Unnatural History (Pax Britannia 1)

Jonathan Green
Unnatural History (Pax Britannia 1)

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De-Evolution

Klappentext:
Es ist das Ende des 20. Jahrhunderts und Queen Victoria regiert das Reich noch immer an oberster Stelle, gewartet von einer Babbage-esken Lebenserhaltungsmaschine. Aufwiegelungen und Unzufriedenheit wachsen so stetig in Magna Britannia, wie das ständige Streben von Schattenwesen nach Macht und Einfluss. Alles, was Sie in den viktorianischen Gothic-Novellen gelesen haben, ist wahr: Menschen können vom Tod wiederauferstehen, Dinosaurier leben noch immer in abgelegenen Bereichen der Welt (und im Londoner Zoo!), und auch Darwins Evolutionstheorie wurde korrekt nachgewiesen. Aristokratische Stammbaumhalter der Vampire setzen sich in Osteuropa durch und graben ihre Klauen in die königliche russische Familie, Dampf- und Uhrwerkbetriebene Robotersklaven arbeiten neben den Ärmsten der Gesellschaft, während logisch denkende Maschinen der Führungsschicht helfen, ihren Machtanspruch in dieser überbevölkerten Welt aufrecht zu erhalten. In diese Kulisse setzen wir nun den höflichen Dandy und Galgenvogel Ulysses Lucian Quicksilver, gelegentlicher Abenteurer und Agent im Dienste des Thrones, der für schattenhafte Herren arbeitet, welche verzweifelt ein Regime zu erhalten versuchen, das seit 150 Jahren andauert und nun von innen einzustürzen droht also keineswegs mehr das ist, was es zu sein scheint. Er bekämpft schnauzbärtige Schurken in den zylindrischen Gewölben der Unterwelt mit raffinierter Eleganz und modischer Stilsicherheit. Unterstützung findet er dabei in seinem unerschütterlichen Hausdiener Nimrod, während die Uhr des Big Bens das Jahr 2000 ankündigt und damit das Ende der Welt.

Rezension:
Nachdem Ulysses Lucian Quicksilver bei einer Expedition in den Himalaya verschwunden und seit längerem kein Lebenszeichen von ihm auffindbar ist, will sein Bruder ihn für tot erklären lassen. Doch gerade als die entsprechenden Dokumente unterzeichnet werden sollen, platzt ein höchst lebendiger Ulysses zur Tür herein. Viel Zeit, sich wieder einzuleben, bekommt er jedoch nicht. Nach einem nächtlichen Einbruch ins Natural History Museum, bei dem der Nachtwächter getötet wurde, beauftragt ein hochrangiger Politiker Ulysses Quicksilver mit der inoffiziellen Untersuchung des Falls. Schnell muss er feststellen, dass der Einbruch Teil einer großangelegten Verschwörung ist, in die Leute, von denen er es nicht erwartet, verwickelt sind. Kurz vor Queen Victorias 160. Thronjubiläum könnte dies ganz Magna Britannia, den Nachfolger des British Empire, der sich mittlerweile bis auf den Mond und den Mars erstreckt, ins Verderben stürzen.
Steam Punk im viktorianischen Zeitalter ist nichts Neues. Die Idee, dieses Zeitalter und mit ihm den Steam Punk bis zur Wende ins 21. Jahrhundert auszudehnen, dagegen schon. Für die Handlung spielt das jedoch kaum eine Rolle, könnte diese doch genauso gut 100 Jahre früher stattfinden, denn es tauchen eigentlich keine Elemente auf, die es nicht ähnlich auch in anderen Werken des Genres gäbe.
Wenn man den Klappentext betrachtet, muss gesagt werden, dass einige der darin genannten Elemente im Buch nicht oder nur ganz am Rande auftauchen. Wahrscheinlich ist es erst für spätere Bände der Reihe vorgesehen, diese zu benutzen. Es stellt sich lediglich die Frage, wieso diese Handlungselemente (wie zum Beispiel die Vampire) dann hier überhaupt schon erwähnt werden.
Konkret auf den vorliegenden Band bezogen liefert Jonathan Green jedoch ein lesenswertes und fesselndes Steam-Pank-Abenteuer mit einigen Fantasy-Elementen ab. Sein Schreibstil schafft es, den Leser schnell in den Bann zu ziehen, wozu wohl besonders der Einfallsreichtum des Autors beiträgt, der seinem Leser immer wieder selbst in diesem Genre unerwartete Geschöpfe präsentiert. Eine kleine Unstimmigkeit, die man aber wohl eher der Übersetzerin anlasten muss, soll jedoch nicht unerwähnt bleiben: Bei der Benennung der Monarchin wird immer wieder zwischen dem Original „Queen“ und der Übersetzung „Königin“ hin und her gewechselt.

Fazit:
Für Steam-Punk-Fans ist „Unnatural History“ zweifellos einen Blick wert, denn die „Pax Britannia“-Reihe könnte interessant werden.

Taschenbuch
eBook

Lockwood & Co. – The Hollow Boy

Jonathan Stroud
Lockwood & Co. – The Hollow Boy

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Rückseitentext:
As a massive outbreak of supernatural Visitors baffles Scotland Yard and causes protests throughout London, Lockwood & Co. continue to demonstrate their effectiveness in exterminating spirits. Anthony Lockwood is dashing, George insightful, and Lucy dynamic, while the skull in the jar utters sardonic advice from the sidelines. There is a new spirit of openness in the team now that Lockwood has shared some of his childhood secrets, and Lucy is feeling more and more as if her true home is at Portland Row. It comes as a great shock, then, when Lockwood and George introduce her to an annoyingly perky and hyper-efficient new assistant, Holly Munro.
Meanwhile, there are reports of many new hauntings, including a house where bloody footprints are appearing, and a department store full of strange sounds and shadowy figures. But ghosts seem to be the least of Lockwood & Co.’s concerns when assassins attack during a carnival in the center of the city. Can the team get past their personal issues to save the day on all fronts, or will bad feelings attract yet more trouble?
Danger abounds, tensions escalate, and new loyalties form in this third delightfully terrifying adventure in the critically acclaimed Lockwood & Co. series.

Rezension:
Eigenartige Dinge passieren – und das nicht nur im von Geistern heimgesuchten London. Nein, auch in unserer ganz realen Welt. Band 3 der „Lockwood & Co.“-Reihe, „The Hollow Boy“, war ursprünglich sowohl in der britischen als auch in der US-Ausgabe für den 15.09.2015 angekündigt. Als ich das Buch am 15.09. jedoch bestellen wollte, war der voraussichtliche Liefertermin der britischen Ausgabe bei Amazon plötzlich für Ende Oktober angegeben. Da ich nicht so lange warten wollte, bestellte ich mir die US-Ausgabe. Als ich mich jetzt nach dem Lesen gerade daran machte, diese Rezension zu verfassen, musste ich überrascht feststellen, dass die britische Ausgabe mittlerweile bei Amazon überhaupt nicht mehr gelistet ist. Hm? Was ist denn da los? Haben Lucy und ihre Kollegen bei der Suche nach Besuchern etwa den Verlag verwüstet? Die deutsche Übersetzung „Die Raunende Maske“ ist jedoch weiterhin für den 19.10.2015 angekündigt. (Wie man sieht, habe ich diese Rezension schon vor einiger Zeit verfasst.)
Aber kommen wir zum Buch selbst: Die Lage in England wird immer schlimmer. Im Londoner Stadtteil Chelsea nehmen die übernatürlichen Aktivitäten dermaßen überhand, dass sich die DEPRAC – die zuständige Aufsichtsbehörde – gezwungen sieht, ganze Straßenzüge zu evakuieren. Nach ihren bisherigen Erfolgen sind die Dienste der Agentur Lockwood & Co. so gefragt, dass Lockwood, George und Lucy oft jeder für sich alleine an verschiedenen Fällen parallel arbeiten müssen, um der vielen Aufträge Herr zu werden. So kann es nicht weitergehen! Deshalb stellt Lockwood eine Bürohilfe ein, Holly. Diese ist zwar ein Organisationstalent, Lucy kommt mit ihr allerdings überhaupt nicht gut aus. Das ändert sich auch nicht grundlegend, als Holly Lucy aus einer selbstverschuldeten komplizierten Lage befreit.
Doch schließlich hat George eine Theorie, wo die Ursache des katastrophalen ‚Chelsea-Outbreaks‘ liegen könnte. Um der Spur folgen zu können, müssen sich Lockwood und seine Freunde jedoch auf eine Zusammenarbeit mit ihrem Erzrivalen Kipps einlassen. In einem Kaufhaus, dass angeblich gar nicht von Erscheinungen heimgesucht wird, treffen sie des Nachts gleich auf hunderte. Als dann auch noch ein mächtiger Poltergeist in Erscheinung tritt, befinden sich alle Anwesenden in höchster Lebensgefahr.
Dem namensgebenden ‚hohlen Jungen‘ begegnen wir erst fast am Ende des Abenteuers. Wieso bei diesem Buch der Originaltitel – im Gegensatz zu den Bänden 1 und 2 – nicht ins Deutsche übersetzt, sondern ein abweichender erfunden wurde, erschließt sich mir jedoch nicht.
Wie bereits bei den vorherigen Bänden angemerkt, halte ich die Einstufung als Kinderbuch für fraglich. Jugendbuch fände ich erheblich passenden. Die Tatsache, dass Band 1 2013 für den „Los Angeles Times Book Prize“ in der Kategorie „Young Adult Literature“ nominiert war, zeigt wohl deutlich, dass ich mit dieser Meinung nicht alleine stehe.

Fazit:
Jonathan Stroud schafft es, das Niveau der beiden Vorgänger zu halten. Die „Lockwood & Co.“-Reihe bietet auch weiterhin echtes Suchtpotential. Ich kann diese Reihe allen Fantasy- und Detektiv-Story-Begeisterten nur empfehlen.

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Sherlock Holmes und die Dokumente der Miss Adler

John Hall
Sherlock Holmes und die Dokumente der Miss Adler

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Mission in Böhmen.

Klappentext:
Sherlock Holmes und Doktor Watson auf Mission, den König von Böhmen zu retten.
Wie ein Jahr zuvor müssen Holmes und Watson erneut ein kompromittierendes Foto, das Miss Adler (nun Mrs. Norton) und den König von Böhmen zeigt, wiedererlangen.
Denn das Bild wurde Mrs. Norton von Karl, dem unehelichen Bruder des Königs, und dessen Cousin Gottfried gestohlen, der gleichzeitig der rechtmäßige Thronfolger Böhmens ist.
Das Bild ist das einzige Beweisstück einer einstigen Liebesbeziehung und bedroht nun aufgrund seiner diskreditierenden Wirkung einen wichtigen Friedensvertrag: Dankt der König nicht ab, gelangt das Foto an die Öffentlichkeit, der Friedensvertrag könnte platzen und das Land könnte in einem Bürgerkrieg versinken.
Doch sobald Sherlock und Watson in Böhmen ankommen, werden sie in einen Strudel aus Lügen, Intrigen und Komplikationen hineingezogen und Lösung des Problems scheint weit entfernt. Können die beiden den Fall lösen, ehe die Feinde des Königs mit ihren Machenschaften Erfolg haben?

Rezension:
Diese Geschichte stellt eine Fortsetzung der Original-Holmes-Story um Irene Adler und den König von Böhmen dar. Diesmal nimmt die ehemalige Miss Adler, mittlerweile verheiratete Mrs Norton selbst Kontakt zu Sherlock Holmes auf, da sie – nunmehr glücklich verheiratet – die Sache endgültig zu den Akten legen und ihren ehemaligen Geliebten vor Schaden bewahren möchte. Da sich das Corpus Delicti allerdings schon in falschen Händen und wahrscheinlich sogar schon in Böhmen befindet, bleibt Holmes und seinem treuen Helfer nichts anderes übrig, als sich schnellstens dorthin zu begeben und den König persönlich zu kontaktieren.
Der Autor selbst weist im Vorwort korrekterweise darauf hin, dass Böhmen im fraglichen Zeitraum in Wirklichkeit Bestandteil des Habsburgerreiches war und es somit im Gegensatz zur literarischen Vorlage Arthur Conan Doyles keinen König von Böhmen gab. Trotzdem begeht er in seiner Fortsetzung selbst erhebliche geographische Fehler. Beispielsweise fährt der Zug mit Holmes und Watson bei Sonnenuntergang am Rande des Schwarzwaldes entlang, welche noch am selben Tag ihr Abendessen in Wien einnehmen. Das ist selbst mit dem heutigen ICE nicht zu schaffen, viel weniger mit den Zügen in den 1890ern. Und wieso sollten eilige Reisende auf dem Weg von der Kanalküste nach Böhmen überhaupt einen Umweg über Wien machen?
Dabei trifft John Hall (eventuell ein Pseudonym eines deutschsprachigen Autors, da nirgends ein Übersetzer erwähnt wird) den Stil des Originals recht gut. Holmes und besonders Watson erscheinen stellenweise allerdings etwas out of character. Trotz dieser kleinen Einschränkung liest sich das Buch sehr gut und kann allen Sherlock-Holmes-Fans empfohlen werden. Das Ende des Buches dürfte den Leser jedoch überraschen, zumal es für die Handlung eigentlich unnötig ist.

Fazit:
Statt eines gänzlich neuen Abenteuers die Fortsetzung eines bekannten – Freunden des Original-Holmes kann es recht sein.

eBook

Lockwood & Co. – The Whispering Skull

Jonathan Stroud
Lockwood & Co. – The Whispering Skull

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Rückseitentext:
Ghosts and ghouls beware! Lockwood & Co. is back.
Life isn’t exactly peaceful in the psychic detection agency. Lucy and George are trying to solve the mystery of the talking skull trapped in their ghost-jar, while Lockwood is desperate for an exciting new case.
Things seem to be looking up when the team is called to investigate the grave of a sinister Victorian doctor. As usual, everything goes wrong – a terrible phantom is freed, and a dangerous object is stolen from the coffin. Lockwood & Co. must recover the relic before its power is unleashed, bur it’s a race against time. And if that’s not bad enough, the skull in the ghost-jar is stirring again …
The author of the blockbuster BARTIMAEUS sequence delivers another humorous and chilling instalment in the critically acclaimed LOCKWOOD & CO. series.

Rezension:
Lockwood und sein Team sollen an einer alten Galgenstätte den Geist eines einst Erhängten bannen. Nur übersehen sie dabei, dass Galgen früher gewöhnlich mehrmals benutzt wurden, und so bringt der erwartete Geist gleich noch ein paar Freunde mit – ziemlich viele sogar. Lockwood, Lucy und George bleibt nur ein hastiger Rückzug. Peinlicherweise taucht gerade in diesem Moment ihr Erzrivale Kipps mit seinem Team auf. Und die sind auf eine so große Anzahl Geister vorbereitet … Um seine Ehre zu retten, bietet Lockwood Kipps eine Wette an.
Nach dieser wenig erfolgreichen Nacht sind Lucy und ihre Kollegen froh, als sich gleich ein neuer Auftrag bietet. Eine Spezialfirma für Friedhofs-Beräumungen benötigt ihre Hilfe bei der Beseitigung eines offensichtlich nicht geheuren Grabes. Doch im Sarg befindet sich nicht nur eine mumifizierte Leiche, die Quelle eines ziemlich bösartigen Geistes ist, sondern auch noch ein extrem gefährliches Artefakt. Gerade das wird kurze Zeit später gestohlen, worüber Inspektor Barnes vom DEPRAC (DEpartment of Psychical Research And Control – deutsch: BEBÜP / Behörde zur Erforschung und Bekämpfung Übersinnlicher Phänomene, der Scotland Yard unterstellten Aufsichtsbehörde über die Agenturen) natürlich alles andere als erfreut ist. Um es schnellstmöglich wiederzubeschaffen, beauftragt er nicht nur Lockwood & Co. damit, sondern parallel auch noch Kipps Team. Und dieser Auftrag ist nicht als Bitte formuliert! Somit beginnt ein Wettlauf mit ihren Rivalen, wer es zuerst schafft. Dabei bekommen es die Spezialisten für Geister-Bannungen mit nicht gerade zimperlichen lebenden Gegnern zu tun, wie Lucy und Lockwood bald am eigenen Leib feststellen müssen.
Nach dem Vorgänger „Lockwood & Co. – Die seufzende Wendeltreppe“ stellt dieser Band eine würdige Fortsetzung dar. Die bereits bei dessen Besprechung erwähnten stilistischen Parallelen mit den klassischen Sherlock-Holmes-Erzählungen treten hier bei den Ermittlungen gegen einen Schwarzhändlerring sogar noch stärker in Erscheinung. Und dieser Vergleich sollte definitiv nicht negativ verstanden werden. Trotz aller detektivischer Arbeit kommen die Geister nicht zu kurz. Im Gegenteil: Auch der Gruselfaktor wird gegenüber dem Vorgängerband stellenweise noch erhöht.
Da die Fittes-Agentur in diesem Buch, das 7 Monate nach Band 1 handelt, ihr 50-jähriges Bestehen feiert und in diesem Zusammenhang Marissa Fittes berühmter Fall aus dieser Zeit als im Jahre 1962 stattfindend erwähnt wird, kann man die Handlung diesmal eindeutig im Jahr 2012 einordnen. Aber Vorsicht! Da zur großen Jubiläumsparty, zu der auch Lockwoods Team eingeladen ist, Abendkleidung erwünscht ist, muss sich Lucy Abendkleid und High Heels besorgen, was nicht gerade die geeignete Kleidung ist, wenn man zwischendurch noch ein paar inoffizielle ‚Umwege‘ machen will.
Ein Wort zum oben zitierten Rückseitentext: „Ghosts and ghouls beware!“ Nachdem in Band 1 schon diverse Typen Geister auftauchten, stellt sich hier natürlich sofort die Frage, was im Lockwood-Universum Ghule sind. Um es kurz zu machen: Weder im Text (469 Seiten) noch im auch hier wieder vorhandenen Glossar (15 Seiten) werden Ghule auch nur erwähnt. Vielleicht hätte der für den Rückseitentext zuständige Mitarbeiter des Verlags das Buch vor Verfassen des Textes mal selbst lesen sollen.

Fazit:
Meine positive Einschätzung zu „Lockwood & Co.“ kann ich auch nach dem Lesen dieses Bandes nur uneingeschränkt aufrechterhalten. Besonders erwachsenen Fantasy-Fans empfehle ich, sich von der Kinderbuch-Einordnung der Reihe durch den Verlag nicht abschrecken zu lassen.

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Lockwood & Co. – Die seufzende Wendeltreppe

Jonathan Stroud
Lockwood & Co. – Die seufzende Wendeltreppe

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Klappentext:
Geister, Ghoule, Grabgeflüster: Die Agenten von LOCKWOOD & CO. sind allem gewachsen
LONDON, ENGLAND: In den Straßen geht des Nachts das Grauen um. Unerklärliche Todesfälle ereignen sich, Menschen verschwinden und um die Ecken wabern Schatten, die sich nur zu oft in tödliche von Geisterwesen ausgesandte Plasmanebel verwandeln. Denn seit Jahrzehnten wird Großbritannien von einer wahren Epidemie an Geistererscheinungen heimgesucht. Überall im Land haben sich Agenturen gebildet, die in den heimgesuchten Häusern Austreibungen vornehmen. Hochgefährliche Unternehmungen bei denen sie, obwohl mit Bannkreisketten, Degen und Leuchtbomben ausgerüstet, nicht selten ihr Leben riskieren.
So auch die drei Agenten von LOCKWOOD & CO. Dem jungen Team um den charismatischen Anthony Lockwood ist allerdings bei einem Einsatz ein fatales Missgeschick passiert. Um die Klage abwenden und den Schadenersatz dafür aufbringen zu können, müssen die drei Agenten von LOCKWOOD & CO. einen hochgefährlichen und zutiefst dubiosen Auftrag annehmen. Dieser führt sie in eines der verrufensten Herrenhäuser des Landes und stellt sie auf eine Probe, bei der es um nichts weniger als Leben oder Tod geht …

Rezension:
Diese Geschichte spielt im London einer Parallelwelt, in der manches etwas anders als in unserer realen ist. Seit etwa 50 Jahren wird England vom massiven Auftreten von Geistern heimgesucht. Auch wenn die meisten Geister nicht aggressiv sind, ist die Berührung mit ihnen meist tödlich. Das Problem ist, dass Erwachsene die Geister nicht sehen oder hören und ihnen deshalb auch nicht ausweichen können. Nur Kinder und Jugendliche haben diese Fähigkeit, die jedoch beim Älterwerden verschwindet, auch diese jedoch in unterschiedlichem Ausmaß. Besonders begabte Kinder und Jugendliche arbeiten deshalb in Agenturen, die im Auftrag der Hauseigentümer die Geister bannen. Internet, Handy oder schnurlose Festnetz-Telefone scheint es in dieser Welt nicht zu geben. Recherchen finden immer auf altmodische Weise in Bibliotheken und Archiven statt. Aus Bemerkungen zu Architektur und Mode kann man jedoch entnehmen, dass die Geschichte trotzdem in unserer Zeit spielt.
Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Lucy erzählt. Als Lucy 8 Jahre alt war, wurde sie von ihrer Mutter zur Lehre in eine dieser Agenturen geschickt. Nach einem Zwischenfall, bei dem mehrere ihrer Mit-Agenten getötet werden, verlässt sie ihre Heimatstadt und geht nach London, wo sie bei Lockwood und Co. anfängt. Ihre Kollegen sind Lockwood selbst, der von allen nur mit seinem Nachnamen angesprochen wird, und George. Wie alt die 3 genau sind, wird im gesamten Buch nicht erwähnt. Da Lucy sich an einer Stelle jedoch an ein Vorkommnis erinnert, bei dem sie 12 war, dieses aber noch in ihrer Heimatstadt stattfand und sie jetzt schon seit etwa 6 Monaten bei Lockwood ist, muss sie mindestens 13 sein. Lockwood selbst schätzt sie bei ihrem Kennenlernen als etwa 1 Jahr älter als sich selbst ein. Auch diese Vermutung wird aber nie ausdrücklich bestätigt.
Der Autor erzählt das Ganze in Form einer klassischen Detektivgeschichte. Stilistisch erinnert mich das Buch stellenweise sehr an die klassischen Sherlock-Holmes-Erzählungen Arthur Conan Doyles. Ein kurzes Zitat ganz vom Anfang des Buches mag das verdeutlichen:
„Zu den ersten Fällen, an denen ich bei Lockwood & Co. mitgearbeitet habe, möchte ich hier nicht viel sagen. Einerseits, weil die Opfer anonym bleiben sollen, andererseits, weil die Einzelheiten allzu grausig sind, aber vor allem, weil wir es tatsächlich fertiggebracht haben, diese Aufträge allesamt gründlich zu vermasseln.“
Jedem, der Doyles Erzählungen kennt, wird eine derartige Einleitung vertraut vorkommen, fangen Dr. Watsons Berichte seiner Abenteuer mit Holmes doch oft ähnlich an. Auch die Gespräche mit neuen Klienten erinnern oft an die bei Sherlock Holmes. Diese stilistischen Anlehnungen halte ich für viel zu auffallend, als dass sie Zufall seien könnten. Sie dürften Strouds voller Absicht entsprungen sein.
Sehr positiv fiel mir beim Lesen auf, dass der Autor nach einer sehr kurzen Einleitung gleich zur Sache, sprich: einer Geisteraustreibung kommt. Erklärungen und Vorgeschichten werden erst später nachgeliefert. Wie viele Bücher kennen wir alle, in denen sich der Leser erst durch eine etwas ermüdende Vorgeschichte ‚kämpfen‘ muss, bevor das eigentlich interessante Abenteuer beginnt?
Auch diese Geisteraustreibung setzen Lockwood und Lucy jedoch an die Wand, indem sie das Haus fast vollständig abfackeln. Vorher können sie allerdings noch feststellen, dass es sich um den Geist einer vor etwa 50 Jahren ermordeten jungen Frau handelt. Und der Mörder ist noch sehr lebendig … Und da unsere Helden zu viel wissen oder zumindest ahnen, ist er bald auch hinter ihnen her. Da Band 2 der „Lockwood & Co.“-Reihe aber schon erschienen und Band 3 bereits angekündigt ist, decke ich wohl kein allzu großen Geheimnis auf, wenn ich verrate, dass Lucy und ihre Kollegen natürlich überleben. Viel spannender sind ohnehin ihre Abenteuer mit den Untoten.
Wohl hauptsächlich wegen des Alters der Hauptfiguren wird das Buch vom Verlag als Kinderbuch vermarktet, was es meiner Meinung nach aber genau so wenig wie beispielsweise „Harry Potter“ ist. Allgemein habe ich den Eindruck, dass Bücher mit jugendlichen Hauptfiguren oft pauschal und ohne genaue Kenntnis des Inhalts als für Leser im Alters der Hauptfiguren zu empfehlen eingestuft werden, was – meiner Meinung nach – jedoch durchaus nicht immer zutrifft.
Die eigentliche Geschichte erstreckt sich über 402 Seiten. Dazu kommt ein 15-seitiger Glossar, in dem das Fachvokabular der Agenten erläutert wird. Denn wer will schon einen Schleicher mit einem Streuner verwechseln?

Fazit:
„Lockwood & Co. – Die seufzende Wendeltreppe“ erhält meine uneingeschränkte Empfehlung. Allen, denen beispielsweise die „Harry Potter“-Reihe gefällt, kann ich nur raten, auch mal einen Blick in „Lockwood & Co.“ zu riskieren. Erstmals seit „Harry Potter“ habe ich hier wieder das Bedürfnis, so schnell wie nur möglich den nächsten Band in die Finger und vor die Augen bekommen zu wollen.

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Sherlock Holmes and the Baker Street Dozen

Val Andrews
Sherlock Holmes and the Baker Street Dozen

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Holmes light

Klappentext:
Join one of the world’s greatest detectives and his assistant as they help to solve the unsolvable with Lestrade and his team at the metropolitan police.
Follow Holmes and Watson as they traverse the streets of London and take on cases from the most unlikely of clients in these thirteen short mysteries.
In Val Andrews’ Sherlock Holmes and the Baker Street Dozen you will find marvellous tales of intrigue and mystery….

The Lobster Quadrille
Colonel Archibald Fanshawe, from Watson’s Afghanistan days, bumps into his old comrade and proceeds to invite Watson and Holmes for dinner with him and his wife. As the dinner is in full swing and the main course gets underway it is apparent to Holmes that something is afoot after Fanshawe falls gravely ill at dinner…

The Gantry Point Wreckers
Take a trip away from Baker Street whilst Holmes recuperates on doctor’s orders and has some well-earned rest in the North Devon town of Bideford. Not too long after arriving in the town Holmes’ rested mind begins to work overtime as he soon begins unravelling the mystery of sinking ships in the next town along.

Sherlock Holmes and the Gypsy Switch
Mrs Joan Moran’s trip out to Streatham to ogle at Middle Eastern oddities culminates in a new case for Holmes and Watson. They must discover how her husband, who has been dead for some time, is able to gift her with gold coins from beyond the grave in this chilling tale.

The Kinema Mystery
In an unusual case Holmes must save the owner of several kinemas from a thief who is able to walk through walls and disappear without a trace. Leaving in their wake a series of robberies targeting the kinema owner and stealing valuable objects, Holmes must use all his nous to solve this case.

The Baker Street Conjurer
George Dean, proprietor and owner of the tavern ‘Cold Cut and Tankard’ requires the help of Holmes and Watson to ascertain how a conjurer who entertains his paying guests may or may not be magically stealing his earnings from right under his nose.

Plus many more stories.

Sherlock Holmes and the Baker Street Dozen is a new collection from Val Andrews that is packed full of vibrant tales of London’s finest detective.

Val Andrews (15 February 1926 – 12 December 2006) was a music hall artist, ventriloquist and writer. Andrews was a prolific writer on magic, having published over 1000 books and booklets from 1952. He also authored Sherlock Holmes pastiches and Houdini’s novels.

Rezension:
Da die Urheberrechte Arthur Conan Doyles bekanntlich schon seit einer ganzen Reihe von Jahren abgelaufen sind, findet sich mittlerweile eine größere Anzahl ‚neuer‘ Sherlock-Holmes-Abenteuer anderer Schriftsteller auf dem Markt. (Wobei in dieser Betrachtung die Geschichten, die Holmes’ Abenteuer in die heutige Zeit verlegen oder in anderer Weise bewusst stark von der Vorlage abweichen, ausgeklammert bleiben sollen.) Wie die meisten Autoren derartiger Werke versucht auch Val Andrews in der vorliegenden Kurzgeschichtensammlung den Stil des Originals zu treffen. Was ihm – wenn man den Sprachstil betrachtet – weitgehend gelingt.
Nicht ganz so gut treffen die in seinen Geschichten beschriebenen Fälle das originale Holmes-Feeling. Während Sherlock Holmes und sein nicht wegzudenkender Helfer Watson bei Arthur Conan Doyle fast ausschließlich Klienten aus der Ober- oder zumindest der gehobenen Mittelschicht zu helfen haben und die niedrigeren Bevölkerungsschichten höchstens als Zeugen aus der Dienerschaft vorkommen, spielen sich viele der hier abgehandelten Fälle eher im Milieu der einfachen Leute ab. Auch was die Raffinesse der zu untersuchenden Taten angeht, reichen die hier dargestellten Fälle meist nicht an das Original heran. Dass beispielsweise ein Trickbetrüger einen unauffälligen Helfer hat, ist nun wirklich keine überraschende Wendung. In einem anderen der Fälle hat Watson ‚zufällig‘ keine Zeit, persönlich dabei zu sein, und bekommt die (auch hier nicht sonderlich überraschende) Auflösung nur von Holmes erzählt.
Fans des Detektivgespanns aus dem viktorianischen England bieten diese Kurzgeschichten eine leichte Zwischendurch-Unterhaltung, ohne die eigenen grauen Zellen zu sehr anstrengen zu müssen – englische Sprachkenntnisse selbstverständlich vorausgesetzt. Zu hohe Erwartungen sollte der Leser allerdings nicht stellen.

Fazit:
Diese ‚Neo-Holmes‘-Abenteuer eignen sich als leichte Bettlektüre für Fans des wahrscheinlich berühmtesten Detektivs der Literaturgeschichte.

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