Kado – 1 – Das Herz des Wolfes

Lukas Bayer
Kado – 1 – Das Herz des Wolfes

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Abgesandter eines Gottes

Klappentext:
Eigentlich hätte Kado nichts dagegen gehabt, bis an sein Lebensende in der Taverne seines Ziehvaters zu arbeiten. Doch als das Leben seiner Ziehschwester in Gefahr ist, geht er einen Handel mit dem Totengott Carnor ein: seine Seele und seinen Dienst als Streiter Carnors gegen das Leben seiner Schwester.
Mit einer Menge Humor und ein wenig schlechter Laune muss Kado nun herausfinden, was seine Aufgaben als Streiter Carnors sind und sich ganz nebenbei auch noch mit den Agenten des Königs, dem Hohepriester Carnors, dem Streiter einer anderen Göttin und seinem nervigen Wolfsbruder Felan herumschlagen. Und zu allem Überfluss gibt es da noch diese eine Agentin – denn es gibt schließlich immer diese eine Frau …

Rezension:
Als Gestaltswandler zwischen Elf und Wolf gehört Kado nirgends so richtig dazu. In der Familie seines Ziehvaters fühlt er sich aber wohl und hilft in dessen Taverne, wenn er nicht gerade mit seinem wölfischen Bruder auf Jagd geht. Als Leute des Königs jedoch die ganze Familie einfach töten wollen, schlägt Kado zurück und tötet stattdessen die Soldaten. Für seine Stiefschwester kommt die Hilfe jedoch zu spät. Doch der Totengott Carnor persönlich erscheint Kado und bietet ihm das Leben seiner Schwester im Austausch gegen seine Dienste an. Bald schon stellt sich heraus, dass das Leben als unsterblicher Streiter eines Gottes alles andere als langweilig ist.
Wenn man viel Fantasy liest, wiederholen sich manche Elemente natürlich in den unterschiedlichsten Versionen. Um so interessanter und auch überraschender ist es natürlich, wenn man mal auf eine (zumindest einem selbst) völlig neue Grundidee stößt. So erging es mir mit diesem Reihenauftakt um Kado. Während Werwölfe (vom altgermanischen Wer = Mann) in der Fantasy-Literatur zum Standartpersonal gehören, ist mir vor Kado noch kein Elfwolf begegnet. Auch dass Götter (bisher) Sterbliche als Gegenleistung für einen Dienst als Hilfspersonal rekrutieren, gehört eher weniger zum in einschlägigen Geschichten Üblichen. Somit kann man Lukas Bayer beglückwünschen, eine wirklich innovative Idee in die Fantasy eingebracht zu haben.
Am Anfang braucht dieser Band etwas Zeit, bevor er ‚in Schwung‘ kommt. Nachdem dies aber erstmal geschafft ist, entwickelt sich das Abenteuer zu einer rasanten, gut und in einem flotten Tempo erzählten Geschichte, in der auch humorvolle Untertöne nicht zu kurz kommen. Wenn es in den Folgebänden derart weitergeht, dürfte sich diese Reihe zu einer Perle der Fantasy-Literatur entwickeln.

Fazit:
Nach einem etwas behäbigen Start wird dieses Buch zu einem actionreichen Fantasy-Abenteuer, das Lust auf die Fortsetzung macht.

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Nähere Infos zum Buch findet ihr hier: https://lordbreakingham.wordpress.com/
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Das Kraft-Erbe

Maryanne Becker
Das Kraft-Erbe

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Eine Frage der Nachfolge

Klappentext:
Eine Kurzgeschichte über das Erben
Nach dem Ableben von Heidelis Kraft, Alleininhaberin einer Fitness-Kette, hofft jeder der Hinterbliebenen ihr Erbe anzutreten. Nur ein naher Blutsverwandter kann das Imperium erben und diese Person wird anhand geheimer Kriterien durch die Erblasserin bestimmt. Bis zur Testamentseröffnung löst sich die Maske aus Ironie und Sarkasmus auf, Missgunst und Boshaftigkeit unter den Hinterbliebenen treten offen zu Tage.
Nur einer der Anwesenden entspricht den Kriterien und nur er erfährt das Geheimnis …

Rezension:
Endlich wird das Testament eröffnet! Von Trauer ist bei den Hinterbliebenen keine Spur zu finden. Deren einziges Interesse besteht darin, die Kette von Fitness-Studios, die schon lange eine nie versiegende Geldquelle darstellt, zu erben. Doch niemand weiß, nach welchem Gesichtspunkt der nächste Erbe ausgewählt wird, denn das erfährt nur dieser, um es in seinem eigenen Testament wieder genauso zu regeln.
Jeder der Hinterbliebenen in Maryanne Beckers Kurzgeschichte aus der booksnacks-Reihe ist überzeugt, der einzig würdige Nachfolger zu sein. Aus diesem Konkurrenzdenken und den gegenseitigen Sticheleien entwickelt die Autorin ihre Story, die ein Psychogramm der Beteiligten aufzeigt. Ein gewisser Humor ist dieser Situation nicht abzusprechen. Leider kann mich die Auflösung des Rätsels, nach welchem Gesichtspunkt der Erbe ausgewählt wird, nicht überzeugen, da sich mir nicht erschließt, welchen Grund der Firmengründer gehabt haben sollte, gerade dieses Kriterium für die Auswahl seiner Nachfolger festzulegen.

Fazit:
Eine gut erzählte Kurzgeschichte, deren zugrundeliegende Idee sich mir jedoch nicht erschließt.

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Panne

Alexandra Scherer
Panne

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Verwandtschaftsprobleme

Klappentext:
Adel verpflichtet!
Evelyn wird von ihrer Schwester und ihrer Mutter, der Herzoginwitwe, unter Druck gesetzt, sich endlich standesgemäß zu verhalten. Aufgelockert wird die unerfreuliche Kaffeegesellschaft erst von einem unerwarteten Gast und es zeigt sich: Hochmut kommt immer vor dem Fall …

Rezension:
Als die Nachkommen sowie die Witwe des längst verstorbenen Herzogs beim Tee zusammentreffen, prallen unterschiedliche Charaktere aufeinander. Die Herzogin will ihre Kinder endlich standesgemäß verheiraten. Als Evelyn dann jedoch eine allen Anwesenden fremde Frau, die eine Panne hatte, hereinbittet, kommt es zum Streit.
Alexandra Scherer entwirft in ihrer Kurzgeschichte aus der booksnacks-Reihe ein Charakterbild einer Mutter und ihrer Töchter, die in ihren Einstellungen kaum verschiedener sein könnten. Die Vorstellungen einer für den abwesenden Bruder passenden Frau weichen stark voneinander ab. Zum Leidwesen der Mutter sind jedoch auch ihre Töchter gegenwärtig nicht gewillt, sich standesgemäße Männer zu suchen. Dass die Protagonistin Evelyn dann auch noch die anscheinend aus einfachen Verhältnissen stammende fremde Frau hereinbittet, belastet die Atmosphäre zusätzlich. Bis hierhin kann man diese Story als gut gelungen betrachten. Lediglich die im allerletzten Satz gesetzte Pointe kommt dann doch etwas zu kurz.

Fazit:
Eine ‚runde‘ Kurzgeschichte, deren Pointe jedoch durchaus ein paar zusätzliche Sätze vertragen hätte.

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Alien Job – 1 – Da wollen wir mal ein Auge zudrücken

Pascal Schaefer
Alien Job – 1 – Da wollen wir mal ein Auge zudrücken

St,rSt,rSt,rSt,bSt,b

Rätsel des Universums

Klappentext:
Sie denken, Sie kennen das Universum bereits wie Ihre Westentasche? Sie glauben, sie wissen einfach alles über intelligente Lebensformen, was es zu wissen gibt? Sie sind der Meinung, viel herumgekommen zu sein und schon so ziemlich alles gesehen zu haben? Falsch. Ganz falsch. Jagen sie ihr peinliches Unwissen zur Tür hinaus, und begeben sie sich auf eine abenteuerliche Reise durch Raum und Zeit. Manchmal erschreckend, manchmal ernüchternd, oft haarscharf vorbei an der Grenze zum Wahnsinn, doch zumeist innerhalb der Grenzen des guten Geschmacks. Sie werden staunen, wie die Welt da draußen wirklich ist …
„Ein ebenso heiterer, wie tiefgründiger Trip durch die Galaxis. Pascal Schäfer ist der neue Star der humoristischen Science Fiction.“ – Jörg Martin Munsonius

Rezension:
Außenseiter, Durchgedrehte und sonstige Verlierer, die gibt es überall im Universum. Aber was passiert, wenn gleich eine ganze Reihe dieser Gattung mehr oder weniger zufällig aufeinandertreffen und ein Unsterblicher ihnen die Aufgabe überträgt, das Universum zu retten. Genau gesagt sollen die Alles-andere-als-Helden sogar gleich das ganze Multiversum retten. Das heißt natürlich zweierlei: Es muss verdammt schlecht ums Multiversum stehen – und die Chancen stehen sogar noch viel schlechter.
Die Inhaltsbeschreibung dieses Buches hört sich gut an. Als Freund humorvoller SciFi kann man damit doch bestimmt nichts falsch machen. Oder doch? Zumindest dieser 1. Band leidet darunter, dass der Leser während eines Großteils die einzelnen Protagonisten in überwiegend reichlich abstrusen Situationen vorgestellt bekommt. Dabei zündet leider bei weitem nicht jeder Gag. Findet man anfangs die derben Witze weit unter der Gürtellinie noch lustig, werden sie in der schieren Masse doch bald langweilig. Ein Gestaltwandel, der die Erscheinungsform eines Einkaufswagens bevorzugt, wirkt storytechnisch nicht wirklich überzeugend. Etwas, das man als Handlung bezeichnen kann, kommt erst mit dem Zusammentreffen der Mitstreiter auf. Ab hier kann man einen gewissen Sinn erkennen.
Pascal Schaefers Stil kann man wohl am ehesten als Bully Parade in Buchform beschreiben. Überzeugen konnte mich dieses skurrile Weltraumabenteuer leider nicht. Ob die Fortsetzungen besser werden, halte ich für ungewiss. Da die ‚Reisegesellschaft‘ jetzt beisammen ist, besteht zumindest die Hoffnung, es könnte weiterhin eine zusammenhängende Handlung geben.

Fazit:
Der eigenartige Humor dieses Scifi-Abenteuers trifft definitiv nicht jedermanns Geschmack.

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Kowalleck macht ernst

Christoph Junghölter
Kowalleck macht ernst

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Zwischen Schlange und Frau

Klappentext:
Kowallecks gesamte Aufmerksamkeit gilt seiner geliebten Rotschwanz-Boa. Im „echten“ Leben hat er einige Baustellen zu bearbeiten. Wann macht er endlich Nägel mit Köpfen?

Rezension:
Kowalleck ist sehr fürsorglich. Zumindest wenn es um seine geliebte Elvira geht. Elvira ist eine Rotschwanz-Boa. Kowallecks Kontakte zu seiner Frau und den Nachbarn sind dagegen eher unterkühlt. Als seine Frau findet, dass sich endlich etwas ändern muss, stimmt er ihr schließlich sogar zu. Allerdings hat sie sich die Veränderung wohl etwas anders vorgestellt als er.
Auch wenn der Verlag Christoph Junghölters Kurzgeschichte aus der booksnacks-Reihe unter das Thema „Liebe“ einordnet, ist von solcher – zumindest zwischen dem Protagonisten und seiner Frau – nichts zu entdecken. Mit der sehr speziellen Art des ‚Helden‘ könnte man die Story schon eher unter „Humor“ einsortieren, auch wenn es definitiv nicht die Art Humor ist, bei der man sich vor Lachen schüttelt. Leider passiert in der Geschichte auch nicht gerade viel. Für einen Zeitvertreib zwischendurch – also das, wofür die booksnacks konzipiert sind – ist das kleine eBook durchaus brauchbar. Mehr sollte der Leser allerdings auch nicht erwarten.

Fazit:
Eine Kurzgeschichte über eine sehr ‚speziellen‘ Protagonisten, die nicht ganz überzeugen kann.

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Der Zombie, das Einhorn und ich

Michaela Harich
Der Zombie, das Einhorn und ich

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Fleischreserven

Klappentext:
Es war einmal ein einsamer Millionär, dessen Herz nur darauf wartete, von einer Jungfer erobert zu werden. Eigentlich eine einfache Aufgabe, gäbe es da nicht seinen nervigen Kumpel Chris und die Einhörner.
Doch dann klingelt es eines Tages an seiner Tür, und Nicole tritt in sein Leben. Mit einem Mal beginnt er zu hoffen, dass die große Liebe kein Märchen ist und endlich für ihn wahr wird – wäre da nicht die Sache mit dem Zombie …

Rezension:
Als Marks Schwester sich kurz vor ihrem Tod wünscht, ein Einhorn zu sehen, beschließt der Genetiker kurzerhand, einfach welche zu züchten. Er ahnt nicht, was er damit lostritt. Einhörner sind begehrt, und so wird er bald zum steinreichen Geschäftsmann. Dumm nur, dass ihn eines seiner frühen Testobjekte beißt und damit ungeahnte Nebenwirkungen hervorruft.
Sowohl die kurze Inhaltsangabe als auch der Klappentext verraten natürlich schon, dass es in Michaela Harichs Buch reichlich skurril zugeht. Das macht es dem Leser nicht gerade einfacher, es einzuschätzen. Es beginnt schon damit, dass „Der Zombie, das Einhorn und ich“ in keines der gebräuchlichen Genres passt. Urban Fantasy? Die Einhörner sind hier gentechnisch gezüchtete Tiere und keine Fantasy-Gestalten. Zombies kann man allerdings durchaus in die Fantasy einreihen. SciFi? Könnte auch ansatzweise passen, denn die beschriebenen ‚Züchtungen‘ überschreiten das derzeit real Vorstellbare erheblich. Humor? Eindeutig ja. Den kann man diesem Buch definitiv nicht absprechen. Krimi? Da es nicht natürliche Todesfälle gibt, passt das wohl auch zumindest etwas. Erotik? Wenn man erotische Persiflagen hierzu rechnet, trifft es erhebliche Teile der Handlung einwandfrei.
Und dann kommt natürlich die Frage, ob einen diese verrückte Mischung überzeugen kann. … welche nicht ganz einfach zu beantworten ist. Bei den vielen Genres, die hineinspielen, ist wohl niemand Fan aller Elemente. Da wechseln sich wirklich gelungene Ideen mit solchen ab, die man einfach nur blöd findet. Zumindest einen Mangel an Ideen kann man der Autorin jedoch definitiv nicht vorwerfen. Auch am Stil kann man nicht viel kritisieren. Aus allen diesen Gründen habe ich länger darüber nachdenken müssen, ob ich diesem wirklich außergewöhnlichen Buch nun 3 oder doch 4 Sterne gönnen soll. Alleine für den Mut, eine solch verrückte Kombination zu wagen, habe ich mich dann doch für 4 entschieden.

Fazit:
Bei diesem verrückt-skurrilen Buch fallen mir nur wenige Genres ein, die nicht enthalten sind.

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Scherben

Michael Schmidt (Hrsg.)
Scherben

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Phantastik querbeet

Klappentext:
Der vierte Band der Reihe Fantasyguide präsentiert bietet 16 Geschichten und zeigt die ganze Bandbreite phantastischer Literatur. Mit Achim Hildebrand, Andreas Flögel, C.M. Dyrnberg, Christel Scheja, Detlef Klewer, Diane Dirt, Forrest J. Ackerman, Matthias Ramtke, Merlin Thomas, Michael Schmidt, Nina Horvath, Peter Nathschläger, Ralf Kor, Ralf Steinberg, Ray Bradbury, Sascha Dinse, Uwe Herrmann.

Rezension:
Enthaltene Geschichten:
Achim Hildebrand – Zeit ist Gold
C.M. Dyrnberg – Die Gewächskirche
Peter Nathschläger – Das Heerlager der Toten
Matthias Ramtke – Kein Mittelweg
Andreas Flögel – Katzen in U-Tortuga
Nina Horvath – Bahnfahrt in die Ewigkeit
Diane Dirt – Tod eines Wechselbalgs
Michael Schmidt – Sommer der Liebe
Ralf Steinberg – Rinnsale
Merlin Thomas – Vox Populi
Christel Scheja – Ein Schwert zu schmieden
Sascha Dinse – Scherben
Uwe Hermann – Der Geschichtenzähler
Ralf Kor – Die Messias-Maschine
Detlef Klewer – Herofluenza
Ray Bradbury & Forrest J. Ackerman – Die Schallplatte
Von Fantasy bis SciFi reicht die Bandbreite dieser vom Fantasyguide präsentierten Phantastik-Anthologie. Vom mittelalterlich geprägten Abenteuer bis zur philosophischen Utopie ist vieles vertreten. Sogar eine bereits 1939 veröffentlichte Story ist enthalten. Bei einer solchen Bandbreite differieren natürlich sowohl die Qualität der einzelnen Geschichten, die jeweiligen Stile wie auch das Treffen des persönlichen Geschmacks des Lesers. Aus diesem Grund will ich hier speziell meine persönlichen Favoriten aus den 16 Beiträgen einzeln erwähnen.
Gleich der Start stellt für mich eines der Highlights dieser Anthologie dar, Achim Hildebrands „Zeit ist Gold“. Ein Abenteurer und Meuchelsänger verdingt sich als Alchemist, obwohl er vom Goldmachen nicht die geringste Ahnung hat. Wie sich der Protagonist mit vielen Tricksereien durch die Geschichte windet, macht einfach Spaß. Ein rundum gelungenes, humorvolles Fantasy-Abenteuer.
Das nächste Highlight – um bei der Reihenfolge der Geschichten im Buch zu bleiben – ist Diane Dirts „Tod eines Wechselbalgs“. Hier kombiniert die Autorin klassische Urban Fantasy gekonnt mit SciFi und ziemlich skurrilen Charakteren.
Nächster Stopp auf meiner persönlichen Highlight-Tour ist „Ein Schwert zu schmieden“ von Christel Scheja. Hier sind wir bei einer klassischen Fantasy-Story gelandet, die mit eher ernsten Themen aufwartet.
Beim letzten meiner persönlichen Lieblingsbeiträge handelt es sich mit „Herofluenza“ von Detlef Klewer wieder um eine lustig angelegter Fantasy-Geschichte.
Auffallend ist, dass es sich bei 3 meiner Lieblingsstories (sowie mehreren der nicht einzeln hervorgehobenen) um Kurzgeschichten aus Reihen handelt, deren Protagonisten bereits in anderen Anthologien ‚umgingen‘.
Auch die meisten der nicht namentlich erwähnten Beiträge sind gelungene Geschichten, die jeder Genre-Fan gerne lesen wird. Die einzige Ausnahme stellt für mich „Das Heerlager der Toten“ dar, das das Thema „Phantastik“ in meinen Augen total verfehlt und als politische Dystopie nicht in diese Anthologie passt. Insgesamt gesehen kann man dem Herausgeber diesen einzelnen Fehlgriff angesichts des ansonsten hohen Niveaus wohl verzeihen.

Fazit:
Eine (fast) rundum gelungene phantastische Anthologie.

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Tschüssikowski

J. Monika Walther
Tschüssikowski

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Summend zum Erfolg

Klappentext:
Der summende Kellner
Was muss alles geschehen, damit in einem feinen Schweizer Luxushotel ein Kellner Saalchef wird und die Gäste begreifen, was es mit dem Geld und dem Essen auf sich hat? Was muss geschehen, damit ein Saalchef bei der Arbeit summt?

Rezension:
Der Saalchef ist entsetzt. Einer seiner Kellner summt beim Bedienen und macht auch noch locker-flockige Bemerkungen in Gegenwart der Gäste. Das kann er natürlich nicht dulden, schließlich ist das ein feines Haus! Wohin die Auseinandersetzung führt, kann er nicht ahnen.
Mit „Tschüssikowski“ legt J. Monika Walther nach mehreren eher auf Spannung aufbauenden diesmal eine humorvoll angelegte Kurzgeschichte in der booksnacks-Reihe vor. Die zugrundeliegende Idee gefällt mir gut, doch hätte diese Story trotz ihres Kurzgeschichten-Charakters zumindest ein kleines bisschen ausführlicher ausfallen dürfen. Idee und der gelungene Stil der Autorin können trotzdem überzeugen.

Fazit:
Eine gelungene humorvolle Kurzgeschichte.

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Riot Pack – 1 – Fairiestaub und andere Scherereien

Stefanie Foitzik
Riot Pack – 1 – Fairiestaub und andere Scherereien

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Werwölfe unter sich

Klappentext:
Hey Leute, ihr überlegt noch, gut, ihr müsst das nicht lesen. Ist peinlich genug, wie ich damals drauf war. Ihr würdet wirklich von einem Ohnmachstanfall zum anderen taumeln, das muss doch nicht sein. Ich habe mich verknallt, na und? Kann ja mal vorkommen, ist keine große Sache. Also geht und kuckt euch nen anderen Werwolf aus. Also ehrlich, lohnen würde sich das nur, um das Rudel kennezulernen. Das Riot Pack! Okay, das schon. Aber der Rest, naja.

Rezension:
Als noch recht junger Halb-Werwolf sucht Kilian nach seinem Platz sowohl in der Werwolf- als auch in der Menschenwelt. Zur Elfenverwandschaft mütterlicherseits hat er dagegen kaum Kontakt. Mit Wesen, die eine radikal-ablehnende Haltung gegen Hybriden wie ihm einnehmen, muss er sich öfters auseinandersetzen. Fast ohne soziale Kontakte fehlt ihm auch hier die benötigte Rückendeckung. Allerdings kann er sich auch nicht dazu entschließen, sich einem der Werwolfsrude, die er kennt, anzuschließen. Als er wieder mal in der Patsche sitzt, was bei Kilian eher der Normalfall als die Ausnahme ist, taucht ein ihm völlig fremdes Rudel auf und hilft ihm.
Die mit diesem Buch aus der Taufe gehobene „Riot Pack“-Reihe stellt ein Spin-off der „Galway Hunters“-Reihe dar. Während dort Michael und seine Kollegen von der Kopfgeldjäger-Agentur im Mittelpunkt stehen, ist es hier das Werwolfsrudel, das dort bereits am Rande in Erscheinung trat. Auch sonst gibt es einige Unterschiede zur Hauptreihe. Stellt Stefanie Foitzik das Geschehen dort aus wechselnden Perspektiven dar, konzentriert sich die Handlung hier ganz auf Kilian, der seine Erlebnisse in der Ich-Perspektive erzählt. Humorvolle Elemente spielen dabei eine deutlich prominentere Rolle.
Die Handlung (zumindest dieses Bandes) ist zeitlich vor den Geschehnissen im Band 1 der „Galway Hunters“ angesiedelt und auch ohne jede Kenntnis der dort erzählten Geschichte les- und verstehbar. Der Glossar am Ende des Buches ist sehr hilfreich, um sich in der sehr komplexen Welt irischer Sagenwesen zurechtzufinden. Aus diesem ‚Angebot‘ bedient sich die Autorin (in beiden Reihen) reichlich, sodass wohl (fast) jeder hier auf Wesen stößt, die ihm noch völlig unbekannt sind. Genau dies macht auch einen Teil des Reizes dieser Bücher aus. Der gelungene Stil der Autorin tut ein Übriges, dieses Buch wie auch die anderen Bücher aus Stefanie Foitziks irisch-phantastischer Welt zu einer Bereicherung des Urban-Fantasy-Kosmos zu machen.

Fazit:
Dieses „Galway Hunters“-Spinn-off bietet dem Fan keltisch-mystischer Urban Fantsy einen neuen Blickwinkel aufs Werwolfsdasein.

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Die Hilfskräfte – Die wahren Herren des Dungeons

T. S. Orgel, A. S. Bottlinger, S. A. Cernohuby (Hrsg.)
Die Hilfskräfte – Die wahren Herren des Dungeons

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Die wahren Gegner des Helden

Klappentext:
Der Dungeon: uralt, mit gewaltigen Ausmaßen und von unzähligen Kreaturen bevölkert.
Es gibt ihn in den trockensten Wüsten, in den Eishöhlen des Hochgebirges und in den schleimigen Sumpfhöhlen des Spinnendschungels.
Wer herrscht über Dungeons? Ihre Besitzer oder Besetzer? Die Monster oder Untoten in ihrem Inneren oder gar die Helden, die immer wieder in sie vordringen und dabei töten oder getötet werden?
Nein, die wahren Herren des Dungeons sind jene, die ihn am Laufen halten. Die hinter den Helden das vergossene Blut aufwischen, die Knochen der Skelette wieder sortieren, die Fallen reparieren und die Monster füttern – bis zum nächsten Besuch einer Gruppe Wagemutiger.
Dieses Buch erzählt ihre Geschichten. Von ihren Aufgaben, ihren persönlichen Abenteuern. Von ihren eigenen heldenhaften Monstern, ihren Lieblingsfallen und ihrer Personalabteilung.
Lernt sie kennen: Die Hilfskräfte – Die wahren Herrn des Dungeons!

Rezension:
enthaltene Geschichten:
Schicht im Schacht – Tom Orgel
Kerkerordnung – Christian von Aster
Die wahren Herren des Dungeons – Judith & Christian Vogt
Exkrementator – Ju Honisch
Verdammte Personalabteilung – Stephan Orgel
Goldene Zeiten – Susanne Pavlovic
Die große Stollen-Verschwörung – Carsten Stenbergen
Zweiter Durchgang – Robin Gates
Die letzte Prüfung – Stephan R. Bellem
Verbotene Pfade – Christian Günther
Ein Heldenproblem – Bernd Perplies
Portaphagus Multipunctatus – Rebekka Pax
Ein dauerhaftes Geschäftsmodell – Stefan Cernohuby
Kopfsache – Melanie Vogltanz
Dungeons – Rollenspielern sind sie wahrscheinlich vertrauter als mir, der ich sie nur aus Büchern und ein paar Filmen kenne. Dass es dabei normalerweise darum geht, dass (meist menschliche) Helden Fallen und Untiere überwinden müssen, um zu einem Schatz irgendeiner Art zu gelangen, weiß aber sogar ich. Bei den Kurzgeschichten dieser Anthologie stehen diese Helden jedoch nicht im Mittelpunkt. Im Fokus stehen hier die Wesen, die in den Dungeons leben und arbeiten, um den Helden echte Herausforderungen zu bieten. Da geht es beispielsweise um einen Exkrementator, dessen Job es ist, die Drachenscheiße zu beseitigen („Exkrementator“). Oder wer zündet rechtzeitig, bevor der Held einen Gang betritt, die Fackeln an? Dafür gibt es natürliche einen Fackelkobold. Und natürlich bekommt auch der seine eigene Story („Verdammte Personalabteilung“) spendiert. Auch Zombies brauchen Pflege, denn irgendwer muss die von den Helden verstümmelten Untoten schließlich wieder reanimieren. Der nächste Held ist schließlich schon im Anmarsch. Dieses Fachgebiet wird gleich in mehreren der enthaltenen Geschichten aufgegriffen. Missgunst und Intrigen gibt es in dieser Branche natürlich auch, was ebenfalls mehrfach thematisiert wird. Selbstverständlich braucht ein gepflegtes Dungeron auch Personal, das die ausgelösten Fallen für den nächsten Besucher wieder scharf macht. Auch diese (meist nicht-menschlichen) Mitarbeiter lernen wir kennen. Falls jetzt jemand denkt, die tödlichen Fallen und Wesen könnten einfach nach Lust und Laune auf die Helden harren, irrt er sich. Da sorgt nämlich die IDO, die Internationale Dungeron-Ordnung für letztere. Damit diese auch durchgesetzt wird, gibt es natürlich einen ganzen Beamtenapparat, dessen Unwesen sich durch beinahe alle Geschichten dieser Anthologie zieht. Und um die Überreste der Helden, die es nicht geschafft haben, muss sich schließlich auch noch jemand kümmern …
Natürlich kommt jetzt die Frage, welche der enthaltenen Kurzgeschichten ich besonders gelungen finde. Auch wenn keine wirklich schlechte dabei ist, muss ich hier speziell Tom Orgels „Schicht im Schacht“ und Robin Gatesʼ „Zweiter Durchgang“ erwähnen. In beiden sind junge Frauen, die von den ‚Helden‘ mehr oder weniger freiwillig als Hilfskräfte angestellt werden, die Protagonistinnen.
Dieser (meist augenzwinkernder) Einblick hinter die Kulissen des erfolgreichen Dungeon-Betriebs muss als absolut gelungen bezeichnet werden.

Fazit:
Allen, die mal ‚die andere Seite‘ eines Dungeons kennenlernen möchten, kann diese Fantasy-Anthologie sehr empfohlen werden.

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„Lord Breakinghams Geheimnis“, der schon in seiner bisherigen Fassung von Rezensenten gelobte Jugendroman um einen Jungen, der unerwartet auf ein Internat gehen muss und Schockierendes über seine eigene Herkunft erfährt, ist in einer überarbeiteten Neuauflage erschienen. Ein Entwicklungsroman über den Wert der Freundschaft.
Nähere Infos zum Buch findet ihr hier: https://lordbreakingham.wordpress.com/
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