Gruselmeer

Tinka Beere (Hrsg.)
Gruselmeer

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Gruslige Besucher

Klappentext:
Wenn die Abende dunkel werden und die Nächte kalt, ist die Zeit der Geister und Nachtmahre gekommen. Genau richtig, um sich mit einem guten Buch in finstere Welten entführen zu lassen. Mit unseren schaurig-schönen Geschichten taucht ihr mit uns ins Gruselmeer ein.

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
Klänge aus der Anderswelt – Anki
Die Brandruine – Myna Kaltschnee
Das Amulett von Whitby – Sabi Lianne
Das Haus in Athens – Florian Waldner
Am Salzmarkt – Katrin Scheiding
Der Ring des Raxoth – Madita Sternberg
Carnivorenexpress – Marija Kraujas
Ein Traum – Katherina Ushachov
Die steinerne Frau – Jill Noll
Wie man es bei Anthologien gewohnt ist, sind auch bei „Gruselmeer“ Geschichten unterschiedlicher Qualität und Herangehensweise ans Thema vereint. Wirklich gruslig im eigentlichen Sinn sind dabei die wenigsten. Die Bandbreite reicht von Jugendlichen, die in eine Brandruine einbrechen („Die Brandruine“), über eine beinahe klassische Geisteraustreibung mit humorvollem Unterton („Das Haus in Athens“) und einen verfluchten Gegenstand („Der Ring des Raxoth“) bis hin zu schon fast weltanschaulichen Themen („Die steinerne Frau“). Leider finden sich in dieser Sammlung auch Beiträge, bei denen sich der Leser mangels Aufklärung am Ende fragt, was der Autor eigentlich im Sinn hatte. Doch auch diesen Kritikpunkt teilt diese Anthologie mit vielen anderen.
Den qualitativen Höhepunkt bildet in meinen Augen eindeutig Florian Waldners „Das Haus in Athens“, in dem augenzwinkernd die Brücke zwischen falschem und echtem Spuk geschlagen wird. Auch „Das Amulett von Whitby“ von Sabi Lianne und „Am Salzmarkt“ von Katrin Scheiding können jedoch in ihrer jeweils eigenen Art überzeugen. Diesen herausgehobenen, gut und fesselnd geschriebenen Kurzgeschichten ist gemein, dass sie ein ‚echtes‘ Ende aufweisen.

Fazit:
Diese Anthologie vereint gruslige Kurzgeschichten, nach denen wohl jeder Leser noch gut schlafen kann.

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Lilly Flunker und der Heroldstab

Kristina Tiemann
Lilly Flunker und der Heroldstab

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Die Wahrheit hinter Klostermauern

Klappentext:
Lillys Welt liegt in Trümmern: ihre Eltern sind tot, die fremden Nonnen garstig und sie ist vollkommen allein. Bis sie eine neue verzauberte Welt entdeckt …
Lilly Flunker muss nach dem Tod ihrer Elter in die abgeschiedene Klosterschule „Auf der Tann“. Das sommersprossige elfjährige Mädchen mit dem feuerroten Haar ist tieftraurig und will eigentlich nur ihre Ruhe haben. Bis sie auf Victor trifft …
Zusammen mit ihrem neuen Freund entdeckt sie ein unglaubliches Geheimnis: Sie selbst ist im Besitz magischer Fähigkeiten und ihre Welt ist nicht die einzige. Es gibt noch viele andere Welten, bevölkert von fantastischen Wesen und Geschöpfen, die in Harmonie miteinander leben.
Doch der Frieden ist in Gefahr. Der böse Druide Severus verfolgt finstere Pläne und versucht mithilfe des Heroldstabs die Herrschaft über alle Völker an sich zu reißen. Fast hat er sein Ziel erreicht und die Zeit drängt. Nur Lilly und ihre Freunde können ihn jetzt noch aufhalten – wenn es nicht bereits zu spät ist …

Rezension:
Seit dem Unfalltod ihrer Eltern lebt Lilly in einem Klosterinternat. Gefallen tut es ihr dort nicht, denn das Leben der Schüler besteht außer dem Unterricht fast nur aus Pflichten. Die Nonnen sind streng, wirkliche Freundschaften konnte Lilly bisher nicht schließen. Das ändert sich erst, als Victor, ebenfalls frisch verwaist, ins Kloster kommt. Mit ihm freundet sie sich schnell an. Doch bald ändert sich noch viel mehr. Lilly muss feststellen, dass sich hinter den Klostermauern auch eine andere Welt verbirgt. Die Äbtissin ist eine der letzten Druidinnen, Elfen, Feen und Zwerge gehen hier ein und aus. Lilly erfährt, dass sie selbst druidischer Abstammung ist und durchaus noch lebende Verwandte hat. Und plötzlich liegt es in ihrer Hand, die traditionelle Welt der Druiden und Feen zu retten.
Eine Urban Fantasy, in der ein 11-jähriges Kind auf ein Internat und in eine magische Welt kommt – wen erinnert das nicht an Harry Potter? Trotz einiger Parallelen ist Kristina Tiemanns Werk jedoch keinesfalls als Harry-Potter-Klon zu verstehen. Lillys und Harrys Abenteuer haben bis auf die genannten Ähnlichkeiten kaum Gemeinsamkeiten vorzuweisen.
Die Autorin rückt im Anfangsteil ihres Buches die psychischen Probleme des Mädchens, dass unlängst ihre Eltern verloren hat, in den Vordergrund. Wirkliche Zuwendung findet es im Kloster nicht. Erst mir Victors Auftauchen, dem es ähnlich erging, findet Lilly einen Seelenverwandten und Freund. Viel Raum wird natürlich auch der magischen Parallelwelt, in die sie bald darauf eintaucht, gewidmet. Im Gegensatz zu vielen anderen Urban-Fantasy-Werken wird hier allerdings nicht von der Protagonistin gefordert, alle Geheimnisse vor ihrem Freund zu verbergen. So kann auch Victor mit ihr in das magische Abenteuer eintauchen. Während jedoch über weite Teile des Buchs Lillys und Victors Abenteuer im Focus der Handlung stehen, ändert sich das leider zum Finale hin. Hier wandert der Focus an den Königshof des Feenreichs, und die beiden Kinder spielen nur noch eine Nebenrolle. Dies finde ich bedauerlich.
Neben dem angenehm lesbaren Stil müssen unbedingt die gelungenen Illustrationen positiv erwähnt werden. Aufgelockert wird die Handlung immer wieder von Victors verdrehen Sprichwörtern. „Der Glaube versetzt Zwerge“, ist dabei wohl eines derer, die dem Leser bestimmt längerfristig im Gedächtnis bleiben werden.
Eine Fortsetzung unter dem Titel „Lilly Flunker – Victor und das Kristallherz“ ist bereits verfügbar, Band 3 in Vorbereitung.

Fazit:
Ein gelungener Auftakt einer Urban-Fantasy-Reihe (auch) für junge Leser.

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Anderswelt – 1 – Schattensuche

Evelyne Aschwanden
Anderswelt – 1 – Schattensuche

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Die Welt der Hüter

Klappentext:
»Ich habe keine Angst vor dem Tod. Vielmehr fürchte ich mich vor dem, was danach kommt. Sterben ist nicht schwer. Tot zu bleiben hingegen – das ist eine ganz andere Geschichte…«
Nach dem unerklärlichen Verschwinden ihres Bruders Viktor versucht die 15-jährige Maret, auszubildende Hüterin des Übernatürlichen, in ein normales Leben zurückzufinden. Doch mit einem Vater, der in seinem Labor Dämonen beschwört, einem Halbvampir zum Cousin und einer besten Freundin, die von all dem Wahnsinn um sie herum nichts ahnt, scheint so etwas wie Normalität unerreichbar. Als Maret beinahe schon die Hoffnung aufgegeben hat, ihren Bruder je wiederzusehen, trifft sie auf Yannik. Ausgerechnet der Neue, den alle in der Klasse nur als »Freak« bezeichnen, ist Marets Schlüssel zu Viktors Aufenthaltsort. Der jungen Hüterin bleibt nichts anderes übrig, als mit ihm zusammenzuarbeiten – auch wenn sie weiß, dass er etwas vor ihr verschweigt. Gemeinsam verstricken sich die beiden Jugendlichen in ein Geheimnis, das tief mit ihrer eigenen Vergangenheit verbunden ist und Dinge zum Vorschein bringt, die besser in den Schatten geblieben wären…

Rezension:
Maret ist 15 und besucht eine ganz normale Schule. Was jedoch keiner ihrer Klassenkameraden ahnt, wovon selbst ihre beste Freundin nichts weiß, ist, dass sie aus einer alteingesessenen Hüterfamilie stammt. Hauptaufgabe aller Familienmitglieder ist es, die normalen Menschen vor Dämonen und anderen übernatürlichen Wesen zu beschützen. Auch Maret wird im Geheimen zur Hüterin ausgebildet. Die Prüfung dazu versemmelt sie jedoch, denn seit dem Verschwinden ihres älteren Bruders ist Maret geistig nicht mehr wirklich am ‚Familen-Buisness‘ interessiert. Doch dann überschlagen sich die Dinge; ihr neuer Mitschüler Yannik weiß über ihr Hüterdasein Bescheid, und in der eigenen Familie scheint es einen Verräter zu geben, der mit den Dämonen zusammenarbeitet.
Schon bei der Ausgangssituation ihrer Jugend-Urban-Fantasy-Geschichte weicht Evelyne Aschwanden vom genretypischen ‚Schema F‘ ab. Sind es üblicherweise Nichtsahnende, die für sie völlig überraschend von der Existenz einer magischen Parallelwelt erfahren, begegnet der Leser hier einer Protagonistin, die von Kindheit an in diese übernatürlichen Vorgänge und deren Geheimhaltung involviert ist. Genau diese junge Hauptperson ist alles andere als von ihrer Rolle überzeugt und wünscht sich oft, ein normaler Mensch, ein ‚Nichtsehender‘, zu sein. Dass gerade sie und ein paar Verwandte und Freunde ähnlichen Alters es sind, die die Probleme letztendlich klären müssen, ist dann natürlich weit weniger überraschend.
Aus dieser Ausgangslage gelingt es der Autorin, glaubwürdige Charaktere zu erschaffen, deren Intentionen nachvollziehbar erscheinen. Auch sprachlich kann das von der Protagonistin Maret in der 1. Person erzählte Abenteuer überzeugen.
Obwohl „Anderswelt – Schattensuche“ dem Leser als in sich abgeschlossene Handlung erscheint, ist für das Frühjahr 2018 ein weiterer Band der Reihe angekündigt. Falls dieser qualitativ an diesen Reihenauftakt heranreicht, hat die „Anderswelt“-Reihe das Potenzial zum Dauerbrenner.

Fazit:
Ein überzeugender Auftakt einer neuen, jugendlichen Urban-Fantasy-Reihe mit einer deutschen Kleinstadt als Handlungsort.

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Vampire in der Botschaft

Ann Murdoch
Vampire in der Botschaft

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Das Grauen reist nach London

Klappentext:
Romantic Thriller von Ann Murdoch
Steve Huntly, Jurist und Botschafter in Rumänien, bittet seinen Freund Sir Thomas Harding, ordentlicher Professor für Psychologie und nebenbei Parapsychologe, ihn dringend in Rumänien zu besuchen, denn in der Botschaft soll es zu mysteriösen Vorfällen gekommen sein, die mit Vampiren zu tun haben.
Die Reporterin Helen Jefferson, die der Sache sehr misstrauisch gegenübersteht, begleitet Sir Thomas. Dort erleben beide, wie Steve in der Nacht angegriffen wird …

Rezension:
Als Sir Thomas Harding einen Brief von seinem alten Freund, dem derzeitigen britischen Botschafter in Rumänien, bekommt, in dem dieser von einem mysteriösen Besucher berichtet, zögert er nicht, nach Sofia zu reisen. Die befreundete Reporterin Helen, die ihm schon bei vorhergehenden Abenteuern beistand, überzeugt er, ihn zu begleiten. Dort angekommen zweifeln beide jedoch schnell an der Schuld des gefangenen Mannes, der sich selbst als Vampir bezeichnet.
Der Untertitel „Romantic Thriller“ ließ mich zuerst zögern, ob ich dieses eBook, das vom Umfang her einem Heftroman entspricht, überhaupt lesen sollte. Als ich es doch tat, konnte ich (erfreut) feststellen, dass in der Handlung überhaupt keine erwähnenswerte Romanze auftaucht. Im Gegenteil, kann Ann Murdochs Geschichte, die weitaus weniger Urban Fantasy beinhaltet, als der Leser bei Titel und Klappentext erwarten könnte, auf der Thriller-Ebene doch durchaus überzeugen. Dass sich die Zusammenhänge als gänzlich anders als zuerst vermutet erweisen, ist in dem Genre wohl selbstverständlich. Auch stilistisch kann man dieses Büchlein als durchaus gelungen bezeichnen.

Fazit:
Dieser ‚eHeftroman‘ zeigt überraschend viel Potenzial.

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Blausilbermond – 1 – Der Traum von den Träumen

Johanna Stöckl
Blausilbermond – 1 – Der Traum von den Träumen

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Die Herrin der Albträume

Klappentext:
Eigentlich wollte die 13jährige Julia gemeinsam mit ihrem eineinhalb Jahre älteren Brieffreund Jonathan einfach nur zwei schöne Ferienwochen in ihrem alten Heimatort am Rand der Donauauen verbringen. Doch plötzlich ereignen sich merkwürdige Dinge: Sie begegnen einem Burschen, der behauptet, aus jener Welt zu stammen, die das junge Mädchen sich für eine Fantasy-Geschichte ausgedacht hat, und der Julia warnt: Die von ihr für ihre Erzählung erfundene Herrin der Albträume wehrt sich nämlich gegen das Ende der Geschichte. Tatsächlich tauchen schon bald darauf Kreaturen in der wirklichen Welt auf, die einem Albtraum entsprungen zu sein scheinen, und bedrohen die beiden. Als die Herrin der Albträume schließlich Macht über die Träume eines anderen Mädchens erlangt, haben Julia und Jonathan keine Wahl, als in die fremde Welt zu gehen und dort gegen die dunkle Bedrohung zu kämpfen. Doch noch kennt Julia nicht ihren größten Feind und ahnt nicht, dass ihr eine viel gefährlichere Konfrontation bevorsteht, als sie sich je hätte träumen lassen …

Rezension:
Eigentlich wollte Julia ruhige Ferien verbringen, in denen sie ihrem Brieffreund aus Deutschland die Donauauen zeigt. Wie hätte sie auch ahnen können, dass sie beide sowie die eigentlich unbeteiligte Ina in die Welt, die sie sich selbst für eine Geschichte ausgedacht hat, hineingezogen werden? Überraschend stranden die 3 Jugendlichen in einer Fantasy-Welt, in der sie gegen die von Julia erdachte Herrin der Albträume bestehen müssen, um zu überleben und in ihre Welt zurückkehren zu können. Zu Julias Verwunderung verläuft das Abenteuer jedoch erheblich anders, als die von ihr geschriebene Geschichte. Ob ihnen allen eine unbeschadete Rückkehr gelingt, wird immer fraglicher.
Johanna Stöckls Jugend-Urban-Fantasy-Abenteuer ist in den frühen 1980er Jahren angesiedelt. Ambiente und Stimmung dieser Zeit durchziehen den gesamten in der realen Welt angesiedelten Teil der Handlung. So verwundert es nicht, dass Julia und Jonathan, seit sie sich in den Ferien des Vorjahres kennenlernten, ausschließlich per Briefpost kommunizieren. Auch sonst gelingt es der Autorin, das Lebensgefühl der Handlungszeit einzufangen. Im Gegensatz dazu sind die Ereignisse in der eher mittelalterlich geprägten Fantasy-Welt natürlich relativ zeitlos.
Während die real-weltliche Rahmenhandlung wenig Überraschendes bietet und hauptsächlich dazu dient, die Hauptakteure vorzustellen, sind deren Abenteuer in der von Julia erdachten Welt für den Leser kaum vorhersehbar und bieten manche Überraschung. Sogar Julias Urheberschaft an dieser Welt wird von den von ihr selbst erdachten, dort lebenden Charakteren angezweifelt. Diese Welt birgt zweifellos das Potenzial, auch in der bereits angekündigten Fortsetzung interessant zu bleiben.
Der gut lesbare Stil der Autorin trägt dazu bei, den Leser in die Geschichte hineinzuziehen und zu fesseln. Einziges Manko ist, dass die Hinter- und Beweggründe der Protagonisten relativ unerforscht bleiben.

Fazit:
Ein Urban-Fantasy-Abenteuer für junge und junggebliebene Leser, das das Flair der 1980er mitschwingen lässt.

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Alfengard und die Bestie von Kamarra

Yasmin El-Hakim
Alfengard und die Bestie von Kamarra

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Mit dem Werwolf unterwegs

Klappentext:
Eigentlich wollte Johanna ganz normale, entspannte Sommerferien mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder in Südfrankreich verbringen. Doch dann kommt alles ganz anders und sie muss alleine an einen Ort namens Alfengard reisen. Dieser Ort ist auf keiner Landkarte zu finden. Dieser Ort ist kein gewöhnlicher Ort. An diesem Ort erlebt sie unglaubliche Abenteuer…

Rezension:
Am letzten Unterrichtstag vor den Sommerferien hat die 14-jährige Johanna nur eins im Sinn: den bevorstehenden Familienurlaub in Südfrankreich. Während der Zeichenstunde kommt es jedoch zu einem mysteriösen Zwischenfall. Johanna hat selbst das Gefühl, ins von ihr gemalte Wasser einzutauchen, und sitzt plötzlich völlig durchnässt im Klassenzimmer. Ihre Eltern enthüllen ihr daraufhin, dass sie in Wirklichkeit nur ihre Pflegetochter ist, die sie nach dem Tod von Johannas leiblicher Mutter auf Bitte ihres Vaters aufnahmen. Dieser Mann, den sie bisher überhaupt nicht kannte, drängt sie dazu, ihre Sommerferien bei ihm auf Alfengard zu verbringen. Dort erfährt Johanna, dass sie eigentlich gar kein Mensch, sondern wie ihre leiblichen Eltern ein Alf ist. Und Alfen haben magische Kräfte. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass es in Alfengard, dessen Herrscherin Johannas Urgroßmutter ist, nicht wirklich friedlich zugeht.
Was bei Yasmin El-Hakims jugendlicher Urban Fantasy zunächst auffällt, sind einige Parallelen zu Harry Potter. Zu nennen währen da beispielsweise eine lange Zugfahrt zu einem unbekannten Ziel, eine abgelegene, für normale Menschen (eigentlich) nicht betretbare Burg nebst Umland sowie die Tatsache, dass dort keine elektrisch betriebenen Geräte funktionieren. Auch dass der Gärtner außergewöhnlich groß und wild aussehend daherkommt, kommt einem bekannt vor. Der Rest des Geschehens weist dann allerdings kaum noch größere Parallelen zum berühmten Zauberschüler auf. Natürlich dreht sich ein erheblicher Teil der Handlung darum, wie Johanna mit der ihr völlig fremden Welt zurechtkommt. Nicht nur den Sohn des Gärtners, der Johanna bereitwillig in die ihr neue Umgebung einführt (und den diese durchaus nett findet), umgibt ein Geheimnis. Auch die Beziehungen zum Nachbarland sind alles andere als erfreulich. Johanna wird ungewollt mitten in diesen lebensgefährlichen Konflikt hineingezogen. Die größte Überraschung hält jedoch ihre Urgroßmutter parat.
Das alles wird dem Leser in einem angenehm lesbaren Stil dargeboten, der ihn schnell in die Handlung hineinzieht. Was allerdings verbesserungswürdig wäre, ist die satztechnische Aufbereitung des Textes. Einzelne Absätze, die sich teilweise über 3 und mehr Seiten erstrecken, sind nicht besonders lesefreundlich. Inhaltlich kann „Alfengard und die Bestie von Kamarra“ jedoch überzeugen. Scheinbare Widersprüche werden im Lauf der Handlung überzeugend aufgelöst. Das Buch ist in sich abgeschlossen und bietet dennoch Anknüpfungspunkte für die angekündigte Fortsetzung.

Fazit:
Dieses jugendliche Urban-Fantasy-Abenteuer führt den Leser in eine irgendwie vertraute und doch gänzlich andere Welt.

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Im Zeichen des Lotus – 10 – Puzzlestücke

Valerie Loe
Im Zeichen des Lotus – 10 – Puzzlestücke

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Seans Weg

Klappentext:
Jede Nacht, ungesehen, unbemerkt von den Menschen, wird ein Krieg gefochten. Seit mehr als tausend Jahren treffen sich in den Schatten zwei Mächte, Chaos und Ruhe, Feuer und Eis, die ihre Schlachten schlagen bis zum Ende aller Zeit.
Jede Geschichte hat zwei Seiten. Auch die der Solani und der Nim. Nun ist es an Amy und Cort, die Geschichte ihrer Spezies zu erzählen.
Das Leben ist ein Spiel, außer man kämpft um das eigene Überleben, doch von dieser Erkenntnis ist Sean weit entfernt, denn er glaubt sich in einem Computerspiel. Wird er der Freund bleiben, für den Penelope alles riskiert?

Rezension:
Während Penelope immer noch auf ihrer erzwungenen Europareise ist, versucht Cort weiterhin, sie auf die Seite der Nim zu ziehen. Auch bei Sean werden vonseiten der Nim Anwerbungsversuche unternommen. Die Silver lecken derweil in Abwesenheit ihres Königs, der weiter seine eigene Vergangenheit verarbeiten muss, ihre Wunden.
In diesem mittlerweile 10. Band ihrer „Im Zeichen des Lotus“-Reihe legt Valerie Loe den Fokus auf die Vergangenheit. Zunehmend kann der Leser die Wurzeln der Handelnden verstehen. Gleichzeitig bildet sich ein Verdacht heraus, wer Penelope in Wirklichkeit sein könnte, und dieser Verdacht könnte – sollte er sich als richtig herausstellen – ein ganz neues Licht auf die Geschichte werfen. Fans der Reihe werden von den Entwicklungen nicht enttäuscht werden.

Fazit:
Das Geschehen zwischen Solani und Nim bleibt weiter spannend und undurchschaubar.

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Die magische Pforte der Anderwelt

Sandra Regnier
Die magische Pforte der Anderwelt

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Abenteuer ohne Ende

Klappentext:
Die unterirdischen Gassen Edinburghs sind für die 16-jährige Allison nichts weiter als eine Touristenattraktion. Bis sie bei einer Führung mit ihrer Schulklasse aus Versehen eine mysteriöse Pforte öffnet und unsägliches Chaos anrichtet. Denn von nun an heftet Finn sich an ihre Fersen, der zwar verdammt gut aussieht, aber leider ziemlich arrogant ist und obendrein behauptet, ein Elfenwächter zu sein. Er verlangt von Allison, das Tor zur magischen Welt wieder zu schließen. Doch wie soll sie das anstellen, wenn sie noch nicht mal an die Existenz von Elfen glaubt?

Rezension:
Allison lebt im Internat, doch obwohl sie dort gute Freundinnen hat, fühlt sie sich von ihren Eltern abgeschoben. Bei einem Ausflug in die Closes, unterirdische Gassen, schmiert sie versehentlich ihr Blut an eine Wand. Am nächsten Tag taugt unerwartet ein – nach Meinung ihrer Freundinnen auffällig attraktiver – Fremder auf und entführt sie. Obwohl Allison kurz darauf wieder auftaucht, hat sie keine Erinnerungen daran, was der Fremde mit ihr gemacht hat. Es dauert allerdings nicht lange, bis der junge Mann in ihrer Schule auftaucht und die offiziell von der Direktorin ‚ausborgt‘. Zu Allisons Erstaunen handelt es sich bei Finn, wie ihr Entführer sich vorstellt, um einen Elfen. Er enthüllt ihr, dass sie mit ihrem Blut versehentlich eine magische Pforte geöffnet hat.
Sandra Regniers jugendliche Urban Fantasy beginnt wie eine der typischen Girlie-Highschool-Geschichten, die man als Dutzendware aus amerikanischen Fernsehserien kennt. Allison und ihre Freundinnen kennen nur wenige Gesprächsthemen: Jungen, unliebsame Mitschülerinnen, Jungen, schick Ausgehen und wieder Jungen. Dabei vergleichen sie jedes männliche Wesen mit mehr oder weniger berühmten Schauspielern. (Ich musste mehrere der Namen erst bei Google suchen, um festzustellen, dass es diese Schauspieler alle wirklich gibt.) Zumindest in diesem Punkt ändert sich im Verlauf des Buches auch nicht allzu viel. Nach einer relativ langen ‚Vorlaufzeit‘ entwickelt sich die Handlung dann aber doch noch zu dem Fantasy-Abenteuer, das der Titel verspricht. Gerade wenn die Handlung ihren spannenden Höhepunkt erreicht, endet das Buch jedoch in einem besonders heftigen Cliffhanger. Nun wird das Buch zwar ausdrücklich als Spin-off der „Pan“-Trilogie (die ich nicht kenne) bezeichnet, doch zu einer zu erwartenden Fortsetzung findet sich weder im Buch selbst, noch auf der Homepage des Calsen-Verlages oder bei den einschlägigen Onlinehändlern auch nur der kleinste Hinweis. Wie ein Blick in andere Rezensionen von Lesern, die die „Pan“-Bücher kennen, zeigt, wird allerdings allgemein von einer Fortsetzung ausgegangen. Das kann einfach nicht das Ende der Geschichte sein!
Der Stil der Autorin ist sehr gut lesbar, wobei davon auszugehen ist, dass das erwähnte Girlie-Ambiente ein bewusstes Stilmittel darstellt, um den Unterschied von Allisons normalem Leben zum ihr bevorstehenden Abenteuer aufzuzeigen. Jeglicher Bewertung muss jedoch ausdrücklich hinzugefügt werden, dass sie darauf beruht, dass die Geschichte fortgesetzt wird. Sollte Allisons Abenteuer jedoch wirklich so enden, müsste man das Buch als unabgeschlossene und deshalb unbrauchbare Geschichte empfinden.

Fazit:
Der vielversprechende Anfang (?) eines magischen Abenteuers.

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Engel der Dämonen – 1 – Begegnung

Michael Dreher
Engel der Dämonen – 1 – Begegnung

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Ein höllischer Erzengel auf Erden

Klappentext:
Eigentlich ist Michael Mai ein ganz normaler Teenager, der an einem freien Schultag ausschlafen will, wäre da nicht der gefallene Erzengel aus der Hölle, der, oder besser die ihm eines Tages vor die Füße fällt. Von da an wars das mit dem normalen Leben, denn Camaela stellt nicht nur sein Leben auf den Kopf, sie verdreht ihm den auch gehörig. Ein auftauchender Ex-Freund aus der Hölle und eine himmlische beste Freundin, machen sein Chaos dann perfekt. Dumm nur, das der Teufel Camaela um jeden Preis zurückhaben will und wenn dabei die Welt untergeht…

Rezension:
Michael vermeidet schulische Tätigkeiten soweit wie nur möglich. Wegen andauerndem Zuspätkommens wurde er bereits mehrfach verwarnt. Ein schulfreier Freitag kommt da gerade recht, um mal auszuschlafen. Doch gerade an diesem wird er am frühen Morgen von lautem Lärm in seinem Zimmer geweckt. Auf dem Fußboden neben seinem Bett liegt ein Mädchen – genauer gesagt ein vollkommen nacktes Mädchen. Und das hat auch noch Flügel, einen Schwanz sowie Augenhöhlen, aus denen Flammen züngeln, was außer Michael jedoch kein Mensch sehen kann. Das Mädchen stellt sich ihm als der vor langer Zeit in die Hölle verbannte Erzengel Camaela vor. Michael ist sofort verliebt, und Camaela beschließt tatsächlich, vorerst bei ihm zu bleiben. Damit nimmt das Chaos seinen Lauf. Als Camaela auch noch Besuch sowohl aus Himmel als auch Hölle bekommt, nehmen die Verwüstungen im weiten Umkreis ungeahnte Ausmaße an.
Neue Ideen braucht die (Urban) Fantasy, und auf diese dürfte das uneingeschränkt zutreffen. Wenn Camaela die moderne Welt erkundet, sind viele Szenen Slapstick pur. Bei all dem pflastern aber auch zahlreiche Leichen ihren Weg. Michael Dreher ist mit seinem Buch eine wirklich ungewohnte Kombination gelungen, die sich von den üblichen Urban-Fantasy-Plots deutlich abhebt. Immer wieder kommt es zu völlig unerwarteten Wendungen. Wenn beispielsweise eine Höllen- und eine Himmelsbewohnerin bei ihrem Aufeinandertreffen nichts Wichtigeres zu tun haben, als über menschliche Mode zu tratschen, kann man sich über die Reaktion des ‚vergessen‘ danebenstehenden Michael einfach nur amüsieren. So macht das Lesen Spaß!
Diesem eindeutigen inhaltlichen Lob muss man allerdings leider eine deutliche Kritik für das fehlende Korrektorat entgegenstellen.

Fazit:
Ein höllischer Urban-Fantasy-Slapstick, der jedem Genre-Fan Vergnügen bereiten dürfte.

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Lockwood & Co – 5 – The Empty Grave

Jonathan Stroud
Lockwood & Co – 5 – The Empty Grave

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Lockwood vs. Fittes

Klappentext:
After their recent escapades, Lockwood & Co deserve a well-earned break … so naturally they decide to break into the countryʼs most heavily-guarded crypt.
What they discover there will change everything.
So begins a race to uncover the truth behind ‘the Problemʼ – igniting an epic battle against the Fittes agency. A battle that will force the team to jounrey to the Other Side, and pit them against the most terrifying enemy thay have ever faced.
Not everyone will make it out alive …

Rezension:
Nachdem Anthony Lockwood und sein Team im letzten Band („The Creeping Shadow“) die geheimen Machenschaften der Rotwell-Agentur entdeckt hatten, vermuteten sie bereits, dass auch die Fittes-Agentur in ähnliche Experimente verstrickt sein könnte. Die Tatsache, dass Lucys Schädel – ein Typ-III-Geist – behauptet, die derzeitige Inhaberin, Penelope Fittes, sei in Wirklichkeit identisch mit der angeblich lange verstorbenen Firmengründerin, Penelpes Großmutter Marissa, lässt den Verdacht aufkeimen, gerade diese Experimente könnten sogar die Ursache der seit Jahrzehnten andauernden Geisterschwämme, allgemein als ‚Das Problem‘ bekannt, sein. Als Handlanger der Fittes-Agentur versuchen, Lockwood & Co. sowie andere kleine Agenturen unter ihre Kontrolle zu bekommen, ist die Konfrontation unausweichlich.
Zum Höhepunkt seiner „Lockwood & Co.“-Pentalogie lässt es Jonathan Stroud erwartungsgemäß nochmals richtig krachen. Im Gegensatz zu den bisherigen Bänden spielen Geisteraustreibungen diesmal nur eine Nebenrolle. Die wirklich gefährlichen Gegner sind im Finale höchst lebendige Menschen. Lucy und ihre Kollegen müssen bis an ihre Grenzen gehen. Doch natürlich bildet der Endkampf zwar den fulminanten Höhepunkt, jedoch bei weitem nicht das einzige Handlungselement des Buches. Lucy und mit ihr die Leser erfahren endlich auch mehr über Lockwoods tote Eltern und deren Arbeiten – die eine auch für diesen bisher ungeahnte Rolle im aktuellen Konflikt spielen. Trotz allem kommen humorvolle Situationen und Gedanken auch in diesem Band nicht zu kurz.
Wie üblich erübrigt es sich bei einem 5. Band natürlich auch hier, noch viel über den Stil des Autors zu sagen, da dieser allen Lesern der Reihe selbstverständlich längst vertraut ist. Und die Reihe mit ihrem Abschlussband zu beginnen, wäre bestimmt keine allzu gute Idee.
Mit diesem Band ist diese herausragende Urban-Fantasy-Reihe also beendet. Vermutlich. Da ‚Das Problem‘ mit dem Ende der Handlung jedoch nicht grundsätzlich aus der Welt geschafft wird (so viel sei verraten), gäbe es für Jonathan Stroud aber durchaus die Möglichkeit, sich doch noch zu weiteren Fortsetzungen zu entschließen. Die Fans der Reihe wären darüber sicher nicht böse.
Ein Wort zur für Ende November angekündigten deutschen Übersetzung: Wieso der deutsche Verlag (cbj) aus „The Empty Grave“ „Das Grauenvolle Grab“ macht, ist mir völlig unverständlich. Einen Grund, wieso das Grab nicht auch im Deutschen einfach leer sein kann, kann ich nicht erkennen. Aber das Thema neu erfundener statt übersetzter deutscher Titel habe ich ja schon in verschiedenen Rezensionen angesprochen.

Fazit:
Ein Abschlussband, der dem Niveau der Reihe gerecht wird. Lucy, Anthony und George werden dem Leser in guter Erinnerung bleiben.

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