Das Amulett des Trebeta

Marie Gräff
Das Amulett des Trebeta

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Allein unter Geistern

Klappentext:
Von einem Mädchen, das keine Lust hatte, tot zu sein.
Einer Wette mit Gott.
Und dem, was geschieht, wenn Gott dem Schicksal ein Schnippchen schlägt.
Die Eifel im Februar 1817: Dorftrottel Willy bekommt unerwarteten Besuch. Sie heißt Helene, ist tot – und sie hat einen Plan. Mit Willys Hilfe will sie in ihre Heimatstadt Trier zurückkehren, um dort eine Wette mit Gott zu gewinnen.
Für den jungen Willy beginnt das Abenteuer seines Lebens. Hin- und hergerissen zwischen aufdringlichen Geistern, finsteren Prophezeiungen und dem Versuch, die Wette zu gewinnen, muss er seine ganz eigenen Kämpfe bestehen. Und sich immer wieder einer Frage stellen: Hat er die Macht, das Schicksal zu verändern, oder ist alles bereits seit Urzeiten vorbestimmt?
Historische Phantastik mal ganz anders: Frech, unkonventionell, packend. Und mit einem originellen Erzähler: Gott selbst.

Rezension:
Ein verregnetes Jahr und ein strenger Winter führen zu einer Hungersnot in der Eifel des frühen 19. Jahrhunderts. Als der Bauernjunge Willy im Wald nach Eicheln sucht, damit er und seine Familie nicht verhungern, trifft er unerwartet auf den Geist eines Mädchens namens Helene. Dieser ist überzeugt, wieder ins Leben zurückkehren zu können, wenn er eine Wette mit Gott höchstpersönlich gewinnt. Da es aber nur sehr wenige Menschen mit der Gabe, Geister sehen und hören zu können, gibt, überredet Helene Willy, sie nach Trier zu begleiten, denn genau dort müssten sie gemeinsam das Schicksal ändern, um die Wette zu gewinnen. Nach anfänglichem zögern stimmt Willy zu, denn aus Trier kam auch das letzte Lebenszeichen seines vor Jahren verschwundenen Vaters.
Alles in allem erscheint dies als ein recht ungewöhnliches Setting für einen Fantasy-Roman. Um es aber gleich vorwegzunehmen: Es funktioniert. Willy und Helene, die zunächst nur eine Zweckpartnerschaft eingehen, respektieren sich im Laufe des gemeinsamen Abenteuers immer mehr. Natürlich läuft sowohl Helenes Versuch, das Schicksal zu verändern, als auch Willys Suche nach dem Grab seines Vaters völlig anders als erwartet. Auf den Leser wartet so manche überraschende Wendung, kommt doch auch noch ein alter Wächter, der ein gefährliches Geheimnis zu hüten hat, ins Spiel. Marie Gräffs Geschichte kann den Leser nicht zuletzt durch diese Überraschungen fesseln. Lediglich die eingestreuten Zwischenkapitel, in denen Gott persönlich die Geschehnisse ironisch kommentiert, tragen zur Handlung, die sich grob an einer alten Trierer Sage orientiert, nicht viel bei und unterbrechen diese eher unnötig.

Fazit:
„Das Amulett des Trebeta“ ist ein eher ungewöhnliches Fantasy-Abenteuer, das seinen eigenen Reiz abseits des Mainstreams besitzt.

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Die Mississippi-Bande

Davide Morosinotto
Die Mississippi-Bande

Übersetzung Cornelia Panzacchi

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Die kaputte Taschenuhr

Klappentext:
Alles begann mit dem Mord an Mr. Darsley. Oder vielleicht auch nicht. Wenn ich es mir recht überlege, begann es eigentlich ein paar Wochen zuvor. An dem Nachmittag, als wir durch die Sümpfe des Bayou paddelten, um ein paar Fische zu fangen. Was wir stattdessen fingen, war eine verbeulte Blechdose, in der drei Dollar lagen. Drei Dollar! Dafür würden wir uns etwas im Katalog bestellen. Noch ahnten wir nicht, dass wir mit dieser Bestellung das größte Abenteuer unseres Lebens auslösen würden …

Rezension:
Te Trois, wie Peter als 3. Sohn von allen gerufen wird, lebt mit seinen Brüdern und seiner verwitweten Mutter in den Bayous, der Sumpfwildnis in der Umgebung New Orleans’. Seine besten Freunde sind Eddie, der Sohn des örtlichen Arztes, und Julie, deren Mutter oft ‚Besuch‘ von fremden Männern bekommt, worin auch der Grund liegt, dass ihr kleiner Bruder Tit schwarz ist. Wegen deren unmoralischen Mutter ist es Te Trois und Eddie eigentlich auch verboten, Umgang mit Julie zu pflegen. Doch das hindert die 3 Freunde – 4, wenn man Tit mitzählt – natürlich nicht daran, möglichst viel Zeit zusammen in den Sümpfen zu verbringen. Beim Angeln ‚fangen‘ sie eine Blechbüchse mit 3 Dollar darin. Insbesondere für Te Troi und Julie ein unvorstellbares Vermögen! Sie beschließen, sich aus einem Versandhauskatalog gemeinsam einen Revolver samt Munition zu bestellen. Als das Päckchen endlich ankommt, liegt darinnen jedoch nur eine kaputte Taschenuhr. Nachdem ein Fremder versucht, ihnen diese Uhr zuerst mit Tricks und schließlich sogar mit Waffengewalt abzunehmen, beschließen die Freunde, persönlich das Versandhaus in Chicago aufzusuchen – eine Reise von über 800 Meilen Luftlinie, und das fast ohne Geld! Zu dem Zeitpunkt ahnen sie nicht, dass das ganze mit einem alten Mordfall zusammenhängt.
Mit dem Setting im Umfeld des Mississippis erinnert Davide Morosinottos Jugendabenteuer an Tom Sawyers und Huckleberry Finns Abenteuer. Das ist natürlich kein Zufall und wird durch die künstlerisch hochwertige Gestaltung des Covers noch unterstützt. Ein Schriftsteller namens Mark Twain wird während der Flussreise der Freunde sogar am Rande erwähnt. Das Abenteuer der Misssissippi-Bande ist jedoch völlig eigenständig und bedient sich ansonsten kaum an Elementen des Vorbildes. Während Huckleberry bei Mark Twain eigentlich nur auf der Flucht ist, haben die Freunde hier ein konkretes Ziel.
Te Trois und in noch größerem Maße Julie und ihr kleiner Bruder stammen aus sozial zerrütteten Verhältnissen. Ihnen fällt es nicht schwer, ihre Heimat, die speziell Julie keine wirkliche Heimat ist, hinter ich zu lassen. Ihr Freund Eddie, der als einziger ein ‚richtiges‘ Elternhaus hat, schließt sich ihnen hauptsächlich aus Forscherdrang an. Die verschiedenen Abschnitte des Abenteuers werden dabei jeweils aus dem Blickwinkel eines der Freunde erzählt, was auch an den an die Interessen des jeweiligen Erzählers angepassten Kapitelbildern deutlich wird. Dabei kann die Geschichte ihren Leser von Anfang an fesseln, kann doch auch dieser die Zusammenhänge nicht so schnell erkennen.
Die auch stilistisch sehr gut verfasste, interessante Story, hätte eigentlich 5 Sterne verdient, wenn … ja, wenn da nicht das letzte Kapitel, das praktische einen Epilog darstellt, wäre. Dieses handelt mehr als 6 Jahrzehnte nach der abenteuerlichen Reise. Darin erfährt der Leser zwar, was aus den Freunden im Laufe ihres Lebens wurde, das Ende des eigentlichen Abenteuers wird darin jedoch nur in Kurzform und noch dazu unvollständig erzählt. Viele Fragen – wie zum Beispiel ob der Mörder eigentlich zur Rechenschaft gezogen wurde – bleiben unbeantwortet. Somit muss man leider feststellen, dass dieses misslungene Ende das ansonsten sehr gute Buch in gewisser Hinsicht etwas ruiniert. Schade. Der Rest des Buches ist es aber trotzdem wert, gelesen zu werden. Denn der ist wirklich gut.

Fazit:
„Die Mississippi-Bande“ ist ein gelungenes Jugendabenteuer in einem fast schon nostalgischen Setting – mit leider etwas schwachem Ende.

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Frost & Payne – Das Protokoll

Luzia Pfyl
Frost & Payne – Das Protokoll

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Tohuwabohu an allen Fronten

Klappentext:
Das Gefängnis scheint ihnen diesmal sicher zu sein. Zu viele Beweise sprechen gegen ihre Unschuld – sind sie tatsächlich verantwortlich für Inspektor Flannagans Tod? Frost erleidet einen Zusammenbruch. Hat sie wirklich versagt? Wird Payne die Zusammenarbeit mit ihr beenden?
Cecilia trifft eine folgenschwere Entscheidung, während Michael Cho eine Verschwörung aufdeckt, die offenen Krieg innerhalb der Dragons bedeuten könnte. Sein Leben ist in höchster Gefahr – und er hat niemanden, dem er noch vertrauen kann.

Rezension:
Frost und Payne sitzen immer noch in Untersuchungshaft. Da die Reihe aber noch weitergehen soll, kann man wohl sicher sein, dass sich das ändern wird. Aber auch Michael Cho steckt in Schwierigkeiten und muss sehen, wie beziehungsweise ob er da mit heiler Haut herauskommt. Und der Schöpfer der Mechanischen Kinder hat auch noch einiges vor. Turbulenzen sind also abzusehen.
Das Getriebe von Luzia Pfyls Steam-Punk-Reihe läuft sich ein. Die Geschichte wird immer runder, wobei man allerdings erneut feststellen muss, dass Steam Punk im klassischen Sinn in dieser Reihe kaum eine Rolle spielt. Das Ende ist diesmal in allen Handlungssträngen besonders offen, was wohl auf einen bevorstehenden vorläufigen Höhepunkt hindeutet. Viele Informationen verdichten sich. Lediglich zum Rätsel um Paynes verschwundene Tochter, das den Leser bereits seit Band 1 begleitet, gibt es nach wie vor nicht den kleinsten Hinweis. Da hilft wohl (schon wieder) nichts, als auf den nächsten Band zu warten.

Fazit:
Mit Band 5 gewinnt die „Frost & Payne“-Reihe zunehmend an Fahrt.

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Ein MORDs-Team – Band 15 – Das zerbrochene Glas

Andreas Suchanek
Ein MORDs-Team – Band 15 – Das zerbrochene Glas

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Das gläserne Haus

Klappentext:
Mason, Olivia, Randy und Sonja werden mit einem Diebstahl am Pinehearst College konfrontiert. Ein wichtiger Prototyp wurde entwendet. Gleichzeitig macht sich Randy daran, die Bilder der Gründungsurkunde auszuwerten. Er will endlich den verborgenen Ratssaal der Dynastien finden.
Unterdessen erkundet Danielle weiter das Internat. Sie entdeckt zahlreiche Merkwürdigkeiten. Was steckt wirklich hinter der Einrichtung? Und wo befindet sie sich tatsächlich?

Rezension:
Während Danielle immer noch im ‚Internat‘ festsitzt, wollen Randy, Mason und Olivia endlich mehr über die 5. Dynastie erfahren und nebenbei das Geheimnis der Gründungsurkunde aufdecken. Doch dann wird im College ein experimentelles Gerät gestohlen – und Brukers Hauptverdächtiger ist ausgerechnet Randys Freund.
Im 3. Band der 2. Staffel seiner „Ein MORDs-Team“-Reihe liefert Autor Andreas Suchanek seinen Lesern endlich ein paar Antworten. Doch keine Sorge; es bleiben noch genügend offene Fragen bestehen, um die Handlung für die kommenden Bände sicherzustellen. Wie es der Leser dieser Reihe schon gewohnt ist, bleibt das Spannungsniveau auch in diesem Band wieder beständig hoch.

Fazit:
Der Suchtfaktor dieser Reihe bleibt nach wie vor ungebrochen.

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Das Gold der Dämonen

Cedric Balmore
Das Gold der Dämonen

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Der Dämon und seine Diener

Klappentext:
Kisten voller Gold, versteckt in einer Höhle auf einer kleinen Insel in der Karibik, die nur darauf warten, geborgen zu werden. Die Aussicht auf unermesslichen Reichtum lässt 3 Männer und 2 Frauen schon vor der Ankunft auf der Insel Mordpläne schmieden, um möglichst wenig von dem Gold abgeben zu müssen. Vor allem John Proone trägt sich mit dem Gedanken, den Schatz ganz alleine zu bergen. Glühende Augen, die nachts von der Insel übers Meer blicken, sollten den Abenteurern Warnung genug sein, dass ihr Vorhaben schwierig sein würde. Als sie den Schatz schließlich finden, müssen sie feststellen, dass dieser von einem Dämon bewacht wird, der nicht bereit ist, das Gold mit den Eindringlingen zu teilen. Wenn nötig, schickt er die Toten zurück ins Leben, um sich das Gold der Dämonen von Proone zurückzuholen …
In den 70er-Jahren belebte eine neue Generation von phantastischer Literatur das in Deutschland recht angestaubte Genre, die der Heftromane. Eine Vielzahl von Reihen und Serien bot jedem Geschmack die passenden Geschichten. Das Format des E-Books macht es nun möglich, die Kleinode deutscher Pulp-Fiction ins digitale Zeitalter hinüberzuretten und einer neuen Generation von Lesern zugänglich zu machen.

Rezension:
Das alte Tagebuch eines spanischen Schiffsoffiziers berichtet von einem unermesslichen Schatz, der auf einer kleinen Karibikinsel versteckt ist. 5 recht unterschiedliche Abenteurer machen sich auf den Weg, diesen zu heben. Doch schon bevor sie ankommen, überlegen alle, wie sich dieser Personenkreis verkleinern lässt. Überleben wird nur derjenige, der den anderen zuvorkommt. Doch bald zeigt sich, dass die ‚Kameraden‘ nicht die größte Gefahr darstellen.
Cedric Balmores „Das Gold der Dämonen“ beginnt als Abenteuer-Krimi, biegt dann jedoch bald ins Fantasy- und besonders ins Horror-Genre ab. Stilistisch ähnelt es ‚Groschenromanen‘. Dabei wird jedoch nicht eindeutig erkennbar, ob es lediglich im Stil der 70er-Jahre-Heftromane verfasst wurde oder die relativ kurze Geschichte wirklich einem solchen entstammt und hier nur eine eBook-Zweitverwerdung findet. Obwohl der Klappentext schon viel vom Inhalt vorwegnimmt, bleibt die Handlung im Detail interessant, da sich der Leser natürlich fragt, wer – wenn überhaupt – überlebt, und ob es jemanden gelingt, den Dämon auszutricksen und den Schatz zumindest teilweise an sich zu bringen.

Fazit:
Ein Horror-Abenteuer-Krimi vor exotischer Kulisse für die leichte Unterhaltung zwischendurch.

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Horizon – 1 – Aufbruch ins Ungewisse

Amanda Laurie
Horizon – 1 – Aufbruch ins Ungewisse

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Des Königs Bastard

Klappentext:
„Horizon – Aufbruch ins Ungewisse“ ist der Auftakt zur neuen Fantasy-Reihe von Amanda Laurie.
Nachdem er fernab der Heimat erzogen wurde, wird der sechzehnjährige Corin von seinem Vater, dem König, an den Hof nach Carbonn beordert. Widerwillig fügt er sich dieser Entscheidung.
Doch fühlt er sich auf Burg Carbonn nicht wohl. Selbst das Zusammensein mit seinem älteren Bruder ist für ihn eine Herausforderung, da beide nicht unterschiedlicher sein könnten.
Indes verfolgt der König große Pläne, die auch das Schicksal seiner Söhne mit einschließen. Denn das magiebegabte Volk von Lindoras ist seiner Familie noch einen Gefallen schuldig, und diesen möchte er endlich einfordern.
Als Corin schließlich von seiner besonderen Gabe erfährt, steckt er bereits mitten in einem großen Abenteuer ?

Rezension:
Corin wächst bei seiner Mutter, seinem Stiefvater und den Halbgeschwistern auf einem Bauernhof auf. Seinen leiblichen Vater, den König höchstpersönlich, mit dem seine Mutter einst eine Affäre hatte, hat er nur ein einziges Mal kennengelernt. Doch jetzt entschließt dieser sich überraschend, Corin an den Hof zu holen. Obwohl der sich dort überhaupt nicht wohlfühlt, bleibt ihm keine Wahl.
Amanda Laurie lässt ihren Helden Corin seine Abenteuer in einer mittelalterlich anmutenden Welt erleben. Im Vordergrund steht dabei Corins Entwicklung vom Bauernjungen zum Prinzen. Zumindest in diesem Auftaktband spielt das Fantasy-Element nur eine untergeordnete Rolle und trägt kaum zur eigentlichen Handlung bei. Vielmehr konzentriert sich diese auf das schwierige Verhältnis des Jungen zu seinem Vater und dessen anderen Sohn. Speziell gegen Ende wird dabei deutlich, dass Corins eigentliches Abenteuer gerade erst beginnt.
Auffallend ist, dass die Namen überwiegend französisch wirken, was bei deutscher Abenteuer- und Fantasy-Literatur eher eine Ausnahme ist. Der Schreibstil der Autorin bleibt stets angenehm ruhig und verzichtet größtenteils auf Action-Elemente. Dem Leser dieses Jugendabenteuers mit Fantasy-Elementen wird stattdessen die Gefühlswelt des Helden nahegebracht, wobei einzelne Szenen auch aus anderen Blickwinkeln erzählt werden. Der Aufbau der Geschichte führt dazu, dass man am Ende dieses Bandes fast zwangsläufig im nächsten weiterlesen möchte. Vielleicht bekommt die Fantasy in der weiteren Handlung ja noch einen größeren Stellenwert?

Fazit:
„Aufbruch ins Ungewisse“ stellt den gelungenen Auftakt einer neuen Jugendabenteuer-Reihe dar.

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Kaspar – Das Geheimnis von Eduan

Dan Gronie
Kaspar – Das Geheimnis von Eduan

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Der Kampf gegen Drawen

Klappentext:
Der zwölfjährige Sebastian Kaspar Addams und seine Freunde befinden sich in der Anderen-Welt. Zusammen mit dem Zauberer Balthasar sind sie auf der Suche nach den goldenen Drachentränen, mit deren Magie der schwarzmagische Zauberer Drawen ein für alle Mal besiegt werden kann. Der Weg führt sie nach Eduan. Von dort macht Kaspar sich auf den Weg zur sagenumwobenen weißen Stadt Ednu, um die Geisterwesen von ihrem Fluch zu erlösen …

Rezension:
Kaspar, der eigentlich Sebastian Kaspar heißt, ist zusammen mit seinen Freunden Niko, Lars und Juana zu Besuch beim Zauberer Balthasar in der Anderen-Welt. Ihr Ziel ist es, den bösen Zauberer Drawen, der vorübergehend in die Zwischenwelt verbannt ist, endgültig zu besiegen. Doch zunächst müssen sie sich erst mal um den Todbringer kümmern, der eine ganze Stadt bedroht. Die Wege sind jedoch weit, und da ist es günstig, über einen zahmen Drachen als Transportmittel zu verfügen, eine Fortbewegungsart, die nicht bei allen auf große Begeisterung stößt.
„Das Geheimnis von Eduan“ ist bereits der 3. Band der „Kaspar“-Reihe. Da rächt es sich natürlich, wenn man die Vorgänger nicht kennt, und es fällt anfangs nicht leicht, die Zusammenhänge zu verstehen. Doch das kann man dem Buch natürlich nicht vorwerfen. Wenn sich der Leser in die Handlung hineingefunden hat (oder er – noch besser – die vorherigen Bände kennt), wird ihm in Dan Gronies Jugend-Fantasy eine spannende Handlung geboten. Lediglich die Dialoge, besonders längere, erscheinen teilweise etwas ‚zäh‘, wie folgendes Zitat verdeutlicht:

„Wo ist Nox?“, fragte Juana.
„Er ist draußen bei Numba“, antwortete Balthasat.
Lars stand schweigend auf und ging zur Tür.
„Wo willst du denn hin?“, fragte Niko.
„Ich will mich waschen“, antwortete Lars.
„Was? Da draußen?“, fragte Niko verstört.
„Ja, natürlich da draußen“, sagte Lars.
„Es ist bitterkalt“, schüttelte Niko den Kopf.

„Seit wann ist denn da ein Bad?“, staunte Niko.
„Seit dieser Nacht“, antwortete Balthasar. „Nox hat es extra für euch gebaut“, erklärte Balthasar.

Derartige Dialog-Szenen hätten eine gründliche Überarbeitung verdient, um dem Niveau der sonstigen Handlung gerecht zu werden. Leser, die über diese Schwäche hinwegsehen können, bekommen mit diesem Buch (und vermutlich der kompletten Reihe) jedoch ein altersgerecht verfasstes Fantasy-Abenteuer geboten, das bei jungen und junggebliebenen Genre-Fans durchaus Gefallen finden dürfte.

Fazit:
„Kaspar – Das Geheimnis von Eduan“ ist ein interessantes Jugend-Fantasy-Abenteuer mit leider eher schwachen Dialogen.

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Taschenbuch
eBook

Su-Do-Q – Das Leuchtturmrätsel

Markus Westermann
Su-Do-Q – Die Rätselknacker -: #2 Das Leuchtturmrätsel

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Das rätselhafte Tagebuch

Klappentext:
Susan Smith, Dominic Cole und Quentin Keynes sind Su-Do-Q – Die Rätselknacker!
Gemeinsam haben sich die drei Freunde aus dem verschlafenen Küstenstädtchen Horseshoe Harbor nordöstlich von New York dem Lösen der härtesten gedanklichen Nüsse verschrieben, die ihnen der Alltag bietet.
Ein solches Rätsel entdecken sie in den mysteriösen Lichtzeichen, die ein alter, stillgelegter Leuchtturm an der schroffen Atlantikküste absendet.
Was hat es mit dem geisterhaften Leuchten auf sich, das nur in den dunkelsten Nächten erscheint, und welche Geheimnisse verbergen sich in dem Tagebuch des ehemaligen Leuchtturmwärters?
Su, Do und Q müssen sich gewaltig anstrengen, um längst vergangene, dunkle Machenschaften aufzudecken.
Doch von der zerschundenen Steilküste rund um den Leuchtturm droht eine verborgene Gefahr.

Rezension:
Als Dominic beim Joggen von einem Unwetter überrascht wird, macht er eine merkwürdige Beobachtung. Der eigentlich längst stillgelegte Leuchtturm sendet eigenartig unrythmische Lichtsignale aus. Natürlich erzählt er seinen Freunden schnellstmöglich davon, doch Quentin schockiert ihn mit der Mitteilung, dass sogar die Zeitung schon von ähnlichen Vorkommnissen berichtete. Spätestens als sich der Erbe des verstorbenen letzten Leuchtturmwärters mit der Bitte an die Freunde wendet, unerklärbare Einträge im Tagebuch seines Vaters zu entschlüsseln, ist dem Mysterium die Aufmerksamkeit der Rätselknacker sicher.
Autor Markus Westermann behält den beim 1. Band der Reihe eingeführten Erzählstil bei. Während die Beteiligten dort jedoch noch relativ ausführlich eingeführt werden mussten, wird diese Vorstellungsrunde hier recht kurz abgehandelt. Für Neuleser empfiehlt es sich deshalb, vor dem vorliegenden 2. Band den Vorgänger „Das Blütenrätsel“ zu lesen.
Die ‚Codierung‘ des Rätsels fällt auch in diesem Fall wieder relativ umständlich aus, bleibt für den Leser dabei jedoch interessant. Technisch/naturwissenschaftlich haben sich dabei allerdings einige unlogische Elemente eingeschlichen. Um den Auftreffpunkt eines Lichtstrahls zu ermitteln – um nur ein Beispiel zu nennen –, ist es natürlich unerheblich, die exakte Helligkeit der Lichtquelle zu kennen. Für die Spannung beim Lesen spielt das natürlich nur eine unbedeutende Rolle – fällt es vielen Lesern doch vielleicht gar nicht auf.

Fazit:
Die „Su-Do-Q“-Reihe bietet ein Jugend-Detektiv-Abenteuer im Stil der 3 Fragezeichen.

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eBook

Willkommen im Luhg Holiday

Christine Erdiç
Willkommen im Luhg Holiday

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Das Geheimnis um ‚Lugh‘

Klappentext:
Als Familie Kohlmann wegen eines vorausgesagten Schneesturms ganz spontan im Hotel Luhg Holiday einkehrt, ahnt sie noch nicht, was sie dort erwartet. In dem alten unheimlichen Haus scheint nichts mit rechten Dingen zuzugehen und schon bald finden sich die drei Kinder und ihre Eltern im unglaublichsten Abenteuer ihres Lebens wieder.

Rezension:
Die Kohlmanns wollen über Weihnachten – wie jedes Jahr – eine alleinstehende Tante besuchen. Als sie unterwegs jedoch in einen aufziehenden Schneesturm geraden, entschließen sie sich spontan, in einem einsamen Hotel zu übernachten. Doch dieses hat anscheinend nur sehr selten Gäste – kein Wunder bei dem ‚freundlichen‘ Empfang –, und auf dem neusten Stand ist die Einrichtung schon lange nicht mehr. Auf den Zimmern gibt es jeweils nur eine Schüssel Wasser zum Waschen. Als die Kinder eine nächtliche Erkundungstour unternehmen, stellen sie jedoch fest, dass sie doch nicht so ganz alleine im Hotel sind, wie sie dachten.
In Christine Erdiç’ Kurzgeschichte wird sowohl dem Leser als auch der 11-jährigen Sabrina, aus deren Perspektive die Geschichte in der Ich-Form erzählt wird, schnell klar, dass im Luhg Holiday irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Sabrina und ihr Bruder Jan beobachten auf einem nächtlichen Streifzug Wesen, die definitiv keine Menschen sind. Die Eltern und Sabrinas große Schwester wollen ihnen zunächst nicht glauben, doch schnell müssen sie einsehen, dass die Kleinen nicht lügen. Sind sie alle eventuell sogar in Gefahr? An eine schnelle Abreise ist jedenfalls nicht zu denken, da sie mittlerweile hoffnungslos eingeschneit sind.
Die Autorin erzählt ihre Urban-Fantasy-Story in relativ einfach gehaltener Sprache, was allerdings durchaus dazu passt, dass ein 11-jähriges Mädchen als Erzählerin auftritt. Trotzdem kann das unterhaltsame Weihnachtsabenteuer durchaus auch älteren Lesern gefallen, ist doch vieles überraschend anders, als es zunächst scheint.

Fazit:
„Willkommen im Luhg Holiday“ ist ein weihnachtliches Fantasy-Abenteuer für die ganze Familie.

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Multiversum: Die Rückkehr

Petra Mattfeldt
Multiversum: Die Rückkehr

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Wer ist Tom?

Klappentext:
Wie ein Wirbelwind in eine andere Welt – der zweite Band der »Multiversum«-Reihe:
Seit seinem letzten Abenteuer im Multiversum sind einige Jahre vergangen und Tom Stafford hat soeben seine Ausbildung als Agent des MI6 abgeschlossen. Da erreicht ihn eine Nachricht mit brisantem Inhalt und zwingt ihn und sein Team, früher als geplant nach Old Sarum ins 13. Jahrhundert zurückzukehren. Doch die Agenten stellen schnell fest, dass nicht nur sie mit einem Auftrag nach Old Sarum gekommen sind. Mächtige Gegenspieler setzen alles daran, das Vorhaben von Toms Team zu durchkreuzen. Ein Kampf auf Leben und Tod beginnt …

Rezension:
Nach seiner Rückkehr aus dem Mittelalter (Multiversum: Der Aufbruch) hat Tom die Schule abgeschlossen und anschließend eine Ausbildung beim MI6 absolviert. Kaum ist er als ausgebildeter Agent Sonderborgs Team zugeteilt, müssen sie eiligst wieder ins 13. Jahrhundert aufbrechen. Doch diesmal warten dort gefährliche Gegner auf sie. Wird Tom trotz all der Aufregung eine Chance erhalten, Elisabeth wiederzusehen?
Am Ende von Band 1 war Toms Rückkehr ins Mittelalter ja schon zu erwarten. Petra Mattfeldt empfängt ihre Leser zu dem Zeitpunkt, als es für ihren Helden wieder ernst wird. Im Gegensatz zum Vorgänger, in dem Tom und dem Leser relativ viel erklärt werden musste, geht es hier gleich ins Ganze. Das neue Abenteuer des mittlerweile erwachsen gewordenen Helden kommt deutlich Action-lastiger daher. Obwohl „Die Rückkehr“ merklich dünner als „Der Aufbruch“ ausfällt, hat man das Gefühl, mehr Handlung zwischen den Buchdeckeln zu finden. Dabei zieht die Handlung den Leser schnell in ihren Bann, birgt sie doch einige unerwartete Verwicklungen. Fühlte man sich als Abenteuerfan im 1. Band gut unterhalten, trifft dies hier sogar in gesteigertem Maße zu.
Fraglich erscheint lediglich, wieso der Buntstein Verlag auch dieses Buch wieder „für Jugendliche ab 12 Jahren“ empfiehlt. Konnte man beim Vorgänger noch argumentieren, dass der Held selbst auch im jugendlichen Alter war, trifft auch das hier nicht mehr zu. „All-Age-Abenteuer“ wäre wohl eine treffendere Bezeichnung, die zudem weitere Leserschichten ansprechen würde, die sich so vom Jugendbuch-Image eventuell abgestoßen fühlen könnten.
Auch wenn bisher kein 3. Band angekündigt wurde, legt das Ende einen solchen doch nahe. Nach Lesen des Buches könnte man sogar zu der Auffassung gelangen, dass ein solcher zwingend erforderlich ist, bleibt doch noch manches offen. Zu wünschen wäre dieser gelungenen Buchreihe jedenfalls ein würdiger Abschluss.

Fazit:
„Multiversum: Die Rückkehr“ bietet ein Action-geladenes Zeitreise-Abenteuer – definitiv nicht nur für junge Leser.

Taschenbuch