Ein MORDs-Team – 17 – Spiel mit dem Feuer

Andreas Suchanek
Ein MORDs-Team – 17 – Spiel mit dem Feuer

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Der Countdown

Klappentext:
Wer ist der Graf?
Seit Monaten versuchen die Freunde, die Identität des mächtigen Unterweltbosses aufzudecken. Billy scheint eine wichtige Spur entdeckt zu haben. Doch plötzlich ist er verschwunden.
Zur gleichen Zeit geben die Kandidatinnen für das Bürgermeisteramt noch einmal alles. Die Wahl steht kurz bevor.

Rezension:
Mason, Olivia, Randy und Danielle – kurz gesagt das MORDs-Team – beschließen, nach Danielles Befreiung ein ruhiges Wochenende einzulegen. Das wird natürlich nichts, denn Billy, einer der 84er, wird vom Grafen entführt, der damit verhindern will, dass ersterer weiter nach seiner Identität forscht. Doch bei der Suche nach Billy stoßen die Freunde überraschend auf ein noch viel größeres Geheimnis.
In meiner Rezension zum vorhergehenden Band, „Aus dem Schatten“, schrieb ich noch: „Auch in diesem mittlerweile bereits 16. Band der Reihe um das MORDs-Team hält Andreas Suchanek die Spannung wieder auf hohem Niveau.“ Wer hätte damals auch geahnt, dass der Autor die Spannungsschraube schon in Band 17 noch weiter anzieht? Wurden dort endlich Fragen geklärt, so werden hier gleich diverse neue aufgeworfen. Als Leser kann man sich nur fragen, ob in Barington Cove überhaupt irgend etwas so ist, wie es scheint. Dauerspannung ist garantiert. Und natürlich ist auch dieser Band wieder viel zu schnell zu Ende.

Fazit:
Neue Geheimnisse in Barington Cove! Auch nach 17 Bänden droht die „Ein MORDs-Team“-Reihe keinesfalls langweilig zu werden.

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Frost & Payne – 8 – Nummer 23

Luzia Pfyl
Frost & Payne – 8 – Nummer 23

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Frosts Geburtstag

Klappentext:
Nach der Sache mit Kirkland liegt Jackson Payne schwer verletzt im Krankenhaus, doch die Sache ist ausgestanden und er in Sicherheit. Lydia Frost hofft, dass nun endlich wieder etwas Normalität in die Agentur kommt. Helen plant eine Geburtstagsparty und Dr. Baxter versucht, den mechanischen Arm nachzubauen.
Die ruhigen Tage dauern allerdings nicht lange an. Eine Mutter bittet Frost, ihren verschollenen Sohn, David, zu suchen, da Scotland Yard sich nicht dafür zu interessieren scheint. Frost nimmt den Auftrag an, doch sie hat nicht viel Hoffnung, den Jungen nach all der Zeit noch zu finden. Sie ahnt nicht, dass er der Schlüssel zu den mechanischen Kindern ist.
Der Mörder erweitert derweil das Spielfeld. Er hat eine ganz spezielle Geburtstagsüberraschung geplant…

Rezension:
Lydia Frost macht sich langsam ernsthafte Sorgen um ihren Partner Payne, der spurlos verschwunden ist. Doch endlich hat sie eine Spur gefunden. Derweil wird der Erschaffer der ‚mechanischen Kinder‘ wieder aktiv. Nach all den Jahren möchte er unbedingt seine verlorene Nummer 4 wiederfinden. Außerdem muss er das von Nummer 23 bei seiner Flucht zerstörte Labor ersetzen, und Scotland Yard ist ihm auch auf den Fersen.
Im inzwischen 8. Band ihrer „Frost & Payne“-Reihe, die mittlerweile ihre ganz eigene Dynamik entwickelt hat, überrascht Luzia Pfyl ihre Leser mit einer wohl kaum vorausahnbaren Wendung. Und diese Überraschung ist gelungen, denn damit hätte zumindest ich definitiv nicht gerechnet. Worum es sich dabei genau handelt, soll hier natürlich nicht verraten werden, auch wenn man sicher behaupten kann, dass das nicht allen Lesern gefallen wird.
Alles deutet darauf hin, dass sich die Reihe in den kommenden Bänden auf die Überführung des Kindesentführers und -mörders konzentrieren wird. Doch dieser ist sich sehr wohl bewusst, von wem ihm Gefahr droht. Es verspricht also, weiterhin interessant zu bleiben.

Fazit:
Mit einer schockierenden Überraschung geht das viktorianische Detektivabenteuer in die nächste Runde.

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Baker Street Tales – 5 – Sherlock Holmes und die gefallenen Mädchen

Astrid Pfister

Baker Street Tales – 5 – Sherlock Holmes und die gefallenen Mädchen

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Spur ins East End

Klappentext:
Jack the Ripper ist zurück … davon ist zumindest Inspector Lestrade fest überzeugt.
Und die gefallenen Mädchen, die bestialisch verstümmelt im Londoner East End gefunden werden, lassen ebenfalls kaum einen anderen Schluss zu.
Aber Holmes wäre nicht Holmes, wenn er nicht sofort einen neuen Fall wittern würde.

Rezension:
Holmes und Watson sitzen in der Wohnung in der Baker Street und langweilen sich. Seit dem letzten Fall ist schon einige Zeit vergangen, was sich besonders auf Holmes Laune nicht gerade positiv auswirkt. Da kommt ein überraschender Besuch Inspector Lestrades gerade recht. Unter dem Mantel strengster Verschwiegenheit berichtet dieser, dass Jack the Ripper offenbar zurück ist. Im East End wurden bereits wieder mehrere übel zugerichtete Frauenleichen aufgefunden. Natürlich bricht Holmes unverzüglich zum neuesten Tatort auf.
In der Reihe „Baker Street Tales“ veröffentlicht der Arunya Verlag derzeit inhaltlich nicht näher zusammenhängende Neo-Holmes-Romane verschiedener Autoren, darunter auch das hier besprochene Buch. Astrid Pfister gelingt es darin recht gut, die Stimmung der Originalgeschichten zu treffen, auch wenn Dr. Watson, aus dessen Aufzeichnungen auch dieses Abenteuer geschildert wird, deutlich selbstbewusster und aktiver als bei Doyle auftritt.
Leider wirkt die Lösung des Falls etwas überhastet, was allerdings zumindest teilweise daran liegen könnte, dass die Länge der Geschichten vom Verlag limitiert ist. Allerdings erreicht die Konstruktion des kriminalistischen Rätsels auch nicht ganz die intellektuelle Tiefe des Originals. Somit kommt die Enthüllung des Täters für den Leser nicht wirklich überraschend. Seine detektivischen Meisterleistungen muss der berühmte Detektiv hier nicht voll ausspielen.

Fazit:
Ein unterhaltsamer Sherlock-Holmes-Fall, in dem sein detektivische Spürsinn jedoch nicht in gewohntem Maße gefordert wird.

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Verhexte Westwick-Krimis – 1 – Verhext und zugebaut

Colleen Cross
Verhexte Westwick-Krimis – 1 – Verhext und zugebaut

Übersetzung: Daniela Maizner

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Rätsel um den Ehrengast

Klappentext:
Ein verhexter Krimi aus Westwick Corners!
Cendrine West hat ein Geheimnis – sie will eigentlich gar keine Hexe sein. Ihre Zauberkunst ist auch nicht besonders gut, eine Tatsache, an die sie ihre Tante Pearl ständig erinnert. Aber sie kann sich der Hexenwelt nicht so einfach verschließen, schon gar nicht in dem kleinen Westwick Corners, wo die Hexen der Familie West schon seit Generationen für Chaos sorgen.
Weitere Schwierigkeiten bahnen sich an, als kurz vor Cendrines Hochzeit eine Leiche auftaucht. Sie erkennt die magischen Verwicklungen in diesem Fall und entdeckt eine Seite an ihrem Verlobten, die ihr so gar nicht gefällt. Cendrine wird gezwungen, sich mit ihren eigenen Kräften auseinanderzusetzen. Werden sie ausreichen, um ihre Familie und die Stadt zu retten?
Am Tatort zeigen alle Beweise auf ihre Tante Pearl, die unbedingt verhindern will, dass Touristen den Weg nach Westwick Corners finden. Dann will sie auch noch unbedingt Tyler Gates, den gutaussehenden neuen Sheriff, aus der Stadt jagen, so wie sie es bereits mit seinen Vorgängern getan hatte. Schlussendlich mischt sich auch noch der Geist von Oma Vi ein und das Chaos nimmt seinen Lauf.
Zwischen Sheriff Gates und Cendrine fliegen Funken, während die Beweise gegen Tante Pearl immer belastender werden. Kann Cendrine den Fall – und ihr Herz – in die richtige Richtung lenken?
Wenn Ihnen unterhaltsame Krimis mit einem Schuss Humor und etwas Zauberkraft gefallen, dann wird es Ihnen in Westwick Corners gefallen.

Rezension:
Cendrine betreibt die einzige Zeitung der Kleinstadt Westwick Corners, eines Städtchens, das seit der Verlegung des Highways langsam am Aussterben ist. Ihre Familie hat kürzlich den Familiensitz in ein Hotel umgebaut und hofft, damit Touristen anzulocken. Lediglich ihre Tante Pearl versucht, genau dies zu verhindern, obwohl auch die meisten anderen Bürger des Städtchens darin die einzige Überlebenschance ihrer Heimatstadt sehen. Was ihre Mitbürger und selbst ihr Verlobter, der Bürgermeister, jedoch nicht wissen: Cendrine und ihre Verwandten sind Hexen. Als der steinreiche Besitzer eines Reiseunternehmens die Einladung zur Hoteleröffnung akzeptiert, scheinen die Chancen auf Erfolg gut zu stehen, doch wenige Stunden vor der geplanten Eröffnungsfeier liegt gerade der Ehrengast übel zugerichtet tot im Gartenpavillon. Und verschiedene Indizien weisen auf Tante Pearl als Täterin. Wird der Zwischenfall alles ruinieren?
Der Anfang von Colleen Crossʼ Fantasy-Krimi erweckt beinahe den Eindruck, als würde die Geschichte auf eine kitschige Lovestory zwischen der Hauptprotagonistin und dem neuen Sheriff hinauslaufen. Dies bewahrheitet sich zum Glück – zumindest in diesem Band – nicht. Allerdings vergeht einige Zeit, bis die eigentliche Haupthandlung in Schwung kommt.
Ein Problem der Geschichte ist es vielleicht, dass sich die Autorin nicht so ganz entscheiden kann, wo der Schwerpunkt liegen soll; auf Cendrines Familienverhältnissen, ihrem Gefühlsleben, dem Mordfall oder der Magie. Manches wird einfach als gegeben vorausgesetzt, ohne dass es aus der Handlung heraus begründet wird. So taucht mitten in der Handlung plötzlich der Gedanke auf, dass eine gerade hinzugekommene Hexe, wenn sie einmal da ist, doch gleich Cendrines Bruder, den sie (irgendwann) in einen Hund verwandelt hat, wieder zurückverwandeln könnte. Weder vom Bruder noch dem derzeitigen Hund war bis zu diesem Zeitpunkt jemals die Rede gewesen. Das wirkt auf den Leser nicht wirklich rund.
Da der Titel allerdings andeutet, dass wohl noch weitere Abenteuer um diese Hexenfamilie geplant sind, könnte sich die Geschichte in den kommenden Bänden eventuell noch einlaufen. Wenn die Grundlagen erst einmal gelegt sind, konzentriert sich die Handlung dann vielleicht mehr auf die magische Lösung der Kriminalfälle.

Fazit:
Die Idee hinter diesem Fantasy-Krimi ist ausbaufähig. Der vorliegende 1. Band schöpft das Potential jedoch nicht annähernd aus.

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Bill Cnox – 10 – Das Geheimnis der Skelettinsel

Bill Cnox
Bill Cnox – 10 – Das Geheimnis der Skelettinsel

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Der Schmuck im Sarg

Klappentext:
Bei „Bill Cnox“ handelt es sich um eine weitere Serie aus den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts, die einen utopisch-phantastischen Hintergrund aufweist. 1922-1923 erschienen hier 28 Hefte um den – genveränderten(!) – Gummimenschen Bill Cnox, zumeist mit einer kriminalistischen Handlung.
Die Romanhefte aus der Reihe „Bill Cnox“ erscheinen jetzt in einer leicht bearbeiteten (eher: restaurierten) Neuausgabe. Vor allem wurden Rechtschreib-, Interpunktions und Grammatikfehler der Originalausgabe korrigiert sowie Ausdrücke, die heutzutage mißverständlich erscheinen, geändert.
Zudem wurden die Romane in eine gemäßigte Version der Rechtschreibungsreform von 2006 umgesetzt. Für den Leser, der das altertümliche Flair weitergehend erleben möchte, ist eine zweite Fassung in alter Rechtschreibung (bis 2000) ebenfalls im eBook enthalten.
Leider liegen derzeit nicht alle Hefte dieser Serie vor (die Hefte 2-9 und 11-14 sind verschollen/nicht vorhanden). Trotzdem haben wir uns dazu entschlossen, dem Leser diese (sehr kurzen) Romane nicht vorzuenthalten.

Rezension:
Der Milliardär Donald Rotschild gibt öffentlich bekannt, dass sein gesamter Schmuck nach seinem Tod mit ihm zusammen beerdigt werden soll. Da er der Presse auch verrät, wo er beerdigt werden möchte, befürchtet Bill Cnox schon beim Lesen der Meldung, dass Rotschilds Grab zu einer Pilgerstätte für ‚Schatzsucher‘ werden wird. Wie es der Zufall will, stirbt der Milliardär schon wenige Tage später an einem Herzschlag. Sein Privatsekretär findet jedoch, dass es besser wäre, den wertvollen Schmuck vorm Vergraben ‚zu retten‘ und ihn lieber in seinen Besitz zu bringen. Doch auf ihn wartet eine Überraschung. Der Schmuck findet doch seinen Weg in den Sarg – was schnell weitere ‚Interessenten‘ anlockt. Wird Bill Cnox den Sarg sicher zu seinem Ziel geleiten können?
Wenn man bedenkt, dass diese Kurzgeschichte annähernd 100 Jahre alt ist, wirkt sie überraschend modern. Etwas überraschend wirkt aus heutiger Sicht lediglich, dass der Autor den Namen seines Protagonisten als Pseudonym benutzt, obwohl die Geschichte nicht einmal in der Ich-Form verfasst ist. Auf die genveränderte Hauptfigur wird in diesem kurzen Werk, das nach heutigen Standards selbst für ein ‚Groschenheft‘ zu kurz wäre, nicht näher eingegangen. Dies wird anscheinend als aus den vorherigen Bänden bekannt vorausgesetzt. (War der Begriff „genverändert“ damals überhaupt schon üblich beziehungsweise bekannt?) In der Handlung dieser Geschichte spielen die besonderen Eigenschaften des Helden allerdings keine Rolle, da es sich um eine reine Detektivgeschichte handelt. Wie weit die im Klappentext erwähnten Modernisierungen reichen, kann man ohne Kenntnis des Originals natürlich nicht einschätzen. Wenn man den Geldwert der damaligen Zeit in Betracht zieht, könnte Rotschild im Original eventuell ein Millionär statt Milliardär gewesen sein. Aber das ist natürlich nur eine Vermutung.
Besonderen ‚Tiefgang‘ wird bei diesem Genre wohl niemand erwarten, doch ist das Abenteuer überraschend unterhaltsam zu lesen. Für die Pause zwischendurch ist es – schon alleine aus literaturhistorischem Interesse – durchaus zu empfehlen.

Fazit:
Ein Blick in die Anfänge der sogenannten Trivialliteratur, der Spaß macht.

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Sherlock Holmes und der Vampir im Tegeler Forst

Wolfgang Schüler
Sherlock Holmes und der Vampir im Tegeler Forst

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Eine Jagd durch die Jahrzehnte

Klappentext:
Schwarze Schatten, weiße Gesichter, rotes Blut – Mord am Set von »Nosferatu«
In seinem Cottage in Sussex verfasst Sherlock Holmes seine Memoiren. Aber es sind nicht nur Erfolgsgeschichten, auf die er zurückblicken kann. Im Laufe der Jahre entwischte ihm auch der größte Verbrecher seiner Zeit, den die Welt als irren Serienmörder kennt: Jack the Ripper! Nun fordert der gnadenlose Verbrecher seinen Widersacher Holmes ein letztes Mal heraus.
Eine blutige Spur führt nach Deutschland, zu den Dreharbeiten von »Nosferatu« in Berlin. Dort sind die Pioniere der Filmkunst mit der Umsetzung von Bram Stokers Roman »Dracula« befasst. Aber ein grausamer Mörder dezimiert das Filmteam nach Art der blutsaugenden Vampire. Im Tegeler Forst, in den Filmateliers in Berlin-Johannistal, in der Hafenstadt Wismar und in den Karpaten jagen Holmes und Watson nun den wahren »Vampir«, der hinter den bizarren Morden steckt.

Rezension:
Schon lange haben sich Holmes und Watson zur Ruhe gesetzt, als letzterer plötzlich Besuch von seinem alten Freund bekommt. Der Massenmörder, den die Öffentlichkeit als Jack the Ripper kennt und der ihm damals mehrfach entwischen konnte, fordert Holmes regelrecht zu einem letzten indelektuellen Duell heraus. Natürlich ziert sich Dr. Watson nicht lange und begleitet Holmes nach Berlin, wo der Ripper im Umkreis der Dreharbeiten zum Vampirfilm „Nosferatu“ zu suchen ist. Es dauert nicht lange, bis hier wirklich ein Mord passiert, der nicht der letzte bleiben wird.
Dem Autor Wolfgang Schüler muss bescheinigt werden, ‚seine Hausaufgaben‘ gemacht zu haben. Die interessanten historischen Hintergründe sind sorgfältig recherchiert und eng mit der fiktiven Handlung verwoben. Leider konnte er jedoch der Versuchung nicht widerstehen, seinen Lesern möglichst viele dieser Hintergründe detailliert darzubieten. So bestehen größere Abschnitte, teilweise ganze Kapitel nur aus solchen Erklärungen, was dann jeweils weit von der eigentlichen Detektivgeschichte abführt. Auch sonst werden ganze Kapitel aus der Sicht eines Erzählers erzählt, was für die originalen Sherlock-Holmes-Erzählungen Arthur Conan Doyles untypisch ist. So kommt das typische Holmes-Feeling nur in den Teilen des Buches auf, die die Erinnerungen Dr. Watsons wiedergeben. Das schmälert für der Sherlock-Holmes-Fan das Vergnügen an dieser ansonsten gut konstruierten Kriminalgeschichte leider etwas. Freunde historischer Detektivgeschichten, die keinen großen Wert auf einen typischen Holmes legen, dürften an diesem Fall jedoch ihre Freude haben.

Fazit:
Eine spannende Verbrecherjagd mit Sherlock Holmes und Dr. Watson, bei der jedoch nur selten das typische Sherlock-Holmes-Feeling aufkommt.

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Tod unter Gurken

Kai Magnus Sting
Tod unter Gurken

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„Noch was Sülze?!“

Klappentext:
Tote, die zum Leben erweckt werden, ein Verrückter, der in seinem Keller Leichen sammelt, ein Mann, der am Schreibtisch seines Arbeitszimmers ertrinkt, ein scheußlicher Fund unter den Ruinen eines alten Hauses, eine explosive Weihnachtsgans und ein Tod, der auch mal Erholung braucht.
Alfons Friedrichsberg, Privatier und Hobbydetektiv, ist alt, hochintelligent, trinkt gern, isst noch lieber und freut sich über alles Abwegige und Mörderische, was seine Neugier und seinen großen Geist weckt. Und so blickt er in die Abgründe seiner Mitmenschen. Denn nichts liegt näher als ein heimtückischer Mord.
Die mit absurdem Witz, rabenschwarzem Humor und sprachlicher Finesse geschriebenen skurrilen Kriminalgeschichten jagen einem kalte Schauer über den Rücken und lassen einen im gleichen Moment herzhaft lachen.

Rezension:
Als Rentner könnte es sich Alfons Friedrichsberg eigentlich den ganzen Tag über gemütlich machen und seinen Lieblingshobbys Essen und (Alkohol) Trinken nachgehen. Doch leider stolpert er immer wieder über eigenartige Mordfälle. Intelligent wie er ist, löst er diese – manchmal mit Hilfe seiner Freunde – meist auch schnell. Dabei sind die Morde, auf die er auf die eine oder andere Art stößt, fast immer ziemlich skurril. Hier trifft er zusammen mit einem Auftragskiller, der nie jemanden ermordet hat, auf eine Leiche, dort lädt ihn ein Mann zu sich ein, um ihm die Sammlung seiner Mordopfer zu zeigen. Oder er setzt sich nichtsahnend auf eine Parkbank, nur um festzustellen, dass sein Sitznachbar offenbar kürzlich gegen seinen Willen ‚entlebt‘ wurde. Und immer kommt er der Lösung recht zügig auf die Spur.
Bei „Tod unter Gurken“ handelt es sich um eine Sammlung von Kurzgeschichten um den Hobbydetektiv Alfons Friedrichsberg aus der Feder (oder wohl eher Tastatur) des Autors Kai Magnus Sting. Der Fokus liegt dabei auf den Marotten des Protagonisten. Der – teilweise etwas makabere – Humor steht dabei weit mehr im Mittelpunkt als die Auflösung der einzelnen Mordfälle. Das wird auch daran deutlich, dass der gute Alfons die Täter bei weitem nicht immer an die Polizei verpetzt.
Freunden derartiger Geschichten kann dieses Buch ausdrücklich empfohlen werden, passt der Schreibstil des Autors doch sehr gut zu dieser Art humorvoll-makaberer Detektiv-Abenteuer.

Fazit:
Mordopfer serienweise und dazu ein kräftiger Schuss Humor – das ist das Leben Alfons Friedrichsbergs. Was braucht der Leser mehr?

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Ein MORDs-Team – Band 16 – Aus dem Schatten

Andreas Suchanek
Ein MORDs-Team – Band 16 – Aus dem Schatten

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Die ‚Weiße Dame‘

Klappentext:
Gemeinsam mit den 84ern erreichen Mason, Olivia und Randy den Ort, an dem ihre Freundin festgehalten wird. Dort herrscht Chaos. Eine alte Bekannte verfolgt Danielle durch die fremde Stadt. Sie kennt nur ein Ziel: Rache! Die Tochter von Shannon Holt soll sterben.
Zwischen Kampf und Verfolgung, zwischen Freunden und Feinden enthüllt sich die Legende der fünften Dynastie. Und die weiße Dame tritt aus dem Schatten.

Rezension:
Nachdem sie erfahren haben, wo Danielle festgehalten wurde, machen sich ihre Freunde schnellstmöglich auf den Weg. Auch die 84er brechen auf, um Danielle in Sicherheit zu bringen, doch beide Teams ahnen gegenseitig nichts von ihrer Anwesenheit. Doch eine alte Bekannte, Claudia Kastelano, spürt sie zuerst auf. … und schon ist Danielle wieder in höchster Gefahr.
Auch in diesem mittlerweile bereits 16. Band der Reihe um das MORDs-Team hält Andreas Suchanek die Spannung wieder auf hohem Niveau. Gefahren lauern von allen Seiten, doch schließlich gibt es Hilfe aus einer unerwarteten Richtung. Doch etwas ist diesmal anders: In diesem Band werden – endlich – Antworten geboten. Und da sogar einige. Dabei warten sowohl auf die Freunde als auch auf den Leser einige Überraschungen. Die Identität der ‚Weißen Dame‘ ist nur eine davon. Dass die Enthüllungen alles einfacher machen, kann man dabei jedoch nicht behaupten.
Zum Aufbau der Geschichte und dem Stil muss man hier wohl nicht mehr viel sagen. Beides dürfte dem Leser mittlerweile hinlänglich bekannt sein, denn zu einem Einstieg in die Abenteuer Masons, Danielles, Olivias und Randys eignet sich dieser Band definitiv nicht. Hier sollte der Neuleser unbedingt am Anfang beginnen. Mit anderen Worten bei „Band 1 – Der lautlose Schrei“.
Zum Schluss des Bandes kann der Fan – wie so oft in dieser Reihe – nur händeringend auf die Fortsetzung warten.

Fazit:
Die Spannung bleibt auch diesmal auf hohem Niveau. Doch in dieser Folge bekommen die Freunde endlich auch Antworten.

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Flavia de Luce – Das Geheimnis des kupferroten Toten

Alan Bradley
Flavia de Luce – Das Geheimnis des kupferroten Toten

Übersetzung Gerald Jung und Katharina Orgaß

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Die vielfältigen Anwendungen von CuSO₄

Klappentext:
Ein Fall für Flavia de Luce – die bezauberndste Detektivin Englands!
»Mord! Komm sofort her«, steht in dem Brief, der Flavia an einem Sonntagmorgen in ihrem Zuhause Buckshaw zugestellt wird. Wie könnte die elfjährige Hobbydetektivin einer derart dringlichen Bitte widerstehen? Mit ihrem treuen Fahrrad Gladys macht sie sich auf zum Internat Greyminster, das schon ihr Vater besuchte. Nebelumwabert ragt das altehrwürdige Gemäuer vor ihr auf, doch der Fund, der sie in einem der Badezimmer erwartet, ist noch unheimlicher: In der Wanne liegt ein nackter toter Mann, der Körper überzogen mit einer Kupferschicht … Chemikerin Flavia ist in ihrem Element!

Rezension:
Flavia macht, was ein 11-jähriges Mädchen an einem Sonntagvormittag so macht: Sie sitzt in ihrem Labor und untersucht den Giftzahn einer Kreuzotter unterm Mikroskop. Dabei wird sie jedoch vom Butler der Familie gestört, der ihr einen Brief überbringt. Darin ruft sie ein Schüler des nahegelegenen Jungeninternats zu Hilfe, denn er hat einen Mord entdeckt. Natürlich zögert Flavia keinen Augenblick, denn was gibt es schöneres, als Leichen zu untersuchen und einen Mord aufzuklären?
Gut, spätestens jetzt ist wohl jedem klar, dass Flavia nicht unbedingt das normale 11-jährige Durchschnittsmädchen von nebenan ist. Mit Sicherheit war das auch im England um 1950, wo die Geschichte angesiedelt ist, nicht anders. Aber gerade darin liegt wohl der Reiz dieser Krimireihe um das chemiebegeisterte Mädchen. In diesem Fall liegen sowohl Rätsel als auch Lösung in der Formel CuSO₄ verborgen.
Nachdem ich schon einige Zeit mit der „Flavia de Luce“-Reihe liebäugelte, bot mir diese kostenlose Kurzgeschichte die passende Gelegenheit, Flavia endlich einmal kennenzulernen. Auch wenn einem manche Informationen ohne Kenntnis der vorausgegangenen Bücher fehlen (Wieso nennt sie ihr Fahrrad beispielsweise „Gladys“?), reicht diese Kurzgeschichte doch aus, Lust auf mehr zu machen. Diese Detektiv-Story sollte man jedenfalls trotz des geringen Alters der Hauptprotagonistin keinesfalls als ausschließliches Jugend- oder gar Kinderbuch abtun.

Fazit:
Diese Kurzgeschichte bietet allen bisher Nichtinfizierten einen geeigneten Einstieg in Flavia de Luce’ Welt.

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Ein Fall für Wells & Wong – 2 – Teestunde mit Todesfall

Robin Stevens
Ein Fall für Wells & Wong – 2 – Teestunde mit Todesfall

(Übersetzung: Nadine Mannchen)

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Das Arsen ist angerichtet

Klappentext:
Hazel verbringt die Ferien bei Daisys Familie in Fallingford. Zu Daisys Geburtstag reist die gesamte Verwandtschaft an – von der exzentrischen Tante Saskia bis zum schneidigen Onkel Felix. Nur der zwielichtige Mr Curtis passt nicht so recht ins Bild. Er scheint etwas im Schilde zu führen.
Doch als Mr Curtis vor den Augen aller vergiftet wird, ist klar, dass einer der Gäste der Mörder ist. Während ein Sturm die Verdächtigen im Haus und die Polizei draußen hält, ermittelt Detektei Wells & Wong in ihrem zweiten Fall, diesmal im Kreis der eigenen Familie. Bei so vielen dunklen Geheimnissen wirkt Fallingford auf einmal gar nicht mehr so heimelig.

Rezension:
Wie bereits die Weihnachtsferien verbringt Hazel auch die Osterferien bei Daisys Familie. Da auch Daisys 14. Geburtstag in die Ferien fällt, kommen zu diesem Anlass übers Wochenende noch diverse andere Personen zu Besuch. Neben Freundinnen aus dem Internat und Verwandten besitzt ihre Mutter jedoch die Dreistigkeit, vor den Augen der gesamten Familie auch ihren Liebhaber einzuladen. Außer ihr findet jedoch niemand diesen Mr Curtis sympathisch. Im Gegenteil, vermutet Daisy doch schon bald, dass der es mehr auf die Wertgegenstände im Haus als auf ihre Mutter abgesehen hat. Bevor Daisy und Hazel das jedoch nachweisen können, stirbt Mr Curtis. Offenbar wurde er vergiftet. Leider hat fast jeder Anwesende Motive für die Tat, und da eine Überschwemmung das Haus vorübergehend von der Außenwelt abgeschnitten hat, gibt es für Wells & Wong viel zu tun – auch wenn die meisten der Verdächtigen Daisys Angehörige sind.
Wie bereits im 1. Band der „Wells & Wong“-Reihe, „Mord ist nichts für junge Damen“, erinnert der Aufbau auch hier wieder sehr an klassische britische Detektivgeschichten. Auch wenn Daisy Hazel öfters mit „Watson“ anspricht, sind die Parallelen zu Agatha Christies Miss-Marble-Geschichten jedoch deutlich ausgeprägter als zu Arthur Conan Doyles Sherlock-Holmes-Stories. Der grundlegendste Unterschied liegt jedoch im Alter der Detektivinnen. Daisy und Hazel trennen hier einige Jahrzehnte von ihren Vorbildern. Handelte der Vorgänger noch am Internat, dass die beiden Mädchen besuchen, und damit auf relativ neutralem Boden, ereignet sich diese Tat mitten im herrschaftlichen Anwesen der Wells’. Dabei versteht es die Autorin Robin Stevens, das aus den diversen Büchern und Verfilmungen vertraute Ambiente des wohlsituierten alten Englands lebendig werden zu lassen. Die Welt, in der Daisy und Hazel ermitteln, kommt einem sofort irgendwie vertraut vor. Hinzu kommt, dass der Fall so intelligent konstruiert ist, dass es wohl keinem Leser gelingen dürfte, die wahren Zusammenhänge frühzeitig zu erraten. Und trotzdem erscheint einem – wenn man die Lösung erst mal kennt – alles logisch.
Nach den gelungenen beiden bisher auf Deutsch erschienenen Bänden kann man nur hoffen, dass auch die weiteren Abenteuer der beiden jungen Hobby-Detektivinnen baldmöglichst übersetzt werden.

Fazit:
Daumen hoch! Die Abenteuer von Wells & Wong haben das Zeug zur Kultreihe.

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