Sheanthee

Amber Blake
Sheanthee

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Die Macht der Elemente

Klappentext:
Caya Cunningham ist ein ganz normaler Teenager,- oder fast normal. Sie entstammt dem alten, magischen Volk der Fae,- nicht, dass sie das weiter interessiert. Der häusliche „Hokus Pokus“ geht ihr eher auf die Nerven und sie möchte mit dem ganzen „Magie Quatsch“ eigentlich nichts zu tun haben. Ihre Vorstellung von einem tollen Leben gipfelt in einem Studium des Modedesigns in London, wenn sie die Schule fertig hat.
Unglücklicherweise erwachen bei den Fae Abkömmlingen die magischen Kräfte, wenn sie das fünfzehnte Lebensjahr erreicht haben.
Zahlreiche Unfälle passieren und als sie im Zorn, einen Feuerhydranten in die Luft jagt, verfrachten sie ihre Eltern, gegen ihren Willen, auf die magische Insel Sheanthee, wo sie lernen soll ihre Kräfte zu kontrollieren.
In Begleitung eines schlagfertigen Gargoyles, tritt sie eine Reise an, die ihr Leben auf den Kopf stellen wird.
Das Buch ist konzipiert für jugendliche Leser und junggebliebene Erwachsene.

Rezension:
Caya soll gegen ihren Willen auf das Fae-Internat auf der abgelegenen Insel Sheanthee gehen. Dabei zieht sie doch viel lieber nach Unterrichtsschluss mit ihrer besten Freundin, die ein ‚normaler‘ Mensch ist und nichts von Cayas magischer Abstammung weiß, durch die örtlichen Boutiquen. Dazu kommt noch, dass jeder Schüler des Internats einen magischen Begleiter braucht, und als solchen erbt sie den vorlauten Gargoyle Bronc, der schon der Begleiter ihrer verstorbenen Urgroßmutter, einer berühmten Magierin, war. Um ihre Fae-Magie kontrollieren zu lernen, bleibt ihr jedoch nichts anderes übrig, als zu gehen. Schließlich soll sich während ihrer Ausbildung auch herausstellen, welche der verschiedenen Magieformen der Fae ihr zu eigen sind.
Amber Blake, hinter deren Pseudonym sich wahrscheinlich eine deutschsprachige Autorin (oder Autor?) verbirgt, führt den Leser schnell in die Handlung hinein. Die Hintergründe werden dem Leser eher nebenbei im Laufe der Geschichte nahegebracht. Cayas Erlebnisse können den Leser fesseln, wobei manches ruhig etwas ausführlicher erzählt sein könnte. Dabei ist der Text gut lesbar verfasst. Leider kann man das von der Interpunktion nicht sagen. Die Interpunktion, insbesondere die Kommasetzung, ist chaotisch. Auch die Rechtschreibung – besonders die der selbst geschaffenen Begriffe – ist teilweise etwas gewöhnungsbedürftig.
Trotz der genannten ‚Mängel‘ dürfte sich die Lektüre der „Sheanthee“-Reihe für Freunde junger Urban Fantasy lohnen, denn die Autorin schafft es darinnen, durchaus neue, noch nicht anderweitig abgenutzte Ideen einzubringen.

Fazit:
Alle, die sich für das Leben an magischen Internaten begeistern können, sollten „Sheanthee“ einen Blick gönnen.

eBook

In den Tiefen der Ewigkeit

Isa Day
In den Tiefen der Ewigkeit (Der Weg des Heilers 2)

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Die Suche nach dem Drachen

Klappentext:
Jahrelang strich die Magie der Geister durch die weiten Wälder Erriadas und liess die Herzen der jungen Menschen vor Furcht erstarren – bis Joshi die Wahrheit erkannte.
Die Kinder der Arrya haben sich in ihren Feinden getäuscht und bitter für diesen Irrtum bezahlt. Joshi und sein Bruder Marcin brechen auf zur Burg der Geister, um das Schicksal ihres Volkes in die Hände der fremdartigen Wesen zu legen und vielleicht ihre Heimat vor dem Untergang zu bewahren. Dabei ist beiden klar, dass sie eher den Tod als Vergebung finden werden.
Für den siebzehnjährigen Joshi ist es eine Entscheidung zwischen früher und später. Die schwere Krankheit, gegen die er schon so lange kämpft, hat gesiegt und wie seiner Heimat bleibt ihm nur wenig Zeit. Doch das dem Untergang geweihte Land verbirgt noch viele Geheimnisse und auch Joshis Schicksal ist längst nicht so klar, wie es zunächst scheint.
Selbst als schon der Feuerregen die einst prachtvollen Wälder brennen lässt, verfolgt er weiter sein Ziel, die Heimat zu retten – wenn es sein muss bis in die Tiefen der Ewigkeit, wo die Schöpfer Erriadas noch immer schlafen sollen. Hoffnung gibt ihm, dass der Feind seine böse Macht nun auf ihn konzentriert, nachdem sein Einfluss über die meisten anderen Jugendlichen gebrochen ist. Und selbst todkrank ist Joshi durch seine einzigartige Magie alles andere als hilflos.
Doch vielleicht ist genau diese Magie der Grund für den furchtbaren Konflikt, der in einer fernen Vergangenheit weit ausserhalb Erriadas begann und Joshis Lebensweg mit der Zukunft des gesamten Weltengefüges verknüpft.

Rezension:
Nach den Vorkommnissen im vorhergehenden Band „Der verletzte Himmel“ brechen Joshi und Marcin auf, um mit den ‚Geistern‘, einem Volk mit auffällig heller Haut, zu verhandeln. Doch die sind über den Besuch zunächst nicht besonders erfreut – was nicht verwundert, geben sich beide Seiten doch gegenseitig die Schuld an den Zwischenfällen. Als der Riss im Himmel jedoch immer größer wird und die vollständige Zerstörung der Welt droht, sehen alle ein, dass sie die verschwindend kleine Chance auf eine Rettung nur gemeinsam ergreifen können. Doch dazu müssen sie den uralten Drachen, der Legenden zufolge tief unter dem Gebirge schläft, wecken. Aber wie wird der auf die Störung reagieren – falls er überhaupt wirklich existiert.
Mit der Handlung dieses 2. Bandes ihrer „Der Weg des Heilers“-Reihe schließt die Autorin Isa Day nahtlos an den Vorgänger an, weshalb es durchaus zu empfehlen ist, beide Bücher am Stück zu lesen. Nahezu alles in der Rezension des Vorgängers gesagte trifft auch hier zu. Die wirklich außergewöhnliche Welt dieser Buchreihe wird noch weiter ausgebaut und dabei um einige Details erweitert. Der Sprachstil kann überzeugen, wobei auch bei diesem Band wieder darauf hingewiesen werden muss, dass er in der Schweiz verlegt wurde und deshalb durchgängig „ss“ statt „ß“ verwendet. Leider erfolgte auch hier wieder kein besonders gründliches Lektorat, weshalb sich noch einige Flüchtigkeitsfehler im Text finden, die den Lesefluss jedoch nicht nennenswert stören.
Wie schon bei Band 1 gibt es auf der Homepage der Autorin ein download- und ausdruckbaren Personen- und Stichwortregister. Auch ein „geheimer Epilog“ ist dort zu finden.
Im Gegensatz zum offenen Ende des vorherigen Bandes, das direkt in diesen überleitete, ist die Handlung von „In den Tiefen der Ewigkeit“ in sich abgeschlossen. Dessen ungeachtet ist ein weiterer Band jedoch bereits angekündigt.

Fazit:
„In den Tiefen der Ewigkeit“ stellt eine würdige Fortsetzung der Reihe dar, die die Handlung zu einem (relativen) Abschluss bringt.

Taschenbuch
eBook

Der verletzte Himmel

Isa Day
Der verletzte Himmel (Der Weg des Heilers 1)

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Hilfe, die Sonne kommt!

Klappentext:
In einem von finsteren Mächten zerrissenen Land muss Joshi den wahren Feind finden, denn nur so kann er sein Volk und seine Heimat vor der Vernichtung bewahren.
Das Volk der Arrya lebte noch nicht lange in den ebenso wilden wie prachtvollen Wäldern Erriadas, als eines Nachts die anderen Bewohner des Landes – die Geister – alle erwachsenen Menschen verschleppten. Zurück liessen sie deren Kinder, auf sich selbst gestellt und dem Tod geweiht.
Seit damals sind sieben Jahre vergangen. Die jungen Arrya haben aufgrund ihrer engen Verbundenheit und der aussergewöhnlichen Fähigkeiten zweier Brüder überlebt: Marcin, mit achtzehn Jahren das älteste der Kinder, trotzt als Anführer selbst der harschesten Kaltzeit das Überleben des jungen Volkes ab. Sein siebzehnjähriger Bruder Joshi – magisch begabt, aber todkrank – bewahrt das verbliebene Wissen und erzieht die Kleinsten.
Unvermittelt flammt der Konflikt, der ihnen die Eltern nahm, wieder auf und finstere Einflüsse stürzen ihre Heimat ins Chaos. Sinjhar, der legitime Königssohn der Arrya, hat die Macht an sich gerissen und ruft zum Krieg gegen die Geister auf. Nur Joshi stellt sich ihm entgegen. Durch seine Magie ist er auf einzigartige Weise mit dem Land verbunden. Getrieben vom Gefühl, dass an den Überlieferungen etwas nicht stimmen kann, sucht er nach den wahren Hintergründen des tödlichen Konflikts und der Quelle des Bösen.
Dafür muss Joshi seinen eigenen Weg gehen – gegen alle Loyalität und Traditionen. Doch wie sehr darf er seiner Intuition vertrauen? Schliesslich fliesst in seinen Adern nicht nur das Blut der Menschen, sondern auch das ihrer Feinde.

Der Verlag über das Buch
Mit ihrer Fantasy-Serie ist der Autorin eine besondere Schöpfung gelungen: Ein Land voller Zauber, in dem ein Volk von Jugendlichen sich tapfer allen Gefahren stellt, mit Bäumen als Behausungen, die mit ihren Bewohnern interagieren, und den zugleich liebenswertesten wie auch nervigsten Haustieren des gesamten Weltengefüges.

Rezension:
Die Arrya leben in einer Welt, in der sie nur zwischen der Hellzeit, wenn die beiden Monde am Himmel stehen, und der Dunkelzeit, wenn diese untergegangen sind, unterscheiden. Und das ist auch gut so, denn jeder Sonnenstrahl ist tödlich für sie und die Tiere und Pflanzen ihrer Welt. Vor Jahren gab es mal einen Riss im Himmel, durch den für wenige Sekunden das Sonnenlicht auf diese Welt fallen konnte. Joshi, der junge Bewahrer des Wissens seines Volkes, wurde damals schwer verletzt und ist seitdem krank. Doch die ‚Geister‘, ein anderes Volk, dessen Angehörige nur wegen ihrer auffallend hellen Haut so genannt werden, versuchen offenbar, dieses Riss im Himmel wieder zu öffnen. Doch leider sind sich die Arrya absolut nicht einig, wie sie darauf reagieren sollen.
Die Autorin Isa Day (vermutlich ein Pseudonym) entführt den Leser in diesem Auftaktband ihrer „Der Weg des Heilers“-Reihe in eine selbst für Fantasy-Verhältnisse außergewöhnliche Welt. Die handelnden Figuren und die Welt werden dabei interessant gezeichnet. Oft stellt sich heraus, dass etwas nicht ganz so ist, wie die Protagonisten – und mit ihnen der Leser – zunächst vermuten. Doch das kommt der Handlung natürlich nur zugute.
Wie jedem deutschen oder österreichischen Leser schon beim ‚Klappentext‘ auffallen dürfte, wird in diesem Buch statt „ß“ konsequent „ss“ benutzt, Der Grund liegt darin, dass dieses Buch in der Schweiz verlegt wurde, wo man diesem Buchstaben bekanntlich die Existenzberechtigung verweigert. Auch wenn das zunächst etwas irritiert, gewöhnt man sich im Verlauf des Textes recht schnell daran. Ein etwas gründlicheres Lektorat hätte dem Buch dagegen nicht geschadet. Hin und wieder fallen Sätze auf, in denen erkennbar ein Wort fehlt. Sprachlich ist „Der verletzte Himmel“ in einem gut und flüssig lesbarem Stil verfasst.
Um dem Leser den Überblick zu erleichtern, findet sich auf der Homepage der Autorin ein download- und ausdruckbaren Personen- und Stichwortregister.
Da dieses Buch als Start einer Reihe erwartungsgemäß ein recht offenes Ende hat, kann man dem potentiellen Leser nur empfehlen, den Folgeband „In den Tiefen der Ewigkeit“ gleich mitzukaufen.

Fazit:
Ein Sprung in eine in mehrfacher Hinsicht bunte Fantasy-Welt, den der Genre-Fan nicht bereuen wird.

Taschenbuch
eBook

Der schwarze Garten

Dorothe Zürcher
Der schwarze Garten

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Im Schutz des Schlangenrings

Klappentext:
Während des ‚Sechseläuten-Festes‘ wird die WC-Anlage des Zürcher Großmünsters gesprengt und brennt aus. Die Polizei spricht von Vandalismus. Die junge Carina vermutet etwas ganz anderes. Sie fragt sich, ob eine dunkle Macht aus den Erzählungen unserer Vorfahren durch das vergessene Gräberfeld seinen Weg ins Freie fand.
Früher hätte sich Carinas Vater, der Meister über den schwarzen Garten – einem keltischen Kultplatz von Zürich –, dieses Verdachts angenommen. Doch vor einem Jahr wurde ihr Vater unter mysteriösen Umständen ermordet. Carinas Bruder befürchtet, seine Schwester wolle die düsteren Kräfte des Gartens wieder heraufbeschwören und vertreibt sie aus der Stadt.
Eine Irrfahrt zu anderen vergessenen Kultorten und alten Legenden der Schweiz beginnt. Dabei versucht Carina, neue Erkenntnisse zu gewinnen, um die Stadt zu befreien. Vor allem aber muss sie sich gewahr werden, wie groß ihre Schuld am Tod ihres Vaters ist…

Rezension:
Carina, die von ihrer Familie meist Kaia genannt wird, und ihrem Halbbruder widerstrebt es, das schwarzmagische Erbe ihres gestorbenen Vaters anzutreten. Als ihre Heimatstadt Zürich jedoch erst von anscheinendem Vandalismus und später sogar von einem Erdbeben erschüttert wird, ist ihnen klar, dass dunkle Kräfte am Walten sind. Obwohl sich die Geschwister über den richtigen Weg uneins sind, erkennen sie doch, dass nur die Kräfte des Schwarzen Gartens, den sie von ihrem Vater übernommen haben, helfen können, die Stadt zu schützen.
Bei einem in der Schweiz handelnden Buch, in dem auch regional typische Ausdrücke verwendet werden, ist es hilfreich, dass es einen Glossar gibt, in dem einige der benutzten Ausdrücke erklärt werden. Leider gibt es im Text aber auch einige lokale Ausdrücke, die im Glossar fehlen. So dürfte es für die meisten deutschen Leser nicht offensichtlich sein, dass sich Carinas Familienname Degiesser von der Berufsbezeichnung „Gießer“, ergänzt durch den französische Adelsvorsatz „de“ herleitet.
Die Autorin führt ihre Leser in ein Zürich, in dem viele Gestalten aus örtlichen Sagen aktiv sind. Am Anfang fällt es etwas schwer, in die Handlung hineinzufinden. Erst nach und nach werden dem Leser die magischen Zusammenhänge und Carinas Familienverhältnisse klar. Erschwerend kommt hinzu, dass den meisten Lesern außerhalb der Züricher Region die als Grundlage der Handlung dienenden Sagen fremd sein dürften. So fällt es einem bis zum Ende dieser Urban-Fantasy-Geschichte schwer, einzuordnen, um wen (oder was) es sich beim ‚Butler‘ der Familie und den ‚Gärtnern‘ handelt. Trotzdem hinterlässt das Buch am Ende einen durchaus positiven Gesamteindruck, und man fühlt sich gut unterhalten.

Fazit:
Auch ohne Kenntnis der sprachlichen und lokalen Eigenheiten kann man dieses Buch Urban-Fantasy-Fans empfehlen.

Taschenbuch

Feuerschule (Magie hinter den sieben Bergen 5)

Diandra Linnemann
Feuerschule (Magie hinter den sieben Bergen 5)

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Hexenspektakel am Rheinufer

Klappentext:
MAGIC CONSULTANT AND SOLUTIONS …
Auch ohne Lizenz hat Helena Weide, staatlich geprüfte Hexe, alle Hände voll zu tun. Eine prestigeträchtige Bonner Privatschule engagiert sie, um eine Projektwoche zu leiten. Währenddessen soll sie unauffällig herausfinden, wie es zu verschiedenen mysteriösen Zwischenfällen in der Abschlussklasse kommen konnte. Leider verfügt Helena nicht über die Begeisterung ihrer berühmten Mutter und tut sich mit dem Magieunterricht schwer. Auch die Rivalitäten und das konstante Drama der Jugendlichen zehren an ihren Nerven. Wenigstens steht ihr eine begeisterte junge Lehrerin zur Seite, während sie versucht, die Energien der Schülerinnen zu bändigen.
Glücklicherweise gibt es reichlich Ablenkung, denn Helenas Sekretärin Maria plant ihre Hochzeit mit deren Ex-Freund Raphael, und die Stadt benötigt ihre Expertise in einer sensiblen Angelegenheit.
Die Beziehung zu Falk gerät unterdessen ins Wanken, als Helena beschließt, sich in seine Privatangelegenheiten einzumischen. Natürlich kann sie die Sache mit dem Familienfluch nicht auf sich beruhen lassen – vor allem, wenn der Fluch das Leben des Mannes bedroht, den sie liebt.

Rezension:
Die Existenz von Hexen und anderen magischen Wesen ist allgemein bekannt – was jedoch nicht heißt, dass diese in der Bevölkerung besonders beliebt sind. Helena könnte als Gründerin und Inhaberin einer magischen Firma mit Sekretärin und Assistenten, der im ‚Nebenjob‘ auch ihr Freund ist, eigentlich zufrieden sein. Da ihre Hexenlizenz nach einen Zwischenfall jedoch bis zu dessen Klärung eingezogen wurde, sind ihrer Tätigkeit momentan Grenzen gesetzt. Die Möglichkeit, einen Magiekurs an einen elitären Privatschule abzuhalten, sollte ihr also eigentlich ganz recht sein. Jedoch fehlt es Helena an der richtigen Begeisterung fürs Unterrichten. Dass sich die Kursteilnehmerinnen – ausnahmslos Mädchen, von denen eines unbewusst Magie wirken soll – als ziemlich zickig erweisen, macht ihr diese Aufgabe nicht gerade sympathischer.
„Feuerschule“ ist schon der 5. Band in Diandra Linnemanns „Magie hinter den sieben Bergen“-Reihe. Wer die vorherigen Bände nicht kennt, wird zu Anfang ein paar Probleme haben, in die Handlung hineinzufinden. Spätestens wenn sich ab Beginn des Magiekurses an der Schule die Ereignisse überschlagen, spielen diese fehlenden Vorkenntnisse jedoch kaum noch einen Rolle. Die Autorin liefert hier ein detailreiches Urban-Fantasy-Spektakel ab, in dem von rheinischer Gemütlichkeit nichts zu spüren ist. Lediglich ein paar Nebenhandlungen würde eine Straffung guttun. Dem Buch muss man bescheinigen, ordentlich lektoriert zu sein.

Fazit:
Urban Fantasy im Herzen Bonns – dieses Konzept funktioniert auffallend gut.

Taschenbuch
eBook

Rynestig – 1 – Wolfsmohn

Margarethe Alb
Rynestig – 1 – Wolfsmohn

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Das Coming-Out als Halbelfe

Klappentext:
„Was ich nicht weiß. Macht mich nicht heiß.“ So oder so ähnlich müssen die Autoren von diversen Sagen – oder Märchenbüchern gedacht haben, als sie einfach irgendwelche Halbwahrheiten abdruckten.
Damit wird ab sofort aufgeräumt.
Aber total.
Aus diesem Grund entschloss sich eine der letzten Waldelfen die Erinnerungen an ihr langes Leben aufzuschreiben. Ihr habt bis jetzt geglaubt, weiße Frauen zu beobachten wäre lustig? Wölfe verspeisten nur so zum Spaß Menschen?
Oder Zwerge sind kleine, goldgierige Stinker? Na gut, sind sie. Einige von ihnen jedenfalls.
Als Kräuterfrau und Halbelfe war Margarethe ein turbulentes Leben garantiert. Wer kann denn außer ihr schon von sich behaupten, auf einem Werwolf geritten oder von einer Nymphe aufgeklärt worden zu sein.
Worüber? Ich werde mich hüten, hier und jetzt alles zu verraten. Macht euch ein paar schöne Stunden und lest es doch einfach selbst.

Rezension:
Thüringen im Jahre 1510. Margarethe und ihre Freundinnen erzählen sich gerne gegenseitig Gruselgeschichten. Als eines der Mädchen behauptet, in einer Vollmondnacht eine Weise Frau gesehen zu haben, vereinbaren sie, zum nächsten Vollmond diese Stelle gemeinsam aufzusuchen. Dach es kommt anders. Zu ihrem 16. Geburtstag wird Margarethe von ihrem Vater vor die Wahl gestellt, entweder den reichen, aber schon älteren Großbauern zu heiraten, der um ihre Hand angehalten hat, oder zu ihrer Tante mütterlicherseits, einer Kräuterfrau, in die Ausbildung zu gehen. Das Mädchen sieht in der Alternative, selbst zu einer auf Lebenszeit unverheirateten Kräuterfrau zu werden, das kleinere Übel und begleitet ihre Tante zu deren tief im Wald gelegenen Hütte. Was Margarethe nicht weiß, ist, dass diese Tante eine Halbelfe ist und sie das Elfenerbe über ihre Mutter auch in sich trägt. Und so beginnt das große Abenteuer. Ehe sie es sich versieht, begegnet Margarethe echten Nymphen, Werwölfen, Zwergen und noch einigen anderen Wesen, die sie bisher nur aus den Gruselgeschichten kannte.
Was dem Leser zu Beginn der Geschichte nicht gleich auffällt, ist, dass „Wolfsmohn“ der Start einer Fortsetzungsgeschichte ist. So kommt das Ende dieses Bandes mitten in der – an dieser Stelle gerade spannenden – Handlung ziemlich überraschend.
Leider schafft es die Autorin nicht, während der eigentlichen Handlung den im Klappentext sowie im Vorwort aufgebauten Humor-Pegel aufrecht zu erhalten. Stattdessen dominiert hier das Abenteuer-Element, was nach dem Lesen von Klappentext und Vorwort zwar etwas überrascht, der Geschichte aber nicht schadet. Die Autorin, die die Reihe unter dem Pseudonym ihrer Heldin veröffentlicht, schafft es, eine flüssig und interessant zu lesende Fantasy-Geschichte mit lokalem Bezug zu erzählen, die Lust auf die Fortsetzungen macht.

Fazit:
Ein Fantasy-Abenteuer vor historischer Thüringer-Wald-Kulisse.

Taschenbuch
eBook

Projekt: Babylon

Andreas Wilhelm
Projekt: Babylon

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Wissenschaftler unter Ignoranten

Klappentext:
Wage zu wissen!
Im Languedoc verfällt ein Schäfer plötzlich dem Wahnsinn. Und drei Forscher geraten in Lebensgefahr, als sie der Lösung des Rätsels um eine geheimnisvolle Höhle in Südfrankreich immer näher kommen…
Blitz und Donner über den Bergen des Languedoc reißen einen Schäfer aus dem Schlaf. In einer Felshöhle sucht er Schutz vor dem drohenden Unwetter – doch als er sie wieder verlässt, ist er dem Wahnsinn verfallen. Sofort wird das Gebiet um die Felsen abgesperrt und streng bewacht.
Was hat es mit der geheimnisvollen Höhle auf sich, deren Wände mit rätselhaften Botschaften in allen Sprachen der Welt versehen sind? Und woher rührt das eigenartige Leuchten tief in ihrem Inneren? Im Auftrag der UN machen sich ein englischer Historiker, ein französischer Ingenieur und eine attraktive, aber eigenartig unnahbare deutsche Sprachwissenschaftlerin daran, die mysteriösen Inschriften zu entschlüsseln.
Schon bald heften sich Freimaurer und okkulte esoterische Zirkel an ihre Fersen. Und je näher die drei Forscher der Lösung des Mysteriums kommen, desto bedrohlicher wird ihre Lage. Da wird die junge Deutsche plötzlich von einer skrupellosen Sekte entführt…
Das fulminante Romandebüt eines jungen deutschen Autors: Voller Spannung, Action, Abenteuer und Mystik!

Rezension:
Ein französischer Schäfer stößt auf eine unbekannte, mysteriöse Höhle. Wenige Tage später bekommen ein in Hamburg lebender britischer Professor und ein französischer Ingenieur überraschend Post von der UN. Als sie der Einladung nach Genf folgen, wird ihnen gegen eine fürstliche Bezahlung angeboten, die neuentdeckte Höhle zu erforschen. Die Sache hat nur einen kleinen Haken: Das Projekt ist streng geheim, und sie dürfen ihre Forschungsergebnisse demzufolge nicht veröffentlichen. Nachdem sie den Auftrag angenommen haben, müssen sie jedoch schnell feststellen, dass diverse Geheimgesellschaften überraschen gut informiert sind. Da die Höhle zahlreiche Inschriften in verschiedenen alten Sprachen birgt, wird schließlich noch eine deutsche Sprachwissenschaftlerin hinzugezogen.
Der Autor schafft es, den Leser in ein von Anfang bis Ende spannendes Abenteuer zu entführen, wobei er zahlreiche relativ aktuelle wissenschaftliche und historische Erkenntnisse geschickt in die Handlung einflicht. Leider opfert er die Logik dabei teilweise dem Spannungsaufbau. Da wird unter dem Vorwand, eine lokale Tollwutepidemie zu erforschen, ein ganzer Berg inklusive der umgebenden Wälder einfach eingezäunt und durch schwerbewaffnete ‚Ranger‘ bewacht. Doch von der örtlichen Bevölkerung und Presse wird das anscheinend völlig ignoriert und führt zu keinerlei Verwunderung oder gar Widerstand. Selbst den – offensichtlich nicht eingeweihten – offiziellen französischen Stellen fällt offenbar nichts auf. Auch davor, dass die Tollwut, wenn sie wirklich aufgetreten wäre, den Metallgitterzaun überwinden könnte, scheint niemand Angst zu haben. Während viele der im Zusammenhang mit der Höhle und den Geheimbünden aufgeworfene Fragen zum Ende des Buches aufgeklärt werden, gibt es für diese Logikschwächen leider nicht den Ansatz einer Erklärung. Ansonsten bietet dieses Buch dem fantasyliebenden und wissenschafsbegeisterten Abenteuerfan eine spannende Unterhaltung.
„Projekt: Babylon“ stellt den 1. Band einer Trilogie dar. Da dies jedoch weder im Klappentext noch im Nachwort des Autors erwähnt wird, darf man wohl vermuten, dass die beiden Fortsetzungen ursprünglich nicht vorgesehen waren. Angemerkt sei hier auch noch, dass der Verlag den Klappentext anscheinend von einem Mitarbeiter verfassen lies, der das Buch überhaupt nicht richtig gelesen hatte. Im Laufe der Handlung wird nämlich nicht die Sprachwissenschaftlerin, sondern der Historiker entführt.

Fazit:
Ein spannendes Abenteuer mit Verschwörungselementen und einem sich im Laufe der Handlung steigernden Anteil Fantasy.

Hardcover
Taschenbuch
Hörbuch

Die geheimen Akten des Sir Conan Doyle

Raimon Weber
Die geheimen Akten des Sir Conan Doyle
(Akten 1-10 Die komplette erste und zweite Staffel)

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Ein Schriftsteller auf Abwegen

Klappentext:
Jeder kennt den ebenso scharfsinnigen wie exzentrischen Sherlock Holmes. Aber nur Wenige wissen, dass sein im Jahre 1859 in Schottland geborener Schöpfer dem Meister-Detektiv in nichts nachstand: Sir Arthur Conan Doyle schrieb nicht nur fesselnde Kriminalromane, er begeisterte sich auch für übersinnliche Phänomene und unternahm zahlreiche Reisen auf den Spuren des okkulten. In den 10 abgeschlossenen Stories Die geheimen Akten des Sir Arthur Conan Doyle wird der weltberühmte Autor und Schöpfer von Sherlock Holmes selbst zum Ermittler. Seine Fälle führen ihn auf lebensgefährliche Expeditionen ins finstere Afrika und zur arktischen Inselgruppe Spitzbergen. Es verschlägt ihn vom Hof des letzten Zaren in die tückische Einsamkeit Sibiriens. In jeder Episode begegnet Doyle einer Welt jenseits unserer Vorstellungskraft, einer Welt zwischen Leben und Tod. Bevölkert von Wesen, die wir selbst in unseren kühnsten Vorstellungen nicht erahnen können.

Rezension:
Nach Beendigung seiner schriftstellerischen Tätigkeit widmet sich Sir Arthur Conan Doyle der Erforschung des Übersinnlichen. Dabei beweist er so manche Gemeinsamkeit mit seinem literarischen Helden Sherlock Holmes, dem er seine Berühmtheit verdankt. Seine Jagt nach okkulten Vorkommnissen führt ihn vom Londoner Eastend, wo er zusammen mit einem afrikanischen Schamanen ein grausiges Wesen verfolgt, über Schottland, wo in einem See eine menschenähnliche Kreatur lebt, und Spitzbergen, wo Mitglieder einer Forschertruppe gleich reihenweise überschnappen, bis ins tiefste Sibirien, wo es die Ursache des Tunguska-Ereignisses zu erforschen gilt. Die einzelnen Kurzgeschichten sind dabei weitgehend in sich abgeschlossen und erscheinen nicht in chronologischer Reihenfolge.
Dass zahlreiche moderne Autoren die Abenteuer Sherlock Holmes’ weiterführen, dürfte Lesern von Detektivgeschichten nicht neu sein. Wenn allerdings ein Autor nicht Holmes sondern dessen Erschaffer in fiktive Abenteuer schickt, ist das schon erheblich ungewöhnlicher. Dass Sir Arthur Conan Doyle in der Realität dem Okkulten recht offen gegenüber stand, ist eine nicht unbekannte Tatsache. Immerhin ist überliefert, dass er an die Existenz von Feen glaubte und den Kontakt mit Verstorbenen während Séancen für möglich hielt. Ihn selbst als Romanhelden auf die aktive Suche nach derartigen Vorkommnissen zu schicken, dürfte allerdings eine wirklich neue Idee sein.
Dem Autoren dieser Geschichten, Raimon Weber, muss man zubilligen, seine ungewöhnliche Idee gekonnt umgesetzt zu haben. Er trifft das Zeitkollorid des beginnenden 20. Jahrhunderts recht gut. Als kleine Einschränkung sei lediglich erwähnt, dass manche der benutzten Begriffe für die Handlungszeit etwas zu modern wirken. (Zum Beispiel dürfte der Begriff „missbraucht“ zu dieser Zeit eher untypisch gewesen sein.)

Fazit:
Für Fans von historischen Urban-Fantasy-Abenteuern mit leichtem Grusel-Touch dürfte sich der Kauf dieses Buches lohnen.

Hardcover
eBook
Hörbuch

Sherlock Holmes und die Dokumente der Miss Adler

John Hall
Sherlock Holmes und die Dokumente der Miss Adler

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Mission in Böhmen.

Klappentext:
Sherlock Holmes und Doktor Watson auf Mission, den König von Böhmen zu retten.
Wie ein Jahr zuvor müssen Holmes und Watson erneut ein kompromittierendes Foto, das Miss Adler (nun Mrs. Norton) und den König von Böhmen zeigt, wiedererlangen.
Denn das Bild wurde Mrs. Norton von Karl, dem unehelichen Bruder des Königs, und dessen Cousin Gottfried gestohlen, der gleichzeitig der rechtmäßige Thronfolger Böhmens ist.
Das Bild ist das einzige Beweisstück einer einstigen Liebesbeziehung und bedroht nun aufgrund seiner diskreditierenden Wirkung einen wichtigen Friedensvertrag: Dankt der König nicht ab, gelangt das Foto an die Öffentlichkeit, der Friedensvertrag könnte platzen und das Land könnte in einem Bürgerkrieg versinken.
Doch sobald Sherlock und Watson in Böhmen ankommen, werden sie in einen Strudel aus Lügen, Intrigen und Komplikationen hineingezogen und Lösung des Problems scheint weit entfernt. Können die beiden den Fall lösen, ehe die Feinde des Königs mit ihren Machenschaften Erfolg haben?

Rezension:
Diese Geschichte stellt eine Fortsetzung der Original-Holmes-Story um Irene Adler und den König von Böhmen dar. Diesmal nimmt die ehemalige Miss Adler, mittlerweile verheiratete Mrs Norton selbst Kontakt zu Sherlock Holmes auf, da sie – nunmehr glücklich verheiratet – die Sache endgültig zu den Akten legen und ihren ehemaligen Geliebten vor Schaden bewahren möchte. Da sich das Corpus Delicti allerdings schon in falschen Händen und wahrscheinlich sogar schon in Böhmen befindet, bleibt Holmes und seinem treuen Helfer nichts anderes übrig, als sich schnellstens dorthin zu begeben und den König persönlich zu kontaktieren.
Der Autor selbst weist im Vorwort korrekterweise darauf hin, dass Böhmen im fraglichen Zeitraum in Wirklichkeit Bestandteil des Habsburgerreiches war und es somit im Gegensatz zur literarischen Vorlage Arthur Conan Doyles keinen König von Böhmen gab. Trotzdem begeht er in seiner Fortsetzung selbst erhebliche geographische Fehler. Beispielsweise fährt der Zug mit Holmes und Watson bei Sonnenuntergang am Rande des Schwarzwaldes entlang, welche noch am selben Tag ihr Abendessen in Wien einnehmen. Das ist selbst mit dem heutigen ICE nicht zu schaffen, viel weniger mit den Zügen in den 1890ern. Und wieso sollten eilige Reisende auf dem Weg von der Kanalküste nach Böhmen überhaupt einen Umweg über Wien machen?
Dabei trifft John Hall (eventuell ein Pseudonym eines deutschsprachigen Autors, da nirgends ein Übersetzer erwähnt wird) den Stil des Originals recht gut. Holmes und besonders Watson erscheinen stellenweise allerdings etwas out of character. Trotz dieser kleinen Einschränkung liest sich das Buch sehr gut und kann allen Sherlock-Holmes-Fans empfohlen werden. Das Ende des Buches dürfte den Leser jedoch überraschen, zumal es für die Handlung eigentlich unnötig ist.

Fazit:
Statt eines gänzlich neuen Abenteuers die Fortsetzung eines bekannten – Freunden des Original-Holmes kann es recht sein.

eBook

Hexenbann (Finas Weg 1)

Lena Lidau
Hexenbann (Finas Weg 1)

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Dem Bann entkommen

Klappentext:
Seit die fünfzehnjährige Fina mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder aufs Land gezogen ist, fühlt sie sich fernab ihrer alten Freunde einsam und langweilt sich schrecklich. Doch als sie im Keller ihres Hauses eine alte Tafel findet, ändert sich ihr Leben plötzlich radikal: Sie lernt ein Mädchen namens Lea kennen, das ebenso wie Fina selbst in mysteriöse Vorkommnisse verstrickt wird. Bald stellen sie fest, dass sie beide Hexen sind und eine fürchterliche Macht geweckt wurde, die in der Tafel gebannt war. Während sich die Ereignisse überstürzen und die beiden Freundinnen von mehreren Seiten angegriffen werden, hilft ihnen Leas Großmutter ihre Hexenkräfte kennen zu lernen. Doch sie stellt sie auch vor die endgültige Wahl, die alle jungen Hexen treffen müssen: Die Entscheidung für eine Seite – eine weiße oder eine schwarze Hexe zu werden.
Und was für eine Rolle spielt dieser überaus attraktive aber undurchschaubare Luca, zu dem sich Fina hingezogen fühlt und der sich plötzlich für sie zu interessieren scheint?
Wird Fina ihren eigenen Weg finden?

Rezension:
Seit ihre Mutter von deren Tante ein Haus geerbt hat, lebt die in der Großstadt aufgewachsene Fina mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf. Sie fühlt sich einsam und hat bisher keine Freunde gefunden. Das ändert sich jedoch, als Fina eines Tages auf dem Heimweg aus der Schule ein undefinierbares Gefühl der Gefahr überkommt. Lea, das beliebteste Mädchen der Klasse, mit dem Fina bisher kaum Kontakt hatte, ist zufällig in der Nähe und spürt dieses vage Gefühl auch. Da sie bemerkt, dass Fina auch empfänglich für diese Erscheinung ist, nimmt Lea sie mit zu ihrer Großmutter, einer Hexe, zu der ihr ihre Eltern eigentlich den Kontakt verboten haben. Von dieser Oma erfahren die beiden Mädchen, dass sie auch Hexen sind. Doch was hat der etwas ältere Luca, der sich plötzlich für Fina zu interessieren scheint, damit zu tun?
Ein Setting, in dem ein Jugendlicher unerwartet erfährt, irgendwelche besonderen Begabungen zu haben, ist in der (Jugend-)Fantasy-Literatur natürlich nicht gerade selten anzutreffen. Trotzdem schafft es die Autorin, (zumindest mir) neue Aspekte darin einzubringen. Dass Fina – trotz aller Zweifel – Gefühle für den geheimnisvollen Sven entwickelt, ist genretypisch natürlich keine Überraschung. Andere Wendungen kommen für den Leser jedoch genauso überraschend wie für die Beteiligten. Auch ein (geographisch nicht näher definiertes) deutsches Dorf als Handlungsort ist im Genre eher selten anzutreffen.
Wie der Untertitel „Finas Weg 1“ schon andeutet und auch dem Ende des Büchleins anzumerken ist, stellt „Hexenbann“ wohl den Anfang einer Reihe noch unbekannter Länge dar. Potential muss man der Geschichte durchaus zugestehen, denn der vorliegende Band liest sich flüssig. Am Ende deuten sich diverse Entwicklungsmöglichkeiten für die Fortsetzung(en) an.
Am Schluss zur Vollständigkeit noch ein paar Anmerkung zu kleinen Unstimmigkeiten, die für das eigentliche Buch jedoch unbedeutend sind: Zum einen wäre da Finas Alter. Im Klappentext wird es mit 15 Jahren genannt. Ihren 15. Geburtstag hat sie jedoch erst ganz zum Ende dieses Bandes. Während des mit Abstand größten Teils der Handlung ist sie genaugenommen also erst 14. Zum anderen betrifft es das Coverbild. Das darauf abgebildete Mädchen hat keinerlei Ähnlichkeit mit Finas Beschreibung im Text.

Fazit:
Auftakt einer Jugend-Fantasy-Reihe, der Fans junger Hexen einen Blick schenken sollten.

eBook