Ein MORDs-Team – 21 – Bürgermeisterin für einen Tag

Andreas Suchanek
Ein MORDs-Team – 21 – Bürgermeisterin für einen Tag

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2 Wendys

Klappentext:
Ein Tipp von Sonjas Quelle in der Pathologie bringt das MORDs-Team wieder einen Schritt weiter im Fall Corey Parker. Plötzlich rückt auch dessen Schwester in den Fokus und der Fall nimmt eine dramatische Wendung.
Unterdessen wird Caleb Moore auf ein Problem aufmerksam. Die Konsequenzen sind fatal. Und Alice King macht sich daran, ihr Amt als Bürgermeisterin anzutreten.

Rezension:
Die Frau, die bisher alle für Wendy Parker hielten, kann nicht die echte Wendy Parker sein, denn die ist längst tot. Definitiv. Diese Erkenntnis stellt die Freunde vor ein Rätsel. Noch haben sie nicht den kleinsten Hinweis, wer sich hinter der angebliche Wendy verbergen könnte. Unterdessen wird Alice aus dem Krankenhaus entlassen. Obwohl sie noch geschwächt ist, übernimmt sie die Amtsgeschäfte von Martha. Beide vereinbaren ein Arrangement.
Nach einer mehrmonatigen Sommerpause meldet sich Andreas Suchaneks Reihe um die 4 Hobbydetektive zurück. Trotz der Erkenntnis um Wendys Identität bleiben die Ereignisse in Barrington Cove – zumindest wenn man das bei dieser Reihe Gewohnte als Vergleich heranzieht – relativ ruhig. Vorerst. Wie man es vom Autor gewohnt ist, bleibt das natürlich nicht lange so, und spätestens zum Ende dieses Bandes kündigt sich die nächste bevorstehende Katastrophe an. Das auch mehrere Mitglieder des MORDs-Teams wieder in Lebensgefahr schweben, muss wohl kaum noch erwähnt werden. Der Suchtfaktor bleibt weiterhin hoch.

Fazit:
Nach einem kurzen Durchatmen bereitet der Autor schon den nächsten Paukenschlag vor. Die Reihe bleibt spannend.

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Berlingtons Geisterjäger – 3 – Die Türme von London

Amalia Zeichnerin
Berlingtons Geisterjäger – 3 – Die Türme von London

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Big Ben im Klammergriff

Klappentext:
London, im Herbst 1888 Bei einer königlichen Audienz wird den Geisterjägern und ihren Mitstreitern ein erstaunliches Geheimnis enthüllt. In den Türmen von London liegen ungeahnte Schätze verborgen … Die Anderswelthexe Carmun hat mittlerweile zahlreiche Anhänger um sich gescharrt und verfolgt einen finsteren Plan. Wird es den Geisterjägern und den magisch Begabten Londons gelingen, sie aufzuhalten? Die Buchreihe „Berlingtons Geisterjäger“ vereint viktorianische Urban Fantasy, queere und nicht-queere Charaktere, sie enthält einen Hauch Steampunk und eine leicht düstere Atmosphäre wie in der klassischen Schauerliteratur. Teil 3 schließt direkt an die Ereignisse in „Berlingtons Geisterjäger 2 – Mördernächte“ an und schließt die „Anderswelt“ Trilogie ab.

Rezension:
Die Mordserie, die die Öffentlichkeit einem ‚Jack the Ripper‘ zuschreibt, ist nach der Enttarnung des magischen Täters beendet, doch dieser ist noch auf der Flucht. Während sich Lord Berlington und seine Kampfgefährten jedoch auf diese Morde konzentrierten, konnte die im letzten Jahr aus der menschlichen Welt verbannte Anderswelthexe Carmun den Wall erfolgreich niederreißen und nach London zurückkehren. Unnatürliche Ereignisse, die auch der normalen Bevölkerung nicht verborgen bleiben, häufen sich. Viktor, Fiona und die anderen Mitkämpfer erhalten eine überraschende Einladung Queen Victorias höchstpersönlich. Wie sich herausstellt, blieb ihr Kampf nicht unbemerkt, denn die Krone unterhält von der Öffentlichkeit unbemerkt einen speziellen magischen Geheimdienst namens S.I.O.S., das Secret Investigation Office of the Supernatural. Die Queen ‚bittet‘ die Geisterjäger um ihre Mitarbeit.
Die Handlung dieses 3. Bandes der „Berlingtons Geisterjäger“-Reihe schließt unmittelbar an die des Vorgängers „Mördernächte“ an. Somit verwundert es natürlich nicht, dass auch die in dessen Rezension gemachten Anmerkungen zu Stil und Genres unverändert gelten. Auch hier treffen wieder Urban Fantasy, historischer Roman, Krimi, etwas Steampunk und Homoerotik aufeinander. Allerdings kommt der Fantasy-Part diesmal stärker zum Tragen, während das Krimi-Element dafür in den Hintergrund tritt.
Amalia Zeichnerin schildert die Handlung auch hier wieder aus der Sicht wechselnder Protagonisten und nennt den jeweiligen Charakter genau wie Ort und Zeitpunkt jeweils ausdrücklich. Das hält die Story für den Leser stets interessant und lässt ihm bei den häufigen Wechseln den Überblick behalten.
Endete Band 2 mit einem offenen Übergang zum vorliegenden Buch, gibt es hier einen echten Abschluss. Trotzdem macht die Situation am Ende eine Fortsetzung der Abenteuer der zu einem festen Team zusammengewachsenen ‚Geisterjäger‘ (deren Gegner meist keine Geister, sondern höchst lebendige Wesen sind) durchaus denkbar.

Fazit:
Auch im (vorläufigen?) Finale kann dieser Genremix wieder Fans verschiedener Stilrichtungen überzeugen.

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Berlingtons Geisterjäger – 2 – Mördernächte

Amalia Zeichnerin
Berlingtons Geisterjäger – 2 – Mördernächte

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‚Jack the Magier‘

Klappentext:
London, 1888. Fast ein Jahr ist vergangen, seit die Geisterjäger aus der Anderswelt zurückgekehrt sind. Ein bestialischer Mord erschüttert Whitechapel, dem bald weitere folgen. Unter den Tatverdächtigen ist auch der Politiker und Magier Sir Zane Wentworth. Die Angst geht um in der Stadt! Auch die irische Hexe Fiona fühlt sich verfolgt, während die Künstlerin Nica von unerklärlichen Albträumen geplagt wird. Der amerikanische Privatdetektiv Eliott Breeches beginnt, den Mordfall auf eigene Faust zu untersuchen. Victor Berlington kämpft zugleich mit ganz anderen Schwierigkeiten… In der Buchreihe Berlingtons Geisterjäger treffen historische Urban Fantasy zusammen mit Elementen aus Krimi, Gothic Horror und einem Hauch Steampunk, gewürzt mit etwas gleichgeschlechtlicher Romantik.

Rezension:
Im Londoner East End häufen sich bestialische Morde an Frauen. Während die Presse mehr oder weniger abstruse Theorien zum Täter aufstellt, vermuten die Hexe Fiona, Lord Berlington und andere Personen ihres überwiegend magisch begabten Freundeskreises, dass der Täter im magischen Umfeld zu finden ist. Da sie sich mit diesem Verdacht natürlich weder an die Polizei, noch an die Öffentlichkeit wenden können, ohne für verrückt erklärt zu werden, beschließen sie, selbst Ermittlungen anzustellen. Die sexuellen Vorlieben einiger der Beteiligten lassen einen zu engen Kontakt zur Polizei ohnehin nicht ratsam erscheinen. Doch der erfolgreiche Kampf gegen ein Anderswelt-Wesen im vergangenen Jahr schweißt die Kampfgefährten über soziale Schranken hinweg zusammen.
Bestialische Frauenmorde, das Londoner East End und das Jahr 1888 – natürlich geht es hier um die in der Realität bis heute nicht aufgeklärten Morde Jack the Rippers. Was spricht also dagegen, den Täter im magischen Umfeld zu suchen? Auch ohne Band 1 der „Berlingtons Geisterjäger“-Reihe zu kennen, findet man sich schnell in die Handlung und die Protagonisten hinein.
Wie bereits der Klappentext verrät, wird hier Urban Fantasy mit historischen Krimi und Steampunk vermischt. Die homoerotischen Beziehungen zwischen Fiona und Nica sowie Victor und Alec werden nach meinem Geschmack teilweise zu sehr fokussiert, zumal sie zur eigentlichen Handlung wenig beitragen. Speziell auf eine recht detailreiche Sexszene zwischen den beiden Männern hätte ich durchaus verzichten können.
Amalia Zeichnerin erzählt ihre Geschichte stilistisch geschickt aus der wechselnden Perspektive verschiedener Protagonisten, wobei diese beim Perspektivenwechsel jeweils namentlich genannt werden. Auch Ort und Zeit der Handlung werden immer ausdrücklich erwähnt.
Obwohl der Mörder am Ende dieses Bandes enttarnt ist, schließt dieser doch mit einem Cliffhanger, der zu Band 3 überleitet.

Fazit:
Dieser bunte Genre-Mix aus Urban Fantasy, historischen Roman und Steampunk sowie Homoerotik dürfte die Fans diverser Genres ansprechen.

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Ein Fall für Wells & Wong – 3 – Mord erster Klasse

Robin Stevens
Ein Fall für Wells & Wong – 3 – Mord erster Klasse

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Übersetzung: Nadine Mannchen

Auf Agatha Christies Spuren

Klappentext:
Hazels Vater beschließt, seine Tochter und ihre Freundin Daisy unter seine Fittiche zu nehmen und mit ihnen die Ferien zu verbringen. Er lädt sie auf eine spektakuläre Fahrt quer durch Europa im Berühmten Orientexpress ein und hofft, dass sie hier vom Detektivspielen Abstand nehmen werden. Seine Rechnung hat er jedoch nicht mit den zwielichtigen Passagieren gemacht, die die Reise mit ihnen antreten.
Wie sollte es anders sein? Schon bald ertönt der erste Schrei und ein Mitreisender liegt regungslos am Boden. Ehrensache für Hazel und Daisy, dass sie sofort die Ermittlungen aufnehmen und in die ein oder andere brenzlige Situation geraten.

Rezension:
Hazels Vater ist von der erneuten Verwicklung seiner Tochter in einen Mordfall alles andere als begeistert. Deshalb kommt er in ihren Sommerferien extra nach Europa, um mit ihr den Kontinent während einer Fahrt im Orient-Express zu erkunden. Da Daisys Eltern gerade zu dieser Zeit im Prozess um den Mord während der Osterferien aussagen müssen, lädt er Hazels Freundin ein, sie zu begleiten. Im Gegensatz zu Mr Wong weiß Daisy aus dem im Vorjahr erschienenen Roman Agatha Christies allerdings schon, dass Reisen in diesem Zug nicht ganz ungefährlich sind. Tatsächlich stellt sich heraus, dass die Mitreisenden im Wagen eine eigenartige Mischung darstellen. Und natürlich lässt ein Mord nicht lange auf sich warten.
Nachdem in den vorhergehenden Bänden im Internat, das die beiden Protagonistinnen besuchen, und in Daisys Elternhaus gemordet wurde, verlegt Robin Stevens den Handlungs- und Tatort diesmal in den berühmten Orient-Express. Dass Agatha Christies berühmter Roman als Reiselektüre Daisys sogar in die Handlung eingebaut wurde, stellt natürlich eine nette Reminiszenz dar. Da auch die vergangenen Fälle vom Aufbau des Handlungsgerüsts eindeutige Anklänge an die klassischen Krimis dieser Autorin aufwiesen, kann man das wohl als offizielle Bestätigung der Vorbildfunktion interpretieren. Überraschend ist, dass fernab der Heimat gleich mehrere aus „Teestunde mit Todesfall“ bekannte Charaktere wieder in Erscheinung treten.
Robin Stevens gibt ihren beiden Heldinnen auch im Zug wieder Gelegenheit, ihre Beobachtungs- und Kombinationsgabe unter Beweis zu stellen. Erneut gibt es so viele anscheinend unwiderlegbare Beweise und Beobachtungen, dass der Mord eigentlich gar nicht möglich gewesen wäre. Die Leiche beweist natürlich das Gegenteil. Alle Verdächtigen haben felsenfeste Alibis. Viele von ihnen waren zum fraglichen Zeitpunkt sogar gemeinsam mit Daisy und Hazel im Speisewagen. Natürlich finden die beiden jungen Detektivinnen am Ende den Fehler in ihren eigenen Schlussfolgerungen und lösen den Fall.
Während Tathergang und Beweise am Ende jedoch völlig schlüssig und logisch erscheinen, gibt es in der Rahmenhandlung leider erhebliche Logiklücken. So geschieht der Mord zur Zeit des Abendessens, und der Zug fährt die ganze Nacht über weiter, bis er am Morgen durch äußere Umstände (die nichts mit dem Mord zu tun haben) zu einem unplanmäßigen Halt gezwungen wird. Der Express bleibt den ganzen Tag auf offener Strecke stehen, bis es endlich weitergeht und die Leiche nach Belgrad gebracht und der Fall dort der Polizei übergeben werden kann. Das damalige Jugoslawien war aber auch im Handlungsjahr 1935 nicht so dünn besiedelt, dass man unterwegs keine kleineren Orte passiert hätte, wo man bei einem unplanmäßigen Halt die Polizei hätte alarmieren können. Außerdem hatten selbst die größten Dampfloks nicht ansatzweise genug Vorräte an Kohle und Wasser, um solche Strecken ohne Nachfüllung bewältigen zu können.
Auch dieser Band der „Ein Fall für Wells & Wong“-Reihe stellt wieder eine sehr unterhaltsame, gelungene klassische Detektivgeschichte dar, die zu lesen einfach Freude macht. Mehrere krasse Logiklücken, die allerdings nicht den Fall an sich betreffen, verhindern diesmal allerdings die Maximal-Punktzahl.

Fazit:
Auch im 3. Mordfall müssen Daisy und Hazel wieder eine vertrackte Beweislage auf beste klassische Detektivweise entwirren.

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Sherlock Holmes, Sisi und das Erbe des Karl Marx

Klaus-Peter Walter
Sherlock Holmes, Sisi und das Erbe des Karl Marx

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Sisi und das Kapital

Klappentext:
Auf der Jagd nach den verschollenen Manuskripten des Karl Marx
Dr. Edward Aveling, der »Schwiegersohn« des soeben verstorbenen Philosophen Karl Marx, hat einen schlechten Charakter, sonst würde er Band 2 und 3 von Das Kapital nicht als Pfand für seine Verluste beim Glücksspiel hinterlegen. Als er sie auslösen will, hat sich der Gewinner damit bereits aus dem Staub gemacht.
Marx’ Freund und Genosse Friedrich Engels muss sich sehr überwinden, einen bürgerlichen Detektiv wie Sherlock Holmes mit der Wiederbeschaffung der unersetzlichen Zettelkonvolute zu beauftragen. Die Suche führt nach Meran und Bozen, wo man die Bekanntschaft von Kaiserin Sisi macht, die überraschenderweise eine heimliche Wertschätzung für den Revolutionär aus Trier hegt. Es entbrennt ein mörderischer Kampf um das Erbe von Karl Marx.

Rezension:
Während sich Watson mal wieder über die Eigenheiten seines Freundes Holmes ärgert, kündigt Mrs Hudson unerwarteten Besuch an. Ein Frederic Oswald möchte Holmes engagieren. Wie es seine Art ist, findet dieser sehr schnell heraus, dass dieser Name falsch ist. In Wirklichkeit handelt es sich bei seinem neuen Klienten um einen gewissen Friedrich Engels – ein Mann, dessen Weltanschauung Holmes nicht unbedingt sympathisch ist. Zähneknirschend gibt der Besucher zu, dass der (inoffizielle) Ehemann der Tochter seines kürzlich verstorbenen Freundes Karl Marx Schuld daran ist, dass wertvolle Manuskripte aus dem Nachlass letztens in falsche Hände geraden sind. Trotz einiger Vorbehalte stimmt Holmes – nicht zuletzt wegen einer großzügigen Bezahlung – zu, diese wiederzubeschaffen. Schnell stellt sich heraus, dass die Papiere sich bereits außer Landes befinden. So brechen Holmes und Watson nach Südtirol auf, wo sich der vermutliche Täter wahrscheinlich aufhält und sie auf die österreichische Kaiserin treffen.
Holmes, Engels und Sisi – das sind natürlich Personen, die man nicht unbedingt im gleichen Buch erwarten würde. Das führt natürlich sofort zu der Frage, ob das funktionieren kann. Die Beantwortung dieser ist nicht ganz einfach. Der Fall an sich funktioniert literarisch, auch wenn die Geschichte einige Logikfehler aufweist. Letztere betreffen allerdings nicht die unmittelbare Aufklärung des Falls.
Die nächste Frage lautet, wie bei allen ‚Neo-Holmes‘-Büchern: Fühlt es sich wie ein richtiger Sherlock Holmes an? Und hier muss die Antwort leider ein eindeutiges „nein“ sein. Während einem am Anfang die Chemie zwischen Watson und Holmes durchaus ans Original erinnert, verliert sich das im Fortgang der Handlung leider. Zum einen ist Klaus-Peter Walters Watson erheblich selbstbewusster und selbstständiger als Arthur Conan Doyles Original, zum anderen vermisst man als treuer Holmes-Fan das viktorianische Ambiente, das meiner Meinung nach untrennbar zu einem Sherlock Holmes gehört. Das liegt einerseits natürlich am Handlungsort, aber auch daran, dass manches einfach zu modern erscheint, obwohl es im Jahr 1883 angesiedelt ist. Zudem erzählt Watson zwischendurch wiederholt von einem älteren Fall, der in keinem Zusammenhang zu den Marx-Manuskripten steht. Eventuell war die Geschichte zu kurz und musste damit etwas gestreckt werden.
Betrachtet man die Geschichte losgelöst vom fiktiven Detektiv aus der Baker Street, stellt sie eine durchaus gelungene und lesbare Detektiv-Story vor historischem Ambiente mit ‚Gastauftritten‘ realer historischer Personen dar. Inwieweit diese in ihrer Persönlichkeit getroffen wurden, kann ich nicht beurteilen. Ein wirklicher ‚Sherlock Holmes‘ ist das Werk jedoch nicht.

Fazit:
Eine brauch- und lesbare historische Detektivgeschichte, bei der allerdings kein echtes ‚Sherlock Holmes-Gefühl‘ aufkommt.

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Lupina – 2 – Halbling bei Mördern und Mimen

Alexander Bálly
Lupina – 2 – Halbling bei Mördern und Mimen

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Der Ring der Vollkommenheit

Klappentext:
Halblinge haben es schwer unter Menschen.
Lu ist wieder einmal in Geldnot. Die Priester haben ihren Handel mit schlüpfrigen Stempeldrucken verboten, so dass sie sich mit gelegentlichen Arbeiten für einen alten Gelehrten über Wasser halten muss. Als der Gelehrte erschlagen wird, steckt Lu wieder mitten in den Ermittlungen. Ihre einzige Spur zum Täter sind verschwundene Zauberringe. Mit Scharfsinn, Einfallsreichtum und ihrem Talent zur Hochstapelei versucht die Halblingsdame den Mörder zu fassen. Doch eine Leiche kommt selten allein … Auch die Fortsetzung von „Halbling unter Huren und Halunken“ verbindet klassische Krimi-Tradition mit epischer Fantasy, wie sie nie zuvor von einer so sympathischen und zugleich bissigen Heldin in ein spannendes Abenteuer begleitet worden ist.

Rezension:
Lu(pnia)s Leben in Garbath verläuft eigentlich recht positiv. Ihre Drucke einer erotischen Göttin verkaufen sich gut, und auch ihre gelegentlichen Arbeiten für einen etwas sonderbaren Gelehrten bringen ihr ein paar Münzen ein. Doch eines Tages findet sie den alten Mann tot, offensichtlich ermordet auf. Obendrein erlässt die Priesterschaft der Stadt ein einstweiliges Verbot, die Drucke der freizügigen Göttin, für die es in Garbath nicht mal einen Tempel gibt, zu verkaufen. Plötzlich steht Lu in einer Stadt, in der Halblinge wie sie nicht besonders geschätzt werden, ohne Einkommen da. Zum Glück bietet ihr die Inhaberin des benachbarten Theaters, die dem Gelehrten nebenbei den Haushalt geführt hatte – und wohl auch mit ihm liiert war –, an, sie für die Aufklärung des Mordes und die Wiederbeschaffung der dabei verschwundenen magischen Ringe zu bezahlen. Kurz darauf wird auch noch eine Schauspielerin des Theaters ermordet und der Sohn der Inhaberin des Mordes verdächtigt. Obwohl die Stadtwache derartige Einmischungen nicht schätzt, stürzt sich Lu in die Ermittlungen.
Mit diesem Fantasy-Krimi führt Alexander Bálly seine Leser in ein vorindustriell geprägtes Ambiente. Dort leben verschiedene humanoide Wesen zusammen, wobei Halblinge wie die Protagonistin bei der menschlichen Mehrheit – von Lu oft als Trampelfüße bezeichnet – nicht unbedingt in großer Achtung stehen. Bei ihren Ermittlungen spielt ihr das jedoch durchaus in die Hände, weil viele in ihr keine Gefahr erkennen. Wie es sich für einen ordentlichen Krimi gehört, schickt der Autor seine Heldin, aus deren Ich-Perspektive die Geschichte erzählt wird, und mit ihr die Leser natürlich auf verschiedene falsche Fährten, bevor sich am Ende eine überraschende Aufklärung ergibt. Dabei entwickelt er eine interessante Detektivgeschichte, die durchaus auch ohne den Fantasy-Part funktionieren würde. Letzterer spielt für die Handlung eigentlich eine eher untergeordnete Rolle. Den Abschluss der spannenden, humorvollen und mitreißenden Story bildet ein Glossar, der dem Leser in der Welt Garbaths bedeutungsvolle Details erläutert. Auch ein paar in der Geschichte vorkommende Gerichte werden hier mit Menschenwelt-tauglichen Rezepten vorgestellt.

Fazit:
Spannung, Humor und Fantasy: Willkommen in Lupinas Welt!

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Phantasma Goriana

Markus K. Korb
Phantasma Goriana

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Zwischen Versailles und Schlachthof

Klappentext:
Wenn Disneyland von Zombies überrannt wird …
Wenn im Bauch eines gestrandeten Wals das Wimmern eines Säuglings zu hören ist …
Wenn ein Milliardär im Dschungel auf Kannibalen trifft …
Wenn der Sänger einer Rockband von der Liebe der Fans überwältigt wird …
Wenn im Garten von Versailles ein Toter gefunden wird …
Wenn eine Vegetarierin gezwungen wird im Schlachthof zu arbeiten …
… dann ist die Zeit reif für die Trugbilder von »Phantasma Goriana«!
Mehr als zwanzig Erzählungen, Novellen und Gedichte aller Spielarten der Phantastik: Science Fiction, Fantasy, Horror. Mit einem Nachwort von Arthur Gordon Wolf und einem Vorwort des Autors

Rezension:
Eine Anthologie voller Trugbilder. Von einem historischen Handelsschiff auf dem Mittelmeer über den Hof des Sonnenkönigs bis in einen modernen Schlachthof führen diese den Leser. Der Schwerpunkt der Kurzgeschichten aus der Tastatur Markus K. Korbs liegt dabei eindeutig bei Horror und Grusel. Gewürzt wird dieser von etwas Fantasy und einer Prise SciFi. Wenn man bedenkt, dass alle enthaltenen Geschichten der Phantasie eines einzigen Autors entsprungen sind, muss man sich allerdings über das erstaunlich differierende Qualitätsniveau wundern. Während vor allem einige der längeren Beiträge wie „Flucht aus der Unterwasserstadt“, eine dystopische SciFi, „Der Tod in der Orangerie“, ein historischer Fantasy-Krimi, „Das Auge der finsteren Stadt“, ebenfalls SciFi, oder „Die Spur der schwimmenden Särge“, eine historische Urban Fantasy, überzeugen können, trifft dies speziell auf einige der kürzeren Geschichten leider weniger zu. Besonders bei den beiden enthaltenen Gedichten („Der Weidebaum am Fluß“ und „Mein modriges Wasserpferd“) kann sich mir die zugrundeliegende Idee nicht erschließen. Viele der anderen Kurzgeschichte können zwar mit einer durchaus interessanten Idee aufwarten, diese in ihrer Kürze aber nicht gänzlich überzeugend an den Leser bringen. So hinterlässt dieses Buch trotz der routinierten Schreibweise des Autors einen durchaus gemischten Eindruck. Speziell die oben namentlich genannten etwas ausführlicheren Geschichten, die durch ihre relative Länge einen erheblichen Teil des Buches einnehmen, lassen den Kauf für Genre-Fans aber trotzdem lohnend erscheinen.

Fazit:
Trugbilder aus allen Nischen der Phantastik sind hier versammelt, wobei speziell die etwas ausführlicheren das Lesen lohnen.

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Verhexte Westwick-Krimis – 2 – Verhext und ausgespielt

Colleen Cross
Verhexte Westwick-Krimis – 2 – Verhext und ausgespielt

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Paten-schaften

Klappentext:
Ein weiterer verhexter Krimi aus Westwick Corners!
Cendrine West kommt einfach nicht zur Ruhe. Sie steht kurz davor, endlich einen bezahlten Job zu finden und mit dem gutaussehenden Sheriff Gates läuft es mehr als gut. Das alles ändert sich schlagartig, als ihre rebellische Tante Pearl sie entführt und sie auf eine geheime Mission mitnimmt, um den Tod einer Freundin zu rächen. Alles oder nichts… und so landet Cenny unfreiwillig in Las Vegas.
Rocco Racatelli ist eine große Nummer in Vegas – und das nächste Ziel der örtlichen Mafiosi. Die Glücksfee hat ihm schlechte Karten zugespielt und er ist auf Rache aus. Tante Pearl ist mehr als motiviert, ihm unter die Arme zu greifen und ihre Mission Vegas Vendetta endet beinahe in einem Bandenkrieg. Während die Hexen immer tiefer in die Unterwelt der Stadt der Sünde eintauchen, stolpern sie über Leichen und andere Geheimnisse.
Aber nicht nur die Hitze von Vegas bringt die Stimmung zum Kochen… Rocco will Cennys Herz für sich gewinnen. Wäre da nicht ihr Herzblatt in Westwick Corners… Doch zuerst muss sie erst einmal einen Mordfall lösen, ihre halsbrecherische Hexentante im Zaum halten und die Vegas-Mafia zu Fall bringen. Was kann dabei schon schief gehen?
Wenn Sie unterhaltsame Krimis mit einem Schuss Humor und etwas Zauberkraft mögen, dann wird es Ihnen in Westwick Corners gefallen.

Rezension:
Cendrines kleines Nachrichtenblatt ist beinahe pleite. Um sich und die Zeitung über Wasser zu halten, braucht sie dringend einen Nebenjob. Und der könnte greifbar sein, denn sie hat einen Vorstellungstermin bei der Zeitung des Nachbarortes ergattern können. Als sie unterwegs noch schnell tanken will, läuft jedoch alles schief. Nicht nur, dass ihr extra für das Gespräch gekauftes Kleid von Benzin durchtränkt wird, läuft ihr gerade da auch noch Tante Pearl über den Weg – und ‚überredet‘ sie zu einem Ausflug nach Las Vegas. Pearls beste Freundin ist gestorben, und deren Enkel braucht in dieser Situation angeblich dringend Hilfe. Dass dieser Rocco einst Cendrines Schulkamerad war, mit dem sie sich damals nicht allzu gut verstand, ist noch das kleinere Problem. Nur Häppchenweise erfährt Cendrine, dass Pearls Freundin eine Mafiagröße war und Rocco ihre Nachfolge antreten soll. Dass beim Tod der Patin etwas nachgeholfen wurde, versteht sich da schon fast von selbst. Wen wundert es, dass die Ankunft in Las Vegas direkt in eine Schießerei führt? Zunehmend verflucht Cendrine ihre sehr mangelhaft trainierten Hexenkräfte.
Im Gegensatz zu Band 1 der Reihe „Verhexte Westwick-Krimis“ (im Original „A Westwick Witches Cozy Mystery“) gibt es hier weit weniger zu bemängeln. Dass sich Tante Pearl die Informationen nur in mikroskopischen Häppchen aus der Nase ziehen lässt, kann den Leser zwar fast so sehr nerven wie die Protagonistin, passt aber eindeutig zum Charakter der Tante, wie er schon in „Verhext und zugebaut“ eingeführt wurde. Insgesamt wirkt die Story diesmal rund, wobei die Magie bei der Lösung des Falls eine eher untergeordnete Rolle spielt. Die humorvolle Krimi-Geschichte würde in ihren Grundzügen auch ganz ohne Fantasy-Element funktionieren. Cenrines Liebe zum neuen Sheriff bleibt zwar auch hier ein präsentes Thema, tritt aber nie (wie bei einer Romantasy) störend in den Vordergrund. In dieser Hinsicht wartet auf die Protagonistin am Ende des Bandes allerdings eine Überraschung. Insgesamt gesehen stellt dieses Buch eine flott lesbare, leichte Unterhaltung dar. Man darf auf die weiteren Bände – im englischen Original sind es bereits 4 – gespannt sein.

Fazit:
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Ein MORDs-Team – 20 – Der verlorene Junge

Andreas Suchanek
Ein MORDs-Team – 20 – Der verlorene Junge

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Fuchs und Mäuse

Klappentext:
Um das Leben von Alice zu retten, begeben sich Mason, Olivia, Randy und Danielle auf die Suche nach deren verschollenem Zwillingsbruder.
Unterdessen beginnt Elisabeth damit, die Macht der Dynastien an allen Fronten anzugreifen – und Harrisons Dad unternimmt den entscheidenden Schritt.

Rezension:
Um Aliceʼ verschwundenen Bruder zu finden, wollen Mason, Olivia, Randy und Danielle in den Akten ihres geheimen Raums nach Hinweisen suchen. Dort müssen sie jedoch entsetzt feststellen, dass jemand ihren offensichtlich doch nicht gänzlich geheimen Raum gefunden und geplündert hat. Vieles deutet darauf hin, dass es der ‚Fuchs‘ war. Diesem, der damals als größter Gegenspieler des ‚Chamäleons‘ galt, gelang es vor Jahrzehnten, einen wertvollen Diamanten aus dem Stadtmuseum zu entwenden. Und genau dieser Diamant kehrt gerade jetzt ins Museum zurück. Das MORDs-Team befürchtet und hofft zugleich, den ‚Fuchs‘ bei der Ausstellungseröffnung stellen zu können. Dass sie währenddessen zu ihrem eigenen Schutz von Geheimagenten bewacht werden, macht die Angelegenheit nicht leichter.
Dass Andreas Suchanek auch beim mittlerweile bereits 20. Band dieser Reihe noch neue Wendungen einfallen, die auch noch zum bereits bekannten passen, kann selbst einen Gewohnheitsleser des MORDs-Teams fast überraschen. Ansonsten gibt es nach 19 Rezensionen kaum noch etwas hinzuzufügen, was zur herausragenden Qualität dieser Reihe nicht bereits mehrfach erwähnt wurde. Da bleibt nur, die unbedingte Leseempfehlung erneut zu wiederholen.

Fazit:
Auch dieser Band kann das gewohnt hohe Niveau dieser Reihe wieder mühelos halten.

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Baker Street Tales – 7 – Sherlock Holmes und die Dame in Violett

Elisabeth Marienhagen
Baker Street Tales – 7 – Sherlock Holmes und die Dame in Violett

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Medizinische Probleme

Klappentext:
Eine verzweifelte Lady in Violett fleht Sherlock Holmes um Hilfe an. Ihr elfjähriger Sohn leidet an einer mysteriösen Krankheit. Holmes verweist auf Dr. Watson., erklärt sich aber bereit, seinen Freund ins Haus der Elwoods zu begleiten. Kurz nach ihrem Besuch liegt der betrunkene Lord tot in seinem Erbrochenen und Sherlock Holmes bläst zur Jagd auf einen besonders heimtückischen Mörder.

Rezension:
Wie so oft langweilt sich Sherlock Holmes, weil weit und breit kein seinem Intellekt angemessener Fall zu finden ist. Dass eines Morgens Lady Elwood in seine Wohnung platzt und ihn um Hilfe bittet, weil es ihrem Sohn gesundheitlich immer schlechter geht, sollte ihm da eigentlich recht sein. Aber er ist schließlich Detektiv und kein Arzt. Der Überzeugung der Mutter, ihr Sohn würde vergiftet, kann er nichts abgewinnen. Wie gut, dass sich sein alter Freund Dr. Watson gerade eine Auszeit von seiner Praxis nimmt und bereit ist, sich den Jungen mal anzusehen. Die Gelegenheit, Watson bei dem Hausbesuch zu begleiten, lässt sich Holmes natürlich trotzdem nicht entgehen. Obwohl die Ursache der Krankheit des Kindes zunächst medizinisch offensichtlich erscheint, offenbaren sich doch schon bald Ungereimtheiten.
Elisabeth Marienhagen gelingt es, das Feeling des Originals zu treffen, etwas was anderen Autoren der Reihe leider nicht immer gelungen ist. Trotzdem schafft sie es, Watsons Fachkenntnisse ins rechte Licht zu rücken. Bei all dem bleibt die Story bis zur Auflösung interessant, da es sehr unwahrscheinlich ist, dass es einem Leser gelingt, selbstständig die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Zusammen mit den gut lesbaren Stil macht das diesen Band zu einem der bisher gelungensten der Reihe.

Fazit:
Ein neuer Holmes im klassischen Stil – allen Sherlock-Holmes-Fans dürfte diese Geschichte wohl gefallen.

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