Barbartos – 1 – Der Kult – Band 1

Nicole Kohlstock
Barbartos – 1 – Der Kult – Band 1

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Der Augur

Klappentext:
Auftakt einer Trilogie in vier Bänden
Lueg, September 1987
In einem hübschen, idyllisch gelegenen Dorf, in dem sich wie üblich alle Einwohner hassen, gibt es einen satanischen Kult. Für diesen hat die stotternde Kultpriesterin irrtümlich den falschen Dämon versklavt. Anstelle des blutrünstigen Bartos – „dem Schrecklichen“ – ist der gutmütige, vegetarisch lebende Barbartos genötigt, sich mit den irrsinnigen Kultmitgliedern und ihren Tier- und Menschenopfern herumzuplagen.
Außerdem kommen in dieser Geschichte vor:
Ein ordensflüchtiger Mönch, der seine Sexualität entdeckt.
Ein rachsüchtiger Puppenmacher. Eine besonders doofe Taube und andere lustige Tiere.

Rezension:
Seit dem Ende seiner Schulzeit lebte Karl im Kloster. Als er dieses wegen einer Frau verlässt, nur um festzustellen, dass diese ihn gar nicht liebt, traut er sich nicht zurück. Wohin nun? Zu seiner Mutter will er nicht. Bleibt nur der Vater, den seine Mutter mit ihm verließ, als Karl noch klein war. Beim Zusammentreffen muss er allerdings feststellen, dass er den Mann eigentlich überhaupt nicht näher kennenlernen möchte. Trotzdem zwingen ihn die Umstände, vorübergehend zu bleiben. Selbst dem weltfernen Karl fällt schnell auf, dass in diesem Dorf einiges nicht stimmt.
Schon der Titel von Nicole Kohlstocks Urban-Fantasy-Geschichte bedarf wahrscheinlich einer Erklärung. Bei „Barbartos“ handelt es sich eigentlich um eine Trilogie, deren 1. Teil allerdings so umfangreich ausgefallen ist, dass er in 2 Bände geteilt werden musste. Alleine dieser 1. Band des 1. Teils umfasst in der Taschenbuchausgabe schon 456 Seiten, Band 2 sogar 568. Genau hier liegt auch das in meinen Augen größte Problem des Werkes. Aber dazu später.
Neben dem ‚entlaufenen‘ Mönch ist der eher menschenfreundlich veranlagte Dämon und Titelheld Barbartos der 2. Protagonist der Reihe. Dass diese einen eher augenzwinkernden Ansatz verfolgt, dürfte bis hierhin schon klar geworden sein. Auch dass zur Mitte des 1. Teils noch nicht klar ist, wohin alles führt, wird wohl kaum überraschen. In diese verrückte Dämonen-Geschichte hat die Autorin schon zu diesem frühen Stand der Handlung einige interessante und gute Ideen eingebracht, die durchaus geeignet erscheinen, eine ‚etwas andere‘, für das Genre ungewohnte Story zu erzählen. Ein Problem liegt meiner Meinung nach allerdings in der epischen Ausbreitung dieser Ideen. Nach meinem Geschmack ist auf diesen 456 Seiten zu wenig passiert, zu wenig wirkliche Handlung enthalten. Szenen, die in einer derartigen Story eigentlich funktionieren dürften, werden teilweise zu ausführlich erzählt, unwichtige Details zu detailliert ausgebreitet. Nach meiner Ansicht täte hier eine Komprimierung gut.
Die Autorin erzählt ihre Geschichte in der 3. Person Präsens. Speziell diese eher selten bei derartigen Stoffen benutzte Zeitform fällt beim Lesen ins Auge. Trotzdem wirkt sie nach kurzer Gewöhnung stimmig.
Insgesamt funktioniert die Idee und verspricht eine interessante weitere Geschichte. Leider trübt die zu ausführliche Erzählart den Genuss doch etwas, weshalb das Buch bei mir etwas gemischte Gefühle hinterlässt. Es bleibt abzuwarten, wie sich das im weiteren Verlauf der Trilogie beziehungsweise deren 1. Teils entwickelt.

Fazit:
Diese ungewöhnliche Urban-Fantasy-Story überrascht mit großem Detailreichtum, wirkt durch diesen aber auch etwas behäbig.

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