Verborgene Wesen IV

Iolana Paedelt, Ralf Kor, Laura Noll, Detlef Klewer, Thorsten Schmidt
Verborgene Wesen IV

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Keine lieben ‚Tierchen‘

Klappentext:
Verborgen vor dem Menschen und der wissenschaftlichen Entdeckung existieren auf unserer Welt noch Wesen, die man allenfalls dem Reich der Mythen und Legenden anrechnet. Wesen, die sich erfolgreich in einer Welt behaupten, die von Menschen dominiert wird. Einige sehr zurückgezogen in entlegenen Lebensräumen, andere verbreiten unter den Menschen Angst und Schrecken, um sich gegen diese zu verteidigen.
Folgen Sie den Autoren, wenn sich diese auf die Fährte dieser verborgenen Wesen begeben.

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
„Jonah“ von Iolana Paedelt
„Süßes Blut“ von Ralf Kor
„Der Camazotz“ von Laura Noll
„Auf der Suche nach dem Oingobonk“ von Detlef Klewer
„Der Hügel“ von Thorsten Schmidt
Ob in den Tiefen des Ozeans, in der Umgebung des eigenen Wohnortes oder sogar im eigenen Garten, überall stoßen die Protagonisten der hier versammelten Kurzgeschichten auf sagenhafte Wesen. Gemeinsam ist all diesen ‚Tierchen‘, dass sie den sie begegneten Menschen nicht besonders freundlich gesinnt sind. So verwundert es nicht allzu sehr, dass 4 der in dieser Anthologie enthaltenen 5 Kurzgeschichten einen eher negativen Ausgang haben. Welches Zusammentreffen zu einem positiven Ausgang führt, wird hier natürlich nicht verraten.
Den Autoren gelingt es überwiegend, weniger bekannte kryptozoologische Tiere als Antihelden ihrer Geschichten ‚zu engagieren‘. Abgesehen von der Seeschlange waren mir alle vorkommenden Fabelwesen bisher unbekannt. Auch sonst waren mir die zugrundeliegenden Ideen weitgehend neu – etwas, was man im (Urban-)Fantasy-Genre nicht sehr oft behaupten kann. Der einzige erwähnenswerte stilistische Fehlgriff, der auffällt, ist, dass eine der Kurzgeschichten aus der Ich-Perspektive eines Protagonisten erzählt wird, der am Ende stirbt. Wie konnte er dann von seinen Abenteuern inklusive dem eigenen Tod berichten?

Fazit:
Diese Urban-Fantasy-Anthologie mit zahlreichen Horror-Elementen bewegt sich überwiegend abseits ausgetretener Pfade.

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Saramee – Sammelband 1 – Kronn und der Atem des Todes

Markus K. Korb, Martin Hoyer
Saramee – Sammelband 1 – Kronn und der Atem des Todes

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Das Ränkespiel der Räte

Klappentext:
Die Stadt Saramee – ein Schmelztiegel von Abenteurern, Glücksrittern, Vertriebenen und verlorenen Existenzen auf der Suche nach einem neuen Weg zum Leben, Ruhm, Reichtum und einen Neuanfang. Doch werden sie ihr Glück in Saramee finden?
Sein Name ist Kronn und für einen anständigen Sold erledigt er die gefährlichsten Aufträge.
Doch der finstere Schatten, der sich über die freie Handelsstadt Saramee legt, fordert nicht nur einen starken Arm sondern auch Gerissenheit und Intelligenz. Seine Gegner sind nicht nur Piraten, uralte Monster, fanatische Wesen – auch die Politiker Saramees gehen für den Erhalt ihrer Macht über Leichen.
Kann der stolze Krieger das Geheimnis des Roten Todes trotz aller Widrigkeiten lösen?

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
Markus K. Korb: Turm der Fallen
Markus K. Korb: Die Sekte der Gottlosen
Markus K. Korb: Der vergessene Friedhof
Martin Hoyer: Nachtleben

In Saramee leben Menschen und verschiedene menschenähnliche Wesen mehr oder weniger friedlich zusammen. Meist bestimmt der Unterschied zwischen Arm und Reich, zwischen einflussreich und unbedeutend das Leben stärker als die Zugehörigkeit zu einer bestimmten humanoiden Art. In dieser Stadt versucht auch Kronn über die Runden zu kommen. Meist verdingt er sich als Söldner, doch auch als Glücksjäger und Schatzsucher versucht er sich immer wieder. Dabei gerät er auch ins Blickfeld der Einflussreichen. Doch bietet sich ihm hier eine Chance, oder soll er nur ausgenutzt werden? Da Kronn jedoch gerade nichts besseres vorhat, beschließt er, es herauszufinden.
Saramee – hört sich der Name der Stadt nicht irgendwie orientalisch an? Mag sein, doch die titelgebende Stadt dieser Kurzgeschichtenreihe liegt in einer Fantasywelt, die keine deutlichen Anleihen an irgendeiner realen Weltgegend nimmt. Hier gibt es außer Menschen zwar auch diverse andere intelligente Wesen, jedoch weder Zauberei noch ‚die üblichen Verdächtigen‘ wie Kobolde, Vampire oder Werwesen.
Dieser Sammelband, der meinen (Beinahe-)Erstkontakt zur Welt von Saramee darstellt, bündelt die Geschichten, in denen der Charakter Kronn die Hauptrolle spielt. Die Reihenfolge, in der die einzelnen Beiträge im Buch erscheinen, ist die der chronologischen Ereignisse, aber anscheinend nicht die, in der die Kurzgeschichten ursprünglich veröffentlicht wurden. Während sich die 3 Stories aus der Feder Markus K. Korbs fast gänzlich auf den Hauptprotagonisten konzentrieren, nehmen in Martin Hoyers Beitrag zu dieser Sammlung auch andere Personen eine handlungstragende Rolle ein. Speziell Ralec könnte in seinem neuen Amt für einiges Durcheinander sorgen, aber auch Amata dürfte sich, falls sie in weiteren Geschichten vorkommt, zu einer interessanten Persönlichkeit entwickeln. Vielleicht liegt es genau in diesen interessanten ‚Nebenfiguren‘ begründet, dass „Nachtleben“ mich am meisten für sich gewinnen konnte.
Aufgelockert wird der Text durch ein paar Zeichnungen von Chris Schlicht. Allerdings sieht sein Kronn deutlich anders aus als der, den ich mir beim Lesen vorstelle.
Insgesamt betrachtet machen die hier zusammengestellten Geschichten Lust auf weitere Abenteuer aus Saramee. Speziell Ralec und Amata würde ich gerne wiedersehen beziehungsweise wiederlesen.

Fazit:
Dieser Schnupper-Tauchkurs in die Welt Saramees weckt das Interesse an den restlichen Kurzgeschichten aus dieser Welt.

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FanZauber ~ Autoren entführen dich in ihre Welt

Annika Bützler, Jeanette Lagall, Daniel Möller, Agnes M. Holdborg, Kathrin Schröder, R.P. Hochkogler, Sabine Hentschel, Robin Lang, Curly Glander
FanZauber ~ Autoren entführen dich in ihre Welt

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Von allem etwas

Klappentext:
Jetzt wird es zauberhaft. Gar magisch und ebenso tierisch vergnügt. Folgt der FanZauber Familie an einen zauberhaften Ort unterhalb des Meeresspiegels und erlebt einen humorvollen vierten Frühling. Entdeckt, dass Liebe keine Grenzen kennt und Freundschaft überall zu finden ist. Stellt fest, dass man sich jederzeit verlieben kann, auf so unterschiedlichen Ebenen, und dass scheinbar wehrlose Kinder bösen Mächten trotzen können. Geht mit Zauberwesen, Elfen oder Zwerg Nase auf Reisen und macht euch auf die Suche nach legendären Schätzen. Erlebt, wie auch Machos sich unsterblich verlieben können, und dass das Leben ohnehin die schönsten Liebesgeschichten schreibt. Hier treffen Genres, wie Märchen, Romantik und Fantasy, aufeinander und ergeben einen wunderbaren Geschichten-Zauber.

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
Ein zauberhafter Ort – Annika Bützler
Aller guten Dinge sind fünf! – Agnes M. Holdborg
E.V.A – Liebe auf hohem Level – Daniel Möller
Der Zauber des Lebens – Sabine Hentschel
Alle seine Farben – Robin Lang
Der Alte Zauberer und seine Kinder – Kathrin Schröder
Reisefieber – Agnes M. Holdborg
Der Schatz des Holm – R. P. Hochkogler
Ein Wettkampf für die Liebe – Sabine Hentschel
Neulich bei Hollie´s – Curly Glander
Der Zauberer Wettkampf – Kathrin Schröder
Das Herz der Stadt – Jeanette Lagall
Zwerg Nase – Kathrin Schröder
In dieser Anthologie stellen sich Autoren ihren (potenziellen) Lesern vor. Im Gegensatz zu vielen anderen Kurzgeschichtensammlungen ist diese jedoch nicht auf ein bestimmtes beziehungsweise mehrere ähnliche Genres begrenzt, sondern sehr weit gefächert. So reicht das Themenspektrum von Märchenadaptionen über Fantasy und Beiträgen, die man wohl am ehesten unter Gegenwartsliteratur einordnen könnte, bis hin zu Liebesgeschichten. Daher wird es wohl kaum einen Leser geben, der sich für alle enthaltenen Geschichten gleichermaßen interessiert. Aus diesem Grund fällt es mir auch sehr schwer, ein gerechtes Urteil über dieses Buch zu fällen. Dass speziell die Liebes- und Gegenwartsgeschichten nicht meinen Geschmack treffen, sagt natürlich wenig über deren Qualität aus, zumal der Stil einiger dieser durchaus überzeugen kann.
Regelmäßige Leser meiner Rezensionen wird es dagegen kaum wundern, dass mein Interesse besonders den Fantasy-Geschichten galt, von denen mich besonders „Ein Wettkampf für die Liebe“ sowie „Der Schatz des Holm“ überzeugen konnten. Während bei letzterer mit Bewusstseinsebenen gespielt wird und sich erst im Lauf der Handlung herausstellen muss, welche davon real ist, begibt sich erstere ins Reich der Drachen. Romantik steht dabei weit weniger im Vordergrund als der Titel vermuten (oder auch befürchten) lässt.
Alle, die mal einen Blick über den Tellerrand ihres Lieblingsgenres werfen möchten, könnten in dieser Anthologie eine Anregung finden.

Fazit:
Freunde des Quer-Beet-Lesens können hier relativ unbekannte Autoren unterschiedlichster Genres kennenlernen.

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Fesselnde Erzählungen aus der Anderswelt

Manati Herz
Fesselnde Erzählungen aus der Anderswelt

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Die Welt der Vonsche

Klappentext:
Die Fantastik hält Einzug in das Leben von Manati Herz, als sie in einer Winternacht über einen obdachlosen Kobold aus der Anderswelt stolpert. Der Getreue Vonsch zieht gerne bei Manati ein, deren Weg von Enttäuschungen und Unglück geprägt ist. Fortan dreht sich ihr Leben nicht mehr um Alltagsprobleme, Liebeskummer und ausbleibende SMS.
Zusammen mit ihrem neuen Mitbewohner begibt sie sich auf eine Reise in die Welt der Fantasie, wie sie ungewöhnlicher nicht sein könnte. Begleiten Sie Manati Herz und den Getreuen Vonsch in eine Welt voller fantastischer Geschichten,

Rezension:
Vom Liebeskummer-Frust geplagt macht Manati einen abendlichen Spaziergang, bei dem sie im wörtlichen Sinn über ein eigenartiges kleines Wesen stolpert. Dieses stellt sich ihr als ein Vonsch, genauer gesagt als der Getreue Vonsch, vor. Da dieser genauso einsam wie Manati ist, zieht er bei ihr ein. Auch wenn das Zusammenleben nicht ganz problemlos verläuft, gewöhnen sie sich aneinander und erzählen sich gegenseitig Geschichten unterschiedlichster Couleur.
Die Autorin bezeichnet ihre in die Rahmenhandlung um den Getreuen Vonsch eingebettete Kurzgeschichtensammlung als Fantastik. Meiner Einschätzung nach trifft der Begriff Urban Fantasy das Genre der meisten Geschichten wie auch der Rahmenhandlung jedoch besser. Ein Teil der Kurzgeschichten handelt jedoch auch in unserer realen Welt und enthält weder Fantasy- noch sonstige fantastische Elemente. Die Bandbreite reicht dabei von humorvoll über beinahe philosophisch bis hin zu dramatisch. Allen gemeinsam ist das Augenmerk auf die menschliche Gefühlswelt (und deren Abgründe).
Manati Herzʼ Werk liest sich stilistisch angenehm, wobei das persönliche Gefallen der einzelnen Bestandteile bei der genremäßigen Bandbreite natürlich auch vom persönlichen Geschmack abhängt. Bei mir konnten vor allem die (Urban-)Fantasy-Geschichten punkten.

Fazit:
Diese außergewöhnliche Kurzgeschichtensammlung fällt vor allem durch die extreme Bandbreite der enthaltenen Stories auf.

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Adventszauber

Nadine Buch, Marlies Hanelt
Adventszauber

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Ein Geschichten-Adventskalender

Klappentext:
Was tun, wenn der Weihnachtsmann streikt? Oder gar verschwunden ist? Liefern dann die Weihnachtselfen die Päckchen aus? Ach nein, das geht ja nicht, denn die Geschenkemaschine ist defekt und produziert nichts mehr. Und die wenigen, die schon fertig sind, wurden Opfer des Ungeheuers, das Geschenke frisst. Ob das Flüstern unterm Weihnachtsbaum etwas damit zu tun hat?
Chaos vor dem Fest der Feste, verpackt in 24 kurzweilige Geschichten, die Tag für Tag mit Humor und Spannung das Warten auf Heiligabend verkürzen.

Rezension:
In diesem Adventskalender findet man keine Schokolade. Nein, 24 Kurzgeschichten sind hinter den Türchen ‚versteckt‘. Dass diese überwiegend einen Weihnachtsbezug haben, muss dabei wohl kaum ausdrücklich erwähnt werden. So begegnet der (überwiegend wohl jüngere) Leser allerhand Kobolden, Wichteln, Elfen, Rentieren – und natürlich einem gewissen Herrn in rotem Mantel. Mal ist letzterer in Streiklaune, mal experimentiert er mit seiner Bartmode.
Die Stile der beiden Autorinnen, die zu diesem Adventskalender beigetragen haben, unterscheiden sich deutlich. Offensichtlichstes Merkmal ist dabei, dass Nadine Buchs Beiträge im Präteritum, Marlies Hanelts dagegen im Präsens verfasst sind.
Ein Punkt, den ich in meinen Rezensionen meist ignoriere, ist das Cover. Dies hier zu tun, wäre allerdings unverzeihlich, ist das hervorragend gestaltete Cover doch ein Alleinstellungsmerkmal dieses Buches, das damit deutlich aus dem üblichen Einheitsbrei herausragt, ein echter Hingucker.

Fazit:
Adventskalender-Geschichten, die Santa & Co. aus teilweise ungewohnten Blickwinkeln zeigen.

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Gruselmeer

Tinka Beere (Hrsg.)
Gruselmeer

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Gruslige Besucher

Klappentext:
Wenn die Abende dunkel werden und die Nächte kalt, ist die Zeit der Geister und Nachtmahre gekommen. Genau richtig, um sich mit einem guten Buch in finstere Welten entführen zu lassen. Mit unseren schaurig-schönen Geschichten taucht ihr mit uns ins Gruselmeer ein.

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
Klänge aus der Anderswelt – Anki
Die Brandruine – Myna Kaltschnee
Das Amulett von Whitby – Sabi Lianne
Das Haus in Athens – Florian Waldner
Am Salzmarkt – Katrin Scheiding
Der Ring des Raxoth – Madita Sternberg
Carnivorenexpress – Marija Kraujas
Ein Traum – Katherina Ushachov
Die steinerne Frau – Jill Noll
Wie man es bei Anthologien gewohnt ist, sind auch bei „Gruselmeer“ Geschichten unterschiedlicher Qualität und Herangehensweise ans Thema vereint. Wirklich gruslig im eigentlichen Sinn sind dabei die wenigsten. Die Bandbreite reicht von Jugendlichen, die in eine Brandruine einbrechen („Die Brandruine“), über eine beinahe klassische Geisteraustreibung mit humorvollem Unterton („Das Haus in Athens“) und einen verfluchten Gegenstand („Der Ring des Raxoth“) bis hin zu schon fast weltanschaulichen Themen („Die steinerne Frau“). Leider finden sich in dieser Sammlung auch Beiträge, bei denen sich der Leser mangels Aufklärung am Ende fragt, was der Autor eigentlich im Sinn hatte. Doch auch diesen Kritikpunkt teilt diese Anthologie mit vielen anderen.
Den qualitativen Höhepunkt bildet in meinen Augen eindeutig Florian Waldners „Das Haus in Athens“, in dem augenzwinkernd die Brücke zwischen falschem und echtem Spuk geschlagen wird. Auch „Das Amulett von Whitby“ von Sabi Lianne und „Am Salzmarkt“ von Katrin Scheiding können jedoch in ihrer jeweils eigenen Art überzeugen. Diesen herausgehobenen, gut und fesselnd geschriebenen Kurzgeschichten ist gemein, dass sie ein ‚echtes‘ Ende aufweisen.

Fazit:
Diese Anthologie vereint gruslige Kurzgeschichten, nach denen wohl jeder Leser noch gut schlafen kann.

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Der letzte Turm vor dem Niemandsland

Micahel Schmidt (Hrsg.)
Der letzte Turm vor dem Niemandsland

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Ein bunter Phantastik-Mix

Klappentext:
Fantasyguide – das Crossoverzine – steht für Abwechslung. Die dritte Anthologie bietet sechzehn Geschichten aus sechs Genres. Ob humorvoll oder spannend, düster oder sozialkritisch, in jedem Fall unterhaltsam.
Nur die Geschichte zählt.
Das Titelbild stammt von Detlef Klewer.
Herausgeber und Verleger haben sich gemeinschaftlich entschieden, die Veröffentlichung dieser Anthologie dem Gedenken an Christian Weis (1966-2017), der mit einer seiner letzten Geschichtenveröffentlichungen vertreten ist, zu widmen.

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
Uwe Hermann: Der letzte Turm vor dem Niemandsland
Andreas Fieberg: Ein begründeter Verdacht
Susanne Schnitzler: Unkenrufe
Ralf Steinberg: Verführerische Düfte. Eine Saramee-Geschichte
Lisanne Surborg: Die Puppe mit dem blauen Kleid
Achim Hildebrand: Froschzauber
Diane Dirt: Meister Shini
Andreas Flögel: Im Dienst des Wardens
Christel Scheja: Der Mitternachtsstern
Xander Morus: Das Grab am Canyon
Christian Weis: Neu-Eden
Ellen Norten: Der Sieg der Couch-Potatos
Torsten Scheib: Erntezeit
Michael Schmidt: Aton
Sven Klöpping: Der Mehrwert der Erinnerungen
Karin Reddemann: Marthe stirbt nicht
Fantasy, Horror und SciFi – in dieser unter dem Dach von Fantasyguide.de herausgegebenen Anthologie sind alle Teilgebiete der Phantastik vertreten. Die Bandbreite ist auffallend weit gedehnt und reicht von Horror im Western-Ambiente („Das Grab am Canyon“) über klassische Fantasy (z.B. „Der Mitternachtsstern“), welche zum Teil eine typische Heldenreise beinhaltet („Der letzte Turm vor dem Niemandsland“), und einen Superhelden („Im Dienst des Wardens“) bis hin zu SciFi mit einem Hauch Gesellschaftskritik („Neu-Eden“, „Ein begründeter Verdacht“). Die Grundstimmung variiert von locker-flockig bis düster. Allerdings ist das Qualitätsniveau ähnlich weit gefächert, wobei es meinem persönlichen Geschmack geschuldet sein könnte, dass mich insbesondere mehrere Fantasy-Geschichten überzeugen konnten.
Zu den Stories, die mich besonders in ihren Bann ziehen konnten, gehören beispielsweise „Froschzauber“ und „Der Mitternachtsstern“. Bei beiden handelt es sich um Fantasy-Stoffe klassischer Prägung, die trotz ihres Kurzgeschichten-Charakters jeweils eine (weitgehend) abgeschlossene Geschichte erzählen. Doch auch das Fantasy-SciFi-Crossover „Meister Shini“ (das durchaus den Epilog einer deutlich umfangreicheren Geschichte darstellen könnte) und die reine SciFi-Story „Der Sieg der Couch-Potatos“ gehören zu den Höhepunkten dieser Anthologie.

Fazit:
Eine bunte Mischung aller Bereiche der Phantastik mit leider auch recht durchmischtem Qualitätsniveau.

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Die Helden-WG: 3 Zimmer, Küche, Axt

Ingrid Pointecker (Hrsg.)
Die Helden-WG: 3 Zimmer, Küche, Axt

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Helden unter sich

Klappentext:
Gemeinsam ist vieles einfacher. Egal, ob die Gründe dafür Verwandtschaftsverhältnisse, mangelnde Finanzen oder wenig heroische Notlagen sind: Wenn Helden sich zu Wohngemeinschaften zusammenschließen, ereignen sich manchmal merkwürdige Dinge. Vampirhühnchen, extradimensionale Schweinezwischenfälle oder ein kichernder Schimmelfleck können zum Schrecken für jede Hausverwaltung werden.
Manche Helden wohnen bereits zusammen, andere finden noch zueinander. Unter 16 verschiedenen Geschichtendächern tummeln sich jeweils mindestens drei Bewohner, die mit Axt, Schwert und Magie jede Form der Hausratsversicherung ad absurdum führen.

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
Michaela Meyer: Handwerker bevorzugt
Corinna Schattauer: Kevin
Marius Kuhle: Das sechsblättrige Kleeblatt
Isabel Schwaak: Drachentöter-Pension
Erya Veger: Drei sind einer zu viel
Yansa Brünnling: Ein Held von einem Barden
Sabrina Železný: Nur eine Formalität verwaltungstechnischer Art
Dahlia von Dohlenburg: Völlig versumpft
Magali Volkmann: Die Spinne im Schrank
Martin Ulmer: Helden, Henne und Helene
Robert von Cube: Schweine, Teller und Dämonen
Tina Skupin: Der Preis für Pizza
Matthias Ramtke: Ein Lied für Jamilla
Martin Riesen: Geliebter Feind
Mia Neubert: (K)eine Frage des Alters
Bettina Bellmont: Residenz Heldenruh
Wer sich an die letztjährige Anthologie des „Verlag ohneohren“ namens „Heimchen am Schwert“ erinnert, kann schon in etwa abschätzen, was ihn diesmal erwartet. Verlag und Herausgeberin sind bei „Die Helden-WG: 3 Zimmer, Küche, Axt“ nämlich dem dort bewährten Stil treu geblieben. Nur geht es diesmal um mehr oder weniger freiwillige Wohngemeinschaften ausschließlich männlicher Helden. Wie bereits beim Vorgänger ist auch hier die Bandbreite der einzelnen Geschichten sehr groß, sowohl was die thematische Auslegung der Vorgaben als auch die Qualität betrifft.
Ausgangslage vieler der Beiträge ist, dass ein mäßig erfolgreicher Held aus finanziellen Gründen Mitbewohner sucht. Fast alle Stories sind dabei augenzwinkernd ausgelegt, sei es ein Barde, der alles andere als ein Held im klassischen Sinne ist, seien es Mitbewohner, die in Wirklichkeit jeweils etwas gänzlich anderes als vom anderen erwartet sind. Auch eine Vampir-Henne spielt eine Rolle, und in mehreren der Geschichten haben die Helden ihre Blütezeit längst hinter sich gelassen.
Highlights der Zusammenstellung sind in meinen Augen die Geschichten „Nur eine Formalität verwaltungstechnischer Art“ von Sabrina Železný und „(K)eine Frage des Alters“ von Mia Neubert. Wie es in derartigen Anthologien jedoch fast unvermeidbar ist, bewegen sich leider nicht alle Kurzgeschichten auf diesem hohen Niveau. Trotzdem finden sich im Buch keine wirklichen Nieten.

Fazit:
Freunde humorvoller Urban Fantasy werden mit dieser Anthologie sicher ihr Vergnügen haben.

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Nehmen Sie am Saturnring die dritte Ausfahrt

Thomas Kowa
Nehmen Sie am Saturnring die dritte Ausfahrt

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Ein Schweizer führt durchs Weltall

Klappentext:
Was wäre wenn
Wollten Sie nicht schon immer die Welt fremder Planeten erkunden, aber ohne siebenjährigen Permanentschlaf, ohne schießwütige Aliens und ohne die nervige Schwerelosigkeit? Was, Sie finden Schwerelosigkeit toll? Haben Sie schon mal versucht, im All in eine reife Tomate zu beißen? Ich sag Ihnen, das ist eine Riesensauerei! Also bleiben Sie besser daheim und lesen meinen kleinen Reiseführer für andere Welten … Und nicht vergessen, nehmen Sie am Saturnring die dritte Ausfahrt links.

Rezension:
Enthaltene Kurzgeschichten:
Wer beamen kann, ist klar im Vorteil
Schweizer im Weltall
Paarinstabilitätssupernova
Nahezu unendliches Leben
Der Zeitreisende
Das putzige Land
Die oberen Zehntausend
Tierliebe
Im Frauengefängnis
1954
Ungewöhnlich für die booksnacks-Reihe sind hier gleich 10 recht unterschiedliche Kurzgeschichten Thomas Kowas in einer persönlichen Anthologie vereint. Anders als der Titel vermuten lassen könnte, handelt es sich dabei keinesfalls ausschließlich um SciFi. Was jedoch alle eint, ist der Sarkasmus, mit dem die Themen angegangen werden. Auch satirische Elemente sind nicht abstreitbar.
Ein paar der Geschichten kannte ich bereits von ihrer Solo-Veröffentlichung als booksnack. Daher wunderte es mich auch bei den anderen Beiträgen nicht, dass sie ausnahmslos ganz anders enden, als man am Anfang vermuten könnte. Gerade dieser Überraschungseffekt macht jedoch zusammen mit dem Humor das Besondere an den Kurzgeschichten des Autors aus. Gewisse Anspielungen auf Missstände des realen Lebens sind dabei mit Sicherheit nicht unbeabsichtigt.

Fazit:
Freunden des skurrilen Humors kann man diese kleine Kurzgeschichtensammlung empfehlen.

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Fantasy-Lesebuch 4

Ingrid Pointecker (Hrsg.)
Fantasy-Lesebuch 4

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Gute Stories – wenig Fantasy

Klappentext:
Was passiert, wenn sich eine Spinne für Mythologie interessiert?
Wie sicher kann man sich auf einem vermeintlich unbewohnten Planeten fühlen?
Wo verläuft die Grenze zwischen Vorsicht und Moral bei der Eindämmung eines Virus?
Warum beginnen manche Kämpfe erst nach dem Ende einer großen Schlacht?
Wie können 13 Briefe mehr als nur ein Leben verändern?
Die Antworten auf diese Fragen finden sich in dieser Anthologie. Klassische Fantasy, Science-Fiction, Dystopisches und Gänsehautmomente laden zum Schnuppern in unterschiedliche Subgenres ein – zum Lesen, Vorlesen und Nacherzählen. Fünf AutorInnen, fünf Geschichten und eine gewagte Mischung, die viel zu schade für die Schublade wäre.

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
Im Netz – Andrea Bannert
Die singenden Bäume – Corinna Schattauer
Typ B – Mia Neubert
Die letzte Aufgabe – Jacqueline Mayerhofer
Die 13 Briefe des Paulus Marinus – Fabian Dombrowski
Eine Spinne als Heldin, Gestrandete Raumfahrer, ein grassierender Zombie-Virus, ein Machtkampf zwischen Brüdern und Geisterforschung – so bunt ist die Mischung der mittlerweile 4. Ausgabe des Fantasy-Lesebuchs. Gemeinsam ist allen 5 Kurzgeschichten, dass sie stilistisch als durchaus gelungen eingeschätzt werden müssen. Doch damit enden die Gemeinsamkeiten auch schon.
Während „Im Netz“, eine Geschichte aus der Perspektive einer intelligenten Spinne, und „Die 13 Briefe des Paulus Marinus“, wo die Ergebnisse ‚übernatürlicher Forschung‘ ausschließlich anhand von Briefen rekonstruiert werden, als Fantasy im eigentlichen Sinn aufgefasst werden können, trifft das auf die restlichen Geschichten weniger bis gar nicht zu. Bei „Die singenden Bäume“, einer SciFi-Geschichte um auf einem fremden Planeten gestrandete Raumfahrer, kann man die Entdeckung der Protagonisten eventuell noch als Fantasy einstufen, bei „Typ B“, einer Apokalypse nach Ausbruch eines Zombie-Viruses, tue ich mich allerdings schwer, dies noch als Fantasy zu betrachten. Spätestens bei „Die letzte Aufgabe“, einem historischem Abenteuer um verfeindete Brüder, ist jedoch keine Spur des Fantasy-Genres mehr zu entdecken. Im Gegensatz zu den anderen Beiträgen, die man zumindest noch unter Phantastik verbuchen kann, trifft selbst dies hier nicht zu. Auch wenn im Klappentext von „klassische Fantasy, Science-Fiction, Dystopisches und Gänsehautmomente“ gesprochen wird, passt diese Mischung nicht wirklich zum Titel „Fantasy-Lesebuch“.
Um nicht missverstanden zu werden: Die einzelnen Kurzgeschichten sind für sich genommen ausnahmslos gelungen und gut zu lesen. Meine Kritik bezieht sich ausschließlich auf die durch den Titel suggerierte Genre-Zuordnung. Unter einem solchen Titel sollten Herausgeberin und Verlag bei einer eventuellen nächsten Ausgabe doch etwas mehr auf zum Genre passende Beiträge achten.

Fazit:
Eine Anthologie mit gelungenen Beiträgen – doch Fantasy sind diese leider nur zum (kleinen) Teil.

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