Schatten über Whitechapel

Sandra Binder
Schatten über Whitechapel

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Angry Jack

Klappentext:
Du kannst nicht vor deiner dunklen Vergangenheit fliehen …
Der spannende neue Roman für Fans von Ben Aaronovitch
1888 versetzte ein unbekannter Serienmörder das Londoner East End in Angst und Schrecken – heute setzt er sein grausiges Werk fort.
Während der Mord an einer Prostituierten die Polizei vor ein Rätsel stellt, erkennt Privatdetektivin Maxine Atwood in der abscheulichen Tat die Handschrift eines alten Bekannten: Jack the Ripper. Die in die Menschenwelt verbannte Gefallene hofft zunächst auf einen Zufall, …

Rezension:
Als die Presse von einer bestialisch ermordeten Prostituierten berichtet, kommen Maxine sofort Erinnerungen an Jack the Ripper. Damals konnte sie ihn nicht stoppen. Diesmal will sie ihre Fehler von 1888 nicht wiederholen. Ihr Problem besteht allerdings nicht zuletzt darin, dass ihre menschlichen Bekannten nicht erfahren dürfen, dass sie damals schon lebte. Max ist nämlich ein verbannter Engel. Und dass der Ripper nach so langer Zeit wieder aktiv wird, lässt nur einen Schluss zu: Es kann sich nur entweder um einen Artgenosse von ihr oder einen Dämonen handeln.
Sandra Binder verbindet in ihrem Buch Urban Fantasy mit dem bekannten viktorianischen Kriminalfall. Letzterer wurde literarisch schon in unzähligen Varianten aufbereitet, und auch die Einbeziehung von Fantasy-Elementen ist nicht neu. Wenn man die Widersprüche des realen Falls bedenkt, bieten sich solche Elemente für eine literarische Aufarbeitung allerdings auch fast schon an. Als Einstieg in die Handlung beginnt die Autorin mit der Verbannung der Protagonistin wegen einer fingierten Anklage aus der Oberwelt auf die Erde. Die Haupthandlung ist dann im London aktueller Zeiten angesiedelt, wobei immer wieder Erinnerungen an die viktorianische Zeit einfließen. Die Zusammenhänge von Maxʼ Verbannung sowie von Menschen, Engeln und Dämonen werden dem Leser erst mit relativ weit fortgeschrittener Handlung erkennbar. Die Gut-Böse-Verteilung ist in dieser Geschichte dabei eher atypisch angelegt. Engel kommen normalerweise nur auf diese Welt, wenn sie wegen eines schweren Vergehens verbannt wurden, Dämonen dagegen meist, weil sie der ungemütlichen Unterwelt entfliehen und hier ein friedliches Dasein führen wollen.
Die Autorin erzählt ihre Geschichte in der Ich-Form ihrer Protagonistin. Manches kommt dem Leser zunächst schwer verständlich vor, weil die Zusammenhänge erst viel später ersichtlich werden. Gegen Ende des Buches setzt sich das Puzzle dann aber richtig zusammen, und es bleiben keine Logiklücken zurück.
… bis auf diese: Wie schafft es die Protagonistin über 140 Jahre lang in einem geographisch eng umgrenzten Gebiet zu leben, ohne dass jemandem auffällt, dass sie nicht zu altern scheint? Darauf bleibt und die Autorin leider eine Antwort schuldig.

Fazit:
Jack the Ripper zwischen Engeln und Dämonen – eine interessante Variante des historischen Kriminalfalls.

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Dieser Reprint eines Bildbandes aus dem Jahr 1918 zeigt Impressionen eines Bayerns, das es so an vielen Stellen nicht mehr gibt.
Nähere Infos zum Buch findet ihr hier: https://rezicenter.blog/2020/01/28/bilder-aus-altbayern-reprint-eines-bildbands-von-1918/

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Silberblut – 3 – Das Lied der Entseelten

Robyn Lumen
Silberblut – 3 – Das Lied der Entseelten

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Das singende Wellness-Hotel

Klappentext:
Überlasse deine Kaffeemaschine niemals koffeinsüchtigen Elfen.
Das kann bei dir zu gesundheitlichen Schäden führen.
Arjun hofft immer noch auf ein ganz normales Leben. Die Wirklichkeit sieht aber anders aus: Nervige Aerileaner belagern seine Wohnung und lassen das Zusammenleben mit Gustav und Agnes erneut eskalieren.
Seine Flugangst beim Drachenreiten beunruhigt ihn mehr als die Führerscheinprüfung. Obendrein lastet ein Fluch auf ihm, der ihn beim Aussprechen eines falschen Wortes auf der Stelle töten würde.
Zu dem ganz alltäglichen Wahnsinn kommt hinzu, dass Arjun sich entscheiden muss, ob er einer hoch geschätzten Person entgegen aller Warnungen vertraut. Und damit das Wagnis eingeht, großes Unheil über Aerilea und die Menschheit zu bringen.
Die Urban-Fantasy-Reihe SILBERBLUT unterhält im Band Drei mit einer Mischung aus abenteuerlicher Handlung, feinem Humor und abgedrehter Fantastik.

Rezension:
Um die Vampire daran zu hindern, an das Silberblut zu gelangen, werden Arjun und Yuja von den Lichtjägern streng bewacht. Das ändert sich erst, als die Moriin, wie die Vampire korrekt heißen, ausgerottet sind. Denkt Tabienne, der Chef der Lichtjäger, zumindest. Doch dann taucht anscheinend doch noch ein Vampir auf. Und auch Arjuns Therapeutin C.S. ist wieder da! Aber die war doch tot! Sowohl Arjun als auch Yuja und Tabienne können das bezeugen. Ist sie der wiederaufgetauchte Vampir? Aber alles deutet darauf hin, dass C.S. wieder rein menschlich ist.
Auch Band 3 ihrer Urban-Fantasy-Reihe lässt Robyn Lumen wieder beinahe nahtlos an den Vorgänger („Die Magie der Todesengel“) anschließen. Dass der Protagonist Arjun noch längst nicht in ein gemütliches Leben zurückkehren kann, war wohl zu erwarten. Immerhin ist die „Silberblut“-Reihe ja auf 6 Bände angelegt. Längen, wie sie von mir bei Band 2 kritisiert wurden, sind diesmal nicht zu beobachten. Stattdessen vermutet der Protagonist hinter jedem Vorkommnis eine Intrige Tabiennes, um die von seinem Silberblut ausgehende Gefahr zu eliminieren. Aber natürlich ist auch jetzt wieder alles viel komplizierter, als er begreift. Der Autorin gelingt es, ihre Leser – nicht zuletzt durch die auf der Ich-Perspektive des Protagonisten beruhende Erzählweise – auf dem Erkenntnisstand Arjuns zu fokussieren. Trotzdem kommt beim Leser öfters der Verdacht auf, dass der Protagonist sich in den Informationen verirrt. … was sich meist als richtig herausstellt. Die für diese Reihe typische Situationskomik begegnet uns natürlich auch in diesem Band wieder.
Das ‚Personal‘ der Geschichte scheint mittlerweile weitgehend komplett zu sein, denn wirklich wichtige neue Charaktere kommen in Band 3 nicht hinzu. Dafür rückt Arjuns WG-Mitbewohner Gustav verstärkt in den Fokus – und zwar gänzlich anders, als es Leser der bisherigen Bände erwarten dürften. Arjuns angebliche Verrücktheit scheint dagegen weitgehend abgehandelt zu sein. Und muss ich wirklich noch erwähnen, dass die Autorin auch dieses Buch wieder mit einem fiesen Cliffhanger enden lässt?

Fazit:
Im Band 3 der „Silberblut“-Reihe bekommt der Protagonist in Sachen Verrücktheit starke Konkurrenz.

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Das Erbe der Macht – 23 – Engelsfall

Andreas Suchanek
Das Erbe der Macht – 23 – Engelsfall

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Geburt eines Neffen

Klappentext:
Jens Erinnerungen treten immer stärker zutage, was fatale Folgen hat. Um das Gleichgewicht wiederherzustellen, müssen Alex und Kevin aktiv werden.
Unterdessen finden die Reisenden mit dem Monolithen ein totes Splitterreich. Doch warum hat die Archivarin sie dorthin geführt?

Rezension:
Während alle weiterhin nach einer Lösung des Merlin-Problems suchen, ergeben sich neue Probleme. Kevin und Alex hoffen im Rahmen einer Zeitreise ins alte Venedig eine Lösung zu finden. In einem Splitterreich ergeben sich dagegen in ferner Vergangenheit Entwicklungen, die in die Gegenwart hineinreichen könnten.
Band 23 – der letzte vor dem Staffelfinale. Andreas Suchanek lässt es so kurz vor diesem in seiner Urban-Fantasy-Reihe überraschend unspektakulär zugehen. Das soll natürlich nicht heißen, dass es diesmal gemächlich zugeht. Neben den Ereignissen, die zur oben erwähnten Zeitreise führen, und den Erlebnissen auf dieser selbst nimmt in diesem Band das Geschehen in einem vergangenen Splitterreich viel Raum ein. Das Überraschende ist, dass dem Leser bis kurz vor Ende dieses Bandes verborgen bleibt, in welcher Hinsicht diese Nebenhandlung irgendeine Bedeutung für die Entwicklung des Haupthandlungsstranges haben könnte. Wie vom Autor gewohnt, ist die Antwort auf diese Frage eine echte Überraschung, die wohl niemand vorhersehen dürfte.
Stilistisch bleibt natürlich alles beim Alten. So komplex wie das umfangreiche Handlungsgeflecht mittlerweile ist, stellt sich allerdings die Frage, wie der Autor dieses gigantische Knäuel an Charakteren und Nebenhandlungen im folgenden Finalband dieser Staffel vernünftig und für den Leser befriedigend entwirren will. Dass einzelne lose Fäden für die kommende Staffel offen bleiben, dürfte natürlich vorauszusetzen sein. Wie ein Band des üblichen Umfangs aber ausreichen soll, die Merlin-Handlung vernünftig zu einem Ende zu bringen, ist mir bisher ein Rätsel. Ich bin gespannt, ob Andreas Suchanek hierfür eine befriedigende Lösung findet.

Fazit:
Der Endspurt vor dem Staffelfinale – und trotzdem ist am Ende dieses Bandes alles noch offener als zuvor.

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Die Totenbändiger – 5 – Hinterhalt

Nadine Erdmann
Die Totenbändiger – 5 – Hinterhalt

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Äquinoktium

Klappentext:
Was steckt wirklich hinter dem Verbrechen in der Wohnanlage der Elderly Flowers? Sky und Connor ermitteln und suchen dabei erneut Hilfe bei den Ghost Reapers. Doch ihre Ermittlungen sind alles andere als ungefährlich und was sie dabei herausfinden, legt einen grausamen Verdacht nahe …

Rezension:
Während die bei der Spuk Squad Tätigen der Familie Hunt noch über die Vorkommnisse in der Rentnerresidenz rätseln, bahnt sich schon neuer Ärger an. Diesmal bitten die Ghost Reapers sie um Hilfe. Und das ausgerechnet in der Nacht des Äquinoktiums.
Im mittlerweile 5. Band ihrer Fantasy-Reihe konzentriert sich Nadine Erdmann ganz auf die älteren Hunt-Geschwister. Nach den Erlebnissen in Band 4 („Feindschaften“) suchen die Protagonisten genau wie wir Leser nach Antworten. Die es in diesem Band auch gibt. Das Leben der jüngeren Familienmitglieder spielt dagegen diesmal nur eine Nebenrolle. Auch die Aktivitäten der ‚Organisation‘ bleiben handlungsmäßig auf Stand-by. Nachdem den Protagonisten eine (zumindest in meinen Augen) überraschende Erkenntnis kommt, was die Hintergründe der Ereignisse betrifft, lässt es sich die Autorin nicht nehmen, auch diesen Band wieder mit einem Cliffhanger zu beenden.
Stilistisch und vom grundlegenden Handlungsaufbau her bleibt die Autorin natürlich dem in dieser Reihe gewohnten Strukturen treu. Wer diese bis zu diesem Band verfolgt hat, wird ihr sicher auch weiterhin treu bleiben. Genug Fragen sind mit Sicherheit noch offen, um die Neugier wach zu halten.

Fazit:
Der Fokus dieser Fantasy-Reihe verschiebt sich gegenwärtig in Richtung der thematisierten Anschauungskonflikte.

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Brennende Tränen – 1 – Der immer wiederkehrende Traum

Claudia Soylu
Brennende Tränen – 1 – Der immer wiederkehrende Traum

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Hexen und Wasserdämonen

Klappentext:
Flammen – Rauch – Schmerz. Schreckliche Dinge, die Brea, einem 14 jährigen Mädchen, in ihren Träumen begegnen. Die Schmerzen erscheinen so echt und die Flüche nicht gerecht. Jede Nacht wacht sie schweißgebadet auf. Was hat es mit den Träumen auf sich? Als wäre sie nicht schon genug mit ihrer gehässigen Stiefmutter Euphrasia bestraft, die ihr das Leben zur Hölle macht. Brea entscheidet sich einen symbolischen Hilferuf auf Pergament niederzuschreiben. Sie schmeißt diesen in einen Quellteich und erweckt dadurch eine längst vergessene Legende, den Knucker, der in der Lage ist ein Zeitportal zu öffnen. Mit einer Antwort aus der Zukunft, hat sie allerdings nicht gerechnet. Die beiden Freundinnen Charmaine und Milli finden den Hilferuf aus dem Jahr 1429 und zweifeln daran, dass er echt ist. Erst nachdem sie sich sicher sind, dass der Brief wirklich aus dem Mittelalter stammt, setzen sie alles daran Brea vor einer Anklage als Hexe zu bewahren. Eine fantastische – mittelalterliche Geschichte

Rezension:
Dass ihre Eltern mit ihr und ihrem Zwillingsbruder von London ins kleine Hastings gezogen sind, passt Charmaine überhaupt nicht. Hier hat sie keine Freunde, und los ist schon gar nichts. Das ändert sich allerdings schlagartig, als sie einen Ausflug zu einem sagenumwobenen Teich unternimmt. Plötzlich fällt ihr ein Stück Papier vor die Füße. Das fühlt sich schon merkwürdig an. Langsam wird ihr klar, dass es sich um Pergament handelt. Der Brief darauf ist mit 1429 datiert. Wenn das Schreiben echt ist, wäre es also stolze 588 Jahre alt. Der Inhalt des Briefs ist sogar noch mysteriöser. Darin bittet ein – wie sie – 14-jähriges Mädchen um Hilfe. Den Namen des Mädchens hat Charmaine sogar erst kürzlich im Unterricht gehört – als den Namen einer 1430 verbrannten Hexe. Nach anfänglicher Skepsis wird sich Charmaine immer sicherer, dass der Brief echt ist. Kann sie dieser Brea helfen?
Claudia Soylu erzählt ihr Urban-Fantasy-Abenteuer in 2 Zeitebenen. Welche von diesen die Haupthandlung darstellt, ist interpretierbar. Meiner Ansicht nach stellt potenziell der im Jahr 1429 angesiedelte Handlungsstrang um Brea das eigentliche Zentrum des Geschehens dar, während die Handlung um Charmaine im Jahr 2017 eher unterstützenden Charakter hat. Im Fokus der Geschichte stehen der Hexenwahn und die damit verbundenen Denunzierungen im Mittelalter. Im Zusammenhang mit ihren komplizierten Familienverhältnissen gerät die Protagonistin dieser Zeitebene, Brea, geradewegs in diese hinein. Nur die Ratschläge Charmaines, der Protagonistin des modernen Handlungsstrangs, können Brea über die Jahrhunderte hinweg helfen. Leider führen die auf Charmaines Tipps beruhenden Veränderungen auch zu Änderungen in der heutigen Zeit. Das führt zu einem komplizierten hin und her, um Breas Rettung und die Bewahrung von Charmaines gewohnter Umgebung unter einen Hut zu bekommen.
Das Buch bietet ein abgeschlossen wirkendes Ende, bei dem eigentlich nur der Verbleib der Stiefmutter unerwähnt bleibt. Erst die Erkenntnis, dass es sich nur um einen 1. Band handelt, macht dem Leser klar, dass die Geschichte doch noch nicht an ihrem Schluss angekommen ist.
Die Autorin bedient sich in beiden Zeitebenen der Ich-Perspektive ihrer jeweiligen Protagonistin. In beiden Fällen kann man den Emotionen der Mädchen gut folgen. Auch wenn Gefühle bei Charakteren dieses Alters natürlich nicht unerwähnt bleiben, gleitet die Handlung nie in Richtung Romantasy ab.
Diese überzeugende Jugend-Urban-Fantasy weckt definitiv die Lust auf die Fortsetzung(en).

Fazit:
Dieses Urban-Fantasy-Abenteuer zwischen den Jahrhunderten kommt bisher ohne menschliche Zeitreise aus.

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Daywalker: Ritter der Nacht

Dirk Schmidthaus
Daywalker: Ritter der Nacht

St,rSt,rSt,rSt,bSt,b

Das Geschlecht der von Falkenbergs

Klappentext:
Alexander Moss wurde von seinem Freund John nach Amerika eingeladen. Weshalb konnte er nicht erahnen. Dort findet er was er nie suchte, findet was er nicht erwartete und trifft auf einen alten Feind. Alexander ist kein gewöhnlicher Besucher aus Deutschland. Er ist ein Vampir. Aber kein gewöhnlicher, denn er ist ein Daywalker, ein Tagwandler, der zu einer besonderen Art der Vampire gehört. Wird Alexander bestehen können und seinen Feind besiegen?

Rezension:
Emily ist eine eher schüchterne 18-jährige, die in der High School kaum Freunde hat. Sie weiß nicht, wer ihre leiblichen Eltern sind, denn sie wurde als kleines Kind ausgesetzt. Als ihr Lehrer jedoch eines Tages einen jungen Mann aus Deutschland, Alexander, mit in die Klasse bringt, den er als seinen Neffen vorstellt, fühlt sie sich von diesem magisch angezogen. Und dem Mann ergeht es nicht anders. Beide merken sofort, dass sie etwas verbindet. Liebe ist es definitiv nicht. Eher ein Familiengeheimnis, von dem Emily nichts wissen kann.
Wenn Dirk Schmidthausʼ Urban Fantasy eines auszeichnet, ist es, dass es keine Romantasy ist. Die ‚Chemie‘ zwischen den beiden Protagonisten basiert auf etwas ganz anderem. Die dahinterstehende Idee ist durchaus interessant, wobei hier natürlich nicht zu viel verraten werden soll. Natürlich denkt jeder Fan des Genres beim Titel sofort an Vampire. Und dieser Gedanke ist definitiv nicht falsch. Aber das bestätigt ja schon der Klappentext.
Nachdem ich die Idee schon gelobt habe, kommt hier leider ein großes „aber“. Die literarische Umsetzung kann man nämlich nicht als gelungen bezeichnen. Das fängt schon damit an, dass der Autor wild durch die Zeitformen wechselt. Zudem wird die Geschichte fast schon im Telegrammstil erzählt. Alles geht viel zu schnell, und auf Nebenhandlungen wir komplett verzichtet. Dass wirkt einfach nicht rund. Gut ausgearbeitet könnte die Story sicher doppelt so viele Seiten füllen. Auch akzeptieren Alexander und Emily ihre unerwartete Verwandtschaft viel zu schnell.
Gründlich überarbeitet könnte aus dieser Idee sicher eine gute Urban Fantasy werden. Im aktuellen Zustand ist sie das leider nicht, da sie zu viele schriftstellerische Schwächen aufweist.

Fazit:
Idee hui, Umsetzung pfui – so kann man dieses kurze eBook wohl am treffendsten zusammenfassen.

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Chroniken der Schatteninsel – 1 – Das Licht der Dunkelheit

Julia de Lanier
Chroniken der Schatteninsel – 1 – Das Licht der Dunkelheit

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Die Portale der Dämonen

Klappentext:
Als Liv an ihrem Geburtstag eine mysteriöse Einladung erhält, verändert sich ihr Leben schlagartig. Offensichtlich ist sie nichtmehr das normale Mädchen von nebenan, sondern eine Halbdämonin und soll die Akademie der Nacht auf der Schatteninsel besuchen. Neben geheim verborgenen Fähigkeiten und unergründlichen Geheimnissen findet sie neue Freunde und Isaak, der ihr von Anfang an den Kopf verdreht. Doch schnell wird ihr klar, dass es nicht leicht für sie werden wird und dann ist da noch die dunkle Bedrohung, die im Schatten auf sie lauert….

Rezension:
Seit dem Tod ihrer Mutter lebt Livia bei ihrem Onkel und dessen Sohn. Über ihren Vater hat ihre Mutter nie gesprochen, weshalb Liv absolut nichts über ihn weiß. An ihrem 16. Geburtstag erhält sie allerdings eigenartige Post, die sie zuerst für einen Streich ihres Cousins hält. Doch dann taucht unerwartet ein fremder Junge auf, der ihr offenbart, sie sei eine Halbdämonin und müsse deshalb in Zukunft die Akademie der Nacht besuchen, die sich auf einer magisch verborgenen Insel befindet. Und dieser Junge weiß sogar, wer ihr Vater ist.
Schon die kurze Inhaltsangabe verrät zweifelsfrei, dass man hier eine typische Jugend-Urban-Fantasy-Geschichte vor sich hat. Auch wenn das bekannte Muster, nach dem ein Jugendlicher überraschend von seiner übernatürlichen Abstammung erfährt und in Zukunft in einer magischen, vor ‚normalen‘ Augen verborgenen Welt leben soll, wirklich nicht neu ist, muss das nicht zwangsläufig auf mangelnde Qualität der Geschichte hindeuten. Das wäre im vorliegenden Fall nämlich eine eindeutig falsche Annahme. Dieser Auftaktband der „Chroniken der Schatteninsel“ kann durchaus gefallen. Dass sich die Protagonistin gleich in 2 Mitschüler verliebt, die beide ihre Geheimnisse vor ihr zu haben scheinen, ist dann allerdings doch schon ziemlich clichéhaft.
Erst im Laufe der Geschichte wird deutlich, dass die Autorin den Begriff „Dämon“ in einer ungewohnten Art definiert. Dämonen sind in dieser Geschichte alle menschenähnlichen Wesen mit übernatürlichen Fähigkeiten. Nur wenige von ihnen, die ihre Kräfte nicht unter Kontrolle haben, haben diesen Wesen den negativen Ruf unter den Menschen eingebracht.
… was erklärt, wieso wir in diesem Buch auf Teenager mit den ganz normalen Problemen treffen. Zumindest wenn man davon absieht, dass in emotional aufgewühlten Situationen statt Fäusten schon mal Feuerbälle durch die Luft fliegen.
Da es sich bei diesem Buch um den 1. einer unbekannten Anzahl von Bänden handelt, verwundert es nicht sehr, dass diese von der Autorin aus Beobachtersicht erzählte Story in einem Cliffhanger endet.

Fazit:
Der Autorin dieser Urban Fantasy um junge Charaktere gelingt es, der altbekannten Ausgangssituation teilweise neue Aspekte abzugewinnen.

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Das heilige Buch der Wagoner

Minea Brüno
Das heilige Buch der Wagoner

St,rSt,rSt,rSt,bSt,b

Auf den Spuren des Urgroßvaters

Klappentext:
Ephrahim wollte doch nur die Ferien bei seinem Großvater in Bristol verbringen, doch alles kam anders als gedacht.… „Wer immer diese Kiste findet, darf sie in keine fremden Hände geben. Dieses Amulett, welches ihr in den Händen haltet, ist Teil eines großen Geheimnisses….“ Helft den Wagonern! So beginnt für Ephrahim und seine Freunde eine abenteuerliche und gefährliche Reise in eine fantastische Welt des Volkes der Wagoner.

Rezension:
Seit dem Tod seiner Eltern lebt Ephrahim bei seinem Großvater. Theoretisch zumindest, denn praktisch verbringt er den größten Teil des Jahres im Internat. Kurz vor den Ferien bekommt er noch eine neue Mitschülerin, Cloudine, die zufällig ganz in der Nähe seines Opas in Bristol wohnt. Kaum in den Ferien angekommen, trifft sich Ephrahim mit ein paar alten Freunden und Cloudine, um die Freizeit zu genießen. Dabei stoßen sie auf eine Höhle, die ein Portal in eine andere Welt verbirgt. Einmal durchschritten, erweist sich die Rückkehr allerdings als nicht ganz einfach.
In ihrem Jugend-Urban-Fantasy-Abenteuer schickt Minea Brüno ihren jungen Protagonisten auf eine von diesem unbeabsichtigte Weltenreise. Diese Idee ist natürlich nicht ganz neu, kann gut dargeboten aber immer wieder überzeugen. Soweit trifft das auch in diesem Fall zu. Der Protagonist Ephrahim und seine Freunde müssen in der fremden Welt diverse Abenteuer bestehen, denen durchaus interessante (und noch nicht abgenutzte) Ideen zugrundeliegen.
Leider gibt es allerdings auch eine Kehrseite. Die literarische Aufbereitung der Idee kann man bedauerlicherweise nur als mangelhaft bezeichnen. Hier sollte die Autorin (eventuell in Zusammenarbeit mit einem guten Lektor) dringend nachbessern. Ganze Seiten, auf denen die Sätze fast ausnahmslos mit der Konstruktion „[Name einer Person] Prädikat“ beginnen, kann man wohl kaum als gut geschriebenes Buch betrachten. In dieser Hinsicht gründlich überarbeitet würde dieses Buch sicher Freunde finden.

Fazit:
Die an sich gute Story wird leider durch eine mangelhafte sprachliche Darbietung stark in Mitleidenschaft gezogen.

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Die Pläne der Trickster

Katharina Klinski
Die Pläne der Trickster

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Die Götter spinnen

Klappentext:
Zoe liebt Märchen und Sagen, und sie glaubt, der kaputte Traumfänger ist schuld an ihrem Albtraum. Ihr bester Freund Felix sucht lieber eine logische Erklärung. Von den seltsamen Wesen, die um sie herum ihr Unwesen treiben, ahnen die beiden zunächst nichts. Einige kommen ihnen gefährlich nah, allen voran die listigen Trickster. Sie sind auf der Jagd nach dem geheimnisvollen Aitialith, der Allwissenheit verleihen soll. Gelingt es Zoe und Felix, die dunklen Machenschaften um Macht, Rache und Betrug aufzudecken?

Rezension:
Weil ihre Mutter dringend dienstlich verreisen muss, ist die 13-jährige Zoe für 3 Wochen auf sich allein gestellt. Prompt hat sie einen Albtraum. Sie ist sich sicher, dass ihr Traumfänger defekt ist, doch ihr bester Freund Felix versucht sie zu überzeugen, dass das Quatsch ist. Schon bald häufen sich eigenartige Vorkommnisse, und Zoe sieht überall Spinnweben. Zunächst schenkt nicht mal Felix ihr Glauben. Ein zufällig belauschtes Gespräch macht alles noch mysteriöser. Was soll dieser Aitialith sein, und wieso suchen den alle ausgerechnet an ihrer Schule?
Bei Katharina Klinskis Geschichte handelt es sich um keine typische Urban Fantasy. Das fängt schon damit an, dass sich die Autorin bewusst vom (deutlich erkennbaren) Handlungsort Pforzheim löst, indem sie den alten römischen Namen „Porta“ benutzt. Zudem ist ein gewisses Maß an Magie in dieser Welt so normal, dass selbst die gänzlich unmagischen Mitschüler es als normal akzeptieren. So verwundert es den Leser anfangs etwas, dass die beiden Protagonisten vieles als selbstverständlich akzeptieren, während sie bei andern – eigentlich weniger anormalen – Ereignissen sofort feststellen, dass es das doch gar nicht geben kann.
Auf diese Weise schickt Katharina Klinski ihre Protagonisten in die Götterwelt verschiedener Kulturkreise und schafft es dabei, diese Sagenwelt mit naturwissenschaftlichen und philosophischen Gedanken zu verknüpfen. Was das ‚normale‘ Zusammenleben mit den Klassenkameraden betrifft, werden die für Jugendbücher üblichen Reibereien zwischen Teenagern thematisiert.
Die Autorin erzählt ihre Geschichte in einem gut lesbaren Stil und bedient sich dabei einer Beobachterperspektive. Das Geschehen folgt überwiegend der Hauptprotagonistin Zoe, wechselt aber stellenweise immer wieder zu anderen Personen, sodass der Leser auch Ereignisse erfährt, von denen Zoe zu diesem Zeitpunkt nicht weiß. Obwohl die Geschichte abgeschlossen ist, bleibt eine Tür für eine Fortsetzung offen, die dem Vernehmen nach im Werden begriffen ist.

Fazit:
Diese Jugend-Urban-Fantasy verlässt einige fürs Genre typische Pfade und geht stattdessen eigene Wege.

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Keltâ – 1 – Lubiias

Yvonne Taddeo
Keltâ – 1 – Lubiias

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Das Geheimnis des Keltengrabes

Klappentext:
Dies ist der erste Band einer Romanreihe Keltâ und bedeutet übersetzt „die du liebst“. Darin verbindet Yvonne Taddeo das Alltagsleben in einer Kleinstadt der Gegenwart mit der Mystik des Glaubergs und seiner keltischen Vergangenheit.
Lioba, die Hauptperson der Geschichte, lebt bei ihrer Tante Ida im oberhessischen Ortenberg. Als sie eines Tages mit ihren Freunden Cathérine und Magnus den Kalten Markt besucht, trifft sie einen Fremden, der sie gleichzeitig magisch anzieht und in Todesangst versetzt.
Lioba gerät in eine uralte Fehde, die mit ihrer eigenen Herkunft zu tun hat. Doch die Menschen, die ihr Auskunft über ihre besondere Gabe geben könnten, bleiben stumm. So begibt sie sich auf die Suche nach Antworten und merkt schnell, dass sie sich auf eine lebensgefährliche Mission eingelassen hat.

Rezension:
Seit dem Tod ihrer Eltern lebt die 16-jährige Loiba bei ihrer Tante in Hessen. Auf einem Volksfest lernt sie einen mysteriösen Jungen kennen. Kurz zuvor wurde sie von ihrer Tante jedoch vor einer ‚gefährlichen Gang‘ gewarnt, die sich in der Gegend aufhalten soll. Irgendwie hat sie den Verdacht, der Unbekannte könnte mit dieser zu tun haben. Trotzdem legt Loiba es bewusst darauf an, den Jungen wiederzusehen. Ihre Tante versucht alles, das zu verhindern. Außer undurchschaubaren Andeutungen nennt sie allerdings keinen nachvollziehbaren Grund. Auch Daniel, wie der Fremde heißt, lenkt bei Nachfragen stets von Thema ab.
Ganz unbekannt war mir Yvonne Taddeos im hessischen Ortenberg verortete Urban Fantasy nicht, als ich dieses Buch in die Hand nahm. Den 2. Band der „Keltâ“-Reihe („Diligentir“) las ich schon vor einiger Zeit und bedauerte dabei bei der damaligen Rezension, dass mir einiges an Vorwissen fehlte. Die Antwort auf meine damals gestellte Frage, was E.L.F.en oder Latène eigentlich genau sind, bleibt allerdings auch Band 1 schuldig. Das erfährt der Leser anscheinend erst in einem späteren Band der Tetralogie. Zumindest das in Band 2 nicht erwähnte Alter der Protagonistin ist mir jetzt aber bekannt: x=16. Wenn ich dort allerdings feststellen konnte, dass „die Liebe zwischen den … Teenagern … die Fantasy-Handlung … nicht ‚erdrückt‘“, muss ich das für diesen Band relativieren. Band 1 tendiert schon deutlich zur Romantasy.
Die Autorin erzählt die Geschichte in der 1. Person ihrer Protagonistin. Der Stil kann durchaus gefallen, wobei mir – wie erwähnt – die Romantasy-Tendenz nicht so gut gefällt. Allerdings weiß ich ja schon, dass sich das im folgenden Band bessert. Etwas merkwürdig kommt mir allerdings vor, dass eine 16-jährige ihren nur wenig älteren Freund wiederholt als Mann statt als Jungen bezeichnet. Das empfinde ich als wenig glaubwürdig. Trotzdem machen die mir bisher bekannten 2 Bände definitiv Lust auf die weitere Entwicklung.

Fazit:
Urban Fantasy in der deutschen Provinz ist eine seltene Pflanze. Diese Reihe beweist aber, dass das funktionieren kann.

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