Geheimnisvolle Bibliotheken

Carolin Gmyrek (Hrsg.)
Geheimnisvolle Bibliotheken

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Die Magie der Bücher

Klappentext:
Bibliotheken sind Orte voller Geheimnisse. Sie enthalten Wissen, Schätze, Reichtümer … und manchmal ist das alles ein und dasselbe.
Bibliotheken beherbergen wandelnde Träume, verschlossene Märchen, geheimnisvolle Kreaturen, die sich zwischen den Regalen verstecken und verborgene Welten hinter jedem Bücherdeckel. Der Geruch von altem Papier und Staub weht wie ein ruheloser Geist durch die dunklen Räume und in der Luft liegt das leise Wispern von tausenden Gedanken und Ideen. Wie ein Labyrinth breiten sich kilometerlange Gänge vor einem aus und in jeder Ecke wartet ein Geheimnis, dass einem den Atem rauben kann.
Begleitet uralte Bibliothekare hinein in dieses Labyrinth …

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
Ohne Worte – Stefanie Hammes *
Im Anfang war das Wort – Christian Damerow
Wissen ist Macht – Gregor Eder
Der Bibliothekar – Karsten Klein-Ihrler
Das besondere Buch – Thomas Lohwasser, Vanessa Kaiser
Ein Schatz von unermesslichem Wert – Susamme Haberland
Schöne Aussicht – Ju Hornisch
Das Herz des Theaters – Fabienne Siegmund
Der 31. September – Bettina Ferbus
Staub der Ewigkeit – Rainer Baumgärtel
Maledictus – Isa Theobald
Bücher des Lebens – Karin Jacob
Von Staubquasten und Engerlingsschnüfflern – Serena Hirano
Schreiend – Irene Bressel *
Allein zwischen Regalen – Andrea Spille
Elly – Jan-Christoph Prüfer
Die Bibliothek der Drachen – Christian Endres
Der Bibliothekar – Charlotte Erpenbeck
Die älteste Schrift – Daniel Schenkel
Zwei Kisten Weisheit – Christian von Aster
Das letzte Pergament – Paul Sanker
Frater Anselm – Benjamin Nemeth
Die Bibliothek von Bärbel – Olaf Lahayne
Die siebte Bibliothek – Cornelia Röser
Bestandserhaltung – Carolin Gmyrek
Schweigend – Gabriel deVue *
Wer gerne liest, kennt natürlich die Magie, die in Bibliotheken herrscht. Während das aber natürlich Magie im übertragenen Sinne ist, geht es in den Kurzgeschichten dieser Anthologie um echte. Mit 26 Beiträgen und 400 Seiten fällt diese Zusammenstellung relativ umfangreich aus. Eine Besonderheit hebt diese allerdings aus der Vielzahl anderer Anthologien heraus: Bei 3 der 26 Geschichten handelt es sich um Bildgeschichten, praktisch Comics ohne Text. (Diese sind in der Liste mit einem * gekennzeichnet.) Jede der 23 Textgeschichten wird von einem Titelbild eingeleitet, dass jeweils ein Buch auf einem Lesepult darstellt, wobei die Umgebung an die jeweilige Story angepasst ist. Bei den einzelnen Geschichten handelt es sich um Fantasy, teils Urban Fantasy, wobei auch leichte Anklänge an Horror und Mystery und sogar Steampunk zu erkennen sind.
Der Bogen der Protagonisten reicht von einer antiken Gelehrten über einen mittelalterlichen Mönch bis zu Studenten aktueller Zeiten, vom Zauberlehrling über eine unsterbliche Bibliothekarin bis zum alternden Gelehrten, der sein Wissen in Sicherheit bringen möchte. Da fliegt eine Bibliothek in einem Zeppelin um die Welt, um neue Bücher zu suchen, in einer fast vergessenen Bibliothek muss nach der Lösung für sich ins Nichts auflösende Landschaften gesucht werden, oder Bücherwürmer brauchen Futter. Fast alle Geschichten finden neue Aspekte, um das Thema aus anderen Blickwinkeln zu betrachten. Da fällt es schwer, einzelne herauszugreifen, um sich ihnen separat zu widmen, zumal es eigentlich keine gibt, die in besonderem Maße aus den anderen herausstechen – weder in negativer noch in positiver Hinsicht. Das Gesamtniveau liegt allerdings hoch. Zumindest was die Textgeschichten betrifft. Bei den textlosen Bildgeschichten fällt es mir dagegen teilweise schwer, die Aussage zu erkennen.
Die Vielzahl der Blickwinkel macht den Reiz dieser Kurzgeschichtensammlung über magische Bibliotheken aus.

Fazit:
In dieser Anthologie dürfte sich für jeden bibliophilen Fantasy-Fan das Passende finden.
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„Lord Breakinghams Geheimnis“, der von Rezensenten gelobte Jugendroman um einen Jungen, der unerwartet auf ein Internat gehen muss und Schockierendes über seine eigene Herkunft erfährt, ist in einer überarbeiteten Neuauflage erschienen. Ein Entwicklungsroman über den Wert der Freundschaft.
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Donaumädchen – 1 – Im Netz der Lügen

Johanna Stöckl
Donaumädchen – 1 – Im Netz der Lügen

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Halluzinationen?

Klappentext:
Lena träumt davon, eines Tages Hackerin und Geheimagentin zu werden, aber eigentlich ist sie ein ganz normales Mädchen. Bis zu ihrem 15. Geburtstag. Denn plötzlich passieren immer mehr seltsame Dinge, die sie an allem zweifeln lassen, was ihr Leben bisher ausgemacht hat. Mit dem Spezialisten für den seltenen Gendefekt, unter dem sie von Geburt an leidet, ist etwas faul, und auch das Medikament, das sie täglich einnimmt, kommt ihr immer verdächtiger vor. Ist sie überhaupt krank, oder hat man mit ihr womöglich gentechnische Experimente angestellt? Zu allem Überfluss hat Lena mysteriöse Träume, bildet sich ein, Krähen sprechen zu hören, und ist sich irgendwann nicht mehr sicher, ob nicht auch ihre Eltern mehr wissen, als sie ihr sagen.
Urban Fantasy, gemischt mit Elementen aus Mystery und Thriller, angesiedelt im Wien der Jetztzeit, für Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene. Jetzt mit neuem Cover als handliche Einzelbände erhältlich. Eine ungewöhnliche Mischung aus Urban Fantasy, Thriller, Coming-of-Age und Mystery, wo moderne Elemente auf Motive aus der österreichischen Sagenwelt treffen. Spannend, rasant und voller unerwarteter Wendungen.
Wie alle Geschichten von Johanna Stöckl: Fantasy abseits des Mainstreams mit Wiener Schmäh. Alles, außer gewöhnlich.

Rezension:
Als Tochter eines Geheimpolizisten träumt Lena davon, einmal Agentin zu werden – oder Hackerin. Zumindest in letzterem versucht sie sich schon hin und wieder. Dass sie durch eine angeborene Krankheit oft zur Blutprobe muss und wahrscheinlich auch keine sehr hohe Lebenserwartung hat, versucht sie dabei zu ignorieren. Aber an ihrem 15. Geburtstag hört sie plötzlich, wie sich Krähen in menschlicher Sprache unterhalten. Sinnestäuschungen könnten ein Anzeichen für den Ausbruch ihrer Krankheit sein. Doch dann entdecken sie und ihre Freundinnen immer mehr Merkwürdigkeiten: Der ‚Spezialist‘, der Lena seit ihrer frühesten Kindheit behandelt, ist in Wirklichkeit ein HNO-Arzt. Das Medikament, dass sie täglich einnimmt, existiert in keiner offiziellen Arzeneimittelliste. Und ihr Vater scheint an seiner Arbeitsstätte unbekannt zu sein.
Von der Autorin Johanna Stöckl habe ich schon verschiedenes gelesen und rezensiert. Ihre Reihen „Tinas Tagebuch“, „Feuerlilly“ und „Blausilbermond“ konnten mich – zumindest soweit ich sie bisher gelesen habe – überzeugen. Deshalb nutzte ich die Gelegenheit, auch ihr „Donaumädchen“ kennenzulernen. Um es vorwegzunehmen: Zumindest dieser 1. Band hat mich enttäuscht. Natürlich verrät der Klappentext schon, dass sich hier eine ganze Reihe an Genres treffen. Dass sich die Urban-Fantasy-Elemente in diesem Band auf die sprechenden Krähen begrenzen, kann man dem Buch natürlich kaum zum Vorwurf machen. Das kann sich im weiteren Verlauf der Geschichte noch ändern. Ein (wahrscheinlicher) Arzeneimittelskandal, das Rätsel um die wahre Tätigkeit des Vaters, die Unsicherheit um das Wissen der Eltern, ein pädophiler Arzt, eventuelle behördliche Vertuschung und dann auch noch der Verdacht auf Außerirdische – das ist einfach zu viel des Guten. Die Geschichte kommt mir thematisch vollkommen überladen vor.
Ein anderer Punkt, der mir auffält, könnte allerdings auf den Unterschieden zwischen Deutschland und Österreich beruhen. Der Vater der Protagonistin wird als (angeblicher) im Verborgenen tätiger Verfassungsschützer, aber auch als Polizist bezeichnet. Auch geht Lena davon aus, dass das Innenministerium der Arbeitgeber ihres Vaters ist. Ist der Geheimdienst in Österreich wirklich Bestandteil der Polizei?
Sprachlich kann man an der aus der Ich-Perspektive der Protagonistin erzählten Story dagegen nichts aussetzen. Hier entspricht das Niveau dem von der Autorin gewohnten. Trotzdem verspüre ich hier – ganz im Gegensatz zu den oben genannten Reihen – kaum das Bedürfnis, Lenas Abenteuer weiter zu verfolgen. Obwohl es mich schon interessieren würde, was hinter dem großen Rätsel um Emmas Krankheit (?) steckt, schreckt mich die Themenflut doch ab.

Fazit:
Diese eigentlich recht interessante Geschichte ist leider mit zu vielen Nebenthemen überfrachtet.

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Goulard Saga – 1

Anna Neunsiegel
Goulard Saga – 1

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Raben-Probleme

Klappentext:
Geister, Phantome, dunkle Feen … Sie sind ein Teil von alten Sagen und Legenden – bis zu dem Tag, an dem die Tore zu unserer Welt sich öffnen. Niemals hätte Calan gedacht, dass eine Mutprobe so schief gehen könnte. Denn als der Schüler eines schottischen Schlossinternats einem älteren Musterschüler eines Nachts ein antikes Amulett stiehlt, endet dieses Abenteuer fatal für ihn und etwas Grauenvolles findet seinen Weg in die Menschenwelt.
Weit entfernt von der schottischen Küste auf einer rheinischen Flussinsel lebt wiederum die sechzehnjährige Eonie, die von alldem nichts ahnt. Und doch wird sie schon bald in unerklärliche Geschehnisse verwickelt. Haben die neuen, mysteriösen Mitbewohner, die Weinsteins, die ihr Vater zeitgleich bei ihnen einquartiert, mit diesen Vorfällen zu tun? Und warum hat sie das Gefühl, von dem düsteren und unnahbaren Thorsten Weinstein verfolgt zu werden? Eonie ist überzeugt, dass die Fremden nicht die sind, die sie vorgeben zu sein – vor allem Thorsten, der sie nicht nur an ihrem Verstand zweifeln lässt, sondern auch noch mit ihrem Herzen spielt.

Rezension:
Eine Mutprobe an einem schottischen Internat geht gründlich schief. Der Junge kann natürlich nicht ahnen, dass sich in dem Medaillon, das er einem älteren Schüler stiehlt, etwas Magisches verbirgt. Kurz darauf stürzt er eine Klippe hinab. Wenig später wird Eonie, ein 16-jähriges Mädchen, in der Nähe von Koblenz mit mysteriösen Vorkommnissen konfrontiert. Und dann will ihr Vater auch noch wildfremde Leute, Mutter und Sohn, bei ihnen zuhause einquartieren. Eonie glaubt, dass mit dem Jungen etwas nicht stimmt. Außerdem soll ihre vor Jahren verschwundene Mutter gesehen worden sein.
Bei Anna Neunsiegels „Goulard Saga“ handelt es sich um eine Fortsetzungsgeschichte. Der Leser sollte sich also von Anfang an darauf einstellen, in diesem 1. Band Fragen, aber fast keine Antworten präsentiert zu bekommen.
Während das Geschehen um das Internat in Schottland Urban-Fantasy- und Mystery-Fans sofort fesseln kann, nimmt die Handlung am Rhein eher gemächlich Fahrt auf. Gerade hier ist aber der Großteil der Handlung dieses Bandes angesiedelt. Beginnen wir jedoch im Internat. Wer eine der gewohnten (magischen oder nicht-magischen) Internatsgeschichten erwartet, wird enttäuscht. Das Schulleben an sich spielt bisher keine Rolle. Stattdessen häufen sich hier die Rätsel um die definitiv nicht normalen Vorgänge, was den Direktor um den Fortbestand seiner Schule bangen lässt, weshalb er auch unorthodoxen Methoden eine Chance gibt. Der in Deutschland angesiedelte Handlungsstrang konzentriert sich vorerst dagegen darauf, das bisherige, ganz und gar unmagische Leben der Protagonistin aufzuzeigen. Dieser Teil nimmt nach meinem Geschmack etwas zu viel Raum ein, was sich im weiteren Verlauf der Reihe aber wohl ändern dürfte. Das Unerklärliche hält erst jetzt langsam Einzug in Eonies Leben und beschränkt sich in diesem Band auf relativ wenige Szenen. Die weitere Entwicklung der Handlung ist kaum einschätzbar, obwohl sich zumindest ein Verdacht herausbildet, wie beide Stränge miteinander verbunden sein könnten. Auch über die Verbindung der Haupthandlung mit dem Prolog kann man nur rätseln.
Der Stil der Autorin ist durchaus geeignet, den Leser zu fesseln. Auch die mysteriöse Tendenz dieses Urban-Fantasy-Abenteuers scheint geeignet, das Interesse über eine Reihe von Bänden hinweg wach zu halten. Da die Behandlung der ‚Vorlebens‘ der Protagonistin wohl weitgehend abgeschlossen sein dürfte, wird sich der Fokus der wechselweise an beiden Orten verfolgten Handlung in weiteren Bänden wohl auf die schon zahlreich angeschnittenen magisch-mysteriösen Vorgänge konzentrieren.

Fazit:
Diese Urban-Fantasy-Reihe mit jungen Protagonisten kann mit einigen Mysterien punkten, die ein interessantes weiteres Geschehen versprechen.

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Jenseits der Sonne – 1 – Das Ende der Nacht

Jennifer Jensch
Jenseits der Sonne – 1 – Das Ende der Nacht

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Das Amulett

Klappentext:
In einer düsteren Zwischenwelt, in der man weder tot noch lebendig ist, erwacht Amalia mit einem Amulett um den Hals und ohne jegliche Erinnerungen an ihr vorheriges Leben. Die junge Frau muss sich schon bald dem Verdacht stellen, dass sie zu der Sorte Magier gehört, die in dieser Welt keinen guten Ruf genießen und von der Gesellschaft gemieden werden.
Als wären diese Umstände nicht schon verwirrend genug, wird ihr Schmuckstück gestohlen, und damit die einzige Verbindung zu ihren Erinnerungen.
Auf der Suche nach dem Anhänger begegnet sie einem Dieb, dem sie unfreiwillig ihr Vertrauen schenken muss.
Wird er Amalia in ihrer schwierigen Situation helfen, das Amulett zu finden, oder verfolgt er nur seine eigenen Ziele?

Rezension:
Als Amalia ohne jede Erinnerung in einer Hütte erwacht, stellt sie schnell fest, dass sie tot ist. Genau wie alle anderen Anwesenden, wie mehr oder weniger deutliche Verwesungserscheinungen deutlich zeigen. Bei einem ‚Briefing‘ der Neulinge erfährt sie, dass es auch in dieser Welt Unterschiede gibt. Nicht jeder Untote ist gleich. Leider gehört Amalia zu denen mit grauem Blut. Und die stehen in dieser Welt nicht besonders hoch auf der Beliebtheitsskala. Dann wird ihr auch noch ihr Amulett, ihre einzige Hoffnung, etwas von ihrem Vorleben zu erfahren, gestohlen. Amalia ist ratlos.
Jennifer Jensch betritt mit ihrer neuen Fantasy-Reihe zweifellos ein selbst in diesem Genre nur selten ‚erforschtes‘ Gebiet. Die Nachtodwelt, die sie als Handlungsort entwirft, hat in vielen Punkten auffällige Ähnlichkeiten zur realen Welt. Auch hier gibt es Arme und Reiche, Mächtige und Befehlsempfänger – und drastische Strafen für aus der Reihe Tanzende. Dabei konzentriert sich die Handlung fast gänzlich auf Amalias Bemühungen, ihr Amulett wiederzuerlangen. Die Frage, wieso sie zu den Wenigen gehört, die nach ihrem Tod in dieser Welt erwachen, stellt sich ihr offenbar genauso wenig wie die, wie sie eigentlich gestorben ist oder wieso sie außer ihrem Namen absolut nichts von sich weiß. Auch wieso sie sich von ihrem Amulett Aufklärung über ihr Vorleben erhofft, wird nicht aufgeklärt.
Obwohl sich das in der 3. Person verfasste Fantasy-Abenteuer an sich gut lesen lässt und stilistisch wenig auszusetzen ist, stören die bereits aufgeführten Informationslücken das Gesamtbild doch etwas. Der Leser erfährt zwar, wie diese Welt grundlegend aufgebaut ist, jedoch leider nichts über ihre Natur. Was für eine Welt ist das eigentlich? Wer kommt wieso nach seinem Tod hierher? Diese und einige ähnliche Fragen werden von der Autorin leider überhaupt nicht aufgegriffen. Da sich auch die Protagonistin diese Fragen offenbar gar nicht erst stellt, ist die Hoffnung, diese könnten in einer Fortsetzung thematisiert werden, gering. Selbst das Alter der Heldin bleibt völlig im Dunkeln. Aus diesen Gründen kann dieser Reihenauftakt trotz positiver Aspekte leider nicht ganz überzeugen.

Fazit:
Diese abenteuerliche ‚Nachtod-Fantasy‘ lässt den Leser leider mit (zu) vielen unbeantworteten Fragen zurück.

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Die Akte Bram Stoker

Lisanne Courbet
Die Akte Bram Stoker

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Ahnenforschung der anderen Art

Klappentext:
London, 2012, am 100. Todestag von Bram Stoker.
In einem Bankschließfach tauchen geheime Dokumente des Schöpfers von Dracula auf, die den Verdacht nahelegen, dass der weltberühmte Roman womöglich auf echten Tatsachen beruht. In London bricht eine hysterische Jagd nach der Wahrheit aus.
Valea Horak wird unfreiwillig in diese Jagd verwickelt, als sie einen befreundeten Journalisten auf einer Pressekonferenz vertritt. Dort trifft sie ihre Jugendliebe Julian Schwarz wieder. Kurz darauf werden die mit der Untersuchung betrauten Historiker mit eindeutigen Einstichen am Hals und vollständig ausgeblutet aufgefunden. In den Bisswunden finden Forensiker tote DNA-Spuren aus einem rumänischen Grab des 15. Jahrhunderts. Die Polizei steht vor einem Rätsel.
Gemeinsam mit Julian stellt Valea ihre ganz eigenen Nachforschungen an und muss feststellen, dass das Geheimnis um die Entstehungsgeschichte von „Dracula“ unheimliche Parallelen zu ihrer eigenen Familiengeschichte birgt.
Doch sie ist nicht die einzige, die ein persönliches Interesse an der Wahrheit hat. Während Valeas Leben durch unheimliche Ereignisse immer weiter aus der Bahn geworfen wird, verdichten sich Hinweise auf eine wirkliche Existenz des legendären Vampirs.
Eine gefährliche Suche zwischen London, Wien und Budapest beginnt. Doch die Wahrheit ist noch viel dunkler, als Valea und Julian glauben.
Die Akte Bram Stoker. Ein Fest für alle Fans des Vaters aller Vampir-Romane. Ein düsterer Thriller, der das klassische Vampir-Genre feiert. Und eine poetische Reise in die Vergangenheit eines Buches, das sich öfters verkauft hat, als die Bibel.

Rezension:
Pünktlich zum 100. Todestag Bram Stokers kündigt die Bank of England an, an diesem Tag ein kurz vor dessen Tod vom Schriftsteller persönlich angelegtes Schließfach verfügungsgemäß zu öffnen. Das öffentliche Interesse ist natürlich sofort geweckt. Als sich in der Kassette Dokumente finden, die die Vermutung nahelegen, Stokers berühmter Roman könnte auf Tatsachen beruhen, steigt das Medieninteresse ins Unermessliche. Schon bald tauchen Mordopfer auf, deren Todesursachen stark an Vampirbisse erinnern. Während die ermittelnde Kommissarin davon überzeugt ist, vorsätzlich getäuscht zu werden, bemerkt die österreichische Literaturstudentin Valea Horak, dass es überraschende Berührungspunkte zu ihrer eigenen Familiengeschichte zu geben scheint. Aber auch ganz andere Kräfte scheinen an den Entwicklungen hochgradig interessiert zu sein.
Lisanne Courbet bekennt sich im Nachwort ausdrücklich als Fan von Bram Stoker und dessen Roman „Dracula“. Nach dem Lesen dieses Buches wäre dieses Bekenntnis aber kaum nötig gewesen, geht die Autorin in ihrem Buch doch detailliert auf diverse Elemente des Originals und dessen Entstehungsgeschichte ein. Genau darauf beruht die Handlung ihres eigenen Buches. Die Prota- und Antagonisten, aus deren Blickwinkeln die Geschichte wechselweise erzählt wird, unterscheiden sich schon in dem Punkt, ob sie an die tatsächliche Existenz der unsterblichen Blutsauger glauben oder nicht. Da ist Detective Chief Inspector Annie Marrell, deren feste Überzeugung darin besteht, dass die auf vampirische Aktivitäten hindeutenden Indizien gefälscht sind. Die andere Seite vertritt die Studentin Valea Horak, die bei ihren privaten ‚Ermittlungen‘ zunehmend davon überzeugt wird, dass es wirklich Vampire gibt und ihre eigenen Vorfahren wiederholt mit ihnen in Berührung gekommen sind. Außerdem taucht ein katholischer Orden, der sich der Vampirjagd verschrieben hat, auf, dessen Mitglieder schnell die Rolle der Antagonisten zugewiesen wird.
Auch wenn sich in diesem Buch alles um (wahre oder vorgetäuschte?) Vampire dreht, liegt der Schwerpunkt der Handlung doch auf Thriller-Elementen und ganz diesseitige Gewalt und deren Androhung. Vampire spielen eine überraschend kleine Rolle. Ob diese überhaupt wirklich existent sind, wird hier natürlich nicht verraten. Das Buch kann seine Leser mit dem gelungenen Handlungsaufbau jedenfalls durchaus fesseln. Den größten Minuspunkt stellt ein etwas zu ausführlich wiedergegebenes altes Tagebuch dar, das sich über zahlreiche Seiten hinzieht und alles andere als spannend zu lesen ist.

Fazit:
Dieser Thriller greift Bram Stokers Werk „Dracula“ auf und erforscht die Auswirkungen, falls dieses auf wahren Begebenheiten beruhen sollte.

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Traumfragmente

Peter Hohmann
Traumfragmente

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Magische Schrecken

Klappentext:
17 Geschichten aus der Feder von Peter Hohmann – eine spannende und bunte Mischung, die für Liebhaber phantastischer Literatur viel Abwechslung bereithält.
Begleiten Sie Drachen auf ihrem letzten Flug, verfolgen Sie Geister aus den Niederungen dunkler Folklore, erleben Sie Helden und Bösewichte, einen übermotivierten Goblin, eine von sonderbaren Zwergen betriebene Maschine zum Bierbrauen und vieles mehr.
So verschiedenartig die Phantastik ist, so verschiedenartig sind auch diese Geschichten.

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
Auf nach Nurathys!
Die Jagd
Der Flug des Raben
Niedergang
Eine Frage des Blutes
Rettendes Gebet
Ein neuer Anfang
Dunkles Land
Wie lautet mein Name?
Fehlschuss
Prost!
Ob nun Himmel oder Hölle …
Weiße Agnes
Das letzte Opfer
Großvaters Vermächtnis
Der letzte Versuch
Eine Armee jagt den letzten Drachen, ein Mönch eilt einer Frau im Moor zu Hilfe, ein Krieger, der sich in einer fremden Welt wiederfindet, ein Junge, der sich eifrig zur Drachenjagd meldet, obwohl er keine Waffe beherrscht, ein Student, der sich verdingt, über Wochenende eine Burg zu hüten … und immer ist Magie im Spiel.
Peter Hohmann versammelt in diesem Buch 17 seiner Kurzgeschichten, die er in die Abschnitte „Fantasy“ (Nr. 1 bis 9), „Fantasy mit einem Augenzwinkern“ (Nr. 10 bis 13) sowie „Mystery/Paranormales“ (Nr. 14 bis 17) einteilt. Mit Ausnahme der augenzwinkernden Geschichten wird der Leser hier vergeblich nach Happyends suchen. Alle Geschichten der beiden Fantasy-Abteilungen gehören thematisch in den Bereich der High Fantasy, während es sich bei den mysteriösen Stories um dunkle Urban Fantasy handelt. Vor allem der Weltenbau kann überzeugen, zumal die Handlungsideen größtenteils ungewöhnlich sind. So kann die Kreativität des Autors uneingeschränkt punkten, während die fast immer düsteren Enden wohl Geschmackssache sind.
Besonders konnten mich diese Kurzgeschichten beeindrucken:
„Die Jagd“ erzählt von einem Reich, das sich kürzlich der Drachenherrschaft entledigt hat. Unterstützt von einem Magier stellt das Heer den letzten Drachen. Als Belohnung finden sie einen unermesslichen Schatz, der das Land in den Wohlstand führen wird. Doch ist alles Diamant, was funkelt?
In „Fehlschuss“ meldet sich ein Goblin-Junge zur gefährlichen Jagt auf einen Drachen, der ein Dorf verwüstet hat. Eine Steinschleuder ist seine einzige Waffe. Was soll die gegen einen Drachen bewirken, dessen Panzer selbst Lanzen und Schwertern trotzen kann?
„Der letzte Versuch“ berichtet von (erwachsenen) Geschwistern, die gegen den Geist des Mörders ihrer Eltern antreten. Wird es ihnen gelingen, diesen von dieser Welt zu verbannen?

Fazit:
Eine Sammlung überwiegend düsterer Fantasy-Kurzgeschichten, die mit einfallsreichen Plots aufwarten kann.

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Beim Haupt der Medusa

Sabine Bürger
Beim Haupt der Medusa

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Eine unheimliche Besucherin

Klappentext:
Wer sie ansieht, wird zu Stein
Bernhard H. ist ein Spieler, liebloser Ehemann und Besitzer eines illegalen Casinos. Mit krimineller Energie betrügt er seine Gäste – bis eine Unbekannte in seinen Herrenklub kommt und ihn vor der Zukunft warnt.

Rezension:
Bernhard betreibt eine Kneipe. Außer etwas zu trinken bietet er seinen Kunden jedoch noch mehr: eine illegale Spielhölle, und zwar ausschließlich für Herren. Der einzige, der hier gewinnt, ist er selbst. Dafür sorgt Bernhard schon. Für Frau und Familie bleibt da kaum Zeit übrig. Als es eines Tages doch eine Frau schafft, bis ins Spielzimmer vorzudringen, verliert er gegen sie. Ab da geht es mit Bernhards Glück bergab.
In Sabine Bürgers Kurzgeschichte aus der booksnacks-Reihe geht es nicht mit rechten Dingen zu. Wirkt die Geschichte am Anfang noch wie eine Milieustudie aus Halbwelt-Kreisen, tritt mit der ominösen Besucherin ein Mystery-Element in Erscheinung. Der Autorin gelingt eine nahtlose Verknüpfung beider Bestandteile. Auch wenn das Ende dem Leser keine große Überraschung bietet, kann die aus Sicht des Protagonisten erzählte Story durch einen gelungenen Handlungsaufbau und einen angenehm lesbaren Stil punkten.

Fazit:
Eine mysteriöse Unbekannte sorgt in dieser Kurzgeschichte für eine interessante Lesepause.

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Tony Ballard – 1 – Die Höllenbrut

A. F. Morland
Tony Ballard – 1 – Die Höllenbrut

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Die Anfänge

Klappentext:
»Henker, walte deines Amtes!«, rief der Inquisitor mit kräftiger Stimme.
Dicht gedrängt standen die Dorfbewohner vor dem alten Holzkarren. Mit flammenden Augen und gespannten Zügen verfolgten sie die Handgriffe, die der Henker, der Anthony Ballard hieß, nun verrichtete. Alles, was laufen konnte, war gekommen, um die sieben Hexen hängen zu sehen. Sieben Hexen! Junge Mädchen. Eines so bildhübsch wie das andere.
Und doch hatte man sie der Hexerei überführt. Unzucht mit dem Teufel hatten sie getrieben. Die Nachbarn hatten sie auf glühenden Besen durch das Dorf reiten sehen. Beim Hexensabbat hatten sie die schrecklichsten Dinge getan.
Nun sollten sie für allen Frevel, für alles, was sie getrieben hatten, bestraft werden. Kaum einer der Dorfbewohner hatte Mitleid mit ihnen, denn man wusste, dass diese Mädchen nur nach außen hin schön waren. Innerlich waren sie verkommen, böse. Wahre Bestien waren sie, die den Leuten Angst gemacht, Unheil über sie gebracht und Krankheit und Tod verbreitet hatten.
Damit sollte es nun ein für alle Mal vorbei sein. Die Hexen sollten hängen.
Am Galgenbaum.

Rezension:
1674. In einem kleinen englischen Dorf werden 7 Hexen zum Tode verurteilt. Der Henker, Anthony Ballard, richtet sie durch Erhängen am Galgenbaum. Doch alle 100 Jahre kehren sie wieder und töten Einheimische auf schreckliche Weise. Unter den Opfern ist immer ein Ballard, Nachfahr ihres Henkers. 1974. In diesen aufgeklärten Zeiten glauben nur noch wenige Einwohner des Dorfes an die alte Legende. Als allerdings schon wieder mysteriöse Sachen passieren, findet sich Polizeiinspektor Tony Ballard an vorderster Front. Schnell muss er begreifen, dass die übernatürliche Bedrohung real ist – und er als letzter Ballard das Hauptziel der untoten Hexen ist.
In der Vergangenheit habe ich hier schon mehrere Bände der ursprünglich ab 1974 als Heftromane erschienenen und in den letzten Jahren in eBook-Form wieder aufgelegten Grusel-Reihe rezensiert und kommentiert. In allen diesen war der Titelheld schon ein erfahrener Jäger übersinnlicher Bedrohungen. Um so interessanter war es, als mir kürzlich Band 1 der
Reihe in die Hände beziehungsweise auf den Reader fiel. Der spätere Dämonenjäger ist hier noch ein junger Polizeiinspektor, der keine Ahnung von Hexen und ähnlichen Bedrohungen hat.
Wenn man bedenkt, dass ich später erscheinende Bände (beispielsweise Band 81) durchaus kritisch einschätzte, verwundert das gute Niveau dieses ‚Gründungsbandes‘ der Reihe positiv. „Die Höllenbrut“ entspricht durchaus besserem Heftroman-Niveau, ist zwar keine literarische Offenbarung, bietet jedoch eine gelungene, kurzweilige Unterhaltung für Freunde des Grusel-Genres. Wenn man dem Eintrag der Wikipedia vertrauen darf, verbirgt sich unter dem Pseudonym A. F. Morland durchgängig der österreichische Schriftsteller Friedrich Tenkrat. Deshalb verwundern solche negativen Ausrutscher wie der oben genannte Band 81 um so mehr, bewies der Autor doch schon zum Start der Reihe, dass er es (deutlich) besser kann.

Fazit:
Der Auftakt dieser klassischen Grusel-Reihe überrascht durch sein relativ hohes Niveau.

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Die andere Seite der Realität

A.P. Glonn
Die andere Seite der Realität

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Jagd auf den Dunklen Wandler

Klappentext:
London 1888. Als Inspector Seth Aspen in Whitechapel über eine Frauenleiche stolpert, ist das erst der Auftakt einer ungeheuren Mordserie, welche ganz London erschüttert. Der Mörder scheint ein nicht fassbares Phantom, von der Presse bald als Jack the Ripper betitelt. Um ihn zu stellen, verfolgt Aspen den Täter quer über den Atlantik, durch die USA und Kanada und darüber hinaus zur anderen Seite der Realität … nach Innes, einer Welt, aus welcher der Ripper seine Macht schöpft. Obwohl selbst als Fremdling verfolgt, bleibt ihm Aspen auf den Fersen; mit nur einem Ziel: Den Ripper zu finden koste es, was es wolle.

Rezension:
Als Inspector Seth Aspen von Scotland Yard eine übel zugerichtete Frauenleiche findet, ist er selbst als erfahrener Polizeimitarbeiter schockiert. Doch diese Leiche soll nicht die einzige bleiben. Seine Vorgesetzten versetzen Aspen deshalb nach Whitechapel, wo anscheinend ein irrer Mörder umgeht, der bald einen Namen bekommt: Jack the Ripper. Die Polizei tritt auf der Stelle. Jeden Verdächtigen muss sie wieder laufen lassen, weil er sich entweder als unschuldig erweist oder man ihm zumindest keine Schuld nachweisen kann. Als ein Mann, von dessen Schuld Aspen überzeugt ist, ein Schiff nach Amerika besteigt, nimmt er mit der inoffiziellen Erlaubnis seines Vorgesetzten die Verfolgung auf. In New York ist die Jagd jedoch noch nicht beendet, denn Jack the Ripper flieht weiter nach Kanada und von dort sogar in eine andere Welt. Aber Aspen verfolgt ihn sogar dorthin.
A. P. Glonns Buch teilt sich in 2 sehr unterschiedliche Teile. Während sich der 1. als historischer Krimi im viktorianischen London präsentiert, kommt der 2. (umfangreichere) als Fantasy-Abenteuer in einer mittelalterlich wirkenden, magischen Parallelwelt daher. Der Protagonist, ein im Waisenhaus aufgewachsener, noch relativ junger Police Inspector, nimmt seinen Job sehr ernst. Dass der Fall der bestialischen Morde nicht aufgeklärt werden kann, geht ihm deshalb persönlich nah, weshalb er weit mehr Arbeit in die Ermittlungen investiert, als es seine Pflicht wäre. Als ihn die Verfolgung des Verdächtigen sogar in eine magische Welt führt, deren Moralvorstellungen sich erheblich von denen des viktorianischen England unterscheiden, gibt er deshalb nicht auf, auch wenn er hier als einziges nicht-magische Lebewesen zum selbst gejagten Außenseiter wird, der gegen den mächtigen Täter eigentlich sowieso keine Chance hat.
Diese Aufteilung der Handlung in verschiedene Genres wirkt beim Lesen zuerst etwas verwirrend. Das einzige verbindende Element ist das Duo aus Prota- und Antagonisten. Ansonsten hat man das Gefühl, es mit unterschiedlichen Büchern zu tun zu haben, wobei sich beide in jeweiligen Genre als interessante, gut lesbare Geschichten erweisen. Diese Idee kann man vielleicht passend als experimentell bezeichnen – ein Experiment, dass ich als durchaus gelungen einschätze. Allerdings schränkt sich die Leserschaft dadurch auf die Schnittmenge ein, die sowohl Fantasy als auch historische Kriminalromane mag. Angehörigen dieser Schnittmenge kann ich dieses Buch allerdings empfehlen.

Fazit:
Zuerst historischer Krimi, dann Fantasy-Abenteuer – die unterschiedlichen Teile ergeben ein interessantes Ganzes.

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Mystery Girls – 4 – Das Schicksal

Lucy May
Mystery Girls – 4 – Das Schicksal

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Abenteuerliche Sprachferien

Klappentext:
Prinzessin wider Willen
Der Traum Prinzessin zu sein wird für Pia wahr. Ein wenig zumindest. Denn während ihres Sprachurlaubs in London lernt sie Alessandro, einen echten Prinzen, kennen. Er nimmt sie mit auf die angesagtesten Partys und macht sie mit der Londoner High Society bekannt. Doch Pias neues Leben ändert sich unerwartet, als sie ein geheimes Tagebuch im Haus ihrer Gastfamilie entdeckt. Es gehörte Phillipa, einer jungen Frau, die vor hundert Jahren im selben Haus gelebt hat und der jemand nach dem Leben trachtete. Plötzlich überschneidet sich Pias Leben mit dem von Phillipa. Das Schicksal der beiden scheint miteinander verwoben zu sein – und jetzt hat es jemand auf Pia abgesehen …

Rezension:
Pia bekommt die Chance, 3 Wochen Sprachferien in London zu verbringen. Und das sogar mit Familienanschluss, denn ihr Vater hat ihr Unterkommen bei einem reichen Geschäftspartner organisiert. Die Coopers, speziell deren etwa gleichaltrige Tochter Claire, erweisen sich jedoch als ziemlich versnobt. Das einzige, was Pia dort wirklich gefällt, ist die umfangreiche Hausbibliothek, in der sie zufällig auf ein altes Tagebuch stößt. Die mehr als 100 Jahre alten Aufzeichnungen der jungen Frau fesseln Pia ungemein. Als sie dann noch einen echten Prinzen kennenlernt, scheint der Urlaub vielleicht doch interessanter als erwartet zu werden.
Der Verlag (dp DIGITAL PUBLISHERS) vermarktet die „Mystery Girls“-Reihe von Lucy May als Romantasy. Während in den bisherigen 3 Bänden der romantische Aspekt jedoch kaum eine Rolle gespielt hat, steht er hier leider stärker im Fokus – wenn auch mit einem wirklich unerwartetem Ausgang. Spielten bisher Fantasy-Elemente jedoch eine tragende Rolle, fehlen diese in diesem Buch nahezu gänzlich. Selbst der Protagonistin ist sich am Ende nicht sicher, ob ein kurzes (und handlungsmäßig unbedeutendes) übernatürliches Gefühl real war. Eine Einordnung dieses Werkes ins Fantasy-Genre ist kaum zu rechtfertigen. Eher entpuppt sich die Handlung als Thriller, denn Pia muss bald um ihr Leben fürchten. Kurze Kapitel werden dabei immer wieder aus der Sicht ihres psychopathischen Verfolgers erzählt, ohne dass klar wird, um welchen der denkbaren Kandidaten es sich dabei handelt.
Der Stil der Autorin erweist sich auch diesmal wieder als gut lesbar. Während das Buch für Freunde romantischer Gefühle und von Thrillern durchaus unterhaltsam seien dürften, werden Fantasy-Fans enttäuscht sein.

Fazit:
Dieser Jugendthriller leidet unter einer Fehletikettierung. Fantasy-Elemente kommen nur in homöopathischer Dosis vor.

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