Die Aussenseiter und das Buch der Schatten

Nicole Fünfstück
Die Aussenseiter und das Buch der Schatten

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Der geheime Raum

Klappentext:
„Christina, denke immer daran: Es gibt keine Magie! Dämonen, Hexen und die Monster aus Filmen und Büchern existieren nur in deiner Fantasie!“ Diese Worte hatte mir meine Mutter, durch und durch Wissenschaftlerin, seit meiner frühsten Kindheit eingebläut. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass sie sich irren könnte. Gründlich und lebensbedrohlich irren. …
Nach der Scheidung ihrer Eltern zieht die schüchterne Außenseiterin Christina mit ihrer Mutter in deren Geburtsstadt. Sie vermisst ihren Vater, hat Angst vor dem ersten Schultag, auf der neuen Schule, und gibt sich die Schuld an der Scheidung der Eltern. All das tritt jedoch in den Hintergrund, als merkwürdige, beängstigende Dinge um sie herum geschehen. Kinder werden ermordet und Schatten bedrohen sie und ihre neuen Freunde. Mit Noah und Jo, Außenseitern wie sie selbst, macht sie sich auf, um den Vorkommnissen auf den Grund zu gehen. Schon bald schweben sie in Lebensgefahr, denn sie kommen dem Schuldigen zu nah und der ist nicht von dieser Welt.

Rezension:
Die 13-jährige Christina fühlt sich in der Heimatstadt ihrer Mutter, in der sie nach deren Scheidung neuerdings lebt, nicht besonders wohl. Die einzigen Freunde, die sie in ihrer neuen Schule findet, sind der gehbehinderte Jo und des Afghane Noah. Durch Zufall kommen sie einer dämonischen Bedrohung auf die Spur. Christina erfährt, dass die das Erbe ihrer Ahninnen antreten soll. Ob Jo und Noah ihr dabei helfen können – und wollen?
In ihrer jugendlichen Urban-Fantasy-Geschichte greift Nicole Fünfstück das in diesem Genre weit verbreitete Thema von Jugendlichen, die für sie selbst völlig überraschend ihre Umwelt vor einer übersinnlichen Bedrohung beschützen müssen, auf. Dass diese Grundidee immer wieder gut funktionieren kann, wurde des Öfteren bewiesen. Auch im vorliegenden Werk trifft das auf die eigentliche Urban-Fantasy-Handlung zu. Leider dümpelt die Geschichte, bevor es zur magischen Konfrontation kommt, viel zu lange in einem Real-World-Vorgeplänkel dahin. Die Probleme Christinas, die nicht dem allgemeine Schönheits- und Coolness-Ideal entspricht, Jos, der auf Krücken angewiesen ist, und Noahs, der aus dem Ausland nach Deutschland gekommen ist, bestimmen über viel zu lange Strecken die Handlung des Buches. Statt Magie beherrscht hier Mobbing die Geschichte. Auch die Ausdrucksweise der Prota- und Antagonisten wirkt wenig altersgerecht. Erst mit dem Kampf gegen einen Dämonen beginnt die Story, den Fantasy-Fan zu begeistern. Leider bleibt die Autorin bei den ‚Kampfmitteln‘ gegen Dämonen stark ‚klassisch orientiert‘. Die Protagonistin und ihre Freunde benutzen fast ausschließlich Weihwasser, Kreuze und christliche Gebete beziehungsweise die entsprechenden islamischen Gegenstücke als ‚Waffen‘.
Der Gesamteindruck des Buches bleibt gespalten. Während die überlange Einleitung nur 2 Sterne verdienen würde, wäre mir das eigentliche Dämonenabenteuer allein für sich durchaus 4 Sterne wert gewesen. Falls in der angekündigten Fortsetzung eine derartige Magie-freie Vorgeschichte fehlt (was wahrscheinlich ist), könnte diese einen erheblich besseren Eindruck hinterlassen.

Fazit:
Das an sich gute Dämonen-Abenteuer wird leider durch eine viel zu lange Vorgeschichte um Real-World-Probleme an den Rand gedrängt.

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Hexagon

Henning Mützlitz
Hexagon

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Kardinal Richelieus Leute

Klappentext:
Eine dämonische Verschwörung bedroht Frankreich
Frankreich, 1642: Dämonenjünger schüren Angst und Verzweiflung in den Herzen der Menschen. Gegen sie stellen sich die Musketiere des Schwarzen Banners, arkane Kämpfer, die weder Tod noch Teufel fürchten. Allerdings vermögen auch sie nicht den Mord am Gouverneur der Provinz Poitou zu verhindern. Als die magiebegabte Kammerdienerin Cécile die Flucht vor den Mördern ergreift, gewinnt sie in dem Musketier Armand einen unerwarteten Verbündeten. Doch schon bald müssen sie sich entsetzlichen Feinden und ihren persönlichen Abgründen stellen.
Währenddessen kommt der Befehlshaber des Schwarzen Banners, César de Rochefort, auf Geheiß Kardinal Richelieus Verrätern an Krone und Dreifaltigkeit auf die Spur. Dabei stößt er auf eine Verschwörung, die sich von den höchsten Kreisen des Königreichs bis in die Domänen der Hölle erstreckt.
Fern von Paris obliegt es allein Cécile, Armand, Rochefort und ihren Verbündeten, den dunklen Pakt der Dämonendiener zu zerschlagen und Frankreichs Sturz in die Finsternis abzuwenden.

Rezension:
Die ‚Wachen‘ des Kardinals Richelieu unter dem Kommando de Rocheforts haben im Frankreich des 17. Jahrhunderts eine besondere Aufgabe: Sie bekämpfen übersinnliche Bedrohungen des Königreiches. Als ihr Herr, des Gouverneurs der Provinz Poitou, ermordet wird, gelingt der Bediensteten Cécile als einziger Überlebenden die Flucht. Auf dieser stolpert sie unerwartet über Armand, der zu Richelieus Kämpfern gehört. Dieser erkennt Céciles magische Begabung und nimmt sie unter seine Fittiche. Alleine hat Armand jedoch keine Chance gegen die mächtige Bedrohung. Deshalb macht er sich mit seinem Schützling auf den Weg, den Erzbischof von Poitiers zu warnen und um Hilfe zu bitten.
In Henning Mützlitzʼ historischem Fantasy-Abenteuer sind Richelieu und seine Leute – anders als es der Musketier-Fan gewohnt ist – ausnahmsweise die Guten. Vielleicht wusste Alexandre Dumas einfach nicht, welche wichtige Aufgabe seine Antagonisten zu erfüllen hatten. Hier dürfen diese jedenfalls ihre positiven Seiten zeigen. Der Autor bedient sich dabei zahlreicher aus „Die drei Musketiere“ und dessen zahllosen Verfilmungen bekannter Charaktere, verleiht vielen von denen aber einen gänzlich andern Charakter. Trotzdem kommt dem Leser die grundsätzliche Atmosphäre bekannt vor. Die Gegner der Protagonisten sich hier Dämonen und mit ihnen verbündete Menschen.
Dem Autor gelingt es mit diesem Setting, eine spannende und Action-haltige Handlung aufzubauen, die für den Leser (genau wie die Protagonisten) manche Überraschung birgt. Dabei ist der Stil gut lesbar und kann größtenteils fesseln. Eine Ausnahme stellen hier lediglich einige, sich über jeweils eine ganze Anzahl an Seiten erstreckende Dialoge und Gedankengänge von einzelnen Protagonisten dar, die zwar wichtige Hintergrundinformationen zum Geschehen liefern, beim Lesen aber doch ermüdend wirken. Sobald die Handlung jedoch zum eigentlichen Geschehen zurückkehrt, ist die ‚Störung‘ schnell wieder (fast) vergessen. Ausdrücklich positiv sei hervorgehoben, dass es zu keiner Liebesbeziehung zwischen Armand und Cécile kommt. Stattdessen entwickelt letztere sich zu einer ernstzunehmenden Mitkämpferin.

Fazit:
Dieses rasante historische Fantasy-Abenteuer ist in die Welt von Alexandre Dumasʼ Musketieren eingebettet.

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Traumfragmente

Peter Hohmann
Traumfragmente

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Magische Schrecken

Klappentext:
17 Geschichten aus der Feder von Peter Hohmann – eine spannende und bunte Mischung, die für Liebhaber phantastischer Literatur viel Abwechslung bereithält.
Begleiten Sie Drachen auf ihrem letzten Flug, verfolgen Sie Geister aus den Niederungen dunkler Folklore, erleben Sie Helden und Bösewichte, einen übermotivierten Goblin, eine von sonderbaren Zwergen betriebene Maschine zum Bierbrauen und vieles mehr.
So verschiedenartig die Phantastik ist, so verschiedenartig sind auch diese Geschichten.

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
Auf nach Nurathys!
Die Jagd
Der Flug des Raben
Niedergang
Eine Frage des Blutes
Rettendes Gebet
Ein neuer Anfang
Dunkles Land
Wie lautet mein Name?
Fehlschuss
Prost!
Ob nun Himmel oder Hölle …
Weiße Agnes
Das letzte Opfer
Großvaters Vermächtnis
Der letzte Versuch
Eine Armee jagt den letzten Drachen, ein Mönch eilt einer Frau im Moor zu Hilfe, ein Krieger, der sich in einer fremden Welt wiederfindet, ein Junge, der sich eifrig zur Drachenjagd meldet, obwohl er keine Waffe beherrscht, ein Student, der sich verdingt, über Wochenende eine Burg zu hüten … und immer ist Magie im Spiel.
Peter Hohmann versammelt in diesem Buch 17 seiner Kurzgeschichten, die er in die Abschnitte „Fantasy“ (Nr. 1 bis 9), „Fantasy mit einem Augenzwinkern“ (Nr. 10 bis 13) sowie „Mystery/Paranormales“ (Nr. 14 bis 17) einteilt. Mit Ausnahme der augenzwinkernden Geschichten wird der Leser hier vergeblich nach Happyends suchen. Alle Geschichten der beiden Fantasy-Abteilungen gehören thematisch in den Bereich der High Fantasy, während es sich bei den mysteriösen Stories um dunkle Urban Fantasy handelt. Vor allem der Weltenbau kann überzeugen, zumal die Handlungsideen größtenteils ungewöhnlich sind. So kann die Kreativität des Autors uneingeschränkt punkten, während die fast immer düsteren Enden wohl Geschmackssache sind.
Besonders konnten mich diese Kurzgeschichten beeindrucken:
„Die Jagd“ erzählt von einem Reich, das sich kürzlich der Drachenherrschaft entledigt hat. Unterstützt von einem Magier stellt das Heer den letzten Drachen. Als Belohnung finden sie einen unermesslichen Schatz, der das Land in den Wohlstand führen wird. Doch ist alles Diamant, was funkelt?
In „Fehlschuss“ meldet sich ein Goblin-Junge zur gefährlichen Jagt auf einen Drachen, der ein Dorf verwüstet hat. Eine Steinschleuder ist seine einzige Waffe. Was soll die gegen einen Drachen bewirken, dessen Panzer selbst Lanzen und Schwertern trotzen kann?
„Der letzte Versuch“ berichtet von (erwachsenen) Geschwistern, die gegen den Geist des Mörders ihrer Eltern antreten. Wird es ihnen gelingen, diesen von dieser Welt zu verbannen?

Fazit:
Eine Sammlung überwiegend düsterer Fantasy-Kurzgeschichten, die mit einfallsreichen Plots aufwarten kann.

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Vanfarin – Von Untoten und Totems

Amalia Zeichnerin
Vanfarin – Von Untoten und Totems

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Der Auftrag des Adlers

Klappentext:
Eine Untoten-Armee bedroht das Reich Vanfarin. Der Schamane Talahko und der Krieger Brynjar stammen aus verfeindeten Völkern, doch ein Auftrag ihrer Totemtiere bringt sie dazu, gemeinsam in einer von den Untoten eingenommenen Festung nach Gefangenen zu suchen. Später finden sie weitere Verbündete, darunter eine Ogrra-Kriegerin, einen Gelehrten und eine Elfenmagierin. Doch was wird aus ihrer Heimat und der Welt der Totemtiere, wenn ihre Feinde siegen?
Ein in sich abgeschlossener, kampflastiger High-Fantasy-Roman ohne Romantik.

Rezension:
Als das Reich von einer Armee Untoter bedroht wird, reißen sich die Völker Vanfarins zusammen, den unheimlichen Feind gemeinsam zu bekämpfen. Auch der Schamane Talahko, Heiler in Ausbildung, zieht mit dem Heer, um Verletzten zu helfen. Unter diesen ist eines Tages der Norður Brynjar. Talahko muss sich selbst zwingen, ihm zu helfen, denn Krieger dieses Volkes töteten einst seine Familie. Doch es kommt noch schlimmer: Sein Totemtier fordert Talahko auf, Brynjar mit dessen Totemtier in Verbindung zu bringen. So dauert es nicht lange, bis die beiden unfreiwilligen Gefährte zusammen mit einer Kriegerin und einer Elfin ins Herz des Feindes vordringen müssen. Plötzlich hängt der Ausgang des Krieges in erheblichen Maße von ihrer erfolgreichen Zusammenarbeit ab.
Mit diesen Abenteuern im Reich Vanfarin taucht Amalia Zeichnerin (meines Wissens) erstmals den Bereich der High Fantasy ein. So verwundert es nicht, dass durchaus stilistische Unterschiede zu ihren bisherigen, in den Bereichen der Urban Fantasy und des Steampunk angesiedelten Werken erkennbar sind. Auch stehen Kämpfe hier erheblich stärker in Vordergrund.
Der Autorin gelingt es, den inneren Konflikt der Protagonisten zwischen dem Willen, den gemeinsamen, unheimlichen Feind zu besiegen, und der Abscheu, sich gegenseitig zu vertrauen, glaubhaft darzustellen. Aber auch das Widerstreben, einstige gute Bekannte, die plötzlich als Untote wiederkehren, endgültig zu töten, wird thematisiert. Im Gegensatz zum allgemeinen Trend in unterschiedlichsten Genres hält das Ende der Geschichte keine Tür für eine eventuelle Fortsetzung offen. All das wird in eine gut lesbare, abenteuerliche Story verpackt, die bei Genre-Freunden allgemein Gefallen finden dürfte.

Fazit:
Diese abenteuerliche Fantasy-Geschichte thematisiert erfolgreich die Vertrauensbildung zwischen ehemaligen Gegnern.

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Die Vampir-Gondel

Earl Warren
Die Vampir-Gondel

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Der alte Doge

Klappentext:
Jean Dubois und seine Frau Monique sind auf Hochzeitsreise in Venedig. Es soll ein romantischer und unbeschwerter Urlaub werden. Aber das Schicksal hat anders entschieden. Zuerst verschwindet ein Ehepaar, das Jean in Monique im Hotel kennengelernt haben, auf rätselhafte Weise – und gleichzeitig mehren sich die Anzeichen, dass Vampire in der alten Lagunenstadt ihr Unwesen treiben. Nur wenig später geraten auch Jean und Monique in Gefahr. Die Situation spitzt sich dramatisch zu, als Monique entführt wird und Jean um ihr Leben kämpfen muss…

Rezension:
Jean Dubois, Vampirjäger der französischen Polizei, verbringt seine Flitterwochen in Venezia. Von Vampiren will er während dieser Zeit nichts wissen. Als jedoch ein anderes Flitterwochenpaar, das sie im Hotel kennenlernten, spurlos verschwindet und seine Frau, in derartigen Angelegenheiten auch nicht unerfahren, am helllichten Tag meint, von einem Vampir überflogen worden zu sein, holt sein Job Jean ein. Allerdings zeigen sich nicht alle Vampir-Experten der Stadt über die fremde Hilfe erfreut.
Von Umfang und Stil her erinnert dieser kurze Vampir-Roman an klassische Heftromane, wie sie in letzter Zeit vermehrt ihre Auferstehung als eBook feiern. Bei meiner Suche konnte ich allerdings keine weiteren Abenteuer um Earl Warrens Vampirjäger Jean Dubois entdecken. Im Gegensatz zu den meist etwas älteren Heftromanen, die derzeit ihre elektronische Zweitverwertung finden, handelt dieser auch in recht aktueller Zeit, genauer gesagt im Handy-Zeitalter. Der gesamte Handlungsaufbau erinnert jedoch stark an die genannten Vorbilder. Einen weiteren Unterschied als die bereits erwähnten Handys gibt es allerdings noch: Sind in den Vampir- und Dämonenjägerreihen der 1970er die Freundinnen und Frauen der dortigen Protagonisten meist wehrlose Opfer, die heldenmütig beschützt werden müssen, ist Jeans frisch Angetraute durchaus in der Lage, sich selbst gegen zeitweilig geflügelte Blutsauger zur Wehr zu setzen.
Der Autor liefert mit dieser Vampir-Urban-Fantasy eine Geschichte, die weitgehend den Genre-typischen Standards folgt und weder in positiver noch in negativer Hinsicht besonders aus dem Gewohnten hervorsticht. Fans klassischer Dämonenjäger-Geschichten werden sich in der Vampir-Gondel sicher wohlfühlen.

Fazit:
Dieser Kurzroman lässt das Genre der klassischen Vampirjäger-Abenteuer geringfügig modernisiert wiederauferstehen.

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Tony Ballard – 1 – Die Höllenbrut

A. F. Morland
Tony Ballard – 1 – Die Höllenbrut

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Die Anfänge

Klappentext:
»Henker, walte deines Amtes!«, rief der Inquisitor mit kräftiger Stimme.
Dicht gedrängt standen die Dorfbewohner vor dem alten Holzkarren. Mit flammenden Augen und gespannten Zügen verfolgten sie die Handgriffe, die der Henker, der Anthony Ballard hieß, nun verrichtete. Alles, was laufen konnte, war gekommen, um die sieben Hexen hängen zu sehen. Sieben Hexen! Junge Mädchen. Eines so bildhübsch wie das andere.
Und doch hatte man sie der Hexerei überführt. Unzucht mit dem Teufel hatten sie getrieben. Die Nachbarn hatten sie auf glühenden Besen durch das Dorf reiten sehen. Beim Hexensabbat hatten sie die schrecklichsten Dinge getan.
Nun sollten sie für allen Frevel, für alles, was sie getrieben hatten, bestraft werden. Kaum einer der Dorfbewohner hatte Mitleid mit ihnen, denn man wusste, dass diese Mädchen nur nach außen hin schön waren. Innerlich waren sie verkommen, böse. Wahre Bestien waren sie, die den Leuten Angst gemacht, Unheil über sie gebracht und Krankheit und Tod verbreitet hatten.
Damit sollte es nun ein für alle Mal vorbei sein. Die Hexen sollten hängen.
Am Galgenbaum.

Rezension:
1674. In einem kleinen englischen Dorf werden 7 Hexen zum Tode verurteilt. Der Henker, Anthony Ballard, richtet sie durch Erhängen am Galgenbaum. Doch alle 100 Jahre kehren sie wieder und töten Einheimische auf schreckliche Weise. Unter den Opfern ist immer ein Ballard, Nachfahr ihres Henkers. 1974. In diesen aufgeklärten Zeiten glauben nur noch wenige Einwohner des Dorfes an die alte Legende. Als allerdings schon wieder mysteriöse Sachen passieren, findet sich Polizeiinspektor Tony Ballard an vorderster Front. Schnell muss er begreifen, dass die übernatürliche Bedrohung real ist – und er als letzter Ballard das Hauptziel der untoten Hexen ist.
In der Vergangenheit habe ich hier schon mehrere Bände der ursprünglich ab 1974 als Heftromane erschienenen und in den letzten Jahren in eBook-Form wieder aufgelegten Grusel-Reihe rezensiert und kommentiert. In allen diesen war der Titelheld schon ein erfahrener Jäger übersinnlicher Bedrohungen. Um so interessanter war es, als mir kürzlich Band 1 der
Reihe in die Hände beziehungsweise auf den Reader fiel. Der spätere Dämonenjäger ist hier noch ein junger Polizeiinspektor, der keine Ahnung von Hexen und ähnlichen Bedrohungen hat.
Wenn man bedenkt, dass ich später erscheinende Bände (beispielsweise Band 81) durchaus kritisch einschätzte, verwundert das gute Niveau dieses ‚Gründungsbandes‘ der Reihe positiv. „Die Höllenbrut“ entspricht durchaus besserem Heftroman-Niveau, ist zwar keine literarische Offenbarung, bietet jedoch eine gelungene, kurzweilige Unterhaltung für Freunde des Grusel-Genres. Wenn man dem Eintrag der Wikipedia vertrauen darf, verbirgt sich unter dem Pseudonym A. F. Morland durchgängig der österreichische Schriftsteller Friedrich Tenkrat. Deshalb verwundern solche negativen Ausrutscher wie der oben genannte Band 81 um so mehr, bewies der Autor doch schon zum Start der Reihe, dass er es (deutlich) besser kann.

Fazit:
Der Auftakt dieser klassischen Grusel-Reihe überrascht durch sein relativ hohes Niveau.

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Die andere Seite der Realität

A.P. Glonn
Die andere Seite der Realität

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Jagd auf den Dunklen Wandler

Klappentext:
London 1888. Als Inspector Seth Aspen in Whitechapel über eine Frauenleiche stolpert, ist das erst der Auftakt einer ungeheuren Mordserie, welche ganz London erschüttert. Der Mörder scheint ein nicht fassbares Phantom, von der Presse bald als Jack the Ripper betitelt. Um ihn zu stellen, verfolgt Aspen den Täter quer über den Atlantik, durch die USA und Kanada und darüber hinaus zur anderen Seite der Realität … nach Innes, einer Welt, aus welcher der Ripper seine Macht schöpft. Obwohl selbst als Fremdling verfolgt, bleibt ihm Aspen auf den Fersen; mit nur einem Ziel: Den Ripper zu finden koste es, was es wolle.

Rezension:
Als Inspector Seth Aspen von Scotland Yard eine übel zugerichtete Frauenleiche findet, ist er selbst als erfahrener Polizeimitarbeiter schockiert. Doch diese Leiche soll nicht die einzige bleiben. Seine Vorgesetzten versetzen Aspen deshalb nach Whitechapel, wo anscheinend ein irrer Mörder umgeht, der bald einen Namen bekommt: Jack the Ripper. Die Polizei tritt auf der Stelle. Jeden Verdächtigen muss sie wieder laufen lassen, weil er sich entweder als unschuldig erweist oder man ihm zumindest keine Schuld nachweisen kann. Als ein Mann, von dessen Schuld Aspen überzeugt ist, ein Schiff nach Amerika besteigt, nimmt er mit der inoffiziellen Erlaubnis seines Vorgesetzten die Verfolgung auf. In New York ist die Jagd jedoch noch nicht beendet, denn Jack the Ripper flieht weiter nach Kanada und von dort sogar in eine andere Welt. Aber Aspen verfolgt ihn sogar dorthin.
A. P. Glonns Buch teilt sich in 2 sehr unterschiedliche Teile. Während sich der 1. als historischer Krimi im viktorianischen London präsentiert, kommt der 2. (umfangreichere) als Fantasy-Abenteuer in einer mittelalterlich wirkenden, magischen Parallelwelt daher. Der Protagonist, ein im Waisenhaus aufgewachsener, noch relativ junger Police Inspector, nimmt seinen Job sehr ernst. Dass der Fall der bestialischen Morde nicht aufgeklärt werden kann, geht ihm deshalb persönlich nah, weshalb er weit mehr Arbeit in die Ermittlungen investiert, als es seine Pflicht wäre. Als ihn die Verfolgung des Verdächtigen sogar in eine magische Welt führt, deren Moralvorstellungen sich erheblich von denen des viktorianischen England unterscheiden, gibt er deshalb nicht auf, auch wenn er hier als einziges nicht-magische Lebewesen zum selbst gejagten Außenseiter wird, der gegen den mächtigen Täter eigentlich sowieso keine Chance hat.
Diese Aufteilung der Handlung in verschiedene Genres wirkt beim Lesen zuerst etwas verwirrend. Das einzige verbindende Element ist das Duo aus Prota- und Antagonisten. Ansonsten hat man das Gefühl, es mit unterschiedlichen Büchern zu tun zu haben, wobei sich beide in jeweiligen Genre als interessante, gut lesbare Geschichten erweisen. Diese Idee kann man vielleicht passend als experimentell bezeichnen – ein Experiment, dass ich als durchaus gelungen einschätze. Allerdings schränkt sich die Leserschaft dadurch auf die Schnittmenge ein, die sowohl Fantasy als auch historische Kriminalromane mag. Angehörigen dieser Schnittmenge kann ich dieses Buch allerdings empfehlen.

Fazit:
Zuerst historischer Krimi, dann Fantasy-Abenteuer – die unterschiedlichen Teile ergeben ein interessantes Ganzes.

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Das Grauen im Wald

Heiko Grießbach
Das Grauen im Wald

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Höhlenfrauen

Klappentext:
Endlich Urlaub! Mit der Familie! Für die Karibik oder Mallorca hat es nicht gereicht, aber ein Wanderurlaub in Deutschlands Mitte, in Thüringen, Im Hainich, das verspricht doch Ruhe, gute Luft, Entspannung pur.
Aber manchmal werden Versprechen gebrochen. Und was bedeutet die Warnung des Einheimischen? „Geht nicht in den Wald! Im Wald herrscht das Böse …“

Rezension:
Die 90er Jahre. Zu Tinas Endtäuschung fahren ihre Eltern mit ihr im Urlaub nur nach Thüringen, an den Rand eines Waldes, der sich Hainich nennt. Hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Ein paar Satellitenschüsseln sind das einzige, woran man hier die Wende erkennen kann. Die Einheimischen wollen ihre Gäste überzeugen, auf keinen Fall den Wald zu betreten. Als Tinas Familie dies trotzdem tut, nimmt das Unheil seinen Lauf. Auch ein junger Journalist, der im Hainich auf eine gute Story hofft, verschwindet plötzlich. Den Einheimischen ist ohnehin klar, dass es im Wald nicht mit rechten Dingen zugeht.
Horror steht eigentlich weniger auf meinem üblichen ‚Speiseplan‘. Wenn die Handlung jedoch in der näheren Nachbarschaft, in diesem Fall im Hainich, angesiedelt ist, werde ich dann doch neugierig. In dieser Hinsicht wurde ich leider enttäuscht. Obwohl das Geschehen im Hainich spielt, die Familie beziehungsweise der Journalist in Kammerforst und Craula übernachten und auch sonst konkrete Örtlichkeiten genannt werden, kommt kein Lokalkolorit auf. Dazu kommt, dass der lokale Dialekt nicht annähernd getroffen wird. Teilweise benutzen die Dörfler typisch bayrische Ausdrücke. Dass Tina ständig auf ihrem Kindle liest, obwohl der erst Ende 2007 vorgestellt und sogar erst ab 2009 in Deutschland verkauft wurde, fällt ebenfalls negativ auf. Da hätte der Autor wohl etwas besser recherchieren sollen.
Ansonsten liefert Heiko Grießbach, was ich von ihm gewohnt bin, nämlich gut lesbare Unterhaltung ohne allzu viel Tiefgang; das Popcornkino der Literatur, um es so auszudrücken. Das soll keinesfalls negativ verstanden sein. Der Leser wird gut unterhalten, ohne zu sehr mitdenken zu müssen. Horror in der Tradition der ‚Groschenromane‘ eben. Die Gedanken und Gefühle der Betroffenen werden durchaus nachvollziehbar dargestellt, was in diesem Genre nicht unbedingt selbstverständlich ist.

Fazit:
Dieses Soft-Grusel-Abenteuer wird gut erzählt. Eine gründlichere Recherche wäre allerdings wünschenswert.

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Berlingtons Geisterjäger – 1 – Anderswelt

Amalia Zeichnerin
Berlingtons Geisterjäger – 1 – Anderswelt

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Gespaltene Persönlichkeiten

Klappentext:
London, im Herbst 1887. Als zwei Männer kurz nach Halloween in London spurlos verschwinden, untersucht der amerikanische Privatdetektiv Eliott Breeches den Fall – gemeinsam mit dem wohlhabenden jungen Erben Lord Victor Berlington, der irischen Hexe Fiona, der Künstlerin Nica und der älteren Spiritistin Giselle. Schon bald stoßen sie auf übernatürliche Phänomene. Lord Berlington macht außerdem die Bekanntschaft eines verführerischen Dandys, der ihn schon bald in seinen Bann zieht…
Die Buchreihe „Berlingtons Geisterjäger“ vereint viktorianische Urban Fantasy mit einem Hauch Steampunk und einer leicht düstere Atmosphäre wie in der klassischen Schauerliteratur. Gewürzt wird das mit ein wenig gleichgeschlechtlicher Romantik (schwul und lesbisch).

Rezension:
Der junge Lord Bellington braucht Hilfe. Seit seine Eltern gestorben sind besuchen sie ihn immer wieder als Geister, um ihn zu überzeugen, seinen Lebensstil zu ändern und endlich zu heiraten. Deshalb hat er 2 Frauen zu sich eingeladen. Nein, nicht um sie zu heiraten. Beide sind Mitglieder der „Friends of the Departed“, einer spiritistischen Gesellschaft, und sollen ihm helfen, die Geister loszuwerden. Zusammen mit mehreren anderen Personen kommen sie dem Verschwinden von 2 Männern auf die Spur, das wohl nicht mit rechten Dingen geschah. Gemeinsam machen sich die Angehörigen verschiedenster Gesellschaftsschichten auf den Weg, die Verschwundenen zu finden, und entdecken dabei eine Passage in die Anderswelt. Ein Besuch dieser, um die beiden Männer zu retten, stellt ein gewagtes Unterfangen dar – das alle Beteiligten aus unterschiedlichen Gründen auf sich nehmen.
Amalia Zeichnerin verbindet Elemente der historischen Urban Fantasy mit solchen von Mystery und Horror sowie des Steampunk zu diesem durchaus empfehlenswerten Buch, das die Grundlage einer Trilogie um den Lord und seinen sich hier ausbildenden neuen Freundeskreis bildet. Freunde der Phantastik werden dabei sicher nicht enttäuscht, bietet das Buch doch ein interessantes Abenteuer, dass auf einen Großteil der üblichen Fantasywesen gänzlich verzichtet. Ob der kräftige Schuss (Homo-)Erotik wirklich nötig war, ist wohl Geschmackssache. Ich zumindest hätte auf die recht detaillierten Sexszenen verzichten können, bringen sie die ansonsten fesselnde Handlung doch überhaupt nicht voran.
Beim Erzählen ihrer Geschichte bedient sich die Autorin ständig wechselnder Perspektiven, wobei alle Protagonisten in den Genuss kommen, wiederholt im Fokus zu stehen. Da die aktuell im Mittelpunkt stehende Person genau wie der jeweilige Handlungsort stets ausdrücklich genannt werden, kommt beim Leser trotzdem keine Verwirrung auf. Da dieses Buch einen kompletten Handlungsabschluss ohne offene Enden bietet, ist zu vermuten, dass die beiden Folgebände zum Zeitpunkt seiner Entstehung noch nicht (fest) geplant waren.
Allen Fans historischen Fantasy-Abenteuer, die sich nicht an explizierten Sexdarstellungen stören, kann dieses unterhaltsame Buch empfohlen werden.

Fazit:
Diese im viktorianischen England angesiedelte Mischung unterschiedlicher phantastischer Genres ist einen Blick wert.

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„Lord Breakinghams Geheimnis“, der von Rezensenten gelobte Jugendroman um einen Jungen, der unerwartet auf ein Internat gehen muss und Schockierendes über seine eigene Herkunft erfährt, ist in einer überarbeiteten Neuauflage erschienen. Ein Entwicklungsroman über den Wert der Freundschaft.
Nähere Infos zum Buch findet ihr hier: https://lordbreakingham.wordpress.com/
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Bilder einer Ausstellung

Marianne Labisch (Hrsg.), Marco Habermann (Hrsg.), Gerd Scherm (Hrsg.)
Bilder einer Ausstellung

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Vom Bild über Musik und Geschichte zum Bild

Klappentext:
Beim Titel »Bilder einer Ausstellung« denken die meisten Menschen nicht an Visuelles, sondern an Musik. Seit rund hundertfünfzig Jahren regt Mussorgskis Komposition Musiker aus aller Welt zu neuen Interpretationen an. Doch wer kennt schon die auslösenden Bilder von Viktor Hartmann? Wer weiß um die Vorkommnisse, die hinter den Bildern stehen? Diese Anthologie transportiert die »Bilder einer Ausstellung« mit Storys und Gedichten erstmals in die Literatur. Erzählt, wozu diese Musik inspirieren kann und setzt die Worte in neuen Bildern um. Ein »work in progress«, ein Kunstwerk, das ständig weiterentwickelt wird. Und vielleicht zu neuer Musik anregt …
Mit einem Titelbild von Gerd Scherm und Illustrationen von Lothar Bauer, Detlef Klewer, Marianne Labisch, Eva Preuß, Gerd Scherm und Andreas Schwietzke.

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
Der Weg des Gnomus – F. A. Peters
Das Lied des Troubadours – Stefan Cernohuby
Die Toulierien brennen – Gerd Scherm
Der Ochsenkarren – Noëmi Sacher
Pas de deux – Gabriele Behrend
Die Ruhe nach dem Andante Gravo – Paul Sanker
Ignoranz stirbt nie – Verena Jung
Ex inferis – Sascha Dinse
Mit den Toten in einer toten Sprache – Regine D. Ritter
Die Hütte der Baba Jaga – Detlef Klewer
Der Plan – Marianne Labisch
sowie diverse „Zwischenspiel“e – Gerd Scherm
Wiktor (oder Viktor) Hartmann und Modest Mussorgski waren Freunde. Gut für die beiden. Das ändert allerdings nichts daran, dass ich von ihnen, bevor mir diese Anthologie in die Hände fiel, noch nie gehört hatte. Der eine war Maler, der andere Komponist, wie ich mittlerweile weiß. Beide lebten im 19. Jahrhundert. Nach Hartmanns Tod setzte Mussorgski dessen Bilder in Kompositionen um, die offenbar eine recht hohe Bekanntheit erreichten und bis in die heutige Zeit immer wieder von anderen Musikern bearbeitet wurden. In dieser Anthologie versuchen nun Autoren, die auf den Bildern beruhenden Kompositionen in Kurzgeschichten aus alles Sparten der Phantastik umzusetzen – die dann wiederum von Künstlern illustriert wurden. Falls jetzt jemand denkt, dass das ziemlich verrückt klingt, werde ich garantiert nicht widersprechen.
Nachdem ich vor kurzem die ebenfalls von Marianne Labisch zusammengestellte Anthologie „INSPIRATION – Die digitalen Welten des Andreas Schwietzke“, die auch Geschichten zu zugrundeliegenden Bildern versammelt, gelesen und weitgehend für gut befunden habe, konnte ich nicht widerstehen, als mir zu diesem Buch ein Rezensionsexemplar angeboten wurde. Leider fällt mein Urteil diesmal deutlich negativer aus. Der Spagat über die diversen Medien hinweg ist wohl doch etwas zu gewagt. Dazu kommt, dass viele der beteiligten Autoren ihre Beiträge sehr abstrakt und unfassbar angelegt haben. Gleich mehrfach wird mit mehreren Bewusstseinsebenen gespielt, wobei auch am Ende nicht erkennbar wird, welches die reale ist. Deshalb war ich innerlich schon auf einen totalen Verriss dieses Buches eingestellt, aber gerade den letzten 3 Kurzgeschichten der Anthologie gelang es dann doch noch, mich für sich zu überzeugen.
„Mit den Toten in einer toten Sprache“ wirkt zuerst wie eine Erzählung aus der Zeit, als die alten Pariser Friedhöfe in die Katakomben verlegt wurden. Regine D. Ritter gelingt es im Verlauf der Handlung jedoch für den Leser unerwartet, ein phantastisches Element einzuflechten.
Detlef Klewer schickt ein weggelaufenes junges Mädchen und eine Polizistin in seiner Story in „Die Hütte der Baba Jaga“. Eine überraschende, gelungene Geschichte.
In ihrem eigenen Beitrag „Der Plan“ lässt Herausgeberin Marianne Labisch schließlich den Teufel persönlich auf den russischen Zaren los. Eine überraschende Handlung nimmt ihren Lauf.

Fazit:
Bei diesem sehr außergewöhnlichen Anthologie-Projekt können leider nur 3 der 11 Kurzgeschichten überzeugen. Alles andere ist zu abstrakt.
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