Quanten-Bullshit

Chris Ferrie
Quanten-Bullshit

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b
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Übersetzung: Benjamin Schilling

(Un-)heilsbringende Quantenenergien

Klappentext:

Sind wir mal ehrlich: Von dieser mysteriösen Quantenphysik gehört haben wir alle schon mal, aber ver­ste­hen tun sie die wenigs­ten. Und dann wäre da ja auch noch die Eso­te­rik, die in­zwi­schen längst auf den Quan­ten­zug auf­ge­sprungen ist. So stößt man bei einer schnel­len Ama­zon-Suche viel schnel­ler auf Bücher über heils­bringende Quan­ten­ener­gien und aller­lei pseu­do­wis­sen­schaft­liche Theo­rien statt auf wirk­lich ver­ständ­liche Sach­bücher, die die Wun­der der Quan­ten­phy­sik ver­ständ­lich er­klä­ren. Zeit, das zu än­dern, dachte sich Quan­ten­phy­si­ker und Kult­autor Chris Ferrie und ent­führt seine Leser mit „Quan­ten-Bull­shit“ in die wun­der­same Welt der Quan­ten. Leicht­füßig, intelli­gent und ur­ko­misch er­klärt er die Grund­lagen der Quan­ten­phy­sik und ent­kräf­tet gleich­zei­tig eso­te­ri­sche Fake News und Pseu­do­wis­sen­schaf­ten.

Rezension:

Bei Phänomenen aus der Quantenphysik erscheint so manches dem mensch­lichen Ver­stand un­lo­gisch. Genau das wird teil­weise aber auch aus­ge­nutzt, um an­geb­liche Wir­kungen mit ‚Quan­ten­ef­fek­ten‘ zu be­grün­den. Ob dabei über­haupt irgend­wel­che Zu­sam­men­hänge mit dem Ge­biet der (ech­ten) Quan­ten­phy­sik be­ste­hen, ist für den Laien oft kaum zu be­ur­tei­len.

Populärwissenschaftliche Bücher zur Quantentheorie und ihren Effek­ten gibt es einige. Die weit­aus meis­ten davon ver­su­chen, dem Nicht­phy­si­ker die­ses kom­plexe und nicht gerade ein­fach zu ver­ste­hende Fach­ge­biet mit sei­nen teil­weise kurios wir­ken­den Tat­sachen näher­zu­bringen. Auch Chris Ferrie will das mit sei­nem Buch na­tür­lich er­rei­chen. Ver­gli­chen mit ähn­lichen popu­lär­wis­sen­schaft­lichen Ver­öffent­li­chungen zu die­sem Thema geht er aller­dings deut­lich weni­ger ins Detail. Dafür legt er darauf wert, sei­nen Lesern zu ver­eut­lichen, was Quan­ten­phy­sik und Quan­ten­theo­rie eben nicht sind: Eso­terik! Dabei ent­larvt er Tricks, mit denen Ge­schäf­te­ma­cher ver­schie­dener Art ver­su­chen, ahnungs­losen Käu­fern sinn­lose Wun­der­mit­tel mit der Be­haup­tung an­zu­dre­hen, deren Wir­kung würde auf irgend­wel­chen obs­ku­ren Quan­ten­ef­fek­ten be­ru­hen. Die ge­nann­ten Zah­len zum Ver­hält­nis der wirk­lich wis­sen­schaf­tl­ichen (in­klu­sive popu­lär­wis­sen­schaft­li­chen) Bücher zu Büchern über ‚Quan­ten-Eso­te­rik‘ auf dem (zu­min­dest ameri­ka­ni­schen) Markt sind er­schreckend. Zu­dem er­klärt der Autor auch, wieso Men­schen und andere makro­sko­pi­sche Dinge eben nicht wie Ele­men­tar­teil­chen durch feste Materie tun­neln kön­nen. Und all das schafft Chris Ferrie in einem her­vor­ra­gend humor­vol­lem Stil. Stel­len­weise ist das pure Comedy – und de­fi­ni­tiv lesens­wert.

Ein kleiner Negativpunkt ist leider die deutsche Übersetzung, die im eng­li­schen Origi­nal sprach­be­dingt nicht vor­han­dene Gen­der­for­men (wie „Phy­si­kerin­nen und Phy­si­ker“) be­nutzt.

Fazit:

Der schmale Grat zwischen echten Quanteneffekten und esoterisch-un­sin­ni­gen Be­haup­tungen wird hier locker-leicht ver­deut­licht.

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Lord Breakinghams Geheimnis: Ein Internatsroman

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Die Erlebnisse eines anfangs 11-jährigen Jungens, der bei Pflegeeltern aufwuchs und nur unerwartet an ein Internat kommt. Hier veränder sich sein ganzes Leben, und er muss sich einen neuen Freundeskreis aufbauen. Und dann wartet noch so manche Überraschung auf ihn …
„Lord Breakinghams Geheimnis“ ist ein Internats-, als auch ein Entwicklungsroman. Geeignet für alle Leseratten ab etwa 10 Jahren und natürlich auch für Erwachsene, die gerne an die Kindheit zurückdenken.

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Album von Berlin, Charlottenburg und Potsdam

Reprint eines Bildbands aus den 1910ern
Nähere Infos zum Buch findet ihr hier: https://rezicenter.blog/2020/01/28/bilder-aus-altbayern-reprint-eines-bildbands-von-1918/

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Der Fluch von Median

Senara Winters
Der Fluch von Median

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Wölfe und Jäger

Klappentext:

Gezeichnet vom Angriff der Werwölfe auf ihre Heimat, flieht Erin in sich­eres Ge­biet. Dort ver­dingt sie sich zu­nächst als Söld­ne­rin, bis sie eines Tages un­ver­hofft auf den Händ­ler Orphan trifft. Die­ser bie­tet Erin eine feste Arbeit an, die sie nach eini­gem Zö­gern an­nimmt. Zwi­schen den bei­den ent­steht eine un­ge­wöhn­liche Freund­schaft, die aller­dings durch einen fol­gen­schwe­ren Söld­ner­auf­trag auf die Probe ge­stellt wird. Nur Erins größte Angst kann Orphans ge­heime Wünsche er­fül­len. Hält ihre Freund­schaft diese Zer­reiß­probe aus?

Rezension:

Als ihre Heimat von Werwölfen überrannt wurde, war Erin eine der­jeni­gen, die trotz In­fek­tion über­lebten und ver­nunft­be­gabt blie­ben. Als sie vom Söld­ner­da­sein ge­nug hat, nimmt sie eine Stelle beim Händ­ler Orphan an. Beide ahnen nicht, was sie ge­gen­sei­tig sind.

Senara Winters stellt in ihrer Fantasy-Story eine Protagonistin in den Fokus, die wohl dem Cliché des ein­sa­men Wolfs ent­spricht, wobei sich diese An­spie­lung keines­wegs auf ihre Wer­wolf-In­fek­tion be­zieht. Ent­spre­chend holp­rig stellt sich ihre Inter­aktion mit ihrer Um­welt dar. Des­halb kommt ihre An­nä­he­rung an ihren neuen Chef auch über­ra­schend. Für den Leser geht es fast etwas (zu) schnell, wie aus einer Zweck­ge­mein­schaft eine Freund­schaft ent­steht. Doch die eigent­liche Ge­schichte be­ginnt an die­sem Punkt fast erst. Lang­sam ler­nen sich beide wirk­lich ken­nen – und er­ken­nen dabei, das sie eigent­lich auf ent­ge­gen­ge­setz­ten Seit­en ste­hen. Dabei stellt die Auto­rin beide nicht un­be­dingt als Licht­ge­stal­ten dar. Beide sind durch­aus be­reit, über Lei­chen zu ge­hen, und das im wört­lichen Sinn. Das lässt die Ge­schichte der bei­den so un­glei­chen Freunde mit Ten­denz zu Lie­ben­den, die beide eher Anti­hel­den sind, recht dunkel er­schei­nen. Der Be­griff Ro­man­tasy trifft da nur sehr ein­ge­schränkt zu. Das Ende würde durch­aus eine Fort­set­zung zu­las­sen. Kon­krete Hin­weise auf eine (ge­plante) sol­che feh­len aller­dings.

Fazit:

Diese düster angelegte Fantasy um ein sich langsam anbahnendes Anti­hel­den-Paar fällt weit aus dem im Genre Üb­lichen heraus.

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Lord Breakinghams Geheimnis: Ein Internatsroman

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Stadt aus Wasser und Licht – 1 – Die Maskenmagierin

Mela Nagel
Stadt aus Wasser und Licht – 1 – Die Maskenmagierin

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Glitzern am Canal Grande

Klappentext:

Willkommen an Venedigs magischer Akademie!

Ein prachtvoller Palazzo, Geheimgänge, altehrwürdige Bibliotheken und traum­hafte Mas­ken­bälle – Ano­las neue Schule in Vene­dig ist atem­be­rau­bend schön. Doch die tra­di­ti­ons­rei­che Aka­de­mie hütet ein Ge­heim­nis: An ihr wird die Magie der Mas­ken ge­lehrt. Als Anola er­fährt, dass auch sie eine Mas­ken­magie­rin ist, steht ihre Welt Kopf. Wie soll sie nur ler­nen, ihre neuen Fä­hig­kei­ten zu be­herr­schen? Ihr Halb­bru­der Marco ist keine Hilfe. Dann er­ei­len Anola plötz­lich schreck­liche Vi­si­o­nen. Ganz Vene­dig ist in Ge­fahr! Um den magi­schen Schutz­kreis der Stadt zu ret­ten, muss sie wider Wil­len mit Marco zu­sam­men­ar­bei­ten. Und mit sei­nem bes­ten Freund Dario, der Ano­las Herz schnel­ler schla­gen lässt …

Eine magische Academy, Maskenbälle, forbidden love und dunkle Ge­fah­ren – der fes­selnde Auf­takt des Urban Ro­man­tasy-Aben­teu­ers von Mela Nagel

Rezension:

Nach dem Tod ihres Vaters wechselte Anola vor einigen Mona­ten an eine spe­zi­elle Schule in Vene­zia, denn das war des­sen Wunsch. Kunst und spe­zi­ell Mas­ken fas­zi­nie­ren sie, wes­halb sie jetzt, zu Be­ginn des neuen Schul­jah­res, dem jähr­lichen Ball ent­ge­gen­fie­bert. Doch dann wird es merk­wür­dig. Un­er­klär­liche Dinge pas­sie­ren, und plötz­lich muss Anola er­ken­nen, dass sie die zu­künf­tige Trä­gerin einer ma­gi­schen Maske ist. Ihre Schule ist spe­zi­ell dazu da, künf­tige Trä­ger zu er­ken­nen und aus­zu­bil­den. Anola Leben ändert sich grund­le­gend, und sie fragt sich, ob sie ihren Vater über­haupt je­mals ge­kannt hat.

Jugendliche entdecken vollkommen unerwartete, magische Seiten an sich und müs­sen des­halb zu­künf­tig eine spe­zi­elle Schule be­su­chen. Wie oft habe ich ähn­liches schon ge­le­sen und re­zen­siert? Mela Nagel fin­det hier aller­dings eine neue Vari­ante die­ses Grund­sche­mas, indem die Prota­gonis­tin die Schule wech­selt, bevor sie ihre Be­son­der­hei­ten und die der Schule ent­deckt. Eine zu­sätz­li­che Über­ra­schung so­wohl für die Prota­gonis­tin als auch für die Leser kommt aller­dings noch hinzu, als sich heraus­stellt, dass Anola selbst unter den Trä­gern der magi­schen Mas­ken eine Son­der­stel­lung ein­nimmt. Jetzt muss sie ihren Sta­tus nicht nur vor den nor­ma­len Men­schen ge­heim hal­ten, son­dern ihre Be­son­der­heit auch vor ihres­glei­chen ver­ber­gen. Wirk­lich un­ge­wohnt sind der­art dop­pelt spe­zi­ell Prota­gonis­ten in ver­gleich­baren Urban-Fan­tasy-Stof­fen na­tür­lich auch nicht. Die hier dar­ge­stellte Welt ist aber interes­sant, wozu na­tür­lich auch das be­son­dere Ambi­ente des Hand­lungs­ortes bei­trägt. Die Roman­tasy-Ele­mente wir­ken nicht stö­rend. So weckt auch das Ende die­ses Ban­des die Lust auf die Fort­set­zung.

Die Autorin erzählt Anolas Erlebnisse aus deren Ich-Perspektive. Stö­rend am an­sons­ten gut les­ba­ren Stil ist ledig­lich häufig stö­ren­des Gen­tern.

Fazit:

Eine magische Schule und Venezia-Ambiente bilden den passenden Hin­ter­grund für Ano­las Er­leb­nisse mit magi­schen Mas­ken.

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Der Rand der Welt – 2 – Im magischen Kreis

Linda Beller
Der Rand der Welt – 2 – Im magischen Kreis

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Silen-Politik

Klappentext:

Wenn jeder Ort, zu dem du fliehst, zur Gefahr wird – wohin gehst du dann? Melin­dis hat die Silen und damit ihr eige­nes Volk be­stoh­len. Sie flieht mit ihren neuen Freun­den durch eine Pforte in die Berge. Doch bald be­fin­det sie sich völ­lig allein in Ge­fangen­schaft von fein­dse­ligen und macht­gie­ri­gen Berg­be­woh­nern. Nur wenn sie eine Auf­gabe er­füllt, wel­che die Ver­nich­tung der Silen be­deu­tet, hat sie eine Chance, ihren Pei­ni­gern zu ent­kom­men. Zur glei­chen Zeit braut sich jen­seits des Ran­des der Welt ein magi­sches Er­eig­nis zu­sam­men, das er­neut alles ins Wanken bringen wird, was Melin­dis jetzt noch Halt gibt. Die Prin­zes­sin hat ge­lernt zu kämp­fen. Jetzt muss sie ler­nen, dass sie es alleine nicht schafft.

Rezension:

Nachdem Melindis sich gegen ihre ‚Mutter‘ gestellt und eine grö­ßere Menge des magi­schen Heil­mit­tels Tar­duss mit­ge­nom­men hatte, um es an Kranke zu ver­tei­len, be­gibt sie sich wie­der durch die Pfor­ten. Bei den ande­ren Völ­kern trifft sie je­doch auf Miss­trauen und auch Wider­stand. Sie gerät sogar in Ge­fangen­schaft, in der sie ge­fol­tert wird. Wird sie trotz­dem eine Aus­söh­nung er­rei­chen kön­nen – und viel­leicht sogar ihre wah­ren Eltern fin­den?

Im 2. Band ihrer Weltenreise-Fantasy setzt Linda Beller natürlich die Ge­schichte Melin­dis’ fort, lässt das Ambi­ente aller­dings deut­lich düs­te­rer wer­den. Was mir per­sön­lich dabei aller­dings ge­fehlt hat, wäre ein „Was bis­her ge­schah“ ge­we­sen. Die eigent­liche Hand­lung des 1. Ban­des („Durch magi­sche Pfor­ten“) war mir zwar noch gut in Er­in­ne­rung, nicht aber die Namen der dort agie­ren­den Cha­rak­tere. Des­halb fiel es mir teil­weise sehr schwer, die nament­lich Er­wähn­ten kor­rekt den Han­deln­den des Vor­gänger­bands zu­zu­ord­nen.

Obwohl man beim Lesen das Gefühl hat, die Zeit seit dem Anfang von Band 1 wäre eine recht über­schau­bare Zeit ver­gangen, wirkt die junge Prota­gonis­tin jetzt deut­lich er­wach­se­ner, zu­mal sie sich in die­sem Band ein­deu­tig ver­liebt. Aller­dings wird hier – und so­weit ich mich er­in­nern kann auch in Band 1 – kein kon­kre­tes Alter er­wähnt. Viel­leicht ist die junge Ein­schät­zung ihres Alters in Band 1 auch der mär­chen­haf­ten Atmos­phäre am Beginn die­ses ge­schul­det.

Wohin sich die Geschichte in Band 3 entwickeln könnte, lässt sich in der aktu­el­len Situ­ation im Finale die­ses Ban­des kaum er­ah­nen.

Fazit:

Dieses Fantasy-Abenteuer einer jungen Protagonistin entwickelt sich in eine zu­vor un­er­war­tete Rich­tung.

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Die Sonnenfeuer-Ballade – 1 – A Song to Raise a Storm

Julia Dippel
Die Sonnenfeuer-Ballade – 1 – A Song to Raise a Storm

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Klauen-Kämpfe

Klappentext:

Manchmal reicht ein Funke, um einen Sturm zu entfachen

Städte, Siedlungen und Straßen gehören den Menschen, die Wälder je­doch sind das Reich der Qidhe, der magi­schen Wesen. Sintha ge­hört weder zu den Men­schen noch in die magi­sche Welt und muss sich mit dem Miss­trauen bei­der Sei­ten herum­schla­gen. Doch sie pfeift auf das strenge Frie­dens­ab­kom­men und geht ihren eige­nen, nicht immer ganz lega­len Weg. Dabei sind ihre er­bit­terts­ten Geg­ner die Vakàr, ein dunk­les Volk, das die Ein­hal­tung der Ge­setze er­bar­mungs­los über­wacht. Als sie auf der Rück­kehr von einem ihrer Streif­züge von einem Schnee­sturm über­rascht wird, ist sie ge­zwungen, in einem mensch­li­chen Gast­hof Schutz zu suchen. Sin muss un­er­kannt blei­ben – ein äußerst schwie­ri­ges Unter­fangen, denn sie gerät in eine Mord­unter­su­chung und ist nun aus­ge­rech­net mit Are­zan­der, den ge­fürch­te­ten An­füh­rer der Vakàr, ein­ge­schneit. Um das bri­sante Ver­bre­chen auf­zu­klä­ren, scheint er zu allem bereit, und Sin lernt schnell, dass man einem Vakàr auf der Jagd bes­ser nicht im Weg steht. Nicht ohne selbst zur Beute zu wer­den …

Rezension:

Als Halb-Mensch ist Sintha weder bei den Menschen noch bei den magi­schen Wesen son­der­lich be­liebt. Des­halb ver­sucht sie stets, wie ein nor­ma­ler Mensch zu er­schei­nen und nicht er­kannt zu wer­den. Ein­ge­schneit in einem Gast­hof fällt ihr das jedoch schwer, denn um einen Mord auf­zu­klä­ren, hält sich hier auch ein Trupp Vakàr auf. Ein Trupp an­ge­führt von obers­ten aller Vakàr! Die Vakàr waren es je­doch, die maß­geb­lich an der Aus­rot­tung des Vol­kes ihrer Mut­ter be­tei­ligt waren. Um heil aus der An­ge­le­gen­heit heraus­zu­kom­men, bleibt Sintha nicht anderes übrig, als sich – mehr oder we­ni­ger frei­wil­lig – mit dem Vakàr-Boss zu arrangie­ren.

Die Handlungswelt hebt Julia Dippels High-Fantasy-Trilogie von ‚Genre-Stan­dard‘ ab. Zwar hat diese ein früh-neu­zeit­lich an­mu­ten­des Ambi­ente, wie es im Genre oft an­zu­tref­fen ist, doch unter­schei­det sich der Ge­sell­schafts­auf­bau deut­lich vom Ge­wohn­ten. Die Men­schen, an­ge­führt von der alten, Nach­kom­men-losen Monar­chin, hal­ten nicht viel von den Qidhe, den magi­schen Völ­kern. Wieso gerade die Vakàr als dunkel-magi­sches Volk den Frie­den zwi­schen bei­den Sei­ten über­wa­chen, wird zu­min­dest in die­sem Band nicht ge­klärt, zumal diese Wesen weder bei den Men­schen noch bei ande­ren magi­schen Völ­kern einen Be­liebt­heits­preis ge­win­nen wür­den. Wer beim er­wähn­ten Mord­fall an einen Fan­tasy-Krimi denkt, irrt übri­gens. Für die eigent­liche Hand­lung spielt die­ser keine nen­nens­werte Rolle. Dass es zwi­schen der halb mensch­lich, halb magi­schen Prota­gonis­tin und dem be­rüch­tig­ten Ober-Vakàr Are­zan­der zu einer An­nä­he­rung kommt, dürfte Fans die­ser Litera­tur­rich­tung na­tür­lich nicht son­der­lich über­ra­schen. Auf­grund der Ich-Per­spek­tive der Prota­gonis­tin, aus der die Er­eig­nisse er­zählt wer­den, blei­ben Are­zan­ders Be­weg­gründe bis zum Ende die­ses Ban­des rela­tiv un­durch­schau­bar. Für den Leser er­ge­ben sich da­durch immer wie­der über­ra­schende Wen­dungen. Das Ende lässt dann (in vie­ler Hin­sicht) fast alles offen.

Fazit:

Auch wenn das Verhältnis zwischen Sintha und Arezander im Fokus steht, ergibt sich eine interes­sante Fan­tasy-Hand­lung.

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F.E.U. – 6 – Coralee und die besessene Operndiva

Mira Lindorm
F.E.U. – 6 – Coralee und die besessene Operndiva

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Tödliche Arien

Klappentext:

Madame Lu, die wenig berühmte Operndiva von Bismarck, North Dakota, hat die Nase voll davon, un­be­kannt zu sein. Da ist es nur lo­gisch, dass sie nach Las Vegas reist, um dort ihre hehre Kunst an­zu­bie­ten. Theo­re­tisch sollte das ein to­ta­ler Rein­fall sein, völ­lig un­interes­sant für F.E.U..

Nur dass Madame Lu in Las Vegas plötzlich zum Superstar wird, für den schock­ver­liebte Män­ner rei­hen­weise Selbst­mord be­ge­hen. Und damit wer­den Cora­lee und ihr Team dringendst auf den Plan ge­ru­fen.

Rezension:

Eine zu unerwarteter Berühmtheit gelangte Opernsängerin zieht eine Schleppe aus Selbst­mord­op­fern hin­ter sich her. Da ihr Freund ein Vam­pir ist, wen­det der sich an die F.E.U., für die er selbst ar­bei­tet. Auf aus­drück­liche Wei­sung vom Chef dür­fen nur Cora­lee und Es­sylt den Fall be­ar­bei­ten. Der Rest des Teams bleibt außen vor. Ob­wohl die Ur­sa­che der dra­ma­tisch ge­stei­ger­ten Sui­zid-Quote schnell fest­steht, be­rei­tet die ‚Feh­ler­be­he­bung‘ er­heb­liche Pro­bleme.

Bisher hat Mira Lindorm ihrer Chaos-Feen-Protagonistin Cora­lee (außer in Band 4 „Cora­lee und das Kel­pie-Ro­deo“) bei der Lö­sung magi­scher Pro­bleme immer ein gan­zes F.E.U.-Team zur Unter­stüt­zung ge­gönnt. Dies­mal wird die Team­stärke je­doch bis auf ein Mini­mum re­du­ziert. Wel­che Gründe das hat, er­fährt auch die Prota­gonis­tin erst nach und nach. Neben dem von der Auto­rin vor­sätz­lich re­du­zier­ten Per­so­nal fällt aller­dings auch auf, dass – hier wohl eher ohne Vor­satz – in die­sem Band auch die frech-chao­ti­sche Art der Titel­hel­din etwas auf Spar­flamme redu­ziert wurde. Und auch wenn diese Ge­schichte immer noch in der Ober­liga humo­ris­ti­scher Urban Fan­tasy ge­hört, ist es doch der bis­her schwäch­ste F.E.U.-Band. Da bleibt zu hof­fen, dass unsere Chaos-Fee im nächs­ten Band wie­der zu ihrer alten Stärke zu­rück­fin­den kann. (Immer­hin hat die Auto­rin die voraus­sicht­lichen Titel der Bände 7 bis 12 schon ver­ra­ten.)

Fazit:

Nicht der beste bisherige Einsatz der F.E.U.-Chaos-Fee Coralee, aber doch eine ge­lungene Urban Fan­tasy mit Lach-Garan­tie.

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Reprint eines Bildbands aus den 1910ern
Nähere Infos zum Buch findet ihr hier: https://rezicenter.blog/2020/01/28/bilder-aus-altbayern-reprint-eines-bildbands-von-1918/

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Schattenblut Chroniken – 1 – Mortal Immortal

Airee Jacour
Schattenblut Chroniken – 1 – Mortal Immortal

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Vampir, Werwolf & Co.

Klappentext:

Epische Dark Urban Fantasy Serie

„Mein Tod ist nur ein unerfreulicher, temporärer Zustand. Kein Grund zur Be­sorg­nis.“

Ilay ist ein Unsterblicher. Wobei, das stimmt nicht ganz. Im Sterben ist er gut. Nur nicht darin, tot zu blei­ben.

Allein, ohne Erinnerungen und geplagt von Albträumen erwacht Ilay im 12. Jahr­hun­dert.

800 Jahre später liegt seine Vergangenheit noch immer im Dunkeln, aber neue Er­in­ne­rungen, neue Er­leb­nisse haben die Leere ge­füllt. Mittler­weile hat er sich, ge­mein­sam mit sei­nem Le­bens­ge­fähr­ten, einem Wer­wolf, ein Leben in den USA auf­ge­baut.

Eines Tages bittet eine Freundin Ilay um Hilfe. Ihre Nichte ist in der Ge­walt eines Vam­pirs. Als Ge­gen­leis­tung dafür, dass er sie ge­hen lässt, soll Ilay einen frem­den Vam­pir, der durch schlam­pig durch­ge­führte Morde un­ge­wollte Auf­merk­sam­keit auf sich und die ver­bor­gene Welt zieht, be­sei­ti­gen. Das, was als ein­fache Auf­gabe be­ginnt, bringt Ilay und die, die ihm wich­tig sind, in große Ge­fahr. Die Er­eig­nisse zie­hen Kreise, die bis weit in die Ver­gangen­heit rei­chen und Ein­fluss auf die Zu­kunft haben.

Rezension:

Ilay erwacht. War er etwa schon wieder gestorben? Die Reaktion der Ge­richts­me­di­zi­nerin bringt ihn wie­der zu vol­lem Be­wusst­sein. Sie zu be­ru­hi­gen, ist nicht leicht, schließ­lich ist die Frau es nicht ge­wohnt, dass einer ihrer ‚Kun­den‘ plötz­lich wie­der mun­ter wird. Doch kaum ist die Ärz­tin über­zeugt, dass es Wesen gibt, die in ihrem Stu­dium nie er­wähnt wur­den, braucht sie Ilayas Hilfe. Ihre Nichte hat sich in einen Vam­pir ver­liebt, der sie nicht wie­der her­ge­ben will. Wird Ilay da ver­mit­teln kön­nen?

Airee Jacour wagt mit seiner Urban-Fantasy-Reihe einen Spagat, indem er durch­aus ernste The­men mit aus­ge­spro­chen ko­mi­schen Sze­nen ver­bin­det. In die­sem Auf­takt-Band führt er seine Leser erst lang­sam in die Hand­lungswelt hinein. Erst nach und nach wird die Kom­ple­xi­tät er­kenn­bar. Wäh­rend immer mehr nicht-mensch­liche Wesen ein­ge­führt wer­den – bis­her sind schon Wer­wölfe, Vam­pire, Hexen und Zom­bies auf­ge­taucht – ist die Natur des Prota­gonis­ten noch rät­sel­haft. Fest steht bis­her nur, dass der Prota­gonist Ilay (mit kur­zen Unter­bre­chungen) min­des­tens seit dem 12. Jahr­hun­dert lebt und nach sei­nen zahl­rei­chen Toten immer wie­der ge­heilt er­wacht. Was für ein We­sen er ist, ist noch ge­nau­so offen, wie die Frage, was sein eben­falls nicht nor­ma­les ‚Haus­tier‘ Izy eigent­lich ist. Die aktu­elle Haupt­hand­lung, die in den spä­ten 1980ern an­ge­sie­delt ist, wird dabei von Rück­blicken in die Ver­gangen­heit des Prota­gonis­ten un­ter­bro­chen. Ob sich die Reihe im wei­te­ren Ver­lauf wei­ter an die aktu­elle Zeit an­nä­hern wird, bleibt vor­erst offen.

Fazit:

Diese überraschend ‚andere‘ Urban-Fantasy-Idee verspricht, eine interes­sante und kom­plexe Hand­lungs­welt zu ent­wickeln.

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Lord Breakinghams Geheimnis: Ein Internatsroman

LBG Banner Sommerferien
Die Erlebnisse eines anfangs 11-jährigen Jungens, der bei Pflegeeltern aufwuchs und nur unerwartet an ein Internat kommt. Hier veränder sich sein ganzes Leben, und er muss sich einen neuen Freundeskreis aufbauen. Und dann wartet noch so manche Überraschung auf ihn …
„Lord Breakinghams Geheimnis“ ist ein Internats-, als auch ein Entwicklungsroman. Geeignet für alle Leseratten ab etwa 10 Jahren und natürlich auch für Erwachsene, die gerne an die Kindheit zurückdenken.

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Die Vier Könige – 1 – Flammenlied

Bernhard Trecksel
Die Vier Könige – 1 – Flammenlied

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Das verschwundene Volk

Klappentext:

Eine ungleiche Heldengruppe, eine welterschütternde Bedrohung und eine epi­sche Queste

Den Zwerg Gjalar, die Elfe Tanaqui, den Paladin Bowden und den Feuer­ma­gier Kato eint auf den ers­ten Blick nur eines: eine von Zwist ge­prägte Ver­gangen­heit. Eigent­lich ste­hen sie auf unter­schied­lichen Sei­ten in den viel­fäl­ti­gen Kon­flik­ten ihrer Völ­ker, doch ein ge­mein­sa­mes Inte­resse führt sie ins Dorf Dunkel­fall. Un­na­tür­liche Wald­brände ver­hee­ren dort das Land, und die un­glei­che Gruppe stößt schnell auf ein dunk­les Rät­sel, das sie tief unter die Erde in die Schmie­den der Zwerge führt. Mys­teri­öse Er­eig­nisse neh­men ihren Lauf, und die un­frei­wil­li­gen Aben­teu­rer müs­sen heraus­fin­den, wer oder was sich da­hin­ter ver­birgt, bevor der ge­samte Konti­nent dem Unter­gang ge­weiht ist.

Rezension:

Elfe, Zwerg, Paldin, Vagabund und Magier – Tanaqui, Gjalar, Bow­den, Limbo und Kato haben kaum etwas ge­mein­sam. Teil­weise sind ihre Völ­ker sogar ver­fein­det. Als je­doch stän­dig eigen­artige Wald­brände aus­brechen, die auch Fel­der ver­wüs­ten, wer­den sie zu einer un­frei­wil­li­gen Ge­mein­schaft, die sich auf die Suche nach der Ur­sache macht. Das ge­gen­sei­tige Miss­trauen ist da auch nicht gerade hilf­reich, und ge­fähr­lich wird es oben­drein.

Was Bernhard Trecksel mit der mit diesem Band beginnenden Di­logie vor­legt, kommt einer klas­si­schen High-Fan­tasy-Quest sehr nahe. Der Unter­schied zu vie­len ande­ren Ver­tre­tern die­ses Gen­res be­steht darin, dass das eigent­liche Ziel die­ser Quest den Mit­glie­dern der eher un­frei­wil­li­gen Schick­sals­ge­mein­schaft ge­nau­so un­klar ist wie dem Leser. Fest steht ledig­lich, dass das Ent­ste­hen die­ser alle Völ­ker be­dro­hen­den Wald­brände unter­bun­den wer­den muss. Wer oder was ‚der Feind‘ im Hin­ter­grund ist, ist da­ge­gen völ­lig offen. So dauert es auch einige Sei­ten, bis die Ge­schichte ‚in Schwung‘ kommt und sich zu einem rich­ti­gen Aben­teuer ent­wickelt. Der eigent­liche Geg­ner – so viel kann ich wohl ver­ra­ten – bleibt auch am Ende die­ses Ban­des noch un­be­kannt. Im Ge­gen­teil: Auf den letz­ten Sei­ten zeigt sich eine neue Par­tei, die alles sogar noch rät­sel­haf­ter macht. Selbst die Be­deu­tung der der Di­logie den Titel ge­ben­den 4 Könige bleibt vor­erst offen. Einer­seits hält das na­tür­lich die Span­nung hoch, anderer­seits würde man sich als Leser jedoch auch end­lich mal ein paar echte Ant­wor­ten wün­schen.

Zu den Stärken dieser Geschichte gehören zweifellos die interes­san­ten Cha­rak­tere, die trotz aller per­sön­lichen Ge­gen­sätze eine interes­sante Grup­pen­dy­na­mik ent­wickeln. Kei­nen von ihnen könnte man als klas­si­schen Hel­den be­zeich­nen. Alle haben auch ihre ne­ga­ti­ven Sei­ten, alle ihre schwar­zen Flecken in ihrer Ver­gangen­heit. Auf das Di­logie-Finale darf man da sicher ge­spannt sein.

Fazit:

Die unfreiwilligen Gefährten, die definitiv keine Freunde sind, sind das Salz in der Suppe die­ser un­gewöhn­li­chen Fan­tasy-Quest.

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Lord Breakinghams Geheimnis: Ein Internatsroman

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Die Erlebnisse eines anfangs 11-jährigen Jungens, der bei Pflegeeltern aufwuchs und nur unerwartet an ein Internat kommt. Hier veränder sich sein ganzes Leben, und er muss sich einen neuen Freundeskreis aufbauen. Und dann wartet noch so manche Überraschung auf ihn …
„Lord Breakinghams Geheimnis“ ist ein Internats-, als auch ein Entwicklungsroman. Geeignet für alle Leseratten ab etwa 10 Jahren und natürlich auch für Erwachsene, die gerne an die Kindheit zurückdenken.

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Dunkelschön

Eduard Freundlinger, Natali van Otterlo
Dunkelschön

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Auf der Suche nach Leandra

Klappentext:

Mit der weisen Clara und dem unerfahrenen Ben prallen zwei grund­ver­schie­dene Wel­ten auf­ein­an­der. Ge­trie­ben von tie­fen Ängs­ten und bren­nen­den Lebens­wün­schen stre­ben sie da­nach, ihre irr­wit­zige Mis­sion trotz aller Wid­rig­kei­ten um­zu­set­zen: zwei un­ver­öf­fent­lichte Ma­nu­skripte von Miguel Cer­van­tes, dem Autor von Don Qui­jote, in Spa­nien zu fin­den. Wäre da nur nicht Cla­ras Angst vor dem Drau­ßen – sie setzt seit Jah­ren kei­nen Fuß vor die Tür. Doch Ben wird zu ihrem jungen San­cho Panza, mit dem ge­mein­sam sie ihre fie­sen in­ne­ren Wind­müh­len be­kämpft. Unter einem Vor­wand über­redet Clara den 19-Jäh­ri­gen zu einem völ­lig ver­rück­ten Road­trip durch Frank­reich und Spa­nien – doch was sie nicht ahnt: Ben ver­fügt über die Le­bens­er­war­tung einer Ein­tags­fliege. Hel­den­haft kämp­fen die bei­den gegen alle Wider­stände, um am Ende der Reise etwas zu fin­den, wo­nach man nicht suchen kann …

Rezension:

Der 19-jährige Ben ‚lebt‘ auf der Station für unheilbar Kranke in einem Ber­liner Kranken­haus. Wenn sich für ihn nicht schnells­tens Spen­der­organe fin­den, hat er nur noch kurze Zeit zu leben. Als er im Inter­net ein gleich­alt­ri­ges Mäd­chen ken­nen­lernt, büxt er aus, um die­ses per­sön­lich zu tref­fen. Er trifft je­doch nur eine ältere Frau, Clara, an, die ihm er­zähl, dass seine An­ge­be­tete kurz­fris­tig nach Stras­bourg fah­ren musste. Clara über­redet Ben, ge­mein­sam dort­hin zu fah­ren, da sie selbst wegen einer Erb­schaft nach Spa­nien will. Dumm nur, dass Ben kei­nen Füh­rer­schein hat und das Auto sei­nes ver­stor­be­nen Groß­va­ters nicht mal zu­ge­las­sen ist.

Mit dieser Ausgangslage verspricht der Roman von Eduard Freund­linger und Natali van Otterlo na­tür­lich schon eine tur­bu­lente Reise, die eini­ges Chaos ver­spricht. Die Pa­ral­le­len zu Don Qui­jote fin­den sich gleich in mehr­facher Hin­sicht. Nicht nur, dass das Grab des Don-Qui­jote-Autors Miguel Cer­van­tes das eigent­liche Ziel des weib­lichen Teils des un­ge­wöhn­li­chen Prota­gonis­ten-Duos ist, wecken auch die un­glei­chen Reise­ge­fähr­ten Erin­ne­rungen an den Rit­ter und sei­nen Be­glei­ter. Genau wie ihre un­frei­wil­ligen Vor­bil­der wis­sen auch Ben und Clara nicht wirk­lich, was sie tun. Dass beide Ge­heim­nisse vor­ein­an­der haben, er­leich­tert die An­ge­le­gen­heit auch nicht.

Um wirklich in die Story hineinzufinden, brauchte ich einige Sei­ten. Dann ent­wickelte die Ge­schichte aber ihren Reiz. Un­ab­hängig von der ohne­hin schon ver­fah­re­nen Situ­ation hat der Leser immer das Ge­fühl, irgend­etwas noch nicht zu durch­schauen – und behält damit immer wie­der recht. Ob einem das doch ziem­lich über­ra­schende Ende über­zeu­gen kann, fällt dann aller­dings eher in die Kate­go­rie „Ge­schmacks­sache“. Dass man nicht unter­hal­ten wird, kann man dem Buch aber de­fi­ni­tiv nicht vor­wer­fen.

Fazit:

Ein düster-humorvoller Roadtrip mit vielen überraschenden Momen­ten und völ­lig un­er­war­te­ten Auf­klä­rungen.

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Lord Breakinghams Geheimnis: Ein Internatsroman

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Reisen im Mittelalter

Anthony Bale
Reisen im Mittelalter

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b
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Übersetzung: Karin Hielscher

Am Ende der Welt links abbiegen

Klappentext:

»Lebendig, spannend und erstaunlich. Hier erleben wir, was es heißt, in fremden Ländern unterwegs zu sein, damals wie heute«, schreibt John Arnold, Professor für Geschichte des Mittelalters in Cambridge, über »Reisen im Mittelalter«. Farbig und anschaulich erzählt der Historiker Anthony Bale, wie es war, im Mittelalter durch die Welt zu reisen.

Ob Pilgerinnen oder Kaufleute, Ritter, Mönche oder Spione – schon damals packte die Menschen die Leidenschaft für das Reisen. Getrieben von Fernweh und Abenteuerlust die einen, auf der Suche nach religiöser Erleuchtung oder Ruhm auf dem Kreuzzug die anderen. Für alle war die Reise lang und gefährlich, gute Vorbereitung und ein Reiseführer mit Tipps für Rast und Übernachtung und Hinweisen auf Gefahren waren unerlässlich.

Vom mittelalterlichen Ulm, damals ein Eldorado der Touristen, über Aachen und Köln führen uns die Reisen verschiedener Menschen bis nach Rom mit seinen wunderbaren Sehenswürdigkeiten. Von dort geht es in das schon damals von Touristen bevölkerte Venedig und nach Rhodos, Hotspot der Kosmopoliten und Adligen. Wir erkunden Konstantinopel und die heilige Stadt Jerusalem und gelangen bis in die sagenhaften Länder der Amazonen, Riesen und Fabelwesen, nach Indien, China und Tibet, nach Persien und Äthiopien, Java und Sumatra.

Ein farbiges Panorama der mittelalterlichen Welt, wie sie von Europa aus erlebt und gesehen wurde – ein Buch wie ein Roman von Umberto Eco und die ideale Lektüre für die Sommerferien. Als hochwertige Geschenkausgabe mit Vorsatzpapier und Goldfolienveredelung.

Rezension:

Reisen – da denken wir meist an Urlaub. Auch Geschäftsreisen gehören für manchen zum Alltag. Mit den Reisen, um die es in diesem Buch geht, hat das aber eher entfernt zu tun, was nicht zuletzt daran liegt, dass die hier behandelten Reisen eine ganze Reihe von Jahrhunderten zurückliegen. Ein Urlaub im heutigen Sinn war keine der erwähnten Reisen, als Geschäftsreise könnte man einige davon schon eher bezeichnen.

Anthony Bale erzählt in diesem Buch vom Reisen in vergangenen Zeiten. Gepflogenheiten, Schwierigkeiten und Unwägbarkeiten werden dabei betrachtet. Dass es dazumals schon kommerzielle Hilfestellungen für Reisende gab, war für mich eine Überraschung. Natürlich verschweigt der Autor auch die Gefahren für die damaligen Reisenden nicht.

Das Buch gliedert sich in typische Reiseziele beziehungsweise Reiseetappen der Zeit und beschreibt an Beispielen, wie so eine Reise und deren Vorbereitungen abliefen. Der Aufbau hat allerdings zur Folge, dass keine Reise im Zusammenhang geschildert wird. So wird beispielsweise erzählt, warum eine reiche Engländerin zu einer Pilgerreise aufbrach und wie die Ausstattung aussah. Dann wechselt der Fokus jedoch zu einem anderen Reisenden und dessen organisatorischen Planungen. In späteren Abschnitten, in denen es um spezielle, oft durchreiste Regionen geht, treffen wir die betreffenden Reisenden dann vielleicht wieder. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass es auch interessant gewesen wäre, die eine oder andere Reise im Zusammenhang zu verfolgen.

Während sich ein Großteil des Buches auf europäische Reisende konzentriert, die Europa oder von dort ausgehend andere Kontinente bereisten, werden gegen Ende des Buches auch Reisende aus fernen Ländern bei ihren Reisen betrachtet. In diesem Zusammenhang fällt besonders ins Auge, dass es in diesen Zeiten unabhängig von der eigenen Kultur üblich war, eigene Beobachtungen mit gehörten Gerüchten und Legenden zu verknüpfen, ohne dies eindeutig zu trennen. … womit manche mittelalterliche Reisebeschreibung schon in den Bereich der phantastischen Literatur hineinreicht.

Fazit:

Dieses Werk spricht historisch Interessierte genauso wie Leser an, deren Interesse eher im geografischen Bereich liegt.

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