Drachenreiter – 2 – Die Feder eines Greifs

Cornelia Funke
Drachenreiter – 2 – Die Feder eines Greifs

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Kampf um das Leben der Fohlen

Klappentext:
Der Drachenreiter kehrt zurück!
In der Abgeschiedenheit Norwegens erreicht Ben eine schreckliche Nachricht: Die letzten drei Pegasusfohlen werden vermutlich nie schlüpfen und mit ihnen werden die geflügelten Pferde für alle Zeit aus dieser Welt verschwinden. Um sie zu retten, machen sich Ben und Barnabas mit einem äußerst ungewöhnlichen Expeditionsteam auf den weiten Weg nach Indonesien, um dort eines der gefährlichsten Fabelwesen der Welt zu finden. Denn nur die Sonnenfeder eines Greifs kann die Fohlen vielleicht noch vor dem Tode bewahren. Doch Greife hassen Pferde, und das Wesen, das sie als ihren ärgsten feind betrachten, ist Bens bester Freund – ein Drache.
Ein neue fantastisches Abenteuer mit Ben und seinem Silberdrachen Lung.

Rezension:
Ben, der am Ende seiner Abenteuer in „Drachenreiter“ von den Wiesengrunds adoptiert wurde, lebt seither mit diesen in einem verborgenen Fjord in Norwegen, wo sich alle zusammen um bedrohte Fabelwesen kümmern und diesen eine ungestörte Heimat bieten. Mittlerweile sind 2 Jahre vergangen. Kurz nachdem auf einer Forschungsreise in Griechenland das letzte überlebende Pegasuspaar gefunden wird, stirbt die Stute. Zum Glück hat sie kurz zuvor noch 3 Eier gelegt. Diese auszubrüten, dürfte ohne die Mutter jedoch äußerst kompliziert werden. Die einzige Hoffnung besteht darin, die Sonnenfeder eines Greifs zu besorgen. Doch Greife sind fast so selten wie Pegasi und noch dazu als extrem unfreundlich bekannt. Trotzdem machen sich Ben und sein Adoptivvater Barnabas auf den Weg, eine Sonnenfeder zu besorgen.
Dass volle 19 Jahre nach Erscheinen eines Buches eine Fortsetzung veröffentlicht wird, ist sicher außergewöhnlich. Wieso sich Cornelia Funke (erst) nach dieser langen Zeit entschlossen hat, ihren erfolgreichen „Drachenreiter“ weiterzuführen, könnte sie wohl nur selbst beantworten. Das Ergebnis kann jedoch überzeugen, kann man es doch als sogar noch besser als das Original bezeichnen. Gleich zu Beginn werden sogar einige damals offengebliebene Fragen beantwortet. So erfährt der Leser beispielsweise, dass Ben jetzt 14 ist, bei seinem damaligen Abenteuer also 12 war. Auch wie Ben damals ohne Eltern in das Lagerhaus in der Hamburger Speicherstadt kam, wird endlich enthüllt. In „Die Feder eines Greifs“ lernt der Leser noch erheblich mehr Fabelwesen kennen als im 1. Teil.
Dieses Buch ist in einer mitreisenden Art geschrieben, die auch erwachsene ‚Kinder‘ begeistern kann. Der Text ist mit zahlreichen Zeichnungen illustriert. Etwas eigenartig erscheint lediglich, dass die Heimat der Wiesengrunds in Norwegen, MÍMAMEIÐR, konsequent in Großbuchstaben geschrieben ist.

Fazit:
Allen Fans des „Drachenreiter“ – auch wenn sie mittlerweile erwachsen sind – kann diese Fortsetzung ausdrücklich empfohlen werden!

Hardcover
eBook
Hörbuch

Ein MORDs-Team – 13 – Die fünfte Dynastie

Andreas Suchanek
Ein MORDs-Team – Band 13 – Die fünfte Dynastie

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Die Frau mit der Maske

Klappentext:
Sonja Walker erinnert sich zurück an ihre Kindheit, als die Katastrophe auf Angel Island ihr einen Teil der Familie nahm. Hierzu möchte sie einen Blick in die Vergangenheit werfen, um eine Reportage zu drehen. Zusammen mit einem Teil des MORDs-Teams macht sie eine schreckliche Entdeckung, die die damaligen Ereignisse in einem anderen Licht erscheinen lässt.
Im Jahr 1985 betreten Jamie, Shannon, Harrison und Billy den Zirkusrummel, um einen unbeschwerten Tag zu verbringen. Stattdessen geraten sie mitten in die Katastrophe.
Dies ist der 13. Roman aus der Reihe „Ein MORDs-Team“, der Auftakt zum 2. Fall.

Rezension:
Mason, Olivia, Randy und Danielle sind zurück. Nach der Aufregung um die Überführung des Mörders von Marietta King, volle 30 Jahre nach der Tat, stehen sie natürlich im Zentrum des öffentlichen Interesses ihrer Heimatstadt Barrington Cove – was noch lange nicht heißt, dass sie damit bei allen Mitbürgern beliebt sind. Speziell Sheriff Bruker gehört definitiv nicht zu ihren Fans. Aber die Freunde haben vorerst sowieso andere Probleme. Es ist ihr letztes Jahr auf der High School, und sie müssen sich um ihre Collage-Bewerbungen kümmern. Bei Danielle wird alles noch durch den Scheidungs-Krieg ihrer Eltern erschwert. Doch als die Reporterin Sonja dem alten Rummel einen Besuch abstattet und dort eine jahrzehntealte Leiche findet, stürzt sich das MORDs Team natürlich gleich wieder in die Ermittlungen.
Eine Warnung vorweg: Wer neu in Andreas Suchaneks Reihe „Ein MORDs-Team“ einsteigen möchte, sollte das nicht mit diesem 13. Band tun, denn gleich zu Beginn wird die Auflösung des Falls, der die bisherigen 12 Bände füllte, verraten. Einsteiger sollten auf die Bände 1 bis 12 und den in diesen gelösten Fall nicht verzichten. Da sich dieser Band aber – wie bemerkt – sowieso nicht für Neueinsteiger eignet, muss zum grundsätzlichen Aufbau nicht viel gesagt werden, da sich die Reihe auch im neuen Fall treu bleibt. Erwähnenswerte Änderungen in Stil oder Handlungsaufbau sind nicht festzustellen. Mit dem Auffinden der Leiche ist sofort wieder Spannung vorhanden, und die Anzahl der noch zu lösenden Rätsel bewegt sich am Ende dieses Bandes schon wieder auf astronomisch hohem Niveau. Allen, die bereits die Jagt nach Marietta Kings Mörder verfolgt haben, sollten sich das Rätsel um die Leiche auf Angel Island nicht entgehen lassen.

Fazit:
Auch in der mit diesem Band beginnenden 2. Staffel der „Ein MORDs-Team“-Reihe dürfte die gewohnt spannende Unterhaltung garantiert sein.

eBook

Lockwood & Co. – The Creeping Shadow

Jonathan Stroud
Lockwood & Co. – The Creeping Shadow

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Die andere Welt

Klappentext:
Lucy has left Lockwood & Co. A freelance operative, she is hiring herself out to other agencies – agencies that might value her ever-improving skills.
But now Lockwood needs her help.
Penelope Fittes, leader of the well-renowned Fittes Agency wants Lockwood & Co. – and only them – to locate and remove the ‘Source’ for the legendary Brixton Cannibal.
It’s a tough assignment. Made worse by the tensions between Lucy and the other agents – even the skull is treating her like a jilted lover!
What will it take to reunite the team? Black marketeers, an informant ghost, a Spirit Cape that transports the wearer, and mysteries involving their closest rivals may just do the trick.
But not all is at it seems. And it’s not long before a shocking revelation rocks Lockwood & Co. to its very core . . .

Rezension:
Lucy hat ihr am Ende des vorhergehenden Bandes der Reihe („The Hollow Boy“) geäußertes Vorhaben wahrgemacht und Lockwood & Co. verlassen. Sie arbeitet nun selbstständig und wird meist von anderen Agenturen angeheuert, wenn denen für einen bestimmten Fall gerade ein Agent mit guten Hörer-Fähigkeiten fehlt. Allerdings ist sie zunehmend genervt, weil ihre Arbeitsweise oft nicht mit der ihrer Kollegen auf Zeit harmonisiert. Und die erwachsenen Vorgesetzten der anderen Teams sind ein Fall für sich. Deshalb ist sie nicht gerade böse, als eines Tages Lockwood vor ihrer Tür steht und sie um Hilfe bittet. So überwindet die ihren Stolz und sagt zu. Als kurz darauf der sprechende Schädel, den sie beim Verlassen ihres alten Teams mitnahm, gestohlen wird und ausnahmsweise lebendige Gegner versuchen, sie umzubringen, braucht sie Lockwoods Hilfe. Da trifft es sich doch gut, dass gerade ein abgelegenes Dorf unter einer besonders schweren Geisterschwemme leidet und damit die Gelegenheit bietet, London für einige Zeit zu verlassen. Wenn der Client die Wahrheit sagt, soll dort ein Geist umgehen, wie ihn noch niemand zuvor gesehen hat, ein ‚Creeping Shadow‘, der angeblich die Toten aus ihren Gräbern erweckt.
Mit „The Creeping Shadow“ präsentiert Jonathan Stroud nun schon den 4. von voraussichtlich 5 Teilen seiner „Lockwood & Co.“-Reihe. Auch dieser wird dem Kult-Status, den die Reihe bei ihren Fans inzwischen genießt, wieder gerecht. Die Geschehnissen, in die Lucy und ihre Kollegen diesmal geraden, sind äußerst verwirrend. Gibt es zwischen den verschiedenen Vorkommnissen eventuell sogar einen Zusammenhang? Den Höhepunkt bietet eine Enthüllung, die an den Grundfesten des ‚Problems‘ rüttelt – und wohl den inhaltlichen Schwerpunkt des abschließenden Bandes darstellen dürfte.
Genau wie bei den bisherigen Bänden schafft es der Autor auch hier wieder, die Erlebnisse der jungen Geisterjäger in einem angenehm flüssigen Stil zu schildern. Dabei werden die Abenteuer wie gewohnt aus Lucys Sicht geschildert, wobei es besonders ihre wie nebenher gemachten Bemerkungen sind, die auch für den einen oder andern Lacher gut sind.

Fazit:
Für „Lockwood & Co.“-Fans ein Muss. Und alle Noch-Nicht-Fans werden nach diesem Buch welche sein!

Hardcover
Taschenbuch
eBook
Hardcover in der deutschen Übersetzung
eBook in der deutschen Übersetzung
Hörbuch in der deutschen Übersetzung

Eine Peter-Grant-Story – 5 – Fingerhut-Sommer

Ben Aaronovitch
Eine Peter-Grant-Story – 5 – Fingerhut-Sommer

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Die Schrecken des Landlebens

Klappentext:
Obwohl sich Police Constable Peter Grant schon unwohl fühlt, wenn er Londons Skyline auch nur ein paar Kilometer weit hinter sich lässt, wird er jetzt in die tiefste Provinz geschickt: in einen kleinen Ort in Herefordshire – wo sich Fuchs, Hase und der Dorfpolizist Gute Nacht sagen. Aber es werden zwei Kinder vermisst, und ihr Verschwinden erfolgte womöglich unter magischen Umständen. Also muss Peter notgedrungen sein angestammtes Biotop verlassen. Mit der Flusstochter Beverley Brook begibt er sich mutig nach Westen, hinein ins ländliche England …

Rezension:
Im fernen Westen Englands, nahe der Grenze zu Wales, sind 2 Mädchen spurlos verschwunden. Die Tatsache, dass ganz in der Nähe ein ‚Zauberer im Ruhestand‘ lebt, lässt Nightingale befürchten, dieser könnte in das Verschwinden der Kinder verwickelt sein. Also schickt er Peter in diese entlegene Gegend fernab jeder Großstadtkultur. Dieser stellt jedoch schnell fest, dass der alte Zauberer allem Anschein nach unschuldig ist. Einmal vor Ort bietet Peter der örtlichen Polizei seine Hilfe an, die bei der Großfahndung gerne akzeptiert wird. Als eine Mitschülerin der Mädchen berichtet, eine der Verschwundenen hätte eine unsichtbare Freundin, schrillen Peters Alarmglocken. Zum Glück kann Nightingale die Flussgöttin Beverly überreden, Peter zu Hilfe zu kommen. Doch als die Mädchen endlich gefunden sind, geht der Fall für Peter erst richtig los.
Auch im mittlerweile bereits 5. Band seiner „Peter Grand“-Reihe bleibt sich Ben Aaronovitch treu und spickt die Story mit jeder Menge humorvoller Anspielungen auf Popkultur und Architektur. Zusätzlich wird diesmal jedoch auch die naturferne Lebensweise des Protagonisten thematisiert. Wenn sich Großstadtkind Peter nicht sicher ist, ob der ‚Duft‘, der durchs Fenster hereinweht, von den dort wachsenden Glockenblumen oder doch eher vom Silofutter stammt, kann wohl kein Leser ernst bleiben. Dieser Humor ist einfach zu gut – und typisch für diese Buchreihe.
Abgesehen vom Humor sind jedoch wie gewohnt auch die Aufklärung des Falls und dessen magische Zusammenhänge spannend. Ben Aaronovitch schafft es auch hier wieder, unerwartete Wendungen einzubauen, obwohl er diesmal auf die Mitwirkung der schon bekannten ‚Bösen‘ komplett verzichtet. Auch der Handlungsstrang um Peters ehemalige Kollegin Lesley wird immer interessanter.
Ein Punkt, der bei Rezensionen meist unerwähnt bleibt, ist die Übersetzung. Diese soll an dieser Stelle für die gesamte Reihe einmal ausdrücklich gelobt werden. Gerade bei dem Wortwitz des Autors ist es wahrscheinlich oft nicht einfach, diesen zu übertragen. Allerdings ist der Übersetzerin beim vorliegenden Band ein Fehler unterlaufen, den man wohl nicht ihrem sprachlichen, sondern vielmehr ihrem fachlichen Unwissen zuschreiben muss. Auf einem Rummelplatz stehen mehrere Dampflokomotiven. Und eine von denen fährt später sogar einen Feldweg entlang! Die Magie ist in diesem Fall jedoch unschuldig, denn es dürfte sich in Wirklichkeit wohl eindeutig um Lokomobile handeln, die die Übersetzerin aus Unkenntnis falsch übersetzte. (https://de.wikipedia.org/wiki/Lokomobile)

Fazit:
Der Kult geht in die 5. Runde! Peter Grand begeistert auch weiterhin.

Taschenbuch
eBook
Hörbuch
Hardcover im englischen Original
Taschenbuch im englischen Original
eBook im englischen Original

Eine Peter-Grant-Story – 4 – Der böse Ort

Ben Aaronovitch
Eine Peter-Grant-Story – 4 – Der böse Ort

Übersetzung Christine Blum

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Bauhaus goes London

Klappentext:
Magische Architektur in Südlondon
Seltsame Dinge geschehen im Skygarden Tower, einem berüchtigten Sozialwohnblock in Südlondon. Dinge, die eine magische Anziehungskraft auf Police Constable und Zauberlehrling Peter Grant ausüben. Zunächst geht es nur um ein gestohlenes altes Buch über Magie, das aus der Weißen Bibliothek zu Weimar stammt. Doch dann weitet sich der Fall rasant aus. Denn der Erbauer des Tower, Erik Stromberg, ein brillanter, wenngleich leicht gestörter Architekt, hatte sich einst in seiner Zeit am Bauhaus offenbar nicht nur mit modernem Design, sondern auch mit Magie befasst. Was erklären könnte, warum der Skygarden Tower einen unablässigen Strom von begabten Künstlern, Politikern, Drogendealern, Serienmördern und Irren hervorgebracht hat. Und warum der unheimliche gesichtslose Magier, den Peter noch in schlechtester Erinnerung hat, ein so eingehendes Interesse daran an den Tag legt …

Rezension:
Langsam aber sicher wird das Verfolgen magischer Täter für Peter zur Normalität. Auch seine Zauberausbildung schreitet voran, manche Zauber kann er schon intuitiv ausführen. Doch plötzlich bekommt es seine Dienststelle, das Folly, mit einer ganzen Reihe von Fällen zu tun, bei denen eindeutig Magie im Spiel ist. Und obwohl keine offensichtlichen Zusammenhänge erkennbar sind, scheinen doch alle die Handschrift des ‚gesichtslosen Magiers‘ zu tragen. Beim Skygarden Tower, einem architektonisch umstrittenen Sozialwohn-Hochhaus, das seine besten Zeiten eindeutig hinter sich hat, kreuzen sich die verschiedenen Spuren. War der verstorbene Architekt etwa ein im Verborgenen Praktizierender? Birgt am Ende sogar das Gebäude ein magisches Geheimnis?
Ben Aaronovitch bleibt sich auch im 4. Band seiner Reihe um Peter Grant treu. Neben spannenden (magischen) Kriminalfällen gibt es auch hier wieder viele Querverweise auf die Popkultur und einfach nur coole Sprüche. Wenn Peter beispielsweise vor einer auf ihn gerichteten Waffe im Dreck kniet und sein Hauptgedanke ist, dass er „das Sterben vermeiden“ muss, weil seine Mutter sonst dermaßen wütend auf ihn wäre, ist das einfach eine Textstelle, die wohl kein Fan so schnell vergessen wird. Mit vielen Bekannten aus den vorherigen Bänden gibt es ein mehr oder weniger ausführliches Wiedersehen. Auch diesmal läuft natürlich nicht alles nach Plan, und am Ende wartet auf den Leser eine wirkliche Überraschung, die auch als Cliffhanger zum nächsten Band dient. Was bleibt dem Fan da schon übrig, als sich schnellstmöglich diese schon lange erschienene Fortsetzung („Fingerhut-Sommer“) zu besorgen?

Fazit:
Dieses Abenteuer des Kult-Zauber-Polizisten darf man sich als Peter-Grant-Fan nicht entgehen lassen!

Taschenbuch
eBook
Hörbuch
Taschenbuch im englischen Original
eBook im englischen Original
Hörbuch im englischen Original

Eine Peter-Grant-Story – 3 – Ein Wispern unter Baker Street

Ben Aaronovitch

Eine Peter-Grant-Story – 3 – Ein Wispern unter Baker Street

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Ein ‚Badeurlaub‘ im Abwasserkanal

Klappentext:
Es ist ja nicht so, dass Peter Grant, Zauberer in Ausbildung und Police Constable in London, nichts für das Üben von Zaubersprüchen und das Pauken von Lateinvokabeln übrig hätte – bestimmt nicht! Aber es ist doch immer wieder schön, wenn zur Abwechslung auch mal reelle Polizeiarbeit gefragt ist. Eine unbekannte Person wird im U-Bahn-Tunnel nahe der Station Baker Street tot aufgefunden – erstochen, und es deuten unübersehbare Anzeichen auf die Anwesenheit von Magie hin. Ein Fall für Peter, keine Frage. Der unbekannte Tote stellt sich als amerikanischer Kunststudent und Sohn eines US-Senators heraus, und ehe man noch „internationale Verwicklungen“ sagen kann, hat Peter bereits die FBI-Agentin Kimberley Reynolds mitsamt ihren felsenfesten religiösen Überzeugungen am Hals. Dabei gestalten sich seine Ermittlungen auch so schon gruselig genug, denn tief in Londons Untergrund, in vergessenen Flüssen und viktorianischen Abwasserkanälen, hört er ein Wispern von alten Künsten und gequälten Geistern …

Rezension:
Obwohl ein Mordopfer im U-Bahnhof Baker Street eindeutig erstochen wurde, ist es Peter schnell klar, dass der Fall etwas mit seinem Spezialgebiet – magischen Straftaten – zu tun hat. Den Kollegen von der Mordkommission kommt es eher spanisch vor, dass der Mann kurz vor seinem Tod von den Überwachungskameras aufgenommen wurde, wie es aus dem Tunnel auf den Bahnsteig wankte, auf den Aufnahmen der benachbarten Station jedoch nicht auftaucht, wie er und sein Mörder den Tunnel betraten. Auch von seinem Mörder findet sich keine Spur, obwohl alle Notausgänge des Streckenabschnitts ordnungsgemäß verschlossen sind. Bei der Jagt nach der Lösung des Falls gerät Peter nicht nur in U-Bahn- und sonstige, teilweise in keinem Plan verzeichnete Tunnel, sondern auch ins berühmte Abwassersystem Londons, in welchem er mehrmals ein unfreiwilliges Vollbad nimmt.
Wie schon von den vorhergehenden beiden Bänden gewohnt, gelingt es Ben Aaronovitch auch hier wieder, einen spannenden Kriminalfall mit viel Wortwitz und Humor zu verbinden. Vielleicht sollte man auf die Cover dieser Buchreihe eine Suchtgefahr-Warnung aufdrucken, denn wer diese Bücher ließt, wird süchtig nach der nächsten Fortsetzung. Die einzelnen Figuren sind mit all ihren Macken detailreich ausgearbeitet. Dazu kommt sehr viel Londoner Lokalkolorit. Jeder, der dieser Stadt schon mal einen etwas ausführlicheren Besuch abgestattet hat, wird zahlreiche Plätze wiedererkennen. Bei den zahlreichen architektonischen Kommentaren kann man nur vermuten, dass Police Constable Peter Grant sein besonderes Interesse für Architektur wohl von seinem Erfinder geerbt haben muss.
Gerade bei einem solchen, ansonsten nahezu perfektem Buch muss man allerdings ein paar Worte zum absolut nicht perfekten Klappentext verlieren. Wenn man letzteren nach dem Lesen des Buches nochmals ließt, drängt sich einem nämlich die Frage auf, ob der Verfasser dieses Klappentextes das Buch überhaupt gelesen hat. Wie schon erwähnt, liegt die Leiche eben nicht im Tunnel nahe der Station sondern auf dem Bahnsteig dieser. Und die FBI-Agentin hat felsenfeste religiöse Überzeugungen? Komisch, mir ist beim Lesen keine einzige Äußerung der Amerikanerin aufgefallen, die auch nur im Entferntesten religiös deutbar wäre. Aber wie gesagt betrifft diese Kritik lediglich den Klappentext, jedoch keinesfalls das Buch an sich.

Fazit:
Ein neues aufregend-witziges Abenteuer Peter Grants mit extremem Suchtfaktor.

Taschenbuch
eBook
Hörbuch
Taschenbuch im englischen Original
eBook im englischen Original

Die ägyptischen Abenteuer von Kathryn Black 4 – Pharaonengold

Graham Warren
Die ägyptischen Abenteuer von Kathryn Black 4 – Pharaonengold

Übersetzung: Renée Warren

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Auf der Suche nach Caesarion

Klappentext:
Alex und Emmy rennen im Britischen Museum um ihr Leben. Gleichzeitig verliert Alex einen ihm nahestehenden Menschen in Englands östlicher Grafschaft Norfolk. Sein Vater wird in Kairo überfallen. Kate und ihr Vater David werden in Ägypten vermisst.
Nach einem Jahr Ruhe melden sich die Vorfahren aus der Vergangenheit zurück. Sie verursachen nichts als Chaos. Im Jenseits ist der ewige Streit um die Vorherrschaft wieder ausgebrochen, und dieses Mal ist Kleopatra mit von der Partie. Das altägyptische Gold, das Kate, Alex und Kairo vor einem Jahr in Luxor gefunden hatten, wird massenweise gestohlen, aber niemand ahnt, zu welchem Zweck.
Alex und Emmy haben die Enge Englands satt. Statt Neues zu lernen, wie Dr. Margretti alias Echnaton ihnen versprochen hat, haben sie nur das Gefühl, ihre historischen Erinnerungen verloren zu haben. Es gibt für sie nur einen Ort, an dem sie wirklich denken und sie selbst sein können: Ägypten.

Rezension:
Noch am Ende des 3. Bandes der „Die ägyptischen Abenteuer von Kathryn Black“-Reihe dachten Kate, Alex und Kairo, ihr Leben würde jetzt gemütlich. Doch schon bald mussten sie feststellen, dass sie sich stattdessen eher nach neuen Abenteuern sehnten. Alex, der zusammen mit Emmy Dr. Margretti nach London gefolgt war, langweilt sich bei dessen Unterrichtsstunden nur. Zu Kate hat er keinen Kontakt mehr, und Kairo kann ihm nur mitteilen, dass es ihm in dieser Hinsicht genauso geht. Gerüchteweise sollen Kate und ihr Vater sogar spurlos verschwunden sein. Eines Abends wird die Langeweile jedoch unterbrochen, als Alex und Emmy sich auf dem Heimweg gerade in einen Dienstgang des British Museum befinden. Ein Angreifer versucht, sie umzubringen. Und dieser Angreifer stammt eindeutig aus der Vergangenheit – der ägyptischen Vergangenheit, um genau zu sein. So dauert es nicht lange, bis sich Alex und Emmy auf den Weg nach Ägypten machen, wo sie sich auf die Suche nach denen machen, die ihnen nach dem Leben trachten. Zusammen mit Kairo und Kate geraten sie schnell wieder in das Intrigenspiel der Leute aus der Vergangenheit. Doch selbst der große Ramses ist ihnen diesmal keine große Hilfe.
Wer die 3 bisherigen Bände der Reihe kennt, wird sich auch hier schnell zurechtfinden. Auch wenn es offensichtlich erscheint, dass dieser 4. Band ursprünglich nicht geplant, sondern die Handlung nach der Trilogie in sich abgeschlossen war, gelingt es Graham Warren doch wieder, neue Abenteuer im bekannten Setting aufzubauen, indem jetzt Mitwirkende aus der griechischen Epoche Ägyptens ins Spiel gebracht werden.
Stilistisch kann der Autor das Niveau der Vorgänger halten. Zudem hat dieser Band im Gegensatz zu den bisherigen der Reihe offensichtlich ein vernünftiges Korrektorat erfahren, was den dort bereits guten Lesegenuss noch steigert. Dass die Handlung ein paar kleine Logiklücken aufzuweisen hat, stört da kaum, zumal diese für den eigentlichen Plot weitgehend unbedeutend sind.
Die gesamte „Die ägyptischen Abenteuer von Kathryn Black“-Reihe hätte zweifellos mehr Aufmerksamkeit verdient, als sie bisher findet.

Fazit:
Allen Fans von Urban Fantasy mit jungen Helden kann man für „Pharaonengold“ (und der ganzen Reihe) eine absolute Leseempfehlung ausstellen.

Taschenbuch
eBook
Taschenbuch im englischen Original
eBook im englischen Original

Eine Peter-Grant-Story – 2 – Schwarzer Mond über Soho

Ben Aaronovitch
Eine Peter-Grant-Story – 2 – Schwarzer Mond über Soho

Übersetzung: Christine Blum

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Peter unter Jazz-Vampiren

Klappentext:
Constable Peter Grant ist ein ganz normaler Londoner Bobby. Die Abteilung, in der er arbeitet, ist allerdings alles andere als normal: ihr Spezialgebiet ist – die Magie. Eines Abends wird Peter zu der Leiche eines Jazzmusikers gerufen und findet heraus, dass in den Jazzclubs in Soho, im Herzen Londons, verdächtig viele Musiker sterben. Hier geht etwas nicht mit rechten Dingen zu. Oder wie soll man es sonst nennen, wenn eine Leiche unüberhörbar und mit viel Swing Body and Soul spielt?

Rezension:
Die Handlung dieses Buches schließt unmittelbar da an, wo der Vorgänger „Die Flüsse von London“ endet. Und da Peters Vorgesetzter und einziger anderer Mitarbeiter der Sondereinheit für magische Straftaten, Detective Chief Inspector Nightingale, nach seiner Schussverletzung noch dienstunfähig ist, muss Peter die Aufgaben der Abteilung weitestgehend alleine wahrnehmen. Da seine magische Ausbildung gerade erst bei den Grundlagen angelangt und er als Constable noch weit vom üblichen Rang eines Abteilungsleiters entfernt ist, gestaltet sich das nicht ganz einfach. Als dem Kryptopathologen Dr. Walid dann auffällt, dass Jazzmusiker auffallend häufig kurz nach einem Auftritt in Soho eines anscheinend natürlichen Todes sterben, muss sich Peter alleine auf die Suche nach einer Ursache, die in seine Zuständigkeit fallen könnte, machen. Dass er sich dabei Hals über Kopf in die Exfreundin eines kürzlich verstorbenen Musikers verliebt, macht die Sache für ihn nicht einfacher.
Ben Aaronovitch schafft es auch hier wieder, den Leser innerhalb weniger Seiten zu fesseln – sofern das nach der unbedingt zu empfehlenden vorherigen Lektüre des 1. Bandes überhaupt noch erforderlich ist. Ohne Letztere könnte es dem Leser schwerfallen, alle Zusammenhänge zu erfassen. Trotz aller Verwicklungen kommt auch diesmal der Humor nicht zu kurz. Wenn Peter zum Beispiel darüber sinniert, dass sein Vater durch die Evakuierung seiner Großmutter im 2. Weltkrieg beinahe in Wales zur Welt gekommen wäre, was dessen Meinung nach fast so schlimm wäre, wie ein Schotte zu sein, kann man sich als Leser nur vor Lachen schütteln. So vergeht kaum ein Kapitel, ohne dass sich irgendwelche Anspielungen auf die traditionelle englische Denk- und Lebensart finden. Auch wenn der Autor laut Verlagsinfo gebürtiger Londoner ist, lässt sein Name vermuten, dass er – genau wie sein Romanheld – nicht-britische Wurzeln und damit einen etwas anderen Blickwinkel auf die diversen Großbritannien-Clichés hat. Der Erfolg dieser Romanreihe lässt jedoch darauf schließen, dass die Briten wohl durchaus bereit sind, über ihre eigenen Macken zu lachen.

Fazit:
Allen, die sowohl Urban Fantasy als auch eine Portion Humor zu schätzen wissen, kann „Schwarzer Mond über Soho“ nur empfohlen werden.

Taschenbuch
eBook
Hörbuch
Taschenbuch im englischen Original
eBook im englischen Original

Eine Peter-Grant-Story – 1 – Die Flüsse von London

Ben Aaronovitch
Eine Peter-Grant-Story – 1 – Die Flüsse von London

Übersetzung: Karlheinz Dürr

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Klappentext:
Peter Grant ist frischgebackener Police Constable, als man ihm einen unerwarteten Karrierevorschlag macht: Er soll Zauberlehrling werden, der erste in England seit fünfzig Jahren. Jetzt muss er sich mit einem Nest von Vampiren in Purley herumschlagen, einen Waffenstillstand zwischen Themsegott und Themsegöttin aushandeln, Leichen in Covent Garden ausgraben … Alles ziemlich anstrengend. Und der Papierkram!

Rezension:
Nach dem Abschluss der Polizeischule geht für Peter und seine Kollegin Lesley, mit der er gut befreundet ist, auch die 2-jährige Probezeit zu ende. In wenigen Tagen werden sie endlich ihre Tätigkeit als vollwertige Polizisten aufnehmen können. Während Lesley jedoch eine Stelle bei der Mordkommission angeboten bekommt, soll Peter einen Schreibtischjob übernehmen. Doch alles kommt anders. Als eines Nachts einem Mann auf offener Straße der Kopf abgeschlagen wird, müssen Peter und Lesley den Tatort absichern. Während Lesley ihnen einen Kaffee besorgt, meldet sich bei Peter ein Zeuge. Doch dieser Zeuge ist ein Geist. Wenig später lernt Peter Detective Chief Inspector Nightingale kennen, Chef und derzeit einziger Mitarbeiter der Abteilung für übersinnliche Vorfälle. Seine Wohnung und Dienststelle in einem ist The Folly, ein großes, altes Anwesen, welches Nightingale alleine mit seiner Haushälterin Molly bewohnt. Mit seiner offensichtlichen Begabung fürs Übersinnliche wird Peter Assistent und Zauberlehrling Nighingales – und damit Bewohner Nummer 3 im Folly.
Ben Aaronovitch schafft es, den Leser schnell in die magische Unterwelt Londons eintauchen zu lassen. Der Handlungsstrang um die diversen Flussgötter der größtenteils überbauten Flüsse Londons, die dem Buch den Namen geben, ist jedoch eher eine Nebenhandlung, die mit den mysteriösen Todesfällen, die Peter und sein neuer Chef untersuchen, fast nichts zu tun hat. Das alles sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Buch einen humorvollen Grundton hat. Wenn die schönen Töchter von Mama Themse – alles selbst echte Göttinnen – Peters Hormone im Wallung bringen, spielen die Morde nur noch eine Nebenrolle. Und wer hätte gedacht, dass sich die Flussgöttin der Themse mit einer LKW-Ladung Bier bestechen lässt? Das ist Urban Fantasy vom Feinsten!
Der Autor schafft es, seinen Lesern die Zusammenhänge seiner magischen Welt verständlich zu machen, was in anderen Werken dieses Genres leider nicht immer der Fall ist. Für mich bleiben am Ende des Buches eigentlich nur 2 (nicht übermäßig wichtige) Fragen offen: Was ist Molly? Vieles in ihrer Beschreibung würde zu einem klassischen Vampir passen, doch die Vampire, mit denen Peter es zu tun bekommt, werden ganz anders als die Haushälterin beschrieben. Und waren Peters Eindrücke während seiner U-Bahn-Fahrt real oder nur Einbildung? Aber wie gesagt sind beide Fragen für den Lesespaß nicht essentiell. Einziger wirklicher Kritikpunkt ist in meinen Augen die Schlichtung des Streits zwischen Themsegott und Themsegöttin ganz am Ende des Buches. Die wirkt auf mich doch etwas konstruiert, um das Buch schnell abzuschließen.

Fazit:
Für alle Urban-Fantasy-Fans ist „Die Flüsse von London“ eine Empfehlung wert. Da bleibt einem wohl nichts anderes übrig, als sich schnell die (bisher 5) Fortsetzungen zu beschaffen.

Taschenbuch
eBook
Hörbuch
Hardcover im englischen Original
Taschenbuch im englischen Original
eBook im englischen Original
Hörbuch im englischen Original

Ein Fall für Wells & Wong – 1 – Mord ist nichts für junge Damen

Robin Stevens
Ein Fall für Wells & Wong – 1 – Mord ist nichts für junge Damen

 

Übersetzung: Nadine Mannchen

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Das Rätsel um Miss Bells Leiche

Klappentext:
Deepdean-Mädchenschule, 1934. Als Daisy Wells und Hazel Wong ihr eigenes, streng geheimes Detektivbüro gründen, gibt es zuerst gar kein wirklich aufregendes Verbrechen zum Ermitteln. Doch dann entdeckt Hazel die Lehrerin Miss Bell tot in der Turnhalle. Zuerst denkt sie, es sei ein schrecklicher Unfall gewesen. Aber als Daisy und sie fünf Minuten später zurückkommen, ist die Leiche verschwunden. Jetzt sind die Mädchen sicher: Hier ist ein Mord geschehen! Und nicht nur eine Person in Deepdean hätte ein Motiv gehabt.
Nun haben Daisy und Hazel nicht nur einen Mordfall aufzuklären zuerst müssen sie beweisen, dass es überhaupt ein Mord war. Fest entschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen, bevor der Mörder wieder zuschlagen kann (und bevor die Polizei eingeschaltet wird, natürlich), müssen Hazel und Daisy nach Beweisen suchen, Verdächtige ausspionieren und all ihre Intuition einsetzen. Doch werden sie Erfolg haben? Und wird ihre Freundschaft diese Herausforderung bestehen?
Ein spannender Mädchen-Krimi ganz im Stil Agatha Christies, mit viel Internatsflair und zwei Heldinnen, die jeder gern zur Freundin hätte!

Rezension:
Bisher haben die Freundinnen Daisy und Hazel nur verschwundenem Naschwerk und aus Rache verstecken Kleidungsstücken nachgespürt. Mit irgendetwas muss man sich im Internat schließlich die Zeit vertreiben. Als Hazel eines Abends jedoch nochmal schnell in die Turnhalle läuft, um ihre vergessene Jacke zu suchen, liegt dort Miss Bell, eine ihrer Lehrerinnen, tot auf dem Boden. Panisch läuft sie zu ihrer Freundin Daisy, um dieser von ihrem Fund zu berichten. Als Hazel und Daisy mit einer schlecht gelaunten älteren Aufsichtsschülerin im Schlepptau nur wenige Minuten später wieder in der Turnhall ankommen, ist von einer Leiche jedoch nichts mehr zu sehen. Wütend leitet die Aufsichtsschülerin Strafmaßnamen gegen die beiden Freundinnen ein, weil sie davon ausgeht, von ihnen bewusst getäuscht worden zu sein. Eigenartigerweise taucht jedoch am kommenden Tag bei der Direktorin ein Kündigungsschreiben Miss Bells auf. Doch Hazel und Daisy sind sich sicher, dass dieses nur vom Mörder gefälscht worden sein kann, um das Verschwinden der Lehrerin zu vertuschen. So bleibt den Freundinnen nichts anderes übrig, als den Fall selbst aufzuklären. Schnell stellt sich heraus, dass fast alle verbliebenen Lehrkräfte mehr oder wenige gute Motive für die Tat gehabt hätten.
Was die Autorin mit diesem Buch präsentiert, ist in gewisser Weise ein Spagat zwischen einem Jugend- und einem klassischen Detektivroman, wobei man den Agatha-Christie-Vergleich des Klappentextes durchaus ernst nehmen kann. Der grundsätzliche Aufbau der Geschichte erinnert nämlich sehr an diverse Miss-Marble-Stories, was in besonderem Maße für die schlussendliche Überführung des Täters in einer Runde aller Verdächtiger zutrifft. Allerdings sind die Hobbydetektivinnen Daisy und Hazel erheblich jünger als eine gewisse Miss Marble, wodurch der Leser nebenbei auch einen Einblick in das (fiktive) Leben eines englischen Internats in den 1930ern erhält. Von modernen pädagogischen Strukturen ist das noch weit entfernt.
Da die Schülerinnen zu Anfang (wie es auch in der Realität normal seien dürfte) kaum Einblick in das Privatleben ihrer Lehrerinnen haben, bauen sich die entsprechenden Zusammenhänge erst nach und nach vor dem Leser auf. Während dieser im Laufe der Geschichte auch viel über Hazels (aus deren Perspektive das Buch berichtet) und nicht ganz so viel über Daisys Hintergrund erfährt, bleiben die übrigen Schülerinnen eher blass. Von denen gerät während der ganzen Spurensuche auch keine auch nur Ansatzweise in Verdacht.
Das gesamte Buch ist interessant geschrieben. Die wenigen, für den eigentlichen Plot jedoch unbedeutenden, Logiklücken stören das Lesevergnügen nicht. (Zum Beispiel sind bei der oben erwähnten Runde aller Verdächtiger sämtliche Lehrkräfte anwesend, die Schüler haben zu dieser Zeit aber Unterricht. Wer unterrichtet sie da wohl?) „Mord ist nichts für junge Damen“ macht definitiv Lust auf die zu erwartenden Fortsetzungen. Im englischen Original umfasst die Reihe um Hazels und Daisys Detektivabenteuer bereits 5 Bände und 2 Kurzgeschichten.

Fazit:
Für Freunde von Internatsgeschichten und auch für ältere Fans von Detektivgeschichten à la Miss Marple ist dieses Buch beinahe ein Muss!

Hardcover