Su-Do-Q – Das Blütenrätsel

Markus Westermann
Su-Do-Q – Die Rätselknacker -: #1 Das Blütenrätsel

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Blüten über Blüten

Klappentext:
Susan Smith, Dominic Cole und Quentin Keynes sind drei Freunde aus New York, deren Hobby das Lösen schwieriger Rätsel und das Knacken der härtesten gedanklichen Nüsse ist. Zu diesem Zweck haben sie sich in einer alten Garage ein Büro eingerichtet und widmen sich fortan unter dem Namen Su-Do-Q – die Rätselknacker – jeglichen Rätseln, die der Alltag ihnen beschert.
In der Episode #1 Das Blütenrätsel ist ein alter Maler spurlos verschwunden. Alles, was er hinterlassen hat, ist eine Serie neun eigenartiger Gemälde sowie ein Gedicht mit mysteriösen Rätselzeilen.
Welches Geheimnis verbirgt sich hinter den Bildern und wie kann das Gedicht dechiffriert werden?
Die drei Freunde stoßen auf dunkle Machenschaften, deren vergangene Schatten sie nun einzuholen scheinen.
Nur mit Mut und einer gehörigen Portion Logik und Kombinationsgabe gelingt es den Rätselknackern, Licht ins Dunkel zu bringen.
Doch wie lässt sich das drohende Unheil noch abwenden?

Rezension:
Susan besucht zusammen mit ihrem Vater, einem Antiqitätenhändler, eine Auktion, auf der auch Sachen aus dem Besitz eines ortsansässigen Malers versteigert werden. Das einzige, was ihr Vater jedoch kauft, ist eine Serie von 9 anscheinend wertlosen Gemälden, für die er der einzige Bieter ist. Doch gleich in der kommenden Nacht werden gerade diese Bilder gestohlen. Während ihr Vater wegen der sehr billig erstandenen Gemälde nicht einmal Anzeige erstattet, entschließt sich Susan, den Dieb zusammen mit ihren Freunden Dominic und Quentin, mit denen sie schon manches Rätsel gelöst hat, aufzuklären. Schnell stellen sie fest, dass auch der Maler der Bilder spurlos verschwunden ist.
Su-Do-Q, wie sich die jungen Rätselfreunde in Anlehnung an die Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen nennen, dient auch gleich als Titel dieser neuen Jugend-Detektiv-Reihe von Markus Westermann.
Die Idee von 3 jungen Freunden, die knifflige Kriminalfälle lösen, ist natürlich nicht ganz neu, und auch sonst erinnern manche Details an bekannte Vorbilder. Auch wenn das Alter der Freunde nicht ausdrücklich genannt wird, ergibt sich aus dem Zusammenhang, dass sie etwa 16 sind. Nur Susan als die Jüngste hat das Führerscheinalter noch nicht ganz erreicht. Die Charaktere der Freunde wirken sympathisch. Leider wirkt der Fall um den verschwundenen Maler und seine Werke etwas konstruiert. Am Ende passen die verschiedenen Hinweise zwar zusammen, wichtige Hinweise derart zu verschlüsseln erscheint aber selbst für dieses Genre etwas unglaubwürdig. Außerdem wirken die zu überführenden Täter doch sehr clichéhaft. Für die Fortsetzungen bietet das Setting allerdings noch einiges an Potential.

Fazit:
Dieser Auftakt einer Jugend-Detektiv-Reihe schöpft das darin liegende Potential (noch) nicht ganz aus. Warten wir auf die Fortsetzungen!

eBook

Frost & Payne – Die Schlüsselmacherin

Luzia Pfyl
Frost & Payne – Die Schlüsselmacherin

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Steampunk in Chinesisch-London

Klappentext:
Die ehemalige Diebin Lydia Frost eröffnet eine Agentur für Verlorenes und Vermisstes. Ihr neuster Auftrag führt sie ausgerechnet zurück zur berüchtigten Madame Yueh und den „Dragons“, der Organisation, von der sie sich gerade erst hart ihre Freiheit erkämpft hat. Als gäbe das nicht schon genug Probleme, muss sie auch noch den Pinkerton Jackson Payne ausfindig machen. Doch der Amerikaner hat seine eigenen Aufträge.
Frost steht plötzlich im Kreuzfeuer und muss sich zwischen Paynes Leben und ihrer Freiheit entscheiden.
Dies ist der erste Band der neuen Steampunk-Serie „Frost & Payne“.

Rezension:
Lydia Frost gehört zu den Bessergestellten des London von 1885, eines London, in dem ganze Stadtteile in der Hand der chinesischen Gemeinde sind. Und genau zu dieser chinesischen Gemeinde hat sie einen guten Draht, denn das Oberhaupt der berüchtigten Dragons, die mittlerweile alte Madame Yueh, nahm sie einst als Kind auf und zog sie groß. Seitdem Lydia jedoch auf Abstand von ihrer ‚Adoptivfamilie‘ ging, hat dieser gute Draht etwas gelitten. Sie versucht ihr eigenes Geld zu verdienen – als eine Art Privatdetektivin, die verschwundene Gegenstände (und gegebenenfalls auch Ehemänner) wiederfindet. Doch eines Tages bekommt sie Besuch vom Chinesen Michael, ihrem besten Freund aus Kindertagen, der sie ‚überredet‘, für die Dragons einen alten Folianten zu beschaffen
„Die Schlüsselmacherin“ stellt den Start in die neue „Frost & Payne“-Reihe dar, die vorerst auf 12 Teile ausgelegt ist. Sie folgt also dem bewährten Muster ähnlicher Reihen verschiedener Genres, die von Greenlight Press verlegt werden. Wie man es bei einer derartigen Fortsetzungsreihe erwarten kann, werden in diesem Auftakt einige offene Handlungsstränge für die folgenden Bände vorbereitet.
Gleich am Anfang führt die Autorin ihre Leser in ein typisches Steampunk-Setting hinein. Auch wenn die üblichen Steampunk-Elemente in diesem Band noch keine handlungstragende Rolle spielen, sind sie doch allgegenwärtig und machen auch vor der Protagonistin höchstpersönlich nicht halt. Trotz ihres etwas nebulösen Hintergrunds wirkt Miss Frost sympathisch, während Mister Payne noch etwas undefinierbar erscheint. So kann der Leser gespannt sein, in welche Abenteuer Luzia Pfyl ihre beiden Charaktere in den kommenden Bänden schickten wird. Wird Frost dabei das Geheimnis um ihre Herkunft lösen können? Wird Payne seine vermisste Tochter wiederfinden? Und welche Rolle werden die Dragons dabei spielen? Da hilft nur abwarten.

Fazit:
Dieser Start in eine neue Steampunk-Reihe ist für alle Genre-Fans einen Blick wert.

eBook

Steamtown – Die Fabrik

Carsten Steenbergen, T. S. Orgel
Steamtown – Die Fabrik

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Unter Plasmierten

Klappentext:
Auf den Stufen der Bakers Hall von Steamtown liegt eine bestialisch zugerichtete Leiche. Der junge Agent Eric van Valen wird zusammen mit dem abgehalfterten Pater und Ætheromanten Siberius Grand und dem seltsamen Forensiker Mister Ferret vom Ministerium Seiner Majestät beauftragt, den Mörder zu finden oder wenigstens jemanden, der schuldig genug aussieht. Doch was als simple Mordermittlung in der Unterwelt der von Plasmalicht und Kohlefeuer erhellten Stadtmetropole beginnt, scheint tiefer zu gehen und konfrontiert sie mit ihren düstersten Albträumen. Albträume, in denen höllische Geschöpfe auf die drei Ermittler lauern, dunkle Vergangenheiten und eine Verschwörung, die die Stadt Steamtown in ihren Grundfesten erschüttert.

Rezension:
Ein Mann läuft panisch durch den nächtlichen dichten Nebel. Offenbar wird er verfolgt. Glücklicherweise erreicht er den großen Platz im Zentrum Steamtowns, auf dem immer ein Polizist Wache steht. Doch auch die Tatsache, dass er diesen Polizisten findet, rettet ihn nicht. Am Morgen wird seine übel zugerichtete Leiche aufgefunden. Das Ministerium entschließt sich, ein ‚Sonderkommando‘ zu bilden. Wieso jedoch gerade ein junger Schreibtisch-Agent, ein alkohol- und drogensüchtiger Pater und der seltsame Mister Ferret, der sich selbst als Werkzeug des Ministeriums ohne eigenen Willen bezeichnet, beauftragt werden, den Täter oder irgendjemand anderen, der schuldig genug erscheint, um der Öffentlichkeit als Prügelknabe vorgeworfen zu werden, zu finden, erscheint zunächst rätselhaft. Obwohl sie zu Beginn nicht viel Sympathie füreinander aufbringen, erkennen die Ermittler schnell, dass an dem Fall etwas faul ist. Sehr faul sogar.
Die vorliegende Steampunk-Geschichte wurde von den Autoren ursprünglich als Fortsetzungsreihe in einem Blog veröffentlicht, bevor sie vom Papierverzierer-Verlag zu Papier (und eBook) gebracht wurde. Im Gegensatz zum genretypischen Standard, wo die Story meist in der reichen Oberschicht angesiedelt ist, begegnet der Leser in diesem Buch eher den Verlierern des Systems. Die (übrigens 3) Autoren schaffen es, die Geschichte so zu erzählen, dass wohl kein Leser es schaffen dürfte, die Lösung vorherzusehen. Während die Handlung an sich jedoch interessant und spannend daherkommt, bleiben die Hintergründe der Hauptpersonen leider eher blass. Einige sich stellende Fragen werden am Ende nicht beantwortet und bleiben für eine (meinen Informationen zufolge allerdings noch ungewisse) Fortsetzung offen. Trotzdem dürften Steampunk-Fans von diesem Buch nicht enttäuscht werden.

Fazit:
„Steamtown – Die Fabrik“ entführt den Leser in einen spannenden und nicht vorhersehbaren Steampunk-Krimi.

Taschenbuch
eBook

Ein Fall für Wells & Wong – 1 – Mord ist nichts für junge Damen

Robin Stevens
Ein Fall für Wells & Wong – 1 – Mord ist nichts für junge Damen

 

Übersetzung: Nadine Mannchen

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Das Rätsel um Miss Bells Leiche

Klappentext:
Deepdean-Mädchenschule, 1934. Als Daisy Wells und Hazel Wong ihr eigenes, streng geheimes Detektivbüro gründen, gibt es zuerst gar kein wirklich aufregendes Verbrechen zum Ermitteln. Doch dann entdeckt Hazel die Lehrerin Miss Bell tot in der Turnhalle. Zuerst denkt sie, es sei ein schrecklicher Unfall gewesen. Aber als Daisy und sie fünf Minuten später zurückkommen, ist die Leiche verschwunden. Jetzt sind die Mädchen sicher: Hier ist ein Mord geschehen! Und nicht nur eine Person in Deepdean hätte ein Motiv gehabt.
Nun haben Daisy und Hazel nicht nur einen Mordfall aufzuklären zuerst müssen sie beweisen, dass es überhaupt ein Mord war. Fest entschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen, bevor der Mörder wieder zuschlagen kann (und bevor die Polizei eingeschaltet wird, natürlich), müssen Hazel und Daisy nach Beweisen suchen, Verdächtige ausspionieren und all ihre Intuition einsetzen. Doch werden sie Erfolg haben? Und wird ihre Freundschaft diese Herausforderung bestehen?
Ein spannender Mädchen-Krimi ganz im Stil Agatha Christies, mit viel Internatsflair und zwei Heldinnen, die jeder gern zur Freundin hätte!

Rezension:
Bisher haben die Freundinnen Daisy und Hazel nur verschwundenem Naschwerk und aus Rache verstecken Kleidungsstücken nachgespürt. Mit irgendetwas muss man sich im Internat schließlich die Zeit vertreiben. Als Hazel eines Abends jedoch nochmal schnell in die Turnhalle läuft, um ihre vergessene Jacke zu suchen, liegt dort Miss Bell, eine ihrer Lehrerinnen, tot auf dem Boden. Panisch läuft sie zu ihrer Freundin Daisy, um dieser von ihrem Fund zu berichten. Als Hazel und Daisy mit einer schlecht gelaunten älteren Aufsichtsschülerin im Schlepptau nur wenige Minuten später wieder in der Turnhall ankommen, ist von einer Leiche jedoch nichts mehr zu sehen. Wütend leitet die Aufsichtsschülerin Strafmaßnamen gegen die beiden Freundinnen ein, weil sie davon ausgeht, von ihnen bewusst getäuscht worden zu sein. Eigenartigerweise taucht jedoch am kommenden Tag bei der Direktorin ein Kündigungsschreiben Miss Bells auf. Doch Hazel und Daisy sind sich sicher, dass dieses nur vom Mörder gefälscht worden sein kann, um das Verschwinden der Lehrerin zu vertuschen. So bleibt den Freundinnen nichts anderes übrig, als den Fall selbst aufzuklären. Schnell stellt sich heraus, dass fast alle verbliebenen Lehrkräfte mehr oder wenige gute Motive für die Tat gehabt hätten.
Was die Autorin mit diesem Buch präsentiert, ist in gewisser Weise ein Spagat zwischen einem Jugend- und einem klassischen Detektivroman, wobei man den Agatha-Christie-Vergleich des Klappentextes durchaus ernst nehmen kann. Der grundsätzliche Aufbau der Geschichte erinnert nämlich sehr an diverse Miss-Marble-Stories, was in besonderem Maße für die schlussendliche Überführung des Täters in einer Runde aller Verdächtiger zutrifft. Allerdings sind die Hobbydetektivinnen Daisy und Hazel erheblich jünger als eine gewisse Miss Marble, wodurch der Leser nebenbei auch einen Einblick in das (fiktive) Leben eines englischen Internats in den 1930ern erhält. Von modernen pädagogischen Strukturen ist das noch weit entfernt.
Da die Schülerinnen zu Anfang (wie es auch in der Realität normal seien dürfte) kaum Einblick in das Privatleben ihrer Lehrerinnen haben, bauen sich die entsprechenden Zusammenhänge erst nach und nach vor dem Leser auf. Während dieser im Laufe der Geschichte auch viel über Hazels (aus deren Perspektive das Buch berichtet) und nicht ganz so viel über Daisys Hintergrund erfährt, bleiben die übrigen Schülerinnen eher blass. Von denen gerät während der ganzen Spurensuche auch keine auch nur Ansatzweise in Verdacht.
Das gesamte Buch ist interessant geschrieben. Die wenigen, für den eigentlichen Plot jedoch unbedeutenden, Logiklücken stören das Lesevergnügen nicht. (Zum Beispiel sind bei der oben erwähnten Runde aller Verdächtiger sämtliche Lehrkräfte anwesend, die Schüler haben zu dieser Zeit aber Unterricht. Wer unterrichtet sie da wohl?) „Mord ist nichts für junge Damen“ macht definitiv Lust auf die zu erwartenden Fortsetzungen. Im englischen Original umfasst die Reihe um Hazels und Daisys Detektivabenteuer bereits 5 Bände und 2 Kurzgeschichten.

Fazit:
Für Freunde von Internatsgeschichten und auch für ältere Fans von Detektivgeschichten à la Miss Marple ist dieses Buch beinahe ein Muss!

Hardcover

RACK (1)

Ann-Kathrin Karschnick
RACK (1)

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Der Detektiv und die Lady

Klappentext:
19. Jahrhundert
Victoria in Großbritannien.
Als Rack ein Attentat auf Lady Cunningham verhindert, beauftragt sie den erfolglosen Detektiv, dieses Attentat aufzuklären. Rack gerät durch seine Ermittlungen in den dreckigen Sumpf der Korruption von Victorias Unterwelt. Immer wieder stolpert er dabei über den Namen „The Stick“. Doch wer verbirgt sich dahinter?
Ein ehemaliger General, ein Detektiv und sein Assistent, eine Diebin und eine Lady. In den phantastischen Episoden führt die mehrfach ausgezeichnete Autorin Ann-Kathrin Karschnick ihre Leser in die düstere Unterwelt der fiktiven Steampunk-Stadt Victoria. Sie erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Gruppe von Menschen, die trotz ihrer Unterschiede zusammenarbeiten müssen, um zu überleben.

Rezension:
Rack, ein Mann, der seinen eigenen Nachnamen nicht kennt, arbeitet als Detektiv, sein 16-jähriger Pflegesohn Theo als sein Assistent. Doch obwohl in ihrer Heimatstadt das Verbrechen floriert, verirrt sich nur selten – viel zu selten – ein Klient zu ihnen. Und weil Rack schon seit Monaten mit der Miete im Rückstand ist, droht ihnen jetzt auch noch der Rausschmiss aus ihrem Wohnbüro. Da kommt es sehr gelegen, dass Rack zufällig Zeuge eines Bombenanschlags auf eine Dampfkutsche wird und die Insassin sogar eigenhändig retten kann. Natürlich lässt sich die reiche Lady überzeugen, ihn mit der Aufklärung des Anschlags zu betrauen. Da Theo in der Zwischenzeit sogar schon die Attentäterin stellen konnte, sollte das doch eigentlich kein Problem darstellen?
Mit der „RACK“-Reihe führt die Autorin ihre Leser in das Steam-Punk-Ambiente der fiktiven britischen Stadt Victoria. Damit wären wir auch schon bei einer Besonderheit dieses Werks. Wie schon erwähnt, handelt dieses eben nicht in London oder einer anderen, realexistierenden (Groß-)Stadt, wie es der Leser dieses Genres gewohnt ist. Die Steam-Punk-typischen Maschinen und Geräte stehen in dieser Geschichte auch nicht in dem Maße im Mittelpunkt wie in vielen anderen des Genres. Dafür bietet Ann-Kathrin Karschnick dem Leser interessante Charaktere, die zu erforschen ihm sicher auch in den folgenden Bänden noch Spaß machen wird. Da wäre zunächst natürlich Rack selbst, dessen Besonderheit der Leser erst im Laufe des Buches erlebt. Oder der Waisenjunge Theo, dessen Vater als Racks Assistent starb und der seitdem Racks Pflegesohn und gleichzeitig neuer Assistent ist. Nicht zu vergessen Lady C, wie Rack sie gegen ihre Proteste nennt, die nicht nur reich, sondern auch abenteuerlustig ist und darauf besteht, an den Ermittlungen persönlich teilzunehmen. Und natürlich die Attentäterin Jean, die sich an das von ihr verübte Attentat anscheinend überhaupt nicht erinnern kann. Dieser Personenkreis dürfte uns wohl auch in den Folgebänden erhalten bleiben und mit seiner Verschiedenheit für interessante Verwicklungen sorgen.
Auch schriftstellerisch kann das Buch punkten. Mit der abwechselnd aus Racks und aus Theos Perspektive erzählten Handlung zieht es den Leser schnell in seinen Bann – und entlässt ihn bis zum Ende nicht wieder aus diesem. Da der Fall bis zu diesem Ende jedoch nicht aufgeklärt ist, bleibt dem neugierigen Leser wohl kaum etwas anderes übrig, als sich demnächst auf Band 2 zu stürzen.

Fazit:
Teil 1 der „RACK“-Reihe entführt den Leser in eine Steam-Punk-Geschichte, die ihm auch für die Folgebände noch viel Vergnügen verspricht.

eBook

The Case of the Exploding Speakeasy

David E. Fessenden
The Case of the Exploding Speakeasy

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Sherlocks Patensohn

Klappentext:
Seeking to get out from under the shadow of his famous father, Dr. John Watson, and his father’s even more famous friend, Sherlock Holmes, young Thomas Watson signs on as a newspaper reporter in Philadelphia — a city that rivals Al Capone’s Chicago for its crime and corruption. Now Thomas suddenly finds himself caught up in the biggest story of his career: a suspicious explosion at a speakeasy, which kills the owner and his card-playing buddies.
From the scanty clues that Thomas compiles, he and Sherlock’s older brother, Mycroft, set out to solve the case. But can the pair uncover the truth and reveal the killer before one or both become the next victim?

Rezension:
Thomas Watson, der Sohn von Sherlock Holmesʼ berühmten Gefährten John Watson, ist nach Amerika ausgewandert und arbeitet dort als Journalist. Seine Arbeit besteht überwiegend darin, Nachrufe zu verfassen. So bekommt er eines Tages auch die Todesmeldung seines eigenen Vaters auf den Schreibtisch. Später auf dem Heimweg wird er Zeuge einer Explosion in einer Bar – einer illegalen Bar, denn wir befinden uns im Amerika der Prohibitionszeit. Und als er schließlich in seiner kleinen Wohnung ankommt, erwartet ihn auch noch ein unerwarteter Gast: der alternde Mycroft Holmes.
Jeder Leser des Klappentextes dürfte in diesem Buch wohl eine Detektivgeschichte nach dem Muster von Arthur Conan Doyles Sherlock-Holmes-Abenteuern erwarten. Leider führt diese Erwartungshaltung ins Leere. Dieses Buch beschreibt beinahe ausschließlich Thomas Watsons Leben als relativ erfolgloser Reporter. Die Aufklärung der Explosion kann man dabei fast nur als Nebenhandlung bezeichnen.
Was kann man zu diesem Buch ansonsten sagen? Sicher ist es stilistisch nicht schlecht geschrieben, wirkliche Spannung kommt allerdings kaum auf. Leider wird der Leser durch die Verwendung der Namen Doyles berühmter Helden in eine völlig falsche Erwartungshaltung versetzt, die dieses Buch nicht einmal ansatzweise erfüllen kann.

Fazit:
Vorsicht Mogelpackung! Mit Abenteuern à la Sherlock Holmes hat der Inhalt dieses Buches nur sehr wenig Ähnlichkeit.

Taschenbuch
eBook
Hörbuch

Unnatural History (Pax Britannia 1)

Jonathan Green
Unnatural History (Pax Britannia 1)

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De-Evolution

Klappentext:
Es ist das Ende des 20. Jahrhunderts und Queen Victoria regiert das Reich noch immer an oberster Stelle, gewartet von einer Babbage-esken Lebenserhaltungsmaschine. Aufwiegelungen und Unzufriedenheit wachsen so stetig in Magna Britannia, wie das ständige Streben von Schattenwesen nach Macht und Einfluss. Alles, was Sie in den viktorianischen Gothic-Novellen gelesen haben, ist wahr: Menschen können vom Tod wiederauferstehen, Dinosaurier leben noch immer in abgelegenen Bereichen der Welt (und im Londoner Zoo!), und auch Darwins Evolutionstheorie wurde korrekt nachgewiesen. Aristokratische Stammbaumhalter der Vampire setzen sich in Osteuropa durch und graben ihre Klauen in die königliche russische Familie, Dampf- und Uhrwerkbetriebene Robotersklaven arbeiten neben den Ärmsten der Gesellschaft, während logisch denkende Maschinen der Führungsschicht helfen, ihren Machtanspruch in dieser überbevölkerten Welt aufrecht zu erhalten. In diese Kulisse setzen wir nun den höflichen Dandy und Galgenvogel Ulysses Lucian Quicksilver, gelegentlicher Abenteurer und Agent im Dienste des Thrones, der für schattenhafte Herren arbeitet, welche verzweifelt ein Regime zu erhalten versuchen, das seit 150 Jahren andauert und nun von innen einzustürzen droht also keineswegs mehr das ist, was es zu sein scheint. Er bekämpft schnauzbärtige Schurken in den zylindrischen Gewölben der Unterwelt mit raffinierter Eleganz und modischer Stilsicherheit. Unterstützung findet er dabei in seinem unerschütterlichen Hausdiener Nimrod, während die Uhr des Big Bens das Jahr 2000 ankündigt und damit das Ende der Welt.

Rezension:
Nachdem Ulysses Lucian Quicksilver bei einer Expedition in den Himalaya verschwunden und seit längerem kein Lebenszeichen von ihm auffindbar ist, will sein Bruder ihn für tot erklären lassen. Doch gerade als die entsprechenden Dokumente unterzeichnet werden sollen, platzt ein höchst lebendiger Ulysses zur Tür herein. Viel Zeit, sich wieder einzuleben, bekommt er jedoch nicht. Nach einem nächtlichen Einbruch ins Natural History Museum, bei dem der Nachtwächter getötet wurde, beauftragt ein hochrangiger Politiker Ulysses Quicksilver mit der inoffiziellen Untersuchung des Falls. Schnell muss er feststellen, dass der Einbruch Teil einer großangelegten Verschwörung ist, in die Leute, von denen er es nicht erwartet, verwickelt sind. Kurz vor Queen Victorias 160. Thronjubiläum könnte dies ganz Magna Britannia, den Nachfolger des British Empire, der sich mittlerweile bis auf den Mond und den Mars erstreckt, ins Verderben stürzen.
Steam Punk im viktorianischen Zeitalter ist nichts Neues. Die Idee, dieses Zeitalter und mit ihm den Steam Punk bis zur Wende ins 21. Jahrhundert auszudehnen, dagegen schon. Für die Handlung spielt das jedoch kaum eine Rolle, könnte diese doch genauso gut 100 Jahre früher stattfinden, denn es tauchen eigentlich keine Elemente auf, die es nicht ähnlich auch in anderen Werken des Genres gäbe.
Wenn man den Klappentext betrachtet, muss gesagt werden, dass einige der darin genannten Elemente im Buch nicht oder nur ganz am Rande auftauchen. Wahrscheinlich ist es erst für spätere Bände der Reihe vorgesehen, diese zu benutzen. Es stellt sich lediglich die Frage, wieso diese Handlungselemente (wie zum Beispiel die Vampire) dann hier überhaupt schon erwähnt werden.
Konkret auf den vorliegenden Band bezogen liefert Jonathan Green jedoch ein lesenswertes und fesselndes Steam-Pank-Abenteuer mit einigen Fantasy-Elementen ab. Sein Schreibstil schafft es, den Leser schnell in den Bann zu ziehen, wozu wohl besonders der Einfallsreichtum des Autors beiträgt, der seinem Leser immer wieder selbst in diesem Genre unerwartete Geschöpfe präsentiert. Eine kleine Unstimmigkeit, die man aber wohl eher der Übersetzerin anlasten muss, soll jedoch nicht unerwähnt bleiben: Bei der Benennung der Monarchin wird immer wieder zwischen dem Original „Queen“ und der Übersetzung „Königin“ hin und her gewechselt.

Fazit:
Für Steam-Punk-Fans ist „Unnatural History“ zweifellos einen Blick wert, denn die „Pax Britannia“-Reihe könnte interessant werden.

Taschenbuch
eBook

Lockwood & Co. – The Hollow Boy

Jonathan Stroud
Lockwood & Co. – The Hollow Boy

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Rückseitentext:
As a massive outbreak of supernatural Visitors baffles Scotland Yard and causes protests throughout London, Lockwood & Co. continue to demonstrate their effectiveness in exterminating spirits. Anthony Lockwood is dashing, George insightful, and Lucy dynamic, while the skull in the jar utters sardonic advice from the sidelines. There is a new spirit of openness in the team now that Lockwood has shared some of his childhood secrets, and Lucy is feeling more and more as if her true home is at Portland Row. It comes as a great shock, then, when Lockwood and George introduce her to an annoyingly perky and hyper-efficient new assistant, Holly Munro.
Meanwhile, there are reports of many new hauntings, including a house where bloody footprints are appearing, and a department store full of strange sounds and shadowy figures. But ghosts seem to be the least of Lockwood & Co.’s concerns when assassins attack during a carnival in the center of the city. Can the team get past their personal issues to save the day on all fronts, or will bad feelings attract yet more trouble?
Danger abounds, tensions escalate, and new loyalties form in this third delightfully terrifying adventure in the critically acclaimed Lockwood & Co. series.

Rezension:
Eigenartige Dinge passieren – und das nicht nur im von Geistern heimgesuchten London. Nein, auch in unserer ganz realen Welt. Band 3 der „Lockwood & Co.“-Reihe, „The Hollow Boy“, war ursprünglich sowohl in der britischen als auch in der US-Ausgabe für den 15.09.2015 angekündigt. Als ich das Buch am 15.09. jedoch bestellen wollte, war der voraussichtliche Liefertermin der britischen Ausgabe bei Amazon plötzlich für Ende Oktober angegeben. Da ich nicht so lange warten wollte, bestellte ich mir die US-Ausgabe. Als ich mich jetzt nach dem Lesen gerade daran machte, diese Rezension zu verfassen, musste ich überrascht feststellen, dass die britische Ausgabe mittlerweile bei Amazon überhaupt nicht mehr gelistet ist. Hm? Was ist denn da los? Haben Lucy und ihre Kollegen bei der Suche nach Besuchern etwa den Verlag verwüstet? Die deutsche Übersetzung „Die Raunende Maske“ ist jedoch weiterhin für den 19.10.2015 angekündigt. (Wie man sieht, habe ich diese Rezension schon vor einiger Zeit verfasst.)
Aber kommen wir zum Buch selbst: Die Lage in England wird immer schlimmer. Im Londoner Stadtteil Chelsea nehmen die übernatürlichen Aktivitäten dermaßen überhand, dass sich die DEPRAC – die zuständige Aufsichtsbehörde – gezwungen sieht, ganze Straßenzüge zu evakuieren. Nach ihren bisherigen Erfolgen sind die Dienste der Agentur Lockwood & Co. so gefragt, dass Lockwood, George und Lucy oft jeder für sich alleine an verschiedenen Fällen parallel arbeiten müssen, um der vielen Aufträge Herr zu werden. So kann es nicht weitergehen! Deshalb stellt Lockwood eine Bürohilfe ein, Holly. Diese ist zwar ein Organisationstalent, Lucy kommt mit ihr allerdings überhaupt nicht gut aus. Das ändert sich auch nicht grundlegend, als Holly Lucy aus einer selbstverschuldeten komplizierten Lage befreit.
Doch schließlich hat George eine Theorie, wo die Ursache des katastrophalen ‚Chelsea-Outbreaks‘ liegen könnte. Um der Spur folgen zu können, müssen sich Lockwood und seine Freunde jedoch auf eine Zusammenarbeit mit ihrem Erzrivalen Kipps einlassen. In einem Kaufhaus, dass angeblich gar nicht von Erscheinungen heimgesucht wird, treffen sie des Nachts gleich auf hunderte. Als dann auch noch ein mächtiger Poltergeist in Erscheinung tritt, befinden sich alle Anwesenden in höchster Lebensgefahr.
Dem namensgebenden ‚hohlen Jungen‘ begegnen wir erst fast am Ende des Abenteuers. Wieso bei diesem Buch der Originaltitel – im Gegensatz zu den Bänden 1 und 2 – nicht ins Deutsche übersetzt, sondern ein abweichender erfunden wurde, erschließt sich mir jedoch nicht.
Wie bereits bei den vorherigen Bänden angemerkt, halte ich die Einstufung als Kinderbuch für fraglich. Jugendbuch fände ich erheblich passenden. Die Tatsache, dass Band 1 2013 für den „Los Angeles Times Book Prize“ in der Kategorie „Young Adult Literature“ nominiert war, zeigt wohl deutlich, dass ich mit dieser Meinung nicht alleine stehe.

Fazit:
Jonathan Stroud schafft es, das Niveau der beiden Vorgänger zu halten. Die „Lockwood & Co.“-Reihe bietet auch weiterhin echtes Suchtpotential. Ich kann diese Reihe allen Fantasy- und Detektiv-Story-Begeisterten nur empfehlen.

gebundenes Buch
Taschenbuch
Hörbuch
gebundenes Buch in der deutschen Übersetzung
eBook in der deutschen Übersetzung
Hörbuch in der deutschen Übersetzung

Sherlock Holmes und die Dokumente der Miss Adler

John Hall
Sherlock Holmes und die Dokumente der Miss Adler

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Mission in Böhmen.

Klappentext:
Sherlock Holmes und Doktor Watson auf Mission, den König von Böhmen zu retten.
Wie ein Jahr zuvor müssen Holmes und Watson erneut ein kompromittierendes Foto, das Miss Adler (nun Mrs. Norton) und den König von Böhmen zeigt, wiedererlangen.
Denn das Bild wurde Mrs. Norton von Karl, dem unehelichen Bruder des Königs, und dessen Cousin Gottfried gestohlen, der gleichzeitig der rechtmäßige Thronfolger Böhmens ist.
Das Bild ist das einzige Beweisstück einer einstigen Liebesbeziehung und bedroht nun aufgrund seiner diskreditierenden Wirkung einen wichtigen Friedensvertrag: Dankt der König nicht ab, gelangt das Foto an die Öffentlichkeit, der Friedensvertrag könnte platzen und das Land könnte in einem Bürgerkrieg versinken.
Doch sobald Sherlock und Watson in Böhmen ankommen, werden sie in einen Strudel aus Lügen, Intrigen und Komplikationen hineingezogen und Lösung des Problems scheint weit entfernt. Können die beiden den Fall lösen, ehe die Feinde des Königs mit ihren Machenschaften Erfolg haben?

Rezension:
Diese Geschichte stellt eine Fortsetzung der Original-Holmes-Story um Irene Adler und den König von Böhmen dar. Diesmal nimmt die ehemalige Miss Adler, mittlerweile verheiratete Mrs Norton selbst Kontakt zu Sherlock Holmes auf, da sie – nunmehr glücklich verheiratet – die Sache endgültig zu den Akten legen und ihren ehemaligen Geliebten vor Schaden bewahren möchte. Da sich das Corpus Delicti allerdings schon in falschen Händen und wahrscheinlich sogar schon in Böhmen befindet, bleibt Holmes und seinem treuen Helfer nichts anderes übrig, als sich schnellstens dorthin zu begeben und den König persönlich zu kontaktieren.
Der Autor selbst weist im Vorwort korrekterweise darauf hin, dass Böhmen im fraglichen Zeitraum in Wirklichkeit Bestandteil des Habsburgerreiches war und es somit im Gegensatz zur literarischen Vorlage Arthur Conan Doyles keinen König von Böhmen gab. Trotzdem begeht er in seiner Fortsetzung selbst erhebliche geographische Fehler. Beispielsweise fährt der Zug mit Holmes und Watson bei Sonnenuntergang am Rande des Schwarzwaldes entlang, welche noch am selben Tag ihr Abendessen in Wien einnehmen. Das ist selbst mit dem heutigen ICE nicht zu schaffen, viel weniger mit den Zügen in den 1890ern. Und wieso sollten eilige Reisende auf dem Weg von der Kanalküste nach Böhmen überhaupt einen Umweg über Wien machen?
Dabei trifft John Hall (eventuell ein Pseudonym eines deutschsprachigen Autors, da nirgends ein Übersetzer erwähnt wird) den Stil des Originals recht gut. Holmes und besonders Watson erscheinen stellenweise allerdings etwas out of character. Trotz dieser kleinen Einschränkung liest sich das Buch sehr gut und kann allen Sherlock-Holmes-Fans empfohlen werden. Das Ende des Buches dürfte den Leser jedoch überraschen, zumal es für die Handlung eigentlich unnötig ist.

Fazit:
Statt eines gänzlich neuen Abenteuers die Fortsetzung eines bekannten – Freunden des Original-Holmes kann es recht sein.

eBook

Lockwood & Co. – The Whispering Skull

Jonathan Stroud
Lockwood & Co. – The Whispering Skull

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Rückseitentext:
Ghosts and ghouls beware! Lockwood & Co. is back.
Life isn’t exactly peaceful in the psychic detection agency. Lucy and George are trying to solve the mystery of the talking skull trapped in their ghost-jar, while Lockwood is desperate for an exciting new case.
Things seem to be looking up when the team is called to investigate the grave of a sinister Victorian doctor. As usual, everything goes wrong – a terrible phantom is freed, and a dangerous object is stolen from the coffin. Lockwood & Co. must recover the relic before its power is unleashed, bur it’s a race against time. And if that’s not bad enough, the skull in the ghost-jar is stirring again …
The author of the blockbuster BARTIMAEUS sequence delivers another humorous and chilling instalment in the critically acclaimed LOCKWOOD & CO. series.

Rezension:
Lockwood und sein Team sollen an einer alten Galgenstätte den Geist eines einst Erhängten bannen. Nur übersehen sie dabei, dass Galgen früher gewöhnlich mehrmals benutzt wurden, und so bringt der erwartete Geist gleich noch ein paar Freunde mit – ziemlich viele sogar. Lockwood, Lucy und George bleibt nur ein hastiger Rückzug. Peinlicherweise taucht gerade in diesem Moment ihr Erzrivale Kipps mit seinem Team auf. Und die sind auf eine so große Anzahl Geister vorbereitet … Um seine Ehre zu retten, bietet Lockwood Kipps eine Wette an.
Nach dieser wenig erfolgreichen Nacht sind Lucy und ihre Kollegen froh, als sich gleich ein neuer Auftrag bietet. Eine Spezialfirma für Friedhofs-Beräumungen benötigt ihre Hilfe bei der Beseitigung eines offensichtlich nicht geheuren Grabes. Doch im Sarg befindet sich nicht nur eine mumifizierte Leiche, die Quelle eines ziemlich bösartigen Geistes ist, sondern auch noch ein extrem gefährliches Artefakt. Gerade das wird kurze Zeit später gestohlen, worüber Inspektor Barnes vom DEPRAC (DEpartment of Psychical Research And Control – deutsch: BEBÜP / Behörde zur Erforschung und Bekämpfung Übersinnlicher Phänomene, der Scotland Yard unterstellten Aufsichtsbehörde über die Agenturen) natürlich alles andere als erfreut ist. Um es schnellstmöglich wiederzubeschaffen, beauftragt er nicht nur Lockwood & Co. damit, sondern parallel auch noch Kipps Team. Und dieser Auftrag ist nicht als Bitte formuliert! Somit beginnt ein Wettlauf mit ihren Rivalen, wer es zuerst schafft. Dabei bekommen es die Spezialisten für Geister-Bannungen mit nicht gerade zimperlichen lebenden Gegnern zu tun, wie Lucy und Lockwood bald am eigenen Leib feststellen müssen.
Nach dem Vorgänger „Lockwood & Co. – Die seufzende Wendeltreppe“ stellt dieser Band eine würdige Fortsetzung dar. Die bereits bei dessen Besprechung erwähnten stilistischen Parallelen mit den klassischen Sherlock-Holmes-Erzählungen treten hier bei den Ermittlungen gegen einen Schwarzhändlerring sogar noch stärker in Erscheinung. Und dieser Vergleich sollte definitiv nicht negativ verstanden werden. Trotz aller detektivischer Arbeit kommen die Geister nicht zu kurz. Im Gegenteil: Auch der Gruselfaktor wird gegenüber dem Vorgängerband stellenweise noch erhöht.
Da die Fittes-Agentur in diesem Buch, das 7 Monate nach Band 1 handelt, ihr 50-jähriges Bestehen feiert und in diesem Zusammenhang Marissa Fittes berühmter Fall aus dieser Zeit als im Jahre 1962 stattfindend erwähnt wird, kann man die Handlung diesmal eindeutig im Jahr 2012 einordnen. Aber Vorsicht! Da zur großen Jubiläumsparty, zu der auch Lockwoods Team eingeladen ist, Abendkleidung erwünscht ist, muss sich Lucy Abendkleid und High Heels besorgen, was nicht gerade die geeignete Kleidung ist, wenn man zwischendurch noch ein paar inoffizielle ‚Umwege‘ machen will.
Ein Wort zum oben zitierten Rückseitentext: „Ghosts and ghouls beware!“ Nachdem in Band 1 schon diverse Typen Geister auftauchten, stellt sich hier natürlich sofort die Frage, was im Lockwood-Universum Ghule sind. Um es kurz zu machen: Weder im Text (469 Seiten) noch im auch hier wieder vorhandenen Glossar (15 Seiten) werden Ghule auch nur erwähnt. Vielleicht hätte der für den Rückseitentext zuständige Mitarbeiter des Verlags das Buch vor Verfassen des Textes mal selbst lesen sollen.

Fazit:
Meine positive Einschätzung zu „Lockwood & Co.“ kann ich auch nach dem Lesen dieses Bandes nur uneingeschränkt aufrechterhalten. Besonders erwachsenen Fantasy-Fans empfehle ich, sich von der Kinderbuch-Einordnung der Reihe durch den Verlag nicht abschrecken zu lassen.

gebundenes Buch
Taschenbuch
eBook
gebundenes Buch in der deutschen Übersetzung
Taschenbuch in der deutschen Übersetzung
eBook in der deutschen Übersetzung
Hörbuch in der deutschen Übersetzung