit schenken sollten.

eBook

Von Büchern und Inseln

Louise Erdrich
Von Büchern und Inseln

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Unterwegs im Ojibwe-Land

Klappentext:
Louise Erdrich begibt sich auf eine Reise ins Land der Ojibwe, aus dem ihre indianische Großmutter stammt. Diese Region aus Seen und Wäldern an der Grenze von Minnesota und Ontario durchstreift sie auf der Suche nach dem Geist ihrer Vorfahren – und auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage, warum sie sich von Büchern so unwiderstehlich angezogen fühlt. Ihre Romane, u.a. »Liebeszauber«, »Die Rübenkönigin« oder »Die Antilopenfrau« sind bei namhaften deutschen Verlagen erschienen und wurden allesamt Bestseller.

Rezension:
Die US-amerikanische Autorin Louise Erdrich, Tochter eines deutschen Einwanderers und einer Indianerin, begibt sich auf Spurensuche ins Land ihrer Vorfahren mütterlicherseits, ins traditionelle Land des Ojibwe-Stammes. Begleitet wird sie nur von ihrer jüngsten Tochter im Babyalter und auf Teilstrecken von deren Vater, einem Ojibwe-Medizinmann.
Diese Reisebeschreibung führt den Leser in eine hierzulande und wohl auch in den dichtbevölkerten Regionen Nordamerikas kaum bekannte Gegend an der US-amerikanisch-kanadischen Grenze. Kern des Ojibwe-Landes ist ein großes Seengebiet mit zahlreichen Inseln, auf denen die alten Ojibwe ihre Felszeichnungen hinterlassen haben. Auch die Informationen zur Sprache der Ojibwe sind interessant, hat diese doch einen sehr ungewöhnlichen Aufbau (siehe Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Ojibwe_%28Sprache%29).
Während die Autorin die landschaftlichen und geographischen Gegebenheiten sehr interessant und bildlich darstellt und dem Leser so die Region nahebringt und Interesse weckt, lässt sie ihre Gedanken zwischendurch leider immer wieder zu Themen abgleiten, die in keinem Zusammenhang zu den Örtlichkeiten oder den Ojibwe stehen. Diese Gedankengänge kann man zwar teilweise fast als philosophisch bezeichnen, doch stören sie den Lesefluss sehr. Deshalb kann man dieses Büchlein auch eher Lesern empfehlen, die Gefallen am Philosophieren finden, als solchen, die sich primär für Land und Leute interessieren.

Fazit:
„Von Büchern und Inseln“ ist eine Reisebeschreibung für eher philosophisch interessierte Leser.

gebundenes Buch
Taschenbuch

Rhanmarú – Die Weltenwanderer

Liane Sons
Rhanmarú – Die Weltenwanderer

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Rhan oder Marú – das ist die Frage

Klappentext:
Um Heucheleien und Intrigen auf seinem Heimatplaneten zu entgehen, sucht Aeneas van Rhyn, Großmagier und Nachfahre einer der mächtigsten Familien Rhanmarús die Erde auf. In Waldsee, der Stadt der Rhan, findet er die Ruhe, die er sich erhofft hat.
Doch dann platzt der fünfzehnjährige Erik, der bisher mit seiner Schwester von Kirmes zu Kirmes gezogen ist, in das Idyll. Er weiß es nicht, aber er kommt nicht allein. Feinde, die im Schatten bleiben, verfolgen ihn. Sie schrecken vor nichts zurück und werden zu einer Gefahr, der selbst ein Großmagier nicht trotzen kann.
Ein spannendes Fantasyabenteuer um einen Großmagier und eine Gruppe Jugendlicher.
»Die Weltenwanderer« ist der in sich abgeschlossene erste Band der Serie um die Magier von Rhanmarú.

Rezension:
Der 15-jährige Erik lebt bei seiner deutlich älteren Schwester, welche ihr Geld als Wahrsagerin auf dem Rummel verdient. An seine Eltern kann er sich kaum erinnern. Doch eines Nachts ergreift seine Schwester überhastet die Flucht, ohne Erik Grund oder Ziel zu nennen. Ihren Bruder lädt sie einfach in Waldsee, einer getarnten Siedlung außerirdischer Magier, der Rhan, ab und verschwindet. Aeneas, der die Angelegenheiten der Rhan auf der Erde leidet, klärt Erik auf, dass er offensichtlich auch ein Rhan ist und über magische Fähigkeiten verfügt. Doch schon bald muss Erik feststellen, dass alles noch komplizierter ist – und ihm anscheinend jemand nach dem Leben trachtet.
Mit dem Band „Die Weltenwanderer“ führt Liane Sons ihre Leser in die Welt von Rhanmanú ein, wobei der Schwerpunkt zumindest dieses Bandes auf Erik und Aeneas liegt. Es werden jedoch auch andere interessante Personen eingeführt, die in späteren Bänden eventuell eine größere Rolle bekommen könnten. Ähnliches gilt für die komplizierte Politik der Rhan und ihr Verhältnis zu den verfeindeten Marú. Während Erik als der in der Urban Fantasy typische ‚Normalo‘ daherkommt, der zunächst nichts von seinen Besonderheiten ahnt, ist Aeneas trotz seiner hohen Stellung in der Rhan-Gesellschaft in dieser eher ein Außenseiter, der den dort gängigen Konventionen gespalten gegenübersteht. Deshalb hat er unter seinem eigenen Volk nicht nur Freunde.
Das Buch ist interessant und flüssig geschrieben und bietet sowohl dem Leser als auch Erik einige Überraschungen. Wie man es schon als genretypisch bezeichnen kann, wird allerdings nicht thematisiert, wieso alle vorkommenden Rhan – auch die, die überhaupt nicht auf der Erde leben – sich offensichtlich in fließendem Deutsch verständigen können.

Fazit:
„Die Weltenwanderer“ stellt den Auftakt einer neuen Urban-Fantay-Reihe dar, die einiges an Potential bietet.

Taschenbuch
eBook

Fremdes Leben

Dennis Frey
Fremdes Leben

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Die Leben des Cormac Flynn

Klappentext:
Cormac Flynn entschließt sich, seinem Leben ein Ende zu setzen. Doch statt zu sterben, wird er von einem Fremden zurückversetzt, um seinem Leben eine bessere Richtung zu geben.
Als er in einem Versteck auf versiegelte Magie stößt und sie befreit, ändert sich alles, und für Cormac beginnt ein verzweifelter Kampf um das Gleichgewicht der Welt. Zu allem Übel, mischt sich auch noch der Fremde ein, der ihn ständig zu beobachten und mehr Gründe für sein Einmischen zu haben scheint, als er zugeben möchte.

Rezension:
Cormac Flynn, ein Mann nicht genau bekannten Alters, steht auf einer Klippe – und springt. Kurz darauf wird er im Bett seines alten Kinderzimmers wach. Es ist wieder der 13. November 1992, und er ist wieder 15. Bei ihm ist ein eigentümliches Wesen ohne Augen. Dieses eröffnet Cormac, dass es ihm eine Chance gibt, sein verpfuschtes Leben neu und besser zu leben. Cormac erinnert sich, dass er damals – oder jetzt, je nachdem, wie man es sieht – gerade mit seinen Eltern in die Stadt gezogen und gleich anschließend länger krank gewesen war. Doch an seiner neuen Schule bekommt Cormac gleich Ärger mit dem Schulrowdy und dessen Freunden. Nach einer auch in diesem Leben nicht besonders angenehmen Zeit erleidet Cormac durch deren Schuld einen Unfall – und erwacht am 13. November 1992. Ob dieses Leben endlich besser wird?
Dieser kurzen Inhaltsangabe kann man wohl schon ansehen, dass Dennis Freys „Fremdes Leben“ in gewisser Weise an den Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ erinnert. Immer wenn Cormac sein Leben vergeigt hat – woran er allerdings meist nicht selbst die Schuld trägt –, wacht er wieder als 15-jähriger am 13. November 1992 auf. Bei den Lokalitäten greift der Autor auf tatsächlich existierende Orte seiner Wahlheimat Irland zurück.
Das Leben, das Cormac nach seinem Selbstmord führt, füllt fast 25% des Buches. Leider ist gerade dieses Leben für den Leser das langweiligste. Sein darauf folgendes Leben ist bis kurz vor dessen Ende auch nicht wirklich interessant. Bis zu dieser Stelle erscheint das Buch eher wie eine Sozial-Problem-Story. Erst jetzt kommen (abgesehen vom mehrmaligen Reset seinen Lebens) erstmals Fantasyelemente ins Spiel. Allerdings ist der Leser an dieser Stelle auch schon fast in der Mitte des Buches angekommen. Ab hier wird das Buch auch für Fantasy-Freunde erheblich interessanter, was sich bis zum Ende weiter steigert. Während jedoch das relativ uninteressante ‚Vorspiel‘ sehr in die Länge gezogen erscheint, werden die Höhepunkte, die es gegen Ende definitiv gibt, um so kürzer abgehandelt.
Genau hier liegt das Problem bei der Einschätzung des Buches. Wer gerne Bücher über soziale Konflikte ließt, wird wahrscheinlich auch am vorderen Teil des Buches Gefallen finden, denn stilistisch ist dieses durchaus gelungen. Wer jedoch primär eine Fantasy-Story erwartet, dessen Geduld wird arg auf die Probe gestellt. Zum Ende hin dominiert das Fantasy-Element die Handlung jedoch immer stärker. Hier kann der Autor mit einigen überzeugenden Einfällen punkten, und die Auflösung ist durchaus überraschend. Zusammengefasst kann man vielleicht sagen, dass dem Buch eine deutliche Straffung des vorderen, magiearmen Teiles guttun würde.

Fazit:
Nach einem schwachen Start steigert sich „Fremdes Leben“ zum Ende hin zu einer spannenden Fantasy-Geschichte.

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