Heaven’s End – 1 – Wen die Geister lieben

Kim Kestner
Heaven’s End – 1 – Wen die Geister lieben

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Eine Frage der Ahnen

Klappentext:
Wo der Himmel endet, beginnt die Welt der Geister
In Heaven’s End, einem kleinen schottischen Küstenort, lebt die 15-jährige Jojo mit ihrer Familie – der lebenden und der toten. Denn Jojo kann Geister sehen und wohnt mit einer ganzen Horde verrückter Vorfahren unter einem Dach. Von ihrer besonderen Fähigkeit aber darf niemand etwas wissen. Erst recht nicht Zack, der Schulschwarm, dessen funkelnde Augen Jojo blöderweise ganz kribbelig machen. Doch im idyllischen Heaven’s End gehen auf einmal unheimliche Dinge vor sich. Wie lange kann Jojo ihr Geheimnis noch wahren? Und was lauert jenseits der Welt der Lebenden?
Endlos spannend, himmlisch romantisch, teuflisch gut – der grandiose Auftakt einer packenden Ghostfantasy-Trilogie!

Rezension:
Genau wie ihre Mutter kann die 15-jährige Jojo Geister sehen und sich mit ihnen unterhalten. Überwiegend sind es die Geister ihrer Vorfahren, die ständig bei ihr zuhause wohnen, doch sind auch ein paar Tiergeister darunter. Aus Angst, das Bekanntwerden dieser Gabe könnte ihre Geschäfte schädigen – wer vertraut schon jemandem, der behauptet mit Geistern sprechen zu können – hat Jojos Mutter diese Tatsache allerdings zum Familiengeheimnis erklärt. Bisher hat sich Jojo daran gehalten. Als es in ihrem Heimatort aber zu immer mehr mysteriösen Zwischenfällen kommt, muss sie sich entscheiden, ob sie nicht doch ein paar Freunde einweiht. Vor allem Zack, der Sohn des Earls, in den Jojo heimlich verknallt ist, darf allerdings nichts davon erfahren, denn der würde sich garantiert sofort über Jojo lustig machen.
Wie der Titel schon deutlich verrät, ist Kim Kestners jugendliche Urban-Fantasy-Geschichte auf mehrere Bände ausgelegt. Im Unterschied zum Großteil ähnlicher Jugendbücher weiß die Protagonistin hier allerdings von Anfang an von ihren besonderen Fähigkeiten. Eine Überraschung stellt für sie eher die Tatsache dar, dass Geister auch eine Bedrohung für die Lebenden sein können. Dass sie Hilfe überwiegend bei anderen Jugendlichen findet, entspricht dagegen eher dem Gewohnten. Tiergeister, ein ‚zahmer‘ Boggart als ‚Haustier‘, massenhaft Geister und ähnliche Ideen heben „Heaven’s End“ als Alleinstellungsmerkmale von vielen vergleichbaren Werken ab.
Während der Fantasy-Part des Buches voll und ganz überzeugen kann, würde ich das von der etwas aufgesetzt wirkenden Romanze leider nicht behaupten. Die verläuft nämlich nach dem schon viel zu oft gelesenen 08/15-Schema, dass sich ein in seiner Erscheinung eher durchschnittliches Mädchen in den Traumjungen der ganzen Schule verliebt und dieser – was natürlich keinen Leser wirklich überraschen dürfte – die Liebe dann auch noch erwidert. Dass – ich möchte fast schon „natürlich“ sagen – beider Eltern dagegen sind, verleiht dem Ganzen noch einen Romeo-and-Juliet-Touch.
Die Autorin erzählt Jojos Abenteuer aus der Ich-Perspektive ihrer Protagonistin. Stilistisch kann das Buch genauso überzeugen wie vom Fantasy-mäßigen Ideenreichtum. Am Ende möchte wohl jeder erfahren, wie es mit Jojo, ihren Freunden und ihrem Kampf gegen Throckmorton im nächsten Band weitergeht. Unterm Strich muss man feststellen, dass die Lovestory eindeutig den einzigen und dazu unnötigen Schwachpunkt des Buches darstellt.

Fazit:
Dieser Einstieg in eine Urban-Fantasy-Geschichte mit nicht allzu häufig genutzten Story-Elementen weckt das Interesse an der Fortsetzung.

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Springerkind

Catherine Huber
Springerkind

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Auf Lokis Spuren

Klappentext:
Wenn ich dir sage, dass ich mich an jeden Ort dieser Welt denken kann, würdest du mir glauben?
Emma ist anders, sie erfährt, eine Springerin zu sein. Nur ein einziger Gedanke genügt, um sie an ferne Orte zu versetzen. Von diesem Zeitpunkt an gleicht ihr Dasein einem endlosen Abenteuer. Nur allzu klar, dass ihr Leben mit einem Mal auf dem Kopf steht. Aber da wendet sich plötzlich das Blatt, denn das Springen hat seinen Preis und die Schwelle zu einem verbotenen Kreis ist nur einen Wimpernschlag entfernt.

Rezension:
Emma zieht mit ihren Eltern von New York in eine österreichische Kleinstadt. Darüber ist sie alles andere als glücklich. Zumindest hat sie keine Sprachprobleme, denn ihre Mutter ist Österreicherin und sie somit bilingual aufgewachsen. Eigentlich kann sie sich auch über die neue Schule nicht beklagen. Manche Lehrer sind zwar gewöhnungsbedürftig, aber sie findet schnell eine Freundin – und der begehrteste Junge der ganzen Schule interessiert sich für sie. Allerdings macht sie merkwürdige Beobachtungen: Mehrere Jungs scheinen plötzlich wie aus dem Nichts aufzutauchen. Auch sonst verhalten sie sich manchmal eigenartig. Als Emma einem dieser Jungen folgt, verschwindet der plötzlich vor ihren Augen. Und er reißt sie versehentlich mit. Emma findet sich plötzlich an einem tropischen Strand wieder.
In ihrem Jugendbuch geht Catherine Huber der Frage nach, welche moralischen Herausforderungen es mit sich bringen kann, wenn man plötzlich über die Fähigkeit verfügt, sich an jeden möglichen Ort zu teleportieren. Natürlich stehen dem Befähigten ungeahnte Möglichkeiten der Freizeitgestaltung offen. Die Fähigkeit, auch verschlossene Räumlichkeiten zu erreichen, kann aber auch dazu verlocken, sich das Leben auf nicht ganz legale Weise zu erleichtern. Die Möglichkeit, dass es auch unangenehme Nebenwirkungen geben könnte, sollte natürlich auch nicht aus dem Auge gelassen werden. Zusammen mit der 16-jährigen Protagonistin wird der Leser mit all diesen Problemen konfrontiert.
Bei so vielen interessanten Themen wäre es eigentlich verzichtbar gewesen, im vorderen Teil des Buches gleich mehrere Kapitel mit Emmas hormonbedingtem Kennenlernstress bezüglich einiger männlicher Schüler zu füllen. Das Zusammensein mit ihrem neuen Freund ist für die Handlung zwar von Bedeutung, das Ganze hätte für meinen Geschmack aber erheblich kürzer abgehandelt werden können. Vermutlich will die Autorin hier den Vorlieben der von ihr angepeilten Hauptzielgruppe entgegenkommen. Sobald die Protagonistin allerdings mit ‚dem Springen‘ und damit die Haupthandlung des Buches beginnt, wird Emmas Liebesleben allerdings zum Nebenschauplatz.
Stilistisch ist die Geschichte, die die Autorin ihre Heldin in der 1. Person erzählen lässt, gelungen. Es gibt mehrere Wendungen, die so kaum vorhersehbar sind. Die größte Überraschung kommt allerdings zum Schluss: Emmas Geschichte ist noch nicht beendet. Ihr Leben wird auch in der zu erwartenden Fortsetzung sicher nicht langweilig werden.

Fazit:
Diese jugendliche Urban-Fantasy-Story über Fähigkeit und Probleme des Teleportierens kann mit unerwarteten Gesichtspunkten überzeugen.

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Auf Wiedersehen im Luhg Holiday

Christine Erdiç
Auf Wiedersehen im Luhg Holiday

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Ein neuer Wind weht im Hotel

Klappentext:
Auf einer Urlaubsreise in den Süden fahren Sabrina, Gudrun und Betty im Nebel gegen einen Baum und müssen im Luhg Holiday einkehren. Das Hotel hat sich verändert, denn es sind 7 Jahre vergangen, seitdem Sabrina mit ihrer Familie dort unfreiwillig ihre Ferien verbrachte.
Wer ist der nette junge Mann, der sich nach dem Unfall so rührend um sie kümmert und doch ein düsteres Geheimnis mit sich trägt? Und was ist aus den Ghulen geworden, die das Luhg Holiday verwalteten? Ein spannendes Abenteuer wartet auf die Freundinnen. Werden sie der Gefahr entkommen, die dort hinter den düsteren Mauern auf sie lauert?
Eine Gruselkomödie der besonderen Art …

Rezension:
Sabrina hat ihr Abitur geschafft. Zur Feier dieses Ereignisses soll es gemeinsam mit Freundinnen in den Süden gehen. Doch soweit kommen sie nicht, die Fahrt endet an einem Baum. Zum Glück ist niemand ernsthaft verletzt, und ein freundlicher junger Mann bringt sie in ein nahegelegenes Hotel. Sabrina glaubt ihren Augen nicht trauen zu können: Das ist doch tatsächlich das „Luhg Holliday“, in dem sie mit ihren Eltern vor fast 7 Jahren zu Weihnachten gestrandet war.
Mancher hat sowohl die Protagonistin als auch das Hotel wahrscheinlich wiedererkannt. In „Willkommen im Luhg Holiday“ entführte Christine Erdiç ihre Leser und Sabrinas Familie auch schon in dieses etwas andere Hotel. Damals konnte man die 11-jährige Sabrina dabei begleiten, wie sie die Geheimnisse dieses Hotels und seiner Betreiber erforschte. Jedoch hat sich nicht nur die Protagonistin und Ich-Erzählerin in den zwischen beiden Geschichten liegenden Jahren verändert, auch das Hotel ist anders geworden. Einiges haben die Betreiber modernisiert, die Gäste sind ‚abwechslungsreicher‘ geworden.
Christine Erdiç bleibt sich beziehungsweise ihrem Stil in dieser Fortsetzung treu. Trotzdem schafft sie es, die vermittelten Eindrücke ihrer nunmehr fast erwachsenen Hauptfigur anzupassen. Im Grunde bleibt die Geschichte aber eine locker-leichte Urban Fantasy, die zwar keinen großen Tiefgang aufweist – und dies wohl auch gar nicht will –, den Leser aber gut unterhält. Und das ist es doch, was zählt.

Fazit:
Ein Hotel voller Ghule, Vampire, Gnome und Werwölfe – und dazwischen ein paar Menschen. Der Urlaub kann beginnen!

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Die Hüter der Elemente – 1 – Die Reise nach Nimoron

Dagmar Winter
Die Hüter der Elemente – 1 – Die Reise nach Nimoron

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Wurzeltore

Klappentext:
Eigentlich hatte Aaron sich auf einen ruhigen Sommer eingestellt. Nach dem Tod seines Vaters war er am liebsten allein. Aber ein mysteriöses Geschenk seiner Großmutter wirft plötzlich Fragen auf. Und so reist Aaron kurzerhand zu ihr nach Schottland. Dort trifft er Moe, Jules und Summer, die ebenfalls ihre Ferien auf dem Hof der Großmutter verbringen. Sie stellen schnell fest, dass sie nicht zufällig zusammen dort sind. Sie sind die neuen Hüter einer Welt, die Aaron bisher nur aus den Geschichten seines Vaters kannte und die nun auch für die vier gefährlich real zu werden scheint. Und so stürzen sie sich schon bald gemeinsam in ein Abenteuer, von dem sie nicht einmal zu träumen gewagt hätten.

Rezension:
Als er noch klein war, erzählte sein Vater ihm immer Geschichten aus Nimoron. Als Aaron älter wurde, glaubte er natürlich nicht mehr daran, dass diese Geschichten wahr waren. Aber sie waren Erinnerungen an seinen mittlerweile gestorbenen Vater. Doch zu Aarons 15. Geburtstag schickt ihm seine Oma ein eigenartiges Buch, ein Buch, das sich bei seiner Berührung verändert. Eine Fahrkarte ist auch dabei, damit er sie in den Ferien endlich mal wieder besuchen kommt. Wie sich herausstellt, hat die alte Frau noch andere in Aarons Alter eingeladen: den etwas ungeschickten Moe, die vornehme und etwas hochnäsige Jules und die toughe Summer. Ihnen wird offenbart, dass sie die neuen Hüter der Elemente der Welt Nimoron, die es tatsächlich gibt, sind. Alle haben dieses Amt von einem ihrer Elternteile geerbt, denn wer älter als 30 Jahre ist, kann die Passage zwischen den Welten nicht mehr durchqueren.
Dass Dagmar Winters Urban-Fantasy-Abenteuer manchen im Genre weitverbreiteten Mustern folgt, verrät schon die kurze Inhaltsangabe. Auch hier erfahren junge Menschen unvorbereitet, dass sie etwas Besonderes sind und spezielle Fähigkeiten haben. Dass diese frisch Eingeweihten recht schnell tätig werden müssen, ist in vergleichbaren Büchern auch nicht selten. Auch auf die 4 Protagonisten dieser Geschichte wartet schon eine Aufgabe. Sie müssen die Welt, die sie bisher nur aus Geschichten kannten, retten. Und dabei sind sie natürlich – auch wieder Genre-typisch – größtenteils auf sich allein gestellt. Das soll aber nicht heißen, die Autorin würde nur Schema F folgen. Was Aaron und seine neuen Gefährten erleben, birgt wirklich interessante und noch nicht abgenutzte Ideen. Auch spielen unübliche oder ganz neu interpretierte Fantasy-Wesen eine Rolle.
Die Autorin lässt ihrem Erzähler in der Handlung immer dem Hauptprotagonisten Aaron folgen. Nimoron mit diesem zusammen zu entdecken, führt den Leser recht schnell in diese andere Welt ein. Da es sich um den 1. Band einer Reihe handelt, verwundert es natürlich nicht, dass am Ende nur eine Teilaufgabe bewältigt ist. Auf die weiteren Entwicklungen in Nimoron darf man also gespannt sein.

Fazit:
In diesem Weltreise-Abenteuer begleitet der Leser die jungen Protagonisten in eine interessante Fantasy-Welt.

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Das Labyrinth des Fauns

Cornelia Funke, Guillermo del Toro
Das Labyrinth des Fauns

Übersetzung: Tobias Schnettler

St,rSt,rSt,rSt,bSt,b

Zwischen Feen und Rebellen

Klappentext:
Der neue Roman von Cornelia Funke – poetisch, sprachgewaltig, monumental
Spanien, 1944: Ofelia zieht mit ihrer Mutter in die Berge, wo ihr neuer Stiefvater mit seiner Truppe stationiert ist. Der dichte Wald, der ihr neues Zuhause umgibt, wird für Ofelia zur Zufluchtsstätte vor ihrem unbarmherzigen Stiefvater: ein Königreich voller verzauberter Orte und magischer Wesen.
Ein geheimnisvoller Faun stellt dem Mädchen drei Aufgaben. Besteht sie diese, ist sie die lang gesuchte Prinzessin des Reiches. Immer tiefer wird Ofelia in eine phantastische Welt hineingezogen, die wundervoll ist und grausam zugleich. Kann Unschuld über das Böse siegen?
Inspiriert von Guillermo del Toros grandiosem oscarprämierten Meisterwerk »Pans Labyrinth« schafft Bestsellerautorin Cornelia Funke eine Welt, wie nur Literatur es kann.

Rezension:
Ofelias Vater ist gestorben. Zu ihrem Leidwesen hat ihre Mutter einen neuen Mann gefunden, Capitán Vidal, Offizier der Franko-Armee. Obwohl Ofelia ihren Stiefvater nicht ausstehen kann, bleibt ihr nichts anderes übrig, als zusammen mit ihrer Mutter in die alte Mühle zu ziehen, in der Vidal mit seiner Truppe stationiert ist. Während Ofelias Mutter unter einer problematischen Schwangerschaft leidet, entdeckt das Mädchen den Zugang zu einer magischen Welt, in der es Feen und einen Faun gibt.
In ihrem neuen Roman arbeitet Cornelia Funke die Ideen des Films „Pans Labyrinth“ in Buchform auf. Da mir der Film nicht bekannt ist, wusste ich nicht, was mich erwartet. Anderenfalls hätte ich dieses Buch vielleicht gar nicht erst gelesen. Aufgrund des Klappentextes waren meine Erwartungen auf eine Urban-Fantasy-Geschichte ausgerichtet. Im Grunde ist dieses Buch auch eine solche. Der Schwerpunkt der Handlung liegt allerdings (leider) auf der Real-World-Handlung im von Franko beherrschten Spanien der 1940er Jahre. Die Fantasy-Welt, in die sich die junge Protagonistin flüchtet, spielt eher eine Nebenrolle. So bleibt mir am Ende des Buches sogar die Ungewissheit, ob die Abenteuer Ofelias im Labyrinth überhaupt (im Rahmen der Geschichte) real waren oder doch nur den Wunschvorstellungen des Mädchens entstammen.
Die Protagonistin Ofelia wird dem Leser als ein 13-jähriges Mädchen vorgestellt. Nach meiner Meinung wirkt sie für ihr Alter in ihrer ganzen Denk- und Handlungsweise allerdings viel zu kindisch. Auch auf den sehr gelungenen Innenillustrationen des Buches erscheint Ofelia wie ein deutlich jüngeres Kind. Eventuell hat sich der Illustrator (Allen Williams) hier eher vom Text selbst als von der Altersangabe inspirieren lassen.
Die Autorin erzählt die Geschichte in einer sehr poetischen, teilweise märchenhaft wirkenden Sprache. Dabei heben sich die Geschehnisse im Spanien der 1940er Jahre, die Ausflüge der Protagonistin in die Welt des Fauns und eingestreute ‚Geschichten‘ deutlich voneinander ab. Trotzdem bilden alle diese Elemente ein Ganzes, wobei sich die ‚Geschichten‘ erst relativ spät ins Gesamtbild einfügen. Allerdings kann mich die Geschichte leider nicht ganz überzeugen. Die Fantasy-Handlung bleibt in meinen Augen zu sehr im Hintergrund, während die (teilweise sehr brutale) ‚Gegenwarts‘-Handlung das Buch dominiert. Dadurch überwiegt ein Genre, das ich normalerweise nicht lese.

Fazit:
Ein historisch-distrophisches Jugendbuch, in dem der Fantasy-Part leider nur eine (zu) kleine Rolle spielt.

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Donaumädchen – 1 – Im Netz der Lügen

Johanna Stöckl
Donaumädchen – 1 – Im Netz der Lügen

St,rSt,rSt,rSt,bSt,b

Halluzinationen?

Klappentext:
Lena träumt davon, eines Tages Hackerin und Geheimagentin zu werden, aber eigentlich ist sie ein ganz normales Mädchen. Bis zu ihrem 15. Geburtstag. Denn plötzlich passieren immer mehr seltsame Dinge, die sie an allem zweifeln lassen, was ihr Leben bisher ausgemacht hat. Mit dem Spezialisten für den seltenen Gendefekt, unter dem sie von Geburt an leidet, ist etwas faul, und auch das Medikament, das sie täglich einnimmt, kommt ihr immer verdächtiger vor. Ist sie überhaupt krank, oder hat man mit ihr womöglich gentechnische Experimente angestellt? Zu allem Überfluss hat Lena mysteriöse Träume, bildet sich ein, Krähen sprechen zu hören, und ist sich irgendwann nicht mehr sicher, ob nicht auch ihre Eltern mehr wissen, als sie ihr sagen.
Urban Fantasy, gemischt mit Elementen aus Mystery und Thriller, angesiedelt im Wien der Jetztzeit, für Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene. Jetzt mit neuem Cover als handliche Einzelbände erhältlich. Eine ungewöhnliche Mischung aus Urban Fantasy, Thriller, Coming-of-Age und Mystery, wo moderne Elemente auf Motive aus der österreichischen Sagenwelt treffen. Spannend, rasant und voller unerwarteter Wendungen.
Wie alle Geschichten von Johanna Stöckl: Fantasy abseits des Mainstreams mit Wiener Schmäh. Alles, außer gewöhnlich.

Rezension:
Als Tochter eines Geheimpolizisten träumt Lena davon, einmal Agentin zu werden – oder Hackerin. Zumindest in letzterem versucht sie sich schon hin und wieder. Dass sie durch eine angeborene Krankheit oft zur Blutprobe muss und wahrscheinlich auch keine sehr hohe Lebenserwartung hat, versucht sie dabei zu ignorieren. Aber an ihrem 15. Geburtstag hört sie plötzlich, wie sich Krähen in menschlicher Sprache unterhalten. Sinnestäuschungen könnten ein Anzeichen für den Ausbruch ihrer Krankheit sein. Doch dann entdecken sie und ihre Freundinnen immer mehr Merkwürdigkeiten: Der ‚Spezialist‘, der Lena seit ihrer frühesten Kindheit behandelt, ist in Wirklichkeit ein HNO-Arzt. Das Medikament, dass sie täglich einnimmt, existiert in keiner offiziellen Arzeneimittelliste. Und ihr Vater scheint an seiner Arbeitsstätte unbekannt zu sein.
Von der Autorin Johanna Stöckl habe ich schon verschiedenes gelesen und rezensiert. Ihre Reihen „Tinas Tagebuch“, „Feuerlilly“ und „Blausilbermond“ konnten mich – zumindest soweit ich sie bisher gelesen habe – überzeugen. Deshalb nutzte ich die Gelegenheit, auch ihr „Donaumädchen“ kennenzulernen. Um es vorwegzunehmen: Zumindest dieser 1. Band hat mich enttäuscht. Natürlich verrät der Klappentext schon, dass sich hier eine ganze Reihe an Genres treffen. Dass sich die Urban-Fantasy-Elemente in diesem Band auf die sprechenden Krähen begrenzen, kann man dem Buch natürlich kaum zum Vorwurf machen. Das kann sich im weiteren Verlauf der Geschichte noch ändern. Ein (wahrscheinlicher) Arzeneimittelskandal, das Rätsel um die wahre Tätigkeit des Vaters, die Unsicherheit um das Wissen der Eltern, ein pädophiler Arzt, eventuelle behördliche Vertuschung und dann auch noch der Verdacht auf Außerirdische – das ist einfach zu viel des Guten. Die Geschichte kommt mir thematisch vollkommen überladen vor.
Ein anderer Punkt, der mir auffält, könnte allerdings auf den Unterschieden zwischen Deutschland und Österreich beruhen. Der Vater der Protagonistin wird als (angeblicher) im Verborgenen tätiger Verfassungsschützer, aber auch als Polizist bezeichnet. Auch geht Lena davon aus, dass das Innenministerium der Arbeitgeber ihres Vaters ist. Ist der Geheimdienst in Österreich wirklich Bestandteil der Polizei?
Sprachlich kann man an der aus der Ich-Perspektive der Protagonistin erzählten Story dagegen nichts aussetzen. Hier entspricht das Niveau dem von der Autorin gewohnten. Trotzdem verspüre ich hier – ganz im Gegensatz zu den oben genannten Reihen – kaum das Bedürfnis, Lenas Abenteuer weiter zu verfolgen. Obwohl es mich schon interessieren würde, was hinter dem großen Rätsel um Emmas Krankheit (?) steckt, schreckt mich die Themenflut doch ab.

Fazit:
Diese eigentlich recht interessante Geschichte ist leider mit zu vielen Nebenthemen überfrachtet.

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Tom Tumbler – 2a – Tom Tumbler und das Pendel der Zeit – 1 – Der Fluch

Marcus Kaspar
Tom Tumbler – 2a – Tom Tumbler und das Pendel der Zeit – 1 – Der Fluch

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

In fremder Haut

Klappentext:
Nach der Schlacht der eisernen Monster sinnt General Necromar auf Rache. Mit Hilfe des Pendels der Zeit verflucht er Toms besten Freund Akimo, den unsterblichen Formwandler. Plötzlich beginnt dieser rasant zu altern und es ist nur eine Frage der Zeit, bevor er an dem Fluch sterben wird. Schnelles Handeln ist angesagt. Doch diese Art von mächtigem Fluch kann nur durch die heiligen vier Saeclus Steine aufgehoben werden. Dummerweise sind diese seit Jahrhunderten verschollen. Ungeachtet aller Gefahren machen sich Tom, Akimo und Bee auf, die Steine zu finden. Doch nicht nur sie sind hinter ihnen her. Und General Necromars Plan stellt sich als weitaus perfider heraus, als zunächst angenommen.

Rezension:
Eigentlich läuft es für Tom momentan gar nicht so schlecht. Marvin lässt ihn in Ruhe, und dann scheint sich auch noch ein hübsches Mädchen für ihn, den Krüppel, zu interessieren. Trotzdem denkt er oft an seine Erlebnisse in Ardesia zurück. Überraschend erwacht das Amulett, dass ihm der König zum Abschied geschenkt hat, zum Leben. Es zeigt einen Hilferuf an. Sofort versucht Tom, schnellstmöglich nach Ardesia zu gelangen. Dort erfährt er, dass sein Freund Akimo, der Gestaltwandler, unter einem Alterungsfluch leitet. Zusammen mit ihrer Freundin Bee machen sie sich auf den Weg, die einzige Heilmöglichkeit, 4 legendäre Steine, zu finden. Für Akimo tickt die Uhr.
Marcus Kaspars Steampunk-Fantasy-Mix geht in die 2. Runde. Etwas verwirrend ist, dass dieser 2. Band in 2 Teilen erscheint. Soviel sei schon vorweggenommen: Dieser 1. Teil des 2. Bandes wirkt sogar noch stimmiger als Band 1. Ohne allzu lange Vorhandlung schickt der Autor seinen Protagonisten wieder in die Parallelwelt Ardesia zurück, wo auf ihn und seine beiden Freunde schon ein spannendes und nicht ungefährliches Abenteuer wartet. Auch diesmal ist ihr alter Gegenspieler General Necromar wieder der Rädelsführer. Ein neuer Widersacher, der die Freunde im Auftrag Necromars verfolgt, kommt hinzu. Wie schon beim Vorgänger werden Fantasy-Elemente und eine Steampunk-Welt geschickt miteinander kombiniert. Schon in diesem 1. Teil der Suche nach den legendären Saeclus Steinen bekommt jeder der 3 Freunde Gelegenheit, seine speziellen Fähigkeiten zu nutzen. Das lässt das Team stimmig und sich gegenseitig ergänzend erscheinen, was die Story rund wirken lässt – deutlich runder sogar, als würde ein Held nur von seinen ‚Anhängseln‘ begleitet. Zusammen mit dem angenehm lesbaren Stil des Autors kann Toms Abenteuer überzeugen. So kann man nur hoffen, dass der 2. Teil des 2. Bandes nicht allzu lange auf sich warten lässt. Schließlich bleibt Akimo nicht viel Zeit!

Fazit:
Urban Fantasy meets Steampunkt meets Jugendbuch. Und alles zusammen ergibt eine stimmige Weltenreise.

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Trouble im Gepäck

Cariba Freye
Trouble im Gepäck

St,rSt,rSt,rSt,bSt,b

Baum-‚Bewohner‘

Klappentext:
Eigentlich haben sich Hen und ihre Schwester Bell auf das Surfcamp in Florida gefreut. Aber ihr Vater Hank hat andere Pläne. Er will lieber eine Abenteuer-Safari quer durch Ostafrika machen, und das auch noch zusammen mit seiner neuen Freundin Christine, die Bell und Hen ohnehin nicht leiden können. Da ist Ärger quasi vorprogrammiert. Eine abenteuerliche Reise mitten ins Herz Afrikas beginnt, mit wilden Tieren und Nächten unter Sternenhimmel und wer ist der süße Blonde, der Hen immer wieder über den Weg läuft? Am Ende finden sich die beiden Schwestern allein mit Christine mitten im Busch wieder. Werden sie sich retten können aus dieser ausweglosen Situation?

Rezension:
Hen und Bell wissen natürlich, dass sich ihre Eltern einst in Tansania kennengelernt haben. Auch dass schon lange eine Familienreise an den Ort des Kennenlernens geplant war, ist ihnen nicht neu. Dieser Plan wurde jedoch vom Tod ihrer Mutter vereitelt. Dass ihr Vater sie aber jetzt, wo die beiden Mädchen fast erwachsen sind, dazu nötigt, die Reise doch noch anzutreten, passt beiden nicht in ihre Ferienpläne. Noch dazu will ihr Vater seine neue Freundin mitnehmen. Und das passt Hen und Bell noch viel weniger. Als die Töchter nach ihrer Ankunft in Afrika auch noch bemerken, dass die sanitären Verhältnisse vielerorts nicht dem Gewohnten entsprechen, hängt der Familienfrieden endgültig schief.
In ihrem Jugendbuch erzählt Cariba Freye die Erlebnisse einer amerikanischen Familie in Ostafrika aus der Sicht der beiden 16- beziehungsweise 17-jährigen Töchter. Die Diskrepanzen zwischen dem Vater, der längere Zeit in Tansania gelebt hat und obendrein seiner neuen Freundin die Plätze seiner frühen Jahre zeigen will, und seinen Töchtern, die eigentlich ganz andere Ferienpläne hatten und den zivilisatorischen Luxus vermissen, könnten ganz unterhaltsam sein. Aber an dieser Stelle kommt das Wörtchen „wenn“ ins Spiel. Leider verschenkt die Autorin einen großen Teil des der Story-Idee innewohnenden Potenzials durch den sehr nüchternen, fast dokumentarisch wirkenden Erzählstil. Über weite Strecken des Buches liest man nur (mehr oder weniger) alltägliche Reiseerlebnisse Individualreisender, wobei den beiden Protagonistinnen von ihrem Vater oder anderen Personen Wissen über Land und Leute erzählt wird. Erst kurz vor Ende kommt es zu einer spannenden, allerdings recht konstruiert wirkenden Situation.
Anscheinend hing es der Autorin darum, ihren Lesern Wissen über Tansania und Ostafrika im Allgemeinen zu vermitteln. Die Umsetzung kann jedoch leider nicht überzeugen.

Fazit:
Die Möglichkeiten der Handlungsidee werden in der literarischen Umsetzung leider großteils verschenkt.

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Leviathan Saga – 1 – Drachenjagd

Rayon Lasair
Leviathan Saga – 1 – Drachenjagd

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Fuchsgeist und Schwebemotorrad

Klappentext:
In Einsamkeit geboren. Zur Mörderin erzogen. Von außergewöhnlichen Kräften beseelt.
Die sechsjährige Riva lebt in den letzten Wäldern dieser Welt. Dort sind noch die alten Geister beheimatet, die Aeria einst beherrschten. Doch Riva ist kein Teil von alldem. Ihr Vater hat eine Grenze um das Grundstück gezogen, die sie keinesfalls übertreten darf. Gefordert wird sie nur bei den Schießübungen, zu denen sie ihr Vater zwingt. Doch Riva entfesselt ihre mysteriösen Kräfte und überschreitet die Grenze… und stößt auf die dunkelsten Geheimnisse ihrer Familie.
In Aridia, der fortschrittlichsten Stadt der Welt, läuten dampfbetriebene Maschinen das nächste Zeitalter ein und verhelfen vielen zum Wohlstand. Doch der gewiefte Waisenjunge Kellan kämpft täglich ums nackte Überleben. Als er aus dem Waisenhaus ausbricht, wird ihm seine Neugier zum Verhängnis. Was einst seine größte Furcht war, wird seine mächtigste Waffe – die Dunkelheit.
Info zur Saga: Bei der Leviathan-Saga handelt es sich um eine Fantasy-Geschichte mit Steampunk-Elementen. Die Saga ist auf 4-6 kurze Episoden (200-300 Seiten) angelegt, die innerhalb weniger Monate erscheinen sollen. Geplant sind auch Sammelbände, die die Episoden zusammenfassen.

Rezension:
Riva wächst in einem Häuschen mitten im Wald auf. Den darf sie aber nicht betreten, denn ihr Vater verbietet ihr strikt, das Grundstück zu verlassen. Eine Ausnahme stellt lediglich das Schießtraining dar, das das 6-jährige Mädchen gegen seinen Willen absolvieren muss und zu dem es mit seinem Vater in den Wald gehen darf. Der 12-jährige Kellan wächst dagegen im Waisenhaus auf, in dem es keinem der Bewohner gutgeht. Als Lieblingsopfer der Aufseherin und anderer Kinder geht es ihm sogar besonders schlecht. Kellan nutzt eine Gelegenheit zur Flucht. Er hat Glück: Eine Mechanikerin nimmt ihn als Lehrling auf.
In Rayon Lasairs „Leviathan Saga“ trifft sich Fantasy mit Steampunk. Allerdings sind die einzelnen Bände anscheinend als fortlaufende Geschichte konzipiert, ohne dass es pro Band eine in sich abgeschlossene Teilhandlung gibt. So liest sich dieser Band eher wie die Einleitung der eigentlichen Geschichte, in der Fragen aufgeworfen, aber in keiner Form beantwortet werden. Wegen des geringen Alters der beiden Protagonisten sollte man sich nicht abschrecken lassen. Nach mehreren Zeitsprüngen sind in diesem Band schon 6 Jahre vergangen und die beiden Hauptfiguren, deren Erlebnissen die Handlung wechselweise folgt, am Ende bereits 12 beziehungsweise 18 Jahre alt.
Die zu Beginn völlig getrennten Teilhandlungen beginnen erst recht spät im Band, sich inhaltlich anzunähern. Während Kellan in der Stadt in einer Steampunk-Umwelt lebt, ist Rivas Welt von Fantasy-Elementen geprägt. Deren Hintergründe bleiben bisher allerdings im Schatten. Erkennbar wird lediglich, dass die Einflussreichen der Stadt Bestandteile von Fantasy-Wesen als Antriebskraft benötigen und Rivas Vater diese besorgt. Etwas unglücklich ist der Titel des Bandes, „Drachenjagd“, gewählt, denn eine solche spielt im Geschehen keine Rolle.
Die durch den Wechsel der recht unterschiedlichen Handlungsfäden strukturierte Handlung verspricht durchaus, interessant zu werden. Inwieweit es der Autorin gelingt, beide Teilhandlungen zu einem stimmigen Spannungsbogen zusammenzuführen, muss dabei abgewartet werden. Verbesserungswürdig wäre allerdings die Kenntlichmachung der Zeitsprünge, die dem Leser bei der Lektüre oft erst verzögert bewusst werden.

Fazit:
Diese Kombination aus Fantasy und Steampunk zeigt Potenzial. Allerdings erweist sich dieser 1. Band als nicht viel mehr als eine Einleitung.

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Malia – 1 – Magie erwacht

Stefanie Friedl
Malia – 1 – Magie erwacht

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Der Erdherrscher

Klappentext:
Willkommen an der Akademie
Malia traut ihren Ohren nicht, als sie an ihrem fünfzehnten Geburtstag die Wahrheit über sich erfährt Sie ist eine Magierin und soll an der Akademie der Elemente lernen, ihre Kräfte zu beherrschen. Ihre Herkunft verleiht Malia aber besondere und zugleich gefährliche Fähigkeiten, von denen in Lunatis, der Welt der Magier, niemand etwas wissen darf.
In Lunatis hofft Malia ihren Vater, den sie nie kennengelernt hat, zu finden. Sie braucht seine Hilfe, denn ihre Magie wird mit jedem Tag stärker und droht außer Kontrolle zu geraten. Gemeinsam mit ihren Freunden macht sie sich auf eine geheime Reise quer durch das Land des Mondes.

Rezension:
Malia hasst ihre Schule. Keine Freunde, blöde Lehrer – und sowieso würde sie viel lieber in die gute Privatschule gehen, an der sie auf ihrem Schulweg immer vorbeikommt. Aber das kann sich ihre Mutter nicht leisten. Malias Vater, von dem ihre Mutter fast nie spricht, den sie aber nach wie vor liebt, war schon vor ihrer Geburt spurlos verschwunden. Wenige Tage vor ihrem 15. Geburtstag stellt Malia eigenartige Veränderungen an sich selbst fest. Und dann ist da noch der neue Junge in ihrer Klasse, der sich auffallend für sie zu interessieren scheint. An Malias Geburtstag kommt es dann zu einem gefährlichen Zwischenfall. Der Junge verrät ihr, dass sie eine Magierin ist, eine ganz besondere sogar, falls seine Vermutung sich als richtig herausstellen sollte. Eines steht fest: In Zukunft muss Malia die Akademie der Elemente besuchen, um den Umgang mit ihren Fähigkeiten unter Kontrolle zu bringen.
Ein junger Mensch im Schulalter erfährt unerwartet, dass er magisch begabt ist und deshalb in Zukunft eine spezielle Schule besuchen soll. Viele Urban-Fantasy-Geschichten beginnen spätestens seit Harry Potter so. Auch Stefanie Friedls „Malia“-Dilogie nimmt so ihren Anfang. Obwohl dieses bewährte Muster immer wieder funktioniert, gibt es im vorliegenden Beispiel auch erhebliche Schwachstellen. Statt der Protagonistin die Gelegenheit zu geben, die fremde magische Welt gemeinsam mit dem Leser zu entdecken, lässt die Autorin ihrer Heldin und den Lesern immer wieder über Seiten hinweg von anderen erzählen, was in Lunatis so besonders ist. Dass Malia, die bisher nie wirkliche Freunde hatte, sich an der neuen Schule plötzlich innerhalb kürzester Zeit mit ihren Zimmerkameradinnen so gut anfreundet, dass diese sich, ohne zu zögern, in ein lebensgefährliches Unternehmen stürzen, um ihr zu helfen, wirkt auch nicht besonders überzeugend. Die meisten Charaktere bleiben leider recht blass.
Der Stil der Autorin ist gut lesbar, was die genannten inhaltlichen Schwächen zumindest teilweise ausgleichen kann. Trotz der erwähnten Mängel verlockt das offene Ende dazu, den 2. Band zu lesen, um zu erfahren, wie Malias Abenteuer endet.

Fazit:
Diese Jugend-Urban-Fantasy folgt bewährten Mustern, bei deren Umsetzung allerdings einige Schwächen zu beklagen sind.

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