Die Tochter des Uhrmachers

Kirsten Weiss
Die Tochter des Uhrmachers

(Übersetzung Gabriele Westphal)

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Das Geheimnis des Journals

Klappentext:
Mit Volldampf voraus.
Kalifornisches Territorium, 1848. Gold wurde entdeckt, und ein Dorf namens San Franzisco ist wie leergefegt, weil alle Männer dem Rausch verfallen den Ort verlassen haben. Dampfbetriebene Technologie steckt noch in den Kinderschuhen.
Die neunzehnjährige Engländerin Sensibility Grey hat ihre Kindheit und Jugend damit verbracht, im Labor ihres Vaters zu spielen und dabei die feine englische Lebensart verpasst. Aber als ihr Vater völlig verarmt stirbt, wird sie nach San Franzisco in die Obhut eines Onkels geschickt, den sie noch nie im Leben gesehen hat.
Das kalifornische Territorium hält so viele Gefahren bereit, dass selbst die unbezähmbare Miss Grey an ihre Grenzen stößt. Verfolgt von Regierungsagenten, einem Geheimbund und dem rätselhaften Mr. Night muss Sensibility die seltsamen Aufzeichnungen ihres Vaters entziffern, nicht ahnend, dass sie damit die Welt für immer verändern wird.
Zauber, Zorn und Zerstörung. DIE TOCHTER DES ERFINDERS ist ein Pre-Steampunk-Roman voller Spannung, der im kalifornischen wilden Westen zur Zeit des Goldrausches spielt.

Rezension:
Nach dem Tod ihres Vaters reist Sensibility zu ihrem ihr unbekannten Onkel nach California. Ohne Mutter ist sie nie als feine Dame erzogen worden, sondern hat viel von der Arbeit ihres Vaters als Uhrmacher und Erfinder gelernt. Doch als das Schiff in San Franzisko (diese Schreibweise wird im kompletten Buch verwendet) ankommt, ist die Stadt beinahe männerlos, denn in den Bergen wurde kürzlich Gold gefunden. Fast ausschließlich Frauen, Kinder und verlassene Schiffe gibt es hier noch. Von Sensiblilitys Onkel ist keine Spur zu finden. Dafür scheinen auffallend viele andere Leute zu wissen, wer sie ist, und sie schon zu erwarten. Alle diese machen ihr mehr oder weniger offen klar, dass sie die Aufzeichnungen ihres Vaters – eine der wenigen Dinge, die sie vor seinen Gläubigern Retten konnte – wollen. Schon bald weiß Sensibility nicht mehr, wem sie vertrauen kann, gehen die verschiedenen ‚Interessenten‘ doch nicht gerade auf die ‚vornehme englische Art‘ vor. Und ihr Onkel ist deren Geisel.
Worum handelt es sich bei „Die Tochter des Uhrmachers“? Am besten könnte man dieses Buch wohl als ein Steampunk-Western-Abenteuer mit Fantasy-Elementen bezeichnen, wobei Steampunk und Western abwechselnd in den Vordergrund treten, während die Fantasy eher eine Nebenrolle spielt. Gerade dieser Genre-Mix, der in keine Schublade so richtig hineinpasst, macht den Reiz dieses Buches aus. Wird die junge Frau in dem Land, das nicht mehr spanisch/mexikanisch, aber auch noch nicht so richtig US-amerikanisch ist, die richtigen Entscheidungen treffen? Wird sie den richtigen Leuten vertrauen? Und was steckt eigentlich wirklich hinter den Aufzeichnungen ihres Vaters? All diese Fragen garantieren viel Spannung. Zusammen mit dem gelungenen Handlungsaufbau und einem gut lesbaren Schreibstil entsteht so eine gelungene Story für alle Leser, die auch mal die Grenzen ihres Lieblingsgenres überschreiten können. Hinzugefügt sei, dass die Autorin viel Wert auf historische Genauigkeit (abgesehen natürlich von den Steampunk- und Fantasy-Elementen) legt und auf bewusste Abweichungen im Nachwort ausdrücklich hinweist.
Im englischen Original, wo der Titel „Steam and Sensibility“ lautet, gibt es bereits 2 weitere Teile um Sensibility Greys Abenteuer. Somit bleibt nur zu hoffen, dass diese demnächst auch auf Deutsch erscheinen.

Fazit:
Steampunk, Western, Adventure und Fantasy – und das alles im selben Buch. Wer eine solche Mixtur mag, sollte diesem Buch einen Blick gönnen.

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Fitzmorton und der lächelnde Tote

Peter Hardcastle
Fitzmorton und der lächelnde Tote

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Des Reverends Geheimnis

Klappentext:
Mord! Phileas Fitzmorton, der hinkende Inspektor von Scotland Yard, und sein Assistent Sergeant John Miller werden auf den Landsitz von Sir Travis Crimpleby gerufen. In dem vornehmen Gutshaus wurde ein pensionierter Oberst erschossen aufgefunden. Eines ist seltsam: Der Tote hält eine Bibel in der Hand, und er lächelt …
Eine scheinbare Idylle, unterdrückte Leidenschaften, verbotene Liebe und jede Menge Verdächtige – Inspektor Fitzmorton muss sich mächtig ins Zeug legen, um den kaltblütigen Mörder zu entlarven!
Fitzmorton hat das Zeug zur schrulligen Kultfigur – sein erster Fall: humorvoll, schnörkellos und spannend erzählt!

Rezension:
Der bei seinen Vorgesetzten nicht übermäßig beliebte Inspektor Fitzmordon muss schnellstens zum Herrenhaus des Barons Crimpleby eilen. Der Hausherr wurde am Morgen tot in seinem Sessel in der Bibliothek aufgefunden. Ein Loch in seiner Schläfe lässt keinen Zweifel an der Todesursache aufkommen. Seltsamerweise scheint von seinen Angehörigen keiner ernsthaft zu trauern. Die Aussagen der Nachbarn sind auch nicht besonders glaubwürdig. Wird Fitzmorton zusammen mit seinem Assistenten Miller und dem Dorfpolizisten den Fall lösen können?
Peter Hardcastles Krimi kommt fast schon altmodisch daher. Auf Action wird in der Handlung komplett verzichtet. Stattdessen erlebt der Leser den Fall nahezu ausschließlich in Dialogen und den Gedanken des Inspektors und einiger anderer Personen. Am Ende löst Inspektor Fitzmordon das Rätsel in typischer Agatha-Christie-Manier in einer Gesprächsrunde aller Beteiligten auf. Trotz der ‚unmodernen‘ Erzählweise kann dieser Krimi den Leser fesseln, kommen auf diese Weise doch auch Gedanken des Inspektors zum Tragen, die mit dem eigentlichen Fall nichts zu tun haben. Beispielsweise stört er sich an dem adligen Ambiente, muss er doch befürchten, nach dem Tod eines entfernten Cousins, der sein einziger lebender Verwandter ist, von diesem selbst den Titel eines Barons zu erben.
Die genaue Handlungszeit wird in diesem Buch zwar nicht genannt, jedoch kann man aus der Tatsache, dass der Inspektor über die Erfolgsquote seiner Fernseh-Kollegen nachdenkt, schlussfolgern, dass es eine relativ moderne Zeit ist. Andererseits spielt die Geschichte eindeutig noch vor dem Handy-Zeitalter.

Fazit:
Dieser Kriminalroman im klassischen Stil kann den Leser in seiner ruhigen Erzählweise durchaus fesseln.

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Wilde Jagd

Kathrin Brückmann
Wilde Jagd

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Ausflug ins Moor

Klappentext:
Der Fund einer Moorleiche rüttelt das beschauliche Füchtorf auf. Als Kai vorschlägt, sich den schaurigen Fund in der Halloween-Nacht anzusehen, kriegt Sara es mit der Angst zu tun. Aber als einziges Mädchen in der Clique muss sie sich beweisen. Kneifen gilt nicht!
Und so machen die fünf sich auf ins nebelverhangene Moor, nicht ahnend, was sie dort erwartet …

Rezension:
Sara lebt erst seit kurzem bei ihrer Tante in einem kleinen Dorf in Norddeutschland. Die einzigen Freunde, die sie bisher finden konnte, sind 4 Jungs. Als Wissenschaftler kurz vor Halloween eine Moorleiche finden, halten Saras Freunde es für einen gelungenen Halloween-Ausflug, nachts heimlich ins Moor zu schleichen, um den noch nicht abtransportierten Fund zu besichtigen. Um nicht als Memme dazustehen, bleibt Sara nichts übrig, als mitzugehen.
Kathrin Brückmanns Kurzgeschichte schafft es auf knappen Raum nicht nur, eine Halloween-typische Gruselstimmung aufzubauen, sondern auch, alle beteiligten Personen ausreichend vorzustellen, was bei anderen Kurzgeschichten leider oft zu kurz kommt. Dies führt dazu, dass man „Wilde Jagd“ als wirklich gelungenen Jugend-Horror bezeichnen kann. Auch wenn im Anhang darauf hingewiesen wird, dass diese Story eigentlich ‚nur‘ eine ausgekoppelte Nebenhandlung eines umfangreicheren Werkes ist, kann man sie ohne Einschränkungen für sich alleine lesen, ohne etwas zu vermissen.

Fazit:
Eine gelungene Horror-Kurzgeschichte, die man nicht nur am 31. Oktober genießen kann.

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Klaftertief: II Tempelhof

Marcus Schütz
Klaftertief: II Tempelhof

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Die verschwundene Jungfrau

Klappentext:
Ein BVG-Mitarbeiter entdeckt im U-Bahnschacht der U6 eine aufgebrochene Wand. Dahinter befindet sich ein blutüberströmter Altar. Onkel Max und St. Germain reisen ins Tokay des 18. Jahrhunderts zu ORMUS und kehren als junge Burschen zurück. Prof. Weise vom Bode-Museum macht die Entdeckung seines Lebens. Kommissar Schulz weitet seine Suche nach der verschwundenen Sophia bis nach Rennes-le-Chateau in den Pyrenäen aus. Doch wie immer kommt er zu spät…
Ein spannender Krimi und Abenteuerroman, der Mittelalter und 21. Jahrhundert verbindet.

Rezension:
Seit den Abenteuern in Polen sind Jahre vergangen. Sophia hat ihren 18. Geburtstag erreicht und macht sich zusammen mit ihrem Bruder Lukas und Marek sowie ihrem Onkel Max daran, das Abenteuer von damals abzuschließen. Tatsächlich finden sie mitten im dichtbebauten Tempelhof eine geheime Kammer. Während Marek und Lukas jedoch reich belohnt zurückkehren, sind Sophia und Onkel Max zunächst verschwunden. Sophias Mutter will eine Vermisstenanzeige aufgeben, doch Kommissar Schulz glaubt Lukas natürlich kein Wort – bis ein U-Bahn-Mitarbeiter zufällig auf die unterirdische Kapelle stößt. Kommissar Schulz vermutet einen Mord, doch sind Lukas und Marek Opfer oder Täter?
Nicht nur Sophia und ihre Freunde sind erwachsen geworden, sondern auch der Erzählstil der Geschichte. War Band 1 noch ein Jugend-Fantasy-Abenteuer, haben wir es in diesem 2. Band eher mit einem Fantasy-Krimi zu tun. Leider führt das dazu, dass beide Bände nicht wie aus einem Guss wirken. Der Anfang dieses Bandes mit Rückblicken auf die 16-jährige Sophia kommt noch etwas konfus daher, doch ab der Suche nach dem verschwundenen Mädchen wird die Geschichte deutlich flüssiger. Hier beginnt sie dann auch, richtig Spaß zu machen. Autor Marcus Schütz hätte wahrscheinlich gut daran getan, diesen Stil von Anfang an zu wählen. Auch wenn der Leser zunächst besser als die Verwandten und die Polizei über den Verbleib der Vermissten informiert ist, entsteht hier schnell Spannung. Wenn sich diese Steigerungskurve im zu erwartenden abschließenden Band 3 fortsetzt, könnte dieser sich wirklich lohnen.

Fazit:
Diese Urban-Fantasy-Reise durch halb Europa bietet ein im Verlauf steigendes Niveau und bietet der noch fehlenden Fortsetzung Potential.

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Saint Lupin’s Academy 1: Zutritt nur für echte Abenteurer!

Wade Albert White
Saint Lupin’s Academy 1: Zutritt nur für echte Abenteurer!

(Übersetzung Ulrike Köbele)

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Das Erbe aus der alten Welt

Klappentext:
In Drachenfeuerbällen durch die Gegend fliegen und sprechende Vögel als Navigationsgerät benutzen – das steht auf Annes Stundenplan, seit sie Schülerin an einer der berühmt-berüchtigten Abenteuerakademien ist. Eigentlich total cool … wenn da nicht plötzlich dieses klitzekleine Problem wäre: Zusammen mit ihrer besten Freundin Penelope, dem jungen Zauberer Hiro und dem magischen Handbuch für Abenteurer muss Anne eine tödliche Prophezeiung innerhalb von nur drei Tagen (!) lösen, das Schicksal der Akadamie, ja, sogar das der ganzen Welt hängt davon ab. Um ihr neu gewonnenes Zuhause nicht zu verlieren, müssen Anne und ihre Freunde Sandwölfe und Zombiehaie bezwingen, ohne zu ahnen, dass der schlimmste Gegenspieler noch auf sie wartet!

Rezension:
Anne lebt in einem Waisenhaus, in dem die Kinder misshandelt und ausgebeutet werden. Und das schon, so lange sie denken kann. Doch ihr 13. Geburtstag steht kurz bevor, und dann kann sie das Waisenhaus endlich verlassen. Wenn sie jedoch nicht an einer der Abenteuerakademien auf genommen werden, bleibt den dem Waisenhaus Entkommenen nur die Arbeit im Steinbruch. Anne und ihre beste Freundin Penelope haben auf ihre Bewerbungen jedoch nur Absagen erhalten. Trotzdem nehmen sie sich fest vor, den Schritt in ein abenteuerliches Leben zu schaffen. Schon bald können die beiden Mädchen und der gleichaltrige Hiro sich nicht über einen Mangel an Abenteuern beklagen.
Aus einem erniedrigenden Waisenhaus an eine magische Abenteuerakademie – welcher Fan jugendlicher Fantasy fühlt sich da nicht an Harry Potter erinnert? Der titelgebende Name der Akademie verstärkt diese Erwartung natürlich noch zusätzlich. Überraschenderweise halten sich die Parallelen jedoch sehr in Grenzen. Wo Harry Potter als Urban Fantasy mit einer deutlichen Verankerung in der realen Welt daherkommt, bieten Annes Abenteuer keinerlei Verbindung zu dieser. Dafür wird die Fantasy hier mit einem Schuss SciFi gewürzt. Auch wird die Ausnutzung der Waisen hier noch stärker überzeichnet, als es bei Harry der Fall ist. Ebenso überraschend ist es, dass der Autor bewusst Rollenspiel-Elemente in die Handlung einbaut, indem die Mitglieder des Abenteuerteams beispielsweise durch das Ziehen von Karten ihre Rolle im Team festlegen müssen.
Auch Wade Albert Whites Schreibstil lässt vermuten, dass der Autor eine ‚Hauptzielgruppe‘ etwas unterhalb de typischen Harry-Potter-Alters anpeilt. Trotzdem lässt sich das Buch auch für ältere Leser gut lesen, bergen die teilweise schon als skurril zu bezeichnenden Handlungselemente doch auch einiges an Humor.
„Saint Lupin’s Academy 1: Zutritt nur für echte Abenteurer!“ lautet der deutsche Titel. Saint Lupin’s Academy? Und Zutritt haben nur echte Abenteurer? Da muss sich der deutschsprachige Leser zunächst wundern. „Saint Lupin’s“ ist nämlich der Name des Waisenhauses, und wer dort ist, will eigentlich nur so schnell wie möglich weg. Auch wenn sich dieser Widerspruch im Laufe der Handlung teilweise auflöst, entsteht er doch nur aus der Tatsache, dass sich der deutsche Verlag (wie leider nur zu oft) einen komplett neuen Titel ausdenken ‚musste‘, statt den Originaltitel zu übersetzen. Der lautet nämlich „The Adventurer’s Guide to Succsessful Escapes“ (etwa: „Des Abenteurers Führer zum erfolgreichen Entkommen“), was der Handlung sehr viel näher kommt. Außer einem neuen Titel wurde für die deutsche Ausgabe (wie es leider schon fast üblich ist) auch ein komplett neues Cover entworfen, wobei man in diesem Fall allerdings eingestehen muss, dass dieses optisch besser als das Original wirkt.
Wie der (deutsche) Titel schon verrät, handelt es sich um einen Teil 1, womit natürlich klar ist, dass das Ende des Buches nicht das Ende der Geschichte ist. So verwundert es nicht, dass Anne das Rätsel um ihre Herkunft noch nicht lösen kann. Das bleibt einer Fortsetzung vorbehalten.

Fazit:
Fans jugendlicher Fantasy-Abenteuer, die auch an verrückten Einfällen Geschmack finden, werden von diesem Buch nicht enttäuscht werden.

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Klaftertief: I Marienburg

Marcus Schütz
Klaftertief: I Marienburg

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Baphomets Brunnen

Klappentext:
In den Ferien entdecken die Teenager Sophia, Lukas und Marek in Marienburg (Polen) ein geheimnisvolles Pergament. Ein gefährliches Abenteuer beginnt. Baphomet führt die Teens in ein unterirdisches Verlies. Die in der Geisterstunde gefangenen Tempelritter stellen Sophia vor eine große Aufgabe…
Ein spannender Krimi und Abenteuerroman, der Mittelalter und 21. Jahrhundert verbindet.

Rezension:
Die 12-jährigr Sophia und ihr 2 Jahre älterer Bruder aus Berlin verbringen zusammen mit ihren Eltern den Urlaub in Polen nahe der Marienburg, wo sie den polnischen Jungen Marek kennenlernen. Nachdem sie ein altes Pergament mit mystischen Hinweisen entziffert haben, steigen sie in einen alten Brunnen, in dem sie den Schatz der Tempelritter vermuten.
Die Erzählstruktur dieses Buches richtet sich offenbar vordergründig auf Leser in Sophias Alter, was man dem Autor natürlich nicht vorwerfen kann. Doch obwohl der Schreibstil flüssig lesbar daherkommt, wirkt die Geschichte irgendwie nicht ‚rund‘. Speziell bei den Fantasy-Elementen ist oft nicht erkennbar, was Tatsache und was Phantasie der Protagonisten ist. Auch wenn zu diesem Zeitpunkt schon klar ist, dass es eine Fortsetzung gibt, und sowohl den Beteiligten als auch dem Leser bekannt ist, dass das Abenteuer weitergeht, sobald Sophia 18 ist, kommt das Ende dann doch sehr abrupt. Wie diese Fortsetzung ohne große Änderungen der Erzählstruktur mit dann erwachsenen Protagonisten funktioniert, muss sich zeigen, denn die grundlegende Handlung um den Deutschen Orden und die Tempelritter ist trotz der genannten Schwächen durchaus interessant.

Fazit:
Dieses Abenteuer, dass die Zeit der Kreuzzüge mit dem Heute verknüpft, hat leider mit ein paar erzählerischen Schwächen zu kämpfen.

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Das Erbe der Macht – 5 – Silberregen

Andreas Suchanek
Das Erbe der Macht – 5 – Silberregen

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Unterwegs im falschen London

Klappentext:
Max ist nach langem Heilschlaf erwacht. Um das erlebte Grauen zu verarbeiten, wird er zum Psychologen des Castillos geschickt. Der hat eine ganz besondere Fähigkeit, die Max‘ Seele heilen soll. Doch will dieser überhaupt geheilt werden?
Unterdessen geht die Jagd nach den Sigilsplittern weiter. Alex und Jen bekommen es mit einer noch nie dagewesenen Herausforderung zu tun. Und natürlich sind auch ihre Feinde nicht weit.

Rezension:
Max ist wach. Endlich! Die körperlichen Schäden seiner Folter sind getilgt, doch wie sieht es mit den seelischen aus? Wird er über die genau so schnell hinwegkommen? Unterdessen suchen Jen, Alex und Clara nach dem nächsten Sigil-Splitter. Die Spur führt sie mitten in eine Dimensionsfalte, wo einiges merkwürdige Wege zu gehen scheint.
In dieser Folge der „Das Erbe der Macht“-Reihe nimmt Autor Andreas Suchanek das Tempo zunächst etwas zurück und konzentriert sich auf Max’ seelischen Zustand. Dieser Handlungsstrang nimmt in diesem 5. Band einen recht breiten Raum ein und erscheint verglichen mit dem bisherigen Verlauf der Reihe relativ untypisch. Doch auch die Splitter-Suche des aus Alex, Jen und Clara bestehenden (Teil-)Teams verläuft zunächst relativ ruhig. Allerdings machen sie dabei eine überraschende Entdeckung, und schon bald gibt es an diesem Schauplatz reichlich Action. Werden sie den Sigil-Splitter finden, oder wird ihnen die Schattenfrau auch hier wieder im Weg stehen? Am Ende strebt die Handlung einem (vorläufigen) Höhepunkt entgegen – und macht auch diesmal wieder Lust auf mehr.

Fazit:
Der 5. Band der Reihe verfügt über ungewohnt viele ruhige Abschnitte, treibt die Handlung zum Ende hin jedoch auf eine Entscheidung zu.

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Gentlemen in Space

Grit Richter (Hrsg.), Ingrid Pointecker (Hrsg.)
Gentlemen in Space

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Gar höfliche Raumfahrer

Klappentext:
Als Gentleman bezeichnet man einen Ehrenmann der aufgrund seiner Geburt, seines Charakters oder anderer Umstände in irgendeiner Form sozial herauszuheben ist. Jeder Gentleman lebt den Kodex von Ritterlichkeit, Charakterstärke und Lebenskunst – doch oft variieren diese Eigenschaften von Mann zu Mann.
In ferner Zukunft gibt es sie noch: Gentlemen! Doch man muss schon in den Weiten diverser Galaxien nach ihnen suchen und findet sie gerne auch an überraschenden Orten, wie zum Beispiel einem Friseursalon, zwischen Weltraumschaben oder vor einem Teller Spaghetti.
Die Gentlemen in den hier vorliegenden 12 Geschichten sind ganz verschieden, doch es eint sie das Streben nach hehren Zielen. Die einen retten das Universum, andere ihre ganz eigene kleine Welt. Manchmal für Ruhm und Ehre, ein anderes Mal für das Herz der Liebsten. Doch eines ist klar, was auch immer die Gentlemen tun, sie tun es mit Stil!

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
David Knospe: „Fast normal hier“
Melanie Schneider: „Gentleman’s Cut“
Angela Stoll: „Lord Byron, ein Tutu und keine Schafe“
Markus Cremer: „Die Jules III und die Falle der Weltraumhaie“
Katharina Fiona Bode: „Sirulent“
Eliza Bauer: „Gentleman of the Shade“
Michael Schäfer: „Celeste und der schwarze Nomos“
Thomas Waldschicht: „Der Jagdplanet“
Fabian Dombrowski: „Alteritas – Tanzschritte in die Unendlichkeit“
Robert von Cube: „Zwei von der gleichen Schule“
Andrea Bienek: „Ein Tag im Herbst“
Elisabeth Hofer: „Der letzte Gentleman“
„Gentlemen in Space“ – der Titel dieser Anthologie sagt eigentlich ziemlich deutlich, worum es in den darin enthaltenen Kurzgeschichten geht: betont höfliches Verhalten im SciFi-Ambiente. Und diesem Anspruch werden die Helden und ‚Helden‘ der einzelnen Stories auch gerecht. Dabei ist die Bandbreite – wie man es von Anthologien gewohnt ist – groß und reicht vom klassischen Raumfahrt-Szenario bis hin zu Geschichten, in denen das SciFi-Element (leider) eher als Randbemerkung daherkommt.
Besonders gefallen können – zumindest meiner Meinung nach – die Geschichten, die an Bord eines Raumschiffs handeln. Namentlich genannt seien hier „Die Jules III und die Falle der Weltraumhaie“ über die Abenteuer einer etwas eigenartigen Besatzung, die es mit raumfahrenden Haien und Kakerlaken zu tun bekommt, „Celeste und der schwarze Nomos“, wo ein verwahrlostes Raumschiff vom Raumpiraten angegriffen wird, und „Alteritas – Tanzschritte in die Unendlichkeit“ über den Erstkontakt mit einer Kultur, mit der (fast) keine Kommunikation möglich ist.
Diese genannten hätten jede für sich 5 Sterne verdient. Leider erreichen jedoch nicht alle Geschichten dieses Niveau, doch hätte viele der nicht genannten auch jzumindest 4 Sterne verdient. Wirkliche negative Ausrutscher, die man als No-Go bezeichnen könnte, sind in dieser Anthologie jedoch nicht zu finden.

Fazit:
Gentlemenlikes Benehmen gibt es auch in ferner Zukunft noch. Wer’s nicht glaubt, kann es hier nachlesen.

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Das Vampirgen

Lena Wagner
Das Vampirgen

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Romanze ohne Biss

Klappentext:
Alexis Sommers hält sich für ein ganz normales Mädchen, bis sie erfährt, dass es Vampire nicht nur in Romanen, sondern auch in der Wirklichkeit gibt. Als sie sich dann noch verliebt, ist ihr Gefühlschaos komplett. Unvorhersehbare Ereignisse führen Alexis immer mehr in eine mystische, unbekannte Welt, in der sie auf einmal selbst eine wichtige Rolle einnimmt. Plötzlich erkennt sie, dass auch in dieser Welt verschiedene Mächte gegeneinander antreten …

Rezension:
Alexis ist eine ganz normale Schülerin, die mit ihrer Mutter und ihrer kleinen Schwester in Florida lebt. Zum anstehenden Schulball würde sie am liebsten überhaupt nicht erst gehen, doch da dieser Pflicht ist, nimmt sie widerstrebend die Einladung des Mädchenschwarms der ganzen Schule an. Anscheinend ist sie das einzige Mädchen weit und breit, das nicht auf diesen Jungen steht. Doch dann stößt sie in der Stadt zufällig mit einem fremden Jungen zusammen, den sie sofort unwiderstehlich findet. Dieser sie anscheinend auch. Bald merkt sie jedoch, dass mit dem Jungen irgendwas nicht stimmt, und sehr schnell ist dieser auch bereit, ihr zu gestehen, was das ist: Er ist ein Vampir.
Auch wenn Titel und Klappentext dieses Buches auf eine Vampir-Fantasy hindeuten, beinhaltet es leider 90 % Romanze und nur 10 % Fantasy. Während der Anfang der Story noch authentisch wirkt, kann man das vom weiteren Verlauf der Liebesgeschichte leider nicht mehr sagen. Außer dass ihr neuer Freund ihr von seinem vampirischen Dasein berichtet, bekommt Alexis es nur auf wenigen Seiten mit der Welt der Unsterblichen zu tun. Dieser kurze Abschnitt ist leider beinahe alles, was den Fantasy-Fan an Lena Wagners Geschichte reizen kann.

Fazit:
Viel Romanze, wenig Vampirismus – dieser Geschichte fehlt leider in großen Teilen der Biss.

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Das Amulett des Trebeta

Marie Gräff
Das Amulett des Trebeta

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Allein unter Geistern

Klappentext:
Von einem Mädchen, das keine Lust hatte, tot zu sein.
Einer Wette mit Gott.
Und dem, was geschieht, wenn Gott dem Schicksal ein Schnippchen schlägt.
Die Eifel im Februar 1817: Dorftrottel Willy bekommt unerwarteten Besuch. Sie heißt Helene, ist tot – und sie hat einen Plan. Mit Willys Hilfe will sie in ihre Heimatstadt Trier zurückkehren, um dort eine Wette mit Gott zu gewinnen.
Für den jungen Willy beginnt das Abenteuer seines Lebens. Hin- und hergerissen zwischen aufdringlichen Geistern, finsteren Prophezeiungen und dem Versuch, die Wette zu gewinnen, muss er seine ganz eigenen Kämpfe bestehen. Und sich immer wieder einer Frage stellen: Hat er die Macht, das Schicksal zu verändern, oder ist alles bereits seit Urzeiten vorbestimmt?
Historische Phantastik mal ganz anders: Frech, unkonventionell, packend. Und mit einem originellen Erzähler: Gott selbst.

Rezension:
Ein verregnetes Jahr und ein strenger Winter führen zu einer Hungersnot in der Eifel des frühen 19. Jahrhunderts. Als der Bauernjunge Willy im Wald nach Eicheln sucht, damit er und seine Familie nicht verhungern, trifft er unerwartet auf den Geist eines Mädchens namens Helene. Dieser ist überzeugt, wieder ins Leben zurückkehren zu können, wenn er eine Wette mit Gott höchstpersönlich gewinnt. Da es aber nur sehr wenige Menschen mit der Gabe, Geister sehen und hören zu können, gibt, überredet Helene Willy, sie nach Trier zu begleiten, denn genau dort müssten sie gemeinsam das Schicksal ändern, um die Wette zu gewinnen. Nach anfänglichem zögern stimmt Willy zu, denn aus Trier kam auch das letzte Lebenszeichen seines vor Jahren verschwundenen Vaters.
Alles in allem erscheint dies als ein recht ungewöhnliches Setting für einen Fantasy-Roman. Um es aber gleich vorwegzunehmen: Es funktioniert. Willy und Helene, die zunächst nur eine Zweckpartnerschaft eingehen, respektieren sich im Laufe des gemeinsamen Abenteuers immer mehr. Natürlich läuft sowohl Helenes Versuch, das Schicksal zu verändern, als auch Willys Suche nach dem Grab seines Vaters völlig anders als erwartet. Auf den Leser wartet so manche überraschende Wendung, kommt doch auch noch ein alter Wächter, der ein gefährliches Geheimnis zu hüten hat, ins Spiel. Marie Gräffs Geschichte kann den Leser nicht zuletzt durch diese Überraschungen fesseln. Lediglich die eingestreuten Zwischenkapitel, in denen Gott persönlich die Geschehnisse ironisch kommentiert, tragen zur Handlung, die sich grob an einer alten Trierer Sage orientiert, nicht viel bei und unterbrechen diese eher unnötig.

Fazit:
„Das Amulett des Trebeta“ ist ein eher ungewöhnliches Fantasy-Abenteuer, das seinen eigenen Reiz abseits des Mainstreams besitzt.

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