Rynestig – 1 – Wolfsmohn

Margarethe Alb
Rynestig – 1 – Wolfsmohn

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Das Coming-Out als Halbelfe

Klappentext:
„Was ich nicht weiß. Macht mich nicht heiß.“ So oder so ähnlich müssen die Autoren von diversen Sagen – oder Märchenbüchern gedacht haben, als sie einfach irgendwelche Halbwahrheiten abdruckten.
Damit wird ab sofort aufgeräumt.
Aber total.
Aus diesem Grund entschloss sich eine der letzten Waldelfen die Erinnerungen an ihr langes Leben aufzuschreiben. Ihr habt bis jetzt geglaubt, weiße Frauen zu beobachten wäre lustig? Wölfe verspeisten nur so zum Spaß Menschen?
Oder Zwerge sind kleine, goldgierige Stinker? Na gut, sind sie. Einige von ihnen jedenfalls.
Als Kräuterfrau und Halbelfe war Margarethe ein turbulentes Leben garantiert. Wer kann denn außer ihr schon von sich behaupten, auf einem Werwolf geritten oder von einer Nymphe aufgeklärt worden zu sein.
Worüber? Ich werde mich hüten, hier und jetzt alles zu verraten. Macht euch ein paar schöne Stunden und lest es doch einfach selbst.

Rezension:
Thüringen im Jahre 1510. Margarethe und ihre Freundinnen erzählen sich gerne gegenseitig Gruselgeschichten. Als eines der Mädchen behauptet, in einer Vollmondnacht eine Weise Frau gesehen zu haben, vereinbaren sie, zum nächsten Vollmond diese Stelle gemeinsam aufzusuchen. Dach es kommt anders. Zu ihrem 16. Geburtstag wird Margarethe von ihrem Vater vor die Wahl gestellt, entweder den reichen, aber schon älteren Großbauern zu heiraten, der um ihre Hand angehalten hat, oder zu ihrer Tante mütterlicherseits, einer Kräuterfrau, in die Ausbildung zu gehen. Das Mädchen sieht in der Alternative, selbst zu einer auf Lebenszeit unverheirateten Kräuterfrau zu werden, das kleinere Übel und begleitet ihre Tante zu deren tief im Wald gelegenen Hütte. Was Margarethe nicht weiß, ist, dass diese Tante eine Halbelfe ist und sie das Elfenerbe über ihre Mutter auch in sich trägt. Und so beginnt das große Abenteuer. Ehe sie es sich versieht, begegnet Margarethe echten Nymphen, Werwölfen, Zwergen und noch einigen anderen Wesen, die sie bisher nur aus den Gruselgeschichten kannte.
Was dem Leser zu Beginn der Geschichte nicht gleich auffällt, ist, dass „Wolfsmohn“ der Start einer Fortsetzungsgeschichte ist. So kommt das Ende dieses Bandes mitten in der – an dieser Stelle gerade spannenden – Handlung ziemlich überraschend.
Leider schafft es die Autorin nicht, während der eigentlichen Handlung den im Klappentext sowie im Vorwort aufgebauten Humor-Pegel aufrecht zu erhalten. Stattdessen dominiert hier das Abenteuer-Element, was nach dem Lesen von Klappentext und Vorwort zwar etwas überrascht, der Geschichte aber nicht schadet. Die Autorin, die die Reihe unter dem Pseudonym ihrer Heldin veröffentlicht, schafft es, eine flüssig und interessant zu lesende Fantasy-Geschichte mit lokalem Bezug zu erzählen, die Lust auf die Fortsetzungen macht.

Fazit:
Ein Fantasy-Abenteuer vor historischer Thüringer-Wald-Kulisse.

Taschenbuch
eBook

Projekt: Babylon

Andreas Wilhelm
Projekt: Babylon

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Wissenschaftler unter Ignoranten

Klappentext:
Wage zu wissen!
Im Languedoc verfällt ein Schäfer plötzlich dem Wahnsinn. Und drei Forscher geraten in Lebensgefahr, als sie der Lösung des Rätsels um eine geheimnisvolle Höhle in Südfrankreich immer näher kommen…
Blitz und Donner über den Bergen des Languedoc reißen einen Schäfer aus dem Schlaf. In einer Felshöhle sucht er Schutz vor dem drohenden Unwetter – doch als er sie wieder verlässt, ist er dem Wahnsinn verfallen. Sofort wird das Gebiet um die Felsen abgesperrt und streng bewacht.
Was hat es mit der geheimnisvollen Höhle auf sich, deren Wände mit rätselhaften Botschaften in allen Sprachen der Welt versehen sind? Und woher rührt das eigenartige Leuchten tief in ihrem Inneren? Im Auftrag der UN machen sich ein englischer Historiker, ein französischer Ingenieur und eine attraktive, aber eigenartig unnahbare deutsche Sprachwissenschaftlerin daran, die mysteriösen Inschriften zu entschlüsseln.
Schon bald heften sich Freimaurer und okkulte esoterische Zirkel an ihre Fersen. Und je näher die drei Forscher der Lösung des Mysteriums kommen, desto bedrohlicher wird ihre Lage. Da wird die junge Deutsche plötzlich von einer skrupellosen Sekte entführt…
Das fulminante Romandebüt eines jungen deutschen Autors: Voller Spannung, Action, Abenteuer und Mystik!

Rezension:
Ein französischer Schäfer stößt auf eine unbekannte, mysteriöse Höhle. Wenige Tage später bekommen ein in Hamburg lebender britischer Professor und ein französischer Ingenieur überraschend Post von der UN. Als sie der Einladung nach Genf folgen, wird ihnen gegen eine fürstliche Bezahlung angeboten, die neuentdeckte Höhle zu erforschen. Die Sache hat nur einen kleinen Haken: Das Projekt ist streng geheim, und sie dürfen ihre Forschungsergebnisse demzufolge nicht veröffentlichen. Nachdem sie den Auftrag angenommen haben, müssen sie jedoch schnell feststellen, dass diverse Geheimgesellschaften überraschen gut informiert sind. Da die Höhle zahlreiche Inschriften in verschiedenen alten Sprachen birgt, wird schließlich noch eine deutsche Sprachwissenschaftlerin hinzugezogen.
Der Autor schafft es, den Leser in ein von Anfang bis Ende spannendes Abenteuer zu entführen, wobei er zahlreiche relativ aktuelle wissenschaftliche und historische Erkenntnisse geschickt in die Handlung einflicht. Leider opfert er die Logik dabei teilweise dem Spannungsaufbau. Da wird unter dem Vorwand, eine lokale Tollwutepidemie zu erforschen, ein ganzer Berg inklusive der umgebenden Wälder einfach eingezäunt und durch schwerbewaffnete ‚Ranger‘ bewacht. Doch von der örtlichen Bevölkerung und Presse wird das anscheinend völlig ignoriert und führt zu keinerlei Verwunderung oder gar Widerstand. Selbst den – offensichtlich nicht eingeweihten – offiziellen französischen Stellen fällt offenbar nichts auf. Auch davor, dass die Tollwut, wenn sie wirklich aufgetreten wäre, den Metallgitterzaun überwinden könnte, scheint niemand Angst zu haben. Während viele der im Zusammenhang mit der Höhle und den Geheimbünden aufgeworfene Fragen zum Ende des Buches aufgeklärt werden, gibt es für diese Logikschwächen leider nicht den Ansatz einer Erklärung. Ansonsten bietet dieses Buch dem fantasyliebenden und wissenschafsbegeisterten Abenteuerfan eine spannende Unterhaltung.
„Projekt: Babylon“ stellt den 1. Band einer Trilogie dar. Da dies jedoch weder im Klappentext noch im Nachwort des Autors erwähnt wird, darf man wohl vermuten, dass die beiden Fortsetzungen ursprünglich nicht vorgesehen waren. Angemerkt sei hier auch noch, dass der Verlag den Klappentext anscheinend von einem Mitarbeiter verfassen lies, der das Buch überhaupt nicht richtig gelesen hatte. Im Laufe der Handlung wird nämlich nicht die Sprachwissenschaftlerin, sondern der Historiker entführt.

Fazit:
Ein spannendes Abenteuer mit Verschwörungselementen und einem sich im Laufe der Handlung steigernden Anteil Fantasy.

Hardcover
Taschenbuch
Hörbuch

Die geheimen Akten des Sir Conan Doyle

Raimon Weber
Die geheimen Akten des Sir Conan Doyle
(Akten 1-10 Die komplette erste und zweite Staffel)

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Ein Schriftsteller auf Abwegen

Klappentext:
Jeder kennt den ebenso scharfsinnigen wie exzentrischen Sherlock Holmes. Aber nur Wenige wissen, dass sein im Jahre 1859 in Schottland geborener Schöpfer dem Meister-Detektiv in nichts nachstand: Sir Arthur Conan Doyle schrieb nicht nur fesselnde Kriminalromane, er begeisterte sich auch für übersinnliche Phänomene und unternahm zahlreiche Reisen auf den Spuren des okkulten. In den 10 abgeschlossenen Stories Die geheimen Akten des Sir Arthur Conan Doyle wird der weltberühmte Autor und Schöpfer von Sherlock Holmes selbst zum Ermittler. Seine Fälle führen ihn auf lebensgefährliche Expeditionen ins finstere Afrika und zur arktischen Inselgruppe Spitzbergen. Es verschlägt ihn vom Hof des letzten Zaren in die tückische Einsamkeit Sibiriens. In jeder Episode begegnet Doyle einer Welt jenseits unserer Vorstellungskraft, einer Welt zwischen Leben und Tod. Bevölkert von Wesen, die wir selbst in unseren kühnsten Vorstellungen nicht erahnen können.

Rezension:
Nach Beendigung seiner schriftstellerischen Tätigkeit widmet sich Sir Arthur Conan Doyle der Erforschung des Übersinnlichen. Dabei beweist er so manche Gemeinsamkeit mit seinem literarischen Helden Sherlock Holmes, dem er seine Berühmtheit verdankt. Seine Jagt nach okkulten Vorkommnissen führt ihn vom Londoner Eastend, wo er zusammen mit einem afrikanischen Schamanen ein grausiges Wesen verfolgt, über Schottland, wo in einem See eine menschenähnliche Kreatur lebt, und Spitzbergen, wo Mitglieder einer Forschertruppe gleich reihenweise überschnappen, bis ins tiefste Sibirien, wo es die Ursache des Tunguska-Ereignisses zu erforschen gilt. Die einzelnen Kurzgeschichten sind dabei weitgehend in sich abgeschlossen und erscheinen nicht in chronologischer Reihenfolge.
Dass zahlreiche moderne Autoren die Abenteuer Sherlock Holmes’ weiterführen, dürfte Lesern von Detektivgeschichten nicht neu sein. Wenn allerdings ein Autor nicht Holmes sondern dessen Erschaffer in fiktive Abenteuer schickt, ist das schon erheblich ungewöhnlicher. Dass Sir Arthur Conan Doyle in der Realität dem Okkulten recht offen gegenüber stand, ist eine nicht unbekannte Tatsache. Immerhin ist überliefert, dass er an die Existenz von Feen glaubte und den Kontakt mit Verstorbenen während Séancen für möglich hielt. Ihn selbst als Romanhelden auf die aktive Suche nach derartigen Vorkommnissen zu schicken, dürfte allerdings eine wirklich neue Idee sein.
Dem Autoren dieser Geschichten, Raimon Weber, muss man zubilligen, seine ungewöhnliche Idee gekonnt umgesetzt zu haben. Er trifft das Zeitkollorid des beginnenden 20. Jahrhunderts recht gut. Als kleine Einschränkung sei lediglich erwähnt, dass manche der benutzten Begriffe für die Handlungszeit etwas zu modern wirken. (Zum Beispiel dürfte der Begriff „missbraucht“ zu dieser Zeit eher untypisch gewesen sein.)

Fazit:
Für Fans von historischen Urban-Fantasy-Abenteuern mit leichtem Grusel-Touch dürfte sich der Kauf dieses Buches lohnen.

Hardcover
eBook
Hörbuch

Lockwood & Co. – The Whispering Skull

Jonathan Stroud
Lockwood & Co. – The Whispering Skull

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Rückseitentext:
Ghosts and ghouls beware! Lockwood & Co. is back.
Life isn’t exactly peaceful in the psychic detection agency. Lucy and George are trying to solve the mystery of the talking skull trapped in their ghost-jar, while Lockwood is desperate for an exciting new case.
Things seem to be looking up when the team is called to investigate the grave of a sinister Victorian doctor. As usual, everything goes wrong – a terrible phantom is freed, and a dangerous object is stolen from the coffin. Lockwood & Co. must recover the relic before its power is unleashed, bur it’s a race against time. And if that’s not bad enough, the skull in the ghost-jar is stirring again …
The author of the blockbuster BARTIMAEUS sequence delivers another humorous and chilling instalment in the critically acclaimed LOCKWOOD & CO. series.

Rezension:
Lockwood und sein Team sollen an einer alten Galgenstätte den Geist eines einst Erhängten bannen. Nur übersehen sie dabei, dass Galgen früher gewöhnlich mehrmals benutzt wurden, und so bringt der erwartete Geist gleich noch ein paar Freunde mit – ziemlich viele sogar. Lockwood, Lucy und George bleibt nur ein hastiger Rückzug. Peinlicherweise taucht gerade in diesem Moment ihr Erzrivale Kipps mit seinem Team auf. Und die sind auf eine so große Anzahl Geister vorbereitet … Um seine Ehre zu retten, bietet Lockwood Kipps eine Wette an.
Nach dieser wenig erfolgreichen Nacht sind Lucy und ihre Kollegen froh, als sich gleich ein neuer Auftrag bietet. Eine Spezialfirma für Friedhofs-Beräumungen benötigt ihre Hilfe bei der Beseitigung eines offensichtlich nicht geheuren Grabes. Doch im Sarg befindet sich nicht nur eine mumifizierte Leiche, die Quelle eines ziemlich bösartigen Geistes ist, sondern auch noch ein extrem gefährliches Artefakt. Gerade das wird kurze Zeit später gestohlen, worüber Inspektor Barnes vom DEPRAC (DEpartment of Psychical Research And Control – deutsch: BEBÜP / Behörde zur Erforschung und Bekämpfung Übersinnlicher Phänomene, der Scotland Yard unterstellten Aufsichtsbehörde über die Agenturen) natürlich alles andere als erfreut ist. Um es schnellstmöglich wiederzubeschaffen, beauftragt er nicht nur Lockwood & Co. damit, sondern parallel auch noch Kipps Team. Und dieser Auftrag ist nicht als Bitte formuliert! Somit beginnt ein Wettlauf mit ihren Rivalen, wer es zuerst schafft. Dabei bekommen es die Spezialisten für Geister-Bannungen mit nicht gerade zimperlichen lebenden Gegnern zu tun, wie Lucy und Lockwood bald am eigenen Leib feststellen müssen.
Nach dem Vorgänger „Lockwood & Co. – Die seufzende Wendeltreppe“ stellt dieser Band eine würdige Fortsetzung dar. Die bereits bei dessen Besprechung erwähnten stilistischen Parallelen mit den klassischen Sherlock-Holmes-Erzählungen treten hier bei den Ermittlungen gegen einen Schwarzhändlerring sogar noch stärker in Erscheinung. Und dieser Vergleich sollte definitiv nicht negativ verstanden werden. Trotz aller detektivischer Arbeit kommen die Geister nicht zu kurz. Im Gegenteil: Auch der Gruselfaktor wird gegenüber dem Vorgängerband stellenweise noch erhöht.
Da die Fittes-Agentur in diesem Buch, das 7 Monate nach Band 1 handelt, ihr 50-jähriges Bestehen feiert und in diesem Zusammenhang Marissa Fittes berühmter Fall aus dieser Zeit als im Jahre 1962 stattfindend erwähnt wird, kann man die Handlung diesmal eindeutig im Jahr 2012 einordnen. Aber Vorsicht! Da zur großen Jubiläumsparty, zu der auch Lockwoods Team eingeladen ist, Abendkleidung erwünscht ist, muss sich Lucy Abendkleid und High Heels besorgen, was nicht gerade die geeignete Kleidung ist, wenn man zwischendurch noch ein paar inoffizielle ‚Umwege‘ machen will.
Ein Wort zum oben zitierten Rückseitentext: „Ghosts and ghouls beware!“ Nachdem in Band 1 schon diverse Typen Geister auftauchten, stellt sich hier natürlich sofort die Frage, was im Lockwood-Universum Ghule sind. Um es kurz zu machen: Weder im Text (469 Seiten) noch im auch hier wieder vorhandenen Glossar (15 Seiten) werden Ghule auch nur erwähnt. Vielleicht hätte der für den Rückseitentext zuständige Mitarbeiter des Verlags das Buch vor Verfassen des Textes mal selbst lesen sollen.

Fazit:
Meine positive Einschätzung zu „Lockwood & Co.“ kann ich auch nach dem Lesen dieses Bandes nur uneingeschränkt aufrechterhalten. Besonders erwachsenen Fantasy-Fans empfehle ich, sich von der Kinderbuch-Einordnung der Reihe durch den Verlag nicht abschrecken zu lassen.

gebundenes Buch
Taschenbuch
eBook
gebundenes Buch in der deutschen Übersetzung
Taschenbuch in der deutschen Übersetzung
eBook in der deutschen Übersetzung
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Hexenbann (Finas Weg 1)

Lena Lidau
Hexenbann (Finas Weg 1)

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Dem Bann entkommen

Klappentext:
Seit die fünfzehnjährige Fina mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder aufs Land gezogen ist, fühlt sie sich fernab ihrer alten Freunde einsam und langweilt sich schrecklich. Doch als sie im Keller ihres Hauses eine alte Tafel findet, ändert sich ihr Leben plötzlich radikal: Sie lernt ein Mädchen namens Lea kennen, das ebenso wie Fina selbst in mysteriöse Vorkommnisse verstrickt wird. Bald stellen sie fest, dass sie beide Hexen sind und eine fürchterliche Macht geweckt wurde, die in der Tafel gebannt war. Während sich die Ereignisse überstürzen und die beiden Freundinnen von mehreren Seiten angegriffen werden, hilft ihnen Leas Großmutter ihre Hexenkräfte kennen zu lernen. Doch sie stellt sie auch vor die endgültige Wahl, die alle jungen Hexen treffen müssen: Die Entscheidung für eine Seite – eine weiße oder eine schwarze Hexe zu werden.
Und was für eine Rolle spielt dieser überaus attraktive aber undurchschaubare Luca, zu dem sich Fina hingezogen fühlt und der sich plötzlich für sie zu interessieren scheint?
Wird Fina ihren eigenen Weg finden?

Rezension:
Seit ihre Mutter von deren Tante ein Haus geerbt hat, lebt die in der Großstadt aufgewachsene Fina mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf. Sie fühlt sich einsam und hat bisher keine Freunde gefunden. Das ändert sich jedoch, als Fina eines Tages auf dem Heimweg aus der Schule ein undefinierbares Gefühl der Gefahr überkommt. Lea, das beliebteste Mädchen der Klasse, mit dem Fina bisher kaum Kontakt hatte, ist zufällig in der Nähe und spürt dieses vage Gefühl auch. Da sie bemerkt, dass Fina auch empfänglich für diese Erscheinung ist, nimmt Lea sie mit zu ihrer Großmutter, einer Hexe, zu der ihr ihre Eltern eigentlich den Kontakt verboten haben. Von dieser Oma erfahren die beiden Mädchen, dass sie auch Hexen sind. Doch was hat der etwas ältere Luca, der sich plötzlich für Fina zu interessieren scheint, damit zu tun?
Ein Setting, in dem ein Jugendlicher unerwartet erfährt, irgendwelche besonderen Begabungen zu haben, ist in der (Jugend-)Fantasy-Literatur natürlich nicht gerade selten anzutreffen. Trotzdem schafft es die Autorin, (zumindest mir) neue Aspekte darin einzubringen. Dass Fina – trotz aller Zweifel – Gefühle für den geheimnisvollen Sven entwickelt, ist genretypisch natürlich keine Überraschung. Andere Wendungen kommen für den Leser jedoch genauso überraschend wie für die Beteiligten. Auch ein (geographisch nicht näher definiertes) deutsches Dorf als Handlungsort ist im Genre eher selten anzutreffen.
Wie der Untertitel „Finas Weg 1“ schon andeutet und auch dem Ende des Büchleins anzumerken ist, stellt „Hexenbann“ wohl den Anfang einer Reihe noch unbekannter Länge dar. Potential muss man der Geschichte durchaus zugestehen, denn der vorliegende Band liest sich flüssig. Am Ende deuten sich diverse Entwicklungsmöglichkeiten für die Fortsetzung(en) an.
Am Schluss zur Vollständigkeit noch ein paar Anmerkung zu kleinen Unstimmigkeiten, die für das eigentliche Buch jedoch unbedeutend sind: Zum einen wäre da Finas Alter. Im Klappentext wird es mit 15 Jahren genannt. Ihren 15. Geburtstag hat sie jedoch erst ganz zum Ende dieses Bandes. Während des mit Abstand größten Teils der Handlung ist sie genaugenommen also erst 14. Zum anderen betrifft es das Coverbild. Das darauf abgebildete Mädchen hat keinerlei Ähnlichkeit mit Finas Beschreibung im Text.

Fazit:
Auftakt einer Jugend-Fantasy-Reihe, der Fans junger Hexen einen Blick schenken sollten.

eBook

Lockwood & Co. – Die seufzende Wendeltreppe

Jonathan Stroud
Lockwood & Co. – Die seufzende Wendeltreppe

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Klappentext:
Geister, Ghoule, Grabgeflüster: Die Agenten von LOCKWOOD & CO. sind allem gewachsen
LONDON, ENGLAND: In den Straßen geht des Nachts das Grauen um. Unerklärliche Todesfälle ereignen sich, Menschen verschwinden und um die Ecken wabern Schatten, die sich nur zu oft in tödliche von Geisterwesen ausgesandte Plasmanebel verwandeln. Denn seit Jahrzehnten wird Großbritannien von einer wahren Epidemie an Geistererscheinungen heimgesucht. Überall im Land haben sich Agenturen gebildet, die in den heimgesuchten Häusern Austreibungen vornehmen. Hochgefährliche Unternehmungen bei denen sie, obwohl mit Bannkreisketten, Degen und Leuchtbomben ausgerüstet, nicht selten ihr Leben riskieren.
So auch die drei Agenten von LOCKWOOD & CO. Dem jungen Team um den charismatischen Anthony Lockwood ist allerdings bei einem Einsatz ein fatales Missgeschick passiert. Um die Klage abwenden und den Schadenersatz dafür aufbringen zu können, müssen die drei Agenten von LOCKWOOD & CO. einen hochgefährlichen und zutiefst dubiosen Auftrag annehmen. Dieser führt sie in eines der verrufensten Herrenhäuser des Landes und stellt sie auf eine Probe, bei der es um nichts weniger als Leben oder Tod geht …

Rezension:
Diese Geschichte spielt im London einer Parallelwelt, in der manches etwas anders als in unserer realen ist. Seit etwa 50 Jahren wird England vom massiven Auftreten von Geistern heimgesucht. Auch wenn die meisten Geister nicht aggressiv sind, ist die Berührung mit ihnen meist tödlich. Das Problem ist, dass Erwachsene die Geister nicht sehen oder hören und ihnen deshalb auch nicht ausweichen können. Nur Kinder und Jugendliche haben diese Fähigkeit, die jedoch beim Älterwerden verschwindet, auch diese jedoch in unterschiedlichem Ausmaß. Besonders begabte Kinder und Jugendliche arbeiten deshalb in Agenturen, die im Auftrag der Hauseigentümer die Geister bannen. Internet, Handy oder schnurlose Festnetz-Telefone scheint es in dieser Welt nicht zu geben. Recherchen finden immer auf altmodische Weise in Bibliotheken und Archiven statt. Aus Bemerkungen zu Architektur und Mode kann man jedoch entnehmen, dass die Geschichte trotzdem in unserer Zeit spielt.
Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Lucy erzählt. Als Lucy 8 Jahre alt war, wurde sie von ihrer Mutter zur Lehre in eine dieser Agenturen geschickt. Nach einem Zwischenfall, bei dem mehrere ihrer Mit-Agenten getötet werden, verlässt sie ihre Heimatstadt und geht nach London, wo sie bei Lockwood und Co. anfängt. Ihre Kollegen sind Lockwood selbst, der von allen nur mit seinem Nachnamen angesprochen wird, und George. Wie alt die 3 genau sind, wird im gesamten Buch nicht erwähnt. Da Lucy sich an einer Stelle jedoch an ein Vorkommnis erinnert, bei dem sie 12 war, dieses aber noch in ihrer Heimatstadt stattfand und sie jetzt schon seit etwa 6 Monaten bei Lockwood ist, muss sie mindestens 13 sein. Lockwood selbst schätzt sie bei ihrem Kennenlernen als etwa 1 Jahr älter als sich selbst ein. Auch diese Vermutung wird aber nie ausdrücklich bestätigt.
Der Autor erzählt das Ganze in Form einer klassischen Detektivgeschichte. Stilistisch erinnert mich das Buch stellenweise sehr an die klassischen Sherlock-Holmes-Erzählungen Arthur Conan Doyles. Ein kurzes Zitat ganz vom Anfang des Buches mag das verdeutlichen:
„Zu den ersten Fällen, an denen ich bei Lockwood & Co. mitgearbeitet habe, möchte ich hier nicht viel sagen. Einerseits, weil die Opfer anonym bleiben sollen, andererseits, weil die Einzelheiten allzu grausig sind, aber vor allem, weil wir es tatsächlich fertiggebracht haben, diese Aufträge allesamt gründlich zu vermasseln.“
Jedem, der Doyles Erzählungen kennt, wird eine derartige Einleitung vertraut vorkommen, fangen Dr. Watsons Berichte seiner Abenteuer mit Holmes doch oft ähnlich an. Auch die Gespräche mit neuen Klienten erinnern oft an die bei Sherlock Holmes. Diese stilistischen Anlehnungen halte ich für viel zu auffallend, als dass sie Zufall seien könnten. Sie dürften Strouds voller Absicht entsprungen sein.
Sehr positiv fiel mir beim Lesen auf, dass der Autor nach einer sehr kurzen Einleitung gleich zur Sache, sprich: einer Geisteraustreibung kommt. Erklärungen und Vorgeschichten werden erst später nachgeliefert. Wie viele Bücher kennen wir alle, in denen sich der Leser erst durch eine etwas ermüdende Vorgeschichte ‚kämpfen‘ muss, bevor das eigentlich interessante Abenteuer beginnt?
Auch diese Geisteraustreibung setzen Lockwood und Lucy jedoch an die Wand, indem sie das Haus fast vollständig abfackeln. Vorher können sie allerdings noch feststellen, dass es sich um den Geist einer vor etwa 50 Jahren ermordeten jungen Frau handelt. Und der Mörder ist noch sehr lebendig … Und da unsere Helden zu viel wissen oder zumindest ahnen, ist er bald auch hinter ihnen her. Da Band 2 der „Lockwood & Co.“-Reihe aber schon erschienen und Band 3 bereits angekündigt ist, decke ich wohl kein allzu großen Geheimnis auf, wenn ich verrate, dass Lucy und ihre Kollegen natürlich überleben. Viel spannender sind ohnehin ihre Abenteuer mit den Untoten.
Wohl hauptsächlich wegen des Alters der Hauptfiguren wird das Buch vom Verlag als Kinderbuch vermarktet, was es meiner Meinung nach aber genau so wenig wie beispielsweise „Harry Potter“ ist. Allgemein habe ich den Eindruck, dass Bücher mit jugendlichen Hauptfiguren oft pauschal und ohne genaue Kenntnis des Inhalts als für Leser im Alters der Hauptfiguren zu empfehlen eingestuft werden, was – meiner Meinung nach – jedoch durchaus nicht immer zutrifft.
Die eigentliche Geschichte erstreckt sich über 402 Seiten. Dazu kommt ein 15-seitiger Glossar, in dem das Fachvokabular der Agenten erläutert wird. Denn wer will schon einen Schleicher mit einem Streuner verwechseln?

Fazit:
„Lockwood & Co. – Die seufzende Wendeltreppe“ erhält meine uneingeschränkte Empfehlung. Allen, denen beispielsweise die „Harry Potter“-Reihe gefällt, kann ich nur raten, auch mal einen Blick in „Lockwood & Co.“ zu riskieren. Erstmals seit „Harry Potter“ habe ich hier wieder das Bedürfnis, so schnell wie nur möglich den nächsten Band in die Finger und vor die Augen bekommen zu wollen.

gebundenes Buch
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Die ägyptischen Abenteuer von Kathryn Black 3 – Luxor – Auf zu neuen Ufern

Graham Warren
Die ägyptischen Abenteuer von Kathryn Black 3 – Luxor – Auf zu neuen Ufern

Übersetzung: Renée Warren

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Kampf dem Zauberer!

Klappentext:
Auch im dritten Band dieser Reihe werden Kate, Alex und Kairo nicht nur mit den Herausforderungen ihres Kampfes gegen den mächtigen Zauberer konfrontiert, sondern auch immer wieder mit der Verwirrung, die ihre historischen Erinnerungen in ihnen hervorrufen. Sie werden aufgrund dieses Vergangenheitsbewusstseins zwar einerseits schneller erwachsen als gleichaltrige Jugendliche, haben aber dennoch auch ständig mit ihren Schwächen zu kämpfen. Ihre unmöglich scheinende Aufgabe ist es, die Zutaten für eine Zaubermischung zu suchen, mit der allein ihr Gegner endgültig besiegt werden kann. Seit Jahrtausenden hat niemand mehr diese Zutaten zu Gesicht bekommen. Während ihrer Suche begeben sich die drei Freunde auf eine Zeitreise in das antike Amarna, die legendäre Stadt Echnatons, wo sie seine Frau Nofretete und seinen Sohn Tutenchamun kennenlernen. Unterdessen machen im Hintergrund Ramses der Große und sein Freund Gadeem überraschende Pläne zur finalen Schlacht gegen den Zauberer.
Kate findet im Laufe der Abenteuer etwas, was ihr lieber ist als alles andere auf der Welt, Alex verliebt sich neu, und Kairo erkennt, dass er eine tiefere Weisheit besitzt, als er sich selbst zutraut.
Am Ende des Buches schlagen die Lebenswege der drei jungen Abenteurer jeweils eine ganz neue Richtung ein, und was die Zukunft ihnen bringt, ist dem Autor womöglich schon kein Geheimnis mehr.

Rezension:
Nachdem Kate und ihre Freunde am Ende des vorherigen Bandes („Tod in Luxor“) erstmals einen Angriff des Zauberers persönlich erleben mussten, ist ihnen klar, dass dieser endgültig aus dem Jenseits getilgt werden muss. Zum Glück hat Gadeem schon einen Plan, bei dessen Ausführung Kate, Alex und Kairo jedoch schneller als gedacht in Lebensgefahr geraten. In all dem Chaos gibt es jedoch zumindest für Kate auch eine positive Überraschung.
Während Kate, Alex und Kairo bisher größtenteils selbstständig und meist ohne Wissen der Erwachsenen handelten, werden sie hier über weite Strecken der Handlung zu bloßen Ausführenden fremder Pläne ‚degradiert‘. Kate, die bisher meist die Führungsrolle in der Gruppe innehatte, gibt diese mehr und mehr an Alex ab. So gesehen passt „Luxor – Auf zu neuen Ufern“ gar nicht richtig zum Reihen-Titel, denn Kathryn Black ist in diesem Band kaum noch als die zentrale Figur anzusehen.
Graham Warren führt die Handlung in diesem Buch nahtlos weiter, wobei er den von den beiden Vorgängern schon gewohnten, stets spannenden Erzählstil und die ständig vorhandene Spannung von Anfang an aufrecht erhält. Inhaltlich kann dieser Band jedoch leider nicht ganz mit seinen Vorläufern mithalten. Speziell die Charakteränderungen Kates und Alex’ in so kurzer Zeit – die gesamte Handlung aller bisherigen Bände umfasst schließlich nur wenige Wochen – wirkt unglaubwürdig.
Im Gegensatz zu den bisherigen Bänden, die nahezu nahtlos in den jeweils nächsten übergingen, bietet dieser Band ein ‚richtiges‘ Ende. Das legt die Vermutung nahe, dass „Luxor – Auf zu neuen Ufern“ die Reihe eigentlich beenden sollte und der mittlerweile angekündigte Band 4 („Pharaonengold“) ursprünglich nicht geplant war.

Fazit:
Obwohl dieser Band der schwächste der Reihe ist, verdient er eine Empfehlung und ist für Leser der bisherigen Bände schlichtweg unverzichtbar.

Taschenbuch
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Taschenbuch im englischen Original
eBook im englischen Original

Grüne Augen (Iris-Trilogie 1)

Manuel Nett
Grüne Augen (Iris-Trilogie 1)

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Die Erben der 4 Hexen

Klappentext:
„Der hellste Stern an unserem Nachthimmel wird dunkel“, dachte ich, während ich die Sonnenfinsternis betrachtete. Jedoch wusste ich noch nicht, was das für mich bedeuteten würde. Woher hätte ich auch ahnen sollen, dass ich eine Gabe in mir trug?
Aber natürlich ist diese Gabe auch an eine Aufgabe geknüpft. Die 15-jährige Nina führt nun ein über 500 Jahre altes Vermächtnis fort. Aber dafür wird sie Hilfe brauchen. In meiner Jugend-Fantasy Roman Reihe erwartet euch eine spannende Geschichte von Jugendlichen, die gemeinsam und mit ihren Gaben eine Aufgabe, die ihnen vor über 500 Jahren auferlegt wurde, zu Ende bringen wollen.

Rezension:
Die grünäugige Nina aus München ist ein ganz normales Mädchen. Denkt sie zumindest. Beim Beobachten einer Sonnenfinsternis geschieht es jedoch; sie wird ohnmächtig. Als sie wieder zu sich kommt, kann niemand einen Grund für diese Ohnmacht erkennen. Wenig später stellt Nina entsetzt fest, dass sie zeitweilig durch massive Mauern sehen kann, als wären diese nicht vorhanden. Bei der Recherche im Internet bekommt sie in einem mysteriösen Forum Kontakt mit einem Unbekannten, der anscheinend mehr weiß. Soll sie wirklich das Risiko eingehen, sich mit diesem Mann zu treffen? Aber was bleibt ihr schon anderes übrig, wenn sie in Erfahrung bringen will, was mit ihr los ist?
„Grüne Augen“ stellt den Beginn einer Trilogie dar, die mit den Bänden „Blaue Augen“ und „Rote Augen“ fortgeführt werden soll. Der Titel bezieht sich dabei natürlich auf Ninas Augenfarbe. Den blauäugigen Sven, der der Held des nächsten Bandes werden dürfte, lernt sie im Laufe der Handlung bereits kennen. Dass sich beide auch gleich verlieben, ist genretypisch wohl keiner besonderen Erwähnung wert. Den Jungen mit den roten Augen, dessen Existenz ihnen bekannt ist, konnten sie bisher jedoch nicht finden.
Der aus Ninas Sicht in der 1. Person verfasste Roman schafft es, die Gedanken einer 15-jährigen glaubhaft darzustellen. Der Stil ähnelt dabei Tagebucheinträgen. Der selbst erst 16-jährige Autor wartet handlungstechnisch mit ein paar wirklich guten Ideen auf. Allerdings wirken manche Details selbst für einen Urban-Fantasy-Stoff doch etwas übertrieben, und Ninas Eltern merken offenbar überhaupt nicht, dass sich das Leben und der Tagesablauf ihrer Tochter von einem Tag auf den anderen drastisch verändern.
Falls der Autor das Niveau in den beiden Fortsetzungen halten kann, könnte die Iris-Trilogie ein durchaus interessantes Gesamtwerk ergeben. Genug noch zu erkundende Handlungsfäden sind jedenfalls vorhanden.

Fazit:
Fans von Urban-Fantasy-Geschichten mit jugendlichen Helden dürften an diesem Buch Gefallen finden.

Hardcover
Taschenbuch
eBook

Die ägyptischen Abenteuer von Kathryn Black 2 – Tod in Luxor

Graham Warren
Die ägyptischen Abenteuer von Kathryn Black 2 – Tod in Luxor

Übersetzung: Renée Warren

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

In der Goldkammer

Klappentext:
Kates erste Ferienwoche in Luxor ist um, sie hat sie im Kampf gegen dreitausend Jahre alte Soldaten nur knapp überlebt. Gemeinsam mit ihren Freunden Alex und Kairo hat sie sich auf das waghalsige Abenteuer eingelassen, den der Welt unbekannten Pharao Nachtifi ausfindig zu machen. Er ist der wichtigste Verwandte in ihrer historischen Familie, und nur, wenn es gelingt, seinen Namen in der Welt bekannt zu machen, ist seine Existenz im Jenseits für immer gesichert. Kate hat „gesehen“ und wird seither in unregelmäßigen Abständen von Bewusstseinsbildern direkt aus der Vergangenheit heimgesucht. Es ist verstörend und hilfreich zugleich. Nicht immer weiß sie, wie sie die Schwierigkeiten, im modernen Leben erwachsen zu werden, mit den historischen Erinnerungen in Einklang bringen soll.
Die drei Freunde kämpfen gegen einen machtvollen Zauberer, der Nachtifi für immer auslöschen will. Er ist zwar in seinem eigenen Grab eingeschlossen, hat aber Zauberkräfte und Helfershelfer in der Welt draußen, mit denen er seit Jahrtausenden Nachtifis Rettung zu verhindern weiß. Ramses, Alexander der Große und ein nubischer Pharao sind tief in den Machtkampf gegen den Zauberer verwickelt, doch sind es letztlich nur Kate, Alex und Kairo, die ihn aufgrund ihrer jeweiligen historischen Erfahrungen besiegen können.
Wie im ersten Band dieser Reihe spielt auch hier die Geschichte gleichzeitig im modernen Luxor und im antiken Theben. Die Handlungsebenen werden so mühelos ineinander verwoben, dass es nicht skurril oder esoterisch wirkt, sonder so real, als ob man sich als Leser selbst in einem Grab, Tempel oder Straßencafé von Luxor befände. Spannung, Humor und die große Kenntnis des Autors über das alte und neue Ägypten entführen in eine im wahrsten Sinne des Wortes zauberhafte Welt.

Rezension:
Nachdem Kate, Alex und Kairo herausgefunden haben, dass der Zauberer sich nachträglich ein Jenseitsleben als Pharao erschwindeln und dazu die Existenz des der Wissenschaft bisher gänzlich unbekannten Pharaos Nachtifi endgültig verschleiern will, müssen sie alles tun, um Nachtifis Existenz der Allgemeinheit bekannt zu machen. Erst wenn sein Name allgemein bekannt ist und damit nie mehr in Vergessenheit geraten kann, ist sein Weiterleben im Totenreich für alle Zeiten gesichert. Doch was hat es mit der streng geheimen Ausgrabung, an der Alex’ Stiefvater, ein bekannter Archäologe, arbeitet, auf sich? Und wieso ist dessen größter Konkurrent auch in Luxor? An einen Zufall können Alex und Kate nicht glauben. Dass ihnen ihr stark unterschiedliches Temperament die Zusammenarbeit nicht gerade erleichtert, ist dabei natürlich alles andere als hilfreich. Wird ihre Freundschaft diese Belastungsprobe überstehen, und werden sie der Welt einen Beweis für Nachtifis Existenz liefern können?
Wer Band 1 der Reihe, „Der Fluch von Luxor“, kennt, findet mühelos in diesen Band hinein, denn er schließt praktisch nahtlos daran an. Alex’ Stiefeltern, die in Band 1 nur eine Nebenrolle spielten, werden jetzt stärker in die Handlung einbezogen. Die unterschiedlichen Mentalitäten der Touristen und der Einheimischen werden auch diesmal wieder humoristisch eingeflochten. Dabei schafft es Graham Warren, die Handlung ununterbrochen spannend und interessant zu halten.
Das beim Vorgänger bemängelte fehlende Korrektorat der deutschen Übersetzung tritt hier nicht im dort genannten Maße in Erscheinung. Gänzlich frei von Flüchtigkeitsfehler ist der Text jedoch auch in diesem Band nicht.
Wie der Titel bereits vermuten lässt, spielt in diesem Buch ein Todesfall eine Rolle. Auch wenn es eine nicht sonderlich sympathische Person ist, die der „Tod in Luxor“ ereilt, erscheint es doch etwas ‚eigenartig‘, dass das Sterben dieser Person von niemandem betrauert, sondern fast schon gefeiert wird.
Das Buch endet mit einem Cliffhanger, doch die Fortsetzung „Luxor – Auf zu neuen Ufern“ ist bereits verfügbar. Für dieses Jahr (2016) ist bereits Band 4 „Pharaonengold“ angekündigt.
Trotz der genannten kleinen Einschränkung verdient „Tod in Luxor“ eine Empfehlung an alle Urban-Fantasy-Freunde.

Fazit:
„Tod in Luxor“ und die gesamte „Die ägyptischen Abenteuer von Kathryn Black“-Reihe stellen einen echter Geheimtipp für alle Urban-Fantasy-Fans dar.

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Paula und der Zauberorden 7: Die Falle

U.K. Voss
Paula und der Zauberorden 7: Die Falle

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Die Magie des Cosmosordens

Klappentext:
Endlich zurück in der Gegenwart. Theo, Lucille und Alexander müssen wieder zur Uni und sich an das normale Leben zwischen den Normalos gewöhnen. Paula bereitet sich auf die erste Zauberprüfung vor. Außerdem will sie endlich die Führerscheinprüfung machen. Aber die SUOM sorgt für weitere Unruhe und Sorgen. Zeitungen verunglimpfen plötzlich den Cosmosorden und bringen eine Verleumdungskampagne. Natürlich stecken Vanessa und ihre SUOM dahinter. Dann passiert Ungeheuerliches.

Rezension:
Kaum sind Paula und ihre Freunde von einer Zeitreise zurück, müssen sie sich wieder ans normale Leben des 21. Jahrhunderts gewöhnen. Doch was ist schon normal, wenn man Mitglied des Cosmocordens ist? In dem wird schließlich nur aufgenommen, wer magische Fähigkeiten besitzt – wie beispielsweise Paula, Theo, Lucille und Alexander. Gegen Beziehungsprobleme helfen ihnen ihre Fähigkeiten allerdings auch nicht, und so sind diese zunächst ihr Hauptproblem. Doch es dauert nicht lange, bis die Feinde des Cosmosordens zum nächsten Schlag ausholen: Zuerst versuchen sie es mit Diskreditierung, wenig später mit Entführungen. Da auch Lucille unter den Entführten ist, sehen Paula, Theo und Alexander natürlich nicht untätig zu.
„Paula und der Zauberorden“ bietet Urban Fantasy in Reinstform. Wer die Vorgänger-Bände nicht kennt, findet am Anfang allerdings etwas schwer in die komplexe Handlung hinein, jedoch gewinnt man nach wenigen Kapiteln genügend Überblick, um die grundlegenden Zusammenhänge zu verstehen. Neueinsteigern in Paulas Welt muss man empfehlen, die Geschichte von Anfang an zu lesen und nicht mit Band 7 zu starten. Mit dem entsprechenden Hintergrundwissen dürften einige Handlungsabschnitte für den Leser noch bewegender und aussagestärker erscheinen.
Die Abenteuer und Intrigenspiele der verfeindeten Magiergruppen können den Leser fesseln und machen Lust auf mehr. Die wichtigen Personen werden gut charakterisiert. Leider drängt sich stellenweise das Liebesleben der Hauptpersonen stark in den Vordergrund und lenkt etwas vom eigentlichen Abenteuer ab. Für Leser, die die Geschichte des Abenteuers und der Fantasy wegen lieben, sind diese Abschnitte teilweise etwas zu ausführlich. Trotzdem bleibt auch für diese Leser noch genug Fantasy-Abenteuer übrig, um die Story genießen zu können.

Fazit:
Ein Urban-Fantasy-Abenteuer, das dem Genre-Fan inspiriert, auch den anderen Bänden der Reihe einen Blick zu gönnen.

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