Curiosity Book – 1 – The Curious Tale of Gabrielle

Zachary Chopchinski
Curiosity Book – 1 – The Curious Tale of Gabrielle

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Abenteuer in Schottland

Klappentext:
Thirteen-year-old Gabrielle was given a mysterious bracelet for her birthday. She went to bed as a normal teen but woke up in another time, as another person.
When demons appear, Gabrielle’s dream adventure turns into a nightmare. But is a nightmare adventure better than just existing in your mundane life?
Gabrielle is driven by her will to explore and see new things. When she moves to the small town of Envisage, she is drawn to a hidden antique shop and its mysterious owner. When Gabrielle is given a strange gift, she suddenly finds herself in the middle of an epic battle between good and evil. Follow Gabrielle as she ventures through the lives of many with the experience of only her own. It’s a journey through history, life, and love unlike anything that could be imagined—except perhaps by a curious young girl.

Rezension:
Die 13-jährige Gabrielle lebt seit kurzem an einem neuen Wohnort. Seit dem Tod des Vaters muss die Mutter ständig Überstunden machen, um sich und ihre Tochter zu ernähren. Eines Tages, gerade an ihrem Geburtstag, beschließt Gabrielle, sich einen der letzten Läden der kleinen Stadt, den sie noch nicht kennt, anzusehen. In dem düsteren und etwas unheimlichen Antiquariat stehen so viele alte Sachen herum, dass man dazwischen kaum durchkommt. Erst nach einigem Herumstöbern trifft Gabrielle auf die alte Inhaberin des Ladens, welche sie sogar auf eine Tasse Tee einlädt. Weil sie ein Andenken an ihren Vater vergisst, kehrt Gabirelle gleich am nächsten Tag zurück – und findet die schon teilweise verweste Leiche der Eigentümerin. Laut Polizei muss sie schon einige Zeit tot sein. Aber Gabrielle hat doch erst gestern mit der alten Frau gesprochen! Noch dazu liegt ein Armreif, über den sie gestern sprachen, zusammen mit einem Brief bereit, in welchem die Tote Gabriell diesen Armreif schenkt. Als das Mädchen schließlich völlig verstört einschläft, wird es in einem schottischen Dorf längst vergangener Zeiten wach …
Ein Jugend-Zeitreise-Fantasy-Abenteuer mit Horrorelementen – so könnte man Zachary Chopchinskis Auftaktband der Reihe um Gabirells Abenteuer wohl am ehesten beschreiben. Im Gegensatz zu dem, was man nach Lesen des Klappentextes vermuten könnte, erwartet den Leser im diesem Band jedoch als einzige die Zeitreise ins alte Schottland. Weitere werden wohl erst in den kommenden Bänden folgen.
Auch wenn die Protagonistin erst 13 Jahre alt ist, dürfte die Handlung für Leser im gleichen Alter wohl noch etwas zu hart sein. Das beginnt mit dem Fund der Leiche und setzt sich über verschiedene Erlebnisse während der Zeitreise fort. Diejenigen, die sich auf das Buch einlassen, bekommen jedoch eine sehr spannende Story geboten, die so gekonnt in Szene gesetzt wurde, dass der Leser den nächsten Twist wohl nie vorausahnen wird.
Etwas verwundert war ich zunächst von den Fußnoten, deren Inhalt sich mir nicht erschloss. Erst nach mehreren kam die Erkenntnis, dass dies Anmerkungen des Lektors sind, die zu entfernen vergessen wurde, obwohl die darin enthaltenen Hinweise zumindest teilweise in den Text eingearbeitet zu sein scheinen. Man kann diese Fußnoten beim Lesen also getrost ignorieren.

Fazit:
Nicht ganz so jungen Lesern, die vor etwas Horror sowie teilweise grober Gewalt nicht zurückschrecken, kann dieses Buch empfohlen werden.

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Fantasy-Lesebuch 4

Ingrid Pointecker (Hrsg.)
Fantasy-Lesebuch 4

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Gute Stories – wenig Fantasy

Klappentext:
Was passiert, wenn sich eine Spinne für Mythologie interessiert?
Wie sicher kann man sich auf einem vermeintlich unbewohnten Planeten fühlen?
Wo verläuft die Grenze zwischen Vorsicht und Moral bei der Eindämmung eines Virus?
Warum beginnen manche Kämpfe erst nach dem Ende einer großen Schlacht?
Wie können 13 Briefe mehr als nur ein Leben verändern?
Die Antworten auf diese Fragen finden sich in dieser Anthologie. Klassische Fantasy, Science-Fiction, Dystopisches und Gänsehautmomente laden zum Schnuppern in unterschiedliche Subgenres ein – zum Lesen, Vorlesen und Nacherzählen. Fünf AutorInnen, fünf Geschichten und eine gewagte Mischung, die viel zu schade für die Schublade wäre.

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
Im Netz – Andrea Bannert
Die singenden Bäume – Corinna Schattauer
Typ B – Mia Neubert
Die letzte Aufgabe – Jacqueline Mayerhofer
Die 13 Briefe des Paulus Marinus – Fabian Dombrowski
Eine Spinne als Heldin, Gestrandete Raumfahrer, ein grassierender Zombie-Virus, ein Machtkampf zwischen Brüdern und Geisterforschung – so bunt ist die Mischung der mittlerweile 4. Ausgabe des Fantasy-Lesebuchs. Gemeinsam ist allen 5 Kurzgeschichten, dass sie stilistisch als durchaus gelungen eingeschätzt werden müssen. Doch damit enden die Gemeinsamkeiten auch schon.
Während „Im Netz“, eine Geschichte aus der Perspektive einer intelligenten Spinne, und „Die 13 Briefe des Paulus Marinus“, wo die Ergebnisse ‚übernatürlicher Forschung‘ ausschließlich anhand von Briefen rekonstruiert werden, als Fantasy im eigentlichen Sinn aufgefasst werden können, trifft das auf die restlichen Geschichten weniger bis gar nicht zu. Bei „Die singenden Bäume“, einer SciFi-Geschichte um auf einem fremden Planeten gestrandete Raumfahrer, kann man die Entdeckung der Protagonisten eventuell noch als Fantasy einstufen, bei „Typ B“, einer Apokalypse nach Ausbruch eines Zombie-Viruses, tue ich mich allerdings schwer, dies noch als Fantasy zu betrachten. Spätestens bei „Die letzte Aufgabe“, einem historischem Abenteuer um verfeindete Brüder, ist jedoch keine Spur des Fantasy-Genres mehr zu entdecken. Im Gegensatz zu den anderen Beiträgen, die man zumindest noch unter Phantastik verbuchen kann, trifft selbst dies hier nicht zu. Auch wenn im Klappentext von „klassische Fantasy, Science-Fiction, Dystopisches und Gänsehautmomente“ gesprochen wird, passt diese Mischung nicht wirklich zum Titel „Fantasy-Lesebuch“.
Um nicht missverstanden zu werden: Die einzelnen Kurzgeschichten sind für sich genommen ausnahmslos gelungen und gut zu lesen. Meine Kritik bezieht sich ausschließlich auf die durch den Titel suggerierte Genre-Zuordnung. Unter einem solchen Titel sollten Herausgeberin und Verlag bei einer eventuellen nächsten Ausgabe doch etwas mehr auf zum Genre passende Beiträge achten.

Fazit:
Eine Anthologie mit gelungenen Beiträgen – doch Fantasy sind diese leider nur zum (kleinen) Teil.

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Sherlock Holmes und der Vampir im Tegeler Forst

Wolfgang Schüler
Sherlock Holmes und der Vampir im Tegeler Forst

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Eine Jagd durch die Jahrzehnte

Klappentext:
Schwarze Schatten, weiße Gesichter, rotes Blut – Mord am Set von »Nosferatu«
In seinem Cottage in Sussex verfasst Sherlock Holmes seine Memoiren. Aber es sind nicht nur Erfolgsgeschichten, auf die er zurückblicken kann. Im Laufe der Jahre entwischte ihm auch der größte Verbrecher seiner Zeit, den die Welt als irren Serienmörder kennt: Jack the Ripper! Nun fordert der gnadenlose Verbrecher seinen Widersacher Holmes ein letztes Mal heraus.
Eine blutige Spur führt nach Deutschland, zu den Dreharbeiten von »Nosferatu« in Berlin. Dort sind die Pioniere der Filmkunst mit der Umsetzung von Bram Stokers Roman »Dracula« befasst. Aber ein grausamer Mörder dezimiert das Filmteam nach Art der blutsaugenden Vampire. Im Tegeler Forst, in den Filmateliers in Berlin-Johannistal, in der Hafenstadt Wismar und in den Karpaten jagen Holmes und Watson nun den wahren »Vampir«, der hinter den bizarren Morden steckt.

Rezension:
Schon lange haben sich Holmes und Watson zur Ruhe gesetzt, als letzterer plötzlich Besuch von seinem alten Freund bekommt. Der Massenmörder, den die Öffentlichkeit als Jack the Ripper kennt und der ihm damals mehrfach entwischen konnte, fordert Holmes regelrecht zu einem letzten indelektuellen Duell heraus. Natürlich ziert sich Dr. Watson nicht lange und begleitet Holmes nach Berlin, wo der Ripper im Umkreis der Dreharbeiten zum Vampirfilm „Nosferatu“ zu suchen ist. Es dauert nicht lange, bis hier wirklich ein Mord passiert, der nicht der letzte bleiben wird.
Dem Autor Wolfgang Schüler muss bescheinigt werden, ‚seine Hausaufgaben‘ gemacht zu haben. Die interessanten historischen Hintergründe sind sorgfältig recherchiert und eng mit der fiktiven Handlung verwoben. Leider konnte er jedoch der Versuchung nicht widerstehen, seinen Lesern möglichst viele dieser Hintergründe detailliert darzubieten. So bestehen größere Abschnitte, teilweise ganze Kapitel nur aus solchen Erklärungen, was dann jeweils weit von der eigentlichen Detektivgeschichte abführt. Auch sonst werden ganze Kapitel aus der Sicht eines Erzählers erzählt, was für die originalen Sherlock-Holmes-Erzählungen Arthur Conan Doyles untypisch ist. So kommt das typische Holmes-Feeling nur in den Teilen des Buches auf, die die Erinnerungen Dr. Watsons wiedergeben. Das schmälert für der Sherlock-Holmes-Fan das Vergnügen an dieser ansonsten gut konstruierten Kriminalgeschichte leider etwas. Freunde historischer Detektivgeschichten, die keinen großen Wert auf einen typischen Holmes legen, dürften an diesem Fall jedoch ihre Freude haben.

Fazit:
Eine spannende Verbrecherjagd mit Sherlock Holmes und Dr. Watson, bei der jedoch nur selten das typische Sherlock-Holmes-Feeling aufkommt.

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Hexenfeuer – Lodernder Hass

Marcel Weyers
Hexenfeuer – Lodernder Hass

St,rSt,rSt,rSt,bSt,b

Die Anfänge der Hexenjagd

Klappentext:
Mein Name ist Elizabeth Willows. Ich bin eine Hexe. Verraten und verstoßen von allen Wesen dieser Welt, baue ich mir mein eigenes Leben in Salem auf. Doch egal wie sehr ich mich auch bemühe, mir Gleichgesinnte zu erschaffen, ich werde immer wieder enttäuscht. Jetzt nehme ich mein Schicksal selbst in die Hand und kreiere mir eine Welt nach meinen Vorstellungen. Die Menschen, die mich verletzt haben, sollen brennen!

Rezension:
Die Hexe Elizabeth Willows erzählt von ihrer Ankunft in der Neuen Welt, wo es sie und ihre Familie nach Salem verschlägt. Doch wegen ihrer besonderen Begabung will selbst ihre Familie nicht viel von ihr wissen – und der Mann, den sie liebt, wird zum erbitterten Hexenjäger.
Wie der Autor Marcel Weyers ausdrücklich beton, handelt es sich bei dieser und mehreren anderen „Hexenfeuer“-Stories um kurze Hintergrundgeschichten zur „Raben“-Saga – welche ich zugegebenermaßen nicht kenne. Leider werden die Gründe für Elizabeths Menschenhass hier nicht wirklich deutlich. Eventuell werden diese als aus der Hauptreihe her bekannt vorausgesetzt. Ohne deren Kenntnis ist diese Kurzgeschichte lediglich ein sehr geraffte Erlebnisbericht einer jungen Frau, die sich innerhalb relativ kurzer Zeit zu eine menschenhassenden Furie entwickelt, der es nichts ausmacht, über Leichen zu gehen.

Fazit:
Eine Hintergrundgeschichte, die wenig Hintergründe bietet und wohl nur für Kenner der „Raben“-Saga von Interesse ist.

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Der Traum von New Providence

Ann-Kathrin Speckmann
Der Traum von New Providence

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Auf der Flucht

Klappentext:
Anne feiert ihren 12. Geburtstag. Alles fängt wunderbar an, doch dann stiehlt ihr kleiner Bruder Julien ihr die Show. Auf einmal interessieren sich ihre Eltern nur noch für seine ersten Schritte. Anne soll mit ihrer Freundin picknicken gehen. Doch darauf hat sie überhaupt keine Lust. Stattdessen sieht sie sich am Hafen Charleston ein neues Schiff an. Dabei belauscht sie zwei Matrosen, denen das gar nicht gefällt.
Eine Kurzgeschichte aus der Kindheit der berühmten Piratin Anne Bonny. Gleichzeitig handelt es sich um die Vorgeschichte zu den Romanen „Anne Bonny – Piratenleben“ und „Anne Bonny – Piratengeheimnis“.

Rezension:
Anne hat es satt, dass ihre Stiefmutter sie zu einem ‚richtigen‘ Mädchen erziehen will. Als dann auch noch ihr kleiner Halbbruder gerade an ihrem Geburtstag aufrecht zu gehen beginnt und damit die ganze Aufmerksamkeit ihrer Eltern auf sich zieht, läuft sie heimlich zum Hafen, um sich ein großes Schiff anzusehen.
Ann-Kathrin Speckmanns Kurzgeschichte blickt in die fiktive Kindheit der später bekannten (realen) Piratin Anne Bonny. Das Mädchen sehnt sich nach Abenteuern und hat überhaupt kein Interesse daran, zu einer ‚Dame‘ erzogen zu werden. Allerdings macht sie die Erfahrung, dass sie in der rauen Umgebung des Hafens nur eine Chance hat, wenn sie sich erfolgreich gegen erwachsene Männer durchsetzen kann.
Diese interessant geschriebene Geschichte dient wohl hauptsächlich dazu, das Interesse des Lesers an den beiden Anne-Bonny-Bücher der Autorin zu wecken. Mit Erfolg, muss man sagen, denn Annes kurzes Abenteuer macht eindeutig Lust auf mehr.

Fazit:
Ein kurzes historisches Jugend-Abenteuer vor realem Hintergrund, dass reichlich Potential für die folgenden Bücher erwarten lässt.

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Ein Fall für Wells & Wong – 2 – Teestunde mit Todesfall

Robin Stevens
Ein Fall für Wells & Wong – 2 – Teestunde mit Todesfall

(Übersetzung: Nadine Mannchen)

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Das Arsen ist angerichtet

Klappentext:
Hazel verbringt die Ferien bei Daisys Familie in Fallingford. Zu Daisys Geburtstag reist die gesamte Verwandtschaft an – von der exzentrischen Tante Saskia bis zum schneidigen Onkel Felix. Nur der zwielichtige Mr Curtis passt nicht so recht ins Bild. Er scheint etwas im Schilde zu führen.
Doch als Mr Curtis vor den Augen aller vergiftet wird, ist klar, dass einer der Gäste der Mörder ist. Während ein Sturm die Verdächtigen im Haus und die Polizei draußen hält, ermittelt Detektei Wells & Wong in ihrem zweiten Fall, diesmal im Kreis der eigenen Familie. Bei so vielen dunklen Geheimnissen wirkt Fallingford auf einmal gar nicht mehr so heimelig.

Rezension:
Wie bereits die Weihnachtsferien verbringt Hazel auch die Osterferien bei Daisys Familie. Da auch Daisys 14. Geburtstag in die Ferien fällt, kommen zu diesem Anlass übers Wochenende noch diverse andere Personen zu Besuch. Neben Freundinnen aus dem Internat und Verwandten besitzt ihre Mutter jedoch die Dreistigkeit, vor den Augen der gesamten Familie auch ihren Liebhaber einzuladen. Außer ihr findet jedoch niemand diesen Mr Curtis sympathisch. Im Gegenteil, vermutet Daisy doch schon bald, dass der es mehr auf die Wertgegenstände im Haus als auf ihre Mutter abgesehen hat. Bevor Daisy und Hazel das jedoch nachweisen können, stirbt Mr Curtis. Offenbar wurde er vergiftet. Leider hat fast jeder Anwesende Motive für die Tat, und da eine Überschwemmung das Haus vorübergehend von der Außenwelt abgeschnitten hat, gibt es für Wells & Wong viel zu tun – auch wenn die meisten der Verdächtigen Daisys Angehörige sind.
Wie bereits im 1. Band der „Wells & Wong“-Reihe, „Mord ist nichts für junge Damen“, erinnert der Aufbau auch hier wieder sehr an klassische britische Detektivgeschichten. Auch wenn Daisy Hazel öfters mit „Watson“ anspricht, sind die Parallelen zu Agatha Christies Miss-Marble-Geschichten jedoch deutlich ausgeprägter als zu Arthur Conan Doyles Sherlock-Holmes-Stories. Der grundlegendste Unterschied liegt jedoch im Alter der Detektivinnen. Daisy und Hazel trennen hier einige Jahrzehnte von ihren Vorbildern. Handelte der Vorgänger noch am Internat, dass die beiden Mädchen besuchen, und damit auf relativ neutralem Boden, ereignet sich diese Tat mitten im herrschaftlichen Anwesen der Wells’. Dabei versteht es die Autorin Robin Stevens, das aus den diversen Büchern und Verfilmungen vertraute Ambiente des wohlsituierten alten Englands lebendig werden zu lassen. Die Welt, in der Daisy und Hazel ermitteln, kommt einem sofort irgendwie vertraut vor. Hinzu kommt, dass der Fall so intelligent konstruiert ist, dass es wohl keinem Leser gelingen dürfte, die wahren Zusammenhänge frühzeitig zu erraten. Und trotzdem erscheint einem – wenn man die Lösung erst mal kennt – alles logisch.
Nach den gelungenen beiden bisher auf Deutsch erschienenen Bänden kann man nur hoffen, dass auch die weiteren Abenteuer der beiden jungen Hobby-Detektivinnen baldmöglichst übersetzt werden.

Fazit:
Daumen hoch! Die Abenteuer von Wells & Wong haben das Zeug zur Kultreihe.

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Frost & Payne – Band 6: Chop Suey

Luzia Pfyl
Frost & Payne – Band 6: Chop Suey

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Die Bombe platzt

Klappentext:
Der Maskenball des Dukes wird zum Schauplatz einer brutalen Geiselnahme. Die Terroristen verbreiten Angst und Schrecken unter den Gästen. Sie haben nur ein Ziel: Duke Alfred soll zwei Männer aus dem Gefängnis holen und ebenso begnadigen, wie er kurz zuvor Frost und Payne begnadigt hat.
David, grün und blau geprügelt nach einem Fluchtversuch, will nicht aufgeben. Entweder schafft er es, den Keller seines Peinigers zu verlassen, oder er nimmt sich das Leben. Doch er findet etwas, womit ihm die Flucht diesmal endlich gelingen könnte.
Während Frost und Payne gegen eine tickende Zeitbombe und Terroristen kämpfen, breiten sich überall in den von den Dragons kontrollierten Vierteln Unruhen aus. Alles läuft auf einen einzigen Punkt zu: überleben oder sterben.

Rezension:
Am Ende des vorhergehenden Teils hatte der Erschaffer der mechanischen Kinder auf dem Ball des Dukes Frost erkannt. Doch bevor er aktiv werden kann, wird der Ball von Unbekannten überfallen und alle Anwesenden als Geiseln genommen. Frost und Payne sind mittendrin. Werden sie dieser Situation heil entkommen können? Auch bei den Dragons spitzt sich die Situation zu. Wird Madame Yueh ihre Position behaupten können?
Luzia Pfyl folgt in ihrer „Frost & Payne“-Reihe weiter dem mittlerweile eingespielten Schema, wobei die Handlung in rascher Folge zwischen den verschiedenen Schauplätzen wechselt. Während der Leser das Überleben der beiden Hauptprotagonisten natürlich voraussetzen kann – sonst wäre die Reihe ja beendet –, kann er beim Machtkampf der Dragons nicht vorhersehen, wie dieser ausgehen wird. Wirklich erwähnenswerte Auflösungen bekommt er in dieser Staffelhalbzeit jedoch nicht geboten. Stattdessen wird in diesem Band viel Raum für die Vorbereitung des (voraussichtlichen) Hauptthemas der kommenden Staffelhälfte verwendet. Auch wenn die vielen offenen Fäden die Spannung aufrechterhalten, wären langsam mal ein paar echte Antworten erstrebenswert. Wenn diese ausbleiben, könnte das für den Leser tendenziell ermüdend wirken.

Fazit:
Die „Frost & Payne“-Reihe bleibt weiterhin spannend. Antworten lassen jedoch weiter auf sich warten.

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Die Tochter des Uhrmachers

Kirsten Weiss
Die Tochter des Uhrmachers

(Übersetzung Gabriele Westphal)

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Das Geheimnis des Journals

Klappentext:
Mit Volldampf voraus.
Kalifornisches Territorium, 1848. Gold wurde entdeckt, und ein Dorf namens San Franzisco ist wie leergefegt, weil alle Männer dem Rausch verfallen den Ort verlassen haben. Dampfbetriebene Technologie steckt noch in den Kinderschuhen.
Die neunzehnjährige Engländerin Sensibility Grey hat ihre Kindheit und Jugend damit verbracht, im Labor ihres Vaters zu spielen und dabei die feine englische Lebensart verpasst. Aber als ihr Vater völlig verarmt stirbt, wird sie nach San Franzisco in die Obhut eines Onkels geschickt, den sie noch nie im Leben gesehen hat.
Das kalifornische Territorium hält so viele Gefahren bereit, dass selbst die unbezähmbare Miss Grey an ihre Grenzen stößt. Verfolgt von Regierungsagenten, einem Geheimbund und dem rätselhaften Mr. Night muss Sensibility die seltsamen Aufzeichnungen ihres Vaters entziffern, nicht ahnend, dass sie damit die Welt für immer verändern wird.
Zauber, Zorn und Zerstörung. DIE TOCHTER DES ERFINDERS ist ein Pre-Steampunk-Roman voller Spannung, der im kalifornischen wilden Westen zur Zeit des Goldrausches spielt.

Rezension:
Nach dem Tod ihres Vaters reist Sensibility zu ihrem ihr unbekannten Onkel nach California. Ohne Mutter ist sie nie als feine Dame erzogen worden, sondern hat viel von der Arbeit ihres Vaters als Uhrmacher und Erfinder gelernt. Doch als das Schiff in San Franzisko (diese Schreibweise wird im kompletten Buch verwendet) ankommt, ist die Stadt beinahe männerlos, denn in den Bergen wurde kürzlich Gold gefunden. Fast ausschließlich Frauen, Kinder und verlassene Schiffe gibt es hier noch. Von Sensiblilitys Onkel ist keine Spur zu finden. Dafür scheinen auffallend viele andere Leute zu wissen, wer sie ist, und sie schon zu erwarten. Alle diese machen ihr mehr oder weniger offen klar, dass sie die Aufzeichnungen ihres Vaters – eine der wenigen Dinge, die sie vor seinen Gläubigern Retten konnte – wollen. Schon bald weiß Sensibility nicht mehr, wem sie vertrauen kann, gehen die verschiedenen ‚Interessenten‘ doch nicht gerade auf die ‚vornehme englische Art‘ vor. Und ihr Onkel ist deren Geisel.
Worum handelt es sich bei „Die Tochter des Uhrmachers“? Am besten könnte man dieses Buch wohl als ein Steampunk-Western-Abenteuer mit Fantasy-Elementen bezeichnen, wobei Steampunk und Western abwechselnd in den Vordergrund treten, während die Fantasy eher eine Nebenrolle spielt. Gerade dieser Genre-Mix, der in keine Schublade so richtig hineinpasst, macht den Reiz dieses Buches aus. Wird die junge Frau in dem Land, das nicht mehr spanisch/mexikanisch, aber auch noch nicht so richtig US-amerikanisch ist, die richtigen Entscheidungen treffen? Wird sie den richtigen Leuten vertrauen? Und was steckt eigentlich wirklich hinter den Aufzeichnungen ihres Vaters? All diese Fragen garantieren viel Spannung. Zusammen mit dem gelungenen Handlungsaufbau und einem gut lesbaren Schreibstil entsteht so eine gelungene Story für alle Leser, die auch mal die Grenzen ihres Lieblingsgenres überschreiten können. Hinzugefügt sei, dass die Autorin viel Wert auf historische Genauigkeit (abgesehen natürlich von den Steampunk- und Fantasy-Elementen) legt und auf bewusste Abweichungen im Nachwort ausdrücklich hinweist.
Im englischen Original, wo der Titel „Steam and Sensibility“ lautet, gibt es bereits 2 weitere Teile um Sensibility Greys Abenteuer. Somit bleibt nur zu hoffen, dass diese demnächst auch auf Deutsch erscheinen.

Fazit:
Steampunk, Western, Adventure und Fantasy – und das alles im selben Buch. Wer eine solche Mixtur mag, sollte diesem Buch einen Blick gönnen.

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Das Amulett des Trebeta

Marie Gräff
Das Amulett des Trebeta

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Allein unter Geistern

Klappentext:
Von einem Mädchen, das keine Lust hatte, tot zu sein.
Einer Wette mit Gott.
Und dem, was geschieht, wenn Gott dem Schicksal ein Schnippchen schlägt.
Die Eifel im Februar 1817: Dorftrottel Willy bekommt unerwarteten Besuch. Sie heißt Helene, ist tot – und sie hat einen Plan. Mit Willys Hilfe will sie in ihre Heimatstadt Trier zurückkehren, um dort eine Wette mit Gott zu gewinnen.
Für den jungen Willy beginnt das Abenteuer seines Lebens. Hin- und hergerissen zwischen aufdringlichen Geistern, finsteren Prophezeiungen und dem Versuch, die Wette zu gewinnen, muss er seine ganz eigenen Kämpfe bestehen. Und sich immer wieder einer Frage stellen: Hat er die Macht, das Schicksal zu verändern, oder ist alles bereits seit Urzeiten vorbestimmt?
Historische Phantastik mal ganz anders: Frech, unkonventionell, packend. Und mit einem originellen Erzähler: Gott selbst.

Rezension:
Ein verregnetes Jahr und ein strenger Winter führen zu einer Hungersnot in der Eifel des frühen 19. Jahrhunderts. Als der Bauernjunge Willy im Wald nach Eicheln sucht, damit er und seine Familie nicht verhungern, trifft er unerwartet auf den Geist eines Mädchens namens Helene. Dieser ist überzeugt, wieder ins Leben zurückkehren zu können, wenn er eine Wette mit Gott höchstpersönlich gewinnt. Da es aber nur sehr wenige Menschen mit der Gabe, Geister sehen und hören zu können, gibt, überredet Helene Willy, sie nach Trier zu begleiten, denn genau dort müssten sie gemeinsam das Schicksal ändern, um die Wette zu gewinnen. Nach anfänglichem zögern stimmt Willy zu, denn aus Trier kam auch das letzte Lebenszeichen seines vor Jahren verschwundenen Vaters.
Alles in allem erscheint dies als ein recht ungewöhnliches Setting für einen Fantasy-Roman. Um es aber gleich vorwegzunehmen: Es funktioniert. Willy und Helene, die zunächst nur eine Zweckpartnerschaft eingehen, respektieren sich im Laufe des gemeinsamen Abenteuers immer mehr. Natürlich läuft sowohl Helenes Versuch, das Schicksal zu verändern, als auch Willys Suche nach dem Grab seines Vaters völlig anders als erwartet. Auf den Leser wartet so manche überraschende Wendung, kommt doch auch noch ein alter Wächter, der ein gefährliches Geheimnis zu hüten hat, ins Spiel. Marie Gräffs Geschichte kann den Leser nicht zuletzt durch diese Überraschungen fesseln. Lediglich die eingestreuten Zwischenkapitel, in denen Gott persönlich die Geschehnisse ironisch kommentiert, tragen zur Handlung, die sich grob an einer alten Trierer Sage orientiert, nicht viel bei und unterbrechen diese eher unnötig.

Fazit:
„Das Amulett des Trebeta“ ist ein eher ungewöhnliches Fantasy-Abenteuer, das seinen eigenen Reiz abseits des Mainstreams besitzt.

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Die Mississippi-Bande

Davide Morosinotto
Die Mississippi-Bande

Übersetzung Cornelia Panzacchi

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Die kaputte Taschenuhr

Klappentext:
Alles begann mit dem Mord an Mr. Darsley. Oder vielleicht auch nicht. Wenn ich es mir recht überlege, begann es eigentlich ein paar Wochen zuvor. An dem Nachmittag, als wir durch die Sümpfe des Bayou paddelten, um ein paar Fische zu fangen. Was wir stattdessen fingen, war eine verbeulte Blechdose, in der drei Dollar lagen. Drei Dollar! Dafür würden wir uns etwas im Katalog bestellen. Noch ahnten wir nicht, dass wir mit dieser Bestellung das größte Abenteuer unseres Lebens auslösen würden …

Rezension:
Te Trois, wie Peter als 3. Sohn von allen gerufen wird, lebt mit seinen Brüdern und seiner verwitweten Mutter in den Bayous, der Sumpfwildnis in der Umgebung New Orleans’. Seine besten Freunde sind Eddie, der Sohn des örtlichen Arztes, und Julie, deren Mutter oft ‚Besuch‘ von fremden Männern bekommt, worin auch der Grund liegt, dass ihr kleiner Bruder Tit schwarz ist. Wegen deren unmoralischen Mutter ist es Te Trois und Eddie eigentlich auch verboten, Umgang mit Julie zu pflegen. Doch das hindert die 3 Freunde – 4, wenn man Tit mitzählt – natürlich nicht daran, möglichst viel Zeit zusammen in den Sümpfen zu verbringen. Beim Angeln ‚fangen‘ sie eine Blechbüchse mit 3 Dollar darin. Insbesondere für Te Troi und Julie ein unvorstellbares Vermögen! Sie beschließen, sich aus einem Versandhauskatalog gemeinsam einen Revolver samt Munition zu bestellen. Als das Päckchen endlich ankommt, liegt darinnen jedoch nur eine kaputte Taschenuhr. Nachdem ein Fremder versucht, ihnen diese Uhr zuerst mit Tricks und schließlich sogar mit Waffengewalt abzunehmen, beschließen die Freunde, persönlich das Versandhaus in Chicago aufzusuchen – eine Reise von über 800 Meilen Luftlinie, und das fast ohne Geld! Zu dem Zeitpunkt ahnen sie nicht, dass das ganze mit einem alten Mordfall zusammenhängt.
Mit dem Setting im Umfeld des Mississippis erinnert Davide Morosinottos Jugendabenteuer an Tom Sawyers und Huckleberry Finns Abenteuer. Das ist natürlich kein Zufall und wird durch die künstlerisch hochwertige Gestaltung des Covers noch unterstützt. Ein Schriftsteller namens Mark Twain wird während der Flussreise der Freunde sogar am Rande erwähnt. Das Abenteuer der Misssissippi-Bande ist jedoch völlig eigenständig und bedient sich ansonsten kaum an Elementen des Vorbildes. Während Huckleberry bei Mark Twain eigentlich nur auf der Flucht ist, haben die Freunde hier ein konkretes Ziel.
Te Trois und in noch größerem Maße Julie und ihr kleiner Bruder stammen aus sozial zerrütteten Verhältnissen. Ihnen fällt es nicht schwer, ihre Heimat, die speziell Julie keine wirkliche Heimat ist, hinter ich zu lassen. Ihr Freund Eddie, der als einziger ein ‚richtiges‘ Elternhaus hat, schließt sich ihnen hauptsächlich aus Forscherdrang an. Die verschiedenen Abschnitte des Abenteuers werden dabei jeweils aus dem Blickwinkel eines der Freunde erzählt, was auch an den an die Interessen des jeweiligen Erzählers angepassten Kapitelbildern deutlich wird. Dabei kann die Geschichte ihren Leser von Anfang an fesseln, kann doch auch dieser die Zusammenhänge nicht so schnell erkennen.
Die auch stilistisch sehr gut verfasste, interessante Story, hätte eigentlich 5 Sterne verdient, wenn … ja, wenn da nicht das letzte Kapitel, das praktische einen Epilog darstellt, wäre. Dieses handelt mehr als 6 Jahrzehnte nach der abenteuerlichen Reise. Darin erfährt der Leser zwar, was aus den Freunden im Laufe ihres Lebens wurde, das Ende des eigentlichen Abenteuers wird darin jedoch nur in Kurzform und noch dazu unvollständig erzählt. Viele Fragen – wie zum Beispiel ob der Mörder eigentlich zur Rechenschaft gezogen wurde – bleiben unbeantwortet. Somit muss man leider feststellen, dass dieses misslungene Ende das ansonsten sehr gute Buch in gewisser Hinsicht etwas ruiniert. Schade. Der Rest des Buches ist es aber trotzdem wert, gelesen zu werden. Denn der ist wirklich gut.

Fazit:
„Die Mississippi-Bande“ ist ein gelungenes Jugendabenteuer in einem fast schon nostalgischen Setting – mit leider etwas schwachem Ende.

Blick ins Buch

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