Neuer Lesestoff: „Der Herr der Ringe: illustriert“

„Der Herr der Ringe“ als Prachtausgabe

Ich muss zugeben, dass ich „Der Herr der Ringe“ bisher weitgehend ignoriert habe. Bei der Prachtausgabe würde ich aber fast Lust bekommen, das zu ändern. Wenn beim Preis nur nicht so eine schrecklich hohe Zahl stehen würde …

Hardcover / Prachtausgabe

Für Krimi-Nostalgiker: Die Schimanski-Komplettbox

Tatort – Schimanski Ermittlerbox

Wer erinnert sich noch an die Schimanski-Tatorte? Die Jüngeren sicher nicht, denn die liefen zwischen 1981 und 1991 im Fernsehen. Für mich war Schimanski der einzige Tatort-Kommissar, den ich mir regelmäßig ansah. Alle anderen Tatorte konnten mich nie wirklich begeistern. Nachdem der Schimanski-Darsteller Götz George in diesem Jahr verstarb, kommt jetzt eine Komplettbox auf den Markt, die alle 27 Schimanski-Tatorte auf 14 DVDs enthält. Alle? Laut Wikipedia wären das eigentlich 29. Eine Liste der enthaltenen Folgen konnte ich leider nirgends finden, vermutlich dürften es aber die beiden zuerst als Kinofilme veröffentlichten Folgen sein, die hier fehlen. Warum nur?

Ganz billig ist das Set – das es wahlweise auch incl. Schimanski-Jacke gibt – natürlich nicht. Wenn man bedenkt, dass es 27 Folgen in Spielfilmlänge enthält, relativiert sich der Preis aber. Da werde ich wohl doch zuschlagen müssen.

14-DVD-Set
14-DVD-Set incl. Jacke in Größe L
14-DVD-Set incl. Jacke in Größe XL

Ein Ort namens Taiga

Bettina Klusemann
Ein Ort namens Taiga

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

In Shorts durch Sibirien

Klappentext:
Eine Geschichte über eine Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn, die für erhebliche Verwirrung sorgt: Zwei Studenten, die sich bei einem Zwischenhalt den historischen Bahnhof von Taiga ansehen, verpassen die Weiterfahrt. Das im Abteil herrenlos zurückgebliebene Gepäck beginnt eine abenteuerliche Reise.

Rezension:
Deutsche Studenten durchqueren auf der Transsib Sibirien. Als sie sich bei einem Halt den Bahnhof ansehen, verpassen sie die Weiterfahrt des Zuges. So stehen sie völlig unzureichend bekleidet mitten in Sibirien. Mit dem nächsten Zug reisen sie ihrem Gepäck hinterher und werden dabei von freundlichen Russen zumindest reichlich mit Wodka versorgt. Ob sie ihre Taschen und Koffer wohl wiederfinden?
Unter der Bezeichnung „Booksnacks“ bietet der Anbieter (wirklich kurze) Kurzgeschichten diverser Genres als jeweils eigenständige eBooks an. Dieses humorvolle Reiseabenteuer bietet einen (nicht ganz Cliché-freien) Einblick in die russische Volksseele. Trotz ihrer Kürze hat die Geschichte eine überraschende Pointe.

Fazit:
Ein unterhaltsamer Lese-Snack für die kurze Pause zwischendurch.

eBook

With Love, Mary Sue – Das Phänomen Fanfiction

Stefanie Zurek, Bettina Petrik
With Love, Mary Sue – Das Phänomen Fanfiction

St,rSt,rSt,rSt,bSt,b

Die Kultur der FanFiction

Klappentext:
Es gibt eine Welt, da lebt Professor Snape glücklich verheiratet mit Lily Potter, Thorin Eichenschild ist nie gestorben, und Anakin Skywalker hat sich nie auf die böse Seite der Macht geschlagen. Eine Welt, wo Sherlock Holmes zusammen mit einem geheimnisvollen Timelord merkwürdige Fälle untersucht, Dean Winchester mit der Crew der Serenity fliegt und Loki und Thor mehr als nur Brüder sind.
Fanfiction, argumentieren manche, gab es schon immer. Schließlich bedienten sich nicht wenige große Autoren an populären Stoffen und verpassten ihnen ein neues Gewand. Andere hingegen sehen Fanfiction kritisch und werfen den Autoren vor, die Ideen anderer zu verfremden.
Und es soll vorkommen, dass das Schreiben von Fanfiction zum Durchbruch verhilft, wie u.a. „Shades of Grey“ zuletzt bewies.
Aber was ist Fanfiction wirklich? Aus welchem Bedürfnis entsteht sie, und wie weit zurück geht das Phänomen? Welche Genres gibt es, und was sollte man als Fanfiction-Neuling auf jeden Fall wissen, bevor man sich in die zahllosen Archive stürzt?
Bettina Petrik und Stefanie Zurek nehmen Sie mit auf eine turbulente, augenöffnende, manchmal aufwühlende, aber immer emotionale Reise durch die großartige Welt der Fanfiction.
Sie werden Ihren Augen nicht trauen.

Rezension:
Jeder, der schon einmal eine FanFiction gelesen oder vielleicht sogar selbst verfasst hat, ist den Besonderheiten dieses Literaturzweigs – wenn man es so nennen kann – begegnet. Aber nur Wenigen ist wohl die enorme Bandbreite sowohl in inhaltlicher Hinsicht als auch in den Hintergründen bewusst. Für jeden, der an (mindestens) einem der großen Fandoms interessiert ist, dürfte es demzufolge interessant sein, mehr über dieses Phänomen zu erfahren. Deshalb kann man durchaus davon ausgehen, dass der vorliegende Versuch der beiden (selbst FanFiction-erfahrenen) Autorinnen, die FanFiction-Szene allumfassend zu beleuchten, eine Marktlücke trifft.
Leider ist das Ergebnis nicht ganz so gelungen, wie man es bei diesem Thema erhoffen könnte. Während die durchaus interessante Betrachtung der geschichtlichen Entwicklung eher (zu) kurz gehalten wird, kehrt der Text alle paar Seiten zur rechtlichen Frage zurück – um immer aufs neue zum Ergebnis zu kommen, dass diese nicht wirklich geklärt ist. Verschiedene FanFiction-Archive im Internet werden sehr ausführlich vorgestellt, was teilweise so sehr ins Detail geht, dass die Menüstruktur des Archivs Punkt für Punkt abgehandelt wird. Ob das dem Leser wirklich hilft, „das Phänomen Fanfiction“ zu verstehen, sei dahingestellt. Ergänzt wird das alles durch Meinungen verschiedener Prominenter – naheliegenderweise überwiegend Autoren – zum Thema und zahlreiche Kommentare FanFiction-Begeisterter.
Eine stärkere Konzentration auf die Entwicklung der FanFiction-Kultur hätte diesem Buch zweifellos gutgetan.

Fazit:
Ein interessanter Einblick in die Weitläufigkeit der FanFiction-Kultur, der leider oft zu Randthemen abschweift.

Taschenbuch
eBook

Die Tagdiebin

Monika Detering
Die Tagdiebin

St,rSt,rSt,rSt,bSt,b

Abtauchen in eine Welt aus Gerüchen

Klappentext:
Ein Kurzgeschichte über Sehnsucht und Wünsche
Sofia hat nur einen Wunsch: Sich einen Tag zu stehlen, einen Tag der Vollkommenheit, Die Suche nach Gerüchen und Düften, so lange, bis die Stimmung des Tages und die Düfte verblassen.
Über booksnacks
Kennst du das auch? Die Straßenbahn kommt mal wieder nicht, du stehst gerade an oder sitzt im Wartezimmer und langweilst dich? Wie toll wäre es, da etwas Kurzweiliges lesen zu können. booksnacks liefert dir die Lösung: Knackige Kurzgeschichten für unterwegs und zuhause!

Rezension:
Sofia schwärmt für die Gerüche der Welt. Doch leider ist es gar nicht einfach, einen perfekten Tag ohne störende schlechte Gerüche zu erleben.
Das soll die gesamte Inhaltsbeschreibung eines ganzen Buches sein? Ja, denn bei einer Kurzgeschichte, deren eigentlicher Text im Reader (je nach Modell) nur etwa 4 Seiten lang ist, kann man nicht mehr schreiben, ohne gleich alles zu verraten. Titel, Impressum, Kurzbiographie der Autorin und dergleichen füllen mehr Seiten als die Geschichte selbst. Der Herausgeber „booksnacks“ hat es sich offenbar zur Aufgabe gemacht, Kurzgeschichten für die Langeweile zwischendurch zu veröffentlichen. Daran gibt es natürlich prinzipiell nichts auszusetzen. Der Preis von (derzeit) 1,49 € für eine so kurze Geschichte erscheint allerdings doch reichlich hoch.
Sofias Geschichte beginnt sehr poetisch mit der Beschreibung der Düfte des Morgens. Im weiteren Verlauf der Handlung wird ihre Suche nach dem perfekten (Duft-)Tag dann eher skurril. Im Gegensatz zum Untertitel „Urban Fantasy, Kurzgeschichte“ sind jedoch kein Fantasy-Elemente erkennbar.

Fazit:
„Die Tagdiebin“ ist eine schnelle Zwischendurch-Lektüre für unterwegs. Allerdings ist die Geschichte zum derzeitigen Preis total überteuert.

eBook

Neuer Lesestoff: „Harry Potter and the Cursed Child“

„Harry Potter and the Cursed Child“ kommt

Für Harry-Potter-Fans wie mich naht einer der Höhepunkte des Jahres. Nachdem vor wenigen Wochen das Theaterstück „Harry Potter and the Cursed Child“ in London Premiere hatte, folgt am 31.07.2016 das dazugehörige Buch – zumindest in der englischen Originalausgabe. Wer es auf Deutsch lesen will, muss noch ein paar Wochen länger bis zum 24.09.2016 warten. Da ich soviel Geduld nicht habe, werde ich mir natürlich das Original besorgen. … und dann natürlich auch hier rezensieren.

gebundenes Buch im Original
eBook im Original
deutsches gebundenes Buch
deutsches eBook

Sveta und der Junge aus dem Wald

Ramona Mädel & Axel Saalbach
Sveta und der Junge aus dem Wald

St,rSt,rSt,rSt,bSt,b

In einer eigenartigen Zukunft

Klappentext:
Die sechzehnjährige Sveta lebt mit ihren Eltern in Berlin. Nachdem ihr boshafter Vater bei seinen Dienstherren in Ungnade fällt, wird er zum Vorsteher eines kleinen Örtchens in der abgelegenen Provinz degradiert und muss die Stadt verlassen. Noch am gleichen Abend kommt es zum Zerwürfnis zwischen Svetas Eltern, woraufhin ihr Vater sofort aufbricht und Sveta gegen ihren Willen mitnimmt. Ohne zu wissen, wohin ihre Tochter verschleppt wird, bleibt die Mutter zurück. In ihrer neuen Heimat »Dunkeltann« wird Svetas Leben von Tag zu Tag trister, bis es eines Morgens zu einer Begegnung kommt, die ihr Leben verändern wird …

Rezension:
Man schreibt das Jahr 2193. In Berlin, der Hauptstadt des Deutschen Oblast von Russisch-Europa, diente Sergej Maximow lang Jahre in der Garde. Doch gerade jetzt, als seinen Dienstherren die Transporthoheit zuerkannt wird und sich damit auch für ihn die Chance auf eine Beförderung böte, fällt er wegen seiner Brutalität und seines Jähzorns in Ungnade und wird als Ortsvorsteher ins hinterwäldlerische Dunkeltann, einem Vorort von Rudatgard versetzt. Als auch noch ein Streit mit seiner Frau eskaliert, lässt er diese einfach zurück und nimmt nur seinen Sohn Jan und – gegen ihren Willen – seine Tochter Svetlana, genannt Sveta, mit in seine neue Heimat. Während er in seinem Sohn seinen Nachfolger sieht, behandelt er seine Tochter nur als unbezahlte Haushaltshilfe. Schließlich muss man für die Erlaubnis ein Kind zu bekommen, eine hohe Abgabe an den Zaren entrichten, und diese hatte er damals nur gezahlt, weil er auf einen weiteren Sohn gehofft hatte. Zusammen mit seinem Sohn und den beiden ihm unterstellten Gardisten behandelt der neue Ortsvorsteher die extrem ärmlich lebenden Einwohner Dunkeltanns wie Abschaum. Um sich bei seinen Dienstherren wieder beliebt zu machen, versucht er, brutal alles nur Mögliche aus dem Dorf herauszupressen. Doch dann begegnet Sveta einer Gruppe illegaler – dass heißt ohne die Abgabe zu entrichten gezeugter – Kinder und Jugendlicher. Die Lage eskaliert …
Das Jahr 2193, Deutscher Oblast von Russisch-Europa, Abgaben an den Zaren; alleine diese Angaben dürften beim Leser dieser Rezension wohl schon für verwirrte Gesichter sorgen. Wie man im Laufe des Romans merkt, handelt diese Geschichte nicht in einer anderen Realität, sondern in unserer Zukunft. Rudatgard ist das ehemalige (bzw. jetzige) Weimar. Etwa 100 Jahre vor der Zeit der Handlung hat die Armee des russischen Zaren fast ganz Europa überrannt. So weit – so gut. Oder eher schlecht. Wo am Ende des 21. Jahrhunderts ein Zar herkommt, erwähnt das Buch leider nicht. Auch sonst erscheinen viele Details nicht gerade schlüssig. Zur Fortbewegung dienen Gleiter, die anscheinend nur von Reichen oder in offiziellen Diensten Stehenden benutzt werden, und die einerseits eine gewisse Ähnlichkeit mit Autos zu haben scheinen, ansonsten aber nicht näher erklärt werden. Abgesehen von diesen Gleitern scheint die Technik jedoch komplett auf den Stand des 19. Jahrhunderts zurückgefallen zu sein. Zur Kommunikation diesen ausschließlich (mit Federn geschriebene) Briefe. Telefon, Funk oder andere moderne Kommunikationsformen scheinen nicht nur nicht existent, sondern sogar völlig in Vergessenheit geraden zu sein. Ein auch nur halbwegs schlüssiges Bild ergibt das nicht.
Das Buch liest sich gut und weiß den Leser durchaus zu fesseln. Dass sich Sveta natürlich in den ‚Jungen aus dem Wald‘, einen der Illegalen, verliebt, ist genretypisch und deshalb wohl kaum der Erwähnung wert. In diesem Punkt muss allerdings wohlwollend erwähnt werden, dass diese Liebesgeschichte eine Nebenhandlung bleibt und sich nicht in den Vordergrund drängt.
Worum handelt es sich nun bei „Sveta und der Junge aus dem Wald“? Diese Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten. Obwohl die Handlung in der Zukunft angesiedelt ist, kann man es bei den darin herrschenden, beinahe technikfreien Verhältnissen wohl kaum als SciFi bezeichnen. Dystopie passt da schon deutlich besser, wenn auch nicht wirklich perfekt. Am ehesten vielleicht dystropisch-utopischer Abenteuerroman?

Fazit:
Eine Abenteuergeschichte in einer dunklen Zukunft, die bei Lesern, die gerne mal etwas abseits des Üblichen unterwegs sind, Gefallen finden könnte.

Taschenbuch
eBook