The Case of the Exploding Speakeasy

David E. Fessenden
The Case of the Exploding Speakeasy

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Sherlocks Patensohn

Klappentext:
Seeking to get out from under the shadow of his famous father, Dr. John Watson, and his father’s even more famous friend, Sherlock Holmes, young Thomas Watson signs on as a newspaper reporter in Philadelphia — a city that rivals Al Capone’s Chicago for its crime and corruption. Now Thomas suddenly finds himself caught up in the biggest story of his career: a suspicious explosion at a speakeasy, which kills the owner and his card-playing buddies.
From the scanty clues that Thomas compiles, he and Sherlock’s older brother, Mycroft, set out to solve the case. But can the pair uncover the truth and reveal the killer before one or both become the next victim?

Rezension:
Thomas Watson, der Sohn von Sherlock Holmesʼ berühmten Gefährten John Watson, ist nach Amerika ausgewandert und arbeitet dort als Journalist. Seine Arbeit besteht überwiegend darin, Nachrufe zu verfassen. So bekommt er eines Tages auch die Todesmeldung seines eigenen Vaters auf den Schreibtisch. Später auf dem Heimweg wird er Zeuge einer Explosion in einer Bar – einer illegalen Bar, denn wir befinden uns im Amerika der Prohibitionszeit. Und als er schließlich in seiner kleinen Wohnung ankommt, erwartet ihn auch noch ein unerwarteter Gast: der alternde Mycroft Holmes.
Jeder Leser des Klappentextes dürfte in diesem Buch wohl eine Detektivgeschichte nach dem Muster von Arthur Conan Doyles Sherlock-Holmes-Abenteuern erwarten. Leider führt diese Erwartungshaltung ins Leere. Dieses Buch beschreibt beinahe ausschließlich Thomas Watsons Leben als relativ erfolgloser Reporter. Die Aufklärung der Explosion kann man dabei fast nur als Nebenhandlung bezeichnen.
Was kann man zu diesem Buch ansonsten sagen? Sicher ist es stilistisch nicht schlecht geschrieben, wirkliche Spannung kommt allerdings kaum auf. Leider wird der Leser durch die Verwendung der Namen Doyles berühmter Helden in eine völlig falsche Erwartungshaltung versetzt, die dieses Buch nicht einmal ansatzweise erfüllen kann.

Fazit:
Vorsicht Mogelpackung! Mit Abenteuern à la Sherlock Holmes hat der Inhalt dieses Buches nur sehr wenig Ähnlichkeit.

Taschenbuch
eBook
Hörbuch

Sherlock Holmes und die Dokumente der Miss Adler

John Hall
Sherlock Holmes und die Dokumente der Miss Adler

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Mission in Böhmen.

Klappentext:
Sherlock Holmes und Doktor Watson auf Mission, den König von Böhmen zu retten.
Wie ein Jahr zuvor müssen Holmes und Watson erneut ein kompromittierendes Foto, das Miss Adler (nun Mrs. Norton) und den König von Böhmen zeigt, wiedererlangen.
Denn das Bild wurde Mrs. Norton von Karl, dem unehelichen Bruder des Königs, und dessen Cousin Gottfried gestohlen, der gleichzeitig der rechtmäßige Thronfolger Böhmens ist.
Das Bild ist das einzige Beweisstück einer einstigen Liebesbeziehung und bedroht nun aufgrund seiner diskreditierenden Wirkung einen wichtigen Friedensvertrag: Dankt der König nicht ab, gelangt das Foto an die Öffentlichkeit, der Friedensvertrag könnte platzen und das Land könnte in einem Bürgerkrieg versinken.
Doch sobald Sherlock und Watson in Böhmen ankommen, werden sie in einen Strudel aus Lügen, Intrigen und Komplikationen hineingezogen und Lösung des Problems scheint weit entfernt. Können die beiden den Fall lösen, ehe die Feinde des Königs mit ihren Machenschaften Erfolg haben?

Rezension:
Diese Geschichte stellt eine Fortsetzung der Original-Holmes-Story um Irene Adler und den König von Böhmen dar. Diesmal nimmt die ehemalige Miss Adler, mittlerweile verheiratete Mrs Norton selbst Kontakt zu Sherlock Holmes auf, da sie – nunmehr glücklich verheiratet – die Sache endgültig zu den Akten legen und ihren ehemaligen Geliebten vor Schaden bewahren möchte. Da sich das Corpus Delicti allerdings schon in falschen Händen und wahrscheinlich sogar schon in Böhmen befindet, bleibt Holmes und seinem treuen Helfer nichts anderes übrig, als sich schnellstens dorthin zu begeben und den König persönlich zu kontaktieren.
Der Autor selbst weist im Vorwort korrekterweise darauf hin, dass Böhmen im fraglichen Zeitraum in Wirklichkeit Bestandteil des Habsburgerreiches war und es somit im Gegensatz zur literarischen Vorlage Arthur Conan Doyles keinen König von Böhmen gab. Trotzdem begeht er in seiner Fortsetzung selbst erhebliche geographische Fehler. Beispielsweise fährt der Zug mit Holmes und Watson bei Sonnenuntergang am Rande des Schwarzwaldes entlang, welche noch am selben Tag ihr Abendessen in Wien einnehmen. Das ist selbst mit dem heutigen ICE nicht zu schaffen, viel weniger mit den Zügen in den 1890ern. Und wieso sollten eilige Reisende auf dem Weg von der Kanalküste nach Böhmen überhaupt einen Umweg über Wien machen?
Dabei trifft John Hall (eventuell ein Pseudonym eines deutschsprachigen Autors, da nirgends ein Übersetzer erwähnt wird) den Stil des Originals recht gut. Holmes und besonders Watson erscheinen stellenweise allerdings etwas out of character. Trotz dieser kleinen Einschränkung liest sich das Buch sehr gut und kann allen Sherlock-Holmes-Fans empfohlen werden. Das Ende des Buches dürfte den Leser jedoch überraschen, zumal es für die Handlung eigentlich unnötig ist.

Fazit:
Statt eines gänzlich neuen Abenteuers die Fortsetzung eines bekannten – Freunden des Original-Holmes kann es recht sein.

eBook

Sherlock Holmes and the Baker Street Dozen

Val Andrews
Sherlock Holmes and the Baker Street Dozen

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Holmes light

Klappentext:
Join one of the world’s greatest detectives and his assistant as they help to solve the unsolvable with Lestrade and his team at the metropolitan police.
Follow Holmes and Watson as they traverse the streets of London and take on cases from the most unlikely of clients in these thirteen short mysteries.
In Val Andrews’ Sherlock Holmes and the Baker Street Dozen you will find marvellous tales of intrigue and mystery….

The Lobster Quadrille
Colonel Archibald Fanshawe, from Watson’s Afghanistan days, bumps into his old comrade and proceeds to invite Watson and Holmes for dinner with him and his wife. As the dinner is in full swing and the main course gets underway it is apparent to Holmes that something is afoot after Fanshawe falls gravely ill at dinner…

The Gantry Point Wreckers
Take a trip away from Baker Street whilst Holmes recuperates on doctor’s orders and has some well-earned rest in the North Devon town of Bideford. Not too long after arriving in the town Holmes’ rested mind begins to work overtime as he soon begins unravelling the mystery of sinking ships in the next town along.

Sherlock Holmes and the Gypsy Switch
Mrs Joan Moran’s trip out to Streatham to ogle at Middle Eastern oddities culminates in a new case for Holmes and Watson. They must discover how her husband, who has been dead for some time, is able to gift her with gold coins from beyond the grave in this chilling tale.

The Kinema Mystery
In an unusual case Holmes must save the owner of several kinemas from a thief who is able to walk through walls and disappear without a trace. Leaving in their wake a series of robberies targeting the kinema owner and stealing valuable objects, Holmes must use all his nous to solve this case.

The Baker Street Conjurer
George Dean, proprietor and owner of the tavern ‘Cold Cut and Tankard’ requires the help of Holmes and Watson to ascertain how a conjurer who entertains his paying guests may or may not be magically stealing his earnings from right under his nose.

Plus many more stories.

Sherlock Holmes and the Baker Street Dozen is a new collection from Val Andrews that is packed full of vibrant tales of London’s finest detective.

Val Andrews (15 February 1926 – 12 December 2006) was a music hall artist, ventriloquist and writer. Andrews was a prolific writer on magic, having published over 1000 books and booklets from 1952. He also authored Sherlock Holmes pastiches and Houdini’s novels.

Rezension:
Da die Urheberrechte Arthur Conan Doyles bekanntlich schon seit einer ganzen Reihe von Jahren abgelaufen sind, findet sich mittlerweile eine größere Anzahl ‚neuer‘ Sherlock-Holmes-Abenteuer anderer Schriftsteller auf dem Markt. (Wobei in dieser Betrachtung die Geschichten, die Holmes’ Abenteuer in die heutige Zeit verlegen oder in anderer Weise bewusst stark von der Vorlage abweichen, ausgeklammert bleiben sollen.) Wie die meisten Autoren derartiger Werke versucht auch Val Andrews in der vorliegenden Kurzgeschichtensammlung den Stil des Originals zu treffen. Was ihm – wenn man den Sprachstil betrachtet – weitgehend gelingt.
Nicht ganz so gut treffen die in seinen Geschichten beschriebenen Fälle das originale Holmes-Feeling. Während Sherlock Holmes und sein nicht wegzudenkender Helfer Watson bei Arthur Conan Doyle fast ausschließlich Klienten aus der Ober- oder zumindest der gehobenen Mittelschicht zu helfen haben und die niedrigeren Bevölkerungsschichten höchstens als Zeugen aus der Dienerschaft vorkommen, spielen sich viele der hier abgehandelten Fälle eher im Milieu der einfachen Leute ab. Auch was die Raffinesse der zu untersuchenden Taten angeht, reichen die hier dargestellten Fälle meist nicht an das Original heran. Dass beispielsweise ein Trickbetrüger einen unauffälligen Helfer hat, ist nun wirklich keine überraschende Wendung. In einem anderen der Fälle hat Watson ‚zufällig‘ keine Zeit, persönlich dabei zu sein, und bekommt die (auch hier nicht sonderlich überraschende) Auflösung nur von Holmes erzählt.
Fans des Detektivgespanns aus dem viktorianischen England bieten diese Kurzgeschichten eine leichte Zwischendurch-Unterhaltung, ohne die eigenen grauen Zellen zu sehr anstrengen zu müssen – englische Sprachkenntnisse selbstverständlich vorausgesetzt. Zu hohe Erwartungen sollte der Leser allerdings nicht stellen.

Fazit:
Diese ‚Neo-Holmes‘-Abenteuer eignen sich als leichte Bettlektüre für Fans des wahrscheinlich berühmtesten Detektivs der Literaturgeschichte.

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