Bilder einer Ausstellung

Marianne Labisch (Hrsg.), Marco Habermann (Hrsg.), Gerd Scherm (Hrsg.)
Bilder einer Ausstellung

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Vom Bild über Musik und Geschichte zum Bild

Klappentext:
Beim Titel »Bilder einer Ausstellung« denken die meisten Menschen nicht an Visuelles, sondern an Musik. Seit rund hundertfünfzig Jahren regt Mussorgskis Komposition Musiker aus aller Welt zu neuen Interpretationen an. Doch wer kennt schon die auslösenden Bilder von Viktor Hartmann? Wer weiß um die Vorkommnisse, die hinter den Bildern stehen? Diese Anthologie transportiert die »Bilder einer Ausstellung« mit Storys und Gedichten erstmals in die Literatur. Erzählt, wozu diese Musik inspirieren kann und setzt die Worte in neuen Bildern um. Ein »work in progress«, ein Kunstwerk, das ständig weiterentwickelt wird. Und vielleicht zu neuer Musik anregt …
Mit einem Titelbild von Gerd Scherm und Illustrationen von Lothar Bauer, Detlef Klewer, Marianne Labisch, Eva Preuß, Gerd Scherm und Andreas Schwietzke.

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
Der Weg des Gnomus – F. A. Peters
Das Lied des Troubadours – Stefan Cernohuby
Die Toulierien brennen – Gerd Scherm
Der Ochsenkarren – Noëmi Sacher
Pas de deux – Gabriele Behrend
Die Ruhe nach dem Andante Gravo – Paul Sanker
Ignoranz stirbt nie – Verena Jung
Ex inferis – Sascha Dinse
Mit den Toten in einer toten Sprache – Regine D. Ritter
Die Hütte der Baba Jaga – Detlef Klewer
Der Plan – Marianne Labisch
sowie diverse „Zwischenspiel“e – Gerd Scherm
Wiktor (oder Viktor) Hartmann und Modest Mussorgski waren Freunde. Gut für die beiden. Das ändert allerdings nichts daran, dass ich von ihnen, bevor mir diese Anthologie in die Hände fiel, noch nie gehört hatte. Der eine war Maler, der andere Komponist, wie ich mittlerweile weiß. Beide lebten im 19. Jahrhundert. Nach Hartmanns Tod setzte Mussorgski dessen Bilder in Kompositionen um, die offenbar eine recht hohe Bekanntheit erreichten und bis in die heutige Zeit immer wieder von anderen Musikern bearbeitet wurden. In dieser Anthologie versuchen nun Autoren, die auf den Bildern beruhenden Kompositionen in Kurzgeschichten aus alles Sparten der Phantastik umzusetzen – die dann wiederum von Künstlern illustriert wurden. Falls jetzt jemand denkt, dass das ziemlich verrückt klingt, werde ich garantiert nicht widersprechen.
Nachdem ich vor kurzem die ebenfalls von Marianne Labisch zusammengestellte Anthologie „INSPIRATION – Die digitalen Welten des Andreas Schwietzke“, die auch Geschichten zu zugrundeliegenden Bildern versammelt, gelesen und weitgehend für gut befunden habe, konnte ich nicht widerstehen, als mir zu diesem Buch ein Rezensionsexemplar angeboten wurde. Leider fällt mein Urteil diesmal deutlich negativer aus. Der Spagat über die diversen Medien hinweg ist wohl doch etwas zu gewagt. Dazu kommt, dass viele der beteiligten Autoren ihre Beiträge sehr abstrakt und unfassbar angelegt haben. Gleich mehrfach wird mit mehreren Bewusstseinsebenen gespielt, wobei auch am Ende nicht erkennbar wird, welches die reale ist. Deshalb war ich innerlich schon auf einen totalen Verriss dieses Buches eingestellt, aber gerade den letzten 3 Kurzgeschichten der Anthologie gelang es dann doch noch, mich für sich zu überzeugen.
„Mit den Toten in einer toten Sprache“ wirkt zuerst wie eine Erzählung aus der Zeit, als die alten Pariser Friedhöfe in die Katakomben verlegt wurden. Regine D. Ritter gelingt es im Verlauf der Handlung jedoch für den Leser unerwartet, ein phantastisches Element einzuflechten.
Detlef Klewer schickt ein weggelaufenes junges Mädchen und eine Polizistin in seiner Story in „Die Hütte der Baba Jaga“. Eine überraschende, gelungene Geschichte.
In ihrem eigenen Beitrag „Der Plan“ lässt Herausgeberin Marianne Labisch schließlich den Teufel persönlich auf den russischen Zaren los. Eine überraschende Handlung nimmt ihren Lauf.

Fazit:
Bei diesem sehr außergewöhnlichen Anthologie-Projekt können leider nur 3 der 11 Kurzgeschichten überzeugen. Alles andere ist zu abstrakt.
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– Blick ins Buch –
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„Lord Breakinghams Geheimnis“, der von Rezensenten gelobte Jugendroman um einen Jungen, der unerwartet auf ein Internat gehen muss und Schockierendes über seine eigene Herkunft erfährt, ist in einer überarbeiteten Neuauflage erschienen. Ein Entwicklungsroman über den Wert der Freundschaft.
Nähere Infos zum Buch findet ihr hier: https://lordbreakingham.wordpress.com/
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