Eine Peter-Grant-Story – 6 – Der Galgen von Tyburn

Ben Aaronovitch
Eine Peter-Grant-Story – 6 – Der Galgen von Tyburn

Übersetzung: Christine Blum

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Die Spur des toten Mädchens

Klappentext:
Wie man einem gesichtslosen Magier zu Leibe rückt, was die Bewohner von Londons teuerster Immobilie so treiben und wie ungünstig es sein kann, wenn man Lady Tyburn einen Gefallen schuldet – diese und noch mehr erfreuliche Erkenntnisse warten bei seinem neuen Fall auf Police Constable Peter Grant. Einen Einblick ins Leben der Reichen und Schönen von London gibt es gratis dazu. Und die öffentliche Sicherheit und Ordnung aufrechterhalten sollte er bei all dem möglichst auch noch.
In seinem sechsten Fall muss der Londoner Police Constable und Zauberlehrling Peter Grant …

  • ein verschollenes Buch finden,
  • einen verdächtigen Todesfall auf einer Party der Reichen und Schönen Londons aufklären,
  • versuchen, es sich dabei nicht völlig mit Lady Tyburn zu verscherzen,
  • vermeiden, vom gesichtslosen Magier ins Jenseits befördert zu werden,
  • sich mit einem ganzen Haufen rauflustiger Amerikaner herumschlagen, die definitiv zu viel ›24‹ gesehen haben.

Und Lesley ist zurück.
Kurz: Peter bekommt die einzigartige Gelegenheit, es sich mit alten Freunden zu verderben und sich dabei jede Menge neuer Feinde zu machen. Immer vorausgesetzt, er überlebt die kommende Woche.

Rezension:
Peter Grant ist wieder da! Doch kaum liegt er mit Beverley im Bett, bekommt er einen Anruf von deren Schwester Ty. Bei einer Drogenparty von Jugendlichen gab es einen Todesfall. Unter den Festgenommenen ist auch Tys Tochter – und Peter soll diese möglichst unauffällig ʼraushauen. Das erweist sich als nahezu unmöglich, denn plötzlich ist Tys Tochter sogar die Hauptverdächtige. Und bei der Obduktion des Opfers finden sich Spuren von Magie! Spätestens das macht die Sache auch in rein dienstlicher Hinsicht für Peter und seinen Chef Nightingale interessant. Auch der Gesichtslose scheint in den Zwischenfall verwickelt zu sein, und der hat eine neue Assistentin. Dass auch noch schießwütige amerikanische Magie-Ermittler auftauchen, verkompliziert die Ermittlungen noch weiter. Lady Ty ist höchst sauer auf Peter.
Zum Stil von Ben Aaronovitchs „Peter Grant“-Reihe muss man wohl nicht mehr viel sagen. Allen Fans der Reihe ist es ohnehin bekannt – und Neueinsteiger sollten diese lieber von Anfang an lesen, statt mit diesem Band einzusteigen. Auch diesmal gibt es natürlich wieder zahlreiche Reminiszenzen auf Popkultur, Architektur und Polizeiarbeit. Dass Peter allen Widrigkeiten zum Trotz auch dieses Abenteuer überlebt, muss wohl nicht extra erwähnt werden. Schließlich wird er ja noch gebraucht. Diese herrlich schräge Fantasy-Krimi-Reihe macht auch im mittlerweile 6. Band Spaß. Und vielleicht gelingt es Peter ja sogar, endlich die Identität des gesichtslosen Magiers zu lüften. Und den Fall ins Trockene zu bringen, ohne von Ty ersäuft zu werden.
Die einzigen nicht ganz so positiven Punkte, die hier erwähnt werden müssen, betreffen die deutsche Übersetzung. Im Original heißt dieser Band „The Hanging Tree“. Das lässt sich natürlich nicht wörtlich übersetzen. Die sinngemäße Übersetzung wäre wohl „Der Galgenbaum“. Beim titelgebenden „Hanging Tree“ handelt es sich allerdings um einen Pub, der in der Geschichte eine Rolle spielt. Und der befindet sich weder im ehemaligen Dorf Tyburn, noch gehört er Lady Tyburn oder liegt am gleichnamigen Fluss. Da ist der deutsche Titel wohl nicht ganz glücklich gewählt. Und dann die lieben Hausnummern … Im ganzen Buch wird immer wieder die Adresse des Tatortes mit „Hyde Park Nummer Eins“ genannt, was im Original sicher „Number One, Hyde Park“ hieß. Sorry, aber in meinen Augen ist diese Anpassung an hiesige Gepflogenheiten eine üble Eindeutschung und fällt nicht unter den Begriff Übersetzung. Eine Hausnummer in Großbritannien gehört auch in deutscher Sprache vor den Straßennamen.

Fazit:
Eine neuer Peter Grant, wie jeder Leser und Fan es sich wünscht: humorvoll, spannend und einfach magisch.

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Das Alte Buch der Zauberer

Mario Röse
Das Alte Buch der Zauberer

St,rSt,rSt,rSt,bSt,b

Flucht durchs Mittelalter

Klappentext:
Drei Teenager entdecken bei einem Ausflug in eine Burg in den Kellergewölben eine merkwürdige Steinplatte und ein Amulett. Ungewollt lösen sie einen Zauber aus und geraten so in das Mittelalter. Das bleibt vom finsteren Burgherrn Blackmore nicht unbemerkt. Der will sich schon seit vielen Jahren diesen Zauber zu Nutze machen und sieht in den Kindern seine Chance das Geheimnis zu lüften um England zu beherrschen.
Eine gefährliche Flucht beginnt. Aber Anny, Jack und Tom finden mutige und auch phantastische Freunde und stellen sich dem Kampf.

Rezension:
Eric, Tom und Anny treffen sich im Sommercamp, bei dem sie sich bereits im Vorjahr kennenlernten. Mittlerweile sind sie alle 13 und freuen sich auf die gemeinsamen Ferienwochen. An einem Tag findet eine Rätselwanderung statt, bei der die einzelnen Teams anhand verschiedener Hinweise das Ziel finden müssen, welches sich als Burgruine herausstellt. Als die Freunde zusammen die Ruine durchstreifen, finden sie in einem Kellerraum eine verschüttete Steinplatte und ein Amulett. Plötzlich verändert ich der Raum um sie herum, und sie stellen bald fest, dass sie im Mittelalter gelandet sind – einem Mittelalter, in dem außer Zauberern auch diverse unheimliche Tierwesen leben. Auf der Flucht vor dem äußerst unfreundlichem Burgherren verstecken die Freunde das Amulett. Doch wie sollen sie jetzt wieder an das Amulett und mit diesem zur Steinplatte zurückkommen, um in ihre eigene Zeit heimzukehren?
Mario Röses Jugend-Zeitreise-Fantasy gelingt es, einem gängigen Thema interessante neue Aspekte abzugewinnen. Die 3 Protagonisten haben jeweils einen individuellen, glaubhaften Charakter. Lediglich einige der im Mittelalter verwurzelten Charaktere wirken etwas (zu) naiv. Die Handlung nimmt den Leser schnell gefangen und bietet auch für die am Ende angedeutete Fortsetzung noch genügend Potential. So macht das Lesen Spaß.
Nach all diesem Lob für die Story an sich muss die handwerkliche Umsetzung jedoch erheblich kritisiert werden. Leider springt der Autor sinnlos zwischen den Zeitformen hin und her. Während das Abenteuer eigentlich im Präteritum erzählt wird, erscheinen Teilsätze, ganze Sätze und manchmal sogar ganze Absätze ohne inhaltliche Begründung plötzlich im Präsens. Hinzukommen zahlreiche Satzfehler. Beispielsweise wird der Apostroph (’) im ganzen Buch als Komma (,) dargestellt. Außerdem gibt es leider keine Kapiteleinteilung. All dies trübt den Gesamteindruck leider erheblich. Auch die Tatsache, dass Eric im ‚Klappentext‘ überraschenderweise Jack heißt, zeugt von mangelnder Sorgfalt. Dem Buch wäre in dieser Hinsicht eine gründliche Überarbeitung zu wünschen.

Fazit:
Ein interessantes phantastisches Zeitreise-Abenteuer mit jungen Helden, bei dessen Umsetzung leider handwerklich geschlampt wurde.

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Hexenfeuer – Lodernder Hass

Marcel Weyers
Hexenfeuer – Lodernder Hass

St,rSt,rSt,rSt,bSt,b

Die Anfänge der Hexenjagd

Klappentext:
Mein Name ist Elizabeth Willows. Ich bin eine Hexe. Verraten und verstoßen von allen Wesen dieser Welt, baue ich mir mein eigenes Leben in Salem auf. Doch egal wie sehr ich mich auch bemühe, mir Gleichgesinnte zu erschaffen, ich werde immer wieder enttäuscht. Jetzt nehme ich mein Schicksal selbst in die Hand und kreiere mir eine Welt nach meinen Vorstellungen. Die Menschen, die mich verletzt haben, sollen brennen!

Rezension:
Die Hexe Elizabeth Willows erzählt von ihrer Ankunft in der Neuen Welt, wo es sie und ihre Familie nach Salem verschlägt. Doch wegen ihrer besonderen Begabung will selbst ihre Familie nicht viel von ihr wissen – und der Mann, den sie liebt, wird zum erbitterten Hexenjäger.
Wie der Autor Marcel Weyers ausdrücklich beton, handelt es sich bei dieser und mehreren anderen „Hexenfeuer“-Stories um kurze Hintergrundgeschichten zur „Raben“-Saga – welche ich zugegebenermaßen nicht kenne. Leider werden die Gründe für Elizabeths Menschenhass hier nicht wirklich deutlich. Eventuell werden diese als aus der Hauptreihe her bekannt vorausgesetzt. Ohne deren Kenntnis ist diese Kurzgeschichte lediglich ein sehr geraffte Erlebnisbericht einer jungen Frau, die sich innerhalb relativ kurzer Zeit zu eine menschenhassenden Furie entwickelt, der es nichts ausmacht, über Leichen zu gehen.

Fazit:
Eine Hintergrundgeschichte, die wenig Hintergründe bietet und wohl nur für Kenner der „Raben“-Saga von Interesse ist.

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Illumanati: Von Göttern, Dämonen und Seekühen

Leif Inselmann
Illumanati: Von Göttern, Dämonen und Seekühen

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Die Sorgen der Engel

Klappentext:
Seekühe regieren im Geheimen die Welt. Ein Dämon nistet sich als unliebsamer Mitbewohner ein. Und Götter vertreiben sich die Zeit mit absonderlichen Projekten. Ganz abgesehen von der Bürokratie des Himmels, die den Engeln zunehmend über den Kopf wächst… Acht satirische Geschichten geleiten den Leser durch die Absurditäten menschlicher Vorstellungskraft, von Verschwörungstheorien bis hin zum etwas anderen Exorzismus. Die Verletzung religiöser Gefühle wird billigend in Kauf genommen.
Inhalt: Der Dämon auf dem Sofa / Illumanati / Himmlische Verhältnisse / Gottesaustreibung / Zwei Propheten und ein Götze / Bervenis Moralproblem / Eine (rechtsesoterische) Dystopie / Schieß den Star!

Rezension:
Welche Umgangsformen gelten für Dämonen im Wohnzimmer? Sind Seekühe harmlose Vegetarier? Ist der Job des Ministers für interreligiöse Angelegenheiten wirklich erstrebenswert? Wie können sich Eltern einer kleinen Tochter helfen, wenn die plötzlich von Gott besessen ist? Wie vertreiben sich Götter die Langeweile? Und wer weiß auf all diese Fragen eine Antwort?
Zumindest die letzte Frage hat eine sofortige Beantwortung verdient. Und die heißt: Leif Inselmann. Was der Autor hier an Kurzgeschichten präsentiert, ist einfach zum Totlachen! Wie soll ein pflichtbewusster Engel auch auf eine Eingabe von Lenin reagieren? Hätte man die Hölle doch nur nie ans Internet angeschlossen!
Als Leser macht es einem einfach Spaß, zuzusehen, wie sich die Protagonisten mit diesen absurden Problemen herumschlagen müssen. Es sind schließlich nicht die eigenen. (Nein, auf meinem Wohnzimmersofa sitzt definitiv kein Dämon!) Sprachlich wird das alles angenehm flüssig dargeboten, sodass die Seiten nur so an einem vorbeiziehen und das Buch fiel zu schnell beendet ist.
… und am Ende erfahren wir auch noch die ultimative Lösung für das Dschungelcamp-Problem. Mögen es sich die Verantwortlichen eines gewissen Fernsehsenders zu Herzen nehmen.

Fazit:
Der herrlich schräge Humor macht dieses Buch zu etwas Einzigartigem. Für alle Fans humorvoller Fantasy eine absolute Leseempfehlung!

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In den Nordlanden – 1 – Im Glanz der Welten

Âsa Böker
In den Nordlanden – 1 – Im Glanz der Welten

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Die Suche nach den Diamantblumen

Klappentext:
Die sechzehnjährige Silke aus dem schwedischen Silvbro flüchtet nach einer Mobbingattacke in die Anderswelt »Nordland«. Nach dem Übergang begegnet sie zwei gleichaltrigen Mädchen, die sich bereits im Leben behaupten mussten: Yrsas Mutter wurde als Hexe verbrannt und Unna ist gezwungen, als riesenhafte Missgeburt in der Schmiede ihres Vaters zu schuften. Zusammen machen sich die Mädchen auf, dem Jahrhundertereignis Nordlands zu folgen: Leit. Unter Bewachung von grimmigen Soldaten ziehen eintausend zwangsrekrutierte Pflückerinnen aus, um die heiligen Diamantblumen zu ernten, die im unwegsamen Moor Fenmarken wachsen. Den Befehl über alle hat der ehrgeizige Anführer Crispin Silberschwert, der die Ehre seiner Familie wiederherstellen muss. Doch die Arbeit im Moor ist gefährlich und nicht alle Mädchen werden Leit überleben.

Rezension:
Silke ist 16 und hat keinen einzigen Freund. Ihre sehr esoterisch angehauchte Mutter ist daran nicht ganz unschuldig, drängt sie ihrer Tochter doch den von ihr selbst bevorzugten Kleidungs- und Lebensstil auf, was dazu führt, dass Silke keine einzige Jeans und auch weder Handy noch Computer besitzt. Als sie aufs Gymnasium kommt, hofft Silke, dass jetzt alles besser wird, aber schnell muss sie feststellen, dass gerade ihre beiden Erzfeindinnen auch hier wieder in ihrer Klasse sind. Eine von diesen, Amanda, treibt es diesmal besonders weit und macht Silke überall lächerlich. Schon seit ihrer Kindheit hat Silke die Begabung, zwischen den Welten wechseln zu können, doch mittlerweile glaubt sie selbst, dass das nur kindliche Träumereien waren. Jetzt beschließt sie jedoch, wegzulaufen und einen dauerhaften Sprung in die andere Welt zu versuchen. Es gelingt, und sie trifft hier auf die gleichaltrigen Mädchen Yrsa und Unna, die ebenfalls ihr bisheriges Leben hinter sich lassen wollen. Gemeinsam beschließen sie, an der bevorstehenden Leit, einer Suche nach seltenen Blumen, die nur alle 100 Jahre stattfindet und bei der tödliche Unfälle vorhersehbar sind, teilzunehmen. Bösartige Menschen und Wesen, von denen Silke noch nie gehört hat, bedrohen schon bald ihre Leben.
Wieso beginnen viele jugendliche Urban-Fantasy-Geschichten eigentlich mit Protagonisten, die in ihrem bisherigen Leben gemobbt wurden? Um diesen einen Anreiz zu bieten, sich auf das meist nicht ungefährliche Abenteuer einzulassen? Vermutlich ist das einer der, wenn nicht der hauptsächliche Beweggrund der Autoren. Man muss allerdings zugeben, dass diese Erzählweise oft funktioniert. So auch hier. Spätestens mit Silkes erstmaligen durch den Leser miterlebten Weltenwechsel nimmt einem das Buch gefangen. Dabei begegnet man zusammen mit Silke mythischen Wesen, die nicht so ganz dem ‚Hollywood-Standart‘ entsprechen. Auf Vampire, Zauberer und Werwölfe muss man verzichten. Dafür trifft man auf Huldra, Nykr, Grauvättar und Draugar. Wobei letzteren eine gewisse Verwandtschaft mit Zombies wohl nicht abzusprechen ist.
Der Autorin Âsa Böker gelingt es hier, aus einer schon oft ähnlich gelesenen Ausgangslage ein völlig alleinstehendes Fantasy-Abenteuer mit außergewöhnlichen Handelnden zu entwickeln. Das Ganze fesselt den Leser schnell, woran wohl auch der angenehme Schreibstil seinen Anteil hat. Auch wenn dieses Buch den Auftakt einer Reihe darstellt, kann man es auch alleinstehend lesen, da es (im Gegensatz zu zahlreichen anderen Reihen-Starts) ein in sich logisches Ende bietet.
Ein paar Worte zur Übersetzung des ursprünglich schwedischen Werkes: Leider wurden ein paar Namen (beispielsweise Leutnant Silberschwert, der im Original bestimmt anders hieß) eingedeutscht. Das finde ich schade. Die deutsche Bedeutung solcher Namen hätte man auch mit einer Fußnote beim erstmaligen Auftauchen erklären können. Es fällt allerdings auf, dass der Verlag keinen Übersetzer nennt, Âsa Böker laut Kurz-Vita aber mit einem Deutschen verheiratet ist. Hat sie die Übersetzung eventuell sogar selbst vorgenommen?

Fazit:
Eine wirklich außergewöhnliche Urban Fantasy für junge und junggebliebene Leser, die die Aufmerksamkeit Genre-Interessierter sehr verdient.

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A Fairy Tale: Die Suche nach dem blauen Herz

Anja Stephan
A Fairy Tale: Die Suche nach dem blauen Herz

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

In den Tiefen von Paris

Klappentext:
Aus ist es mit seinem ruhigen Leben im Quartier Latin in Paris! Als Scott McKenzie seiner Erzfeindin aus Jugendtagen über den Weg läuft, weiß er sofort, dass es das Schicksal nicht gut mit ihm meint. Dabei hat sich der Halbelf aus einst hohem Hause in den letzten hundert Jahren mit einem gut gehenden Antiquariat eine ausgezeichnete Reputation aufgebaut. Aber nun zieht ihn die eigenwillige Gwendolyn von Cleve in ein Abenteuer in die Pariser Unterwelt hinein, das ihn völlig überfordert. Auf der Suche nach dem blauen Herzen muss er sich mit der Vergangenheit der beiden verfeindeten Familien auseinandersetzen und sich gegen einen unbekannten Feind behaupten. Dabei wird ihm bewusst, dass sich sein Leben für immer verändern wird – und das Fräulein von Cleve ist schuld daran.

Rezension:
Der Halbelf Scott lebt als Antiquar ein ruhiges Leben. Ganz im Gegenteil dazu lebt die Hochelfe Gwendolyn immer im Fokus der Gesellschaft – und der elfischen Skandalpresse. Da ihre Familien schon seit Ewigkeiten verfeindet sind, reagieren beide nicht erfreut, als sie sich plötzlich immer wieder über den Weg laufen. Hinzukommt der Standesunterschied, da Scotts Vater wegen der nicht standesgemäßen Ehe mit einer Menschenfrau einst aus seiner Familie verstoßen wurde. Und dann gibt es da noch ein peinliches Geheimnis aus ihrer Schulzeit … In der vor normalen Menschen verbogenen magischen Parallelwelt von Paris bahnen sich Turbulenzen an, die schließlich dazu führen, dass die beiden so verschiedenen Elfen plötzlich gemeinsam auf der abenteuerlichen Suche nach einem blauen Glasherz sind.
Elfen ‚leben‘ meist in der High Fantasy. In der Urban Fantasy trifft man sie dagegen relativ selten an. In Anja Stephans Roman leben sie unerkannt zwischen den Menschen. Dabei wagt die Autorin den Spagat zwischen einem Urban-Fantasy-Abenteuer, einer Love Story sowie einer Familien- beziehungsweise Gesellschaftssaga. Als Romantasy würde ich die Geschichte dabei allerdings nicht bezeichnen – zumal beide Protagonisten nicht gerade besonders romantisch veranlagt sind. Leider verlagert die flüssig und in angenehmen Stil erzählte Geschichte ihren Schwerpunkt stellenweise sehr auf die Beziehungsprobleme Scotts und Gwens und vernachlässigt das sehr interessante magische Abenteuer über längere Abschnitte etwas. Am Ende werden jedoch alle offenen Fragen aufgelöst. Lediglich wieso die deutschen von Cleves und die schottischen McKenzies offenbar schon seit Jahrhunderten in Frankreich leben, bleibt unbeantwortet.

Fazit:
Urban-Fantasy-Fans, die ich an einer etwas umfangreicheren Love Story nicht stören, kann dieses Buch empfohlen werden.

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Trywwidt – 2 – Falsche Freunde

Klara Bellis
Trywwidt – 2 – Falsche Freunde

St,rSt,rSt,rSt,rSt,r

Ach du fieser Frettchenfurz!

Klappentext:
Käferkacke! Es könnte alles so einfach sein, wenn Korwin Schwarzvogel kein Vampir wäre. So aber muss die Elfe Trywwidt um sein untotes Leben fürchten, denn ihre Mitelfen wollen es bei einer Rettungsaktion auslöschen. Dabei hat sie das Ganze überhaupt erst angerührt, um ihre Freundin Phyrridt zu befreien, die als albtraumhafter Schmerzensschrei zwischen den Welten herumgeistert. Auch im Hause Schwarzvogel ist nicht alles eitel Mondenschein. Dunkle Wolken ballen sich über Korwin zusammen und werfen ihre blutigen Schatten voraus, was Trywwidts Rettungsmission erschwert.
Wenn die Elfe scheitert, würde das nicht nur ihren eigenen Tod bedeuten, sondern ganz nebenbei die Welt der Menschen ausradieren.
Allergikerhinweis: Achtung! Dieses E-Book enthält Spuren von Elfen, Vampiren, Architekten und so gut wie keine expliziten Szenen. Nur ganz wenige. So ein bisschen angedeutet.

Rezension:
Kaum glaubt Korwin, nach dem ganzen Wirbel um die gefährliche Pflanze im 1. Trywwidt-Band „Die Kaiserin der ewigen Nacht“ endlich Ruhe vor der nervigen Elfe Trywwidt zu haben, steht diese schon wieder auf der Matte. Aber nein, wenn sie doch nur auf der Fußmatte vor der Haustür stände! Mit ihrem Portalöffner platzt sie einfach mitten im Zimmer aus einem Dimensionsportal. Und das immer wieder. Aber auch seine menschliche Assistentin Ira bereitet ihm Sorgen, ist für diese doch plötzlich ein Architekt wichtiger als er. Und mit seinen lieben Mitvampiren scheint sich auch Ärger anzubahnen …
Klara Bellis’ doch recht außergewöhnliche Elfen sind wieder da, und deren Schimpfwort-Repertoire ist definitiv nicht geschrumpft. Nach wie vor entsprechen weder diese Elfen noch die Vampire so ganz dem, was der Genre-erfahrene Leser erwarten dürfte. Bei all deren teilweise lebensgefährlichen Abenteuern bleibt dem Leser also auch diesmal wieder genug Grund zum Schmunzeln. Daran, dass alle Hauptelfen, -vampire und -menschen überleben, besteht wohl von Anfang an kein großer Zweifel, werden diese doch noch für Band 3 benötigt.
Der Autorin gelingt es auch in dieser Fortsetzung wieder, eine sehr unterhaltsame und außergewöhnliche Urban-Fantasy-Story zu liefern. So hat man Elfen noch nie erlebt – zumindest wenn man von Teil 1 absieht. In diesem Band treten zur Abwechslung allerdings auch ein paar Vampire in Erscheinung, die eher dem gängigen Cliché entsprechen und Menschen nur als Nahrungsmittel betrachten. Für Aufregung ist also gesorgt. Das alles wird wieder in einem sehr flüssigen Schreibstil dargeboten, den zu lesen einfach Spaß macht.
Und plötzlich ist schon wieder die letzte Seite da und lässt den Leser auf ein baldiges Erscheinen des nächsten Bandes hoffen …

Fazit:
Mit Chaos-Elfen und depressiven Vampiren gehen die humorvoll-abenteuerlichen Ereignisse in Bergstadt in die nächste Runde.

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Magische Meriten – 1 – Gefunden

Dennis Frey
Magische Meriten – 1 – Gefunden

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

Zwischen An’ya und Kukura

Klappentext:
Florence trifft in einem Wald im Allgäu auf den Magier Claude und seinen Lehrling Ivan. Bald darauf wird sie von einem mächtigen Wesen verfolgt, das es auf mehr als nur ihr Leben abgesehen hat. Kann sie auf die Hilfe der Magier zählen?
Die Reihe Magische Meriten erzählt die Geschichte der Magier seit den 20er Jahren in Dennis Freys Universum der Fremden.
Leser seines Debütromans „Fremdes Leben“ und seiner Kurzgeschichten, können im Lauf der Serie einige alte Bekannte wiedertreffen.

Rezension:
Die 16-jährige Engländerin Flo(rence) verbringt den Urlaub zusammen mit ihrer Familie im Allgäu. Als sie im Wald ein eigenartiges Leuchten bemerkt, folgt sie diesem. Dort trifft sie auf die Magier Ivan und Claude, die erkennen, dass sie selbst eine noch nicht erweckte Magierin ist. Während Claude einem gefährlichen Wesen folgt, werden Flo und sein Schüler Ivan von einem noch gefährlicherem angegriffen, das es speziell auf Flo abgesehen hat.
Mit diesem Einstieg in seine neue Urban-Fantasy-Reihe führt Dennis Frey seine Leser in die Welt eines magischen Ordens. Band 1 verfolgt dabei den Erstkontakt eines 16-jährigen Mädchens mit ihren eigenen magischen Fähigkeiten, von denen sie bisher nichts ahnte. Dass die magische Welt nicht gerade ungefährlich ist, muss sie dabei schnell erkennen. Auch ein paar Reminiszenzen an typische High-School-TV-Serien lässt der Autor nicht aus. Dass sich zwischen Flo und dem nur wenig älteren Ivan schnell ‚etwas anbahnt‘, verwundert Leser des Genres wohl kaum. Verlautbarungen des Autors verraten allerdings, dass sich die kommenden Bände vorerst auf andere Angehörige des Ordens konzentrieren werden, statt Flos und Ivans Weg weiter zu verfolgen.
Vom Stil her kann dieses Buch gefallen Fans jugendlicher Urban Fantasy finden hier eigentlich alles, was sie in diesem (Sub-)Genre erwarten können. Das Lesen macht Spaß – und darauf kommt es doch an.

Fazit:
Diese Jugend-Urban-Fantasy stellt den gelungenen Auftakt einer neuen Reihe dar.

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Perchtenlauf

Andreas Brugger
Perchtenlauf

St,rSt,rSt,rSt,rSt,b

In der Höhle der Perchten

Klappentext:
Mit dem Buch Perchtenlauf schuf Andreas Brugger nicht nur eine ganz neue Art des Lesevergnügens, er startete damit auch eine vielversprechende Buchbandreihe, denn das nächste Buch ist bereits in Arbeit.
In aufeinanderfolgenden Szenenbildern verschiedener Kameras begleitet der Leser ein Studententeam bei dessen Untersuchung mysteriöser Ereignisse im Alpenland. Ihre studienmäßige Projekt-Recherche führt das Team in ein Dorf in den österreichischen Alpen, um über lokales Brauchtum und Sagen einen Dokumentarfilm zu drehen. Die Einheimischen erzählen Geschichten über verschwundene Kinder, verstümmelte Tiere und dunkle Gestalten. Böse Streiche, Jägerlatein und Aberglaube, so scheint es. Doch dann wird mitten in den Raunächten – den Nächten vom 25. Dezember bis zum 6. Jänner – ein weiterer Mensch vermisst, und das Kamerateam beginnen zu erahnen, dass hinter den uralten Legenden mehr steckt, als es irgendjemand für möglich halten würde …
Noch während der Vorbereitungen gestaltete sich die Idee, dieses Buch im Dialekt und in Hochdeutsch zu veröffentlichen. So entstand die Lösung, dass der hochdeutsche Text auf den geraden Seiten und der Originaltext auf den ungeraden Seiten zu lesen ist.

Rezension:
Eine Gruppe von Studenten besucht – ausgerüstet mit mehreren Kameras – ein Alpendorf, um dort einen Projekt-Film über den Brauch des Perchtenlaufs zu drehen. Laufen die Dreharbeiten anfangs noch erwartungsgemäß, erzählen ihnen schon bald einige Einwohner Geschichten von wirklich stattgefundenen mysteriösen Vorkommnissen. Nicht nur in ferner, sondern auch in recht naher Vergangenheit sind hier immer wieder sowohl Menschen als auch Vieh verschwunden. Wenn es überhaupt Spuren gab, waren diese unheimlicher Natur. Die Einwohner schafften es jedoch immer, diese Vorfälle vor der breiten Öffentlichkeit geheim zu halten. … und dann müssen die Studenten miterleben, wie zuerst ein Mädchen aus dem Ort und schließlich sogar einer von ihnen verschwinden.
Erinnert diese Handlung nicht an diverse Horror-Filme? Genau. Und genau wie ein solcher ist auch dieses Buch aufgebaut. Die gesamte Handlung liest sich wie die Beschreibung eines ‚Found Footage‘-Streifens. Das geht so weit, dass bei jeder Szene zuerst beschrieben wird, was gerade zu sehen ist, und diese immer mit „Das Bild wird schwarz.“ endet.
Alleine das zeigt natürlich schon, dass Andreas Bruggers Fantasy-Buch außergewöhnliche Wege geht. Da braucht der Leser natürlich ein paar Seiten, bis er sich in diesen Rhythmus hineingelesen hat. Auch die Tatsache, dass sich auf jeder Doppelseite hochdeutscher und Dialekttext gegenüberstehen, ist ungewohnt, wobei diese Doppelung eigentlich relativ unnötig ist, da der erzählende Text und auch die wörtlichen Reden vieler der Protagonisten sowieso (fast) hochdeutsch sind. Für den hochdeutschen Leser schwer verständlicher Dialekt tritt eigentlich nur bei den wörtlichen Reden älterer Einwohner auf. Da hätte sich sicher eine sinnvollere Art der Übersetzung finden lassen.
Die Handlung an sich ist jedoch nicht zu kritisieren. Nach einem relativ gemächlichen Aufbau der Basis wird die Geschichte bis zum Finale immer spannender. Die Idee, in diesem und mehreren weiteren geplanten Büchern alte Sagen zu ‚entstauben‘ und zeitgemäß aufzubereiten, ist durchaus begrüßenswert. So werden aus den immer seltener wieder- und weitergegebenen volkstümlichen Mythen moderne Fantasy-Werke.

Fazit:
Hier werden alte Mythen erfolgreich in die moderne Zeit transferiert. Ob die recht extremen Stilmittel nötig sind, ist eher Geschmacksfrage.

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Das Erbe der Macht – 7 – Schattenzeit

Andreas Suchanek
Das Erbe der Macht – 7 – Schattenzeit

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Das wilde Sigil

Klappentext:
Chaos und Tod greifen um sich.
Die Enthüllung der Schattenfrau hat weitreichende Folgen. Bevor die größte Feindin der Lichtkämpfer ihre Rache zu Ende bringt, sollen Mentigloben ihr erlittenes Leid verdeutlichen.
Unterdessen ringt ein Lichtkämpfer mit dem Tod, im Castillo tobt ein blutiger Kampf und ein Familiengeheimnis offenbart das ganze Ausmaß eines uralten Plans.

Rezension:
Nachdem am Ende des vorhergehenden Bandes „Schattenfrau“ die Identität dieser enttarnt wurde, müssen die Lichtkämpfer mit dieser schockierenden Information klar kommen. Doch viel Zeit bleibt ihnen dazu nicht, fällt doch die massive Streitmacht der Schattenkrieger ins Castillo ein. Ein Kampf auf Leben und Tod und die Zukunft der Welt entbrennt. Ohne etwas von diesem Kampf zu ahnen, versuchen die Zwillinge weiter, das Geheimnis um ihre Entstehung zu ergründen.
Wie man es von der „Das Erbe der Macht“-Reihe und den anderen Reihen Andreas Suchaneks gewohnt ist, bedeutet die Tatsache, dass im letzten Band zweifellos ein Handlungshöhepunkt erreicht wurde, auch hier keinesfalls, dass es jetzt vorerst etwas ruhiger zur Sache gehen würde. Genau das Gegenteil ist der Fall, und den gesamten Band über herrscht an allen Schauplätzen Dauerspannung. Inhaltlich kann man nicht viel sagen, ohne zu viel zu verraten. Zum allen Fans längst bekannten Suchanek-Stil braucht nach zahlreichen Rezensionen zu dieser und der „Ein MORDs-Team“-Reihe wohl kaum noch viel gesagt zu werden.
Und wieder heißt es, sehnsüchtig auf die Fortsetzung zu warten …

Fazit:
Mir Dauerspannung geht es in die nächste Halb-Staffel, in der es wohl hauptsächlich um die Zwillinge und ein wildes Sigil gehen dürfte.

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