Tony Ballard #81: Die Falle des Zyklopen

A. F. Morland
Tony Ballard #81: Die Falle des Zyklopen

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Gefahr aus dem Moor

Klappentext:
Tony Ballard ist der Dämonenhasser. Er kämpft gegen die Mächte der Finsternis und begegnet dem Unfassbaren. Vampire, Dämonen, Werwölfe und andere Kreaturen der Schattenwelt sind seine unbarmherzigen Gegner.
Erfolgsautor A. F. Morland schuf diese einzigartige Horror-Serie, die jetzt endlich auch im E-Book vorliegt.

Rezension:
Vor langer Zeit lebte in einem abgelegenen englischen Moor ein Zyklop und brachte Unglück über das nahegelegene Dorf. Doch irgendwann verschwand er. Heute halten die meisten Einwohner die Geschichten nur noch für Märchen. Eine kleine Gruppe bekennt sich jedoch zum Dunkel und betet nachts im Moor den Teufel an. Eines Nachts erhört er sie – und erschafft einen neuen Zyklopen, dem seine Anbeter in Zukunft dienen dürfen. Seine Nahrung sind Menschen, und er stattet seine Diener mit der Fähigkeit aus, körperlos zu töten. Zum Glück verschlägt es den Dämonenjäger Tony Ballerd gerade jetzt in dieses Dorf.
Tony Ballards Abenteuer erschienen ursprünglich als Heftromanreihe, jetzt werden sie in eBook-Form recycelt. Das Niveau (zumindest dieses Bandes) entspricht jedoch dem ‚Groschenheft‘-Image, das man dieser Art von Veröffentlichungen – wie sich hier zeigt – nicht zu unrecht nachsagt. Der Autor Friedrich Tenkrat, der hier unter dem Pseudonym A. F. Morland veröffentlicht, entwirft eine 08/15-Geschichte mit Protagonisten ohne jeglichen Hintergrund. Der Held, der einen Großteil der Geschichte in der Ich-Form erzählt, ist fehler- und makellos. Natürlich kann er jeden noch so starken Gegner besiegen. Das einzig Positive, das man über diese Story berichten kann, ist eigentlich, dass der Autor nicht dem Stereotyp erliegt, die böse Jungfrau (falls sie das noch ist) am Ende zu retten und als Opfer zu präsentieren. Sie bleibt die menschliche Haupt-Böse.
Obwohl die „Tony Ballard“-Serie noch gar nicht so besonders alt ist (Start der Heftroman-Reihe 1982), wirkt sie von den Charakteren und der Handlung her eher, als würde sie den 50er Jahren entstammen.

Fazit:
Im Bereich der Dämonen-Geschichten gibt es erheblich besseren Stoff als diesen lustlosen Heldenepos nach Schema F.

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Die Augen des Iriden

Maja Loewe
Die Augen des Iriden

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Das Geheimnis der Augen

Klappentext:
Tief unten in den Kellern des Otto-Suhr-Instituts der Freien Universität Berlin werden bei einem Experiment alle ethischen Grenzen gesprengt. Ein Psychologe, ein Neurowissenschaftler und ein Historiker nutzen das Wissen einer geheimen Bruderschaft, um Bilder in manipulative Waffen zu verwandeln.
Der sechzehnjährige Henry wird in eine hochexplosive Geschichte verwickelt, die eng mit dem Geheimbund der Iriden aus der Zeit der Französischen Revolution verknüpft zu sein scheint, mit dem sein Vater sich wissenschaftlich beschäftigt hat. Und auch, dass Henry ein blaues und ein braunes Auge hat, scheint eine tiefere Bedeutung zu besitzen. In plötzlichen Tagträumen beginnt er in Bilder einzutauchen und ihre innersten Mechanismen zu erkennen. Gemeinsam mit seiner Chat-Freundin Valeska macht er sich auf die Suche nach der Wahrheit und kommt einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur, dass die Menschheit für immer verändern könnte.
Ein tiefsinniger Jugendroman in einer Action-geladenen Kulisse von Geheimbund und Verschwörungstheorien, dessen Abenteuer an mehr Orte führen, als diese Welt zu bieten hat.

Rezension:
Seit dem Verschwinden seines Vaters vor 10 Jahren wird der mittlerweile 16-jährige Henry von Irides von Hauslehrern unterrichtet. Außer zu diesen und seiner Mutter, die seit dem Verschwinden ihres Mannes seelisch angeschlagen ist, hat er kaum Kontakt zu Menschen. Die regelmäßigen Chats mit Valeska, die ein Internat besucht, weil ihr alleinerziehender Vater kaum Zeit für sie hat, sind seine einzige Abwechslung. Doch dann passiert alles gleichzeitig: Eine Vertretungslehrerin zeigt Henry ein Gemälde, das eine eigenartige Wirkung auf ihn hat, Valeska wird nach dem Tod eines Mitschülers verdächtigt, diesen zum Selbstmord getrieben zu haben, und dann scheint das alles auch noch im Zusammenhang mit den Forschungen seines Vaters und den Gemälden seiner Mutter zu stehen. Schnell sind Henry und Valeska auf der Flucht, verfolgt von Polizei und Unbekannten.
Ich hatte zuvor noch nie gehört, dass die Entstehung von Romanen durch Crowdfunding ermöglicht wird, aber bei diesem war genau das der Fall. Um es vorweg zu nehmen: Es hat sich gelohnt. Herausgekommen ist ein fesselnder Fantasy-Thriller, bei dem die Zusammenhänge im Lauf der Handlung immer verzwickter werden. Immer wenn der Leser (oder auch einer der Protagonisten) denkt, er hätte es endlich verstanden, wird es noch viel komplizierter. Die wahre Quelle des Durcheinanders liegt in tiefer Vergangenheit begraben. Was Maja Loewe ihren Lesern bietet, ist ein gründlich durchdachtes Rätsel, das – nachdem man alle Fakten kennt – keine Logikschwächen offenbart. Zu Beginn erscheint das Buch als Thriller mit jugendlichen Hauptfiguren. Erst später offenbart sich dem Leser, dass das eigentliche Geheimnis im Bereich der Fantasy zu suchen ist, auch wenn die Story komplett ohne die üblichen Fantasywesen auskommt. „Die Augen des Iriden“ ist wirklich empfehlenswert!

Fazit:
Dieser tief in der Geschichte verankerte Fantasy-Thriller sorgt für Spannung bis zuletzt.

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Die Tochter des Uhrmachers

Kirsten Weiss
Die Tochter des Uhrmachers

(Übersetzung Gabriele Westphal)

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Das Geheimnis des Journals

Klappentext:
Mit Volldampf voraus.
Kalifornisches Territorium, 1848. Gold wurde entdeckt, und ein Dorf namens San Franzisco ist wie leergefegt, weil alle Männer dem Rausch verfallen den Ort verlassen haben. Dampfbetriebene Technologie steckt noch in den Kinderschuhen.
Die neunzehnjährige Engländerin Sensibility Grey hat ihre Kindheit und Jugend damit verbracht, im Labor ihres Vaters zu spielen und dabei die feine englische Lebensart verpasst. Aber als ihr Vater völlig verarmt stirbt, wird sie nach San Franzisco in die Obhut eines Onkels geschickt, den sie noch nie im Leben gesehen hat.
Das kalifornische Territorium hält so viele Gefahren bereit, dass selbst die unbezähmbare Miss Grey an ihre Grenzen stößt. Verfolgt von Regierungsagenten, einem Geheimbund und dem rätselhaften Mr. Night muss Sensibility die seltsamen Aufzeichnungen ihres Vaters entziffern, nicht ahnend, dass sie damit die Welt für immer verändern wird.
Zauber, Zorn und Zerstörung. DIE TOCHTER DES ERFINDERS ist ein Pre-Steampunk-Roman voller Spannung, der im kalifornischen wilden Westen zur Zeit des Goldrausches spielt.

Rezension:
Nach dem Tod ihres Vaters reist Sensibility zu ihrem ihr unbekannten Onkel nach California. Ohne Mutter ist sie nie als feine Dame erzogen worden, sondern hat viel von der Arbeit ihres Vaters als Uhrmacher und Erfinder gelernt. Doch als das Schiff in San Franzisko (diese Schreibweise wird im kompletten Buch verwendet) ankommt, ist die Stadt beinahe männerlos, denn in den Bergen wurde kürzlich Gold gefunden. Fast ausschließlich Frauen, Kinder und verlassene Schiffe gibt es hier noch. Von Sensiblilitys Onkel ist keine Spur zu finden. Dafür scheinen auffallend viele andere Leute zu wissen, wer sie ist, und sie schon zu erwarten. Alle diese machen ihr mehr oder weniger offen klar, dass sie die Aufzeichnungen ihres Vaters – eine der wenigen Dinge, die sie vor seinen Gläubigern Retten konnte – wollen. Schon bald weiß Sensibility nicht mehr, wem sie vertrauen kann, gehen die verschiedenen ‚Interessenten‘ doch nicht gerade auf die ‚vornehme englische Art‘ vor. Und ihr Onkel ist deren Geisel.
Worum handelt es sich bei „Die Tochter des Uhrmachers“? Am besten könnte man dieses Buch wohl als ein Steampunk-Western-Abenteuer mit Fantasy-Elementen bezeichnen, wobei Steampunk und Western abwechselnd in den Vordergrund treten, während die Fantasy eher eine Nebenrolle spielt. Gerade dieser Genre-Mix, der in keine Schublade so richtig hineinpasst, macht den Reiz dieses Buches aus. Wird die junge Frau in dem Land, das nicht mehr spanisch/mexikanisch, aber auch noch nicht so richtig US-amerikanisch ist, die richtigen Entscheidungen treffen? Wird sie den richtigen Leuten vertrauen? Und was steckt eigentlich wirklich hinter den Aufzeichnungen ihres Vaters? All diese Fragen garantieren viel Spannung. Zusammen mit dem gelungenen Handlungsaufbau und einem gut lesbaren Schreibstil entsteht so eine gelungene Story für alle Leser, die auch mal die Grenzen ihres Lieblingsgenres überschreiten können. Hinzugefügt sei, dass die Autorin viel Wert auf historische Genauigkeit (abgesehen natürlich von den Steampunk- und Fantasy-Elementen) legt und auf bewusste Abweichungen im Nachwort ausdrücklich hinweist.
Im englischen Original, wo der Titel „Steam and Sensibility“ lautet, gibt es bereits 2 weitere Teile um Sensibility Greys Abenteuer. Somit bleibt nur zu hoffen, dass diese demnächst auch auf Deutsch erscheinen.

Fazit:
Steampunk, Western, Adventure und Fantasy – und das alles im selben Buch. Wer eine solche Mixtur mag, sollte diesem Buch einen Blick gönnen.

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Wilde Jagd

Kathrin Brückmann
Wilde Jagd

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Ausflug ins Moor

Klappentext:
Der Fund einer Moorleiche rüttelt das beschauliche Füchtorf auf. Als Kai vorschlägt, sich den schaurigen Fund in der Halloween-Nacht anzusehen, kriegt Sara es mit der Angst zu tun. Aber als einziges Mädchen in der Clique muss sie sich beweisen. Kneifen gilt nicht!
Und so machen die fünf sich auf ins nebelverhangene Moor, nicht ahnend, was sie dort erwartet …

Rezension:
Sara lebt erst seit kurzem bei ihrer Tante in einem kleinen Dorf in Norddeutschland. Die einzigen Freunde, die sie bisher finden konnte, sind 4 Jungs. Als Wissenschaftler kurz vor Halloween eine Moorleiche finden, halten Saras Freunde es für einen gelungenen Halloween-Ausflug, nachts heimlich ins Moor zu schleichen, um den noch nicht abtransportierten Fund zu besichtigen. Um nicht als Memme dazustehen, bleibt Sara nichts übrig, als mitzugehen.
Kathrin Brückmanns Kurzgeschichte schafft es auf knappen Raum nicht nur, eine Halloween-typische Gruselstimmung aufzubauen, sondern auch, alle beteiligten Personen ausreichend vorzustellen, was bei anderen Kurzgeschichten leider oft zu kurz kommt. Dies führt dazu, dass man „Wilde Jagd“ als wirklich gelungenen Jugend-Horror bezeichnen kann. Auch wenn im Anhang darauf hingewiesen wird, dass diese Story eigentlich ‚nur‘ eine ausgekoppelte Nebenhandlung eines umfangreicheren Werkes ist, kann man sie ohne Einschränkungen für sich alleine lesen, ohne etwas zu vermissen.

Fazit:
Eine gelungene Horror-Kurzgeschichte, die man nicht nur am 31. Oktober genießen kann.

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Klaftertief: II Tempelhof

Marcus Schütz
Klaftertief: II Tempelhof

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Die verschwundene Jungfrau

Klappentext:
Ein BVG-Mitarbeiter entdeckt im U-Bahnschacht der U6 eine aufgebrochene Wand. Dahinter befindet sich ein blutüberströmter Altar. Onkel Max und St. Germain reisen ins Tokay des 18. Jahrhunderts zu ORMUS und kehren als junge Burschen zurück. Prof. Weise vom Bode-Museum macht die Entdeckung seines Lebens. Kommissar Schulz weitet seine Suche nach der verschwundenen Sophia bis nach Rennes-le-Chateau in den Pyrenäen aus. Doch wie immer kommt er zu spät…
Ein spannender Krimi und Abenteuerroman, der Mittelalter und 21. Jahrhundert verbindet.

Rezension:
Seit den Abenteuern in Polen sind Jahre vergangen. Sophia hat ihren 18. Geburtstag erreicht und macht sich zusammen mit ihrem Bruder Lukas und Marek sowie ihrem Onkel Max daran, das Abenteuer von damals abzuschließen. Tatsächlich finden sie mitten im dichtbebauten Tempelhof eine geheime Kammer. Während Marek und Lukas jedoch reich belohnt zurückkehren, sind Sophia und Onkel Max zunächst verschwunden. Sophias Mutter will eine Vermisstenanzeige aufgeben, doch Kommissar Schulz glaubt Lukas natürlich kein Wort – bis ein U-Bahn-Mitarbeiter zufällig auf die unterirdische Kapelle stößt. Kommissar Schulz vermutet einen Mord, doch sind Lukas und Marek Opfer oder Täter?
Nicht nur Sophia und ihre Freunde sind erwachsen geworden, sondern auch der Erzählstil der Geschichte. War Band 1 noch ein Jugend-Fantasy-Abenteuer, haben wir es in diesem 2. Band eher mit einem Fantasy-Krimi zu tun. Leider führt das dazu, dass beide Bände nicht wie aus einem Guss wirken. Der Anfang dieses Bandes mit Rückblicken auf die 16-jährige Sophia kommt noch etwas konfus daher, doch ab der Suche nach dem verschwundenen Mädchen wird die Geschichte deutlich flüssiger. Hier beginnt sie dann auch, richtig Spaß zu machen. Autor Marcus Schütz hätte wahrscheinlich gut daran getan, diesen Stil von Anfang an zu wählen. Auch wenn der Leser zunächst besser als die Verwandten und die Polizei über den Verbleib der Vermissten informiert ist, entsteht hier schnell Spannung. Wenn sich diese Steigerungskurve im zu erwartenden abschließenden Band 3 fortsetzt, könnte dieser sich wirklich lohnen.

Fazit:
Diese Urban-Fantasy-Reise durch halb Europa bietet ein im Verlauf steigendes Niveau und bietet der noch fehlenden Fortsetzung Potential.

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Saint Lupin’s Academy 1: Zutritt nur für echte Abenteurer!

Wade Albert White
Saint Lupin’s Academy 1: Zutritt nur für echte Abenteurer!

(Übersetzung Ulrike Köbele)

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Das Erbe aus der alten Welt

Klappentext:
In Drachenfeuerbällen durch die Gegend fliegen und sprechende Vögel als Navigationsgerät benutzen – das steht auf Annes Stundenplan, seit sie Schülerin an einer der berühmt-berüchtigten Abenteuerakademien ist. Eigentlich total cool … wenn da nicht plötzlich dieses klitzekleine Problem wäre: Zusammen mit ihrer besten Freundin Penelope, dem jungen Zauberer Hiro und dem magischen Handbuch für Abenteurer muss Anne eine tödliche Prophezeiung innerhalb von nur drei Tagen (!) lösen, das Schicksal der Akadamie, ja, sogar das der ganzen Welt hängt davon ab. Um ihr neu gewonnenes Zuhause nicht zu verlieren, müssen Anne und ihre Freunde Sandwölfe und Zombiehaie bezwingen, ohne zu ahnen, dass der schlimmste Gegenspieler noch auf sie wartet!

Rezension:
Anne lebt in einem Waisenhaus, in dem die Kinder misshandelt und ausgebeutet werden. Und das schon, so lange sie denken kann. Doch ihr 13. Geburtstag steht kurz bevor, und dann kann sie das Waisenhaus endlich verlassen. Wenn sie jedoch nicht an einer der Abenteuerakademien auf genommen werden, bleibt den dem Waisenhaus Entkommenen nur die Arbeit im Steinbruch. Anne und ihre beste Freundin Penelope haben auf ihre Bewerbungen jedoch nur Absagen erhalten. Trotzdem nehmen sie sich fest vor, den Schritt in ein abenteuerliches Leben zu schaffen. Schon bald können die beiden Mädchen und der gleichaltrige Hiro sich nicht über einen Mangel an Abenteuern beklagen.
Aus einem erniedrigenden Waisenhaus an eine magische Abenteuerakademie – welcher Fan jugendlicher Fantasy fühlt sich da nicht an Harry Potter erinnert? Der titelgebende Name der Akademie verstärkt diese Erwartung natürlich noch zusätzlich. Überraschenderweise halten sich die Parallelen jedoch sehr in Grenzen. Wo Harry Potter als Urban Fantasy mit einer deutlichen Verankerung in der realen Welt daherkommt, bieten Annes Abenteuer keinerlei Verbindung zu dieser. Dafür wird die Fantasy hier mit einem Schuss SciFi gewürzt. Auch wird die Ausnutzung der Waisen hier noch stärker überzeichnet, als es bei Harry der Fall ist. Ebenso überraschend ist es, dass der Autor bewusst Rollenspiel-Elemente in die Handlung einbaut, indem die Mitglieder des Abenteuerteams beispielsweise durch das Ziehen von Karten ihre Rolle im Team festlegen müssen.
Auch Wade Albert Whites Schreibstil lässt vermuten, dass der Autor eine ‚Hauptzielgruppe‘ etwas unterhalb de typischen Harry-Potter-Alters anpeilt. Trotzdem lässt sich das Buch auch für ältere Leser gut lesen, bergen die teilweise schon als skurril zu bezeichnenden Handlungselemente doch auch einiges an Humor.
„Saint Lupin’s Academy 1: Zutritt nur für echte Abenteurer!“ lautet der deutsche Titel. Saint Lupin’s Academy? Und Zutritt haben nur echte Abenteurer? Da muss sich der deutschsprachige Leser zunächst wundern. „Saint Lupin’s“ ist nämlich der Name des Waisenhauses, und wer dort ist, will eigentlich nur so schnell wie möglich weg. Auch wenn sich dieser Widerspruch im Laufe der Handlung teilweise auflöst, entsteht er doch nur aus der Tatsache, dass sich der deutsche Verlag (wie leider nur zu oft) einen komplett neuen Titel ausdenken ‚musste‘, statt den Originaltitel zu übersetzen. Der lautet nämlich „The Adventurer’s Guide to Succsessful Escapes“ (etwa: „Des Abenteurers Führer zum erfolgreichen Entkommen“), was der Handlung sehr viel näher kommt. Außer einem neuen Titel wurde für die deutsche Ausgabe (wie es leider schon fast üblich ist) auch ein komplett neues Cover entworfen, wobei man in diesem Fall allerdings eingestehen muss, dass dieses optisch besser als das Original wirkt.
Wie der (deutsche) Titel schon verrät, handelt es sich um einen Teil 1, womit natürlich klar ist, dass das Ende des Buches nicht das Ende der Geschichte ist. So verwundert es nicht, dass Anne das Rätsel um ihre Herkunft noch nicht lösen kann. Das bleibt einer Fortsetzung vorbehalten.

Fazit:
Fans jugendlicher Fantasy-Abenteuer, die auch an verrückten Einfällen Geschmack finden, werden von diesem Buch nicht enttäuscht werden.

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Klaftertief: I Marienburg

Marcus Schütz
Klaftertief: I Marienburg

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Baphomets Brunnen

Klappentext:
In den Ferien entdecken die Teenager Sophia, Lukas und Marek in Marienburg (Polen) ein geheimnisvolles Pergament. Ein gefährliches Abenteuer beginnt. Baphomet führt die Teens in ein unterirdisches Verlies. Die in der Geisterstunde gefangenen Tempelritter stellen Sophia vor eine große Aufgabe…
Ein spannender Krimi und Abenteuerroman, der Mittelalter und 21. Jahrhundert verbindet.

Rezension:
Die 12-jährigr Sophia und ihr 2 Jahre älterer Bruder aus Berlin verbringen zusammen mit ihren Eltern den Urlaub in Polen nahe der Marienburg, wo sie den polnischen Jungen Marek kennenlernen. Nachdem sie ein altes Pergament mit mystischen Hinweisen entziffert haben, steigen sie in einen alten Brunnen, in dem sie den Schatz der Tempelritter vermuten.
Die Erzählstruktur dieses Buches richtet sich offenbar vordergründig auf Leser in Sophias Alter, was man dem Autor natürlich nicht vorwerfen kann. Doch obwohl der Schreibstil flüssig lesbar daherkommt, wirkt die Geschichte irgendwie nicht ‚rund‘. Speziell bei den Fantasy-Elementen ist oft nicht erkennbar, was Tatsache und was Phantasie der Protagonisten ist. Auch wenn zu diesem Zeitpunkt schon klar ist, dass es eine Fortsetzung gibt, und sowohl den Beteiligten als auch dem Leser bekannt ist, dass das Abenteuer weitergeht, sobald Sophia 18 ist, kommt das Ende dann doch sehr abrupt. Wie diese Fortsetzung ohne große Änderungen der Erzählstruktur mit dann erwachsenen Protagonisten funktioniert, muss sich zeigen, denn die grundlegende Handlung um den Deutschen Orden und die Tempelritter ist trotz der genannten Schwächen durchaus interessant.

Fazit:
Dieses Abenteuer, dass die Zeit der Kreuzzüge mit dem Heute verknüpft, hat leider mit ein paar erzählerischen Schwächen zu kämpfen.

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Das Erbe der Macht – 5 – Silberregen

Andreas Suchanek
Das Erbe der Macht – 5 – Silberregen

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Unterwegs im falschen London

Klappentext:
Max ist nach langem Heilschlaf erwacht. Um das erlebte Grauen zu verarbeiten, wird er zum Psychologen des Castillos geschickt. Der hat eine ganz besondere Fähigkeit, die Max‘ Seele heilen soll. Doch will dieser überhaupt geheilt werden?
Unterdessen geht die Jagd nach den Sigilsplittern weiter. Alex und Jen bekommen es mit einer noch nie dagewesenen Herausforderung zu tun. Und natürlich sind auch ihre Feinde nicht weit.

Rezension:
Max ist wach. Endlich! Die körperlichen Schäden seiner Folter sind getilgt, doch wie sieht es mit den seelischen aus? Wird er über die genau so schnell hinwegkommen? Unterdessen suchen Jen, Alex und Clara nach dem nächsten Sigil-Splitter. Die Spur führt sie mitten in eine Dimensionsfalte, wo einiges merkwürdige Wege zu gehen scheint.
In dieser Folge der „Das Erbe der Macht“-Reihe nimmt Autor Andreas Suchanek das Tempo zunächst etwas zurück und konzentriert sich auf Max’ seelischen Zustand. Dieser Handlungsstrang nimmt in diesem 5. Band einen recht breiten Raum ein und erscheint verglichen mit dem bisherigen Verlauf der Reihe relativ untypisch. Doch auch die Splitter-Suche des aus Alex, Jen und Clara bestehenden (Teil-)Teams verläuft zunächst relativ ruhig. Allerdings machen sie dabei eine überraschende Entdeckung, und schon bald gibt es an diesem Schauplatz reichlich Action. Werden sie den Sigil-Splitter finden, oder wird ihnen die Schattenfrau auch hier wieder im Weg stehen? Am Ende strebt die Handlung einem (vorläufigen) Höhepunkt entgegen – und macht auch diesmal wieder Lust auf mehr.

Fazit:
Der 5. Band der Reihe verfügt über ungewohnt viele ruhige Abschnitte, treibt die Handlung zum Ende hin jedoch auf eine Entscheidung zu.

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Das Vampirgen

Lena Wagner
Das Vampirgen

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Romanze ohne Biss

Klappentext:
Alexis Sommers hält sich für ein ganz normales Mädchen, bis sie erfährt, dass es Vampire nicht nur in Romanen, sondern auch in der Wirklichkeit gibt. Als sie sich dann noch verliebt, ist ihr Gefühlschaos komplett. Unvorhersehbare Ereignisse führen Alexis immer mehr in eine mystische, unbekannte Welt, in der sie auf einmal selbst eine wichtige Rolle einnimmt. Plötzlich erkennt sie, dass auch in dieser Welt verschiedene Mächte gegeneinander antreten …

Rezension:
Alexis ist eine ganz normale Schülerin, die mit ihrer Mutter und ihrer kleinen Schwester in Florida lebt. Zum anstehenden Schulball würde sie am liebsten überhaupt nicht erst gehen, doch da dieser Pflicht ist, nimmt sie widerstrebend die Einladung des Mädchenschwarms der ganzen Schule an. Anscheinend ist sie das einzige Mädchen weit und breit, das nicht auf diesen Jungen steht. Doch dann stößt sie in der Stadt zufällig mit einem fremden Jungen zusammen, den sie sofort unwiderstehlich findet. Dieser sie anscheinend auch. Bald merkt sie jedoch, dass mit dem Jungen irgendwas nicht stimmt, und sehr schnell ist dieser auch bereit, ihr zu gestehen, was das ist: Er ist ein Vampir.
Auch wenn Titel und Klappentext dieses Buches auf eine Vampir-Fantasy hindeuten, beinhaltet es leider 90 % Romanze und nur 10 % Fantasy. Während der Anfang der Story noch authentisch wirkt, kann man das vom weiteren Verlauf der Liebesgeschichte leider nicht mehr sagen. Außer dass ihr neuer Freund ihr von seinem vampirischen Dasein berichtet, bekommt Alexis es nur auf wenigen Seiten mit der Welt der Unsterblichen zu tun. Dieser kurze Abschnitt ist leider beinahe alles, was den Fantasy-Fan an Lena Wagners Geschichte reizen kann.

Fazit:
Viel Romanze, wenig Vampirismus – dieser Geschichte fehlt leider in großen Teilen der Biss.

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Das Amulett des Trebeta

Marie Gräff
Das Amulett des Trebeta

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Allein unter Geistern

Klappentext:
Von einem Mädchen, das keine Lust hatte, tot zu sein.
Einer Wette mit Gott.
Und dem, was geschieht, wenn Gott dem Schicksal ein Schnippchen schlägt.
Die Eifel im Februar 1817: Dorftrottel Willy bekommt unerwarteten Besuch. Sie heißt Helene, ist tot – und sie hat einen Plan. Mit Willys Hilfe will sie in ihre Heimatstadt Trier zurückkehren, um dort eine Wette mit Gott zu gewinnen.
Für den jungen Willy beginnt das Abenteuer seines Lebens. Hin- und hergerissen zwischen aufdringlichen Geistern, finsteren Prophezeiungen und dem Versuch, die Wette zu gewinnen, muss er seine ganz eigenen Kämpfe bestehen. Und sich immer wieder einer Frage stellen: Hat er die Macht, das Schicksal zu verändern, oder ist alles bereits seit Urzeiten vorbestimmt?
Historische Phantastik mal ganz anders: Frech, unkonventionell, packend. Und mit einem originellen Erzähler: Gott selbst.

Rezension:
Ein verregnetes Jahr und ein strenger Winter führen zu einer Hungersnot in der Eifel des frühen 19. Jahrhunderts. Als der Bauernjunge Willy im Wald nach Eicheln sucht, damit er und seine Familie nicht verhungern, trifft er unerwartet auf den Geist eines Mädchens namens Helene. Dieser ist überzeugt, wieder ins Leben zurückkehren zu können, wenn er eine Wette mit Gott höchstpersönlich gewinnt. Da es aber nur sehr wenige Menschen mit der Gabe, Geister sehen und hören zu können, gibt, überredet Helene Willy, sie nach Trier zu begleiten, denn genau dort müssten sie gemeinsam das Schicksal ändern, um die Wette zu gewinnen. Nach anfänglichem zögern stimmt Willy zu, denn aus Trier kam auch das letzte Lebenszeichen seines vor Jahren verschwundenen Vaters.
Alles in allem erscheint dies als ein recht ungewöhnliches Setting für einen Fantasy-Roman. Um es aber gleich vorwegzunehmen: Es funktioniert. Willy und Helene, die zunächst nur eine Zweckpartnerschaft eingehen, respektieren sich im Laufe des gemeinsamen Abenteuers immer mehr. Natürlich läuft sowohl Helenes Versuch, das Schicksal zu verändern, als auch Willys Suche nach dem Grab seines Vaters völlig anders als erwartet. Auf den Leser wartet so manche überraschende Wendung, kommt doch auch noch ein alter Wächter, der ein gefährliches Geheimnis zu hüten hat, ins Spiel. Marie Gräffs Geschichte kann den Leser nicht zuletzt durch diese Überraschungen fesseln. Lediglich die eingestreuten Zwischenkapitel, in denen Gott persönlich die Geschehnisse ironisch kommentiert, tragen zur Handlung, die sich grob an einer alten Trierer Sage orientiert, nicht viel bei und unterbrechen diese eher unnötig.

Fazit:
„Das Amulett des Trebeta“ ist ein eher ungewöhnliches Fantasy-Abenteuer, das seinen eigenen Reiz abseits des Mainstreams besitzt.

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