Silberblut – 1 – Das Geheimnis der Sehenden

Robyn Lumen
Silberblut – 1 – Das Geheimnis der Sehenden

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Verrückte Abenteuer eines (vielleicht) Verrückten

Klappentext:
Es ist nicht lustig, Vampire zu sehen.
Vor allem, wenn nur du sie siehst – und niemand sonst.
Sie sind real.
Und tödlich.
Aber nur für dich.
Das Leben ist eine entspannte Angelegenheit, da kann sich der 17-Jährige Arjun sicher sein. Lässiger Job als Kellner in einem Wiener Innenstadtlokal, nette Wohngemeinschaft und viel Zeit, um einfach so rumzuhängen.
Bis das Mädchen Mia ihn davon überzeugen möchte, dass es Vampire gibt. Dass er der Auserwählte ist. Dass er in höchster Gefahr schwebt.
Arjun glaubt ihr nicht. Böser Fehler.
Eine fremde Macht scheint von ihm Besitz zu ergreifen. Es gibt einen mysteriösen Todesfall und Arjun steht nicht nur unter Mordverdacht, sondern bekommt auch eine psychiatrische Diagnose verpasst.
Eine traumartige Parallelwelt bricht über Arjun herein. Er gerät in einen Krieg zwischen bestialischen Vampiren, giftigen Elfen und liebestollen Todesengeln.
Kein Mensch ahnt etwas von dieser wahnwitzigen Welt, die nur Arjun sehen kann. Er ist ein klarer Fall für die Psychiatrie. Ein Ort, der vor Vampiren bekanntlich nicht schützt.
Ein spannender Urban-Fantasy-Roman für Jugendliche und junge Erwachsene, der voller überraschender Wendungen, interessanter Charaktere und schrägem Humor steckt.

Rezension:
Arjun ist 17 und lebt in Wien. Seit er als Kind beinahe ertrunken wäre, gilt er als selbstmordgefährdet und ist in regelmäßiger psychiatrischer Behandlung. Als ihn ein Mädchen davon überzeugen will, dass es Vampire wirklich gibt, fragt er sich allerdings, wer hier wirklich verrückt ist. Nachdem ihm dann aber Erinnerungen an kurze Zeitabschnitte fehlen und ihm berichtet wird, er hätte sich während dieser Zeit wie ein anderer Mensch verhalten, glaubt er zunächst, er wäre jetzt wirklich reif für die geschlossene Abteilung. Doch dann wird es noch verrückter …
Im Auftakt ihrer Urban-Fantasy-Reihe führt Robyn Lumen ihre Leser in ein Wien, dass ganz normal ist. Bei ihrem Protagonisten ist dies allerdings nicht so klar – auch diesem selbst nicht. Speziell nach seinem Kontakt mit Wesen, die doch eigentlich ins Reich der Mysterien gehören, zweifelt er zunehmend an seinem Verstand. Dabei ist er mit seinem Leben doch eigentlich zufrieden. Genau hier unterscheidet sich diese Geschichte grundlegend von dem verbreiteten Format, in dem junge Leute von einer den meisten anderen verborgenen magischen Welt erfahren. Arjun, Sohn einer österreichischen Mutter und eines ihm unbekannten indischen Vaters, versucht immer wieder, seine Erlebnisse als Produkte seines verrückten Verstandes zu erklären. Über lange Strecken wird der Leser immer wieder in Zweifel geführt, ob alles eventuell wirklich nur Wahnvorstellungen des Protagonisten sein könnten.
Gerade durch dieses Stilmittel gewinnt die vom Protagonisten in der Ich-Form erzählte Geschichte einen besonderen Reiz. Er selbst wirkt für den Leser ziemlich ‚schräg‘, doch speziell seine neuen Bekannten aus einer anderen Dimension können ihm in dieser Hinsicht problemlos das Wasser reichen. Besonders eine gewisse Yuja toppt das Ganze.
Man muss der Autorin zugestehen, eine äußerst humorvolle Urban-Fantasy-Welt geschaffen zu haben, wie ich sie bisher noch nicht kannte. Auf die Fortsetzungen darf man definitiv gespannt sein. Was werden der Autorin darin wieder für Verrücktheiten einfallen?

Fazit:
Wien ist ein gefährliches Pflaster. Besonders wenn man als einziger besondere Wesen sehen kann, die es auf einen abgesehen haben.

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„Lord Breakinghams Geheimnis“, der von Rezensenten gelobte Jugendroman um einen Jungen, der unerwartet auf ein Internat gehen muss und Schockierendes über seine eigene Herkunft erfährt, ist in einer überarbeiteten Neuauflage erschienen. Ein Entwicklungsroman über den Wert der Freundschaft.
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Weder süß noch sauer: Halloween-Storys

Gaby Hoffmann (Hrsg.)
Weder süß noch sauer: Halloween-Storys

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Abenteuer einer Nacht

Klappentext:
Es ist angerichtet: Genießen Sie unser ganz eigenes Halloween-Menü garniert mit Grusel, Blut, Liebe, Humor und Spannung. Als Appetizer treiben Hexen, Dämonen, Untote, Stalker, Zootiere und jede Menge angeblich Normalsterbliche ihr Unwesen. 18 köstliche Halloween-Storys, verfasst von Bloggern nach einem Schreibaufruf der Media-Agentur Gaby Hoffmann, schmecken nicht nur zu Halloween. Perfekte Lektüre für dunkle Herbstabende im Kerzenschein.

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
Alice Wakenfield: Hexensabbat
Claudia Jacobs: Auf der Suche nach Mr. Right
Matthias Freier: Der Dämon aus dem Feuer
Gaby Hoffmann: Weder süß noch sauer
Christiane Ginster: Ein Ende, ein Anfang
Susanne Sommerfeld: Blind Date auf dem Jahrmarkt
Marina Pappas: Halloween-Horrorsitting
Alice Wakenfield: Dunkles Erbe
Cedric Looks: Halloween im Zoo
Corly G.: Die besondere Halloween-Party
Manuela Murauer: Samhain unter dem Blutmond
Susanne Sommerfeld: Das verbotene Buch
Katharina Kanzan: Maria
Christiane Ginster: Leichenball
Divina Michaelis: Für immer mein!
Gaby Hoffmann: Der Unsichtbare
Claudia Jacobs: Ich bin ein Halloween-Opfer
René Staffeldt: Viva Halloween. Und andere Umstände …
Halloween – die Nacht der Nächte. Eigenartige Dinge gehen vor sich. Hexen, magische Gegenstände – und auch ganz normale Menschen gehen um. Letztere vorzugsweise im Miniformat und auf der Suche nach Süßigkeiten.
Die Herausgeberin Gaby Hoffmann hat 18 Kurzgeschichten aus diesem Umfeld zusammengestellt, die nach ihrem Aufruf von Bloggern verfasst wurden. Grusel im Sinn klassischer Halloween-Stories ist dabei eher die Ausnahme. Überwiegend behandeln die enthaltenen Geschichten die Abenteuer ganz normaler Menschen in dieser speziellen Nacht – und das gänzlich ohne übernatürliche Einflüsse. Hier geht es eher um die Kultur dieser Nacht. Mit „Halloween im Zoo“ ist auch ein Beitrag dabei, der ganz aus der Reihe fällt und in Form einer Fabel von Zootieren berichtet, die auch mal Halloween nach Menschenart feiern wollen. „Hexensabbat“ erzählt dagegen von einer Hexe, deren Schwester Appetit auf Menschenfleisch bekommt. Da gilt es natürlich, eine Katastrophe zu verhindern.
Wie man es von Anthologien gewohnt ist, können die hier zusammengestellten Geschichten natürlich nicht alle gleichermaßen zu überzeugen. Gerade die, die nicht ins klassische Muster dieses Genres passen, können mit ihren überraschenden Einsichten meist besonders begeistern. Und alle 18 Kurzgeschichten kann man ohne Schlafstörungen auch im Dunkeln lesen.

Fazit:
Diese Anthologie versammelt Halloween-Geschichten, die das Thema meist augenzwinkernd betrachten.
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Kleine Iris – 2 – Der Riss im Spiegel des Himmels

David Grund
Kleine Iris – 2 – Der Riss im Spiegel des Himmels

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Bürgerkrieg

Klappentext:
»Es gibt verschiedene Arten von Rätsel. Manche will man gerne lösen. Andere sollten besser ein Rätsel bleiben.«
Angekommen in der Höhle des Löwen, droht Iris großes Versteckspiel jeden Augenblick aufzufliegen. Während ihre Freunde weit weg von ihr um ihr eigenes Leben fürchten müssen, zieht sich eine Schlinge von Tag zu Tag enger um das Schicksal aller Menschen zusammen.
Der zweite Teil der Geschichte über das Mädchen, das sich an fast alles erinnern kann – nur nicht an die schönen Momente in ihrem Leben.

Rezension:
Fern ihrer Heimatinsel sind die Freunde in der Hauptstadt des Reichs gelandet, wo sie sich verstecken müssen. Mehrere von ihnen wurden schon am Tor gefangengenommen. Schnell stellt sich heraus, dass sie unbeabsichtigt zwischen die Fronten verfeindeter Parteien geraten sind. Speziell Iris scheint in diesem Konflikt eine zentrale Rolle zuzukommen.
Mir diesem 2. Band schließt David Grund die Geschichte um die „Kleine Iris“ anscheinend ab. Für den Leser ist es überraschend, dass dieser Band einen grundsätzlich anderen Charakter als sein Vorgänger aufweist. Ging es in Band 1 („Die letzte Traumkarawane“) eher um die Abenteuer der Kinder und die Uneinigkeit zwischen den Inselbewohnern, stehen jetzt politische Rangeleien in einem Reich im Zentrum. Hielt ich schon den 1. Band keinesfalls für ein Jugend- oder sogar Kinderbuch, so besteht hier kein Zweifel mehr, dass es beides mit Sicherheit nicht ist. Insgesamt wirkt die Geschichte jetzt erheblich runder. Das Geschehen ist durchaus interessant. Auch werden einige Rätsel des Vorgängers aufgelöst. Trotzdem bleiben Widersprüche. So erklärt Iris ihren Freunden, sie hätte ihre Magie in Band 1 nur vorgetäuscht. Allerdings konnte der Leser das Zusammentreffen mit dem rätselhaften Fremden dort ja ‚live‘ miterleben. Weiterhin erschwert das unbekannte Alter der anderen Kinder oder Jugendlichen das Verständnis erheblich. Iris erscheint für ihr Alter oft viel zu vernünftig. Obendrein muss ich zugeben, dass ich die Erklärung, wieso Iris gesucht wird und die mit gestohlenen Träumen im Zusammenhang steht, schlichtweg nicht begriffen habe.
Trotz dieser Einschränkungen muss ich sagen, dass sich dieser Band gut lesen lässt und den Leser erheblich besser als Band 1 fesseln kann. Genau wie dort wechselt der Autor auch diesmal wieder zwischen den Perspektiven verschiedener Beteiligter hin und her. Ein paar Erklärungen mehr würden dem Verständnis aber zugutekommen. Gibt es in Irisʼ Welt nun Magie?

Fazit:
Band 2 macht einen erheblich gelungeneren Eindruck, als Band 1 es tat. Die Handlung wird jetzt ziemlich komplex.

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Das Hirsch-Erbe – 1 – Unsterbliches Vermächtnis

Amanda Godebronn
Das Hirsch-Erbe – 1 – Unsterbliches Vermächtnis

St,rSt,rSt,rSt,bSt,b

Hannovers Mysterien

Klappentext:
Das unbeschwerte Teenagerleben der siebzehnjährigen Liz nimmt eine dramatische Wendung, als sie das alte Familienanwesen erbt, wo sich ihr ein ungeheuerliches Geheimnis um ihre Abstammung aus der Familie Hirsch enthüllt. Inmitten der alltäglichen modernen Welt begegnet sie Wesen wie aus fantastischen Legenden und wird in eine uralte Fehde rivalisierender Sippen von Vampiren und Werwölfen verstrickt. Eine rätselhafte Prophezeiung aus grauer Vorzeit weist ihr den Weg zu ihrer besonderen Bestimmung, die sich als Vermächtnis und als Fluch zugleich entpuppt. Es scheint, als besitze sie, ohne es zu wissen, den Schlüssel zum endgültigen Sieg über ihre Feinde. Bald schon entwickelt sich Liz zu einer entschlossenen Kämpferin und gerät in höchste Gefahr. Wird sie das schreckliche Schicksal, das ihr droht, noch abwenden können?
»Unsterbliches Vermächtnis« ist der Auftakt zu der spannenden Trilogie »Das Hirsch-Erbe«, einer abgründigen Geschichte um Magie und Blutsbande, Liebe und Verrat, Mord und Rache.

Rezension:
Seit dem Tod ihrer Eltern lebt die mittlerweile 17-jährige Liz bei ihrer Tante und deren Mann in England. Ihr Abschlussjahr an der Schule steht kurz bevor. Als sie von ihrer kürzlich gestorbenen Großmutter ein Haus in Hannover erbt, beschließt sie, nach Deutschland zurückzukehren. Tante und Onkel unterstützen sie dabei. Beim Ausräumen der Hinterlassenschaften findet Liz jedoch Unterlagen ihres Vaters und erfährt Überraschendes. Ihre Eltern waren Vampirjäger – und selbst Werwölfe, was sie natürlich geerbt hat. Schon bald steckt sie in einem uralten Kampf, dessen Regeln sie noch nicht versteht.
Die Ausgangslage in Amanda Godebronns Trilogie-Auftakt kommt dem erfahrenen Fantasy-Leser natürlich bekannt vor: Ein junger Mensch erfährt überraschend von seinem übernatürlichen Erbe. Sooft man Geschichten dieser Machart schon gelesen hat, sooft können sie auch immer wieder überzeugend funktionieren. Dieses grundlegende Setting birgt genug Potenzial, um auch in der x‑ten Variante noch Neues bieten zu können. Da wundert es nicht, dass auch diese Idee vielversprechend klingt. Leider kann die Umsetzung nicht ganz mithalten. Die Autorin verliert sich immer wieder in Nebensächlichkeiten. So wird an fast jedem Handlungstag ausführlich geschildert, welche Kleidung die Protagonistin heute trägt und wie sie sich heute schminkt. Ein Kinobesuch mit Freunden (bei dem nichts Handlungsrelevantes passiert) wird detailliert erzählt, was so weit geht, dass sogar die Kleidung der Kartenverkäuferin beschrieben wird. Gerade beim eigentlichen Fantasy-Geschehen sieht es dagegen geradezu entgegengesetzt aus. Treffen mit anderen Werwölfen oder das Enträtseln der elterlichen Hinterlassenschaften werden in wenigen Sätzen abgehandelt, ohne ins Detail zu gehen. Dieser Widerspruch fällt besonders stark ins Auge, da die Geschichte von der Protagonistin selbst in der 1. Person erzählt wird. Selbst ihre doch anzunehmende Verwunderung über das überraschend Erfahrene wird kaum erwähnt. Der Leser bekommt dabei natürlich den Eindruck, Liz wäre ihr Aussehen erheblich wichtiger als der doch eigentlich im Zentrum stehende Krieg gegen die Vampire oder das sonstige magische Geschehen. Ich bin mir allerdings sicher, dass das von der Autorin nicht so gemeint ist. Eine grünliche Überarbeitung in Zusammenhang mit einem guten Lektorat würde bei diesem Buch sicher Wunder bewirken – und das ganz ohne Magie.

Fazit:
Gute Idee, mäßige Umsetzung – so kann man dieses Buch wohl treffend beschreiben.

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Stonehenge Tür der Götter – 1 – Avalon

Petra Teske
Stonehenge Tür der Götter – 1 – Avalon

St,rSt,rSt,rSt,bSt,b

Der Vertrag mit den Göttern

Klappentext:
Einst gab es einen magischen Ort auf der Welt, der nicht für die Menschen bestimmt war. Er war allein den Göttern vorbehalten – denn an diesem Ort lag ein Geheimnis verborgen, was für immer bewahrt werden musste .…
England zwischen 3000 und 1500 v. Chr. Eine scheinbar normale Nacht in Lydween. Die Dorfbewohner schlafen friedlich in ihren Hütten, während sich der siebzehnjährige Artis und seine Freunde aufmachen, um den „heiligen See” aufzusuchen, was strengstens verboten ist. Was hat es mit den mysteriösen Einweihungen auf sich, die dort zu den Jahreszeitenwendungen stattfinden? Durch diese Frage noch neugieriger geworden, wollen die Freunde den Ort der Götter mit eigenen Augen sehen. Doch sie ahnen nicht, dass sie damit das Gleichgewicht zwischen Himmel und Erde stören, was nicht nur ihr Schicksal dramatisch verändern wird.
Stonehenge Tür der Götter beginnt mit dem Auftakt „Avalon” eine Fantasy-Reihe, die auf ganz neue und fantastische Weise die Mythologie um Avalon, Stonehenge und dem sagenumwobenen Schwert Excalibur miteinander verbindet. Es ist eine moderne „Fantasy-Reihe“, die sich nicht an vermeintlich historischen Fakten orientiert und die Vorzeit in ein etwas anderes Licht rückt, als wir sie zu kennen glauben. Die Bücher bestechen ebenfalls durch einen leichten und flüssigen Schreibstil, der unsere heutige Zeit mit der damaligen verbindet. Es ist eine Geschichte voller Magie, Spannung, Emotionen und Liebe, in der sich dem Leser die Mystik einer vergangenen Welt offenbart.

Rezension:
Britannien lange vor unserer Zeitrechnung. Als Tochter des Clan-Chefs gehört Merlina dem Adel ihres Stammes an. Obendrein gehört sie zu den wenigen Menschen, die magische Fähigkeiten besitzen. Aber selbst sie weiß nicht, welches Geheimnis sich auf der nahegelegenen Insel Avalon verbirgt, denn das wird einem erst offenbart, wenn man 20 Winter erlebt hat. Sie bringt es erst auf 17. Zusammen mit mehreren ihrer Freunde schleicht sie sich nachts aus dem Dorf, um zur Insel überzusetzen. Doch gerade ihre Fähigkeiten führen dazu, dass ihr Betreten Avalons unaufhaltsame Ereignisse ins Rollen bringt.
Petra Teske führt ihre Leser in diesem Reihenauftakt in eine ferne Vergangenheit Britanniens. Bis ein gewisser König und seine Tafelrunde in der Umgebung der Insel Avalon aktiv werden, müssen noch viele Jahrhunderte ins Land gehen. Durch ihr unerlaubtes Betreten der Insel rufen ein paar Jugendliche den Zorn der Götter herauf. Ein interessantes Setting und eine Handlungsidee, die mit Sicherheit Potenzial hat. Nur leider nimmt all das maximal 10 Prozent der Handlung dieses Bandes ein. Aus machtpolitischen Gründen und um seine Tochter für das von ihr heraufbeschworene Unheil zu bestrafen, verheiratet Merlinas Vater sie nämlich mit dem Sohn eines anderen mächtigen Clan-Chefs. Der Großteil der Handlung beschreibt ausführlich das Leid der Protagonistin in der erzwungenen Ehe. Magie spielt da nur in sehr kurzen Szenen eine Rolle. Dass sie und ihr ehemals bester Freund (den sie eigentlich mal heiraten wollte) gegenseitig glauben, der jeweils andere hätte kein Interesse mehr an der Freundschaft, wirkt ziemlich konstruiert. Ein paar Kapitel, die in der Welt der Götter angesiedelt sind, geben Einblick in den alten ‚Vertrag‘ mit den Menschen und die Pläne der Götter nach dem unbeabsichtigten Vertragsbruch durch die Protagonistin, doch kommt es in diesem Band zu nicht mehr als wagen Vorbereitungen. Das alles führt dazu, dass Fantasy-Elemente in diesem Buch für den 1. Band einer Fantasy-Reihe einfach deutlich zu wenig Raum einnehmen. Thema des Bandes ist vielmehr Merlinas Machtlosigkeit gegen die Zwangsehe. Wieso sie dabei nicht viel aktiver und bewusster ihre magischen Fähigkeiten einsetzt, bleibt rätselhaft.
Die Autorin erzählt die Geschichte wechselweise aus den Perspektiven Merlinas, ihres Freundes Artis und des jungen Gottes Kyron, wobei sie den jeweiligen Charakter in der Ich-Form berichten lässt. Die Merlina-Kapitel sind dabei allerdings eindeutig in der Überzahl. Trotz der eigentlichen Fantasy-Thematik dürfte die Handlung eher Freunde von Frauenschicksalen oder Ehedramen ansprechen als Fantasy-Fans. Das finde ich schade, da ich die Idee interessant finde. Um als Fantasy-Abenteuer überzeugen zu können müsste die in dieser Hinsicht nebensächliche Beziehungsgeschichte der Protagonistin deutlich gestrafft werden. Auf die (bisher) 3 Fortsetzungen werde ich wahrscheinlich verzichten, obwohl es mich durchaus interessieren würde, wie sich das Fantasy-Thema weiterentwickelt.

Fazit:
Ein interessantes Setting, doch nimmt das Phantastische für eine Fantasy-Geschichte leider viel zu wenig Raum ein.

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Verflixt und zugebissen – 4 – Alles, was Sie beißen, kann gegen Sie verwendet werden

Allyson Snow
Verflixt und zugebissen – 4 – Alles, was Sie beißen, kann gegen Sie verwendet werden

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Der Dachstuhl von Notre-Dаme

Klappentext:
„Männer kommen mir nur noch in die Tüte, wenn diese ein Leichensack ist!“
Auf Romantik und Liebe reagiert Helen höchstens mit Ausschlag, sicher nicht mit Herzchen in den Augen. Einen Mann nackt aus der Oper werfen zu lassen, ist hingegen amüsant – jedenfalls solange er sich davon in die Flucht schlagen lässt. Leider gibt es da einen Kerl, den schon Außerirdische entführen müssten, um ihn von Helens Spur abzubringen.
Endlich bearbeitet Robert einen Ermittlungsfall, der nichts mit fliegenden Pfannen, keifenden Frauen und doppelripptragenden Sexgöttern zu tun hat. Jedoch ist es leichter gesagt als getan, dem florierenden Handel mit neuen synthetischen Drogen auf die Spur zu kommen. Wenn er an den berüchtigten Jason Harris nicht herankommt, zieht er sich eben vor dessen Assistentin so lange aus, bis sie die Informationen freiwillig herausrückt.
Allerdings wird ihm bald klar, dass Helen ihm gefährlicher werden kann als die gesamte Pariser Mafia zusammen.

Rezension:
Polizist Robert hat es satt, ständig nur Bagatellen bearbeiten zu müssen. Es muss doch einen Weg geben, an den Mafiaboss Jason Harris heranzukommen, gegen den bisher nie stichhaltige Beweise aufzutreiben waren. Vielleicht bringt es ja etwas, sich an seine Assistentin Helen heranzumachen. Die muss doch belastende Details kennen! … wenn sie nicht sogar persönlich in Straftaten verwickelt ist. Dass diese Helen kein Vorzimmer-Dummchen ist, wird Robert jedoch schnell klar. Aber da häufen sich auch schon unerklärliche Vorfälle, die Robert an seinen Sinnen zweifeln lassen.
Mit diesem Buch ist Allyson Snows vampirisch-humorvolle Urban-Fantasy-Reihe rund um die Mafia-‚Firma‘ des Vampirs Harris schon bei ihrer 4. Blutmahlzeit angelangt. Im Mittelpunkt steht diesmal die Sekretärin/Assistentin Helen, die es endlich geschafft hat, einen Außeneinsatz anvertraut zu bekommen. Neu ist hingegen der Polizist Robert, dessen Erfahrungen mit langzähnigen Mitbürgern äußert gering sind. Bisher. Dass sich das schnell ändern wird, ist für Kenner der Reihe mit Sicherheit keine Überraschung. Beim ‚Endkampf‘ gibt es auch ein – leider nur sehr kurzes – Wiedersehen mit Linett und ihrer Kampf-Bratpfanne. Besagter Endkampf findet übrigens in der bekannten Kathedrale Notre-Dаme statt. War die nicht erst kürzlich wegen eines Großbrands in den Nachrichten? Genau! Und alle die, die Zweifel an der offiziell gemeldeten Brandursache haben, können hier erfahren, wie es wirklich dazu kam. Gewisse langzähnige Mitbürger könnten in diesem Zusammenhang durchaus eine Rolle spielen.
Die Autorin erzählt die gewohnt humorvolle Geschichte abwechselnd aus Roberts und Helens Perspektive. Lacher sind auch in diesem Band wieder garantiert. Die Weltsicht des Mit-Protagonisten Robert benötigt schließlich ein paar ‚kleine‘ Korrekturen.

Fazit:
Wie langweilig wäre Paris doch ohne seine vampirischen Einwohner? Auf zum Lachmuskeltraining! Verweigerer werden zur Blutverkostung gebeten.

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Kleine Iris – 1 – Die letzte Traumkarawane

David Grund
Kleine Iris – 1 – Die letzte Traumkarawane

St,rSt,rSt,rSt,bSt,b

Gestrandet

Klappentext:
Iris, das sind ja alles nur schlimme Erinnerungen. Kannst du dich denn an nichts Schönes erinnern?
Von Geburt an auf der Flucht, kann das zehnjährige Mädchen mit den zwei verschiedenen Augenfarben tatsächlich nur negative Erinnerungen im Gedächtnis behalten, denn sie leidet seit ihrer Geburt an einem einzigartigen Kurzzeitgedächtnis. Sie kann sich an nichts Schönes erinnern. Je schlimmer beziehungsweise trauriger die Erinnerungen sind, desto einprägender. Zudem besitzt die Kleine eine Schwäche für Glücksspiele und aus sonderbaren Gründen kann sie ihr eigenes Gesicht nicht im Spiegel sehen.
Weshalb sie all diese unvorteilhaften Eigenschaften besitzt ist nicht einmal ihr klar. Jedoch behält sie eine Wahrheit für sich – weshalb man weltweit Jagd auf sie macht.

Rezension:
Auf der Insel gehen alle einem recht ruhigen Leben nach. Bei einem Unwetter werden ein paar Kinder/Jugendliche jedoch aufs offene Meer gespült. Mit viel Glück können sie sich in ein Boot retten, in dem sie ein kleines Mädchen und dessen im Sterben liegende Mutter vorfinden. Kurz nach der Rückkehr zur Insel stirbt die Frau, die Eltern eines der Mädchen nehmen die kleine Iris in der Familie auf. Doch schon bald nehmen Entwicklungen ihren Lauf, die alle in Gefahr bringen.
In David Grunds Fantasy-Mehrteiler, von dem bisher 2 Bände vorliegen, führt er uns in eine Fantasy-Welt, in der sich die Magie – zumindest bisher – eher unterschwellig zeigt. Welches Geheimnis die junge, erst 10-jährige Protagonistin umgibt, ist bisher nicht wirklich erkenn- und enträtselbar. Trotz des geringen Alters der Protagonistin und ihrer neuen, überwiegend etwas älteren Freunde würde ich dieses Buch allerdings keinesfalls als Jugend- oder gar Kinderbuch ansehen. Beides würde inhaltlich nicht passen. Dem entgegen steht die offizielle Altersempfehlung für Leser zwischen 8 und 12 Jahren. Der weitaus größte Teil der Leser dieses Alters dürfte mit Irisʼ Abenteuern völlig überfordert sein.
Obwohl die Idee interessant wirkt und auch neugierig auf die Auflösung macht, wirkt die Geschichte leider nicht ganz rund. Das genaue Alter aller anderen jungen Charaktere bleibt leider offen, sodass sich die Verhaltensweisen und ihr Verhältnis zur Titelheldin nicht wirklich einordnen lassen. Auch die Handlungen einiger Charaktere lassen sich mit den gelieferten Informationen nicht nachvollziehen. So fordert die Frau, die das Mädchen bei sich aufnimmt, die anderen Kinder/Jugendlichen beispielsweise auf, die Kleine keinesfalls nach ihrem bisherigen Leben zu befragen. Eine Erklärung für diese in meinen Augen nicht nachvollziehbare Bitte erfolgt nie. An anderer Stelle wird das Wasser, das die Insel vom Festland trennt, als Fluss bezeichnet. Aber ein solcher müsste ja irgendwo entspringen – und die ‚Insel‘ wäre demnach gar keine Insel. Später bezweifelt die Protagonistin ohne erkennbaren Grund die Freundschaft der anderen. Als Erklärung bieten sich lediglich die im Klappentext erwähnten Gedächniseigenarten des Mädchens an, doch werden die im Buch überhaupt nicht thematisiert.
Stilistisch gelingt es dem Autor durchaus, seine Geschichte interessant darzubieten, doch unterschlägt er dem Leser zu viele Informationen, um die Handlungen der Beteiligten nachzuvollziehen. Auch die Zielgruppendefinition müsste dringend überdacht werden.

Fazit:
Dieses Fantasy-Abenteuer sollte unbedingt überarbeitet werden. Die angegebene Altersempfehlung passt keinesfalls.

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– Blick ins Buch –
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Palast aus Glas

Cornelia Funke
Palast aus Glas

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Übersetzung: André Mumot

Die beiden Seiten der Spiegel

Klappentext:
Märchenhaft. Magisch. Mitreißend.
Wie wurde Celeste eigentlich zu Fuchs? Welches gefährliche Zauberding erbeutete Jacob als junger Schatzjäger? Und wie sieht es hinter dem Spiegel in Hamburg, London oder Stockholm aus? Fast zehn Jahre nachdem Jacob Reckless das erste Mal die Spiegelwelt bereiste, entführt und Bestsellerautorin Cornelia Funke erneut in diesen fantastischen Kosmos.
Acht bislang unveröffentlichte Geschichten zum Staunen, Träumen und Mitfiebern, mit zahlreichen Illustrationen der Autorin und Auszügen aus dem von Cornelia Funke vollständig überarbeiteten ersten Band der Reckless-Reihe.

Rezension:
Ein Waisenmädchen verdient sich das Nötigste, indem sie im Schlamm des Flussufers nach Brauchbarem sucht. Die Hoffnung, einmal etwas wirklich Wertvolles zu finden, hat die 15-jährige, die sich als Junge ausgibt, längst aufgegeben. Ein Schatzsucher reist auf beiden Seiten der Spiegel durch die Welt, um magische Artefakte zu bergen, die er gewinnbringend verkaufen kann. Dabei wird er von einem Mädchen begleitet, das nicht umsonst „Fuchs“ genannt wird. Und dann sind da auch noch andere Menschen, deren Leben von den besonderen Spiegeln beeinflusst wird.
In diesem Buch versammelt Cornelia Funke 8 Kurzgeschichten, deren Gemeinsamkeit darin besteht, in der aus ihren Reckless-Bänden bekannten Spiegelwelt angesiedelt zu sein. Nun muss ich allerdings zugeben, von dieser Reihe zwar schon gehört zu haben, aber keines der Bücher zu kennen. Somit war diese Welt für mich Neuland. Man kann den hier zusammengestellten Kurzgeschichten allerdings entnehmen, dass es einige spezielle Spiegel gibt, die unsere Welt mit einer durch und durch magischen Parallelwelt verbinden. In dieser leben zahlreiche Wesen, die wir nur aus Märchen kennen, mehr oder weniger friedlich mit den Menschen zusammen. Das eigentliche Durchschreiten dieser Spiegel wird in den hier zu lesenden Geschichten nicht näher thematisiert. Stattdessen wird dieser Vorgang, mit Ausnahme der Geschichte „Palast aus Glas“ nur erwähnt und auch in dieser nur am Rande gestreift.
Die Hauptgeschichte, die knapp die Hälfte des Buches einnimmt, ist „Das Glas, das Blei und Gold beschert“. Darin hofft eine 15-jährige Waise auf den Fund ihres Lebens. Passend zur Handlungszeit an Weihnachten fällt diese Story etwas sentimental aus. Der Fantasy-Aspekt kann allerdings vollständig überzeugen. Über das Mädchen Tabetha und ihre magischen Abenteuer würde ich sehr gerne mehr lesen.
4 der anderen, deutlich kürzeren Geschichten handeln vom Schatzjäger Jacob Reckless und/oder seiner Begleiterin Fuchs. Auch diesen kann man bescheinigen, auch etwas ältere Fantasy-Fans überzeugen zu können.
… was man von den verbleibenden 3 Kurzgeschichten nicht in diesem Maße behaupten kann. Besonders das sehr kurze „Die Augen vergessen nicht“ lässt mich etwas ratlos zurück. Ich kann nicht behaupten, hier die Aussage verstanden zu haben. Da diese 3 Geschichten aber weniger als 20 % des Buches ausmachen, ist das wohl zu verschmerzen. 80 % überzeugender Inhalt ist sicher mehr, als die meisten Bücher bieten können.
Wie es bei Cornelia Funkes Werken mittlerweile üblich ist, entstand auch dieses zuerst auf Englisch und wurde nachträglich ins Deutsche übersetzt. Das gilt zumindest für die Hauptgeschichte „Das Glas, das Blei und Gold beschert“. Ob es für die anderen auch zutrifft, ist nicht eindeutig zu entnehmen. Das mit beinahe identischem Cover angebotene englische Buch scheint nämlich ausschließlich „Das Glas, das Blei und Gold beschert“ zu enthalten. Wieso man die deutsche Ausgabe nach einer der kürzeren (und in meinen Augen nicht ganz so überzeugenden) Geschichten betitelt hat, kann ich nicht nachvollziehen. In dem Zusammenhang fällt mir auch hier wieder die stark unterschiedliche Altersempfehlung zwischen englischer und deutscher Ausgabe auf, die ich schon wiederholt bei anderen Büchern feststellte. Während der britische Verlag (Pushkin Press) das Buch für Leser ab 10 Jahren empfiehlt, hält es der deutsche (Dressler) für die Altersgruppe der 14- bis 17-jährigen für geeignet. Gerade bei der Hauptgeschichte, die definitiv im englischen Buch enthalten ist, kann ich die deutsche Altersempfehlung erheblich besser nachempfinden. Zum Stil der Autorin muss wohl nicht viel gesagt werden, da man ihn wohl als bekannt voraussetzen kann.

Fazit:
Diese Kurzgeschichten aus der magischen Spiegelwelt können überwiegend überzeugen und eignen sich auch für nicht mehr ganz so junge Leser.

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Askeria – 1 – Die letzte Generation

Juliet May
Askeria – 1 – Die letzte Generation

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Das gehörnte Mädchen

Klappentext:
Mit dem Brandmal einer verstoßenen Rasse gezeichnet, führt die 14-jährige Piara ein vorsichtiges Leben: Sie soll stets wachsam sein, nicht weiter als ins umliegende Gebirge gehen und niemandem verraten, warum sie ständig diese ungewöhnliche Frisur trägt. Rigoras hingegen ist ein Freigeist, der Regeln nur zu gerne umgeht. Als Sohn des obersten Clanführers seiner Heimat liegt ihm die Welt zu Füßen. Dennoch teilen die beiden ein gemeinsames Schicksal, ohne einander überhaupt zu kennen: Um sie herum häufen sich Widersprüche und seltsame Geschehnisse. Ihre Familien zerbrechen, Wissen verschwindet, einzelne Landesteile verderben; und niemand sagt ihnen die Wahrheit. Selbst Piaras Brüder schweigen über ihre Beweggründe, als einer der beiden überstürzt mit ihr die Provinz verlässt.
Mitaeria wird auch der goldene Kontinent genannt, doch Piara entdeckt bei ihrer Suche nach Antworten nichts als dunkle Abgründe. Denn in dieser friedlichen Welt wird nicht jeder geduldet. Diejenigen, die kritisch hinter den Schleier des Wohlstands blicken, werden gerichtet; schließlich zweifeln nur Ketzer an der endlosen Güte Corasils. Die Vergangenheit ihrer Familie offenbart Piara die Kehrseite der Gesellschaft. Und je tiefer sie gräbt, desto deutlicher zeichnet sich ab, wovor sie ihr Leben lang behütet wurde; wenn auch vergeblich.

Rezension:
Mitten in der Nacht muss Piara zusammen mit ihrem Bruder Souta fliehen. Ihr anderer Bruder bleibt zurück, und Piara weiß nicht, ob er noch lebt. Das 14-jährige Mädchen und ihre beiden älteren Brüder sind Waisen, die ein Geheimnis verbergen müssen: Unter Piaras Haar wachsen Hörner. Sie selbst weiß nicht genau, was das zu bedeuten hat, und obwohl sie vermutet, dass ihre Brüder mehr wissen könnten, verraten die ihr nichts. Auf der Flucht gilt es einige Abenteuer zu bestehen, aber erst nach und nach erfährt Piara endlich ein paar Wahrheiten über sich und ihre Eltern.
In Juliet Mays Fantasy-Abenteuer, mit dem eine voraussichtlich 5- oder 6-bändige Reihe ihren Anfang nimmt, steht eine junge Protagonistin im Zentrum des Geschehens. Die Welt, in der dieses ihre Abenteuer bestehen muss, ist durchaus ungewöhnlich zu nennen. Magie im herkömmlichen Sinn scheint es zwar nicht zu geben, dafür allerdings nichtmenschliche Wesen, deren Existenz von der alles beherrschenden Kirche jedoch abgestritten wird, sowie Parallelwelten, zu denen die Verbindung offiziell aber abgerissen ist. Andere Elemente erinnern schon fast an SciFi. So existieren beispielsweise Teleporterstationen, zwischen denen man sich gegen Bezahlung in kürzester Zeit befördern lassen kann. Diverse Wissenszweige sind in dieser Welt verboten, das entsprechende überlieferte Wissen verbannt.
Ebenso wie die Protagonistin kann auch der Leser die Zusammenhänge zuerst nicht verstehen. Erst nach und nach setzt sich ein komplexes Puzzle zusammen, dessen Endergebnis am Ende dieses Bandes erst ansatzweise zu erahnen ist. Außer der jungen Protagonistin und ihren Brüdern spielen der Sohn und Nachfolger eines Clanführers sowie eine im Kloster erzogene Kämpferin wichtige Rollen. Aus den Perspektiven der genannten Personen wird die Geschichte auch wechselweise erzählt, wobei Piaras Abenteuer allerdings eindeutig die Haupthandlung darstellen. Zwischendurch eingestreute Kurzkapitel in Reimform liefern kryptische Informationen, die sich bisher kaum einordnen lassen. Dass immer wieder ganze Kapitel fehlende Informationen aus der Vergangenheit in Form von Erinnerungen nachreichen, fordert die Aufmerksamkeit des Lesers, um diese Puzzleteile richtig einordnen zu können.
Die Autorin erzählt ihre Geschichte – egal auf welcher Person der Fokus aktuell liegt – stets in der 3. Person aus Sicht eines Beobachters. Dem Geschehen ist dabei sprachlich gut zu folgen, was in Anbetracht der sonstigen Komplexität der Geschichte besonders angenehm ist.
Diese komplexe Welt kann das Interesse eines Fantasy-Fans wecken und fesseln. So bleibt am Ende nur zu hoffen, dass der nächste Band nicht zu lange auf sich warten lässt.

Fazit:
Dieser Start in eine Jugend-Fantasy-Abenteuer-Reihe macht Lust auf das weitere Geschehen in dieser komplexen Welt.

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Das gestohlene Herz der Anderwelt

Sandra Regnier
Das gestohlene Herz der Anderwelt

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Beim kleinen Volk

Klappentext:
Mit der Existenz von Elfen kann Allison sich gerade so abfinden. Dass sie nun das Sterben eines ganzen magischen Reichs verhindern soll, ist da schon schwerer zu verkraften. Doch sie ist der Schlüssel und damit die Einzige, die es vermag, die Regenpforte zu schließen, sobald das Herz der Anderwelt wieder an seinem Platz ist. Dabei muss Allison erst einmal herausfinden, wie es um ihr eigenes Herz bestellt ist. Denn das wird nicht nur von dem gut aussehenden Wächter Finn erschüttert, sondern auch von einem dunklen Prinzen, mit dem sie mehr verbindet, als sie je geahnt hätte…

Rezension:
Von Finn durch die Pforte gestoßen, steht Allison mutterseelenallein in der Anderwelt. Die Umgebung ist bedrohlich. Dennoch kann sie feststellen, dass das Herz der Anderwelt verschwunden ist. Auch die Rückkehr nach Edinburgh gelingt ihr. Obwohl sie wütend auf Finn ist, bleibt ihr nichts anderes übrig, als gemeinsam mit diesem die Suche nach dem Herz aufzunehmen.
Wie der Titel bereits vermuten lässt, ist dieses Buch Sandra Regniers die Fortsetzung ihres „Die magische Pforte der Anderwelt“. Stellte ich damals fest, dass dessen Ende nur mit einer Fortsetzung funktionieren kann, wundert es nicht allzu sehr, dass dieses Buch unmittelbar anschließt. Genau hier liegt allerdings auch der einzige nennenswerte Kritikpunkt am vorliegenden Band. Der Leser wird unmittelbar in die laufende Handlung geschmissen und hat Probleme, sich in dieser zurechtzufinden. Seit dem Vorgänger ist ja immerhin einige Zeit vergangen und das dortige Geschehen nicht mehr ganz frisch im Gedächtnis. Hier wäre eine kurze Zusammenfassung definitiv wünschenswert.
Erfreulicherweise sind die Romantasy-Tendenzen diesmal deutlich diskreter und gewinnen erst im Finale einen erwähnenswerten Anteil an der Handlung. Dafür muss sich die Protagonistin einigen Gefahren stellen. Hinzukommen Sorgen um ihren jüngeren Freund George aus der Nachbarschule, mit dem etwas nicht zu stimmen scheint. Allisons ungeliebte Austausch-Mitschülerin Valérie steht im neuen Buch auch stärker (und aktiver) im Fokus der Handlung. Anders als beim letzten Band wird die Handlung um das Herz der Anderwelt sinnvoll abgeschlossen. Somit gibt es hier keine eindeutigen Hinweise, ob eine weitere Fortsetzung geplant ist. Dass der Handlungsstrang um George nicht gänzlich aufgeklärt wird, könnte allerdings doch auf eine hindeuten. Insgesamt liegt der Schwerpunkt dieses Bandes der Jugend-Urban-Fantasy stärker auf dem Abenteueraspekt.
Die Autorin überlässt ihrer Protagonistin im überwiegenden Teil des Buches das Wort, um ihre abenteuerlichen Erlebnisse in der 1. Person zu erzählen. Unterbrochen wir dieser Bericht nur von wenigen Kapiteln, in denen der Elf Finn das Wort – ebenfalls in der Ich-Form – übernimmt.

Fazit:
Mit der von Anfang an zentralen Fantasy-Handlung wirkt dieser Band sogar noch runder als der Vorgänger.

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