Drúdir

Swantje Niemann
Drúdir

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Im Bann der Automate

Klappentext:
Ein neues Zeitalter ist angebrochen – aber die dunkle Magie der Vergangenheit kehrt zurück!
Dampfkraft und die genialen Maschinen der zwergischen Erfinder haben die Welt unwiderruflich verändert. Magie gilt als Relikt einer Zeit, in der Zauberei und Religion Werkzeuge der Unterdrückung waren. Deshalb ist es dem jungen Uhrmacher Drúdir nahezu unmöglich, seine magische Begabung zu akzeptieren. Doch als sein bester Freund ermordet wird, kann er nicht tatenlos bleiben.
Die Suche nach der Wahrheit führt ihn in die unterirdische Seestadt Schwarzspiegel. Dort begegnet er unerwarteten Verbündeten und entdeckt, wie fragil der innere Frieden der neugegründeten Zwergenrepublik ist. Seine Ermittlungen bringen ihn auf die Spur einer Verschwörung, die die Freiheit aller bedroht.
Drúdir muss in eine Welt der Geheimnisse, Intrigen und Gewalt eintauchen, um das Unheil abzuwenden…

Rezension:
Drúdir ist ein begabter junger Uhrmacher, doch seine magische Begabung ist ihm einfach nur unangenehm. Wenn jemand von dieser erführe, würde das seinem Ansehen erheblich schaden, und außerdem sind ihm die Eindrücke, die er bei der Nutzung seiner Magie hat, höchst unangenehm. Doch als sein ehemaliger Lehrmeister und Freund ermordet wird, kehrt er zurück, um aus den magischen Scherben, die jeder gewaltsame Tod hinterlässt, die letzten Sekunden des Opfers mitzuerleben. Dabei wird er von der Polizistin Findra, die den Fall untersucht und alles Magische verabscheut, beobachtet. Als sie jedoch bemerkt, dass ihre Vorgesetzten anscheinend wenig Interesse an der Aufklärung der Tat haben und Akten ‚zufällig‘ verschwinden, verbündet sie sich mit Drúdir, um den Mörder zu überführen. Gemeinsam kommen sie einer Verschwörung auf die Spur. Und dann tauchen auch noch zwielichtige elfische Geheimagenten auf …
Wer hat den Steampunk erfunden? Die Zwerge natürlich! Wohl kaum ein anderes menschenähnliches Wesen wird in der einschlägigen Literatur stärker mit Feuer und Metall assoziiert als diese kleinen Leute. Und auch wenn die verschiedenen zwergischen und menschlichen Länder nach den großen Magierkriegen eine Union eingegangen sind, misstrauen sich all diese Länder doch nach wie vor gegenseitig. Noch viel mehr misstrauen die Zwerge jedoch den Elfen. So ist es kein Wunder, dass die zwergischen Helden dieser Geschichte, Drúdir und Findra, nicht gerade erbaut sind, als sie auf 2 Geheimagenten der Elfen treffen, die überhaupt nicht abzustreiten versuchen, zur Not auch zu töten. Und gerade diese beiden verfolgen anscheinend ähnliche Ziele wie sie selbst.
Der Autorin Swantje Niemann ist mit „Drúdir“ eine überraschende Melange aus Fantasy zu Zeiten der industriellen Revolution und Steampunk, ergänzt mit einer reichlichen Prise Verschwörungs-Krimi gelungen. Dabei sind die verschiedenen Kapitel aus den Blickwinkeln unterschiedlicher Charaktere beschrieben. Auch wenn es zu Beginn etwas schwerfällt, die zahlreichen Namen einzuordnen, weiß der Leser doch relativ schnell, wer wer ist. Diesem bisher nur als eBook vorliegenden Werk wäre zweifellos auch eine Printversion zu wünschen.
Und übrigens: Der Begriff „Automate“ in der Überschrift ist kein Tippfehler. Aber um dieses Geheimnis zu lüften, sollte man das Buch schon selbst lesen.

Fazit:
Dieser Fantasy-Krimi mit viel Steampunk ist eine Empfehlung wert.

eBook

Eine Peter-Grant-Story – 5 – Fingerhut-Sommer

Ben Aaronovitch
Eine Peter-Grant-Story – 5 – Fingerhut-Sommer

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Die Schrecken des Landlebens

Klappentext:
Obwohl sich Police Constable Peter Grant schon unwohl fühlt, wenn er Londons Skyline auch nur ein paar Kilometer weit hinter sich lässt, wird er jetzt in die tiefste Provinz geschickt: in einen kleinen Ort in Herefordshire – wo sich Fuchs, Hase und der Dorfpolizist Gute Nacht sagen. Aber es werden zwei Kinder vermisst, und ihr Verschwinden erfolgte womöglich unter magischen Umständen. Also muss Peter notgedrungen sein angestammtes Biotop verlassen. Mit der Flusstochter Beverley Brook begibt er sich mutig nach Westen, hinein ins ländliche England …

Rezension:
Im fernen Westen Englands, nahe der Grenze zu Wales, sind 2 Mädchen spurlos verschwunden. Die Tatsache, dass ganz in der Nähe ein ‚Zauberer im Ruhestand‘ lebt, lässt Nightingale befürchten, dieser könnte in das Verschwinden der Kinder verwickelt sein. Also schickt er Peter in diese entlegene Gegend fernab jeder Großstadtkultur. Dieser stellt jedoch schnell fest, dass der alte Zauberer allem Anschein nach unschuldig ist. Einmal vor Ort bietet Peter der örtlichen Polizei seine Hilfe an, die bei der Großfahndung gerne akzeptiert wird. Als eine Mitschülerin der Mädchen berichtet, eine der Verschwundenen hätte eine unsichtbare Freundin, schrillen Peters Alarmglocken. Zum Glück kann Nightingale die Flussgöttin Beverly überreden, Peter zu Hilfe zu kommen. Doch als die Mädchen endlich gefunden sind, geht der Fall für Peter erst richtig los.
Auch im mittlerweile bereits 5. Band seiner „Peter Grand“-Reihe bleibt sich Ben Aaronovitch treu und spickt die Story mit jeder Menge humorvoller Anspielungen auf Popkultur und Architektur. Zusätzlich wird diesmal jedoch auch die naturferne Lebensweise des Protagonisten thematisiert. Wenn sich Großstadtkind Peter nicht sicher ist, ob der ‚Duft‘, der durchs Fenster hereinweht, von den dort wachsenden Glockenblumen oder doch eher vom Silofutter stammt, kann wohl kein Leser ernst bleiben. Dieser Humor ist einfach zu gut – und typisch für diese Buchreihe.
Abgesehen vom Humor sind jedoch wie gewohnt auch die Aufklärung des Falls und dessen magische Zusammenhänge spannend. Ben Aaronovitch schafft es auch hier wieder, unerwartete Wendungen einzubauen, obwohl er diesmal auf die Mitwirkung der schon bekannten ‚Bösen‘ komplett verzichtet. Auch der Handlungsstrang um Peters ehemalige Kollegin Lesley wird immer interessanter.
Ein Punkt, der bei Rezensionen meist unerwähnt bleibt, ist die Übersetzung. Diese soll an dieser Stelle für die gesamte Reihe einmal ausdrücklich gelobt werden. Gerade bei dem Wortwitz des Autors ist es wahrscheinlich oft nicht einfach, diesen zu übertragen. Allerdings ist der Übersetzerin beim vorliegenden Band ein Fehler unterlaufen, den man wohl nicht ihrem sprachlichen, sondern vielmehr ihrem fachlichen Unwissen zuschreiben muss. Auf einem Rummelplatz stehen mehrere Dampflokomotiven. Und eine von denen fährt später sogar einen Feldweg entlang! Die Magie ist in diesem Fall jedoch unschuldig, denn es dürfte sich in Wirklichkeit wohl eindeutig um Lokomobile handeln, die die Übersetzerin aus Unkenntnis falsch übersetzte. (https://de.wikipedia.org/wiki/Lokomobile)

Fazit:
Der Kult geht in die 5. Runde! Peter Grand begeistert auch weiterhin.

Taschenbuch
eBook
Hörbuch
Hardcover im englischen Original
Taschenbuch im englischen Original
eBook im englischen Original

Menira

Nick Rinnert
Menira

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Der Herr der Elfen

Klappentext:
Als erster weiblicher Paladin in der Polizeitruppe der Stadt Glitterkant hat man es nicht leicht. Als Menira die Arbeit an ihrem ersten Fall aufnimmt, muss sie sehr schnell feststellen, dass ein cholerischer Chef und geschlechtsbedingte Vorurteile noch die kleineren Probleme sind, mit denen sie sich herumschlagen muss. Denn wenn die eigenen Mitarbeiter aus einem zwielichtigen Magier, einer schießwütigen Elfin und einem muskelbepackten Ork bestehen, muss man kühlen Kopf bewahren, um nicht die Kontrolle oder gar den neuen Job zu verlieren. Doch als Menira herausfindet, dass der angebliche Selbstmord eines stadtbekannten Magiers in Wirklichkeit ein Mord ist, setzt sie Ereignisse in Gang, die alles in Frage stellen, was sie bis dahin gelernt hat. Fantasy Pop lässt die traditionelle Fantasy-Welt in der Moderne ankommen: mit viel Humor erzählt Nick Rinnert eine Geschichte über die Sphärenlande, in der fortschrittliche Technik und althergebrachte Magie Hand in Hand gehen.

Rezension:
Menira hat es geschafft. Als 1. Frau hat sie die Prüfung zum Rang eines Paladin (einer Art Kriminalkommissar) bestanden. Allerdings ist der Polizeichef der Stadt darüber alles andere als glücklich, zumal sich Menira offen weigert, sich auf einen Schreibtischjob abkommandieren zu lassen. Zu seinem großen Verdruss haben auch noch ein Magier mit fragwürdiger Vergangenheit, eine Elfe und ein Ork die Polizeiausbildung erfolgreich absolviert. So etwas gab es noch nie! Bisher waren im höheren Polizeidienst immer nur männliche Menschen und Zwerge beschäftigt gewesen. Wenn diese Menira unbedingt eine eigene Abteilung, die ihr vom Rang her zusteht, haben will, bekommt sie eben die 3 anderen Exoten aufgebrummt. Damit wird es dem Polizeichef schon gelingen, der Bürgermeisterin zu beweisen, dass diese neumodischen Ideen nichts taugen. Und damit diese Außenseiter, die sich gegenseitig nicht über den Weg trauen, keinen allzu großen Mist bauen können, bekommen sie die Untersuchung des Selbstmordes eines reichen Zauberers aufgebrummt. Damit will sowieso keiner der anderen Paladine seine Zeit vergeuden. Doch schnell stellen die Neulinge fest, dass es sich keineswegs um einen Selbstmord handelt. Im Gegenteil. Der Fall führt sie tief in die Politik der unter der friedlichen Oberfläche sehr uneinigen Viel-Völker-Stadt.
Menschen, Zwerge, Elfen, Orks begegnen dem Leser in relativ vielen Fantasy-Werken. Doch in beinahe allen Fällen handelt es sich dabei um sogenannte High-Fantasy, die in vorindustriell geprägten Welten handelt. Nicht so hier. Nick Rinnert führt seine Leser in die Sphärenlande, wo die Technik ein mit unserer Welt vergleichbares Niveau erreicht hat. Und doch alles so anders ist. Das fängt schon damit an, dass Glitterkant, die Stadt in der unsere Helden ihre Abenteuer bestehen müssen, nicht etwa auf einem Planeten liegt. Nein, die Sphärenlande befinden sich auf der Innenseite einer riesigen Hohlkugel. Wenn die Sonne den Bewohnern nachts ihre dunkle Seite zuwendet, können sie in weiter Ferne die gegenüberliegenden Kontinente erahnen. Und genau hier muss sich Menira nicht nur mit dem Unwillen ihres Chefs, sondern auch noch mit ihrer gemischten Truppe auseinandersetzen, deren Mitglieder einen ganzen Stapel Vorurteile gegeneinander vor sich hertragen. Werden sie allen Zweiflern beweisen können, dass die richtige Polizeiarbeit verrichten können, oder werden sie sich vorher gegenseitig an die Kehle gehen?

Fazit:
Dieser humorvolle Fantasy-Verschwörungs-Krimi macht einfach Spaß.

Taschenbuch
eBook

Su-Do-Q – Das Blütenrätsel

Markus Westermann
Su-Do-Q – Die Rätselknacker -: #1 Das Blütenrätsel

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Blüten über Blüten

Klappentext:
Susan Smith, Dominic Cole und Quentin Keynes sind drei Freunde aus New York, deren Hobby das Lösen schwieriger Rätsel und das Knacken der härtesten gedanklichen Nüsse ist. Zu diesem Zweck haben sie sich in einer alten Garage ein Büro eingerichtet und widmen sich fortan unter dem Namen Su-Do-Q – die Rätselknacker – jeglichen Rätseln, die der Alltag ihnen beschert.
In der Episode #1 Das Blütenrätsel ist ein alter Maler spurlos verschwunden. Alles, was er hinterlassen hat, ist eine Serie neun eigenartiger Gemälde sowie ein Gedicht mit mysteriösen Rätselzeilen.
Welches Geheimnis verbirgt sich hinter den Bildern und wie kann das Gedicht dechiffriert werden?
Die drei Freunde stoßen auf dunkle Machenschaften, deren vergangene Schatten sie nun einzuholen scheinen.
Nur mit Mut und einer gehörigen Portion Logik und Kombinationsgabe gelingt es den Rätselknackern, Licht ins Dunkel zu bringen.
Doch wie lässt sich das drohende Unheil noch abwenden?

Rezension:
Susan besucht zusammen mit ihrem Vater, einem Antiqitätenhändler, eine Auktion, auf der auch Sachen aus dem Besitz eines ortsansässigen Malers versteigert werden. Das einzige, was ihr Vater jedoch kauft, ist eine Serie von 9 anscheinend wertlosen Gemälden, für die er der einzige Bieter ist. Doch gleich in der kommenden Nacht werden gerade diese Bilder gestohlen. Während ihr Vater wegen der sehr billig erstandenen Gemälde nicht einmal Anzeige erstattet, entschließt sich Susan, den Dieb zusammen mit ihren Freunden Dominic und Quentin, mit denen sie schon manches Rätsel gelöst hat, aufzuklären. Schnell stellen sie fest, dass auch der Maler der Bilder spurlos verschwunden ist.
Su-Do-Q, wie sich die jungen Rätselfreunde in Anlehnung an die Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen nennen, dient auch gleich als Titel dieser neuen Jugend-Detektiv-Reihe von Markus Westermann.
Die Idee von 3 jungen Freunden, die knifflige Kriminalfälle lösen, ist natürlich nicht ganz neu, und auch sonst erinnern manche Details an bekannte Vorbilder. Auch wenn das Alter der Freunde nicht ausdrücklich genannt wird, ergibt sich aus dem Zusammenhang, dass sie etwa 16 sind. Nur Susan als die Jüngste hat das Führerscheinalter noch nicht ganz erreicht. Die Charaktere der Freunde wirken sympathisch. Leider wirkt der Fall um den verschwundenen Maler und seine Werke etwas konstruiert. Am Ende passen die verschiedenen Hinweise zwar zusammen, wichtige Hinweise derart zu verschlüsseln erscheint aber selbst für dieses Genre etwas unglaubwürdig. Außerdem wirken die zu überführenden Täter doch sehr clichéhaft. Für die Fortsetzungen bietet das Setting allerdings noch einiges an Potential.

Fazit:
Dieser Auftakt einer Jugend-Detektiv-Reihe schöpft das darin liegende Potential (noch) nicht ganz aus. Warten wir auf die Fortsetzungen!

eBook

Eine Peter-Grant-Story – 4 – Der böse Ort

Ben Aaronovitch
Eine Peter-Grant-Story – 4 – Der böse Ort

Übersetzung Christine Blum

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Bauhaus goes London

Klappentext:
Magische Architektur in Südlondon
Seltsame Dinge geschehen im Skygarden Tower, einem berüchtigten Sozialwohnblock in Südlondon. Dinge, die eine magische Anziehungskraft auf Police Constable und Zauberlehrling Peter Grant ausüben. Zunächst geht es nur um ein gestohlenes altes Buch über Magie, das aus der Weißen Bibliothek zu Weimar stammt. Doch dann weitet sich der Fall rasant aus. Denn der Erbauer des Tower, Erik Stromberg, ein brillanter, wenngleich leicht gestörter Architekt, hatte sich einst in seiner Zeit am Bauhaus offenbar nicht nur mit modernem Design, sondern auch mit Magie befasst. Was erklären könnte, warum der Skygarden Tower einen unablässigen Strom von begabten Künstlern, Politikern, Drogendealern, Serienmördern und Irren hervorgebracht hat. Und warum der unheimliche gesichtslose Magier, den Peter noch in schlechtester Erinnerung hat, ein so eingehendes Interesse daran an den Tag legt …

Rezension:
Langsam aber sicher wird das Verfolgen magischer Täter für Peter zur Normalität. Auch seine Zauberausbildung schreitet voran, manche Zauber kann er schon intuitiv ausführen. Doch plötzlich bekommt es seine Dienststelle, das Folly, mit einer ganzen Reihe von Fällen zu tun, bei denen eindeutig Magie im Spiel ist. Und obwohl keine offensichtlichen Zusammenhänge erkennbar sind, scheinen doch alle die Handschrift des ‚gesichtslosen Magiers‘ zu tragen. Beim Skygarden Tower, einem architektonisch umstrittenen Sozialwohn-Hochhaus, das seine besten Zeiten eindeutig hinter sich hat, kreuzen sich die verschiedenen Spuren. War der verstorbene Architekt etwa ein im Verborgenen Praktizierender? Birgt am Ende sogar das Gebäude ein magisches Geheimnis?
Ben Aaronovitch bleibt sich auch im 4. Band seiner Reihe um Peter Grant treu. Neben spannenden (magischen) Kriminalfällen gibt es auch hier wieder viele Querverweise auf die Popkultur und einfach nur coole Sprüche. Wenn Peter beispielsweise vor einer auf ihn gerichteten Waffe im Dreck kniet und sein Hauptgedanke ist, dass er „das Sterben vermeiden“ muss, weil seine Mutter sonst dermaßen wütend auf ihn wäre, ist das einfach eine Textstelle, die wohl kein Fan so schnell vergessen wird. Mit vielen Bekannten aus den vorherigen Bänden gibt es ein mehr oder weniger ausführliches Wiedersehen. Auch diesmal läuft natürlich nicht alles nach Plan, und am Ende wartet auf den Leser eine wirkliche Überraschung, die auch als Cliffhanger zum nächsten Band dient. Was bleibt dem Fan da schon übrig, als sich schnellstmöglich diese schon lange erschienene Fortsetzung („Fingerhut-Sommer“) zu besorgen?

Fazit:
Dieses Abenteuer des Kult-Zauber-Polizisten darf man sich als Peter-Grant-Fan nicht entgehen lassen!

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Eine Peter-Grant-Story – 3 – Ein Wispern unter Baker Street

Ben Aaronovitch

Eine Peter-Grant-Story – 3 – Ein Wispern unter Baker Street

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Ein ‚Badeurlaub‘ im Abwasserkanal

Klappentext:
Es ist ja nicht so, dass Peter Grant, Zauberer in Ausbildung und Police Constable in London, nichts für das Üben von Zaubersprüchen und das Pauken von Lateinvokabeln übrig hätte – bestimmt nicht! Aber es ist doch immer wieder schön, wenn zur Abwechslung auch mal reelle Polizeiarbeit gefragt ist. Eine unbekannte Person wird im U-Bahn-Tunnel nahe der Station Baker Street tot aufgefunden – erstochen, und es deuten unübersehbare Anzeichen auf die Anwesenheit von Magie hin. Ein Fall für Peter, keine Frage. Der unbekannte Tote stellt sich als amerikanischer Kunststudent und Sohn eines US-Senators heraus, und ehe man noch „internationale Verwicklungen“ sagen kann, hat Peter bereits die FBI-Agentin Kimberley Reynolds mitsamt ihren felsenfesten religiösen Überzeugungen am Hals. Dabei gestalten sich seine Ermittlungen auch so schon gruselig genug, denn tief in Londons Untergrund, in vergessenen Flüssen und viktorianischen Abwasserkanälen, hört er ein Wispern von alten Künsten und gequälten Geistern …

Rezension:
Obwohl ein Mordopfer im U-Bahnhof Baker Street eindeutig erstochen wurde, ist es Peter schnell klar, dass der Fall etwas mit seinem Spezialgebiet – magischen Straftaten – zu tun hat. Den Kollegen von der Mordkommission kommt es eher spanisch vor, dass der Mann kurz vor seinem Tod von den Überwachungskameras aufgenommen wurde, wie es aus dem Tunnel auf den Bahnsteig wankte, auf den Aufnahmen der benachbarten Station jedoch nicht auftaucht, wie er und sein Mörder den Tunnel betraten. Auch von seinem Mörder findet sich keine Spur, obwohl alle Notausgänge des Streckenabschnitts ordnungsgemäß verschlossen sind. Bei der Jagt nach der Lösung des Falls gerät Peter nicht nur in U-Bahn- und sonstige, teilweise in keinem Plan verzeichnete Tunnel, sondern auch ins berühmte Abwassersystem Londons, in welchem er mehrmals ein unfreiwilliges Vollbad nimmt.
Wie schon von den vorhergehenden beiden Bänden gewohnt, gelingt es Ben Aaronovitch auch hier wieder, einen spannenden Kriminalfall mit viel Wortwitz und Humor zu verbinden. Vielleicht sollte man auf die Cover dieser Buchreihe eine Suchtgefahr-Warnung aufdrucken, denn wer diese Bücher ließt, wird süchtig nach der nächsten Fortsetzung. Die einzelnen Figuren sind mit all ihren Macken detailreich ausgearbeitet. Dazu kommt sehr viel Londoner Lokalkolorit. Jeder, der dieser Stadt schon mal einen etwas ausführlicheren Besuch abgestattet hat, wird zahlreiche Plätze wiedererkennen. Bei den zahlreichen architektonischen Kommentaren kann man nur vermuten, dass Police Constable Peter Grant sein besonderes Interesse für Architektur wohl von seinem Erfinder geerbt haben muss.
Gerade bei einem solchen, ansonsten nahezu perfektem Buch muss man allerdings ein paar Worte zum absolut nicht perfekten Klappentext verlieren. Wenn man letzteren nach dem Lesen des Buches nochmals ließt, drängt sich einem nämlich die Frage auf, ob der Verfasser dieses Klappentextes das Buch überhaupt gelesen hat. Wie schon erwähnt, liegt die Leiche eben nicht im Tunnel nahe der Station sondern auf dem Bahnsteig dieser. Und die FBI-Agentin hat felsenfeste religiöse Überzeugungen? Komisch, mir ist beim Lesen keine einzige Äußerung der Amerikanerin aufgefallen, die auch nur im Entferntesten religiös deutbar wäre. Aber wie gesagt betrifft diese Kritik lediglich den Klappentext, jedoch keinesfalls das Buch an sich.

Fazit:
Ein neues aufregend-witziges Abenteuer Peter Grants mit extremem Suchtfaktor.

Taschenbuch
eBook
Hörbuch
Taschenbuch im englischen Original
eBook im englischen Original

Steamtown – Die Fabrik

Carsten Steenbergen, T. S. Orgel
Steamtown – Die Fabrik

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Unter Plasmierten

Klappentext:
Auf den Stufen der Bakers Hall von Steamtown liegt eine bestialisch zugerichtete Leiche. Der junge Agent Eric van Valen wird zusammen mit dem abgehalfterten Pater und Ætheromanten Siberius Grand und dem seltsamen Forensiker Mister Ferret vom Ministerium Seiner Majestät beauftragt, den Mörder zu finden oder wenigstens jemanden, der schuldig genug aussieht. Doch was als simple Mordermittlung in der Unterwelt der von Plasmalicht und Kohlefeuer erhellten Stadtmetropole beginnt, scheint tiefer zu gehen und konfrontiert sie mit ihren düstersten Albträumen. Albträume, in denen höllische Geschöpfe auf die drei Ermittler lauern, dunkle Vergangenheiten und eine Verschwörung, die die Stadt Steamtown in ihren Grundfesten erschüttert.

Rezension:
Ein Mann läuft panisch durch den nächtlichen dichten Nebel. Offenbar wird er verfolgt. Glücklicherweise erreicht er den großen Platz im Zentrum Steamtowns, auf dem immer ein Polizist Wache steht. Doch auch die Tatsache, dass er diesen Polizisten findet, rettet ihn nicht. Am Morgen wird seine übel zugerichtete Leiche aufgefunden. Das Ministerium entschließt sich, ein ‚Sonderkommando‘ zu bilden. Wieso jedoch gerade ein junger Schreibtisch-Agent, ein alkohol- und drogensüchtiger Pater und der seltsame Mister Ferret, der sich selbst als Werkzeug des Ministeriums ohne eigenen Willen bezeichnet, beauftragt werden, den Täter oder irgendjemand anderen, der schuldig genug erscheint, um der Öffentlichkeit als Prügelknabe vorgeworfen zu werden, zu finden, erscheint zunächst rätselhaft. Obwohl sie zu Beginn nicht viel Sympathie füreinander aufbringen, erkennen die Ermittler schnell, dass an dem Fall etwas faul ist. Sehr faul sogar.
Die vorliegende Steampunk-Geschichte wurde von den Autoren ursprünglich als Fortsetzungsreihe in einem Blog veröffentlicht, bevor sie vom Papierverzierer-Verlag zu Papier (und eBook) gebracht wurde. Im Gegensatz zum genretypischen Standard, wo die Story meist in der reichen Oberschicht angesiedelt ist, begegnet der Leser in diesem Buch eher den Verlierern des Systems. Die (übrigens 3) Autoren schaffen es, die Geschichte so zu erzählen, dass wohl kein Leser es schaffen dürfte, die Lösung vorherzusehen. Während die Handlung an sich jedoch interessant und spannend daherkommt, bleiben die Hintergründe der Hauptpersonen leider eher blass. Einige sich stellende Fragen werden am Ende nicht beantwortet und bleiben für eine (meinen Informationen zufolge allerdings noch ungewisse) Fortsetzung offen. Trotzdem dürften Steampunk-Fans von diesem Buch nicht enttäuscht werden.

Fazit:
„Steamtown – Die Fabrik“ entführt den Leser in einen spannenden und nicht vorhersehbaren Steampunk-Krimi.

Taschenbuch
eBook

Eine Peter-Grant-Story – 2 – Schwarzer Mond über Soho

Ben Aaronovitch
Eine Peter-Grant-Story – 2 – Schwarzer Mond über Soho

Übersetzung: Christine Blum

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Peter unter Jazz-Vampiren

Klappentext:
Constable Peter Grant ist ein ganz normaler Londoner Bobby. Die Abteilung, in der er arbeitet, ist allerdings alles andere als normal: ihr Spezialgebiet ist – die Magie. Eines Abends wird Peter zu der Leiche eines Jazzmusikers gerufen und findet heraus, dass in den Jazzclubs in Soho, im Herzen Londons, verdächtig viele Musiker sterben. Hier geht etwas nicht mit rechten Dingen zu. Oder wie soll man es sonst nennen, wenn eine Leiche unüberhörbar und mit viel Swing Body and Soul spielt?

Rezension:
Die Handlung dieses Buches schließt unmittelbar da an, wo der Vorgänger „Die Flüsse von London“ endet. Und da Peters Vorgesetzter und einziger anderer Mitarbeiter der Sondereinheit für magische Straftaten, Detective Chief Inspector Nightingale, nach seiner Schussverletzung noch dienstunfähig ist, muss Peter die Aufgaben der Abteilung weitestgehend alleine wahrnehmen. Da seine magische Ausbildung gerade erst bei den Grundlagen angelangt und er als Constable noch weit vom üblichen Rang eines Abteilungsleiters entfernt ist, gestaltet sich das nicht ganz einfach. Als dem Kryptopathologen Dr. Walid dann auffällt, dass Jazzmusiker auffallend häufig kurz nach einem Auftritt in Soho eines anscheinend natürlichen Todes sterben, muss sich Peter alleine auf die Suche nach einer Ursache, die in seine Zuständigkeit fallen könnte, machen. Dass er sich dabei Hals über Kopf in die Exfreundin eines kürzlich verstorbenen Musikers verliebt, macht die Sache für ihn nicht einfacher.
Ben Aaronovitch schafft es auch hier wieder, den Leser innerhalb weniger Seiten zu fesseln – sofern das nach der unbedingt zu empfehlenden vorherigen Lektüre des 1. Bandes überhaupt noch erforderlich ist. Ohne Letztere könnte es dem Leser schwerfallen, alle Zusammenhänge zu erfassen. Trotz aller Verwicklungen kommt auch diesmal der Humor nicht zu kurz. Wenn Peter zum Beispiel darüber sinniert, dass sein Vater durch die Evakuierung seiner Großmutter im 2. Weltkrieg beinahe in Wales zur Welt gekommen wäre, was dessen Meinung nach fast so schlimm wäre, wie ein Schotte zu sein, kann man sich als Leser nur vor Lachen schütteln. So vergeht kaum ein Kapitel, ohne dass sich irgendwelche Anspielungen auf die traditionelle englische Denk- und Lebensart finden. Auch wenn der Autor laut Verlagsinfo gebürtiger Londoner ist, lässt sein Name vermuten, dass er – genau wie sein Romanheld – nicht-britische Wurzeln und damit einen etwas anderen Blickwinkel auf die diversen Großbritannien-Clichés hat. Der Erfolg dieser Romanreihe lässt jedoch darauf schließen, dass die Briten wohl durchaus bereit sind, über ihre eigenen Macken zu lachen.

Fazit:
Allen, die sowohl Urban Fantasy als auch eine Portion Humor zu schätzen wissen, kann „Schwarzer Mond über Soho“ nur empfohlen werden.

Taschenbuch
eBook
Hörbuch
Taschenbuch im englischen Original
eBook im englischen Original

Eine Peter-Grant-Story – 1 – Die Flüsse von London

Ben Aaronovitch
Eine Peter-Grant-Story – 1 – Die Flüsse von London

Übersetzung: Karlheinz Dürr

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Klappentext:
Peter Grant ist frischgebackener Police Constable, als man ihm einen unerwarteten Karrierevorschlag macht: Er soll Zauberlehrling werden, der erste in England seit fünfzig Jahren. Jetzt muss er sich mit einem Nest von Vampiren in Purley herumschlagen, einen Waffenstillstand zwischen Themsegott und Themsegöttin aushandeln, Leichen in Covent Garden ausgraben … Alles ziemlich anstrengend. Und der Papierkram!

Rezension:
Nach dem Abschluss der Polizeischule geht für Peter und seine Kollegin Lesley, mit der er gut befreundet ist, auch die 2-jährige Probezeit zu ende. In wenigen Tagen werden sie endlich ihre Tätigkeit als vollwertige Polizisten aufnehmen können. Während Lesley jedoch eine Stelle bei der Mordkommission angeboten bekommt, soll Peter einen Schreibtischjob übernehmen. Doch alles kommt anders. Als eines Nachts einem Mann auf offener Straße der Kopf abgeschlagen wird, müssen Peter und Lesley den Tatort absichern. Während Lesley ihnen einen Kaffee besorgt, meldet sich bei Peter ein Zeuge. Doch dieser Zeuge ist ein Geist. Wenig später lernt Peter Detective Chief Inspector Nightingale kennen, Chef und derzeit einziger Mitarbeiter der Abteilung für übersinnliche Vorfälle. Seine Wohnung und Dienststelle in einem ist The Folly, ein großes, altes Anwesen, welches Nightingale alleine mit seiner Haushälterin Molly bewohnt. Mit seiner offensichtlichen Begabung fürs Übersinnliche wird Peter Assistent und Zauberlehrling Nighingales – und damit Bewohner Nummer 3 im Folly.
Ben Aaronovitch schafft es, den Leser schnell in die magische Unterwelt Londons eintauchen zu lassen. Der Handlungsstrang um die diversen Flussgötter der größtenteils überbauten Flüsse Londons, die dem Buch den Namen geben, ist jedoch eher eine Nebenhandlung, die mit den mysteriösen Todesfällen, die Peter und sein neuer Chef untersuchen, fast nichts zu tun hat. Das alles sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Buch einen humorvollen Grundton hat. Wenn die schönen Töchter von Mama Themse – alles selbst echte Göttinnen – Peters Hormone im Wallung bringen, spielen die Morde nur noch eine Nebenrolle. Und wer hätte gedacht, dass sich die Flussgöttin der Themse mit einer LKW-Ladung Bier bestechen lässt? Das ist Urban Fantasy vom Feinsten!
Der Autor schafft es, seinen Lesern die Zusammenhänge seiner magischen Welt verständlich zu machen, was in anderen Werken dieses Genres leider nicht immer der Fall ist. Für mich bleiben am Ende des Buches eigentlich nur 2 (nicht übermäßig wichtige) Fragen offen: Was ist Molly? Vieles in ihrer Beschreibung würde zu einem klassischen Vampir passen, doch die Vampire, mit denen Peter es zu tun bekommt, werden ganz anders als die Haushälterin beschrieben. Und waren Peters Eindrücke während seiner U-Bahn-Fahrt real oder nur Einbildung? Aber wie gesagt sind beide Fragen für den Lesespaß nicht essentiell. Einziger wirklicher Kritikpunkt ist in meinen Augen die Schlichtung des Streits zwischen Themsegott und Themsegöttin ganz am Ende des Buches. Die wirkt auf mich doch etwas konstruiert, um das Buch schnell abzuschließen.

Fazit:
Für alle Urban-Fantasy-Fans ist „Die Flüsse von London“ eine Empfehlung wert. Da bleibt einem wohl nichts anderes übrig, als sich schnell die (bisher 5) Fortsetzungen zu beschaffen.

Taschenbuch
eBook
Hörbuch
Hardcover im englischen Original
Taschenbuch im englischen Original
eBook im englischen Original
Hörbuch im englischen Original

Ein Fall für Wells & Wong – 1 – Mord ist nichts für junge Damen

Robin Stevens
Ein Fall für Wells & Wong – 1 – Mord ist nichts für junge Damen

 

Übersetzung: Nadine Mannchen

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Das Rätsel um Miss Bells Leiche

Klappentext:
Deepdean-Mädchenschule, 1934. Als Daisy Wells und Hazel Wong ihr eigenes, streng geheimes Detektivbüro gründen, gibt es zuerst gar kein wirklich aufregendes Verbrechen zum Ermitteln. Doch dann entdeckt Hazel die Lehrerin Miss Bell tot in der Turnhalle. Zuerst denkt sie, es sei ein schrecklicher Unfall gewesen. Aber als Daisy und sie fünf Minuten später zurückkommen, ist die Leiche verschwunden. Jetzt sind die Mädchen sicher: Hier ist ein Mord geschehen! Und nicht nur eine Person in Deepdean hätte ein Motiv gehabt.
Nun haben Daisy und Hazel nicht nur einen Mordfall aufzuklären zuerst müssen sie beweisen, dass es überhaupt ein Mord war. Fest entschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen, bevor der Mörder wieder zuschlagen kann (und bevor die Polizei eingeschaltet wird, natürlich), müssen Hazel und Daisy nach Beweisen suchen, Verdächtige ausspionieren und all ihre Intuition einsetzen. Doch werden sie Erfolg haben? Und wird ihre Freundschaft diese Herausforderung bestehen?
Ein spannender Mädchen-Krimi ganz im Stil Agatha Christies, mit viel Internatsflair und zwei Heldinnen, die jeder gern zur Freundin hätte!

Rezension:
Bisher haben die Freundinnen Daisy und Hazel nur verschwundenem Naschwerk und aus Rache verstecken Kleidungsstücken nachgespürt. Mit irgendetwas muss man sich im Internat schließlich die Zeit vertreiben. Als Hazel eines Abends jedoch nochmal schnell in die Turnhalle läuft, um ihre vergessene Jacke zu suchen, liegt dort Miss Bell, eine ihrer Lehrerinnen, tot auf dem Boden. Panisch läuft sie zu ihrer Freundin Daisy, um dieser von ihrem Fund zu berichten. Als Hazel und Daisy mit einer schlecht gelaunten älteren Aufsichtsschülerin im Schlepptau nur wenige Minuten später wieder in der Turnhall ankommen, ist von einer Leiche jedoch nichts mehr zu sehen. Wütend leitet die Aufsichtsschülerin Strafmaßnamen gegen die beiden Freundinnen ein, weil sie davon ausgeht, von ihnen bewusst getäuscht worden zu sein. Eigenartigerweise taucht jedoch am kommenden Tag bei der Direktorin ein Kündigungsschreiben Miss Bells auf. Doch Hazel und Daisy sind sich sicher, dass dieses nur vom Mörder gefälscht worden sein kann, um das Verschwinden der Lehrerin zu vertuschen. So bleibt den Freundinnen nichts anderes übrig, als den Fall selbst aufzuklären. Schnell stellt sich heraus, dass fast alle verbliebenen Lehrkräfte mehr oder wenige gute Motive für die Tat gehabt hätten.
Was die Autorin mit diesem Buch präsentiert, ist in gewisser Weise ein Spagat zwischen einem Jugend- und einem klassischen Detektivroman, wobei man den Agatha-Christie-Vergleich des Klappentextes durchaus ernst nehmen kann. Der grundsätzliche Aufbau der Geschichte erinnert nämlich sehr an diverse Miss-Marble-Stories, was in besonderem Maße für die schlussendliche Überführung des Täters in einer Runde aller Verdächtiger zutrifft. Allerdings sind die Hobbydetektivinnen Daisy und Hazel erheblich jünger als eine gewisse Miss Marble, wodurch der Leser nebenbei auch einen Einblick in das (fiktive) Leben eines englischen Internats in den 1930ern erhält. Von modernen pädagogischen Strukturen ist das noch weit entfernt.
Da die Schülerinnen zu Anfang (wie es auch in der Realität normal seien dürfte) kaum Einblick in das Privatleben ihrer Lehrerinnen haben, bauen sich die entsprechenden Zusammenhänge erst nach und nach vor dem Leser auf. Während dieser im Laufe der Geschichte auch viel über Hazels (aus deren Perspektive das Buch berichtet) und nicht ganz so viel über Daisys Hintergrund erfährt, bleiben die übrigen Schülerinnen eher blass. Von denen gerät während der ganzen Spurensuche auch keine auch nur Ansatzweise in Verdacht.
Das gesamte Buch ist interessant geschrieben. Die wenigen, für den eigentlichen Plot jedoch unbedeutenden, Logiklücken stören das Lesevergnügen nicht. (Zum Beispiel sind bei der oben erwähnten Runde aller Verdächtiger sämtliche Lehrkräfte anwesend, die Schüler haben zu dieser Zeit aber Unterricht. Wer unterrichtet sie da wohl?) „Mord ist nichts für junge Damen“ macht definitiv Lust auf die zu erwartenden Fortsetzungen. Im englischen Original umfasst die Reihe um Hazels und Daisys Detektivabenteuer bereits 5 Bände und 2 Kurzgeschichten.

Fazit:
Für Freunde von Internatsgeschichten und auch für ältere Fans von Detektivgeschichten à la Miss Marple ist dieses Buch beinahe ein Muss!

Hardcover