Schwert & Meister (Gesamtausgabe)

Florian Clever
Schwert & Meister (Gesamtausgabe)

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Das Schwert aus Niyn

Klappentext:
Ein finsterer Gott kehrt aus der Verbannung zurück. Noch ahnt der junge Glen nichts davon. Er besitzt die seltene Gabe, Niyn aufzuspüren, ein magisches Erz. Waffen aus Niyn haben mächtige Zauberkräfte. Als ein grausamer Fürst das Niyn begehrt, gerät Glen in Bedrängnis. Ein gefährliches Abenteuer beginnt, nur das Zaubererz steht Glen zur Seite. Bis das Schicksal ihn mit sechs Gefährten zusammenbringt. Gemeinsam wagen sie das Unmögliche: die Herrschaft des dunklen Gottes für immer zu brechen.

Rezension:
Woitilar ist ein geachteter Schmied. Als ein Fürst jedoch in Erfahrung bringt, dass er wahrscheinlich der letzte ist, der das sehr seltene Niyn finden und bearbeiten kann, nimmt das Unheil seinen Lauf. Mit diesem aufwändigen Auftrag kann er einen anderen eines Reitervolkes nicht annehmen – und macht sich dieses damit zum Feind. Die Angelegenheit eskaliert, als gerade sein Auftraggeber auch noch die Prinzessin des Reitervolkes entführt. Es kommt zu einem Kampf, in dem das ganze Dorf zerstört wird. Woitilars Sohn Glen steht plötzlich alleine einer feindlichen Welt gegenüber. Dass der von den 5 anderen Göttern verstoßene Gott Askeleon hinter allem Übel steckt, kann er da noch nicht ahnen.
Florian Clevers High-Fantasy-Abenteuer kann man vom Umfang her schon als Wälzer bezeichnen. Das liegt natürlich auch darin begründet, dass die Geschichte ursprünglich in 6 Bänden veröffentlicht wurde. Da die kurze Inhaltsbeschreibung eigentlich nur Teil 1 abdeckt, könnte sie zu dem Irrtum veranlassen, der Schmied Woitilar wäre der Protagonist des Abenteuers. Das ist jedoch sein Sohn Glen, während der Vater in den Teilen 2 bis 6 keine erwähnenswerte Rolle mehr spielt. Eine Besonderheit dieser Geschichte liegt zweifellos in den teilweise erheblichen Zeitabständen, die zwischen den einzelnen Teilen liegen. Ist der Protagonist in Teil 1 mit 14 Jahren noch ein Junge, ist er in Teil 2 schon 19. Auch wenn die folgenden Zeitsprünge nicht ganz so groß ausfallen, sind sie doch manchmal etwas verwirrend.
Jeder Teil ist einem der 6 Götter gewidmet. Im Gegensatz zu Teil 6, dessen Handlung sich auf den abtrünnigen Gott Askeleon konzentriert, ist diese Zuordnung bei den anderen Teilen jedoch eher lose. Die geplante Rache des Protagonisten an Askeleon, der mit seinem Wirken sein Leben und das seiner Angehörigen zerstört hat, ist das zentrale Element der gesamten Geschichte. Trotzdem fällt es oft schwer, die Entscheidungen Glens zu verstehen, noch schwerer, sie zu akzeptieren. Genau hier liegt auch mein Problem mit diesem vom sprachlichen Standpunkt her sehr gut geschriebenen Buch: Der Protagonist ist mir eigentlich nur am Anfang sympathisch, und diese Sympathie wird zunehmend schwächer. Viel seiner Handlungen sind kaum nachzuvollziehen.
Der Autor erzählt Glens Geschichte aus der Sicht eines auktorialen Beobachters. Sprachlich kann man den Stil nur als sehr gut gelungen beschreiben. Trotzdem hielt mich die zunehmende Antipathie mit dem Protagonisten auf Abstand, was dann auch zu meiner etwas verhaltenen Beurteilung dieses Buches führt.

Fazit:
Der Mangel an diesem sehr gut geschriebenen Buch sind der unsympathische Protagonist und dessen fragwürdige Entscheidungen.

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