Die Ausgrabung New Yorks

Hendrik M. Bekker
Die Ausgrabung New Yorks

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Das Rätsel der Ahnen

Klappentext:
Kea Webla kann sein Glück kaum fassen: Er hat endlich die Aufzeichnung über die legendäre Stadt New York gefunden und bekommt eine Expedition genehmigt. Doch ist er bereit für die Geheimnisse, die er dort finden wird?

Rezension:
Seit einer sagenhaften Katastrophe gibt es auf der Erde nur noch die Kultur des Südkontinents. Was davor geschah, berichten nur Legenden. Als Kea Webla Aufzeichnungen über die legendäre Stadt New York findet, organisiert er sofort eine Expedition. Tatsächlich findet er die Überreste der Stadt – und in ihr lebende Menschen.
Hendrik M. Bekker lässt seine Leser in diesem kurzen SciFi-Abenteuer lange im Unklaren, was es mir dem Protagonisten und der Kultur, der er angehört, auf sich hat. Welchen Charakter die lange zurückliegende Zerstörung der alten Kultur hatte, wird nicht aufgelöst. Die Überraschung am Ende dieser Kurzgeschichte ist ganz anderer Natur.
Auch wenn diese Kurzgeschichte natürlich keinen epischen Handlungsbogen bietet, ist sie routiniert geschrieben und bietet eine Auflösung, die durchaus zum Nachdenken anregt. Fans klassischer SciFi-Ideen kann diese kleine utopische Zwischenmahlzeit eine interessante Unterhaltung bieten.

Fazit:
Diese SciFi-Kurzgeschichte bedient sich klassischer Stilmittel.

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„Lord Breakinghams Geheimnis“, der von Rezensenten gelobte Jugendroman um einen Jungen, der unerwartet auf ein Internat gehen muss und Schockierendes über seine eigene Herkunft erfährt, ist in einer überarbeiteten Neuauflage erschienen. Ein Entwicklungsroman über den Wert der Freundschaft.
Nähere Infos zum Buch findet ihr hier: https://lordbreakingham.wordpress.com/
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Ein Fall für Wells & Wong – 6 – Tödliches Spiel in Hongkong

Robin Stevens
Ein Fall für Wells & Wong – 6 – Tödliches Spiel in Hongkong

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Das Rätsel der Jadenadel

Klappentext:
Als Hazels geliebter Großvater stirbt und sie nach Hause reisen muss, begleitet Daisy sie gern ins ferne Hongkong. Doch als sie bei Hazels Familie eintreffen, entdecken sie zu ihrer Überraschung ein neues Familienmitglied: Baby Teddy. Als wäre das noch nicht genug der Aufregung, ereignen sich gleich zwei Tragödien in der Wong-Familie: Ein Mord und eine Entführung halten alle in Atem und niemand ist vor Verdächtigungen sicher … nicht einmal Hazel.
Die Mädchen müssen besser denn je zusammenarbeiten, sich geheimnisvollen Verdächtigen und fadenscheinigen Detektiven stellen, um den Fall aufzuklären – bevor es zu spät ist …

Rezension:
Kaum sind die Weihnachtsferien mit den Mordfällen in Cambridge zu Ende, erhält Hazel einen Anruf ihres Vaters aus Hongkong. Ihr Opa ist gestorben, und auch wenn sie es natürlich nicht bis zur Beerdigung schaffen kann, soll sie die Trauerzeit bei ihrer Familie verbringen, um den Opa traditionell zu ehren. Als Hazel darauf besteht, Daisy mitzubringen, stimmt ihr Vater nach kurzem Zögern zu. Daisy ist natürlich begeistert. Zusätzlich zur Trauer um ihren geliebten Opa warten auf Hazel jedoch weitere unangenehme Überraschungen. Sie hat einen Halbbruder bekommen, der als Erbe der neue Liebling ihres Vaters ist. Seine Töchter sind diesem anscheinend nicht mehr ganz so wichtig. Kurz darauf wird auch noch Hazels ehemalige persönliche Dienerin ermordet. Und durch die Umstände könnte Hazel sogar auf die Liste der Verdächtigen geraten …
Nach dem Intermezzo des Fan-Bandes „Mordfälle und Sahnetörtchen“ schließt Robin Stevens in diesem 6. regulären Band ihrer „Ein Fall für Wells & Wong“-Reihe beinahe direkt an die Ereignisse in Band 5 „Mord unterm Mistelzweig“ an. Mit der Verlagerung der Handlung nach Hongkong ändert sich für die beiden jungen Hobbydetektivinnen manches. War in England Daisy stets die unbestrittene Anführerin des Duos, muss sie die Kontrolle hier zunehmend an Hazel abtreten, die die hiesige Kultur im Gegensatz zu ihr kennt und versteht. Der Autorin gelingt es, Daisys innere Zerrissenheit zwischen ihrem Willen, stets die Kontrolle zu behalten, und ihrer Erkenntnis, in vielen Situationen ohne Hazels Kenntnisse hilflos zu sein, glaubhaft darzustellen. Das zeigt sich schon, wenn sich die Dienerschaft der Wongs mit Hazel natürlich auf Kantonesische unterhält – und Daisy kein Wort versteht. Auch muss die auf ihre Herkunft bedachte ‚ehrenhafte Daisy Wells‘ erkennen, dass die Verhältnisse ihrer Familie im Vergleich zu den Wongs schon fast als ärmlich erscheinen. Hier hat jedes Familienmitglied seine eigene private Dienerin und seinen eigenen Chauffeur – auch Hazel. Genau hier tritt übrigens auch ein kleiner Logikfehler zutage, der für die eigentliche Handlung allerdings unbedeutend ist. Dass Hazels Chauffeur, Wo On, diese und Daysi fährt, ist natürlich logisch. Aber wieso fährt Wo On auch, wenn Hazel mit ihren Eltern unterwegs ist? Da wäre der Chauffeur ihres Vaters doch logischer.
Der Autorin gelingt es auch in diesem Band wieder, eine überzeugende Detektivgeschichte klassischer Machart ganz im Stil der Miss-Marple-Romane, nur mit erheblich jüngeren Protagonistinnen, abzuliefern.
Was allerdings auch hier wieder ins Auge fällt, sind die erheblich unterschiedlichen Altersempfehlungen des deutschen Verlags (Knesebeck) und des Verlags des englischen Originals (Puffin). Der deutschen Empfehlung für Leser von 12 bis 15 kann ich zustimmen und ergänzen, dass sich dieses wie auch die anderen Bücher der Reihe auch sehr gut für erwachsene Fans solcher Detektivgeschichten eignet. Die englische Altersempfehlung für Leser zwischen 9 und 11 Jahren kann ich dagegen nicht annähernd nachvollziehen. Für so junge Leser dürfte diese Reihe definitiv ungeeignet sein.

Fazit:
Auch Hazels und Daisys 6. Abenteuer kann Leser jeden Alters wieder rundum überzeugen.

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Mord post mortem

Jens Burmeister
Mord post mortem

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Tödliche Antipasti

Klappentext:
Mord auf Italienisch
Kriminalhauptkommissar Stephan Bäumler wird zu einem Tatort in der Nachbarschaft gerufen: Der Besitzer der Pizzeria Al Forno liegt erschossen vor seinem Holzofen. Stecken die Chinesen dahinter, die den Italienern in letzter Zeit die Geschäfte schwer machen? Und wie, bitteschön, kann man jemanden post mortem ermorden? Bäumler ermittelt in einem kniffligen Fall und fördert überraschende Antworten zu Tage.

Rezension:
Kommissar Bäumler ist entsetzt. Ausgerechnet der Inhaber seiner Lieblingspizzeria wurde ermordet. Kopfschuss. Wer könnte ein Motiv gehabt haben? Zunächst fällt der Verdacht auf die chinesische Konkurrenz von der anderen Straßenseite. Doch dann geschieht ein weiterer Mord – der vom logischen Standpunkt eigentlich unmöglich erscheint.
Zur Abwechslung ist in der booksnacks-Kurzgeschichtenreihe wieder mal ein Krimi erschienen. In diesem sinnt Jens Burmeister über Möglichkeiten nach, wie sich ein Mordopfer rächen kann. Wenn man übernatürliche Erklärungen ausklammert, erscheint das natürlich unmöglich. Wie es dem Autor gelingt, doch eine reale Möglichkeit zu konstruieren, kann überzeugen. So liegt auch der Schwerpunkt dieses Kurzkrimis nicht auf der Tat an sich, sondern auf den glaubwürdigen Aufbau der im Titel angedeuteten Situation.

Fazit:
Dieser Kurzkrimi konzentriert sich auf die Möglichkeit, wie sich ein Mordopfer doch noch rächen kann.
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Das Fossil

Hal Clement
Das Fossil

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Tief im Eis

Klappentext:
Auf den Spuren einer legendären Zivilisation
Der Planet Habranah ist eine Eiswelt, die sich nur sehr langsam dreht. Die der Sonne abgewandte Seite ist so kalt, dass Kohlendioxid ausfriert und Ammoniak so hart wie Stein wird. Auf der Seite, die der Sonne zugewandt ist, kann der Eisozean, der große Teile des Planeten bedeckt, zumindest teilweise auftauen. Hier befinden sich die meisten Forschungsstationen, denn Habranah ist alles andere als uninteressant: Kilometer unter der Eiskruste wurden Fossilien entdeckt, die möglicherweise die Überreste einer längst untergegangenen Spezies sind, die vor Urzeiten einmal über die gesamte Galaxis verbreitet war. Von dieser Spezies abzustammen würde beachtliches Prestige mit sich bringen. Deswegen wird die Ankunft eines menschlichen Forscherteams auf Habranah gar nicht gerne gesehen …

Rezension:
Das Ehepaar Hugh und Janice Cedar sind derzeit die einzigen Menschen, die sich an den Forschungsarbeiten auf dem Planeten Habranah beteiligen. Während Janice Archäologin ist, arbeitet ihr Mann Hugh als stellvertretenden Sicherheitschef des Teams. Die Mehrheit der Forschungsgemeinschaft stellen Angehörige anderer Spezies dar. Mehrere von diesen sind sogar geflügelt. Dieses große Interesse hat einen Grund: Die Angehörigen der 6 Spezies der Galaxie hoffen, Relikte der legendären 7. Spezies zu finden. Da bleibt Konkurrenzdenken natürlich nicht aus. Der Ruhm, nachweisen zu können, dass die eigene Art von dieser abstammt, wäre unermesslich.
Als ich auf dieses mir bisher unbekannte SciFi-Werk eines 1922 geborenen (und mittlerweile verstorbenen) mir ebenfalls unbekannten Autors stieß, waren meine Erwartungen hoch. Das klingt doch nach klassischer SciFi, also etwas, was ich schon längere Zeit nicht mehr gelesen habe. Leider wurde dieses Buch meinen hochgesteckten Erwartungen nicht annähernd gerecht. Die Handlung ist über weite Teile schlicht langweilig, Spannung kommt praktisch nie auf. Oft fällt es schwer, dem Geschehen zu folgen. Die Beweggründe der Beteiligten bleiben meist verborgen.
Was man Hal Clement allerdings zugutehalten muss, ist, dass er in diesem im Original 1993 – also schon jenseits seines 70. Geburtstags – veröffentlichten Roman in manchen Details schon fast prophetische Ideen entwickelt. Die maschinellen Übersetzer der Geschichte erinnern in mancher Hinsicht auffallend an das, was heute in diesem Bereich Realität ist.
Das reicht natürlich nicht, diese SciFi-Geschichte für den Leser interessant zu machen. Auch der Stil des Autors kann den Leser nicht mitnehmen, wobei es in diesem Punkt natürlich offen bleibt, inwieweit hier der Übersetzer eine Mitschuld tragen könnte.

Fazit:
Diese SciFi kann leider in keiner Hinsicht überzeugen.

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Die Türme von Ibjadar – 2 – Drei Tropfen Dunkelheit

Angelika Diem
Die Türme von Ibjadar – 2 – Drei Tropfen Dunkelheit

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Nachtblut

Klappentext:
Die Bewohner der Ibjadischen Reiche achten und fürchten die Gilde der Vollstrecker vom Schwarzen Turm, denn ihnen obliegt es, im Namen der Königin bei Gewaltverbrechen zu ermitteln, zu richten und zu strafen.
Caitlynn hat als jüngste Vollstreckerin ihren ersten Fall erfolgreich beendet. Dachte sie. Doch ausgerechnet dieses Urteil bringt sie nun in Gefahr, mehr als nur ihren Schmerzstein zu verlieren. Um dies zu verhindern und die Ehre ihres Meisters zu retten, muss sie den erfahrenen Vollstrecker Belard bei der Aufklärung eines Mordes auf Schloß Maesinar unterstützten und ihn von ihren Fähigkeiten überzeugen.
Die Sache hat nur einen Haken: Caitlynn scheint mehr zu sehen als ihr Ausbilder. Und der ist davon alles andere als begeistert.
Und das ist erst der Anfang. Denn hinter Maesinars glänzender Fassade ist weit mehr verborgen als „nur“ ein Mörder, der seine Geheimnisse zu hüten weiß.

Rezension:
Kaum mit der Ausbildung fertig, hat Caitlynn bereits ganz auf sich allein gestellt einen aufsehenerregenden Fall erfolgreich abgeschlossen. Das gefällt nicht allen. Deshalb soll sie als Assistentin eines erfahrenen Vollstreckers bei einem neuen Mordfall mitwirken und dabei ihre Fähigkeiten offiziell unter Beweis stellen. Zu ihrem Entsetzen muss sie jedoch feststellen, dass ihr ‚Ausbilder‘ schlichtweg unfähig ist. Er erweist sich als egozentrisch und begeht grundlegende Fehler. Wie soll Caitlynn darauf reagieren? Schließlich braucht sie von diesem Mann eine positive Bewertung.
Nachdem Angelika Diem im Sammelband „Caitlynn“ eine Sammlung von Kurzgeschichten über die Titelheldin vorlegte, in denen ihr Weg vom Teenager bis zum Ende ihrer Ausbildung als Vollstreckerin erzählt wurde, folgt jetzt ein ganzer Fantasy-Roman. Dieser baut auf den von der Protagonistin in der Kurzgeschichte „Der Baeldin-Mord“ aufgeklärten Fall auf. Im Vergleich zu den Kurzgeschichten gibt es hier natürlich in stärkerem Maße Nebenhandlungen. Das beginnt schon damit, dass die junge Vollstreckerin für die Anreise ein experimentelles und nicht ungefährliches Reisemittel benutzt. Der Schwerpunkt der Handlung liegt jedoch auf den Ermittlungsarbeiten im Mordfall und dem problematischen Verhältnis zum besserwisserischen Kollegen. Auch wenn die auf der Nutzung des angeborenen Charismas basierenden Ermittlungsarbeiten und sonstige Fantasy-Elemente ständig präsent sind, liegt der Fokus diesmal stärker auf der Aufklärung des Mordfalls. Eine damit nicht im Zusammenhang stehende Entdeckung der Protagonistin dürfte allerdings wahrscheinlich die Grundlage für spätere Abenteuer anderer Art legen.
Der Autorin gelingt es weiterhin, eine nuancenreiche und interessante Fantasy-Welt zu erschaffen, in der noch viel Potenzial für kommende Abenteuer der Protagonistin verborgen liegt.

Fazit:
Caitlynns Weg bleibt spannend. Auch in ihrem neuen Fantasy-Abenteuer lässt sie sich von nichts stoppen.

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Rowan – Tochter des Robin Hood

Nancy Springer
Rowan – Tochter des Robin Hood

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Elbenzauber

Klappentext:
Ein kurzes, heißes Feuer und plötzlich ist alles vorbei. Als Rosemary ihre Mutter an die Flammen verliert, weiß sie, dass sich ihr Leben völlig verändern wird. Denn jetzt ist sie allein auf der Welt. Nur einen Menschen gibt es, zu dem sie vielleicht gehören könnte. Und obwohl sie nicht sicher ist, was sie erwartet, beschließt sie ihn zu suchen. Also wird aus Rosemary Rowan, ein Junge, der sich auf die gefahrvolle Reise zum Sherwood Forest macht, um dort einen Mann aufzuspüren, von dem Geschichten und Lieder Großes erzählen: Robin Hood, Beschützer der Armen, Geächteter, Held – und ihr Vater.

Rezension:
Während die 13-jährige Rosemary beim Kräutersammeln ist, spürt sie überrascht, dass ihre Mutter einen Schutzzauber auf sie legt. Als der Zauber kurz darauf schlagartig wieder erlöscht, ist dem Mädchen klar, dass das nur eins bedeuten kann: Ihre Mutter ist gerade gestorben! Auf der heimischen Waldlichtung findet Rosemary die noch glimmenden Reste des Hauses und die verkohlte Laiche ihrer Mutter. Abdrücke von Hufeisen verraten ihr, dass Männer des Lords die Kräuterfrau, Hexe und Halbelbe ermordet haben. Was soll sie jetzt alleine machen? Das Mädchen beschließt, sich zu ihrem Vater durchzuschlagen, den sie noch nie getroffen hat: den allseits berühmten Robin Hood. Da eine solche Reise für ein Mädchen undenkbar ist, verkleidet dich Rosemary als Junge – und nennt sich fortan Rowan.
Historisches Abenteuer, Jugend- oder sogar Kinderbuch und Fantasy – Nancy Springers Buch passt in mehrere Kategorien. Die Magie der Elben trifft auf den sagenhaften Geächteten, und das alles mit einer jungen Protagonistin. Der Autorin gelingt es, daraus ein Ganzes zu machen, wenn auch der Anteil an Fantasy-Elementen relativ gering und für die eigentliche Handlung nahezu bedeutungslos bleibt. Mit anderen Worten: Die Geschichte hätte mit minimalen Änderungen auch ganz ohne Elben und Magie funktioniert. Dafür passt sich Rowans Abenteuer gut in die traditionelle Legende um Robin Hood ein. Schließlich wurde in keiner mir bekannten Interpretation behauptet, der hätte wie ein Mönch gelebt. Dass die Umgangsformen unter den Geächteten dem Mädchen, das bisher allein mit seiner Mutter gelebt hat, ziemlich grob vorkommen, ist wohl kaum verwunderlich.
Nancy Springer erzählt ihre Geschichte in einer sehr geradlinigen Erzählart, die vermuten lässt, dass das Buch für recht junge Leser konzipiert ist. Die Empfehlung von 12 bis 15 Jahren finde ich da fast etwas zu hoch gegriffen. Im Original stellt dieses Buch den 1. Band der „Tales of Rowan Hood“-Reihe dar, deren weitere Bände es anscheinend nie ins Deutsche geschafft haben. Über die Gründe kann ich nur spekulieren. Allerdings denke ich, dass dieses Buch (wie auch die weiteren der Reihe) durchaus geeignet gewesen wäre, ausreichend Leser zu finden.

Fazit:
Dieses mittelalterliche Jugendabenteuer mit Fantasy-Elementen hätte durchaus mehr Bekanntheit verdient.

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Running Girl

Simon Mason
Running Girl

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Übersetzung: Karsten Singelmann

Eine Frage der Schuhe

Klappentext:
Geh chillen, Sherlock – hier kommt Garvie Smith
Garvie Smith ist 16, sieht hammer aus, hat ein fotografisches Gedächtnis und den höchsten IQ, den es je an der Schule gegeben hat – plus die miesesten Noten. Wozu auch der Stress? Das Leben nervt total. Nie passiert irgendwas Spannendes … Bis eines Tages die Leiche von Garvies Ex-Freundin Chloe aus dem Teich gefischt wird. Und der junge Kommissar Singh sich bei seinen Ermittlungen einfach zu dämlich anstellt. Jetzt muss Garvie wohl oder übel eingreifen. Langeweile? Endlich mal keine. Schule? Muss halt warten.

Rezension:
Garvie hat Null Bock auf Nichts. Obwohl er hochintelligent ist und nur aus Langeweile über komplexe Zahlen nachsinnt, ödet ihn die Schule nur an. Lieber hängt er mit seinen Freunden rum, raucht Joints und konsumiert Alkohol. Als jedoch seine Klassenkameradin Chloe erst vermisst und schließlich ermordet aufgefunden wird, erwacht sein Interesse. Er will den Mörder entlarven und dem zuständigen Kommissar beweisen, dass er besser als die Polizei ist.
Simon Masons jugendlichen Kriminalroman zu beurteilen, fällt nicht leicht. Einerseits ist da der Mordfall, der sich im Laufe des Buches interessant entwickelt und zum Ende hin wirklich spannend wird. Andererseits schlägt ein Protagonist zu Buche, der am Anfang nicht gerade sympathisch erscheint und auch im Verlauf der Handlung nicht allzu viele Sympathiepunkte dazugewinnt. Eine Identifikationsfigur ist Garvie sicher nicht. Zumindest für niemanden, der solche Bücher liest.
Auch der Stil des Autors ist teilweise äußerst gewöhnungsbedürftig. Ganze Kapitel werden dem Leser in Form eines Verhörprotokolls präsentiert, beispielsweise wenn der 16-jährige Protagonist einen Klassenkameraden befragt. Das liest sich dann so (Zitat vom Anfang des 18. Kapitels):
Ort: Elendsquartier; Zimmer im Obergeschoss; Einrichtung heruntergekommen; Geruch nach Kreide und Urin.
Erscheinung des Befragenden: lässig; gewinnend; schwarze, zerknitterte Schuluniform der Marsh Academy.
Erscheinung des Befragten: angespannt, schweißglänzendes Gesicht; bekleidet mit weißer Weste und Sporthose.
DI Garvie Smith: Also. Du hast sie belästigt.
Alex Robinson: Fick dich!
DI Garvie Smith: Hast sie angerufen, sie mit Nachrichten zugeballert, bist ihr gefolgt.
Alex Robinson: Das weißt du doch. (Raucht, reicht ihm Joint hinüber) Jeder weiß das. Also was soll’s?
DI Garvie Smith: Was ist passiert?
Alex Robinson: Nichts ist passiert. …
(„Befragender“ ist Garvie selbst, „Befragter“ sein Kumpel Alex, der von zuhause abgehauen ist.) Unter einem Roman stelle ich mir eigentlich etwas anderes vor.
Leider gibt es auch ein paar Logikschwächen. So fällt dem Protagonisten beispielsweise beim Foto des Mordopfers sofort auf, dass die Sportschuhe farblich nicht zum Jogginganzug passen und das extrem auf Mode bedachte und etwas eingebildete Mädchen nie so auf die Straße gegangen wäre. (VORSICHT, es folgt ein geringfügiger Spoiler!) Es stellt sich heraus, dass dem Opfer am Tag zuvor die Sportschuhe gestohlen worden waren und der Täter schnell neue kaufte, um es wie einen Mord während des Joggings aussehen zu lassen. Ein so auf sein Aussehen bedachtes und nicht in Armut lebendes Mädchen, das täglich joggte, soll kein 2. Paar Sportschuhe besessen haben?
Der (abgesehen von den Protokoll-Kapiteln) angenehm lesbare Schreibstil des Autors sowie der spannende Fall mit diversen falschen Fährten können leider nicht über die Mängel hinwegtrösten, sodass insgesamt gesehen nur eine mittelmäßige Gesamtbeurteilung dieses Buches herauskommen kann.

Fazit:
Der an sich interessante Mordfall wird leider von einem unsympathischen Helden und stilistischen Schwächen getrübt.

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Die Akte Bram Stoker

Lisanne Courbet
Die Akte Bram Stoker

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Ahnenforschung der anderen Art

Klappentext:
London, 2012, am 100. Todestag von Bram Stoker.
In einem Bankschließfach tauchen geheime Dokumente des Schöpfers von Dracula auf, die den Verdacht nahelegen, dass der weltberühmte Roman womöglich auf echten Tatsachen beruht. In London bricht eine hysterische Jagd nach der Wahrheit aus.
Valea Horak wird unfreiwillig in diese Jagd verwickelt, als sie einen befreundeten Journalisten auf einer Pressekonferenz vertritt. Dort trifft sie ihre Jugendliebe Julian Schwarz wieder. Kurz darauf werden die mit der Untersuchung betrauten Historiker mit eindeutigen Einstichen am Hals und vollständig ausgeblutet aufgefunden. In den Bisswunden finden Forensiker tote DNA-Spuren aus einem rumänischen Grab des 15. Jahrhunderts. Die Polizei steht vor einem Rätsel.
Gemeinsam mit Julian stellt Valea ihre ganz eigenen Nachforschungen an und muss feststellen, dass das Geheimnis um die Entstehungsgeschichte von „Dracula“ unheimliche Parallelen zu ihrer eigenen Familiengeschichte birgt.
Doch sie ist nicht die einzige, die ein persönliches Interesse an der Wahrheit hat. Während Valeas Leben durch unheimliche Ereignisse immer weiter aus der Bahn geworfen wird, verdichten sich Hinweise auf eine wirkliche Existenz des legendären Vampirs.
Eine gefährliche Suche zwischen London, Wien und Budapest beginnt. Doch die Wahrheit ist noch viel dunkler, als Valea und Julian glauben.
Die Akte Bram Stoker. Ein Fest für alle Fans des Vaters aller Vampir-Romane. Ein düsterer Thriller, der das klassische Vampir-Genre feiert. Und eine poetische Reise in die Vergangenheit eines Buches, das sich öfters verkauft hat, als die Bibel.

Rezension:
Pünktlich zum 100. Todestag Bram Stokers kündigt die Bank of England an, an diesem Tag ein kurz vor dessen Tod vom Schriftsteller persönlich angelegtes Schließfach verfügungsgemäß zu öffnen. Das öffentliche Interesse ist natürlich sofort geweckt. Als sich in der Kassette Dokumente finden, die die Vermutung nahelegen, Stokers berühmter Roman könnte auf Tatsachen beruhen, steigt das Medieninteresse ins Unermessliche. Schon bald tauchen Mordopfer auf, deren Todesursachen stark an Vampirbisse erinnern. Während die ermittelnde Kommissarin davon überzeugt ist, vorsätzlich getäuscht zu werden, bemerkt die österreichische Literaturstudentin Valea Horak, dass es überraschende Berührungspunkte zu ihrer eigenen Familiengeschichte zu geben scheint. Aber auch ganz andere Kräfte scheinen an den Entwicklungen hochgradig interessiert zu sein.
Lisanne Courbet bekennt sich im Nachwort ausdrücklich als Fan von Bram Stoker und dessen Roman „Dracula“. Nach dem Lesen dieses Buches wäre dieses Bekenntnis aber kaum nötig gewesen, geht die Autorin in ihrem Buch doch detailliert auf diverse Elemente des Originals und dessen Entstehungsgeschichte ein. Genau darauf beruht die Handlung ihres eigenen Buches. Die Prota- und Antagonisten, aus deren Blickwinkeln die Geschichte wechselweise erzählt wird, unterscheiden sich schon in dem Punkt, ob sie an die tatsächliche Existenz der unsterblichen Blutsauger glauben oder nicht. Da ist Detective Chief Inspector Annie Marrell, deren feste Überzeugung darin besteht, dass die auf vampirische Aktivitäten hindeutenden Indizien gefälscht sind. Die andere Seite vertritt die Studentin Valea Horak, die bei ihren privaten ‚Ermittlungen‘ zunehmend davon überzeugt wird, dass es wirklich Vampire gibt und ihre eigenen Vorfahren wiederholt mit ihnen in Berührung gekommen sind. Außerdem taucht ein katholischer Orden, der sich der Vampirjagd verschrieben hat, auf, dessen Mitglieder schnell die Rolle der Antagonisten zugewiesen wird.
Auch wenn sich in diesem Buch alles um (wahre oder vorgetäuschte?) Vampire dreht, liegt der Schwerpunkt der Handlung doch auf Thriller-Elementen und ganz diesseitige Gewalt und deren Androhung. Vampire spielen eine überraschend kleine Rolle. Ob diese überhaupt wirklich existent sind, wird hier natürlich nicht verraten. Das Buch kann seine Leser mit dem gelungenen Handlungsaufbau jedenfalls durchaus fesseln. Den größten Minuspunkt stellt ein etwas zu ausführlich wiedergegebenes altes Tagebuch dar, das sich über zahlreiche Seiten hinzieht und alles andere als spannend zu lesen ist.

Fazit:
Dieser Thriller greift Bram Stokers Werk „Dracula“ auf und erforscht die Auswirkungen, falls dieses auf wahren Begebenheiten beruhen sollte.

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Fladremin – 2 – Der Hüter der Fladrea

Dominik Schmeller
Fladremin – 2 – Der Hüter der Fladrea

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Eine Seefahrt, die ist … gefährlich

Klappentext:
Larimas abenteuerliche Reise geht weiter.
Nur ein Wunsch treibt Larima an: Fladremin zu erreichen, die Heimat ihres Volkes.
So begibt sie sich auf eine gefährliche Reise ins Unbekannte, die noch kein Hallinger vor ihr gewagt hat, vertraut sich einem Wegweiser der Fladrea an und folgt seinem magischen Licht aufs offene Meer hinaus.
Doch Larima ahnt nicht, dass nicht alle ihre Feinde vernichtet wurden. Finstere Gesellen setzen sich auf ihre Spur und wollen mit allen Mitteln verhindern, dass sie die Fladrea findet.

Rezension:
Larima ist sich sicher, dass sie der für alle anderen unsichtbare Lichtstrahl nach Fladremin, die Heimat ihres Volkes, führen kann. Doch anscheinend gibt es in ganz Lanning, der größten Handelsstadt ganz Hallingens, kein einziges hochseetaugliches Schiff. Außerdem erhält Semi einen Brief seiner Eltern, die ihn ultimativ auffordern, seine Ziehschwester nicht weiter zu begleiten, sondern unverzüglich auf die heimische Burg zurückzukehren. Keine leichte Entscheidung für ihn. Obendrein haben Eschenstabs Gefolgsmänner Koskan und Lurge den Kampf überlebt und sinnen nun auf Rache an Larima und allen, die zu ihr stehen.
Band 2 von Dominik Schmellers Fantasy-Reihe „Fladremin“ setzt unmittelbar da an, wo Band 1 endet. Dass die Protagonistin alles daran setzen würde, die Reise in die Heimat ihres Volkes fortzusetzen, war natürlich zu erwarten, sodass der Fortgang der Handlung nicht verwundert. Selbstverständlich baut der Autor seinen Helden auch diesmal wieder diverse Hindernisse ein und bringt sie schließlich in eine anscheinend aussichtslose Situation. Zahlreiche neue Figuren betreten die Bühne. Im Gegensatz zum Vorgänger gibt es diesmal eine Nebenhandlung, die rund 1½ Jahrhunderte vor Larimas Reise angesiedelt ist, im Endeffekt aber natürlich eine wichtige Rolle für die Haupthandlung einnimmt. Damit gelingt es Dominik Schmeller, die hohen Erwartungen, die von Band 1 geweckt wurden, zu erfüllen und die Handlung weiterhin interessant und spannend zu halten. Nach dem abschließenden Cliffhanger darf man auf den finalen 3. Band dieser Trilogie sehr gespannt sein.

Fazit:
Auch ohne die üblichen verdächtigen Wesen kann diese Fantasy-Reihe um das mysteriöse Volk der Fladrea weiterhin völlig überzeugen.

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Penny Küfer ermittelt – 3 – 20.000 Morde unter dem Meer

Alex Wagner
Penny Küfer ermittelt – 3 – 20.000 Morde unter dem Meer

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Eine Frage der Dosis

Klappentext:
Axel Sandorf, Wirtschaftsmagnat und Visionär, hat erreicht, wovon andere nur zu träumen wagten: An Bord der größten privaten Unterseeyacht, die die Welt je gesehen hat, durchkreuzt er die Ozeane. Penny kann ihr Glück nicht fassen, als ausgerechnet sie eine Einladung des menschenscheuen Milliardärs ergattert. Eine Vergnügungskreuzfahrt unter dem Meer soll es werden – doch wo Penny ist, da lässt der erste Mordanschlag nicht lange auf sich warten. Anstelle exotischer Fische jagt die ambitionierte Jungdetektivin bald einen Giftmischer, der ihr in jeder Hinsicht überlegen scheint …

Rezension:
Kaum hat sie ihre Detektivprüfung bestanden, erhält Penny überraschend eine Einladung auf das private U-Boot des berühmten Milliardärs Sandorf. Wieso gerade sie? Ihre bisherigen detektivischen Erfolge sind in der Öffentlichkeit schließlich unbekannt geblieben. Doch dieses Rätsel lässt sich schnell lösen. Dass auf dem Schiff gleich reihenweise Giftanschläge geschehen, stellt schon ein erheblich größeres Problem dar. Wird es Penny diesmal vielleicht sogar gelingen, einen Mord zu verhindern?
Auch im mittlerweile 3. Abenteuer ihrer angehenden Privatdetektivinnen Penny Küfer schickt Alex Wagner ihre Protagonistin in der Tradition klassischer Detektivgeschichten wieder an einen abgeschiedenen Ort, an dem die Anzahl Verdächtiger stark eingeschränkt ist. Diesmal dient die luxuriöse Unterseeyacht eines Superreichen als Handlungs- und Tatort. Dass ihr Gastgeber eigentlich in ganz anderer Hinsicht an Penny interessiert ist, macht dieser das Leben nicht leichter. Ein Tatort in internationalen Gewässern erschwert es zusätzlich, Hilfe von außen zu bekommen.
Sowohl die Autorin als auch ihre Protagonistin gewinnen zunehmend Routine. Trotzdem wirkt dieser Fall auf mich nicht ganz so überzeugend wie der im 2. Band dieser Reihe. Manches erscheint hier etwas verwirrend, da (auch im Nachhinein) nur teilweise erkennbar wird, wie die Heldin des Buches zu ihren Schlussfolgerungen gelangt. Trotzdem dürfte sich jeder Anhänger klassischer Detektivgeschichten auch mit diesem Abenteuer der unerfahrenen Detektivin wieder gut unterhalten fühlen.

Fazit:
Penny Küfers 3. Fall führt den Krimi-Fan wieder in die Welt der Superreichen und ihrer Probleme.

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