Noras Welten – 1 – Durch den Nimbus

Madeleine Puljic
Noras Welten – 1 – Durch den Nimbus

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Held und Bösewicht

Klappentext:
»Ich bin eine Gefangene der Geschichte. Etwas, das dort nicht hingehört.«
Nora Winter hat Angst vor Büchern, und das aus gutem Grund: Was sie liest, muss sie am eigenen Leib erleben. Mit Hilfe eines Hypnosetherapeuten will sie das Problem in den Griff bekommen, doch damit beginnen ihre Schwierigkeiten erst recht.
Gegen ihren Willen landen die beiden in einer Welt, die eigentlich nicht existieren dürfte – zwischen Rittern, Magiern, Drachen und Intrigen. Es gibt nur einen Weg zurück: Sie müssen die Geschichte bis zum Ende durchstehen.

Rezension:
Bill ist Psychologe und staunt nicht schlecht, als bei ihm eine neue Patientin, Nora, auftaucht und möchte, dass er sie per Hypnose zur Analphabetin macht. Als Begründung behauptet sie, beim Lesen würde sie immer körperlich in die Geschichten hineingezogen. Natürlich glaubt er ihr nicht, doch bei einer Demonstration kann er es selbst miterleben. Und plötzlich befindet er sich zusammen mit seiner Patientin mitten in der Welt einer mittelalterlichen Fantasygeschichte. Wie sollen sie jetzt zurück in die reale Welt kommen? Aus Erfahrung meint Nora, das Wichtigste wäre, die Handlung der Geschichte so wenig wir möglich zu verändern. Leichter gesagt als getan, wenn man keine Ahnung hat, wie das Buch, in das man gefallen ist, endet.
Abenteuer, in denen es die Helden in fremde Realitäten verschlägt, gibt es wohl schon, seit das Fantasy-Genre erfunden wurde. Wenn es sich dabei um einen männlichen Protagonisten und eine weibliche Protagonistin handelt, liegt der Verdacht, die ‚Reise‘ könnte romantische Folgen für beide haben, erfahrungsgemäß nahe. So viel sei jedoch verraten: Nein, es funkt nicht zwischen Nora und Ben. Zumindest nicht auf romantische Art – auch wenn das Cover diese Vermutung nahelegen könnte.
Madeleine Puljic führt ihre Leser in Noras und Bens Abenteuer in eine mittelalterlich geprägte Fantasy-Welt, die zwar durchaus dem Genre-typischen Mittelalter-Cliché entspricht, deren Realitätsferne in Gesprächen zwischen den beiden Reisenden jedoch wiederholt thematisiert wird. Auch sonst werden gewohnheitsgemäße Erwartungen immer wieder enttäuscht. Ist der Held der Geschichte wirklich so heldenhaft? Ist der böse Zauberer so abgrundtief böse? Gerade die Tatsache, dass manches anders als erwartet läuft, macht die Handlung immer wieder interessant. Da auch der Schreibstil überzeugen kann, steht einem (hin und wieder mit einem Augenzwinkern garnierten) Fantasy-Reise nichts im Wege. Und wie der Titel schon andeutet, wird dies wohl nicht Noras letzte Reise bleiben.

Fazit:
Diese Fantasy-Weltenreise ohne übertriebene Romanze kann gefallen. Auch für die kommende(n) Fortsetzung(en) bietet die Idee noch Potential.

 

Aktuelle Ergänzung:
Übrigens hat Madeleine Puljic mit dieses Buch gerade den Deutschen Selfpublishing-Preis 2017 gewonnen!

 

– Blick ins Buch –

⇐ Taschenbuch bei Amazon
auch bei Hugendubel

⇐ eBook für Kindle bei Amazon
.

Banner
Tipps für preisgünstigen Lesestoff

.

Im Zeichen des Lotus – 4 – Die ungleichen Zwei

Valerie Loe
Im Zeichen des Lotus – 4 – Die ungleichen Zwei

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Die Geschichte des Lügners

Klappentext:
Jede Nacht, ungesehen, unbemerkt von den Menschen, wird ein Krieg gefochten. Seit mehr als tausend Jahren treffen sich in den Schatten zwei Mächte, Chaos und Ruhe, Feuer und Eis, die ihre Schlachten schlagen bis zum Ende aller Zeit.
Penelope musste nicht lange überlegen, als sie Oz auf der Straße fand. Sie nahm ihn mit nach Hause, gewillt ihn zu pflegen, bis es ihm besser ginge, bis er gehen konnte.
Vielleicht erhält sie nun Antworten auf ihre Fragen.
Vielleicht hat sie sich aber auch ihren Untergang in ihr Haus geladen.
Ihr neues Leben ist zerbrechlich. So einfach zu stören.

Rezension:
Nach einem Kampf gegen zahlenmäßig überlegene Nim ist der Solani Oz verletzt und erschöpft. Penelope nimmt den Bewusstlosen mit zu sich und pflegt ihn gesund. Endlich erfährt sie etwas über die Hintergründe der Solani und Nim – wenn auch nur in sagenhafter Form. Ozʼ Mitkämpfer machen sich unterdessen Sorgen um ihn und starten eine groß angelegte Suche.
Im mittlerweile 4. Band der Reihe gewährt Valerie Loe ihren Lesern erstmals etwas weitergehende Einblicke in das Geheimnis der magischen Wesen. Auch wenn die Hauptprotagonistin weiterhin nichts über ihre eigenen Hintergründe erfährt, gewinnt sie – und mit ihr der Leser – endlich ein paar grundlegende Informationen über den Kampf, in dem sie mittendrin steckt. Doch leider sind selbst diese stark Legenden-behaftet und nicht zwangsläufig korrekt. Auch die einzelnen Solani lernt der Leser jetzt etwas näher kennen und damit verstehen. Durch die damit zunehmende Komplexität des Geschehens wird die Story noch interessanter, als sie es bisher bereits war.
Was bisher noch völlig im Dunkel liegt, ist allerdings der Titel der Reihe, denn ein ‚Zeichen des Lotus‘ trat bisher noch gar nicht in Erscheinung.

Fazit:
Im bisher besten Band der Reihe liegt der Schwerpunkt weniger auf neuen Kämpfen als vielmehr auf Hintergrundinfos.

– Blick ins Buch –

⇐ Taschenbuch bei Amazon
auch bei Hugendubel

⇐ eBook für Kindle bei Amazon
auch als eBook für alle anderen Reader bei Weltbild oder bei Hugendubel

⇐ Sammelband Bände 1 bis 6 als Taschenbuch bei Amazon
auch bei Hugendubel

⇐ Sammelband Bände 1 bis 6 als eBook für Kindle bei Amazon
auch als eBook für alle anderen Reader bei Hugendubel

.

Banner
Tipps für preisgünstigen Lesestoff

.

Der Hexenjäger

Michael Sullivan
Der Hexenjäger

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Die Hexen müssen weg – koste es, was es wolle

Klappentext:
Werden Sie von Hexen verflucht, von Vampiren, Werwölfen, Zombies oder anderem üblen Gelichter geplagt? Schreiben Sie an Sepp O’Brien, postlagernd. Der Hexenjäger rückt mit detaillierten Beschreibungen aller existierenden Ungeheuer der Welt sowie ihrer Stärken und Schwächen an und hat die nötigen Mittel, diesen Störenfrieden den Garaus zu machen. Allerdings ist Vorsicht geboten: Kollateralschäden sind bei seinen Einsätzen eher die Regel als die Ausnahme!
Die Figur des Hexenjägers Sepp O’Brien, basierend auf einem Onkel des Autors, trieb in einem Roman und vier Kurzgeschichten noch vor den ungleich berühmteren Ghostbusters ihr Unwesen. Die Texte liegen mit einer eigens für diese Gelegenheit geschriebenen Einführung hier erstmals gesammelt vor.

Rezension:
Der irischstämmige Bayer Sepp OʼBrien hat einen nicht ganz alltäglichen Beruf; er ist Hexenjäger. Andere übernatürliche Schädlinge entsorgt er bei Bedarf aber auch. Das Problem für seine Auftraggeber besteht nur darin, dass so ein heimgesuchtes Schloss danach zwar mit Sicherheit frei von Geistern und anderen ungebetenen Mitbewohnern, eventuell aber auch für die menschlichen Besitzer nicht mehr bewohnbar ist. Höflichkeit und gute Umgangsformen sind auch nicht seine Stärke. Obwohl Sepps Auftragslage nicht schlecht ist – schließlich gibt es in dem Job nicht allzu viel Konkurrenz –, wird er mit seiner Arbeit deshalb auch nicht reich.
Der Autor Michael Sullivan (eigentlich Klaus-Michael Vent) veröffentlichte seine Kurzgeschichten um den Hexenjäger Sepp OʼBrien ursprünglich in der 70er und 80er Jahren in Fanmagazinen. Später kam auch ein ganzer Roman dazu. Mit der aufkommenden Möglichkeit des Selfpublishing entschied er sich schließlich, Sepps Abenteuer überarbeitet als Sammelband neu zu veröffentlichen. Die einzelnen Geschichten werden dabei von wechselnden Beobachtern erzählt, die im Laufe der Säuberungsaktion meist auch die eine oder andere Beule (oder schlimmeres) abbekommen. Mit seiner Dampfhammer-Mentalität sorgt der Hauptprotagonist dabei immer wieder für eine große Portion Humor. Für den Leser, versteht sich. Sepps Mitmenschen finden das alles wohl erheblich weniger lustig.
Magische ‚Schädlingsbekämpfer‘ trifft man in der (komischerweise meist Trivial-)Literatur ja relativ häufig an. Ein Mitglied dieser Zunft, das für so viel Chaos sorgt, ist mir aber bisher noch nicht untergekommen.

Fazit:
Diese humorvolle Hexenjagd kann Fantasy-Freunden mit einem Gespür für derben Humor sehr empfohlen werden.

– Blick ins Buch –

⇐ Taschenbuch bei Amazon

⇐ eBook für Kindle bei Amazon
.

Banner
Tipps für preisgünstigen Lesestoff

.

Das Erbe der Macht – 8 – Opfergang

Andreas Suchanek
Das Erbe der Macht – 8 – Opfergang

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Kleopatras Falle

Klappentext:
Die Lichtkämpfer lecken ihre Wunden. Viel Zeit bleibt jedoch nicht. Leonardo befindet sich in Gefangenschaft, Marks Unterlagen bleiben verschwunden und die Jagd nach dem dritten Sigilsplitter geht weiter.
Als sich Nostradamus mit einer wichtigen Information meldet, müssen die Lichtkämpfer reagieren, um Schlimmeres zu verhindern. Denn die Schattenkrieger sinnen auf Rache.

Rezension:
Die Schlacht ist beendet, doch obwohl die Lichtkämpfer siegreich aus dieser hervorgingen, haben sie kaum Grund zum Feiern. Leonardo ist in der Gewalt der Gegner, viele ihrer noch unerfahrenen Mitlieder sind noch im Bernstein eingeschlossen und können derzeit nicht befreit werden. So müssen sich die einsatzfähigen Teams aufteilen, um an möglichst vielen Stellen weiterarbeiten zu können. Zum einen muss die Suche nach dem noch fehlenden Sigilsplitter weitergehen, zum anderen muss überprüft werden, ob die Erben des letzten Sehers noch Unterlagen in ihrem Besitz haben.
Wer nach dem vorhergehenden Band dachte, jetzt würde es im Castillo vorübergehend etwas ruhiger zugehen, hat sich getäuscht. Aber wer von den Fans dieser Reihe oder allgemein ihres Autors Andreas Suchanek wäre schon auf diese Idee gekommen? Die wissen schließlich, dass eine Ruhepause nicht zu erwarten ist. Gewohnt gekonnt treibt der Autor die Handlung voran. Und über seinen Stil und seine Konstruktionskünste muss beim mittlerweile 8. Band wohl nichts mehr gesagt werden.

Fazit:
Die Schlacht ist gewonnen – auf in die nächste! Aufregend geht es weiter.

– Blick ins Buch –

⇐ eBook für Kindle bei Amazon
auch als eBook für alle anderen Reader bei Weltbild oder bei Hugendubel
.

Banner
Tipps für preisgünstigen Lesestoff

.

Eine Peter-Grant-Story – 6 – Der Galgen von Tyburn

Ben Aaronovitch
Eine Peter-Grant-Story – 6 – Der Galgen von Tyburn

Übersetzung: Christine Blum

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Die Spur des toten Mädchens

Klappentext:
Wie man einem gesichtslosen Magier zu Leibe rückt, was die Bewohner von Londons teuerster Immobilie so treiben und wie ungünstig es sein kann, wenn man Lady Tyburn einen Gefallen schuldet – diese und noch mehr erfreuliche Erkenntnisse warten bei seinem neuen Fall auf Police Constable Peter Grant. Einen Einblick ins Leben der Reichen und Schönen von London gibt es gratis dazu. Und die öffentliche Sicherheit und Ordnung aufrechterhalten sollte er bei all dem möglichst auch noch.
In seinem sechsten Fall muss der Londoner Police Constable und Zauberlehrling Peter Grant …

  • ein verschollenes Buch finden,
  • einen verdächtigen Todesfall auf einer Party der Reichen und Schönen Londons aufklären,
  • versuchen, es sich dabei nicht völlig mit Lady Tyburn zu verscherzen,
  • vermeiden, vom gesichtslosen Magier ins Jenseits befördert zu werden,
  • sich mit einem ganzen Haufen rauflustiger Amerikaner herumschlagen, die definitiv zu viel ›24‹ gesehen haben.

Und Lesley ist zurück.
Kurz: Peter bekommt die einzigartige Gelegenheit, es sich mit alten Freunden zu verderben und sich dabei jede Menge neuer Feinde zu machen. Immer vorausgesetzt, er überlebt die kommende Woche.

Rezension:
Peter Grant ist wieder da! Doch kaum liegt er mit Beverley im Bett, bekommt er einen Anruf von deren Schwester Ty. Bei einer Drogenparty von Jugendlichen gab es einen Todesfall. Unter den Festgenommenen ist auch Tys Tochter – und Peter soll diese möglichst unauffällig ʼraushauen. Das erweist sich als nahezu unmöglich, denn plötzlich ist Tys Tochter sogar die Hauptverdächtige. Und bei der Obduktion des Opfers finden sich Spuren von Magie! Spätestens das macht die Sache auch in rein dienstlicher Hinsicht für Peter und seinen Chef Nightingale interessant. Auch der Gesichtslose scheint in den Zwischenfall verwickelt zu sein, und der hat eine neue Assistentin. Dass auch noch schießwütige amerikanische Magie-Ermittler auftauchen, verkompliziert die Ermittlungen noch weiter. Lady Ty ist höchst sauer auf Peter.
Zum Stil von Ben Aaronovitchs „Peter Grant“-Reihe muss man wohl nicht mehr viel sagen. Allen Fans der Reihe ist es ohnehin bekannt – und Neueinsteiger sollten diese lieber von Anfang an lesen, statt mit diesem Band einzusteigen. Auch diesmal gibt es natürlich wieder zahlreiche Reminiszenzen auf Popkultur, Architektur und Polizeiarbeit. Dass Peter allen Widrigkeiten zum Trotz auch dieses Abenteuer überlebt, muss wohl nicht extra erwähnt werden. Schließlich wird er ja noch gebraucht. Diese herrlich schräge Fantasy-Krimi-Reihe macht auch im mittlerweile 6. Band Spaß. Und vielleicht gelingt es Peter ja sogar, endlich die Identität des gesichtslosen Magiers zu lüften. Und den Fall ins Trockene zu bringen, ohne von Ty ersäuft zu werden.
Die einzigen nicht ganz so positiven Punkte, die hier erwähnt werden müssen, betreffen die deutsche Übersetzung. Im Original heißt dieser Band „The Hanging Tree“. Das lässt sich natürlich nicht wörtlich übersetzen. Die sinngemäße Übersetzung wäre wohl „Der Galgenbaum“. Beim titelgebenden „Hanging Tree“ handelt es sich allerdings um einen Pub, der in der Geschichte eine Rolle spielt. Und der befindet sich weder im ehemaligen Dorf Tyburn, noch gehört er Lady Tyburn oder liegt am gleichnamigen Fluss. Da ist der deutsche Titel wohl nicht ganz glücklich gewählt. Und dann die lieben Hausnummern … Im ganzen Buch wird immer wieder die Adresse des Tatortes mit „Hyde Park Nummer Eins“ genannt, was im Original sicher „Number One, Hyde Park“ hieß. Sorry, aber in meinen Augen ist diese Anpassung an hiesige Gepflogenheiten eine üble Eindeutschung und fällt nicht unter den Begriff Übersetzung. Eine Hausnummer in Großbritannien gehört auch in deutscher Sprache vor den Straßennamen.

Fazit:
Eine neuer Peter Grant, wie jeder Leser und Fan es sich wünscht: humorvoll, spannend und einfach magisch.

– Blick ins Buch –

⇐ Taschenbuch bei Amazon
auch bei Weltbild oder bei Hugendubel

⇐ eBook für Kindle bei Amazon
auch als eBook für alle anderen Reader bei Weltbild oder bei Hugendubel

⇐ Hörbuch bei Amazon
auch bei Weltbild oder bei Hugendubel
.

Banner
Tipps für preisgünstigen Lesestoff

.

Die Chroniken von Pathaar – 1 – Welt aus Sand

Martin P. Anderfeldt
Die Chroniken von Pathaar – 1 – Welt aus Sand

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Ynsekti-Probleme

Klappentext:
In einer Welt, die von riesigen, insektenähnlichen Wesen beherrscht wird, wächst Mira in relativer Sicherheit auf. Als Kronprinzessin von Bedivere, eines mächtigen Stadtstaats in der großen Ebene, lebt sie privilegiert, wenn auch in einem „goldenen Käfig“. Ihr sorgenfreies Leben findet ein jähes Ende, als ihre einzige Freundin durch eine Intrige unter Verdacht gerät und ihr die Todesstrafe droht. Wenn Mira sie retten will, muss sie selbst aktiv werden. Auf dem Spiel steht nicht nur das Schicksal der Prinzessin, sondern das der ganzen Menschheit.

Rezension:
Bedivere ist die einzige erhalten gebliebene Stadt weit und breit. Um sie herum gibt es nur Wüste, kleine, von ihr abhängige Dörfer und Nomaden. So sieht sich die Stadt als letzte Bastion der Kultur, doch die Herrschenden wissen längst, dass die Macht Bediveres am Sinken ist. Kronprinzessin Mira ahnt davon nichts – bis sie unvermittelt in die Machtspiele hineingerät.
Und dann gibt es noch Jupiter, die Stadt auf Rädern, die durch die Wüste fährt. Kato lebt dort als Mechanikus in Ausbildung, ein in dieser hoch technisierten Stadt, deren Bewohner Bedivere und erst recht die kleinen Dörfer für extrem rückständig halten, angesehener Beruf. Doch eines Tages nimmt seine Karriere eine unerwartete Wendung.
Martin P. Anderfeldts Fantasy-Roman über die beiden so verschiedenen Städte und 2 Jugendliche, deren Leben plötzlich auf den Kopf gestellt wird, bietet zahlreiche unerwartete Wendungen. Während Mira nicht einmal weiß, was in der Stadt außerhalb des Palastes vorgeht, hat Kato zu Beginn recht einseitige Ansichten. Schon bald müssen jedoch beide ihr bisheriges Leben hinter sich lassen und stecken voneinander unabhängig in Abenteuern, die sie sich nie erträumt hätten. Die Ynsekti, riesenhafte Insekten verschiedener Art, sind dabei bei weitem nicht die einzige Gefahr.
Mit „Welt aus Sand“ legt der Autor ein genremäßig nicht ganz einfach einzuordnendes Werk vor. Auch wenn man es zunächst der Fantasy zuordnen möchte, stellt sich dann heraus, dass es auch dystropische Züge enthält. Ist die Welt, in der Kato und Mira leben, vielleicht unsere nach dem Untergang unserer Kultur? Eine eindeutige Antwort darauf gibt es (zumindest in diesem Band) nicht. Außerdem finden sich auch Steampunk-Elemente wie die wandernde Stadt Jupiter oder die Mima-Krieger und eine Prise SciFi. Wohin sich der Schwerpunkt in den folgenden Bänden verlagert, kann nur vermutet werden, denn dieser Band ist nicht in sich abgeschlossen, sondern endet mit einem Cliffhanger. Wie sich die Ereignisse für die verfeindeten Städte und ihre Bewohner weiterentwickeln, muss sich (hoffentlich bald) zeigen.
Mit der „Die Chroniken von Pathaar“-Reihe gelingt es Martin P. Anderfeldt, die Grundlage für ein gelungenes Jugendabenteuer zu legen, das sich als echter Pageturner erweist. Zu spannend sich Miras und Katos Abenteuer. Da will der Leser ständig wissen, wie es weitergeht. Durch die wechselnde Erzählperspektive wird die Geduld dabei manchmal auf eine recht harte Probe gestellt.
„Welt aus Sand“ erweist sich als ein auch sprachlich und stilistisch gelungenes Buch.

Fazit:
Ein gelungenes Fantasy-Jugendabenteuer mit Elementen diverser anderer Genres, das für thematisch Interessierte eine Leseempfehlung verdient.

– Blick ins Buch –

⇐ Taschenbuch bei Amazon

⇐ eBook für Kindle bei Amazon
.

Banner
Tipps für preisgünstigen Lesestoff

.

Illumanati: Von Göttern, Dämonen und Seekühen

Leif Inselmann
Illumanati: Von Göttern, Dämonen und Seekühen

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Die Sorgen der Engel

Klappentext:
Seekühe regieren im Geheimen die Welt. Ein Dämon nistet sich als unliebsamer Mitbewohner ein. Und Götter vertreiben sich die Zeit mit absonderlichen Projekten. Ganz abgesehen von der Bürokratie des Himmels, die den Engeln zunehmend über den Kopf wächst… Acht satirische Geschichten geleiten den Leser durch die Absurditäten menschlicher Vorstellungskraft, von Verschwörungstheorien bis hin zum etwas anderen Exorzismus. Die Verletzung religiöser Gefühle wird billigend in Kauf genommen.
Inhalt: Der Dämon auf dem Sofa / Illumanati / Himmlische Verhältnisse / Gottesaustreibung / Zwei Propheten und ein Götze / Bervenis Moralproblem / Eine (rechtsesoterische) Dystopie / Schieß den Star!

Rezension:
Welche Umgangsformen gelten für Dämonen im Wohnzimmer? Sind Seekühe harmlose Vegetarier? Ist der Job des Ministers für interreligiöse Angelegenheiten wirklich erstrebenswert? Wie können sich Eltern einer kleinen Tochter helfen, wenn die plötzlich von Gott besessen ist? Wie vertreiben sich Götter die Langeweile? Und wer weiß auf all diese Fragen eine Antwort?
Zumindest die letzte Frage hat eine sofortige Beantwortung verdient. Und die heißt: Leif Inselmann. Was der Autor hier an Kurzgeschichten präsentiert, ist einfach zum Totlachen! Wie soll ein pflichtbewusster Engel auch auf eine Eingabe von Lenin reagieren? Hätte man die Hölle doch nur nie ans Internet angeschlossen!
Als Leser macht es einem einfach Spaß, zuzusehen, wie sich die Protagonisten mit diesen absurden Problemen herumschlagen müssen. Es sind schließlich nicht die eigenen. (Nein, auf meinem Wohnzimmersofa sitzt definitiv kein Dämon!) Sprachlich wird das alles angenehm flüssig dargeboten, sodass die Seiten nur so an einem vorbeiziehen und das Buch fiel zu schnell beendet ist.
… und am Ende erfahren wir auch noch die ultimative Lösung für das Dschungelcamp-Problem. Mögen es sich die Verantwortlichen eines gewissen Fernsehsenders zu Herzen nehmen.

Fazit:
Der herrlich schräge Humor macht dieses Buch zu etwas Einzigartigem. Für alle Fans humorvoller Fantasy eine absolute Leseempfehlung!

– Blick ins Buch –

⇐ Taschenbuch bei Amazon

⇐ eBook für Kindle bei Amazon
.

Banner
Tipps für preisgünstigen Lesestoff

.

In den Nordlanden – 1 – Im Glanz der Welten

Âsa Böker
In den Nordlanden – 1 – Im Glanz der Welten

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Die Suche nach den Diamantblumen

Klappentext:
Die sechzehnjährige Silke aus dem schwedischen Silvbro flüchtet nach einer Mobbingattacke in die Anderswelt »Nordland«. Nach dem Übergang begegnet sie zwei gleichaltrigen Mädchen, die sich bereits im Leben behaupten mussten: Yrsas Mutter wurde als Hexe verbrannt und Unna ist gezwungen, als riesenhafte Missgeburt in der Schmiede ihres Vaters zu schuften. Zusammen machen sich die Mädchen auf, dem Jahrhundertereignis Nordlands zu folgen: Leit. Unter Bewachung von grimmigen Soldaten ziehen eintausend zwangsrekrutierte Pflückerinnen aus, um die heiligen Diamantblumen zu ernten, die im unwegsamen Moor Fenmarken wachsen. Den Befehl über alle hat der ehrgeizige Anführer Crispin Silberschwert, der die Ehre seiner Familie wiederherstellen muss. Doch die Arbeit im Moor ist gefährlich und nicht alle Mädchen werden Leit überleben.

Rezension:
Silke ist 16 und hat keinen einzigen Freund. Ihre sehr esoterisch angehauchte Mutter ist daran nicht ganz unschuldig, drängt sie ihrer Tochter doch den von ihr selbst bevorzugten Kleidungs- und Lebensstil auf, was dazu führt, dass Silke keine einzige Jeans und auch weder Handy noch Computer besitzt. Als sie aufs Gymnasium kommt, hofft Silke, dass jetzt alles besser wird, aber schnell muss sie feststellen, dass gerade ihre beiden Erzfeindinnen auch hier wieder in ihrer Klasse sind. Eine von diesen, Amanda, treibt es diesmal besonders weit und macht Silke überall lächerlich. Schon seit ihrer Kindheit hat Silke die Begabung, zwischen den Welten wechseln zu können, doch mittlerweile glaubt sie selbst, dass das nur kindliche Träumereien waren. Jetzt beschließt sie jedoch, wegzulaufen und einen dauerhaften Sprung in die andere Welt zu versuchen. Es gelingt, und sie trifft hier auf die gleichaltrigen Mädchen Yrsa und Unna, die ebenfalls ihr bisheriges Leben hinter sich lassen wollen. Gemeinsam beschließen sie, an der bevorstehenden Leit, einer Suche nach seltenen Blumen, die nur alle 100 Jahre stattfindet und bei der tödliche Unfälle vorhersehbar sind, teilzunehmen. Bösartige Menschen und Wesen, von denen Silke noch nie gehört hat, bedrohen schon bald ihre Leben.
Wieso beginnen viele jugendliche Urban-Fantasy-Geschichten eigentlich mit Protagonisten, die in ihrem bisherigen Leben gemobbt wurden? Um diesen einen Anreiz zu bieten, sich auf das meist nicht ungefährliche Abenteuer einzulassen? Vermutlich ist das einer der, wenn nicht der hauptsächliche Beweggrund der Autoren. Man muss allerdings zugeben, dass diese Erzählweise oft funktioniert. So auch hier. Spätestens mit Silkes erstmaligen durch den Leser miterlebten Weltenwechsel nimmt einem das Buch gefangen. Dabei begegnet man zusammen mit Silke mythischen Wesen, die nicht so ganz dem ‚Hollywood-Standart‘ entsprechen. Auf Vampire, Zauberer und Werwölfe muss man verzichten. Dafür trifft man auf Huldra, Nykr, Grauvättar und Draugar. Wobei letzteren eine gewisse Verwandtschaft mit Zombies wohl nicht abzusprechen ist.
Der Autorin Âsa Böker gelingt es hier, aus einer schon oft ähnlich gelesenen Ausgangslage ein völlig alleinstehendes Fantasy-Abenteuer mit außergewöhnlichen Handelnden zu entwickeln. Das Ganze fesselt den Leser schnell, woran wohl auch der angenehme Schreibstil seinen Anteil hat. Auch wenn dieses Buch den Auftakt einer Reihe darstellt, kann man es auch alleinstehend lesen, da es (im Gegensatz zu zahlreichen anderen Reihen-Starts) ein in sich logisches Ende bietet.
Ein paar Worte zur Übersetzung des ursprünglich schwedischen Werkes: Leider wurden ein paar Namen (beispielsweise Leutnant Silberschwert, der im Original bestimmt anders hieß) eingedeutscht. Das finde ich schade. Die deutsche Bedeutung solcher Namen hätte man auch mit einer Fußnote beim erstmaligen Auftauchen erklären können. Es fällt allerdings auf, dass der Verlag keinen Übersetzer nennt, Âsa Böker laut Kurz-Vita aber mit einem Deutschen verheiratet ist. Hat sie die Übersetzung eventuell sogar selbst vorgenommen?

Fazit:
Eine wirklich außergewöhnliche Urban Fantasy für junge und junggebliebene Leser, die die Aufmerksamkeit Genre-Interessierter sehr verdient.

– Blick ins Buch –

⇐ Taschenbuch bei Amazon

⇐ eBook für Kindle bei Amazon
auch als eBook für alle anderen Reader bei Weltbild oder bei Hugendubel
.

Banner
Tipps für preisgünstigen Lesestoff

.

Tierliebe

Thomas Kowa
Tierliebe

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Wo die Liebe hinfällt

Klappentext:
Eine kleine Geschichte über die Zoophilie
Drei Männer, ein Tintenfisch und ein viel zu kleines Aquarium. Da kann es nur einen Ausweg geben …

Rezension:
Als Andreas einem Kumpel seine Braut vorstellt, kann dieser es kaum glauben, denn diese ist definitiv nicht menschlich. Andreas offenbart ihm, dass er beabsichtigt, eine Tintenfisch-Dame zu heiraten, die er von Urlaub am Mittelmeer mitgebracht hat. Mensch und Tintenfisch – geht das denn überhaupt?
Und wieder hat Thomas Kowa eine zugegeben ‚etwas‘ skurrile Idee in eine Kurzgeschichte umgesetzt. Dem Leser kann es nur recht sein, dürfte bei der Diskussion zwischen den beiden Freunden doch kein Zwerchfell entspannt bleiben. Ob Andreas seinen alten Freund wohl überzeugen kann, wie viel ihm die Tintenfischin wert ist?

Fazit:
Lachmuskeltraining um eine sexy Tintenfisch-Frau – da bleibt garantiert kein Auge trocken.

– Blick ins Buch –

⇐ eBook für Kindle bei Amazon
auch als eBook für alle anderen Reader bei Weltbild oder bei Hugendubel
.

Tipps für preisgünstigen Lesestoff

.

Trywwidt – 2 – Falsche Freunde

Klara Bellis
Trywwidt – 2 – Falsche Freunde

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Ach du fieser Frettchenfurz!

Klappentext:
Käferkacke! Es könnte alles so einfach sein, wenn Korwin Schwarzvogel kein Vampir wäre. So aber muss die Elfe Trywwidt um sein untotes Leben fürchten, denn ihre Mitelfen wollen es bei einer Rettungsaktion auslöschen. Dabei hat sie das Ganze überhaupt erst angerührt, um ihre Freundin Phyrridt zu befreien, die als albtraumhafter Schmerzensschrei zwischen den Welten herumgeistert. Auch im Hause Schwarzvogel ist nicht alles eitel Mondenschein. Dunkle Wolken ballen sich über Korwin zusammen und werfen ihre blutigen Schatten voraus, was Trywwidts Rettungsmission erschwert.
Wenn die Elfe scheitert, würde das nicht nur ihren eigenen Tod bedeuten, sondern ganz nebenbei die Welt der Menschen ausradieren.
Allergikerhinweis: Achtung! Dieses E-Book enthält Spuren von Elfen, Vampiren, Architekten und so gut wie keine expliziten Szenen. Nur ganz wenige. So ein bisschen angedeutet.

Rezension:
Kaum glaubt Korwin, nach dem ganzen Wirbel um die gefährliche Pflanze im 1. Trywwidt-Band „Die Kaiserin der ewigen Nacht“ endlich Ruhe vor der nervigen Elfe Trywwidt zu haben, steht diese schon wieder auf der Matte. Aber nein, wenn sie doch nur auf der Fußmatte vor der Haustür stände! Mit ihrem Portalöffner platzt sie einfach mitten im Zimmer aus einem Dimensionsportal. Und das immer wieder. Aber auch seine menschliche Assistentin Ira bereitet ihm Sorgen, ist für diese doch plötzlich ein Architekt wichtiger als er. Und mit seinen lieben Mitvampiren scheint sich auch Ärger anzubahnen …
Klara Bellis’ doch recht außergewöhnliche Elfen sind wieder da, und deren Schimpfwort-Repertoire ist definitiv nicht geschrumpft. Nach wie vor entsprechen weder diese Elfen noch die Vampire so ganz dem, was der Genre-erfahrene Leser erwarten dürfte. Bei all deren teilweise lebensgefährlichen Abenteuern bleibt dem Leser also auch diesmal wieder genug Grund zum Schmunzeln. Daran, dass alle Hauptelfen, -vampire und -menschen überleben, besteht wohl von Anfang an kein großer Zweifel, werden diese doch noch für Band 3 benötigt.
Der Autorin gelingt es auch in dieser Fortsetzung wieder, eine sehr unterhaltsame und außergewöhnliche Urban-Fantasy-Story zu liefern. So hat man Elfen noch nie erlebt – zumindest wenn man von Teil 1 absieht. In diesem Band treten zur Abwechslung allerdings auch ein paar Vampire in Erscheinung, die eher dem gängigen Cliché entsprechen und Menschen nur als Nahrungsmittel betrachten. Für Aufregung ist also gesorgt. Das alles wird wieder in einem sehr flüssigen Schreibstil dargeboten, den zu lesen einfach Spaß macht.
Und plötzlich ist schon wieder die letzte Seite da und lässt den Leser auf ein baldiges Erscheinen des nächsten Bandes hoffen …

Fazit:
Mit Chaos-Elfen und depressiven Vampiren gehen die humorvoll-abenteuerlichen Ereignisse in Bergstadt in die nächste Runde.

– Blick ins Buch –

⇐ eBook für Kindle bei Amazon
.

Tipps für preisgünstigen Lesestoff

.