Magische Realitäten: Die verkannte Gabe des Mr. Plummer

Peggy Weber (Hrsg.)
Magische Realitäten: Die verkannte Gabe des Mr. Plummer

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Ein skurriles Sammelsurium

Klappentext:
Da, wo sich die Grenzen von Fantasie und Realität überschneiden, wo das Magische mit dem Alltäglichen sich vereint, da ist unsere Anthologie angesiedelt. Eine Sammlung von 23 bisher unveröffentlichten phantastischen Kurzgeschichten nimmt Sie mit auf die Reise zu den Welten, die im Geheimen und Verborgenen liegen, voller Rätsel und Mystik. Wir präsentieren 17 Autoren, die sich in diesen unheimlichen Bereich vorgewagt haben: Matthias Falke, Jacqueline Montemurri, Peggy Weber, Dr. Olaf Lahayne, Vertigo Stray Cat, Christoph Steven, Laura Mench, Kevin Cegla, Regine Bott, Tobias Reckermann, Susanne Ulrike Maria Albrecht, Christian Künne, Julia Annina Jorges, Regina Schleheck, Sebastian Görlitzer, Senta Kuharsky, Rico Gehrke

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
Julia Annina Jorges: Das Abflussphänomen
Matthias Falke: Atropos oder Das Holzhaus am Alten See
Peggy Weber: Katzenwolken
Dr. Olaf Lahayne: Die letzte Jagd
Vertigo Stray Cat: Frauenmuseum
Christoph Steven: Das seltsame Schweigen der Reichen
Laura Mench: Diagnose
Kevin Cegla: Das Cellospiel
Vertigo Stray Cat: Krähenflug
Regine Bott: Die verkannte Gabe des Mr. Plummer
Tobias Reckermann: Schattenschürer
Jacqueline Montemurri: Die Galerie des Herrn Mevis Tofeles
Susanne Ulrike Maria Albrecht: Lass mich hinübergehen!
Christian Künne: Die graue Hütte
Jacqueline Montemurri: Begegnung
Christoph Steven: Der Abtrünnige
Regina Schleheck: Jim Herrenlos
Sebastian Görlitzer: Die Insel
Vertigo Stray Cat: Hoffnungsvoll verloren
Senta Kuharsky: Wenn der Kreis sich schließt
Senta Kuharsky: Parallelen
Senta Kuharsky: In der Stille
Rico Gehrke: Wo bist du?
Peggy Weber: Nichts
Rico Gehrke: Die eiserne Schere
Rico Gehrke: Kriech um dein Leben

Hier findet der Leser thematisch fast alles. Der Bogen dieser Anthologie reicht von den einzigartigen Erlebnissen einer Schülerin über die Probleme eines Arztes und unheimliche Abenteuer im ländlichen Amerika bis hin zum Kennenlernen einer Regenwörmin. Eine Inhaltsangabe aller enthaltenen Geschichten würde den Rahmen dieser Rezension sprengen.
Die (incl. Bonus) 26 Kurzgeschichten dieser Anthologie unterscheiden sich gleich in mehrfacher Hinsicht ausgesprochen stark voneinander.
Zuerst wäre da das Genre zu nennen. Obwohl Titel und Klappentext auf Magie und damit Fantasy deuten, spielen magische Elemente (zumindest im wörtlichen Sinn) in kaum einer der Geschichten eine Rolle. Auch sonst kann man nur die wenigsten der enthaltenen Kurzgeschichten der Fantasy zuordnen. Einen erheblich größeren Anteil nehmen SciFi- und Horror-Themen ein. Und dann wäre da noch ein nicht gerade kleiner Anteil, der eigentlich in kein Genre passt. Diese Stories kann man eigentlich nur als skurril bezeichnen.
Auch die Erzählformen der einzelnen Geschichten sind sehr unterschiedlich, und leider muss man das auch von der schriftstellerischen Qualität sagen. Während es hier durchaus ein paar Highlights gibt („Die letzte Jagd“, „Krähenflug“, „Die Galerie des Herrn Mevis Tofeles“, „Jim Herrenlos“), kann man einen Großteil der Stories leider nur als mittelmäßig bezeichnen. Einzelne gehören sogar in die Kategorie „Müll“.
Wie soll man ein solches Sammelsurium nun bewerten? Das ist natürlich alles andere als einfach. Während durchaus einzelne Kurzgeschichten enthalten sind, die für sich alleine überzeugen können und denen eine Veröffentlichung in einer Sammlung gleichwertiger Werke zu gönnen wäre, hinterlässt ein anderer – leider deutlich größerer – Teil einen eher gemischten Eindruck. Und dann die Beiträge, die einfach nur schlecht sind …

Fazit:
Eine Anthologie, die alle Bereiche der Phantastik abdeckt, aber leider nur wenige Höhepunkte bietet.

eBook

Der schwarze Garten

Dorothe Zürcher
Der schwarze Garten

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Im Schutz des Schlangenrings

Klappentext:
Während des ‚Sechseläuten-Festes‘ wird die WC-Anlage des Zürcher Großmünsters gesprengt und brennt aus. Die Polizei spricht von Vandalismus. Die junge Carina vermutet etwas ganz anderes. Sie fragt sich, ob eine dunkle Macht aus den Erzählungen unserer Vorfahren durch das vergessene Gräberfeld seinen Weg ins Freie fand.
Früher hätte sich Carinas Vater, der Meister über den schwarzen Garten – einem keltischen Kultplatz von Zürich –, dieses Verdachts angenommen. Doch vor einem Jahr wurde ihr Vater unter mysteriösen Umständen ermordet. Carinas Bruder befürchtet, seine Schwester wolle die düsteren Kräfte des Gartens wieder heraufbeschwören und vertreibt sie aus der Stadt.
Eine Irrfahrt zu anderen vergessenen Kultorten und alten Legenden der Schweiz beginnt. Dabei versucht Carina, neue Erkenntnisse zu gewinnen, um die Stadt zu befreien. Vor allem aber muss sie sich gewahr werden, wie groß ihre Schuld am Tod ihres Vaters ist…

Rezension:
Carina, die von ihrer Familie meist Kaia genannt wird, und ihrem Halbbruder widerstrebt es, das schwarzmagische Erbe ihres gestorbenen Vaters anzutreten. Als ihre Heimatstadt Zürich jedoch erst von anscheinendem Vandalismus und später sogar von einem Erdbeben erschüttert wird, ist ihnen klar, dass dunkle Kräfte am Walten sind. Obwohl sich die Geschwister über den richtigen Weg uneins sind, erkennen sie doch, dass nur die Kräfte des Schwarzen Gartens, den sie von ihrem Vater übernommen haben, helfen können, die Stadt zu schützen.
Bei einem in der Schweiz handelnden Buch, in dem auch regional typische Ausdrücke verwendet werden, ist es hilfreich, dass es einen Glossar gibt, in dem einige der benutzten Ausdrücke erklärt werden. Leider gibt es im Text aber auch einige lokale Ausdrücke, die im Glossar fehlen. So dürfte es für die meisten deutschen Leser nicht offensichtlich sein, dass sich Carinas Familienname Degiesser von der Berufsbezeichnung „Gießer“, ergänzt durch den französische Adelsvorsatz „de“ herleitet.
Die Autorin führt ihre Leser in ein Zürich, in dem viele Gestalten aus örtlichen Sagen aktiv sind. Am Anfang fällt es etwas schwer, in die Handlung hineinzufinden. Erst nach und nach werden dem Leser die magischen Zusammenhänge und Carinas Familienverhältnisse klar. Erschwerend kommt hinzu, dass den meisten Lesern außerhalb der Züricher Region die als Grundlage der Handlung dienenden Sagen fremd sein dürften. So fällt es einem bis zum Ende dieser Urban-Fantasy-Geschichte schwer, einzuordnen, um wen (oder was) es sich beim ‚Butler‘ der Familie und den ‚Gärtnern‘ handelt. Trotzdem hinterlässt das Buch am Ende einen durchaus positiven Gesamteindruck, und man fühlt sich gut unterhalten.

Fazit:
Auch ohne Kenntnis der sprachlichen und lokalen Eigenheiten kann man dieses Buch Urban-Fantasy-Fans empfehlen.

Taschenbuch

Feuerschule (Magie hinter den sieben Bergen 5)

Diandra Linnemann
Feuerschule (Magie hinter den sieben Bergen 5)

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Hexenspektakel am Rheinufer

Klappentext:
MAGIC CONSULTANT AND SOLUTIONS …
Auch ohne Lizenz hat Helena Weide, staatlich geprüfte Hexe, alle Hände voll zu tun. Eine prestigeträchtige Bonner Privatschule engagiert sie, um eine Projektwoche zu leiten. Währenddessen soll sie unauffällig herausfinden, wie es zu verschiedenen mysteriösen Zwischenfällen in der Abschlussklasse kommen konnte. Leider verfügt Helena nicht über die Begeisterung ihrer berühmten Mutter und tut sich mit dem Magieunterricht schwer. Auch die Rivalitäten und das konstante Drama der Jugendlichen zehren an ihren Nerven. Wenigstens steht ihr eine begeisterte junge Lehrerin zur Seite, während sie versucht, die Energien der Schülerinnen zu bändigen.
Glücklicherweise gibt es reichlich Ablenkung, denn Helenas Sekretärin Maria plant ihre Hochzeit mit deren Ex-Freund Raphael, und die Stadt benötigt ihre Expertise in einer sensiblen Angelegenheit.
Die Beziehung zu Falk gerät unterdessen ins Wanken, als Helena beschließt, sich in seine Privatangelegenheiten einzumischen. Natürlich kann sie die Sache mit dem Familienfluch nicht auf sich beruhen lassen – vor allem, wenn der Fluch das Leben des Mannes bedroht, den sie liebt.

Rezension:
Die Existenz von Hexen und anderen magischen Wesen ist allgemein bekannt – was jedoch nicht heißt, dass diese in der Bevölkerung besonders beliebt sind. Helena könnte als Gründerin und Inhaberin einer magischen Firma mit Sekretärin und Assistenten, der im ‚Nebenjob‘ auch ihr Freund ist, eigentlich zufrieden sein. Da ihre Hexenlizenz nach einen Zwischenfall jedoch bis zu dessen Klärung eingezogen wurde, sind ihrer Tätigkeit momentan Grenzen gesetzt. Die Möglichkeit, einen Magiekurs an einen elitären Privatschule abzuhalten, sollte ihr also eigentlich ganz recht sein. Jedoch fehlt es Helena an der richtigen Begeisterung fürs Unterrichten. Dass sich die Kursteilnehmerinnen – ausnahmslos Mädchen, von denen eines unbewusst Magie wirken soll – als ziemlich zickig erweisen, macht ihr diese Aufgabe nicht gerade sympathischer.
„Feuerschule“ ist schon der 5. Band in Diandra Linnemanns „Magie hinter den sieben Bergen“-Reihe. Wer die vorherigen Bände nicht kennt, wird zu Anfang ein paar Probleme haben, in die Handlung hineinzufinden. Spätestens wenn sich ab Beginn des Magiekurses an der Schule die Ereignisse überschlagen, spielen diese fehlenden Vorkenntnisse jedoch kaum noch einen Rolle. Die Autorin liefert hier ein detailreiches Urban-Fantasy-Spektakel ab, in dem von rheinischer Gemütlichkeit nichts zu spüren ist. Lediglich ein paar Nebenhandlungen würde eine Straffung guttun. Dem Buch muss man bescheinigen, ordentlich lektoriert zu sein.

Fazit:
Urban Fantasy im Herzen Bonns – dieses Konzept funktioniert auffallend gut.

Taschenbuch
eBook

Lockwood & Co. – The Hollow Boy

Jonathan Stroud
Lockwood & Co. – The Hollow Boy

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Rückseitentext:
As a massive outbreak of supernatural Visitors baffles Scotland Yard and causes protests throughout London, Lockwood & Co. continue to demonstrate their effectiveness in exterminating spirits. Anthony Lockwood is dashing, George insightful, and Lucy dynamic, while the skull in the jar utters sardonic advice from the sidelines. There is a new spirit of openness in the team now that Lockwood has shared some of his childhood secrets, and Lucy is feeling more and more as if her true home is at Portland Row. It comes as a great shock, then, when Lockwood and George introduce her to an annoyingly perky and hyper-efficient new assistant, Holly Munro.
Meanwhile, there are reports of many new hauntings, including a house where bloody footprints are appearing, and a department store full of strange sounds and shadowy figures. But ghosts seem to be the least of Lockwood & Co.’s concerns when assassins attack during a carnival in the center of the city. Can the team get past their personal issues to save the day on all fronts, or will bad feelings attract yet more trouble?
Danger abounds, tensions escalate, and new loyalties form in this third delightfully terrifying adventure in the critically acclaimed Lockwood & Co. series.

Rezension:
Eigenartige Dinge passieren – und das nicht nur im von Geistern heimgesuchten London. Nein, auch in unserer ganz realen Welt. Band 3 der „Lockwood & Co.“-Reihe, „The Hollow Boy“, war ursprünglich sowohl in der britischen als auch in der US-Ausgabe für den 15.09.2015 angekündigt. Als ich das Buch am 15.09. jedoch bestellen wollte, war der voraussichtliche Liefertermin der britischen Ausgabe bei Amazon plötzlich für Ende Oktober angegeben. Da ich nicht so lange warten wollte, bestellte ich mir die US-Ausgabe. Als ich mich jetzt nach dem Lesen gerade daran machte, diese Rezension zu verfassen, musste ich überrascht feststellen, dass die britische Ausgabe mittlerweile bei Amazon überhaupt nicht mehr gelistet ist. Hm? Was ist denn da los? Haben Lucy und ihre Kollegen bei der Suche nach Besuchern etwa den Verlag verwüstet? Die deutsche Übersetzung „Die Raunende Maske“ ist jedoch weiterhin für den 19.10.2015 angekündigt. (Wie man sieht, habe ich diese Rezension schon vor einiger Zeit verfasst.)
Aber kommen wir zum Buch selbst: Die Lage in England wird immer schlimmer. Im Londoner Stadtteil Chelsea nehmen die übernatürlichen Aktivitäten dermaßen überhand, dass sich die DEPRAC – die zuständige Aufsichtsbehörde – gezwungen sieht, ganze Straßenzüge zu evakuieren. Nach ihren bisherigen Erfolgen sind die Dienste der Agentur Lockwood & Co. so gefragt, dass Lockwood, George und Lucy oft jeder für sich alleine an verschiedenen Fällen parallel arbeiten müssen, um der vielen Aufträge Herr zu werden. So kann es nicht weitergehen! Deshalb stellt Lockwood eine Bürohilfe ein, Holly. Diese ist zwar ein Organisationstalent, Lucy kommt mit ihr allerdings überhaupt nicht gut aus. Das ändert sich auch nicht grundlegend, als Holly Lucy aus einer selbstverschuldeten komplizierten Lage befreit.
Doch schließlich hat George eine Theorie, wo die Ursache des katastrophalen ‚Chelsea-Outbreaks‘ liegen könnte. Um der Spur folgen zu können, müssen sich Lockwood und seine Freunde jedoch auf eine Zusammenarbeit mit ihrem Erzrivalen Kipps einlassen. In einem Kaufhaus, dass angeblich gar nicht von Erscheinungen heimgesucht wird, treffen sie des Nachts gleich auf hunderte. Als dann auch noch ein mächtiger Poltergeist in Erscheinung tritt, befinden sich alle Anwesenden in höchster Lebensgefahr.
Dem namensgebenden ‚hohlen Jungen‘ begegnen wir erst fast am Ende des Abenteuers. Wieso bei diesem Buch der Originaltitel – im Gegensatz zu den Bänden 1 und 2 – nicht ins Deutsche übersetzt, sondern ein abweichender erfunden wurde, erschließt sich mir jedoch nicht.
Wie bereits bei den vorherigen Bänden angemerkt, halte ich die Einstufung als Kinderbuch für fraglich. Jugendbuch fände ich erheblich passenden. Die Tatsache, dass Band 1 2013 für den „Los Angeles Times Book Prize“ in der Kategorie „Young Adult Literature“ nominiert war, zeigt wohl deutlich, dass ich mit dieser Meinung nicht alleine stehe.

Fazit:
Jonathan Stroud schafft es, das Niveau der beiden Vorgänger zu halten. Die „Lockwood & Co.“-Reihe bietet auch weiterhin echtes Suchtpotential. Ich kann diese Reihe allen Fantasy- und Detektiv-Story-Begeisterten nur empfehlen.

gebundenes Buch
Taschenbuch
Hörbuch
gebundenes Buch in der deutschen Übersetzung
eBook in der deutschen Übersetzung
Hörbuch in der deutschen Übersetzung

Hexenstein

Bianca Bolduan
Hexenstein

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Ein Jahrhunderte altes Grauen

Klappentext:
Ein Ort in Thüringen, ein scheinbar unauffälliger Hinkelstein in einem Garten und Frauen, die den Verstand verlieren; auch im zweiten Band der „Darcer“-Reihe geht es um einen realen Platz mit starken energetischen Belastungen.
Was dort im Jahre 1710 geschah, führte zu einem der letzten Hexenprozesse dieser Gegend. Doch bis in die Gegenwart hinein ranken sich um den „Hexenstein“ Gerüchte, denn all jene, die ihn fortbewegen wollen, sterben. Geologische Untersuchungen ergeben nichts und jährlich pilgern Hunderte Schaulustige zu diesem Ort, an dem einst Furchtbares geschah und bis heute keine Ruhe einkehren kann.
Um die Bewohner des Ortes vor noch mehr Schaulustigen zu schützen, wird der Standort verschleiert. Auch die Namen wurden geändert. Die Geschichte nicht!

Rezension:
1711 in einem kleinen Dorf in Thüringen. Der älteste Sohn des örtlichen Großbauern verliebt sich in die Tochter der im Wald lebenden Kräuterfrau. Doch diese Verbindung ist unvorstellbar. Schließlich hat der Bauer schon lange mit dem Schmied geklärt, dass ihre Kinder einmal heiraten sollen, und Kräuterfrauen gelten in der Gemeinschaft eher als notwendiges Übel und werden generell ihrer Nähe zur Hexerei verdächtigt. So nimmt das Unheil seinen Lauf.
2011 im selben Dorf. Eine Familie kauft ein seit einiger Zeit leerstehendes Haus. Der Vater ist lungenkrank und muss dringend in eine Umgebung mit besserer Luft ziehen. Der Tochter der Familie fallen jedoch schnell unheimliche Vorgänge auf.
Selbstverständlich sind die Vorgänge trotz des zeitlichen Abstands von 300 Jahren miteinander verwoben. Während die historische Geschichte jedoch interessant und spannend zu lesen ist, driftet die aktuelle Handlung schnell in eine vorhersehbare Geisterstory mit noch vorhersehbarerem Ausgang ab. Hinzukommt, dass die Autorin sowohl im Klappentext als auch im Buch selbst versucht, das Geschehen als reale Handlung zu verkaufen. Obwohl das Buch in einem gut lesbarem Sprachstil verfasst ist, kann man es aus den genannten Gründen höchstens für esoterisch Interessierte empfehlen.

Fazit:
Eine vorhersehbare Fantasy-Story, die als reale Geschichte ausgegeben wird.

eBook

Rynestig – 1 – Wolfsmohn

Margarethe Alb
Rynestig – 1 – Wolfsmohn

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Das Coming-Out als Halbelfe

Klappentext:
„Was ich nicht weiß. Macht mich nicht heiß.“ So oder so ähnlich müssen die Autoren von diversen Sagen – oder Märchenbüchern gedacht haben, als sie einfach irgendwelche Halbwahrheiten abdruckten.
Damit wird ab sofort aufgeräumt.
Aber total.
Aus diesem Grund entschloss sich eine der letzten Waldelfen die Erinnerungen an ihr langes Leben aufzuschreiben. Ihr habt bis jetzt geglaubt, weiße Frauen zu beobachten wäre lustig? Wölfe verspeisten nur so zum Spaß Menschen?
Oder Zwerge sind kleine, goldgierige Stinker? Na gut, sind sie. Einige von ihnen jedenfalls.
Als Kräuterfrau und Halbelfe war Margarethe ein turbulentes Leben garantiert. Wer kann denn außer ihr schon von sich behaupten, auf einem Werwolf geritten oder von einer Nymphe aufgeklärt worden zu sein.
Worüber? Ich werde mich hüten, hier und jetzt alles zu verraten. Macht euch ein paar schöne Stunden und lest es doch einfach selbst.

Rezension:
Thüringen im Jahre 1510. Margarethe und ihre Freundinnen erzählen sich gerne gegenseitig Gruselgeschichten. Als eines der Mädchen behauptet, in einer Vollmondnacht eine Weise Frau gesehen zu haben, vereinbaren sie, zum nächsten Vollmond diese Stelle gemeinsam aufzusuchen. Dach es kommt anders. Zu ihrem 16. Geburtstag wird Margarethe von ihrem Vater vor die Wahl gestellt, entweder den reichen, aber schon älteren Großbauern zu heiraten, der um ihre Hand angehalten hat, oder zu ihrer Tante mütterlicherseits, einer Kräuterfrau, in die Ausbildung zu gehen. Das Mädchen sieht in der Alternative, selbst zu einer auf Lebenszeit unverheirateten Kräuterfrau zu werden, das kleinere Übel und begleitet ihre Tante zu deren tief im Wald gelegenen Hütte. Was Margarethe nicht weiß, ist, dass diese Tante eine Halbelfe ist und sie das Elfenerbe über ihre Mutter auch in sich trägt. Und so beginnt das große Abenteuer. Ehe sie es sich versieht, begegnet Margarethe echten Nymphen, Werwölfen, Zwergen und noch einigen anderen Wesen, die sie bisher nur aus den Gruselgeschichten kannte.
Was dem Leser zu Beginn der Geschichte nicht gleich auffällt, ist, dass „Wolfsmohn“ der Start einer Fortsetzungsgeschichte ist. So kommt das Ende dieses Bandes mitten in der – an dieser Stelle gerade spannenden – Handlung ziemlich überraschend.
Leider schafft es die Autorin nicht, während der eigentlichen Handlung den im Klappentext sowie im Vorwort aufgebauten Humor-Pegel aufrecht zu erhalten. Stattdessen dominiert hier das Abenteuer-Element, was nach dem Lesen von Klappentext und Vorwort zwar etwas überrascht, der Geschichte aber nicht schadet. Die Autorin, die die Reihe unter dem Pseudonym ihrer Heldin veröffentlicht, schafft es, eine flüssig und interessant zu lesende Fantasy-Geschichte mit lokalem Bezug zu erzählen, die Lust auf die Fortsetzungen macht.

Fazit:
Ein Fantasy-Abenteuer vor historischer Thüringer-Wald-Kulisse.

Taschenbuch
eBook

Projekt: Babylon

Andreas Wilhelm
Projekt: Babylon

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Wissenschaftler unter Ignoranten

Klappentext:
Wage zu wissen!
Im Languedoc verfällt ein Schäfer plötzlich dem Wahnsinn. Und drei Forscher geraten in Lebensgefahr, als sie der Lösung des Rätsels um eine geheimnisvolle Höhle in Südfrankreich immer näher kommen…
Blitz und Donner über den Bergen des Languedoc reißen einen Schäfer aus dem Schlaf. In einer Felshöhle sucht er Schutz vor dem drohenden Unwetter – doch als er sie wieder verlässt, ist er dem Wahnsinn verfallen. Sofort wird das Gebiet um die Felsen abgesperrt und streng bewacht.
Was hat es mit der geheimnisvollen Höhle auf sich, deren Wände mit rätselhaften Botschaften in allen Sprachen der Welt versehen sind? Und woher rührt das eigenartige Leuchten tief in ihrem Inneren? Im Auftrag der UN machen sich ein englischer Historiker, ein französischer Ingenieur und eine attraktive, aber eigenartig unnahbare deutsche Sprachwissenschaftlerin daran, die mysteriösen Inschriften zu entschlüsseln.
Schon bald heften sich Freimaurer und okkulte esoterische Zirkel an ihre Fersen. Und je näher die drei Forscher der Lösung des Mysteriums kommen, desto bedrohlicher wird ihre Lage. Da wird die junge Deutsche plötzlich von einer skrupellosen Sekte entführt…
Das fulminante Romandebüt eines jungen deutschen Autors: Voller Spannung, Action, Abenteuer und Mystik!

Rezension:
Ein französischer Schäfer stößt auf eine unbekannte, mysteriöse Höhle. Wenige Tage später bekommen ein in Hamburg lebender britischer Professor und ein französischer Ingenieur überraschend Post von der UN. Als sie der Einladung nach Genf folgen, wird ihnen gegen eine fürstliche Bezahlung angeboten, die neuentdeckte Höhle zu erforschen. Die Sache hat nur einen kleinen Haken: Das Projekt ist streng geheim, und sie dürfen ihre Forschungsergebnisse demzufolge nicht veröffentlichen. Nachdem sie den Auftrag angenommen haben, müssen sie jedoch schnell feststellen, dass diverse Geheimgesellschaften überraschen gut informiert sind. Da die Höhle zahlreiche Inschriften in verschiedenen alten Sprachen birgt, wird schließlich noch eine deutsche Sprachwissenschaftlerin hinzugezogen.
Der Autor schafft es, den Leser in ein von Anfang bis Ende spannendes Abenteuer zu entführen, wobei er zahlreiche relativ aktuelle wissenschaftliche und historische Erkenntnisse geschickt in die Handlung einflicht. Leider opfert er die Logik dabei teilweise dem Spannungsaufbau. Da wird unter dem Vorwand, eine lokale Tollwutepidemie zu erforschen, ein ganzer Berg inklusive der umgebenden Wälder einfach eingezäunt und durch schwerbewaffnete ‚Ranger‘ bewacht. Doch von der örtlichen Bevölkerung und Presse wird das anscheinend völlig ignoriert und führt zu keinerlei Verwunderung oder gar Widerstand. Selbst den – offensichtlich nicht eingeweihten – offiziellen französischen Stellen fällt offenbar nichts auf. Auch davor, dass die Tollwut, wenn sie wirklich aufgetreten wäre, den Metallgitterzaun überwinden könnte, scheint niemand Angst zu haben. Während viele der im Zusammenhang mit der Höhle und den Geheimbünden aufgeworfene Fragen zum Ende des Buches aufgeklärt werden, gibt es für diese Logikschwächen leider nicht den Ansatz einer Erklärung. Ansonsten bietet dieses Buch dem fantasyliebenden und wissenschafsbegeisterten Abenteuerfan eine spannende Unterhaltung.
„Projekt: Babylon“ stellt den 1. Band einer Trilogie dar. Da dies jedoch weder im Klappentext noch im Nachwort des Autors erwähnt wird, darf man wohl vermuten, dass die beiden Fortsetzungen ursprünglich nicht vorgesehen waren. Angemerkt sei hier auch noch, dass der Verlag den Klappentext anscheinend von einem Mitarbeiter verfassen lies, der das Buch überhaupt nicht richtig gelesen hatte. Im Laufe der Handlung wird nämlich nicht die Sprachwissenschaftlerin, sondern der Historiker entführt.

Fazit:
Ein spannendes Abenteuer mit Verschwörungselementen und einem sich im Laufe der Handlung steigernden Anteil Fantasy.

Hardcover
Taschenbuch
Hörbuch

Die geheimen Akten des Sir Conan Doyle

Raimon Weber
Die geheimen Akten des Sir Conan Doyle
(Akten 1-10 Die komplette erste und zweite Staffel)

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Ein Schriftsteller auf Abwegen

Klappentext:
Jeder kennt den ebenso scharfsinnigen wie exzentrischen Sherlock Holmes. Aber nur Wenige wissen, dass sein im Jahre 1859 in Schottland geborener Schöpfer dem Meister-Detektiv in nichts nachstand: Sir Arthur Conan Doyle schrieb nicht nur fesselnde Kriminalromane, er begeisterte sich auch für übersinnliche Phänomene und unternahm zahlreiche Reisen auf den Spuren des okkulten. In den 10 abgeschlossenen Stories Die geheimen Akten des Sir Arthur Conan Doyle wird der weltberühmte Autor und Schöpfer von Sherlock Holmes selbst zum Ermittler. Seine Fälle führen ihn auf lebensgefährliche Expeditionen ins finstere Afrika und zur arktischen Inselgruppe Spitzbergen. Es verschlägt ihn vom Hof des letzten Zaren in die tückische Einsamkeit Sibiriens. In jeder Episode begegnet Doyle einer Welt jenseits unserer Vorstellungskraft, einer Welt zwischen Leben und Tod. Bevölkert von Wesen, die wir selbst in unseren kühnsten Vorstellungen nicht erahnen können.

Rezension:
Nach Beendigung seiner schriftstellerischen Tätigkeit widmet sich Sir Arthur Conan Doyle der Erforschung des Übersinnlichen. Dabei beweist er so manche Gemeinsamkeit mit seinem literarischen Helden Sherlock Holmes, dem er seine Berühmtheit verdankt. Seine Jagt nach okkulten Vorkommnissen führt ihn vom Londoner Eastend, wo er zusammen mit einem afrikanischen Schamanen ein grausiges Wesen verfolgt, über Schottland, wo in einem See eine menschenähnliche Kreatur lebt, und Spitzbergen, wo Mitglieder einer Forschertruppe gleich reihenweise überschnappen, bis ins tiefste Sibirien, wo es die Ursache des Tunguska-Ereignisses zu erforschen gilt. Die einzelnen Kurzgeschichten sind dabei weitgehend in sich abgeschlossen und erscheinen nicht in chronologischer Reihenfolge.
Dass zahlreiche moderne Autoren die Abenteuer Sherlock Holmes’ weiterführen, dürfte Lesern von Detektivgeschichten nicht neu sein. Wenn allerdings ein Autor nicht Holmes sondern dessen Erschaffer in fiktive Abenteuer schickt, ist das schon erheblich ungewöhnlicher. Dass Sir Arthur Conan Doyle in der Realität dem Okkulten recht offen gegenüber stand, ist eine nicht unbekannte Tatsache. Immerhin ist überliefert, dass er an die Existenz von Feen glaubte und den Kontakt mit Verstorbenen während Séancen für möglich hielt. Ihn selbst als Romanhelden auf die aktive Suche nach derartigen Vorkommnissen zu schicken, dürfte allerdings eine wirklich neue Idee sein.
Dem Autoren dieser Geschichten, Raimon Weber, muss man zubilligen, seine ungewöhnliche Idee gekonnt umgesetzt zu haben. Er trifft das Zeitkollorid des beginnenden 20. Jahrhunderts recht gut. Als kleine Einschränkung sei lediglich erwähnt, dass manche der benutzten Begriffe für die Handlungszeit etwas zu modern wirken. (Zum Beispiel dürfte der Begriff „missbraucht“ zu dieser Zeit eher untypisch gewesen sein.)

Fazit:
Für Fans von historischen Urban-Fantasy-Abenteuern mit leichtem Grusel-Touch dürfte sich der Kauf dieses Buches lohnen.

Hardcover
eBook
Hörbuch

Sherlock Holmes und die Dokumente der Miss Adler

John Hall
Sherlock Holmes und die Dokumente der Miss Adler

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Mission in Böhmen.

Klappentext:
Sherlock Holmes und Doktor Watson auf Mission, den König von Böhmen zu retten.
Wie ein Jahr zuvor müssen Holmes und Watson erneut ein kompromittierendes Foto, das Miss Adler (nun Mrs. Norton) und den König von Böhmen zeigt, wiedererlangen.
Denn das Bild wurde Mrs. Norton von Karl, dem unehelichen Bruder des Königs, und dessen Cousin Gottfried gestohlen, der gleichzeitig der rechtmäßige Thronfolger Böhmens ist.
Das Bild ist das einzige Beweisstück einer einstigen Liebesbeziehung und bedroht nun aufgrund seiner diskreditierenden Wirkung einen wichtigen Friedensvertrag: Dankt der König nicht ab, gelangt das Foto an die Öffentlichkeit, der Friedensvertrag könnte platzen und das Land könnte in einem Bürgerkrieg versinken.
Doch sobald Sherlock und Watson in Böhmen ankommen, werden sie in einen Strudel aus Lügen, Intrigen und Komplikationen hineingezogen und Lösung des Problems scheint weit entfernt. Können die beiden den Fall lösen, ehe die Feinde des Königs mit ihren Machenschaften Erfolg haben?

Rezension:
Diese Geschichte stellt eine Fortsetzung der Original-Holmes-Story um Irene Adler und den König von Böhmen dar. Diesmal nimmt die ehemalige Miss Adler, mittlerweile verheiratete Mrs Norton selbst Kontakt zu Sherlock Holmes auf, da sie – nunmehr glücklich verheiratet – die Sache endgültig zu den Akten legen und ihren ehemaligen Geliebten vor Schaden bewahren möchte. Da sich das Corpus Delicti allerdings schon in falschen Händen und wahrscheinlich sogar schon in Böhmen befindet, bleibt Holmes und seinem treuen Helfer nichts anderes übrig, als sich schnellstens dorthin zu begeben und den König persönlich zu kontaktieren.
Der Autor selbst weist im Vorwort korrekterweise darauf hin, dass Böhmen im fraglichen Zeitraum in Wirklichkeit Bestandteil des Habsburgerreiches war und es somit im Gegensatz zur literarischen Vorlage Arthur Conan Doyles keinen König von Böhmen gab. Trotzdem begeht er in seiner Fortsetzung selbst erhebliche geographische Fehler. Beispielsweise fährt der Zug mit Holmes und Watson bei Sonnenuntergang am Rande des Schwarzwaldes entlang, welche noch am selben Tag ihr Abendessen in Wien einnehmen. Das ist selbst mit dem heutigen ICE nicht zu schaffen, viel weniger mit den Zügen in den 1890ern. Und wieso sollten eilige Reisende auf dem Weg von der Kanalküste nach Böhmen überhaupt einen Umweg über Wien machen?
Dabei trifft John Hall (eventuell ein Pseudonym eines deutschsprachigen Autors, da nirgends ein Übersetzer erwähnt wird) den Stil des Originals recht gut. Holmes und besonders Watson erscheinen stellenweise allerdings etwas out of character. Trotz dieser kleinen Einschränkung liest sich das Buch sehr gut und kann allen Sherlock-Holmes-Fans empfohlen werden. Das Ende des Buches dürfte den Leser jedoch überraschen, zumal es für die Handlung eigentlich unnötig ist.

Fazit:
Statt eines gänzlich neuen Abenteuers die Fortsetzung eines bekannten – Freunden des Original-Holmes kann es recht sein.

eBook

Lockwood & Co. – The Whispering Skull

Jonathan Stroud
Lockwood & Co. – The Whispering Skull

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Rückseitentext:
Ghosts and ghouls beware! Lockwood & Co. is back.
Life isn’t exactly peaceful in the psychic detection agency. Lucy and George are trying to solve the mystery of the talking skull trapped in their ghost-jar, while Lockwood is desperate for an exciting new case.
Things seem to be looking up when the team is called to investigate the grave of a sinister Victorian doctor. As usual, everything goes wrong – a terrible phantom is freed, and a dangerous object is stolen from the coffin. Lockwood & Co. must recover the relic before its power is unleashed, bur it’s a race against time. And if that’s not bad enough, the skull in the ghost-jar is stirring again …
The author of the blockbuster BARTIMAEUS sequence delivers another humorous and chilling instalment in the critically acclaimed LOCKWOOD & CO. series.

Rezension:
Lockwood und sein Team sollen an einer alten Galgenstätte den Geist eines einst Erhängten bannen. Nur übersehen sie dabei, dass Galgen früher gewöhnlich mehrmals benutzt wurden, und so bringt der erwartete Geist gleich noch ein paar Freunde mit – ziemlich viele sogar. Lockwood, Lucy und George bleibt nur ein hastiger Rückzug. Peinlicherweise taucht gerade in diesem Moment ihr Erzrivale Kipps mit seinem Team auf. Und die sind auf eine so große Anzahl Geister vorbereitet … Um seine Ehre zu retten, bietet Lockwood Kipps eine Wette an.
Nach dieser wenig erfolgreichen Nacht sind Lucy und ihre Kollegen froh, als sich gleich ein neuer Auftrag bietet. Eine Spezialfirma für Friedhofs-Beräumungen benötigt ihre Hilfe bei der Beseitigung eines offensichtlich nicht geheuren Grabes. Doch im Sarg befindet sich nicht nur eine mumifizierte Leiche, die Quelle eines ziemlich bösartigen Geistes ist, sondern auch noch ein extrem gefährliches Artefakt. Gerade das wird kurze Zeit später gestohlen, worüber Inspektor Barnes vom DEPRAC (DEpartment of Psychical Research And Control – deutsch: BEBÜP / Behörde zur Erforschung und Bekämpfung Übersinnlicher Phänomene, der Scotland Yard unterstellten Aufsichtsbehörde über die Agenturen) natürlich alles andere als erfreut ist. Um es schnellstmöglich wiederzubeschaffen, beauftragt er nicht nur Lockwood & Co. damit, sondern parallel auch noch Kipps Team. Und dieser Auftrag ist nicht als Bitte formuliert! Somit beginnt ein Wettlauf mit ihren Rivalen, wer es zuerst schafft. Dabei bekommen es die Spezialisten für Geister-Bannungen mit nicht gerade zimperlichen lebenden Gegnern zu tun, wie Lucy und Lockwood bald am eigenen Leib feststellen müssen.
Nach dem Vorgänger „Lockwood & Co. – Die seufzende Wendeltreppe“ stellt dieser Band eine würdige Fortsetzung dar. Die bereits bei dessen Besprechung erwähnten stilistischen Parallelen mit den klassischen Sherlock-Holmes-Erzählungen treten hier bei den Ermittlungen gegen einen Schwarzhändlerring sogar noch stärker in Erscheinung. Und dieser Vergleich sollte definitiv nicht negativ verstanden werden. Trotz aller detektivischer Arbeit kommen die Geister nicht zu kurz. Im Gegenteil: Auch der Gruselfaktor wird gegenüber dem Vorgängerband stellenweise noch erhöht.
Da die Fittes-Agentur in diesem Buch, das 7 Monate nach Band 1 handelt, ihr 50-jähriges Bestehen feiert und in diesem Zusammenhang Marissa Fittes berühmter Fall aus dieser Zeit als im Jahre 1962 stattfindend erwähnt wird, kann man die Handlung diesmal eindeutig im Jahr 2012 einordnen. Aber Vorsicht! Da zur großen Jubiläumsparty, zu der auch Lockwoods Team eingeladen ist, Abendkleidung erwünscht ist, muss sich Lucy Abendkleid und High Heels besorgen, was nicht gerade die geeignete Kleidung ist, wenn man zwischendurch noch ein paar inoffizielle ‚Umwege‘ machen will.
Ein Wort zum oben zitierten Rückseitentext: „Ghosts and ghouls beware!“ Nachdem in Band 1 schon diverse Typen Geister auftauchten, stellt sich hier natürlich sofort die Frage, was im Lockwood-Universum Ghule sind. Um es kurz zu machen: Weder im Text (469 Seiten) noch im auch hier wieder vorhandenen Glossar (15 Seiten) werden Ghule auch nur erwähnt. Vielleicht hätte der für den Rückseitentext zuständige Mitarbeiter des Verlags das Buch vor Verfassen des Textes mal selbst lesen sollen.

Fazit:
Meine positive Einschätzung zu „Lockwood & Co.“ kann ich auch nach dem Lesen dieses Bandes nur uneingeschränkt aufrechterhalten. Besonders erwachsenen Fantasy-Fans empfehle ich, sich von der Kinderbuch-Einordnung der Reihe durch den Verlag nicht abschrecken zu lassen.

gebundenes Buch
Taschenbuch
eBook
gebundenes Buch in der deutschen Übersetzung
Taschenbuch in der deutschen Übersetzung
eBook in der deutschen Übersetzung
Hörbuch in der deutschen Übersetzung