Skizzen aus Slawonien

Damir Rajle
Skizzen aus Slawonien

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Reise in ein unbekanntes Land

Klappentext:
Im Osten Kroatiens liegt eine uralte Kulturregion, in der sich bis heute viele Spuren donauschwäbischer Kultur finden lassen: Slawonien.
Die Region ist die Kornkammer Kroatiens und hat eindrucksvolle Landschaften zu bieten von den Tiefebenen bis zum Feuchtgebiet des Naturparks Naturpark Kopački rit. Größte Städte in Slawonien sind Osijek, Slavonski Brod, Vincovcki und Vukovar.
Der Fotograf Damir Rajle aus Osijek zeichnet mit eindrucksvollen Aufnahmen ein ganz persönliches Bild seiner Heimatregion Slawonien, ergänzt durch poetische Texte in kroatischer, deutscher und englischer Sprache.

Rezension:
Slawonien – wer oder was soll das denn sein? Diese Frage wird sich hierzulande wohl so mancher stellen. Ist eventuell von Slowenien die Rede und das ganze nur ein Druckfehler? Nein, ist es nicht! Slawonien ist eine Landschaft in Kroatien. Während die Adriaküste Kroatiens Jahr für Jahr von Touristen überschwemmt wird, verirren sich in diesen Winkel des Landes wohl nur wenige deutsche Urlauber.
Dieser Bildband des kroatischen Fotografen Damir Rajle zeigt, dass diese kaum bekannte Gegend manch sehenswerte Landschaft zu bieten hat. Neben diesen werden aber auch die Dörfer und Menschen der Region nicht vergessen, auch wenn der Schwerpunkt eindeutig auf der Natur liegt. Der gute Druckqualität und das hochwertige Papier unterstützen dabei die Wirkung des guten und überwiegend interessanten Bildmaterials. Die optische Wirkung wird auch dadurch unterstützt, dass die Bilder oft eine Doppelseite für sich alleine haben. Der mehrsprachige Text erläutert auch im Bild nicht erkennbare Hintergründe. Als einzigen Negativpunkt kann man diesem gelungenen Bildband das Softcover anlasten, das die Betrachtung des durch Format und Papierqualität relativ gewichtigen Buches etwas erschwert.

Fazit:
„Skizzen aus Slawonien“ ist ein eindrucksvoller Bildband, der den Leser in eine hierzulande kaum bekannte Gegend entführt.

Softcover

RACK (1)

Ann-Kathrin Karschnick
RACK (1)

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Der Detektiv und die Lady

Klappentext:
19. Jahrhundert
Victoria in Großbritannien.
Als Rack ein Attentat auf Lady Cunningham verhindert, beauftragt sie den erfolglosen Detektiv, dieses Attentat aufzuklären. Rack gerät durch seine Ermittlungen in den dreckigen Sumpf der Korruption von Victorias Unterwelt. Immer wieder stolpert er dabei über den Namen „The Stick“. Doch wer verbirgt sich dahinter?
Ein ehemaliger General, ein Detektiv und sein Assistent, eine Diebin und eine Lady. In den phantastischen Episoden führt die mehrfach ausgezeichnete Autorin Ann-Kathrin Karschnick ihre Leser in die düstere Unterwelt der fiktiven Steampunk-Stadt Victoria. Sie erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Gruppe von Menschen, die trotz ihrer Unterschiede zusammenarbeiten müssen, um zu überleben.

Rezension:
Rack, ein Mann, der seinen eigenen Nachnamen nicht kennt, arbeitet als Detektiv, sein 16-jähriger Pflegesohn Theo als sein Assistent. Doch obwohl in ihrer Heimatstadt das Verbrechen floriert, verirrt sich nur selten – viel zu selten – ein Klient zu ihnen. Und weil Rack schon seit Monaten mit der Miete im Rückstand ist, droht ihnen jetzt auch noch der Rausschmiss aus ihrem Wohnbüro. Da kommt es sehr gelegen, dass Rack zufällig Zeuge eines Bombenanschlags auf eine Dampfkutsche wird und die Insassin sogar eigenhändig retten kann. Natürlich lässt sich die reiche Lady überzeugen, ihn mit der Aufklärung des Anschlags zu betrauen. Da Theo in der Zwischenzeit sogar schon die Attentäterin stellen konnte, sollte das doch eigentlich kein Problem darstellen?
Mit der „RACK“-Reihe führt die Autorin ihre Leser in das Steam-Punk-Ambiente der fiktiven britischen Stadt Victoria. Damit wären wir auch schon bei einer Besonderheit dieses Werks. Wie schon erwähnt, handelt dieses eben nicht in London oder einer anderen, realexistierenden (Groß-)Stadt, wie es der Leser dieses Genres gewohnt ist. Die Steam-Punk-typischen Maschinen und Geräte stehen in dieser Geschichte auch nicht in dem Maße im Mittelpunkt wie in vielen anderen des Genres. Dafür bietet Ann-Kathrin Karschnick dem Leser interessante Charaktere, die zu erforschen ihm sicher auch in den folgenden Bänden noch Spaß machen wird. Da wäre zunächst natürlich Rack selbst, dessen Besonderheit der Leser erst im Laufe des Buches erlebt. Oder der Waisenjunge Theo, dessen Vater als Racks Assistent starb und der seitdem Racks Pflegesohn und gleichzeitig neuer Assistent ist. Nicht zu vergessen Lady C, wie Rack sie gegen ihre Proteste nennt, die nicht nur reich, sondern auch abenteuerlustig ist und darauf besteht, an den Ermittlungen persönlich teilzunehmen. Und natürlich die Attentäterin Jean, die sich an das von ihr verübte Attentat anscheinend überhaupt nicht erinnern kann. Dieser Personenkreis dürfte uns wohl auch in den Folgebänden erhalten bleiben und mit seiner Verschiedenheit für interessante Verwicklungen sorgen.
Auch schriftstellerisch kann das Buch punkten. Mit der abwechselnd aus Racks und aus Theos Perspektive erzählten Handlung zieht es den Leser schnell in seinen Bann – und entlässt ihn bis zum Ende nicht wieder aus diesem. Da der Fall bis zu diesem Ende jedoch nicht aufgeklärt ist, bleibt dem neugierigen Leser wohl kaum etwas anderes übrig, als sich demnächst auf Band 2 zu stürzen.

Fazit:
Teil 1 der „RACK“-Reihe entführt den Leser in eine Steam-Punk-Geschichte, die ihm auch für die Folgebände noch viel Vergnügen verspricht.

eBook

Voodoo Girl / LOA – 1 – Die weiße Mambo

Roxanne Rivington
Petra Renée Meineke
Voodoo Girl
LOA – 1 – Die weiße Mambo

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Voodoo und 3 Elternpaare für Zoé

Klappentext:
(alt)
Düstere Träume und eine unbekannte Vergangenheit geben der 16-jährigen Zoé Rätsel auf. Ihre Eltern hat sie nie kennengelernt, und Tante Megan, bei der sie aufgewachsen ist, verschweigt ihr etwas. Gibt es ein Geheimnis um ihre Geburt? Um Klarheit zu gewinnen reist Zoé nach Haiti, wo sie geboren wurde – ein Land, in dem Voodoozauber, Geister und Dämonen zum Alltag gehören. Doch wer sind die unheimlichen Männer, die sie verfolgen? Stecken Mächte dahinter, die nicht von dieser Welt sind? Zoé gerät in einen Konflikt zwischen Glauben und Wissen. Auf der Suche nach ihrer Vergangenheit wird sie immer tiefer in die Mysterien des Voodoo hineingezogen … Roxanne Rivingtons Debüt »Voodoo Girl« erschien erstmals auf der kanadischen Schreibplattform Wattpad, wo die Geschichte tausende Leser begeisterte und 2014 einen Wattys Award gewann.

(neu)
Zwei Menschen, zwei Geschichten, durch Jahrhunderte und Kontinente getrennt, doch auf geheimnisvolle Weise miteinander verbunden …
Düstere Träume und ihre vergessene Kindheit bestimmen das Leben der 16-jährigen Zoé. Die nebelhafte Prophezeiung einer Wahrsagerin führt sie nach Haiti, wo sie geboren wurde. Ein seltsames Land, in dem Magie, Geister und Dämonen zum Alltag gehören. Doch je tiefer Zoé nach ihren Wurzeln gräbt, um Antworten zu finden, desto rätselhafter werden die Hinweise.
Gibt es ein Geheimnis um ihre Geburt? Und wer sind die unheimlichen Männer, die sie verfolgen? Zoé ahnt nicht, wie eng ihr Schicksal mit Ereignissen aus längst vergangenen Zeiten verwoben ist – und mit den Menschen, die anno 1791 die Haitianische Revolution auslösten: dem charismatischen Sklavenführer Boukman, dem jungen Mokabi, der als Sklave aus seiner afrikanischen Heimat in die neue Welt verschleppt wurde, und Cécile Fatiman – der legendären Voodoopriesterin, die man einst „Die weiße Mambo“ nannte.

Rezension:
1790 wird der junge afrikanische Häuptlingssohn Mokabi auf einem Sklaventransporter in die Karibik verschleppt, wo er bald darauf in die Wirren des haitianischen Sklavenaufstandes von 1791 gerät.
Zoé wächst bei ihrer Stieftante Megan, genannt Meg im England unserer Tage auf. Megs Bruder und dessen Frau hatten Zoé als Kleinkind aus einem Waisenhaus in Haiti adoptiert, waren kurz darauf jedoch gestorben. So weiß die 16-jährige nur wenig über ihre eigentlichen Stief- und nicht das geringste über ihre leiblichen Eltern. Als eine Wahrsagerin auf dem Jahrmarkt sie auffordert, mehr über ihre Wurzeln zu erfahren, fasst Zoé den Entschluss nach Haiti zu reisen und ihre Herkunft zu erforschen. Nach anfänglichen Zögern stimmt Tante Meg zu, den nächsten Urlaub gemeinsam dort zu verbringen. In der Karibik angekommen, muss Zoé jedoch schnell feststellen, dass mysteriöse Leute an ihr interessiert sind.
Roxanne Rivington präsentiert mit diesem Buch ein fesselndes, tief in die haitianische Geschichte eingebettetes Abenteuer. Viele der gut konstruierten Zusammenhänge erschließen sich dem Leser (und Zoé) erst nach und nach. Dabei werden geschickt zahlreiche hierzulande wenig bekannte Informationen aus der realen Historie Haitis sowie dem dort nicht wegzudenkenden Voodoo-Kult eingebaut. Die Autorin schafft es, den Leser mit ihrem Schreibstil und dem gut durchdachten Handlungsaufbau schnell in den Bann ihres Romans zu ziehen, welchen sie selbst ins Mystery-Genre einordnet.
In die Haupthandlung um Zoé sind immer wieder historische Kapitel um Mokabis Geschichte eingeschoben. Leider erfährt der Leser bis zum Schluss nicht, wie genau die beiden Handlungsfäden aus dem 18. und dem 21. Jahrhundert miteinander verwoben sind. Auch Zoés Schicksal bleibt ungeklärt, denn das Buch endet abrupt an der spannendsten Stelle. Erst hier wird dem Leser bewusst, dass es sich bei „Voodoo Girl“ um den 1. Band eines Mehrteilers handelt. Leider ist das Erscheinungsdatum der Fortsetzung, die wohl jeder Leser am Ende dieses Buches ungeduldig herbeisehnt, noch ungewiss.
Mit einem Verlagswechsel änderte sich der Titel des Buches von „Vooddoo Girl“ zu „LOA – 1 – Die weiße Mambo“, womit auch der Charakter eines Mehrteilers sofort ins Auge sticht. Auch tritt die Autorin statt des Pseudonyms jetzt unter ihrem echten Namen Petra Renée Meineke auf.

 

Fazit:
„Die weiße Mambo“ entführt den Leser in ein spannendes und ungemein interessantes Abenteuer nach Haiti.

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Lockwood & Co. – The Hollow Boy

Jonathan Stroud
Lockwood & Co. – The Hollow Boy

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Rückseitentext:
As a massive outbreak of supernatural Visitors baffles Scotland Yard and causes protests throughout London, Lockwood & Co. continue to demonstrate their effectiveness in exterminating spirits. Anthony Lockwood is dashing, George insightful, and Lucy dynamic, while the skull in the jar utters sardonic advice from the sidelines. There is a new spirit of openness in the team now that Lockwood has shared some of his childhood secrets, and Lucy is feeling more and more as if her true home is at Portland Row. It comes as a great shock, then, when Lockwood and George introduce her to an annoyingly perky and hyper-efficient new assistant, Holly Munro.
Meanwhile, there are reports of many new hauntings, including a house where bloody footprints are appearing, and a department store full of strange sounds and shadowy figures. But ghosts seem to be the least of Lockwood & Co.’s concerns when assassins attack during a carnival in the center of the city. Can the team get past their personal issues to save the day on all fronts, or will bad feelings attract yet more trouble?
Danger abounds, tensions escalate, and new loyalties form in this third delightfully terrifying adventure in the critically acclaimed Lockwood & Co. series.

Rezension:
Eigenartige Dinge passieren – und das nicht nur im von Geistern heimgesuchten London. Nein, auch in unserer ganz realen Welt. Band 3 der „Lockwood & Co.“-Reihe, „The Hollow Boy“, war ursprünglich sowohl in der britischen als auch in der US-Ausgabe für den 15.09.2015 angekündigt. Als ich das Buch am 15.09. jedoch bestellen wollte, war der voraussichtliche Liefertermin der britischen Ausgabe bei Amazon plötzlich für Ende Oktober angegeben. Da ich nicht so lange warten wollte, bestellte ich mir die US-Ausgabe. Als ich mich jetzt nach dem Lesen gerade daran machte, diese Rezension zu verfassen, musste ich überrascht feststellen, dass die britische Ausgabe mittlerweile bei Amazon überhaupt nicht mehr gelistet ist. Hm? Was ist denn da los? Haben Lucy und ihre Kollegen bei der Suche nach Besuchern etwa den Verlag verwüstet? Die deutsche Übersetzung „Die Raunende Maske“ ist jedoch weiterhin für den 19.10.2015 angekündigt. (Wie man sieht, habe ich diese Rezension schon vor einiger Zeit verfasst.)
Aber kommen wir zum Buch selbst: Die Lage in England wird immer schlimmer. Im Londoner Stadtteil Chelsea nehmen die übernatürlichen Aktivitäten dermaßen überhand, dass sich die DEPRAC – die zuständige Aufsichtsbehörde – gezwungen sieht, ganze Straßenzüge zu evakuieren. Nach ihren bisherigen Erfolgen sind die Dienste der Agentur Lockwood & Co. so gefragt, dass Lockwood, George und Lucy oft jeder für sich alleine an verschiedenen Fällen parallel arbeiten müssen, um der vielen Aufträge Herr zu werden. So kann es nicht weitergehen! Deshalb stellt Lockwood eine Bürohilfe ein, Holly. Diese ist zwar ein Organisationstalent, Lucy kommt mit ihr allerdings überhaupt nicht gut aus. Das ändert sich auch nicht grundlegend, als Holly Lucy aus einer selbstverschuldeten komplizierten Lage befreit.
Doch schließlich hat George eine Theorie, wo die Ursache des katastrophalen ‚Chelsea-Outbreaks‘ liegen könnte. Um der Spur folgen zu können, müssen sich Lockwood und seine Freunde jedoch auf eine Zusammenarbeit mit ihrem Erzrivalen Kipps einlassen. In einem Kaufhaus, dass angeblich gar nicht von Erscheinungen heimgesucht wird, treffen sie des Nachts gleich auf hunderte. Als dann auch noch ein mächtiger Poltergeist in Erscheinung tritt, befinden sich alle Anwesenden in höchster Lebensgefahr.
Dem namensgebenden ‚hohlen Jungen‘ begegnen wir erst fast am Ende des Abenteuers. Wieso bei diesem Buch der Originaltitel – im Gegensatz zu den Bänden 1 und 2 – nicht ins Deutsche übersetzt, sondern ein abweichender erfunden wurde, erschließt sich mir jedoch nicht.
Wie bereits bei den vorherigen Bänden angemerkt, halte ich die Einstufung als Kinderbuch für fraglich. Jugendbuch fände ich erheblich passenden. Die Tatsache, dass Band 1 2013 für den „Los Angeles Times Book Prize“ in der Kategorie „Young Adult Literature“ nominiert war, zeigt wohl deutlich, dass ich mit dieser Meinung nicht alleine stehe.

Fazit:
Jonathan Stroud schafft es, das Niveau der beiden Vorgänger zu halten. Die „Lockwood & Co.“-Reihe bietet auch weiterhin echtes Suchtpotential. Ich kann diese Reihe allen Fantasy- und Detektiv-Story-Begeisterten nur empfehlen.

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Lockwood & Co. – The Whispering Skull

Jonathan Stroud
Lockwood & Co. – The Whispering Skull

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Rückseitentext:
Ghosts and ghouls beware! Lockwood & Co. is back.
Life isn’t exactly peaceful in the psychic detection agency. Lucy and George are trying to solve the mystery of the talking skull trapped in their ghost-jar, while Lockwood is desperate for an exciting new case.
Things seem to be looking up when the team is called to investigate the grave of a sinister Victorian doctor. As usual, everything goes wrong – a terrible phantom is freed, and a dangerous object is stolen from the coffin. Lockwood & Co. must recover the relic before its power is unleashed, bur it’s a race against time. And if that’s not bad enough, the skull in the ghost-jar is stirring again …
The author of the blockbuster BARTIMAEUS sequence delivers another humorous and chilling instalment in the critically acclaimed LOCKWOOD & CO. series.

Rezension:
Lockwood und sein Team sollen an einer alten Galgenstätte den Geist eines einst Erhängten bannen. Nur übersehen sie dabei, dass Galgen früher gewöhnlich mehrmals benutzt wurden, und so bringt der erwartete Geist gleich noch ein paar Freunde mit – ziemlich viele sogar. Lockwood, Lucy und George bleibt nur ein hastiger Rückzug. Peinlicherweise taucht gerade in diesem Moment ihr Erzrivale Kipps mit seinem Team auf. Und die sind auf eine so große Anzahl Geister vorbereitet … Um seine Ehre zu retten, bietet Lockwood Kipps eine Wette an.
Nach dieser wenig erfolgreichen Nacht sind Lucy und ihre Kollegen froh, als sich gleich ein neuer Auftrag bietet. Eine Spezialfirma für Friedhofs-Beräumungen benötigt ihre Hilfe bei der Beseitigung eines offensichtlich nicht geheuren Grabes. Doch im Sarg befindet sich nicht nur eine mumifizierte Leiche, die Quelle eines ziemlich bösartigen Geistes ist, sondern auch noch ein extrem gefährliches Artefakt. Gerade das wird kurze Zeit später gestohlen, worüber Inspektor Barnes vom DEPRAC (DEpartment of Psychical Research And Control – deutsch: BEBÜP / Behörde zur Erforschung und Bekämpfung Übersinnlicher Phänomene, der Scotland Yard unterstellten Aufsichtsbehörde über die Agenturen) natürlich alles andere als erfreut ist. Um es schnellstmöglich wiederzubeschaffen, beauftragt er nicht nur Lockwood & Co. damit, sondern parallel auch noch Kipps Team. Und dieser Auftrag ist nicht als Bitte formuliert! Somit beginnt ein Wettlauf mit ihren Rivalen, wer es zuerst schafft. Dabei bekommen es die Spezialisten für Geister-Bannungen mit nicht gerade zimperlichen lebenden Gegnern zu tun, wie Lucy und Lockwood bald am eigenen Leib feststellen müssen.
Nach dem Vorgänger „Lockwood & Co. – Die seufzende Wendeltreppe“ stellt dieser Band eine würdige Fortsetzung dar. Die bereits bei dessen Besprechung erwähnten stilistischen Parallelen mit den klassischen Sherlock-Holmes-Erzählungen treten hier bei den Ermittlungen gegen einen Schwarzhändlerring sogar noch stärker in Erscheinung. Und dieser Vergleich sollte definitiv nicht negativ verstanden werden. Trotz aller detektivischer Arbeit kommen die Geister nicht zu kurz. Im Gegenteil: Auch der Gruselfaktor wird gegenüber dem Vorgängerband stellenweise noch erhöht.
Da die Fittes-Agentur in diesem Buch, das 7 Monate nach Band 1 handelt, ihr 50-jähriges Bestehen feiert und in diesem Zusammenhang Marissa Fittes berühmter Fall aus dieser Zeit als im Jahre 1962 stattfindend erwähnt wird, kann man die Handlung diesmal eindeutig im Jahr 2012 einordnen. Aber Vorsicht! Da zur großen Jubiläumsparty, zu der auch Lockwoods Team eingeladen ist, Abendkleidung erwünscht ist, muss sich Lucy Abendkleid und High Heels besorgen, was nicht gerade die geeignete Kleidung ist, wenn man zwischendurch noch ein paar inoffizielle ‚Umwege‘ machen will.
Ein Wort zum oben zitierten Rückseitentext: „Ghosts and ghouls beware!“ Nachdem in Band 1 schon diverse Typen Geister auftauchten, stellt sich hier natürlich sofort die Frage, was im Lockwood-Universum Ghule sind. Um es kurz zu machen: Weder im Text (469 Seiten) noch im auch hier wieder vorhandenen Glossar (15 Seiten) werden Ghule auch nur erwähnt. Vielleicht hätte der für den Rückseitentext zuständige Mitarbeiter des Verlags das Buch vor Verfassen des Textes mal selbst lesen sollen.

Fazit:
Meine positive Einschätzung zu „Lockwood & Co.“ kann ich auch nach dem Lesen dieses Bandes nur uneingeschränkt aufrechterhalten. Besonders erwachsenen Fantasy-Fans empfehle ich, sich von der Kinderbuch-Einordnung der Reihe durch den Verlag nicht abschrecken zu lassen.

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Lockwood & Co. – Die seufzende Wendeltreppe

Jonathan Stroud
Lockwood & Co. – Die seufzende Wendeltreppe

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Klappentext:
Geister, Ghoule, Grabgeflüster: Die Agenten von LOCKWOOD & CO. sind allem gewachsen
LONDON, ENGLAND: In den Straßen geht des Nachts das Grauen um. Unerklärliche Todesfälle ereignen sich, Menschen verschwinden und um die Ecken wabern Schatten, die sich nur zu oft in tödliche von Geisterwesen ausgesandte Plasmanebel verwandeln. Denn seit Jahrzehnten wird Großbritannien von einer wahren Epidemie an Geistererscheinungen heimgesucht. Überall im Land haben sich Agenturen gebildet, die in den heimgesuchten Häusern Austreibungen vornehmen. Hochgefährliche Unternehmungen bei denen sie, obwohl mit Bannkreisketten, Degen und Leuchtbomben ausgerüstet, nicht selten ihr Leben riskieren.
So auch die drei Agenten von LOCKWOOD & CO. Dem jungen Team um den charismatischen Anthony Lockwood ist allerdings bei einem Einsatz ein fatales Missgeschick passiert. Um die Klage abwenden und den Schadenersatz dafür aufbringen zu können, müssen die drei Agenten von LOCKWOOD & CO. einen hochgefährlichen und zutiefst dubiosen Auftrag annehmen. Dieser führt sie in eines der verrufensten Herrenhäuser des Landes und stellt sie auf eine Probe, bei der es um nichts weniger als Leben oder Tod geht …

Rezension:
Diese Geschichte spielt im London einer Parallelwelt, in der manches etwas anders als in unserer realen ist. Seit etwa 50 Jahren wird England vom massiven Auftreten von Geistern heimgesucht. Auch wenn die meisten Geister nicht aggressiv sind, ist die Berührung mit ihnen meist tödlich. Das Problem ist, dass Erwachsene die Geister nicht sehen oder hören und ihnen deshalb auch nicht ausweichen können. Nur Kinder und Jugendliche haben diese Fähigkeit, die jedoch beim Älterwerden verschwindet, auch diese jedoch in unterschiedlichem Ausmaß. Besonders begabte Kinder und Jugendliche arbeiten deshalb in Agenturen, die im Auftrag der Hauseigentümer die Geister bannen. Internet, Handy oder schnurlose Festnetz-Telefone scheint es in dieser Welt nicht zu geben. Recherchen finden immer auf altmodische Weise in Bibliotheken und Archiven statt. Aus Bemerkungen zu Architektur und Mode kann man jedoch entnehmen, dass die Geschichte trotzdem in unserer Zeit spielt.
Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Lucy erzählt. Als Lucy 8 Jahre alt war, wurde sie von ihrer Mutter zur Lehre in eine dieser Agenturen geschickt. Nach einem Zwischenfall, bei dem mehrere ihrer Mit-Agenten getötet werden, verlässt sie ihre Heimatstadt und geht nach London, wo sie bei Lockwood und Co. anfängt. Ihre Kollegen sind Lockwood selbst, der von allen nur mit seinem Nachnamen angesprochen wird, und George. Wie alt die 3 genau sind, wird im gesamten Buch nicht erwähnt. Da Lucy sich an einer Stelle jedoch an ein Vorkommnis erinnert, bei dem sie 12 war, dieses aber noch in ihrer Heimatstadt stattfand und sie jetzt schon seit etwa 6 Monaten bei Lockwood ist, muss sie mindestens 13 sein. Lockwood selbst schätzt sie bei ihrem Kennenlernen als etwa 1 Jahr älter als sich selbst ein. Auch diese Vermutung wird aber nie ausdrücklich bestätigt.
Der Autor erzählt das Ganze in Form einer klassischen Detektivgeschichte. Stilistisch erinnert mich das Buch stellenweise sehr an die klassischen Sherlock-Holmes-Erzählungen Arthur Conan Doyles. Ein kurzes Zitat ganz vom Anfang des Buches mag das verdeutlichen:
„Zu den ersten Fällen, an denen ich bei Lockwood & Co. mitgearbeitet habe, möchte ich hier nicht viel sagen. Einerseits, weil die Opfer anonym bleiben sollen, andererseits, weil die Einzelheiten allzu grausig sind, aber vor allem, weil wir es tatsächlich fertiggebracht haben, diese Aufträge allesamt gründlich zu vermasseln.“
Jedem, der Doyles Erzählungen kennt, wird eine derartige Einleitung vertraut vorkommen, fangen Dr. Watsons Berichte seiner Abenteuer mit Holmes doch oft ähnlich an. Auch die Gespräche mit neuen Klienten erinnern oft an die bei Sherlock Holmes. Diese stilistischen Anlehnungen halte ich für viel zu auffallend, als dass sie Zufall seien könnten. Sie dürften Strouds voller Absicht entsprungen sein.
Sehr positiv fiel mir beim Lesen auf, dass der Autor nach einer sehr kurzen Einleitung gleich zur Sache, sprich: einer Geisteraustreibung kommt. Erklärungen und Vorgeschichten werden erst später nachgeliefert. Wie viele Bücher kennen wir alle, in denen sich der Leser erst durch eine etwas ermüdende Vorgeschichte ‚kämpfen‘ muss, bevor das eigentlich interessante Abenteuer beginnt?
Auch diese Geisteraustreibung setzen Lockwood und Lucy jedoch an die Wand, indem sie das Haus fast vollständig abfackeln. Vorher können sie allerdings noch feststellen, dass es sich um den Geist einer vor etwa 50 Jahren ermordeten jungen Frau handelt. Und der Mörder ist noch sehr lebendig … Und da unsere Helden zu viel wissen oder zumindest ahnen, ist er bald auch hinter ihnen her. Da Band 2 der „Lockwood & Co.“-Reihe aber schon erschienen und Band 3 bereits angekündigt ist, decke ich wohl kein allzu großen Geheimnis auf, wenn ich verrate, dass Lucy und ihre Kollegen natürlich überleben. Viel spannender sind ohnehin ihre Abenteuer mit den Untoten.
Wohl hauptsächlich wegen des Alters der Hauptfiguren wird das Buch vom Verlag als Kinderbuch vermarktet, was es meiner Meinung nach aber genau so wenig wie beispielsweise „Harry Potter“ ist. Allgemein habe ich den Eindruck, dass Bücher mit jugendlichen Hauptfiguren oft pauschal und ohne genaue Kenntnis des Inhalts als für Leser im Alters der Hauptfiguren zu empfehlen eingestuft werden, was – meiner Meinung nach – jedoch durchaus nicht immer zutrifft.
Die eigentliche Geschichte erstreckt sich über 402 Seiten. Dazu kommt ein 15-seitiger Glossar, in dem das Fachvokabular der Agenten erläutert wird. Denn wer will schon einen Schleicher mit einem Streuner verwechseln?

Fazit:
„Lockwood & Co. – Die seufzende Wendeltreppe“ erhält meine uneingeschränkte Empfehlung. Allen, denen beispielsweise die „Harry Potter“-Reihe gefällt, kann ich nur raten, auch mal einen Blick in „Lockwood & Co.“ zu riskieren. Erstmals seit „Harry Potter“ habe ich hier wieder das Bedürfnis, so schnell wie nur möglich den nächsten Band in die Finger und vor die Augen bekommen zu wollen.

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Die ägyptischen Abenteuer von Kathryn Black 3 – Luxor – Auf zu neuen Ufern

Graham Warren
Die ägyptischen Abenteuer von Kathryn Black 3 – Luxor – Auf zu neuen Ufern

Übersetzung: Renée Warren

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Kampf dem Zauberer!

Klappentext:
Auch im dritten Band dieser Reihe werden Kate, Alex und Kairo nicht nur mit den Herausforderungen ihres Kampfes gegen den mächtigen Zauberer konfrontiert, sondern auch immer wieder mit der Verwirrung, die ihre historischen Erinnerungen in ihnen hervorrufen. Sie werden aufgrund dieses Vergangenheitsbewusstseins zwar einerseits schneller erwachsen als gleichaltrige Jugendliche, haben aber dennoch auch ständig mit ihren Schwächen zu kämpfen. Ihre unmöglich scheinende Aufgabe ist es, die Zutaten für eine Zaubermischung zu suchen, mit der allein ihr Gegner endgültig besiegt werden kann. Seit Jahrtausenden hat niemand mehr diese Zutaten zu Gesicht bekommen. Während ihrer Suche begeben sich die drei Freunde auf eine Zeitreise in das antike Amarna, die legendäre Stadt Echnatons, wo sie seine Frau Nofretete und seinen Sohn Tutenchamun kennenlernen. Unterdessen machen im Hintergrund Ramses der Große und sein Freund Gadeem überraschende Pläne zur finalen Schlacht gegen den Zauberer.
Kate findet im Laufe der Abenteuer etwas, was ihr lieber ist als alles andere auf der Welt, Alex verliebt sich neu, und Kairo erkennt, dass er eine tiefere Weisheit besitzt, als er sich selbst zutraut.
Am Ende des Buches schlagen die Lebenswege der drei jungen Abenteurer jeweils eine ganz neue Richtung ein, und was die Zukunft ihnen bringt, ist dem Autor womöglich schon kein Geheimnis mehr.

Rezension:
Nachdem Kate und ihre Freunde am Ende des vorherigen Bandes („Tod in Luxor“) erstmals einen Angriff des Zauberers persönlich erleben mussten, ist ihnen klar, dass dieser endgültig aus dem Jenseits getilgt werden muss. Zum Glück hat Gadeem schon einen Plan, bei dessen Ausführung Kate, Alex und Kairo jedoch schneller als gedacht in Lebensgefahr geraten. In all dem Chaos gibt es jedoch zumindest für Kate auch eine positive Überraschung.
Während Kate, Alex und Kairo bisher größtenteils selbstständig und meist ohne Wissen der Erwachsenen handelten, werden sie hier über weite Strecken der Handlung zu bloßen Ausführenden fremder Pläne ‚degradiert‘. Kate, die bisher meist die Führungsrolle in der Gruppe innehatte, gibt diese mehr und mehr an Alex ab. So gesehen passt „Luxor – Auf zu neuen Ufern“ gar nicht richtig zum Reihen-Titel, denn Kathryn Black ist in diesem Band kaum noch als die zentrale Figur anzusehen.
Graham Warren führt die Handlung in diesem Buch nahtlos weiter, wobei er den von den beiden Vorgängern schon gewohnten, stets spannenden Erzählstil und die ständig vorhandene Spannung von Anfang an aufrecht erhält. Inhaltlich kann dieser Band jedoch leider nicht ganz mit seinen Vorläufern mithalten. Speziell die Charakteränderungen Kates und Alex’ in so kurzer Zeit – die gesamte Handlung aller bisherigen Bände umfasst schließlich nur wenige Wochen – wirkt unglaubwürdig.
Im Gegensatz zu den bisherigen Bänden, die nahezu nahtlos in den jeweils nächsten übergingen, bietet dieser Band ein ‚richtiges‘ Ende. Das legt die Vermutung nahe, dass „Luxor – Auf zu neuen Ufern“ die Reihe eigentlich beenden sollte und der mittlerweile angekündigte Band 4 („Pharaonengold“) ursprünglich nicht geplant war.

Fazit:
Obwohl dieser Band der schwächste der Reihe ist, verdient er eine Empfehlung und ist für Leser der bisherigen Bände schlichtweg unverzichtbar.

Taschenbuch
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Taschenbuch im englischen Original
eBook im englischen Original

Die ägyptischen Abenteuer von Kathryn Black 2 – Tod in Luxor

Graham Warren
Die ägyptischen Abenteuer von Kathryn Black 2 – Tod in Luxor

Übersetzung: Renée Warren

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In der Goldkammer

Klappentext:
Kates erste Ferienwoche in Luxor ist um, sie hat sie im Kampf gegen dreitausend Jahre alte Soldaten nur knapp überlebt. Gemeinsam mit ihren Freunden Alex und Kairo hat sie sich auf das waghalsige Abenteuer eingelassen, den der Welt unbekannten Pharao Nachtifi ausfindig zu machen. Er ist der wichtigste Verwandte in ihrer historischen Familie, und nur, wenn es gelingt, seinen Namen in der Welt bekannt zu machen, ist seine Existenz im Jenseits für immer gesichert. Kate hat „gesehen“ und wird seither in unregelmäßigen Abständen von Bewusstseinsbildern direkt aus der Vergangenheit heimgesucht. Es ist verstörend und hilfreich zugleich. Nicht immer weiß sie, wie sie die Schwierigkeiten, im modernen Leben erwachsen zu werden, mit den historischen Erinnerungen in Einklang bringen soll.
Die drei Freunde kämpfen gegen einen machtvollen Zauberer, der Nachtifi für immer auslöschen will. Er ist zwar in seinem eigenen Grab eingeschlossen, hat aber Zauberkräfte und Helfershelfer in der Welt draußen, mit denen er seit Jahrtausenden Nachtifis Rettung zu verhindern weiß. Ramses, Alexander der Große und ein nubischer Pharao sind tief in den Machtkampf gegen den Zauberer verwickelt, doch sind es letztlich nur Kate, Alex und Kairo, die ihn aufgrund ihrer jeweiligen historischen Erfahrungen besiegen können.
Wie im ersten Band dieser Reihe spielt auch hier die Geschichte gleichzeitig im modernen Luxor und im antiken Theben. Die Handlungsebenen werden so mühelos ineinander verwoben, dass es nicht skurril oder esoterisch wirkt, sonder so real, als ob man sich als Leser selbst in einem Grab, Tempel oder Straßencafé von Luxor befände. Spannung, Humor und die große Kenntnis des Autors über das alte und neue Ägypten entführen in eine im wahrsten Sinne des Wortes zauberhafte Welt.

Rezension:
Nachdem Kate, Alex und Kairo herausgefunden haben, dass der Zauberer sich nachträglich ein Jenseitsleben als Pharao erschwindeln und dazu die Existenz des der Wissenschaft bisher gänzlich unbekannten Pharaos Nachtifi endgültig verschleiern will, müssen sie alles tun, um Nachtifis Existenz der Allgemeinheit bekannt zu machen. Erst wenn sein Name allgemein bekannt ist und damit nie mehr in Vergessenheit geraten kann, ist sein Weiterleben im Totenreich für alle Zeiten gesichert. Doch was hat es mit der streng geheimen Ausgrabung, an der Alex’ Stiefvater, ein bekannter Archäologe, arbeitet, auf sich? Und wieso ist dessen größter Konkurrent auch in Luxor? An einen Zufall können Alex und Kate nicht glauben. Dass ihnen ihr stark unterschiedliches Temperament die Zusammenarbeit nicht gerade erleichtert, ist dabei natürlich alles andere als hilfreich. Wird ihre Freundschaft diese Belastungsprobe überstehen, und werden sie der Welt einen Beweis für Nachtifis Existenz liefern können?
Wer Band 1 der Reihe, „Der Fluch von Luxor“, kennt, findet mühelos in diesen Band hinein, denn er schließt praktisch nahtlos daran an. Alex’ Stiefeltern, die in Band 1 nur eine Nebenrolle spielten, werden jetzt stärker in die Handlung einbezogen. Die unterschiedlichen Mentalitäten der Touristen und der Einheimischen werden auch diesmal wieder humoristisch eingeflochten. Dabei schafft es Graham Warren, die Handlung ununterbrochen spannend und interessant zu halten.
Das beim Vorgänger bemängelte fehlende Korrektorat der deutschen Übersetzung tritt hier nicht im dort genannten Maße in Erscheinung. Gänzlich frei von Flüchtigkeitsfehler ist der Text jedoch auch in diesem Band nicht.
Wie der Titel bereits vermuten lässt, spielt in diesem Buch ein Todesfall eine Rolle. Auch wenn es eine nicht sonderlich sympathische Person ist, die der „Tod in Luxor“ ereilt, erscheint es doch etwas ‚eigenartig‘, dass das Sterben dieser Person von niemandem betrauert, sondern fast schon gefeiert wird.
Das Buch endet mit einem Cliffhanger, doch die Fortsetzung „Luxor – Auf zu neuen Ufern“ ist bereits verfügbar. Für dieses Jahr (2016) ist bereits Band 4 „Pharaonengold“ angekündigt.
Trotz der genannten kleinen Einschränkung verdient „Tod in Luxor“ eine Empfehlung an alle Urban-Fantasy-Freunde.

Fazit:
„Tod in Luxor“ und die gesamte „Die ägyptischen Abenteuer von Kathryn Black“-Reihe stellen einen echter Geheimtipp für alle Urban-Fantasy-Fans dar.

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Die ägyptischen Abenteuer von Kathryn Black – Der Fluch von Luxor

Graham Warren
Die ägyptischen Abenteuer von Kathryn Black – Der Fluch von Luxor

(Übersetzung: Renée Warren)

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Imbiss mit Pharao

Klappentext:
Kathryn Black, genannt Kate, zieht es magisch immer wieder in die ägyptische Abteilung des Britischen Museums in London. Wenige Wochen vor ihrem vierzehnten Geburtstag macht sie dort eine erschütternde Erfahrung, die ihr Leben für immer verändert: Sie wird von Erinnerungsbildern aus der Vergangenheit heimgesucht und „weiß“ plötzlich mit unumstößlicher Gewissheit, dass es einen Pharao gegeben hat, der in der Gelehrtenwelt völlig unbekannt ist. Niemand hat je von Nachtifi gehört, kein Ägyptologe und kein Fachbuch erwähnen seine Existenz. Kate ahnt, dass niemand ihr glauben wird, nicht einmal ihr bester Freund Alex. Sie nimmt die Herausforderung an!
Mit allen ihr zur Verfügung stehenden Tricks bringt sie ihre ungeliebte Pflegemutter dazu, in den nächsten Schulferien mit ihr nach Luxor zu fliegen, und erreicht es sogar, dass Alex mit seinen Eltern dort zur gleichen Zeit Urlaub macht. Alex ist verliebt in Kate, und obwohl ihre Signale ihn in letzter Zeit restlos verwirrt haben, würde er alles für sie tun. Bald finden sie einen ägyptischen Freund, Kairo, und zu dritt machen sie sich auf die Suche nach Nachtifi. Ohne es zu ahnen, ist es zugleich die Suche nach ihrer eigenen Vergangenheit.
Das ungeheuer spannende Abenteuer der drei Jugendlichen spielt gleichzeitig im modernen Luxor und im antiken Theben. Dreitausend Jahre alte Soldaten attackieren Kate, Alex und Kairo im Grab von Tausret und Sethnacht, aber auch in den modernen Cafés und Straßen der Stadt sind sie nicht vor Gefahr gefeit. Ramses der Große und andere historische Persönlichkeiten haben ihren Anteil am Gelingen oder Scheitern des Kampfes, aber hinter den Ereignissen ist es vor allem das immer wieder aufflammende eigene Vergangenheitsbewusstsein, das verstörend und hilfreich zugleich den drei Freunden Hinweise zur Lösung des Rätsels gibt.
Mit seinem großem Hintergrundwissen über das neue und das alte Ägypten entführt der Autor uns Leser in eine Welt, in der Fantasie und Realität mühelos ineinander übergehen, in der aber auch Freundschaft, Weisheit und ein guter Schuss hintergründiger Humor ungeheuer wichtig sind.

Rezension:
Kate hat ihren Vater nie kennengelernt. Nach dem Tod ihrer Mutter lebt sie bei ihrer alkoholsüchtigen und hochnäsigen Oma, mit der sie außer den Genen nicht viel gemeinsam hat. Als ihr in der ägyptischen Ausstellung des British Museum etwas merkwürdiges auffällt, kann sie ihre Oma jedoch überreden, mit ihr einen Urlaub in Luxor zu verbringen. Da ihre Oma den größten Teil der Zeit mit anderen älteren Europäerinnen in einem Gartenlokal verbringt, hat Kate viel Zeit für sich allein. Aber zum Glück konnte sie es arrangieren, dass ihr bester – oder besser gesagt einziger – Freund Alex, der Adoptivsohn eines berühmten Ägyptologen, mit seinen Eltern zur gleichen Zeit in Luxor ist. Als Kate dann noch den Sohn eines Hotelangestellten, der von allen nur Kairo genannt wir, kennenlernt, können sie sich nicht mehr über Langeweile beklagen. Im Gegenteil, denn schnell bekommen sie es mit im Totenreich weiterlebenden alten Pharaonen, Soldaten und sogar Göttern zu tun, die ihnen nicht alle wohlgesonnen sind.
Diese Urban-Fantasy-Geschichte um die beiden englischen Teenager vermag durchaus auch erwachsene Leser in ihren Bann zu ziehen. Auch wenn der Autor manches etwas überspitzt darstellt, werden die Personen und die Szenerie des Ortes und der Touristen-Massenabferigung doch überzeugend und humorvoll beschrieben. Die Hauptpersonen mit ihren unterschiedlichen Macken – die herrschsüchtige und stets mit sich selbst unzufriedene Kate, der schüchterne Alex und Kairo, der es nicht gewohnt ist, von Ausländern erst genommen zu werden – wachsen dem Leser schnell ans Herz. Dabei erfährt dieser erst nach und nach, was genau Kate im Museum beobachten konnte. Der gut durchdachte Aufbau der Geschichte sorgt dafür, dass es dem Leser an keiner einzigen Stelle langweilig wird. Längen kommen in der Handlung nicht vor. Das Ende ist zwar etwas überraschend, doch sind die Bände 2 und 3 bereits erschienen.
Im Gegensatz zum hervorragenden Buch an sich, muss man die Übersetzung jedoch kritisieren. Ein Lektorat erfolgte offensichtlich überhaupt nicht. Anders lässt es sich wohl nicht erklären, dass es fast keine Seite gibt, auf der nicht Wörter fehlen oder doppelt vorhanden sind. Das trübt den Lesespaß natürlich etwas. Vielleicht bekommt die Übersetzung ja früher oder später noch eine Überarbeitung spendiert. Trotzdem möchte ich allen Urban-Fantasy-Fans jedes Alters dieses Buch wärmstens empfehlen.

Fazit:
Eine humorvolle Urban-Fantasy. die sowohl jugendliche als auch erwachsene Leser zu fesseln vermag.

Taschenbuch
eBook
Taschenbuch im engl. Original
eBook im engl. Original

Wildlife Photographer of the Year: Portfolio 25

Rosamund Kidman Cox (Herausgeber)
Wildlife Photographer of the Year: Portfolio 25

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Ein würdiges 25. Jubiläum

Klappentext:
For 50 years, the Wildlife Photographer of the Year competition has championed honest and ethical wildlife photography, while pushing the boundaries of artistic freedom, technical skill and narrative excellence. This powerful collection of pictures features all the winning photographs from the 2015 competition. The collections represents the work of many international photographers, both professionals and amateurs. The photographs are chosen by an international jury for their artistic merit and originality, from categories that together represent a diversity of natural subjects. The range of styles is also diverse, as is the genre of photography, whether action, macro, underwater, landscape or environmental reportage. Together this outstanding collection is a reminder of the splendour, drama and variety of life on Earth. Each stunning photograph is accompanied by an extended caption and there is an introduction by one of the world’s most respected nature photographers.

Rezension:
Seit 50 Jahren veranstaltet das Natural History Museum in London mit im Laufe der Zeit mehrfach wechselnden Sponsoren den jährlichen Wildlife-Photographer-of-the-Year-Wettbewerb. Seit 25 Jahren erscheinen die Siegerbilder auch in Buchform. Der vorliegende Band stellt also ein silbernes Jubiläum dar.
Auch in diesem Jahr bietet dieses Portfolio wieder das Beste vom Besten aus dem Bereich der Tier- und Natufotografie. Wie schon von den Vorgängern gewohnt, bekommen die Bilder den benötigten Raum, um wirken zu können. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, hat jedes einzelne Bild die Seite für sich, oft sogar die ganze Doppelseite. Alleine diese Tatsache hebt diese jährliche Veröffentlichung aus der Masse der Bildbände hervor, in denen sich teilweise eine ganze Anzahl winzig wiedergegebener Bilder auf einzelnen Seiten drängeln. Auch die Druckqualität ist wie gewohnt überzeugend. Hinzu kommt, dass auch die technischen Daten der Bilder Erwähnung finden – auch das ist alles andere als selbstverständlich.

Fazit:
Für alle Fans der Naturfotografie sind diese Jahrbücher ein Muss.

Hardcover mit Schutzumschlag
auch in deutscher Übersetzung erhältlich / Hardcover mit Schutzumschlag