Die Steine der Götter – 1 – Götterpfade

Julian Kappler
Die Steine der Götter – 1 – Götterpfade

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Durch Höhle und Wüste

Klappentext:
»Götterpfade« ist der fesselnd geschriebene erste Teil der vierteiligen High-Fantasy-Reihe »Die Steine der Götter«.
In einer Taverne im rauen Norden des Kaiserreichs der Menschen lernt der junge Krieger Gero bei einer Schlägerei neben Derio, einem leibhaftigen Magier, auch die bildschöne Kriegerin Esme kennen.
Ehe die Drei sich versehen, befinden sie sich auf einer rasanten, abenteuerlichen Mission, um die sogenannten Steine der Götter zu bergen. Allerdings sind auch Orks und Schwarzmagier hinter diesen wertvollen Artefakten her. So hilft den drei Gefährten nur Vertrauen zu den zehn Göttern und die Hoffnung, dass das Gute schneller sein möge als die Mächte des Bösen.
Werden Geros Mut und Optimismus, Derios Weisheit und seine magischen Kräfte oder gar Esmes Gottvertrauen der Schlüssel zum Sieg über die Diener des dunklen Gottes S’zaroz sein?
Von der geheimnisvollen dritten Macht, die beginnt, ihre Fäden im Hintergrund zu ziehen, ahnen die Drei noch nichts. So entfaltet sich langsam und zunächst unbemerkt ein komplexes Netz der Intrigen. Genauso wenig wissen die drei Gefährten etwas über die mysteriöse Prophezeiung, in der sie eine zentrale Rolle spielen …

Rezension:
Als Gero, ein junger Krieger, der gerade keine rechte Aufgabe zu erledigen hat, in einem Gasthaus auf Esme, eine ebenso junge und auffallend schöne Kriegerin, die auf einem Rachezug gegen die Orks ist, trifft, will es der Zufall, dass beide einem in Schwierigkeiten steckendem Magier zu Hilfe kommen. Bei einer gemeinsamen Mahlzeit wird dem Trio eine etwas mysteriöse, aber gewinnbringende Mission angeboten: Sie sollen einen streng vertraulichen Brief sicher zum Empfänger bringen. Dem leicht verdienten Geld können alle 3 nicht widerstehen. Doch kaum haben sie den Brief erfolgreich abgeliefert, stolpern sie schon ins nächste Abenteuer, und schon bald sind sie gemeinsam auf der Suche nach den Steinen der Götter. Ein nicht ungefährliches Abenteuer beginnt, bei dem die Gefährten nicht ahnen, dass unbekannte Mächte im Hintergrund wirken.
Julian Kapplers Tetralogie entpuppt sich (zumindest soweit man das nach diesem Auftakt-Band beurteilen kann) als klassische High-Fantasy-Quest. 3 Helden, die zu Beginn vom Zufall zusammengeführt werden, sich aber auf Anhieb gut verstehen, geraden ohne eigene Planung in ein großes Abenteuer, dessen Ausgang die Welt, in der sie leben, verändern könnte. Während die beiden jungen Krieger sofort eine gemeinsame Basis finden, stammt der etwas ältere Magier, der seine Ausbildung gerade erfolgreich hinter sich bringen konnte, aus einer eher intellektuell geprägten Schicht und hat dadurch auf manches einen anderen Blickwinkel. Zum Wohl der 10 Götter, an die sie glauben, stürzen sie sich gemeinsam in ein großes Abenteuer, das sie bis zu einem Volk führt, das an nur 2 (andere) Götter glaubt. Dabei schrecken sie auch nicht davor zurück, zum Wohl ihrer Mission auch zu (bei beiden Völkern) illegalen Mitteln wie Einbruch und Diebstahl zu greifen. Auch auf rätselhafte Hintermänner und eine geheimnisvolle Prophezeiung verzichtet der Autor nicht, um seine Leser auf diese Weise noch mehr zu fesseln.
Die benutzte Erzählweise ist dabei recht geradlinig, die Sprache schnörkellos. Obwohl die Grundidee dieser Geschichte nicht besonders neu wirkt, gelingt es dem Autor doch, ihr neue Seiten abzugewinnen und andere Wege zu gehen, zumal sich bisher überraschenderweise keine Liebesgeschichte zwischen Krieger und Kriegerin anbahnt. Wenn die folgenden Bände dieses Niveau halten können, dürfte sich diese Reihe gut im Regal jedes Fantasy-Fans machen.

Fazit:
Dieses High-Fantasy-Abenteuer greift auf bewährte ‚Strickmuster‘ zurück, kann Genre-Freunde damit jedoch gut unterhalten.

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„Lord Breakinghams Geheimnis“, der von Rezensenten gelobte Jugendroman um einen Jungen, der unerwartet auf ein Internat gehen muss und Schockierendes über seine eigene Herkunft erfährt, ist in einer überarbeiteten Neuauflage erschienen. Ein Entwicklungsroman über den Wert der Freundschaft.
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NALA: Der magische Steinkreis

Gabriela Proksch Bernabé
NALA: Der magische Steinkreis

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Herzenspferde

Klappentext:
Das schüchterne, dreizehnjährige Mädchen Nala verbringt den Sommer auf einem Pferdehof in Südfrankreich. Ihr Herzenpferd, die weiße Araberstute Lilou ist genauso misstrauisch und verletzt wie sie. Im Wald entdeckt die Außenseiterin einen vergessenen, magischen Steinkreis und gelangt in eine Traumwelt.
Dort trifft sie die Medizinfrau Blaue Feder, ihren Schüler Wolfsherz und eine Mustangherde. Nala lernt uraltes, schamanisches Zauberwissen und Horsemanship, das Pferdeflüstern. Dieses Abenteuer verändert ihr Leben …

Rezension:
Nala mangelt es sehr an Selbstsicherheit. Kaum bei ihren Pferdeferien in Frankreich angekommen, merken das die anderen Teilnehmer. Manche spielen ihr sogar gefährliche Streiche. Als Nala in den Wald läuft, um allein sein zu können, entdeckt sie einen alten Steinkreis. Und der entführt sie in eine magische Welt, in der sie einiges von einer indianischen Medizinfrau lernen kann.
Der Klappentext dieses Buches verspricht ein Urban-Fantasy-Abenteuer mit einer jungen Protagonistin. Man kann diesem Klappentext nicht nachsagen, er würde den (potenziellen) Leser belügen. Alles, was dort genannt wird, spielt im Buch wirklich eine Rolle. Trotzdem weckt dieser Text völlig falsche Erwartungen. Das Buch entpuppt sich als ein Pferde- und Motivations-Buch für Mädchen, in dem die Fantasy-Handlung eine eher unbedeutende Rolle spielt. Selbstwertgefühl und wie man mit Pferden umgeht, sind die eigentlichen Themen in Gabriela Proksch Bernabés Geschichte. Auch wenn der Stil der Autorin durchaus lesbar ist, fühlt sich der Fantasy-Fan während des Großteils der Handlung gelangweilt. Junge und besonders weibliche Pferdefans werden vielleicht zu einem anderen Urteil kommen. Das kann ich mangels Interesse und Zielgruppenzugehörigkeit nicht beurteilen. Allen, die Wert auf den Fantasy-Part legen, kann ich dieses Buch jedenfalls nicht empfehlen.

Fazit:
Fantasy-Fans sollten sich von Titel und Klappentext nicht täuschen lassen – dies ist ein Pferdebuch für (jüngere) Mädchen!

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Demian Darking

J.F. Martin
Demian Darking

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Weltenverbinder

Klappentext:
Demian Darking ist ein Aussenseiter an seiner Schule. Auch seine Eltern haben kaum Zeit für ihn. So flüchtet sich Demian in seiner Freizeit meist in Fantasiewelten und verschlingt ein Buch nach dem anderen. Als er sich in Helena, ein Mädchen aus seinem Buch, verliebt, beginnt er nach Möglichkeiten zu suchen, sie zu treffen. Er erfährt, dass es in jedem Buch eine geheime Seite gibt, über die der Leser in die Geschichte gelangen kann. Demian beschliesst nach dieser Seite zu suchen. Und tatsächlich findet er den Eingang in die Geschichte. Doch erwartet ihn in der fantastischen Welt auf der anderen Seite nicht nur Gutes: Eine böse Hexe lockt Demian in eine gemeine Falle! Für Demian, Helena und seine anderen neuen Freunde beginnt ein Kampf gegen das Böse und gegen ihre grössten Ängste. Doch mit ihren neu entdeckten magischen Kräften besteht für die Kinder eine kleine Chance, das Unheil zu bezwingen, die böse Hexe zu besiegen und gemeinsam dem Schrecken zu entfliehen. Dafür kämpfen sie bis zum Schluss.

Rezension:
Demian hat sich verliebt. Dumm nur, dass seine Angebetete ein Mädchen aus einem Buch ist. Aber angeblich soll doch jedes Buch eine geheime Seite haben, durch die man in die Geschichte hineingelangen kann! Tatsächlich schafft er es, doch dort ist manches anders, als er erwartet hat. Eine Hexe hat Helena, wie das Mädchen heißt, benutzt, um Demian herzulocken und in ihre Gewalt zu bringen – so wie eine ganze Reihe anderer Kinder und Helena selbst. Alle zusammen wagen einen Fluchtversuch.
Jeder Vielleser würde wohl gerne hin und wieder mal wie der Protagonist dieser Jugend-Urban-Fantasy-Novelle in eine Handlung körperlich hineintauchen können. So ist J.F. Martins Idee, auf der diese Geschichte fußt, für Leute wie mich schon von Grund auf interessant. Leider ist die Umsetzung nicht ganz so gut gelungen. Zum einen wirken manche Passagen etwas zu gehetzt und übereilt. Gerade auch der Endkampf gegen die Hexe gehört in diese Kategorie. Zum anderen sind die beschriebenen Gefühle, die Demian für Helena hegt und die bis zu einem intensiven Kuss führen, für den erst 10-jährigen Protagonisten nicht glaubwürdig. Nach einer gründlichen Überarbeitung könnten dieses Büchlein und eine angedeutete Fortsetzung jedoch ein gut lesbares Urban-Fantasy-Abenteuer ergeben.

Fazit:
Die gute Idee dieser Geschichte leidet leider an einer noch nicht gänzlich gelungenen Ausführung, zeigt jedoch Potenzial.

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Beim Haupt der Medusa

Sabine Bürger
Beim Haupt der Medusa

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Eine unheimliche Besucherin

Klappentext:
Wer sie ansieht, wird zu Stein
Bernhard H. ist ein Spieler, liebloser Ehemann und Besitzer eines illegalen Casinos. Mit krimineller Energie betrügt er seine Gäste – bis eine Unbekannte in seinen Herrenklub kommt und ihn vor der Zukunft warnt.

Rezension:
Bernhard betreibt eine Kneipe. Außer etwas zu trinken bietet er seinen Kunden jedoch noch mehr: eine illegale Spielhölle, und zwar ausschließlich für Herren. Der einzige, der hier gewinnt, ist er selbst. Dafür sorgt Bernhard schon. Für Frau und Familie bleibt da kaum Zeit übrig. Als es eines Tages doch eine Frau schafft, bis ins Spielzimmer vorzudringen, verliert er gegen sie. Ab da geht es mit Bernhards Glück bergab.
In Sabine Bürgers Kurzgeschichte aus der booksnacks-Reihe geht es nicht mit rechten Dingen zu. Wirkt die Geschichte am Anfang noch wie eine Milieustudie aus Halbwelt-Kreisen, tritt mit der ominösen Besucherin ein Mystery-Element in Erscheinung. Der Autorin gelingt eine nahtlose Verknüpfung beider Bestandteile. Auch wenn das Ende dem Leser keine große Überraschung bietet, kann die aus Sicht des Protagonisten erzählte Story durch einen gelungenen Handlungsaufbau und einen angenehm lesbaren Stil punkten.

Fazit:
Eine mysteriöse Unbekannte sorgt in dieser Kurzgeschichte für eine interessante Lesepause.

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Volucer – 1 – Buch Helena

Jenna Oellrich
Volucer – 1 – Buch Helena

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Zwischen den Parteien

Klappentext:
Helena lebt ein normales Leben, was sich an einem Abend jedoch schlagartig ändert. Ein Angriff auf sie und ihre beste Freundin setzt bisher unbekannte Kräfte in ihr frei, die sie selbst jedoch als harmlos abtut.als sie jedoch von zwei Männern aufgesucht wird, die ihr klarmachen wollen,dass sie etwas mehr ist als ein Mensch, glaubt sie, ihren Verstand zu verlieren.
Von der Neugierde getrieben lässt sie sich jedoch auf die Erzählungen der Beiden ein und lernt eine völlig neue Welt kennen. Doch auch unter den Volucern gibt es Freundschaften und Liebe sowie Lügen und Zweifel.

Rezension:
Nachdem ihr Freund Schluss gemacht hat, ist Helena schlechter Stimmung. Dass sie und ihre beste Freundin auf dem Heimweg von Betrunkenen belästigt werden, setzt dem Fass die Krone auf. Helena wehrt sich, und das auf eindrucksvolle Weise. Im Gegensatz zu ihrer Freundin Michelle ist ihr selbst aber gar nicht klar, wie sehr sie dabei kräftemäßig über sich hinausgewachsen ist. Dieses Ereignis sorgt allerdings dafür, dass andere auf sie aufmerksam werden: die Volucer. Diese erklären ihr, dass ihr Vater, den sie nicht kennt, auch ein Volucer war, bevor er spurlos verschwand. Allerdings war er kein geborener Volucer, sondern ein übergelaufener Nephilim. Helenas unbewusstes Outing während des Kampfes führt dazu, dass sowohl die Volucer wie auch die Nephilim sie für sich gewinnen wollen. Ein großer Kampf zwischen beiden Parteien ist ohnehin bald fällig. Daran kann auch Gabriel, gefallener Engel und Anführer der Volucer, nichts ändern.
Jenna Oellrichs mit diesem Buch aus der Taufe gehobene Urban-Fantasy-Reihe rückt den seit langer Zeit von den Menschen unbemerkt stattfindenden Kampf zwischen Volucern und Nephilim ins Zentrum der Handlung. Die magisch begabten Wesen beider Seiten leben seit eh und je an der Seite der Menschen, die von ihrer Existenz nichts ahnen. Selbst die Protagonistin ahnt bis zu der Kontaktaufnahme nicht, dass sie kein Mensch ist. Soweit also eine Konstellation, wie sie in der Urban Fantasy nicht gerade selten auftritt. Die Autorin führt den Leser zusammen mit der Titelheldin in die fremde Welt dieser beiden antagonistischen Wesen ein. Ergänzt wird die übernatürliche Völkerschar noch von (gefallenen) Engeln und Constantia. Hier liegt allerdings auch die größte Schwäche des Buches. Weder Volucer noch Nephilim oder Constantia werden in ihrer Daseinsform nachvollziehbar erklärt. Man erfährt zwar, dass Volucern in emotional stressigen Situationen vorübergehend Flügel und Nephilim Hörner wachsen können, allerdings entwickelt ein seit längerer Zeit zu den Volucern übergelaufener Nephilim auch Flügelansätze, sodass die ‚Artzugehörigkeit‘ sich wohl mit der Zeit der Überzeugung anpassen kann. Wirklich zu durchschauen ist das für den Leser jedoch bis zum Ende nicht.
Ansonsten bekommt man mit diesem Buch ein gut lesbares Abenteuer um die Selbstfindung der Protagonistin, in dem auch (Liebes-)Gefühle eine Rolle spielen. Ein Verräter ist allerdings so offensichtlich, dass die Heldin (und nicht nur sie) schon als extrem blauäugig erscheint, das nicht viel früher zu erkennen. Es bleibt zu hoffen, dass die genannten Informationsdefizite in den kommenden Bänden behoben werden.

Fazit:
Dieser Start in eine Urban-Fantasy-Reihe liest sich trotz einiger Mängel gut. Diese könnten in den Fortsetzungen leicht ausgeglichen werden.

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Das Nachtschiff

Volker Hesse
Das Nachtschiff

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Die Inkarnationen der La Nuit

Klappentext:
„Ihr habt uns lange warten lassen“, rasselte seine heisere Stimme. „Neunzehn Jahre im kalten Wasser sind kein Zuckerschlecken. Aber nun seid Ihr ja da.“
Die fast vierzehnjährige Lea und ihre Geschwister erwarten wieder einmal triste, verregnete Sommerferien zu Hause in Remscheid. Doch dann trifft überraschend ein Brief ein und ändert alles. Die Familie Klages begibt sich auf eine Reise ins Ungewisse. Diese führt sie auf die Insel Korsika – und die Kinder auf mysteriöse Art in vergangene Zeiten. Das schwarz-weiße Steuerrad eines rätselhaften Segelschiffes wird zum unheilvollen Boten einer längst vergangenen Zeit. Können Lea, Tim und Sarah den Bann brechen?

Rezension:
In Leas Familie ist das Geld derzeit recht knapp, eine Urlaubsreise in den bevorstehenden Sommerferien deshalb nicht geplant. Doch plötzlich kommt der Brief eines französischen Anwalts an. Ein Großonkel, den Lea und ihre Geschwister nur vom Hören und Sagen kennen, hat ihrer Mutter ein Haus auf Korsika vererbt. Natürlich kratzt die Familie alle Reserven zusammen, um das Erbe vor Ort anzutreten. Als sie erfahren, dass zum Erbe auch noch ein Segelboot, die La Nuit, und ein nicht ganz kleines Vermögen gehören, ist die Freude groß. Zum Leidwesen der Geschwister entscheiden die Eltern jedoch, Haus und Boot zu verkaufen, um sich vom Erlös ein besseres Leben in der Heimat aufzubauen. Die letzte Nacht vor der Rückreise wollen Lea, Tim und Sarah zumindest auf dem vor Anker liegenden Boot übernachten. An den Fluch, den der Anwalt erwähnte, glaubt natürlich niemand.
In seinem kurzen Urban-Fantasy-Abenteuer schickt Volker Hesse seine Protagonistin Lea, die alles aus der Ich-Perspektive erzählt, mit ihren Geschwistern auf eine Zeitreise durch die Jahrzehnte und Jahrhunderte. Immer wieder erwachen die 3 Jugendlichen auf unterschiedlichen Schiffen, denen nur der Name „La Nuit“ gemein ist. Wie es in derartigen Romanen üblich ist, müssen die Zeitreisenden diverse Abenteuer und Gefahren bestehen, um in ihre eigene Zeit zurückkehren zu können. Dabei benutzt der Autor eine klare, gut lesbare Sprache, in der einige französische Vokabeln benutzt werden, die jedoch auch ohne Sprachkenntnisse verständlich sind. Obwohl die Geschehnisse aus der Sicht eines 14-jährigen Mädchens erzählt werden, handelt es sich thematisch keineswegs um ein ‚Mädchenbuch‘. Auch kann die Geschichte trotz ihres Jugendbuch-Charakters auch deutlich ältere Lesern gut unterhalten. Eine Fortsetzung wäre durchaus denkbar.

Fazit:
Diese Zeitreise-Urban-Fantasy mit jugendlichen Protagonisten kann überzeugen.

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Die Vampir-Gondel

Earl Warren
Die Vampir-Gondel

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Der alte Doge

Klappentext:
Jean Dubois und seine Frau Monique sind auf Hochzeitsreise in Venedig. Es soll ein romantischer und unbeschwerter Urlaub werden. Aber das Schicksal hat anders entschieden. Zuerst verschwindet ein Ehepaar, das Jean in Monique im Hotel kennengelernt haben, auf rätselhafte Weise – und gleichzeitig mehren sich die Anzeichen, dass Vampire in der alten Lagunenstadt ihr Unwesen treiben. Nur wenig später geraten auch Jean und Monique in Gefahr. Die Situation spitzt sich dramatisch zu, als Monique entführt wird und Jean um ihr Leben kämpfen muss…

Rezension:
Jean Dubois, Vampirjäger der französischen Polizei, verbringt seine Flitterwochen in Venezia. Von Vampiren will er während dieser Zeit nichts wissen. Als jedoch ein anderes Flitterwochenpaar, das sie im Hotel kennenlernten, spurlos verschwindet und seine Frau, in derartigen Angelegenheiten auch nicht unerfahren, am helllichten Tag meint, von einem Vampir überflogen worden zu sein, holt sein Job Jean ein. Allerdings zeigen sich nicht alle Vampir-Experten der Stadt über die fremde Hilfe erfreut.
Von Umfang und Stil her erinnert dieser kurze Vampir-Roman an klassische Heftromane, wie sie in letzter Zeit vermehrt ihre Auferstehung als eBook feiern. Bei meiner Suche konnte ich allerdings keine weiteren Abenteuer um Earl Warrens Vampirjäger Jean Dubois entdecken. Im Gegensatz zu den meist etwas älteren Heftromanen, die derzeit ihre elektronische Zweitverwertung finden, handelt dieser auch in recht aktueller Zeit, genauer gesagt im Handy-Zeitalter. Der gesamte Handlungsaufbau erinnert jedoch stark an die genannten Vorbilder. Einen weiteren Unterschied als die bereits erwähnten Handys gibt es allerdings noch: Sind in den Vampir- und Dämonenjägerreihen der 1970er die Freundinnen und Frauen der dortigen Protagonisten meist wehrlose Opfer, die heldenmütig beschützt werden müssen, ist Jeans frisch Angetraute durchaus in der Lage, sich selbst gegen zeitweilig geflügelte Blutsauger zur Wehr zu setzen.
Der Autor liefert mit dieser Vampir-Urban-Fantasy eine Geschichte, die weitgehend den Genre-typischen Standards folgt und weder in positiver noch in negativer Hinsicht besonders aus dem Gewohnten hervorsticht. Fans klassischer Dämonenjäger-Geschichten werden sich in der Vampir-Gondel sicher wohlfühlen.

Fazit:
Dieser Kurzroman lässt das Genre der klassischen Vampirjäger-Abenteuer geringfügig modernisiert wiederauferstehen.

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Tochter des Mondes

Jeanette Peters
Tochter des Mondes

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Die Hexe und der Herr der Sonne

Klappentext:
Die Nacht, in der Dilar mit ihrer Tochter vor Hexenjägern flieht, stellt sich als Glücksfall heraus. Sie finden Hilfe und ein neues Zuhause bei der alten Aiga. Endlich erfüllt sich Dilars Traum Mayara in einer behüteten Umgebung aufwachsen zu lassen. Doch ihr Traum ist in Gefahr. In der Stadt begegnet man ihnen mit Misstrauen und Aiga hütet eines der Portale, die den Durchgang in die Anderswelt, der Welt der Herren und Herrinnen der Feen, darstellen. Als ein Fremder Dilar zu viel Aufmerksamkeit schenkt, beschließt diese ihre Tochter zurückzulassen und zu fliehen. Mayara bleibt mit der älteren Frau zurück. Dann stirbt Aiga und die inzwischen Fünfzehnjährige findet sich plötzlich vollkommen alleine in einer Welt wieder, in der Missgunst, Aberglaube und Neid vorherrschen.

Rezension:
Nachdem ihre Mutter sie verlassen musste, wächst Mayara bei der alten Aiga auf, die das Mädchen auch darin schult, seine Hexenkräfte zu kontrollieren und sinnvoll einzusetzen. Auf dem Grundstück, das beide bewohnen und bewirtschaften, befindet sich einer der wenigen Übergänge in die Welt der Feen, von denen Mayara jedoch noch nie eine traf. Als sie 15 ist, stirbt die alte Frau. Jetzt muss sie sich alleine um alles kümmern. Eine Händlerin im nahegelegenen Dorf betrügt Mayara noch schlimmer, als sie es schon bei Aiga immer machte. Angestiftet vom Sohn des Grafen schiebt sie dem Mädchen einen Zauber unter, um sie mit diesem zu verkuppeln. Dieser Plan geht jedoch schief, und Mayara lernt einen geheimnisvollen Mann kennen. Doch die Hexenjäger rücken immer näher …
Jeanette Peters beschreitet in ihrem Fantasy-Roman einen ungewöhnlichen Weg. Obwohl es sich bei den Protagonisten um Hexen und Feen handelt, spielt Magie eine eher untergeordnete Rolle. Und obwohl eine Liebesbeziehung eine erhebliche Rolle spielt, werden beide Beteiligte am Ende kein Paar. Stattdessen konzentriert sich die Handlung dieses Buches auf die Konflikte zwischen Hexen und Hexenjägern sowie auf den in kulturellen Unterschieden zwischen Menschen- und Feenwelt begründeten Missverständnissen. Selbst der eigentliche Showdown gegen einen Hexenjäger und seine Verbündeten spielt handlungsmäßig nur eine kleine Rolle.
Die Autorin erzählt ihre Geschichte aus den Blickwinkeln unterschiedlicher Beteiligter. Die Bandbreite reicht dabei von der eigentlichen Protagonistin über verschiedene Angehörige des Feenvolkes bis zu Hexenjägern. Ein Gesamtbild gewinnt der Leser erst im Verlauf der Handlung. Nachdem sich diese zwischenzeitlich in Richtung Romanze zu entwickeln scheint, dreht sie dann in einen eher spannenden Plot ab. Auf ein klassisches Happyend wird verzichtet. Dabei bleibt die Geschichte – vielleicht mit Ausnahme der romantisch veranlagten Kapitel – stets interessant.

Fazit:
Eine etwas andere Hexengeschichte, in der etwas andere Feen eine große Rolle spielen.

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Drei Lieder für die Königstochter

Susanne Pavlovic
Drei Lieder für die Königstochter

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Ein Heldenlied

Klappentext:
„Wenn alles gut geht, werdet Ihr ein Held sein“, versprach mir der Herr vom Falkenschlag.
„Und wenn nicht?“, fragte ich verzweifelt. Er hob die Schultern.
„Dann bleiben der Nachwelt immer noch Eure Lieder“, sagte er.
Das hätte mich vermutlich trösten sollen – tat es aber nicht.
Im einen Augenblick versteckt Wolfram der Spielmann sich noch vor dem langen Arm des Gesetzes, im nächsten bekommt er den ehrenvollen Auftrag, den König und seine Tochter aus den Kerkern des Thronräubers zu befreien. Nicht ganz freiwillig lässt er sich auf ein Abenteuer ein, das ihn von den Kerkern der Goldenen Burg bis hinauf auf die Turmzinnen führt, in Schränke, Speisekammern und Geheimgänge. Drei Lieder braucht er, um seinen Auftrag zu erfüllen, und all seinen Witz und Verstand.
Eine temporeiche Kurzerzählung aus dem Feuerjäger-Universum.
Reichhaltig und farbig illustriert von Katharina Reitz. Schön gebunden als Hardcover. Mit farbigen Fanarts zum Feuerjäger-Zyklus. Ein MUSS für jeden Fan von Susanne Pavlovic.

Rezension:
Wolfgang ist auf der Flucht vor der königlichen Wache. Die Schmählieder, die er auf dem Marktplatz sang, gefallen dem neuen König genauso wenig wie dem alten. Die Leute, die ihn schließlich doch gefangen nehmen, arbeiten jedoch nicht für den König. Zumindest nicht für den neuen. Stattdessen zwingen sie Wolfgang, sich ausgerüstet mit ein paar Zaubern bewusst gefangennehmen zu lassen, um den alten König und dessen Tochter aus den Kerkern zu befreien. Doch das läuft natürlich nicht ganz so wie geplant.
Wie bereits in „Das Spielmannslied“ lässt Susanne Pavlovic ihren ‚Helden‘ Wolfgang wieder in der 1. Person von seinen Abenteuern berichten. Diesmal verschlägt es diesen in eine Scheune, in der er am abendlichen Feuer von seiner Rettung einer echten Prinzessin berichtet. Erneut stellt sich heraus, dass unser Spielmann eigentlich nicht zum Helden geboren ist. Mit ihrem humorvollen Stil gelingt es der Autorin auch hier wieder, ein mittelalterlich geprägtes Fantasy-Abenteuer so humorvoll zu präsentieren, dass es für den Leser ein Genuss ist. Wie viel dessen, was der Protagonist seinen Zuhörern erzählt, wahr und was von ihm ausgeschmückt ist, bleibt am Ende offen. Aber wen interessiert das schon?

Fazit:
Susanne Pavlovics Fantasy-Geschichten um Wolfgang, den Spielmann, sind eine echte Empfehlung für Freunde humorvoller Fantasy.

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Sturmwächter – 1 – Das Geheimnis von Arranmore

Catherine Doyle
Sturmwächter – 1 – Das Geheimnis von Arranmore

Übersetzung: Sylke Hachmeister

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Die Magie der Insel

Klappentext:
„Irgendwo in den Tiefen der Insel braute sich eine Finsternis zusammen, eine Finsternis schrecklicher als alles, was die Erde je gesehen hatte. Es war zu spät, sie jetzt noch aufzuhalten.“
Fionn Boyle verbringt den Sommer bei seinem Großvater auf Arranmore. Doch die irische Insel birgt ein Geheimnis. Eine böse Zauberin liegt tief unter den Felsen gefangen, und ausgerechnet Fionns Großvater ist der Sturmwächter, der die Insulaner vor dieser dunklen Bedrohung schützen muss. Wird der alte Malachy Boyle dem mächtigen Sturm der Vergangenheit trotzen können? Fionn muss seinen Mut unter Beweis stellen und zeigen, dass auch er das Meer im Blut hat.
Der Beginn einer fantastischen Abenteuergeschichte – stürmisch, atemberaubend und einfach mitreißend!

Rezension:
Der 11-jährige Fionn soll die Ferien zusammen mit seiner großen Schwester Tara auf der Heimatinsel seiner Mutter, Arranmore, bei seinem Opa verbringen. Tara war schon im letzten Sommer dort und machte vage Andeutungen von Geheimnissen, ohne wirklich etwas zu verraten. Nach der Ankunft bemerkt Fionn bald, dass hier wirklich vieles irgendwie komisch ist. Auch sein Großvater, den er bisher gar nicht kannte, ist ein eigenartiger Typ. Er stellt Kerzen her, denen er komische Namen gibt. Schnell wird Fionn klar, dass diese beim Abbrennen magische Wirkungen entfalten. Doch das scheint auch dem Freund seiner Schwester klar zu sein. Wird Fionn die Geheimnisse der Insel und seines noch vor seiner Geburt verschwundenen Vaters enträtseln können?
Die irische Autorin Catherine Doyle zielt mit ihrem Urban-Fantasy-Abenteuer auf eine jüngere Leserschaft. Trotzdem ist das Buch auch für ältere Fantasy-Fans gut lesbar. Wie so oft bei vergleichbaren Werken ist das Ende trotz eines vorhandenen Abschlusses schon auf eine mögliche Fortsetzung ausgelegt. Handlungsort ist die tatsächlich existierende irische Insel Arranmore (gälisch: Árainn Mhór), von der laut Verlagsinformationen die Vorfahren der Autorin stammten.
Während dem Leser schnell bekannt wird, dass Fionns Vater nicht mehr lebt und seine Mutter psychische Probleme hat, wird bis zum Ende des Buches nicht klar, welcher Natur diese genau sind. In mancher Hinsicht verstößt die Autorin (vermutlich bewusst) gegen Genre-typische Erwartungsmuster. So lernt der Protagonist beispielsweise bald nach seiner Ankunft ein etwa gleichaltriges Mädchen kennen und versteht sich recht gut mit diesem. Entgegen dem üblichen Schema entsteht daraus jedoch keine engere Freundschaft, und dieses Mädchen spielt in der weiteren Handlung lediglich eine Nebenrolle, in der es nur relativ selten in Erscheinung tritt. Auch das Ende fällt eher unerwartet aus.
Die Autorin (beziehungsweise die Übersetzerin) verwendet einen gut lesbaren Stil, der sowohl die jüngeren als auch erwachsene Leser ansprechen dürfte. Allerdings werden in der deutschsprachigen Ausgabe teilweise Begriffe verwendet, bei denen ich es für fraglich halte, ob diese Lesern in Fionns Alter geläufig sind.
Insgesamt gesehen macht diese Jugend-Urban-Fantasy – gerade auch wegen mancher atypischer Elemente – einen gelungenen Eindruck. Auf die wahrscheinlich zu erwartende Fortsetzung darf man gespannt sein.

Fazit:
Dieses gelungene irische Urban-Fantasy-Abenteuer mit einem jungen Protagonisten verzichtet auf die für Irland typischen Fantasy-Geschöpfe.

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Nähere Infos zum Buch findet ihr hier: https://lordbreakingham.wordpress.com/
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